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tt Stadttheater Gießen. Morgen Dienstag den 14. Februar geht die vorlegte Voltsvorstellung in Szene. Sie bringt Gußlows historisches Lustspiel Zopf und Schwert. Die beiden Hauptfiguren des Königs Friedrich Wilhelm I. und des Erbprinzen von Bayreuth besitzen be­fanntlich hier in den Herrn Linzen und Lüttjohann vorzügliche Vertreter und dürfte diese Vorstellung nach allen Vorfragen zu schließen besondere Anziehungskraft ausüben.

-r Die erste Mond finsternis, welche auch in Oberhessen sichbar sein wird, findet am 19. d. M. statt. Etwa 6 Uhr 54 Min. tritt der Mond in den Erdschatten, 8 Uhr ist die volle Finsternis sichtbar. Kurz nach 9 Uhr ist der Mond wieder ganz klar. ( Bestveränderung.) Der Bauunter­nehmer Winn hat das Anwesen der Witwe Lampus am Seltersweg für die Summe von 60 000 Mt. fäuf­lich erworben. Unter den Anwohnern des Seltersweg wird dieser Kauf freudig begrüßt, da Herr Winn die alten Gebäude niederreißen lassen wird und sich dadurch später auf dem verbreitertem Bürgersteig der Verkehr in genannter Straße bedeutend leichter abwickeln wird. GH. Bring Carneval. Er hat seinen Einzug ge­halten, der närrische Prinz, und mit flingenden Schellen und bunten Rappen eilen seine getreuen Untertanen in grotesken Sprüngen zur Huldigung herbei. In feeliger Verkehrung ziehen die Abgeschiedenen in die Gefilde Narhallas ein. Seißa, wie das klingt und lacht, wie die Geigen jubeln und die Tänzer wilder und wilder durcheinanderwirbeln! Wie Hand und Hand sich fester fassen und neben dem Schalt auch manchmal ein anderer Bliz leuchtend aus dem Auge sprüht, bis Seine Närrische Hoheit die Paarrolle" für weitere ftrategische Unternehmungen auszugeben geruhen.

Es war ein buntes, tolles Treiben, das am Samstag Abend in der Turnhalle sich entfaltete, in der der Turn­verein zu Gießen( gegr. 1846) fein Maskenfest beging. Die geräumigen Lofalitäten hatten geschickte Hände recht einladend für die Hochtouristen" in eine Gebirgs­landschaft umgewandelt und mit allerlei Kurzweil versehen. Die Ruhepläge waren in geschmackvoller und angenehmer Beise an den Seiten unter lebendem Grün plaziert und für Erfrischungen und Zerstreuungen sorgten die mannigfaltigsten Vorrichtungen, da war Nummero eins eine Seftbude( er­freute sich außerordentlichen Zuspruchs), Nummero zwei eine Bierhalle, Nummero drei eine Konditorei, vier eine Rutsch­bahn, fünf echte" Tiroler Saitenspieler, sechs ein Glücksrad. sieben ein Blumenstand und als liegende Acht( c) endlich all' die hübschen Masten, die sich Stunden lang tummelten. Nach der Demastierung setzte der Ball ein, der die Teil­nehmer noch lange zufammenbielt.

Damit aber noch nicht genug! Gestern Abend ging mit nicht minder geringen Mitteln ein zweites carnevalistisches Arrangement, das Mastenfest des Gießener 8ither lubs im Café Leib in Szene. Die verschiedensten Masten fonnte man da in dem hübsch dekorierten Saale wahrnehmen und im Fluge schwand die Zeit bei den ge­troffenen Beluftigungen dahin. Das ganze war recht volts­tümlich gehalten, da konnte man z. B. seine Fertigkeit als Schüße in der Schießbude anbringen oder seine Schwindel freiheit auf dem Karoussel zeigen. Hübsche, wirkungsvolle Gruppen vervollständigten das anziehende Bild, das nament lich von der Gallerie aus gesehen einen fesselnden Anblick bot, bis es sich schließlich in bunte Baare auflöfte, die zum Tanze antraten.

*** Der ursprünglich für heute angesetzte 4. Mit glieder- Abend der Ortsgruppe Gießen der Ver­einigung für hessische Volkskunde tst infolge der heute Abend zu Gunsten des Theaterneu­baues stattfindenden Vorstellung auf morgen Dienstag in das Café Ebel verlegt worden. Als Referent ist Herr Pfarrer Schulte, Beuern gewonnen, der über

Holzversteigerung in der Fürstl. Oberförsterei Lich.

Montag, den 20. Februar, von vorm. 9% Uhr an in den Distrikten Meilbach und Mönchwald: Buchen: 45 Rm. Stöcke, 2500 Wellen; Eichen: 9 Rm. Scheiter, 4 Rm. Knüppel, 17 Rm. Stöde, 200 Wellen;

Kiefern: 211 Rm. Knüppel, 120 Nm. Stöcke, 3600 Wellen. 1,40 Fftm.( 45 und 50 cm

Durchmesser.

=

2 Eichenschnittholz 31 Eichen- Grubenholz= 6,33Fftm.( Wagnerholz, Pfostenholz),

-

70 Fichten- Derbitangen= 2,84 Fstm. 244 Fichtenreißstangen= 0,94 stm.

Die Zusammenfunft ist auf dem Schlagwerk( Lich­Burkhardsfelden) nahe der Grenze zwischen dem Fürst­Itchen und Albacher Wald, auch unweit des Kreuzpunktes Schlagweg und Albach- Hattenröder Vicinalweg.

Dienstag, den 21. Februar:

a) in den Distrikten Wehrholz und Häuserberg: Eichen: 32 Rm. Rundscheitholz, 37 Rm. Knüppel, 66 Rm. Stöde, 1340 Wellen;

Birken: 9 Rm Knüppel;

Nadelholz: 23 Nm. Knüppel, 44 Rm. Stöcke, 600 Wellen.

760 Fichten Bohnenstangen;

1 Eichen- Schnittholz 0,43 Fftm.( 67 cm Durchm.) 69 Eichen Grubenholz= 12,40 Fftm. Zusammenkunft vorm. Uhr an der Grubenbahn im Wehrholz.

b) im Distrikt Erlesberg:

Kiefern: 137 m. Knüppel, 8 Rm. Stöcke, 450 Wellen;

35 Jichtenstangen= 1,81 stm. Zusammenkunft mittags 12 Uhr am Teich.

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Spottnamen und Spottwesen in den Kreisen Lauter­Spottnamen und Spottwesen in den Kreisen Lauter-| bach, Alsfeld und Gießen" sprechen wird. Auch Nicht­mitglieder sind zu diesem interessanten Vortrage freund­lichst eingeladen.

GH. Der Kaufmännische Verein Gießen hielt am Samstag Abend im Café Leib bei zahlreicher Be­teiligung sein diesjähriges Winterfest ab. Für die Unter­haltung sorgten ein auswärtiges Künstlerpaar, das seine feinhumoristischen Vorträge in vornehmer Weise gab und die feinhumoristischen Vorträge in vornehmer Weise gab und die Kapelle des Inf. Regts. Nr. 116 auf das Trefflichste. Die Festteilnehmer zeigten sich für die gebotenen Leistungen äußerst dankbar und blieben später auch noch einige Stunden

zu einem Tänzchen beisammen.

s Der Verein Oberhessen zu Darmstadt hatte Samstag Abend aus Anlaß der Vermählung des Groß­herzogs und der Großherzogin in dem großen Saal der Turnhalle am Woogsplaß einen Familienabend veranstaltet, der sehr gut besucht war und einen sehr hübschen Verlauf nahm. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn Eisenbahnsekretär Bauer hielt ein Finanzamtmann die zu Herzen gehende Feftrede, in der er der großen Verdienste des Großherzogs besonders um die Kunst und der guten Beziehungen des hessischen Fürstenhauses zu seinem Volfe Landesfürst sich jetzt eine Oberhessische Prinzessin zur Ge­ganz besonders aber der Freude Ausdruck gab, daß der mahlin auserforen, die schon im voraus sich die Sympathien

aller echten Hessen erworben. Sein Hoch auf das Fürsten­paar wurde mit Begeisterung aufgenommen.

*** Man übermittelt uns folgende hübsche Auf­zeichnung aus Elpenrod:

Unser so anmutig in einer Mulde gelegenes Dorf ver­dankt nach einer alten Sage folgendem Umstande seine Entstehung: Der berühmte Nachkomme der Makkatäer und treue Freund des Kaiser Titus, Josephus erzählt von einem seiner Urahnen, derselbe habe eine solche Größe gehabt, daß dessen kleiner Finger wie eines Mannes Bein gewesen sei. Lange Zeit nach dieser Erzählung kam die Hunnenwanderung. Sie fielen in unser südtiches Deutschland ein, wie die Heuschrecken. Ihre Dromedas, Kamele, Maultiere und Esel waren sehr zahlreich. Ebenso aber ihr Getrallel"( Kinder und Böbelvolt). Unter legterem war ein Riese" Nojaboth, so groß als oben ange­geben. Derselbe führte eine Gespielin mit sich, die von ihm Baßmath genannt wurde. Die Hunnen tamen bis in die Gegend, wo sich später die Chatten ansiedelten. Ueber Elpenrod des Weges von Nieder- Ohmen, am Zwilling, machte das Pöbelvolf unter der Führung des Nojaboth halt. Seine Gespielin stieg vom Langohr und setzte sich rechts, Seine Gespielin stieg vom Langohr und setzte sich rechts, wo jetzt die Linde und zwei Pappeln stehen, den Sig sieht man heute noch. Das Langohr zeigte natürlich nach seiner Art auch seine Wellenschläge. Die Vorfahren der Chatten, die alten Amöneburger mit ihren Bärenfellen lugten neu­gierig aus dem Waldesdickicht nach der braunen Gesellschaft. Endlich begab sich der Riese zur Ruhe und zwar auf eine " Bolterbarg"( Sumpf). Unter demselben glühte die aus dem Vogelsbtrg strömende Lava. Dadurch war der Sumpf trocken. Das Lager gefiel dem Riesen so gut, daß er ein­schlief. Aber o weh! Immer tiefer und tiefer sant er, bis der Basaltfelsen dem Gewichte troßte. So lag er fast hülflos in der Tiefe. Das Zulaufsvolk von der Lahn aus wollte der Basmath helfen, doch sie war eine Orientalin. Nur das urgermanische( auch in anderer Sprache) Scholl" hatte sie aufgefangen. Ten Lärenhäutern den Scholl" ( 30) abfordernd und in Empfang nehmend ließ sie sich die Hülfe gefallen. Nojaboth kam aus der Tiefe, und später

lange darnach, baute man Elpenrod, als es an anderem Plage zerstört war, in Nojaboths Schlafkammer, in die jeßige Mulde.

*** Frühlingsboten. Konnten wir vor einigen Tagen von einem Schmetterling berichten, der uns gezeigt

Umsonst verlange man

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wurde, so geht uns heute aus Grünberg eine lebende, bunte Raupe zu. Wenn Schmetterling und Raupe schon jeßt die Witterung nicht scheuen, dann fann der Sommer noch gut werden. Im Interesse der Insektenlarvenvernichtung wären überhaupt noch ein paar scharfe Frosttage zu wünschen. Freundlich eingeladen. Der grüne August" steht am Hauptbahnhof, um nur zwei Arrestanten abzuholen: Der begleitende Schußmann schickt einen Schuljungen ins Polizeiwachtlokal und läßt sagen, die Der Schulbub erwischt zwei sollten herauskommen. die falsche Türe, rennt ins Bureau der Stationsgehilfen, worin weil es Sonntag war nur zwei Beamte Dienst haben, und ruft diesen zu:" Ihr zwaa sollt her­auskomme, der grüne Wage is schon drauße!"

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** Während einerseits die Preise für die Jagden ganz unverhältnismäßig hochschnellen, macht sich auf der anderen Seite ein Rückschlag bemerkbar, unser K- for­respondent schreibt uns darüber: In Klein Rohrheim hatte die Jagd bisher 2300 Mt. gekostet, jetzt wurde sie für die nächsten 6 Jahre für eine jährliche Pacht von 1300 ME. zugeschlagen. En Erzhausen, wo die bisher für 1900 Mart jährlich verpachtete Jagd ausgeschrieben wurde, war überhaupt kein Bachtlustiger zum Termine erschienen. Der Hauptgrund soll die Ausbeutung des Wildschadengesetzes sein.

K Wächtersbach, 12. Febr. Die Stadt Frankfurt a. M. nimmt hier Schürfungen nach Wasser auf dem Ge­lände südlich der Straße nach Gelnhausen, am Fuße des Die Bohrungen Tiergartenfüppels sei einiger Beit vor. find 80 Meter tief gediehen und haben das Vorhandensein reicher Wassermengen ergeben. Die in den hiesigen fürstlichen Waldungen vorgestern abgehaltenen Holzver­steigerungen haben gegen das Vorjahr außergewöhnlich hohe Preise, besonders für Buchenscheitholz ergeben. Für letzteres wurden durchschnittlich Mt. 9,70 per Raum­meter gezahlt.

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K Vom Odenwald, 12. Febr. Eine in Lindenfels ab­gehaltene Versammlung von Interessenten genehmigte die entworfenen Statuten der zu gründenden Motor Ommibus­Gefellechaft Lindenfels- Bensheim m. b. H. und beschloß so­fort zwei Motor Ommibusse zu bestellen. Die Eröffnung des Betriebes ist für den 1. Mai d. J. vorgesehen.

§ Freienseen. Die Feld- und Waldjagd dahier ist für 400 Mt. an hiesige Ortsbürger verpachtet worden. Siegener landwirts& aftlicher Wetterdienf. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 14. Februar. Wolfig, Temperatur zunächst wenig verändert, später milder, stellenweise geringe Niederschläge ( Schnee.)

( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde zu Mieken

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeisterei­gebäude) Zimmer Nr. 14.

Es können eingestellt werden:

1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 Spengler, 1 Wagner,

1 Lackierer, 1 Holzdreher, 1 Schreiner, 1 Bäcker( aus­wärts), 2 Glaser, 15 Dienstmädchen, 4 Laufmädchen, 3 Lauffrauen, 1 Kindermädchen für nachmittags. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Lackierer, 3 Bäcker, 2 Glaser, 1 Grabeur.

Es suchen Arbeit:

2 landw. Knechte, 1 Bau- oder Maschinenschlosser, 1 Tapezier- und Polsterer, 3 Schreiner, 1 Bäcker, 3 Putzfrauen, 1 Schriftseger, 1 Hausbursche, 2 Kutscher, 1 Fahrbursche, 1 Kellnerlehrling, 1 Kinderfräulein oder Stüße der Hausfrau, 2 Lauffrauen, 1 Bureaugehilfe.

Holzversteigerung.

Montag, den 20. d. Mts. wird in hiesigem Ge­meindewald folgendes Kiefernholz versteigert: 7 Stämme 23-30 cm Durchm., 6-8 Mtr. Länge = 2,63 Fftm. 215 Rm. Knüppel.

43

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Stöde. 1600 Wellen Netfig.

Ferner:

67 Haufen Kulturabraum.

Die Zusammenkunft ist Mittags 1 Uhr an der Jägerschneise bei dem Lindenbaum am Ruhberg.

=

Großen Linden, am 13. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden.

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