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und erhielt vom Staatssekretär die erfreuliche Antwort, daß bereits einleitende Schritte zur Vereinfachung geschehen wären. Dann betrat, auf der rechten Seite mit Aeußerungen lebhaftesten Mißfallens empfangen, der Sozialdemokrat Stadthagen die Rednertribüne, um seiner Gepflogen­heit gemäß eine mehrstündige Rede zu halten. Er führte eine große Anzahl von Gerichtsverhandlungen an, um nach­zuweisen, daß zwischen den Anschauungen der Justiz und des Volkes ein tiefer Abgrund klaffe. Den breitesten Raum in seinen Ausführungen nahmen die sogenannten Olden­burger Ruhstrat- Prozesse ein, die dem Nedner Anlaß zu hef­tigen Angriffen gegen den oldenburgischen Justizminister Rubstrat und gegen den oldenburgischen Richterstand gaben. Die Diskussion, die morgen noch fortgesetzt wird, verflachte schließlich in Einzelheiten.

Nah und Fern.

Eine Wolfsjagd in Ostpreußen. Im Gebiet der Ober: försterei Schmalleningten hanste seit einiger Zeit ein ante Rußland übergetretener Wolf, der den Rehbestand der Försterei ernstlich gefährdete. Mehrere Stück Wild waren der gefräßigen Bestie bereits zum Opfer gefallen, ehe es gelang, Meister Siegrim festzumachen". Eine Jagdgesell schaft von 18 Mann machte sich darauf an die Erlegung des Baubtieres und brachte es auch glücklich zur Strecke.

A Irrtümlich als Spion verhaftet wurde in Nagasaki ein curopäischer Kaufmann, der Geschäfte halber nach Japan gekommen war. Da er die Mandschurei von früheren Ge: schäftsreisen her genau kannte, so fragen ihn Mitreisende nach deren geographischen Verhältnissen, der Position der Truppen usw. aus. Japanische Bahnbeamte hörten der Unterhaltung zu und denunzierten den Kaufmann als Spion. Er wurde in Haft genommen und konnte erst nach Yangwierigen Verhandlungen seine Unschuld an den Tag Tegen.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Zu Tode verurteilt wurde in Schneidmühl die under­ehelichte Micheline Urbaniak aus Kreuz. Die Verurteilte hat im vorigen Jahr den Heinen Sohn eines höheren Justiz­beamten ermordet. Wegen Blutschande mit ihrem eigenen Bater sowie mehrerer Diebstähle wurde sie außerdem zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.

):( Eine unsinnige Wette hat einem Fabrikarbeiter in Josephshütte in Böhmen das Leben gekostet. Er wettete mit einem Arbeitskollegen, daß er imstande sei, 100 Gläschen Schnaps hintereinander auszutrinken. Als er das 40. Glaz getrunken hatte, stürzte er zusammen und starb kurz darauf, infolge Alkoholvergiftung. Der Verstorbene hinterläßt Frau und fünf unversorgte Kinder.

§ Wegen versuchter Befreiung vom Militärdienst wurde von der Straffammer in Beuthen der Arbeiter Poloczek zu 22 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte dem Rekruten Strzipak ein Glied des Zeigefingers der rechten Hand ab­gehackt. Die Tat geschah mit Einwilligung des Rekruten, der vom Militärdienst loskommen wollte.

§ Ein neuer Prozeß gegen den Grafen Pückler kam vor der Strafkammer des Berliner Landgerichts I zur Verhand­lung. Die Anklage geht auf Aufreizung zum Ungehorsam wider die Gesetze, begangen durch die Reden des Grafen Pückler. Zunächst versuchte der Angeklagte, einen Richter, der einen jüdisch klingenden Namen führt, wegen Befangen­heit abzulehnen, obwohl dessen Eltern schon getauft waren. Der Antrag wurde abgelehnt. Dann sprach Graf Pückler bon seiner Mission für eine gottgewollte Sache", ohne die er nicht so lange im Kampfe hätte aushalten können. Von Giftmorden, die gegen ihn geplant gewesen, sei er, so be­hauptet Pückler, durch göttliche Warnung gerettet, und zwar Im Gebet.

Ein neuer Enoch Arden. In Birmingham hat sich eine Ehetragödie zugetragen, die an Tennysons berühmter Roman Enoch Arden erinnert. Vor zwanzig Jahren hei ratete dort ein gewisser Wilson ein junges, anmutiges Mäd chen. Zwei Jahr nach seiner Verheiratung begab er sich nack Australien, Frau und Kind zurücklassend. Ueber ein Jahr­zehnt ließ er nichts von sich hören und wurde infolgedessen für tot erklärt. Seine Frau hatte einen angesehenen Archi jeften fennen und lieben gelernt, und da Wilson für tot er flärt worden war, heirateten sie. Vor kurzem tauchte aber Wilson in Birmingham wieder auf und forderte seine Gattin zurück. Diese löste jedoch den Konflikt, indem sie Gift nahm.

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eingelegt werden, eine vollständige Neupflasterung unserer Straßen. Der bisherige Lieferant von Pflaster­steinen, Bf ffer in Annerod, erhielt zum früheren Preis bon 20 mt. pro kbm weiteren Zuschlag. Der Gelände­austausch mit Ed. Klinkel an der Keplerstraße fand Genehmigung; desgleichen ein mit den Gg. Wilhelm Ferber'schen Eheleute abgeschlossener Rauf eines fleinen Geländeftreifens an der Schloßgasse, welches. der Stadt für die späteren Dispositionen über jenen Komplex schon jetzt für wichtig erscheint. Die Lieferung der Rechen für die Kläranlagen bekommt unter 3 Bewerbern für 5378 Mt. die Firma Beck& Henkel in Kassel, dte Firma Geyer- Karlsruhe hatte über 10,000 Mart gefordert. Im Gebäude des Realgymnasium find zwei weitere Schulräume zu Unterrichtszwecken erforderlich, da sich von Ostern ab die Schülerzahl so vermehrt. 3500 Mark werden bewilligt. Die jetzt allgemein als Gailsche Privatstraße befannte Straße hinterm Nahrungsberg wird laut Beschluß nunmehr Hensel­straße und die von der Frankfurterstraße rechts ab nach dem Bahnübergang( gleich nach der Wilhelmstraße folgend) führende Straße jezt Friedrichstraße heißen. Die Wirtschaftsgesuche des Peter Berg für Bahnhof­straße 11, des Friedrich Euler für Kaplansgasse 21, des Joh. Gg. Seipp für Gr. Steinweg 12, der Maria Wölfing für Liebigstraße 68 und des Joh. Alt für Bruchstraße wurden debattelos genehmigt. Zum Schluß fam Stadtverordneter Kirch auf den projektierten Central Zuchtvieh markt

§ Wegen disziplinarischen Vergehens wider einen Vor­gesetzten verurteilte das Kriegsgericht in Danzig den Musketier Franzel vom Infanterie- Regiment Nr. 175 zu 2 Jahren 2 Monaten Gefängnis. Er hatte in einem Tanzlokal den Ser­geanten Kordieski den Gehorsam verweigert, ihn tätlich an­gegriffen und versucht, sich der Gefangennahme zu widersetzen.

Sihung der Stadtverordneten Gießens.

Gießen, den 12. Januar 1905.

Der Sitzungssaal zeigte dieses Mal ein volles, beweg= licheres Leben als in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres, einesteils waren die bisherigen sog. alten Stadtver­ordneten fast vollzählig erschienen( nur Dr. Gutfleisch fehlte entschuldigt, derselbe ist als Kommissionsmitglied jetzt in Darmstadt sehr nötig) und dann wur en auch die zum ersten Male anwesenden 6 neuen Stadtväter in ihr Amt einge­führt. Außer dem Oberbürgermeister Mecum waren ferner vertreten die beiden Beigeordneten Georgi und Curschmann( Beigeordneter Heyligenstaedt weilt in seine Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter zur Zeit in Berlin, er fehlte also noch.) Anwesend waren demnach im ganzen 31 Herren.

Die Unsicherheit in Russisch- Polen nimmt täglich zu Zahlreiche Mord- und Raubtaten werden wieder gemeldet. So wurde in dem Dorfe Konslai ein 80jähr. Mann mitsaml seiner 75jährigen Frau ermordet. Die Leichen wurden von den Mördern in Stücke gehackt und in Säcken gepackt. In Lodz wurde ein Einwohner mit durchschnittenem Halse auf. gefunden, der Täter entkam. In Klimentow drangen be waffnete Räuber in die Wohnung eines Steigers ein, ber wundeten den Ueberfallenen schwer und beraubten ihn seiner gesamten Ersparnisse im Betrage von über 3000 Rubeln. Dieselben Räuber überfielen dann noch einen Hausbesitzer und zwangen ihn ebenfalls zur Herausgabe seines gesamten Geldes.

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zu sprechen und interpellierte hierbei den Oberbürgermeister, warum der Landwirtschaftliche Provinzialverein auf seine sett sehr langer Zeit an die Bürgermeistei gerichtete Anfrage: ob Gießen sich eventuell für Uebernahme des Marktes interessiere, noch keine Antwort erhalten habe. Rommenden Montag hat der betr. Ausschuß schon Sigung und es kann sehr leicht werden, daß uns Bußbach zuvorkomme. Unsere Leser werden sich erinnern fönnen, daß es sich bei der Plaz­frage um Erfüllung verschiedener Bedingungen: als Er­richtung einer großen Ausstellungshalle, Stellung von Lager­ftreu 2c. handelt. 8weifellos wird der Bentral- Buchtviehmarkt der Stadt, wo er abgehalten wird, großen Nußen bringen. D.-B. Mecum erwiderte, daß über diese Angelegenheit erst in der nächsten(!) Stadtverordnetenfißung verhandelt werden

Oberbürgermeister Mecum eröffnete kurz nach 4 Uhr die Sigung begrüßte die Versammlung in der ersten Sigurg im neuen Jahre, drückte seine Freude darüber aus, daß von den alten Herrn durch die Wahl keiner verloren gegangen ist, dankte ihnen namens der Stadt für die unermüdliche Arbeit, welche sie im abgelaufenen Jahre erledigt haben und begrüßte dann die neuen Herren im Namen der alten Kollegen. Er ermahnte die letzteren besonders daran, daß die Mitbürger ihnen ein großes Vertrauen übertragen und die größte Ehre, welche die Bürgerschaft vergeben fann, er wiesen haben; mit Uebernahme der Wahl haben sie aber auch eine große Verantwortung auf sich genommen, nicht die Interessen Einzelner oder einzelner Bezirke sollen sie vertreten, sondern mit Unparteilichkeit das Wohl der ganzen Stadt im Auge haben und demgemäß beschließen. Hierauf wurden die wiedergewählten Stadtverordneten:

Auf der Spur des Mörders. Unter dem Verdacht, den Mord an der Witwe Sinnig in der Wilhelmshavenerstraße in Berlin verübt zu haben, ist der 22 Jahre alte Arbeiter Emil Tschirner verhaftet. In einem Goldwarengeschäft in Moabit hatte der junge Mensch versucht, eine Damenuhr zu berkaufen oder zu versezen. Auf Veranlassung des Geschäfts­inhabers wurde er verhaftet. Auf der Wache fand man in seinen Taschen Brosche, Armbänder und Uhrkette, die der ermordeten Frau Sinnig gehört haben. Es ist festgestellt, daß er im Sinnig'schen Cigarrengeschäft öfters gekauft, die Witwe auch angeborgt und seine Uhr bei ihr versetzt hat. Tschirner leugnet, irgend etwas Böses getan zu haben. Er will die Schmucksachen an einer Straßenede in Moabit ge. funden haben.

Mißbrauch der Amtsgewalt wird für den Gerichts. diener Hartmann in Stadtoldendorf im Braunschweigischen böse Folgen nach sich ziehen. Er hatte die Aufsicht über das Gerichtsgefängnis und hatte gegenüber einer dort internier­ten Arbeiterfrau aus Dreesen seine dienstliche Gewalt arg mißbraucht. Hartmann hatte sich längere Zeit das Schwei­gen des Ehemannes durch Zahlung von Geldsummen er. kauft. Als er dazu nicht mehr imstande war und mit den Schweigegeldern im Rückstande blieb, erstattete der Ehemann Anzeige, worauf die Verhaftung des ungetreuen Beamten etfolgte.

Faber, Haubach, Heichelheim, Jughardt, Kirch, Krumm, Loos, Petri und Wallenfels( Dr. Gutfleisch fehlte wie schon erwähnt)

unter Hinweis auf ihren schon früher geleisteten Eid durch Handschlag und die neugewählten Stadtverordneten:

fönne.

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Lokales.

13. Januar 1905

[ Der Nachdruck unserer mit besonderen Zeichen versehenen Original- Artikel is nur mit der genauen Quellen- Angabe gestattet.)

Dr. Ebel, Eichenauer, Gabriel, Medizinalrat Dr. Haber­forn, Helm und Geheimrat Prof. Dr. Wimmenauer jeder einzelne unter Eid und Handschlag vom Oberbürger­meister Mecum in ihr Amt eingeführt. Die ganze Ver­sammlung hatte sich während dieses feierlichen Attes von den Sigen erhoben.

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** Unsere gesterige Meldung über die Ernennung des Präsidiums der Kriegerkameradschaft Hafsia" ist dahin zu erweitern, daß der Großherzog in Uebereinstimmung mit den Wünschen der Kriegerkameradschaft den General­leutnant z. D. Hof zum ersten Präsidenten, den Major a. D. Beck zum ersten stellvertretenden Präsidenten und den Medizinalrat Dr. Vogt zum zweiten stellvertretenden Präsidenten dieses Verbandes ernannte.

** Die japanischen Gäste, welche bei uns am Montag, den 16. Januar, im Stadtheater ein Gastspiel absolvieren, bieten uns die seltene Gelegenheit, gleichzeitig zum erstenmal Original- Geishas, die wir bis dato nur aus den Berichten von Weltreisenden tennen, in ihren Tänzen aus eigener Anschauung fennen zu lernen. Speziell die von der bei uns gastierenden Truppe mitgeführten Tänzerinnen gehören sowohl durch ihre persönliche Anmut, als auch durch ihre graziösen Tänze zu den hervorragendften Vertreterinnen ihrer Kunst und bilden so in ihren zarten Erscheinungen einen zwar scharfen aber desto interessanteren Kontrast zu den stark realistischen Szenen der japanischen Schauspieler. Der oft genannte grausame japanische Selbst­mord, das Harifiri, wirst ein charakteristisches Bild auf das begabte japanische Volt, welches trotz der glänzenden fulturellen Fortschritte sich größtenteils als treue Anhänger des Buddismus bewährt und mit zäher Kraft an Jahr­tausende alten Traditionen festklammert.

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> Der Nanbmörder Hudde, bleibt nach wie vor dabei, daß er den Mord an dem katholischen Pfarrer Thoe bes in Heldenbergen in der Nacht zum 12. November vorigen Jahres nicht verübt habe. Es wird Sache der Staatsanwaltschaft in Gießen sein, ihn zu beweisen, ob er den Mord wirklich ausgeführt hat; die gegen den Verhafteten schon früher vorgebrachten Verdachtsmomente sind jedenfalls so schwerwiegender Natur, daß Hudde sehr große Mühe haben wird, seine Unschuld zu beweisen. Hudde hat sich schon einige Zeit in Aachen aufgehalten; er logierte zunächst in einem Hotel in der Nähe des Rheinischen Bahnhofs, er frequentierte ein hiesiges Konzerthaus fleißig und wurde von der Kciminalpolizei schon lange im Auge behalten. Die Verhaftung fonnte aber erst am Dienstag Morgen in der Frühe in einer in der Peterstraße gelegenen Herberge durch mehrere Kriminal­beamte und Schußleute erfolgen, weil Hudde, vermut­lich um Erlangung neuer Subsistenzmittel, immer wieder ganz unverhofft Abstecher in die weitere Um­gebung, angeblich bis an den Niederrhein gemacht hat. Gelegenheit solcher Abstecher tam er dann auch in die Dürener und Jülicher Gegend, wo er in Kirchen nnd Pfarrhäuser einbrach und Geld raubte. Ueberhaupt hat fich Hudde seit Monaten herumgetrieben und Bekannt sind seine gestohlen, wo er eben konnte. Raubzüge an den Rhein, die er mit einem Stomplizen unternommen hat, und die dazu geführt haben, daß die Behörden die Geistlichkeit, denen er mit Vorliebe Besuche abgestattet hat, vor ihm warnte. Da auf die Ergreifung Huddes eine Belohnung von 1000 Mart gesetzt war, haben die hiesigen Kriminalbeamten wahr lich einen für sie lohnenden Fang gemacht, der ihnen aufrichtig zu gönnen ist. Nach einer neueren

Hierauf ging man zur Tagesordnung über. Der Oberbürgermeister teilt mit, daß die umgeänderte Gehalts­stala der Lehrer und Lehrerinnen von Gießen von Ministerium genehmigt sei. Die Stadtverordneten hatten es der Bürgermeisterei freigestellt das Wahlkomitee für die demnächst stat findenden Wahlen, zu den Kaufmannsgerichten nach Gutachten zu besetzen. Es ist darauf bestimmt worden aus den selbständigen Kaufmannstreisen die Herren Emil Fischbach, Karl Röhr, Robert Imhäuser und Emil Horst; von den Gehilfen: Richard Hünig, Karl Schwarz, Heinrich Grosch und Paul Eckoldt. Direktor Bergen, welcher sich im vergangenen Jahre einer Staroperation unterzogen hatte, ist jetzt wieder soweit hergestellt, daß er in etwa 14 Tagen seines Amtes in vollem Umfange wieder walten fann. Es erfolgte dann eine Auslosung verschiedener Die Punkte 6-8 betc. Bau­Schuldverschreibungen. gesuche von Ruckstuhl und Fröhlich sind zurückgezogen worden. Fabrikant Karl Löttgen will auf seinem Grundstück an den Bahnhöfen einen Lagerschuppen errichten, desgleichen die Gebrüder Kahl auf ihrem Gelände an der Frankfurterstraße und Gg. Wallenfells hinter seinem Hause an dem gemeinschaftlichen Uebergang ein kleines Ge­bäude, mehr eine Ueberdachung. Alle drei Gesuche werden bedingungsweise genehmigt. Die Hammstraße vom Gail­fuß'schen Bahnübergang bis an die Hammstraße wird mit Kleinpflaster belegt; die erforderlichen 8000 Mart werden bewilligt. Für Umpflasterung der Weftanlage vom Selters­tor bis an die Bahnhofstraße, des Marktplagteiles von der Schulstraße bis an den Kirchenplaz und der Walltorstraße werben 12 000 Mart bewilligt. Beigeordneter Georgi macht aber zur Bedingung, daß in diesen Straßen erst sämt­liche Hausanschlüsse erfolgt sein müssen, ehe mit der Pflasterung begonnen wird. Stadtverordneter Kirch war jetzt nur für größere Reparaturen und will später, wenn die elektrische Straßenbahn beschlossen ist resp. deren Gleise

Ein Familien- Geheimnis bildet in Brüssel das Tages. gespräch. In der Wohnung des Cabaretbesizers Schlosser­macher brach in der Nacht Feuer aus, dem die Frau Schlossermacher zum Opfer fiel. Sie wurde von der Feuer­wehr als halbverkohlte Leiche in einem Zimmer der Woh­nung aufgefunden. Der Mann konnte sich mit seiner Fletnen Tochter durch das Fenster retten. Er gibt an, Streit mit der Frau gehabt zu haben, in dessen Verlauf die Petroleum­lampe umgefallen sei. Im ersten Schrecken habe er sich imd sein Kind gerettet und gedacht, die Frau würde schon für sich selber sorgen. Der Untersuchungsrichter nahm indessen Schlossermacher in Haft, da Grund zu der Annahme vor­handen ist, daß es sich hier um ein noch unaufgeklärtes Familien- Geheimnis handelt.

Tages- Chronik. Im Ausstands- Gebiet der russschen Naphta. Industrie sind 3 Bohrtürme und eine Anzahl Werke nieder. gebrannt.

Eine Räuberbande hat einen Güterzug der Jekaterin Bahn in Rußland überfallen und ausgeraubt.

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Infolge des großen Andrangs von Einlegern dei Newyorker Sparbanken, die ihre Zinsen holen wollten, ent stand das Gerücht, daß die Banken unsicher seien, und e fam zu Tumulten, bei denen viele Personen verletzt wurden

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