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Die baltische Flotte

wird Nossi- B6 auf Madagaska Ende d. M. verlassen. Sie ist von 15 Transportdampfern, einschließlich des französischen Dampfers Espérance", der 1000 Tonnen gefrorenen Fleisches an Bord hat, begleitet. Zwischen Roschdjestwensky und den Führern der Transportschiffe ist es zu Streitigkeiten gekommen. Sie erklärten, nicht weiter fahren zu wollen.

Die Japaner sind weiter eifrig dabei, ihre Stärke zur See zu vermehren. Sie haben in England vier Schlacht­schisse nach dem Muster des neuesten britischen Schiffstyps und Geschütze im Werte von 500 000 Pfund bestellt.

Der Zar und General Gripenberg.

Der General Gripenberg, der auf der Heimreise vom Kriegsschauplatz in Irkutsk eingetroffen ist, soll dort von neuem ernstlich erkrankt sein und das Bett hüten müssen. Da er im Besitz wichtiger Dokumente ist; so hat er nach einer Petersburger Meldung erklärt, sie nur einem besonderen Agesandten des Baren aushändigen zu wollen. Es heißt, der Kaiser werde zu diesem Zweck den Staatssekretär Beso­brasow nach Irkutsk senden.

Stössel über den Fall Port Arthurs.

General Stössel hat in Aden, das er auf seiner Heim­reise berührt hat, einem russischen Journalisten eine Unter­redung gewährt. In dieser wiederholte er das bereits ein­mal von ihm Behauptete, Port Arthur habe kapitulieren müssen, da weder genügend Munition noch Proviant mehr vorhanden waren. Die Verteidigungslinie in einer Aus­dehnung von 25 Werst war schließlich nur von 8000 Sol­daten besetzt, die kaum auf den Füßen stehen konnten. Alle übrigen waren tot oder frank. Zwischen Stössel und seinen Generälen hätte es nie eine Meinungsverschiedenheit ge­geben. Frau Stössel rief, als ihr die Einzelheiten der rus­sischen Unruhen bekannt wurden, aus: Russen, Polen, Ju­den, Finnländer haben sich in Port Arthur gleich heroisch geschlagen. Das werde ich den Frauen der Opfer dieser be­dauerlichen inneren Wirren mitteilen." Darauf umarmte Stössel seine Frau und sagte: Du guter Engel, dein Herz trifft allezeit das Richtige."

Nach dem Generalftreik.

Essen, 11. Februar.

Auch lokale Ausstände aber bergen jetzt große Gefahren in sich und können zu ungeahnten Konsequenzen führen. Man darf nicht vergessen, daß nach vierwöchigem Streif jetzt der Hunger an die Pforten der Arbeiterhäuser zu pochen beginnt. Der in ausgedehntem Maße gewährte Kredit der Händler hat schließlich seine Grenzen, und Lohnzahlungen werden in den nächsten vierzehn Tagen, wenn überhaupt, nur in sehr beschränktem Umfange zu erwarten sein, ganz abgesehen von dem Umstande, daß bis zur vollen Aufnahme des Betriebes wenigstens auf einem Teile der Zechen eine Uebergangszeit bon einigen Tagen unvermeidlich ist. Hunger aber macht nicht nur den Wolf wild und räuberisch, sondern auch den Menschen. Ist die Not und Verzweiflung erst da, halten die Bande der Ordnung nicht mehr. Möge kluges Einlenken der Zechenbesitzer uns vor unermeßlichem Schaden bewahren!

Der Generalftreik ist vorläufig beendet. Nach dem letzten Ausweise sind von den 200 000 feiernden Bergleuten bercita etwa 150 000 wieder angefahren. Damit ist aber nicht ge jagt, daß nun wirklich schon endgiltig Friede geschlossen ist Jeden Augenblick kann der Streif aufs neue in seiner ganzen Schärfe beginnen und dann unberechenbare Folgen haben. Zu den alten Gegensäßen würde bei den Berg­arbeitern jetzt noch die Erbitterung und Wut darüber treten, daß die ihnen gemachte Zusicherung, es würden keine Maß regelungen vorgenommen werden, nicht gehalten worden ist. Die Zechenverwaltungen haben es vielfach an der Groß­mut fehlen lassen, die dem Sieger ziemt. Vielfach haben die zur Arbeit zurückkehrenden Belegschaften bei ihrer Mel­bung einfach die Papiere zurückerhalten mit der Weisung, man könne sie nicht einstellen. Auf anderen Zechen heißt es: Kommt nach 8 bis 14 Tagen wieder. Auch wurde viel­fach mit Lohnfürzungen gedroht. Einzelnen Leuten ist das Angebot gemacht worden, sie sollten 15 v. H. billiger ar beiten oder 8 Lage für die Schicht nur 3 Mf. erhalten. Das goß natürlich von neuem Del ins Feuer und sofort wurden wieder Stimmen laut, die den Kampf fortsetzen vollen.

Die Politik.

A n maßgebenden Berliner politischen Kreisen, so schreibt unser CB- Mitarbeiter, ist man jetzt der Zuversicht, daß der deutsche Handelsvertrag mit Osterreich- Ungarn im un­garischen Abgeordnetenhaus, wie immer das neue Mini­sterium zusammengesetzt werden mag, dauernden Wider­spruch nicht finden wird. Auch die ungarischen Staats­männer, die den lebhaften Wunsch hegen, Ungarn handels­politisch vollkommen unabhängig zu stellen, wissen ganz genau, daß sie sich zunächst in eine vollkommene und ruinöse Isolierung begeben würden. Ganz abgesehen von Gali­zianern und Kroaten, die manche alte Rechnung zu begleichen haben, würden die rumänischen und serbischen Nachbarn mit Wonne die Gelegenheit ergreifen, Ungarn materiell auf das empfindlichste zu schädigen. Darauf werden es die neuen Männer nicht ankommen lassen, um nicht ihre Regierungs­möglichkeit überhaupt in Frage zu stellen.

Die Zechenbesizer leugnen, daß es bei diesen Vorgängen auf eine Abkehr", das heißt eine Entlassung der Arbeiter abgesehen wäre. Die Zechenverwaltungen sind, so heißt es in einer Erklärung, wie es die regelmäßige Folge eines jeden Streiks von längerer Dauer ist, nicht in der Lage, sofori nach Beendigung des Ausstandes die Belegschaften in alter Stärke wieder anzulegen. Die Strecken unter Tage müssen zumächst wieder aufgewältigt und in betriebsfähigen Zustand gebracht werden, ehe mit der Arbeit vor Ort und mit der eigentlichen Gewinnung von Kohle begonnen werden kann. Bei diesen Aufräumungsarbeiten ist aber selbstverständlich nur ein Teil der Belegschaften und auch dieser nur im Schichtlohn beschäftigt. Ebenso natürlich ist es, daß es auf der einen Grube längerer Zeit bedarf als auf der anderen, um den ordnungsmäßigen Zustand wieder herzustellen.

Amerika.

tt Stabtt ben 14. Februar

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Die amerikanische Arbeitervereinigung hat sich veran­Iaßt gesehen, im ganzen Bereich der Vereinigten Staaten durch Rundschreiben eine Aufklärung über die tatsächlichen Verhältnisse auf der Landenge von Banama zu verbreiten. Die Vereinigung erklärt es für unwahr, daß die Arbeit an dem Kanal leicht sein werde und daß die Löhne die gewöhn­liche Höhe überschreiten dürften. Insbesondere wird darauf aufmerksam gemacht, daß niemand sich nach dem Kanal ver­locken lassen solle, der nicht eine ganz feste Stellung erhalten hat und weiß, unter welchen Bedingungen er zu arbeiten haben wird. Auch das Journal der Amerikanischen Medizi­nischen Vereinigung hält diese Warnung für durchaus zeit­gemäß. Das große Aerzteblatt verweist darauf, daß das In­teresse an dem Riesenunternehmen der amerikanischen Re­gierung durch die vielen Aufsätze und Abbildungen in den Beitungen und Zeitschriften gesteigert wird, und daß man demgegenüber geneigt sein könnte, die häufige Erwähnung der Krankheiten zu übersehen, die schon bei den früheren Ar­beiten am Panama- Kanal unzählige Opfer gefordert haben. Es zeugt von lobenswerter Einsicht, daß die Amerikaner nicht rücksichtslos auf den Arbeiterfang ausgehen, sondern darauf halten, daß sich nur solche Leute zur Arbeit am Kanal melden, die Kenntnis von den Verhältnissen haben, denen sie entgegengehen.

Die Reichstagskommission zur Vorbereitung der Ve­schlüsse über die Handelsverträge will der vertragsfeind­lichen Minderheit einige Sibungen zur Vorbringung ihrer Bedenken überlassen. Danach könnten die Kommissions­beratungen eigentlich aufhören, da an Einzelheiten doch nichts geändert werden kann, nach den Erklärungen des Grafen Posadowsky sogar die Gesamtheit der sieben Han­delsverträge ein Ganzes bildet, das keine verschiedene Ab­stimmungen über die einzelnen Verträge zuläßt. Die Kommissionsmehrheit will aber, wie unser parlamentarischer Mitarbeiter hört, von der Reichsregierung vorher Aufschluß darüber haben, wie sie sich zu der Frage der Meistbegünsti­gung stellt, die den Inhalt späteren Verträge bilden soll, namentlich ob die Reichsregierung gesonnen ist, anderen Staaten die Meistbegünstigung bedingungslos, auf die bloße Zusicherung der Gegenseitigkeit, einzuräumen, oder sie von Fall zu Fall von bestimmten Bedingungen und Gegenkon­zefsionen abhängig zu machen. Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß die Reichsregierung Erklärungen im Sinne derer abgeben wird, die die Meistbegünstigung nicht bedingungs­los gewährt zu sehen wünschen.

Diese Erflärung hat etwas für sich und sie ist es auch wohl, die die Siebenerkommission der Arbeiterschaft bewogen hat, vorläufig die friedliche Entscheidung der Delegierten­konferenz vom letzten Donnerstag als weiter in Kraft be­findlich zu proklamieren. Sie hat aber in einem Telegramm an die Regierungspräsidenten in Arnsberg und Düsseldorf dringend gebeten, auf die Zechenbesiber in versöhnlichem Sinne einzuwirken. Die Provokation durch massenhafte Ab­Kehr sei bei der herrschenden Erregung äußerst gefährlich und das Schlimmste bei ihrer Wiederholung zu befürchten. Trotz dieser bedrohlichen Warnung von eingeweihter Seite bält das hiesige Landratsamt die Situation nicht für se be­denklich, daß Militär in den Bezirk gerufen werden müßte. Doch sind noch Schußmannsverstärkungen zur Sicherheit herangezogen worden.

Wir haben Notiz davon genommen, daß man Herrn Geheimen Kommerzienrat Kirdorf, einem der westfälischen Grubenbesizer, nacherzählte, er habe dem Minister des In­nern Freiherrn v. Hammerstein gegenüber von schlapper Hal­tung und Rückgratlosigkeit der Regierung gesprochen. Der Vorgang hat sich nach Aussage des Herrn v. Hammerstein in der Weise zugetragen, daß Herr Kirdorf zu Herrn von Hammerstein einen schweren Vorwurf gegen eine diesen nicht unterstellte Behörde erhob und trotz des Hinweises, seine Behauptung sei durchaus unzutreffend, er müsse seine Aus­drücke mäßigen, den Vorwurf zweimal wiederholte, worauf der Minister das Gespräch abbrach. Ein Lehrbuch über den Umgang mit Ministern" ist wohl noch nicht geschrieben, jedenfalls Herrn Geheimrat Kirdorf nicht zu Händen ge­kommen.

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( 139. Sizung.) CB Berlin, 11. Februar. Die heutige Fortsetzung der ersten Beratung der Han­delsverträge brachte zunächst eine Rede des Grafen Reventlow von der wirtschaftlichen Vereinigung, der zugleich für den Bund der Landwirte sprach. Er sagte zu den Verträgen nicht ja" und nicht" nein", sondern erklärte, daß seine Freunde ihre Entscheidung über Ablehnung oder Annahme davon abhängig machen, welche Aufklärungen die Regierung in der Kommission geben wird insbesondere über unser handelspolitisches Verhältnis zu Amerika und Argen­tinien und über die dehnbaren Begriffe der Viehseuchen­fonvention mit Desterreich- Ungarn. Graf Reventlow schickte seinen sachlichen Ausführungen eine wikige, vielfach recht kräftige Polemik gegen die Abgeordneten Bernstein und Gothein voraus, bei der die Rechte und das Zentrum sich vor Lachen schüttelten. Dann flaute die Stimmung aber merklich ab. Der Abgeordnete 3 immermann er­klärte, daß die keiner Fraktion angehörigen Antisemiten ge­neigt sind, den Verträgen ihre Zustimmung zu erteilen, ob­wohl sie gegen den mit Rußland ein großes Bedenken haben. Sie fürchten, daß die Gleichstellung der deutsch- jüdischen Handlungsreisenden mit den christlichen in Rußland, es ihnen, wie Herr Zimmermann sagte, erschweren werde, sich der Ueberschwemmung Deutschlands durch russische Juden zu erwehren. Damit war die erste Serie der Redner ge­schlossen, da die Polen, die geteilter Meinung sind, überein­gekommen waren, sich an der Diskussion nicht zu beteiligen, um einander nicht bekämpfen zu müssen. Die zweite Serie eröffnete mit ruhigen, sachlichen Ausführungen über einige hauptsächlich Süddeutschland berührende Einzelheiten der bayerische Zentrumsabgeordnete Speck, der seine Zustim­mung zu den Verträgen abhängig machte von Garantieen bezüglich des Braugerstezolls und des Schutzes der kleinen Müllereien. Ihm gegenüber verteidigte der bayerische Mi­nister v. Feilitzsch die Vorlagen, leider mit so heiserer Stimme, daß man ihn auf der Tribüne kaum verstehen konnte, obwohl er mit größter Ruhe angehört wurde. Dar­nach wiederholte der Abg. Singer das dreifache ,, Nein", das der Abg. Bernstein bereits am ersten Tage der Beratung namens der Sozialdemokratie den Verträgen entgegen­geschleudert hatte. Er bekämpfte insbesondere die An­schauung, daß die Regierung, falls die Verträge abgelehnt würden, den neuen Zolltarif in Kraft sezen könnte.

A Mit der Brunnen- Erschließung in Südwestafrika sind unsere Truppen zurzeit eifrig beschäftigt. Der Landesgeo­loge Dr. Lotz hat in Ukama einen dritten Brunnen auf­gemacht, der täglich etwa 4 Subikmeter Wasser liefert. In Kaukausib ist die Brunnen- und Tränke- Anlage fertig. gestellt, die sehr ergiebig ist. In der Umgegend von Kubus find an mehreren Stellen Brunnen angelegt resp. die vor­handenen ergiebiger gestaltet. Durch die Erschließung dic­ser Wasserstellen und durch das Niedergehen reichlicher Ge­witterregen haben sich die Verhältnisse wesentlich gebessert. Es darf nun auch auf bessere Weideverhältnisse gerechnet werden. Dadurch wird der Transport der Truppen von Lüderitzbucht ins Innere erheblich erleichtert. Bislang war der Marsch durch die Durst- und Hungerstrecken kaum zu bewältigen, zumal das vom Kap eingeführte Ochsenmaterial den enormen Schwierigkeiten nicht gewachsen war und auch die neu engagierten Buren den schwierigen Weg noch nicht fannten.

Im hiesigen Revier war bisver alles ruhig und über­haupt vollzog sich im allgemeinen die Wiederaufnahme der Arbeit in musterhafter Ordnung. Bisher ist nur ein ernster Zwischenfall zu verzeichmen. Auf der Zeche Prosper" bei Bottrupp waren die christlichen Gewerkvereinsmitglieder fast alle angefahren. Sie wurden bei der Ausfahrt von Mit­gliedern des alten Verbandes mit höhnischen Rufen emp­fangen, dann mit Steinen beworfen und tätlich angegriffen, so daß die Gendarmerie mit blanker Waffe eingreifen mußte. Einige Arbeiter wurden verwundet, darunter einer schwer. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Das ist nur, wie gesagt, eine Ausnahme. m großen und ganzen sind die Belegschaften still und ruhig an ihre Arbeit gezogen. Und es ist zu hoffen, daß der Geist der Ordnung nicht von ihnen weicht, wenn die Zechenbesitzer nur einigermaßen Entgegen­kommen beweisen. Die Arbeiter haben sich ihnen ja auf Gnade und Ungnade ergeben müssen. Erreicht haben sie direkt durch den Streit nichts als mur die Versprechungen der Regierung, durch die Gesetzgebung fünftigen Klagen borzubeugen. Jetzt ist es an den Siegern, den Besiegten das Beugen unter das Joch so leicht zu machen, wie es irgend geht. Repressiomaßregeln jezt zu ergreifen, hieße nur dem Hasse opfern und die Zukunft der Kohlenindustrie von neuem in Frage stellen. Daß es jekt sofort zu einem neuen General­Streif kommen könnte, hält man ja allerdings für ausge­schlossen, da keine Mittel vorhanden sind. Doch sie würden gesammelt werden und der Kampf zu geeigneter Zeit auf der ganzen Linie wieder entbrennen.

frankreich.

Die französische Deputiertenkammer hat mit 338 gegen 185 Stimmen sich für die Trennung von Staat und Kirche erklärt. Die aanze Mehrheit des voricen Ministeriums Combes war beisammen, es hatten sich nur noch eine Anzahi Mitglieder angeschlossen. Da die Trennung von Kirche und Staat der wesentlichste Teil des Combesschen Programms ausmachte, so steht man vor der Tatsache, daß die Mehrheit, die das vorige Ministerium stürzte, den Standpunkt des vori­gen Ministeriums vollkommen teilt und Wert darauf legt, dies ausdrücklich zu bekunden. Die Kammer wollte also auf der Ministerbank nur wieder einmal neue Gesichter sehen. - Mit dem prinzipiellen Bekenntnis zu der Forderung einer Trennung von Kirche und Staat ist übrigens noch wenig oder nichts geleistet. Erst die Ausführung kann zeigen, ob dem Willen die Kraft entspricht. Balkan- Staaten.

König Peter von Serbien hat wohl nur der Not gehorcht, als er das Ministerium Paschitsch im Amt ließ. Es scheint, daß er Ursache hat, sein eigenes Kabinet zu fürchten, das mit den Mördern König Alexanders in gutem Ginvernehmen steht und daher nicht erst zu beweisen braucht, es schrecke vor gewalttätigen Entschließungen nicht zurück. König Peter hat zwar angefangen, sich einen eigenen Anhang zu bilden. Dieser aber ist noch nicht stark genug, und im Interesse der Mörderpartei liegt es, thn nicht erst start werden zu lassen. Es klingt darum gar nicht so unglaublich, daß, wie man erzählt, Paschitsch bereits daran gedacht und damit gedroht habe, König Peter zur Abdankung zu zwingen und den Kronprinzen- natürlich unter Paschitsch's Regent­schaft zum Könia zu machen.

Lokales.

13. Februar 1905.

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Romrod zum Besuch des Fürsten Franz Joseph zu Isenburg auf Schloß Bierstein ein. Um 4 Uhr nagmittags fuhren die Herrschaften über Völzberg- Grebenhain- Herbstein- Lauter­bach- Wallenrod nach Romrod zurück.

s Die Großherzogl. Regierung hat der zweiten Kammer einen Entwurf zur Abänderung des Gesetzes über den Urkundenstempel, das erst seit Januar 1900 in Kraft ist, eingereicht und sollen dadurch eine Anzahl Härten des Gesetzes beseitigt werden. Der Ausfall, den die Staatskasse dadurch er­leidet, dürfte nach der Ansicht des Finanzministers über eine Viertelmillion betragen, aber durch andere Einnahmen wieder ersetzt werden.

Der Finanz- Ausschuß hat nachträglich die Forderung von Mt. 47 786 für Umbauten des Gntes Mönchhof genehmigt.

** Dem Kreisausschusse des Kreises Marburg ist die 1898 für das Großherzogtum erteilte Konzession zur Aus­führung von Vorarbeiten für die geplante Eisenbahnlinie Marburg Wermentshausen- Londorf auf weitere 2 Jahre verlängert worden.

* Kaisermanöver. Das Armeeverordnungsblatt" bestätigt nunmehr unsere kürzliche Nachricht, daß in diesem Jahre das 8. und 18. Armeekorps thre Manöver gegeneinander vor dem Kaiser abhalten.

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Montag,

In den Diftritt

Buchen Giden: Stode, 200 928

Riefer

3600 ellen

2016

Durchmeie

310

Pfoftenbol

70

244

*** Zu Huddes Transport nach Köln erfahren wir noch, daß er bei der dortigen Konfrontierung von sämtlichen 15 Personen, denen er gegenübergestellt wurde, als der Mensch wiedererkannt worden ist, der un­mittelbar uach dem Morde sich in Köln in Begleitung von Dirnen aufgehalten hat und die Uhr Thöbes zu versetzen suchte. Die Schwurgerichtsverhandlung findet boraussichtlich im Juli statt.

Die Burkhards

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