Einzelbild herunterladen

Kriegslist und übergab den Japanern Port Arthur, was Dem General Kuropatkin seinen siegreichen Vormarsch bedeu end erleichterte.

Der Mikado erschrak ob dieses Erselges und mendete sick an England um Hilfe. England erteilte ihm den Rat, es pielicicht mit der Hervorrufung innerer Un= rubenin Rußland ein wenig zu versuchen. Zu diesem Bwed schickte man nach Rußland etwa achtzehn Millionen Rubel und verteilte sie an verschiedene verdächtige Indivi buen. Mit der Verteilung befaßte sich hauptsächlich der ver­meintlich im Jahre 1903 in Rom verstorbene katholische Priester e do chowski, der mit dem päpstlichen Segen und einem auf den Vater Gapon ausgefer igten falschen Raß verschen war. Die ganze Intrigue wurde jedoch ent­Seckt und die Schuldigen exemplarisch bestraft. Um die Niederlage des Gegners womöglich noch schrecklicher zu ge jalten, wurde eine in Europa noch nie dagewesene Flotte ausgerüstet, die in Deutschland, England, Frankreich und Spanier imponierendes Aussehen erregte. Nach dem Sieg bei Hull teilte sich die Armada in zwei Teile, der eine Damrite unter Führung des berühmten und unerschrockenen Reisenden Resch dje stwensky, dem Beispiel des Bases de Gama folgend, nach Afrifa ab und fand in den Weisern Madagaskars von Frankreich gastliche Aufnahme. Der zweite machte cine Demonstrationsjahrt längs der Ufer cunt Italien, Griechenland, der Türkei und durch den Encalanal in das Indische Meer und gelangte sodann mit bieten Mühen siegreich in die koreanische See. Hier ver­sonite Roschdjestwensky, tur um den Admiral Togo zu hrgern, einige Panzerschiffe. Um die Schiffahrt auf dem Ronal Tuschima gänzlich unmöglich zu machen, opferte er auch sein Flaggenschiff und übergab sich in hinterlistigster Weise dem japanischen Admiral. Der Tapferkeit des zweiten Admirals Nebogatow wurde in so hohem Maße Anerkennung gezollt, daß ihm, als er mit seinem Stab in Tofio einmar schierte, der Degen nicht abgenommen wurde. Auf diese Weise bedeckte sich die russische Flotte mit unsterblichen Ruhm. In dieser Zeit fam das russische Heer bis Charbin. Die Japaner verloren den Kopf und baten um Friedensschluß. Der Kaiser Nikolaus II., der das viele Blutvergießen mit Entsetzen erfüllte, befahl nur dent Grafen Lamsdorff, er möge mit Japan in Friedens berhandlungen eintreten. Der Frieden wurde in Simonoset geschlossen. Der Mikado verpflichtete sich, den Russisch Orthodoxen nie mehr ein Unrecht zuzufügen, und übernahir die Erhaltungskosten der Mandschurei, von Korea, der Inse! Sachalin und Wladiwostok. Dieses selbst wurde auf aller höchsten Befehl der Friedenshafen" genannt."

Hof und Gesellschaft.

*** Am 19. Juli erfolgt die Großjährigkeit des Herzoge Karl Eduard von Sachsen- Koburg und Botha, und an diesem Tage übernimmt der Herzog selbst Die Regierung. Während seiner Minderjährigkeit hat der Erbprinz Ernst zu Hohenlohe- Langenburg, der Sohn des Statthelters von Elsaß- Lothringen, ein naher Verwandter des Herzogs, die Regentschaft geführt. Er hat viel Gutes in den beiden thüringischen Staaten geschaffen und hinter: läßt dort das beste Andenken. In Koburg ist vor kurzem ein neu errichteter Turm auf einem der schönsten Berge de Ländchens nach dem Regenten benannt.

Die Prinzessin von Wales ist von einem Prinzen entbunden worden. Es ist der sänfte Prinz, der dem englischen Thronfolger geboren wurde.

Feer und flotte.

Uebungen der deutschen Flotte. Die attive Schlachtflotte unter dem Kommando des Großadmirals von Köster hat Mittwoch vormittag die bis zum 10. Auguſt dauernde Som­merübungsreise angetreten. Auf dieser Reise werden Fried­richshafen, Kopenhagen, Stockholm, Karlskrona und Tanzig berührt werden. Das Linienschiff Kaiser Karl der Große" trifft am 23. Juli in Antwerpen ein zur Teilnahme an das 75. Jahresfest der Unabhängigkeit Belgiens.

Soziales Leben.

Sonntagsruhe. In Frankfurt a. M. beschloß die Stadt­berordnetenversammlung die Einführung der völligen Sonn­tagsruhe im Handelsgewerbe. Frankfurt a. M. wird die erste Stadt in Deutschland sein, welche diese Neuerung er­probt.

Beilegung der Differenzen auf den Bremer Werften. Nachdem die Kesselschmiede der Werften von Joh. C. Tecklen borg A.-G. und G. Seebeck A.-G. in Geestemünde- Bremer haben sich zur Wiederaufnahme der Arbeit unter den ver einbarten Bedingungen bereit erklärt haben, ist von den in Betracht kommenden Werften beschlossen worden, die Sperre aufzuheben und am Donnerstag früh den Betrieb auf sämt lichen Werften in Bremen, Bremerhaven- Geestemünde und Vegesack, sowie bei der Norddeutschen Maschinen- und Arma turenfabrik in Bremen wieder aufzunehmen.

Ferienheim für weibliche Angestellte. Am letzten Sonn tag wurde das Personal- Ferienheim des Verbandes Berliner Spezialgeschäfte in Mellen am Mellensee bei 3ossen eröffnet. Das Heim ist nur für weibliche Angestellte bestimmt. E enthält ein Lesezimmer und sieben Schlafzimmer mit je zwei Betten. Die Schlafzimmer sind auf das behaglichste ausge stattet. Im Lesezimmer befindet sich eine Bibliothek mit etwa 300 Bänden klassischer und Unterhaltungsliteratur. Von der Veranda der Rückseite des Hauses hat man einen herrlichen Ueberblick auf den großen Mellensee und seine waldigen Ufer. Im Garten befindet sich mitten im Grünen ein kleines Gebäude, die Küche und das gemeinsame: zimmer enthaltend. Ferner ist ein großer Spielplatz ange legt, wo Turngeräte, Croquet-, Boccia- und Wurfkegelspiel: zur Verfügung stehen.

-

Verbotene Inferate.

-

- Einheitliche Behandlung der Heilmittelankündigungen, Es gibt Anzeigen, deren Veröffentlichung unschicklich ist, sei es durch ihren Inhalt selbst, sei es durch den Gegenstand, den sie behandeln. Eine Zeitung, die etwas auf sich hält, wird ihren Raum nicht für Anzeigen hergeben, die berechtig­ten Anstoß erregen, unsittlichen Zwecken zu dienen bestimmt sind, und dergleichen mehr. Sie hat nicht nötig, nachzu­spüren, ob etwa eine ihr zur Veröffentlichung übergebene

Anzeige einen geheimen Sinn hat, der zur zurüchvetsung der Anzeige führen würde, wenn er offen erkennbar zutage träte. Auch braucht eine Zeitung in ihrem Anzeigenteil nicht gerade prüde zu sein. Hat sie doch in ihrem redaktio­nellen Teil sogar die Pflicht, recht böse Dinge zu erwähnen, unter Umständen sogar eingehend zu behandeln, ohne daß sie sich hinter die eigene Gêne zurückziehen dürfte oder hinter die Gêne für ihre Leser. Vor die Oeffentlichkeit gehört eben auch das Unsaubere, eben weil man es beseitigen und unter­drücken will, und eine Zeitung gehört der Oeffentlichkeit, wie die Oeffentlichkeit ihr gehört. In der Regel wird jeder Zeitungsherausgeber genau wissen, wie er sich zu verhalten, welche Grenzen er zu respektieren hat, und im Zweifelsfalle wird er gern bereit sein, lieber zu seinem Schaden etwas strenger zu verfahren, damit ihn nur kein Vorwurf treffe.

Es gibt aber auch Anzeigen, deren Veröffentlichung straf­bar ist, ohne daß der Laie imstande wäre, an ihrem Inhalt etwas Unschickliches zu entdecken. Die Ankündigung von Ge­heimmitteln beispielsweise ist strafbar. Danach könnte man sich nun einfach richten, wenn man nur immer wüßte, daß man es mit einem Geheimmittel zu tun hat. Für den Laien ist schließlich alles mehr oder weniger Geheimmittel. Wer nicht Arzt, Apotheker, Chemiker oder sonst fachmäßig natur­wissenschaftlich gebildet ist, dem erscheint schließlich auch Rha­barber als Geheimmittel, von igränin oder ähnlichen Din gen gar nicht zu reden. Ist Odol" ein Geheimmitttel? ist es Kosmin" oder sonst ein mit seltsamem Fremdnamen be­legtes Zahnwasser? Die Behörden selbst, die für diese Dinge zuständig sind, erkennen an, daß der Laie beim besten Willen in solchen Fragen fehlgreifen kann. und verfahren deshalb nicht mit Strenge. Sie gehen nicht sofort mit Strafman­daten vor, sondern schicken Verwarnungen" vorauf. Das ist recht dankenswert, aber den Betroffenen ist es selbstver­ständlich nicht angenehm, auch nur mit einer Verwarnung" bedacht zu werden, und eine Handlung, die sie im guten Glauben an ihre volle Rechtmäßigkeit begangen haben, als eigentlich strafbar und lediglich durch Nachsicht verzeihlich hingestellt zu sehen. Es ist keine unbillige, vielmehr eine wohlbegründete Forderung, festen Rechtsboden unter den Füßen zu haben und nicht auf eine duldsame Nachsicht ange­wiesen zu sein, die auch einmal versagen kann, wenn man am wenigsten darauf vorbereitet ist.

Erst jüngst hat es sich zugetragen, daß eine angesehene Leipziger Zeitung vom Berliner Polizeipräsidium eine War. nung erhielt, weil sie Anzeigen verschiedener Firmen" über Mittel zur Beseitigung der Korvulenz veröffentlicht hatte. Der Verlag des Leipziger Blattes hielt bei den Firmen, vor deren Ankündigungen polizeilich gewarnt worden war, Rück­frage. Die Firmen erwiderten, daß die Ankündigung ihrer Mittel erlaubt sei, brachten zum Teil auch gerichtliche Er. fenntnisse bei, die das bestätigten.

Was sollen und können demgegenüber die Zeitungsver leger tun? Sie sind keineswegs dafür, daß alle Anzeigen ohne Ausnahme gestattet sein sollen, denn das öffentliche interesse steht ihnen höher, als der eigene Nußen. Aber Rechtssicherheit fönnen sie bearsbruchen, und diese ist ihnen nur dann gewährt, wenn die Einzelvorschriften des Geheim­mittelgesetzes reichsgesetzlich geregelt werden. Nicht einmal die richterlichen Erkenntnisse geben volle Sicherheit; denn was der eine Richter für erlaubt erklärt hat, das kann der andere Nichter mit der gleichen Autorität als unerlaubt bezeichnen. Es geht nicht an. in jedem Einzelfall die Ent­scheidung der höchsten gerichtlichen Instanz anzurufen; und es ist mit schwer erträglichen Ingelegenheiten verknüpft. menn in einer Sache von allaemeinem Interesse, die nach allgemeiner und einheitlicher Regelung verlangt, die lokale Polizeizensur maßgebend sein soll.

In dem erwähnten Fall hat das Berliner Polizeipräsi­dium vor der Aufnahme von Inseraten über Korpulenz" gewarnt, ohne ein bestimmtes Inserat oder ein bestimmtes Mittel gegen Korvulenz zu bezeichnen. Der Leipziger Ver­lag hat nähere Angaben erbeten, um die Rechtsfrage zur endgültigen Entscheidung durch das Gericht bringen zu kön

nen.

Es hängt von dem Belieben des Berliner Nolizeivräsi­diums ab, ob es diesem Wunsch, nachkommen will. Tut es das nicht, so bleibt der Rechtsweg verschlossen, bis etwa au die Verwarnung eine Strafanzeige erfolgt ist.

Die deutschen Zeitungen find gewiß geneigt, der öffent­lichen Ordnung zu dienen und nichts zu tun oder in ihrem Geschäftsbereich zuzulassen, was der öffentlichen Ordnung zuwider wäre. Ein deutliches Verbot werden sie unfraglich respektieren. auch wenn sie selbst etwa der Meinung wären, daß das Gebot zu weit geht. Wir schwärmen nicht für Ge­heimmittel, aber wir wissen ganz genau, daß kein Verbot das Geheimmittelmesen unterdrücken wird. Es gibt ja auch gute Geheimmittel, die im Grunde nur für den Laien ge­heim sind. Besser als irgend welches Verbot kann die Presse selbst durch Belehrung wirken. Es ist nicht ihre Aufgabe, das eine Geheimmittel anzupreisen, und vor dem andern zu warnen. Dafür ist sie nicht zuständig, denn das ist Sache der Aerzte. Wohl aber dient sie dem öffentlichen Interesse, indem sie immer und immer wieder empfiehlt, daß man fein Geheimmittel anwenden möge, ohne vorher den Arzt befragt zu haben. In diesem Dienst wollen wir gern fort­fahren aber wir möchten es ohne Furcht vor Fallen und Fußangeln tun können, die uns selbst drohen.

Nab und fern.

Schweres Unwetter. In den letzten Tagen haben starke Gewitter mit Hagelschlägen das Vogtland heimgesucht. Es wird von vielen Brandschäden berichtet, durch die stellenweise die soeben in die Scheunen gebrachte Ernte vernichtet wurde. Weithin sind die Kartoffelfelder zerstört. Mehrfach ist Vich vom Blizz erschlagen worden.

Die Opfer der Bergwerks- Katastrophen. Jede Hoff­nung, daß von den in der Zeche Borussia in Dortmund durch das Feuer abgeschnittenen 39 Bergleuten noch jemand ge­rettet werden könnte, ist geschwunden. Es ist sogar sehr unwahrscheinlich, daß es gelingen könnte, alle Leichen zu bergen, da der furchtbare Qualm die Rettungsmannschaften immer wieder zurücktreibt. Auch bei dem Grubenunglück in Wales werden die weitaus meisten Bergleute, die einge­fahren waren, bei der Explosion das Leben verloren haben. Man spricht von 126 Toten.

Aus Nahrungssorgen in den Tod. In einem Gehölz in der Nähe von Hildburghausen wurde vorgestern die ganze Familie eines Etui- Arbeiters tot aufgefunden. Die Leute waren durch Sorgen um das tägliche Brot derartig zur Ver­zweiflung getrieben, daß sie beschlossen, zusammen in den Tod zu gehen. Der Mann erschoß erst seine Frau und seine vier Kinder und dann sich selber.

Liebestragödie im Grunewald zu Berlin. An den Ufern des Schlachtensees hat dieser Tage ein Schneidergefelle aus Berlin erst seine Geliebte, ein erst neunzehn Jahre altes Mädchen und dann sich selbst erschossen. Bei den Leichen wurden Abschiedsbriefe an die Eltern der jungen Leute ge­funden.

findet ein 8apfenft

Sonntag ift der Bau wärtigen Rameraben bie Barabe- Auff Branbangriff a Blaube mit größte fer großzügig gebod Fefug nach dem Unterhaltungen ben fonders in die Magen Fefballe had 8 Befangvereine unter Witwirkung ber Stap Wilhelm, Waffendho Bießener Turnerja

Später Leichenfund. In einem Forst in der Nähe von Chemnitz in Sachsen wurde anfangs dieser Woche der Leich­nam des Raubmörders Schramm aufgefunden, der am 18. Juni vorigen Jahres den Gemeindekassierer Dieße in Crot­tendorf ermordet hatte. Waldarbeiter stießen bei ihrer Be­schäftigung auf die völlig verweste Leiche des Mörders.

Kunft und Wissenschaft.

MN. Drahtlose Telegraphie. Der Direktor des physikali­schen Instituts in Straßburg i. E., Professor Braun, teilte im dortigen naturwissenschaftlichen Verein mit, daß seine Versuche, bei drahtloser Telegraphie die elektrischen Wellen wesentlich nur nach einer Richtung zu schicken, erfolgreich ab­geschlossen sind.

PR Entdeckung einer verschollenen Stadt. Der Archäologe Carl Maria Kaufmann aus Frankfurt a. M. hat in der Iybischen Wüste eine altchristliche Stadt entdeckt, in der man mit Bestimmtheit den Ort der langgesuchten Menas- Heilig­tümer gefunden zu haben glaubt.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Haftung der Eisenbahn für Unfälle. Eine Frau war beim Umsteigen auf den Schienen gefallen und hatte sich eine Kopfvcrlegung zugezogen. Das Oberlandesgericht Kassel entschied, daß der Eisenbahnfiskus haftbar zu machen sei, da er die Verantwortung dafür trage, wenn beim Um­steigen infolge mangelhafter Zeit oder der Notwendigkeit, die Schienen zu überschreiten, den Reisenden Unfälle zu­stoßen.

Die Ideal- Gattin.

Spannung entgegen ben Aufführungen m ein Brillant- Feuer bietet jebem Fe

Teilnahme am in Sprechen with Der F

er ben Ramaben fein

Die alte, true Ramerab

"

fo amin wir teinen Rameraden zu dem Sie Tas Rachipiel behältnissen vor Babtag abgeordnete Bollzeitung eine offe at Dr. Robnagel, in Sandlungen über die Der Zweiten Rommer Frreführung der Ram führt zu haben. In eine lange Geflärung darzutun, daß die Nicht die Auslagen be angenommen, feiner E Legen, fondern einzig des Gießener Symnafi habe. Seine Neugerun auf einem Jrrium zu 6 " Berwechslung zweier rat Rodnagel erklärt,& erfannt habe, am folge Gymnafiums zu Gieße Warung gegeben habe. nachdrücklich, daß aus weiteren Berlauf der geben hätten. Bei S in der Zweiten Kammer lich nochmals zur Spra ** Kaiserpreis 12. Romp. des 116. J bei Griesheim nach Gie befanntlich gegenwärtig Einjährigen

( Was für eine Frau soll man heiraten?) Der verstorbene französische Schriftsteller Mac O'Rell beantwortet diese Frage, die jedes nach Zärtlichkeit und Liebe schmachtendes Männerherz bewegt, mit folgenden Rat­schlägen:

-

,, Heirate eine Frau, die kleiner ist, als du. Heirate feine Frau, die nicht herzlich lachen kann. Heirate keine Frau, deren Lachen gezwungen ist. Heirate eine Frau, die Spaß versteht, die den Humor zu schäßen weiß, und die alle Dinge con der guten Seite sieht. Heirate keine Frau, die alles tadelt, und die sich über ihre Freundinnen lustig macht. Hei­rate eine Philosophin. Wenn du deine Braut ins Theater führst und die Pläße nicht vorher bestellt hast, so heirate sie, wenn sie bei der Kunde, daß alle Parkett- und Rangplätze bergriffen sind, heiter und ungezwungen ausruft: Das macht nichts, dann gehen wir eben auf die Galerie; die Haupt­sache ist, daß wir uns amüsieren!" Wenn du einen Bettler triffst und ihm etwas geben willst, so heirate nie die Frau, die in solchem Augenblicke zu dir sagt: Es ist vielleicht ein Betrüger, der das Geld in die Kneipe trägt." Wenn du selbst diese Bemerkung machst, und die Frau dir antwortet: Schön!, soll er gehen, der arme Teufel! Es ist heute so kalt; ein Glas Bier wird ihm gut tun!" so heirate sie. Heirate eine Frau, die gesund ist und guten Appetit hat. Heirate keine Frau, die an jedem Gericht, das man ihr vorsetzt, un­lustig herumstochert. Versuche zu ergründen, wie die Er­wählte sich frühmorgens beim Erwachen benimmt, wenn man sie plötzlich aus dem schönsten Schlummer gerissen hat. Wenn sie mit einem Lächeln erwacht, heirate sie. Wenn sie aber sofort die Stirn runzelt und zornig ausruft: Nanu, was soll denn das heißen?" so heirate sie nicht. Diese Probe ist unfehlbar. Heirate nie eine Frau, die die Rechnung ihrer Lieferanten achtlos beiseite wirft und lange unbezahlt läßt. Heirate keine Frau, die die gequälten Manieren der soge nannten guten Gesellschaft" hat. Heirate eine Frau, dis eine fanfte Stimme hat und die, wenn sie zu dir spricht, dir ins Gesicht sicht. Wenn du einer Frau einen Besuch machst und sie dich eine halbe Stunde warten läßt, um sich dir nur bollständig tadellos zu präsentieren, so heirate sie nicht. Wenn sie aber sofort kommt, so wie sie ist, die Haare einfach und rasch festgesteckt, und im Hauskleid, so ist es ein praf­tisches Mädchen: heirate es, besonders wenn es sich nicht erst lange entschuldigt, daß es im Negligé kommt. Das junge Mädchen, das seinen Vater nicht ausgehen läßt, ohne sorgfältig seinen Anzug zu mustern, das ihm die Krawatte bindet, das genau nachsieht, ob die Rockärmel nicht länger find als die Aermel des Ueberziehers, das jedes Stäubchen bom Rockfragen fortbläst, und das, wenn es endlich mit dem äußeren Menschen des lieben Pava" zufrieden ist, ihn füßt und noch einmal füßt, um ihm Adieu zu sagen, das Mädel, jage ich, wird eine treffliche Frau sein."

Wer also heiraten will, mag sich darnach richten oder auch nicht bekanntlich läßt sich bei diesem wichtigen Ercianis fein cinwandsfreier Rat geben, trotz der Mühe, der O'Nell sich unterzogen hat.

Lokales.

13. Jult 1905.

** Der Großherzog hat den evangelischen Dekan des Dekanats Rodheim, Pfarrer Hermann Sartorius zu Groß- Karben, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Dtober 1905 von diesem Amte enthoben.

** Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher- Aspirant Heinrich G. Saintonges in Gießen zum Registrator bei dem Amtsgericht Gießen.

*** Das Gießener Feuerwehr- Jubiläumsfest tritt weit über den lokalen Rahmen hinaus; denn nicht nur die Bevölkerung Gießens und die benachbarten Wehren nehmen daran teil, sondern aus dem ganzen Hessenlande und den angrenzenden preußischen Gebietsteilen sind die An­meldungen so zahlreich eingelaufen, das das der Festzug eine höchst seltene Länge erhalten, alle Veranstaltungen aber, die auch unser heutiger Inseratenteil anführt, ein flares Bild der Feuerwehren bei der Arbeit und be. den geselligen Vergnügen abgeben dürften. Am Samstag

der im Herbst stattfinde Find bis zum 1. Auguft Fur Brüfung der Einj

Die Gießen

im Laufe der nächsten reformer einer Unter

won freundlichen Hel genommen wird, träg rnd wird feinerlei Fo zur Unterfügung ber Dohneri haft gebeten, b genau zu beantworten. P. Rahrungsm en legten Tagen wie Mon Nahrungs- und und auf dem Wochenm Winterjudungsamt zur

Feuerw

Die verehrlic gesagt haben, lad

Sam

F

höflichst ein.

Biergro

Tel. 83.

Münchener

inflaiden, Ge

Acc

Beinlichte Reini