Ausgabe 
10.6.1905 Zweites Blatt
 
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in dieser Eigenschaft akzeptieren wollen."

Sie gab ihm Antwort, eine freundlich zustimmende Ant­wort zwar, doch in einem Ton und mit einem Ausdruck, die ihn ebenso fremd anmuteten, als Jenny der Glückwunsch der Schwester erschienen war. Dann schickte man sich an, in das Speisezimmer hinüber zu gehen, wo der Diener wohl schon seit einer Viertelstunde mit dem Frühstück auf die Herr. schaften wartete. Herbert bot seiner Mutter den gesunden Arm, während Jenny sich zutraulich an seine rechte Seite schmiegte. Margarete aber fand einen Vorwand, noch zu­rückzubleiben. Sie mußte jetzt allein sein, war es auch nur auf wenige Augenblicke. Denn ihre Kraft, sich zu beherr­schen, war dem Zusammenbrechen nahe, und nicht vor den Augen der andern durfte sie den Kampf auskämpfen gegen die sündigen Wünsche und die sträflichen Regungen in ihrem Herzen, deren sie sich erst in dieser Stunde klar bewußt ge­worden war, und um derentwillen sie sich verachtete und ver­dammte.

Sie legte die Hände über die Augen, und in ihrer ge­marterten Seele schrie es:

Mein Gott, mein Gott! Wohin wollte ich mich ver­irren? Und warum mußte mir diese Prüfung auferlegt werden auch noch diese?"

Niemals bis zu dem gegenwärtigen Augenblick hatte sie sich danach gesehnt, daß ihr Gatte zurückkehren möge. Der zuweilen auftauchende Gedanke an eine solche Möglichkeit hatte sie vielmehr stets mit Bangen und Entsetzen erfüllt, und sie hatte ängstlich vermieden, ihm weiter nachzuhängen, wie ja auch ihre Umgebung geflissentlich vermied, von Rudolf Aldenhoven und seiner geheimnisvollen Reise zu sprechen.

Nun aber wünschte sie inbrünstig, daß er heute oder morgen kommen möge, um sie hinwegzunehmen aus diesem Hause. Denn es dünfte sie tausendmal leichter, ein freud­loses Dasein an der Seite des ungeliebten Mannes zu füh­ren, als unter der Maske wunschloser Freundschaft neben dem Geliebten zu leben, dem gegenüber sie wohl ihren Wor­ten und Blicken, doch nimmermehr ihren sündigen Gedanken gebieten konnte.

Siebzehntes Rapitel.

Der Frühling war gekommen; aber er zeigte sich den Be­wohnern der guten Stadt Hartenstein nicht als ein lieblicher, lächelnder Knabe, der mit linden Lüften, mit Veilchenduft und Vogelgezwitscher die Herzen der Menschen erfreut, son­dern als ein recht verdrießlicher, mürrischer Geselle, dem rauhe Winde und prasselnde Hagelschauer vorderhand noch die liebsten Spielgenossen waren. Man hüllte sich fröstelnd in dicke Gewänder, wenn man genötigt war, über die Straße zu gehen, und mochte daheim des warmen Ofens noch nicht entraten. Schüchtern nur wagten sich an Busch und Baum die ersten Knospen hervor, und auch in dem Garten, der die einsam gelegene Villa des Amtsrichters umgab, sah es noch noch immer beinahe winterlich kahl und öde aus.

Es war Abend, und Roger Norwood saß allein in seinem Arbeitszimmer. Ein Schubfach seines Schreibtisches war ge­öffnet, und er hatte demselben eine Photographie ent­nommen, in deren Betrachtung er nun schon seit mehreren Minuten ganz versunken schien. Es war ein Bild Marga­retens, das sie gleich nach der Verlobung auf seinen Wunsch hatte anfertigen lassen, ein überraschend gut gelungenes Porträt, das den ganzen Liebreiz ihres feinen Gesichtchens wiedergab. Die Augen des Mannes glühten in leidenschaft­lichem Feuer, während sie unverwandt auf die schönen Züge gerichtet waren; aber sein Antlik war düster, und das vor­geschobene, start entwickelte inn wie die beiden tief ein­geschnittenen Linien an den Mundwinkeln gaben ihm einen Ausdruck grausamer Härte und abstoßender Brutalität.

Es ist genug! Ich ertrage es nicht länger. Und einmal muß es ja doch geschehen!"

Er legte die Photographie in das Schubfach zurück, und eben hatte er den Schlüssel gedreht, der es versperrte, als nach bescheidenem Klopfen der alte Gärtner eintrat, der neben seinen anderen leichten Verrichtungen auch die Boten gänge für die Bewohner der Villa besorgte.

Ich habe die Arznei für die gnädige Frau aus der Apotheke geholt," sagte er. Soll ich sie gleich hinauf­bringen?"

Nein, Tassen Sie sie nur da," erwiderte Norwood, in­dem er das nach herkömmlicher Art verschlossene Fläschchen in Empfang nahm. Meine Frau wird ja sogleich zum Abendessen herunterkommen. Gibt es sonst etwas Neues?" ,, Nicht daß ich wüßte, Herr Norwood! Ich wollte nur fragen, ob ich heute abend hier noch gebraucht werde?" ,, Ach, wegen des Kriegervereinsfestes, an dem Sie natür­lich auch teilnehmen wollen?"

Jawohl! Unsereins hat ja so selten mal ein kleines Vergnügen!"

"

Und es wird wahrscheinlich sehr spät werden, ehe Sie nach Hause kommen nicht wahr?"

,, Nun ja, die Stunden plaudern sich bei solcher Gelegen­heit rasch genug weg. Und in der Nacht hat mich hier ja doch niemand nötig. Der Hektor bleibt da, und zur Be­wachung der Villa ist der viel tauglicher als ich."

Das will ich meinen," sagte Roger Norwood lächelnd. ,, Gehen Sie nur getrost und genießen Sie von Ihrem Ver­gnügen so viel, als Sie vertragen können."

Der Alte bedankte sich und verließ das Zimmer. Nachdem er noch eine Minute lang gewartet hatte, verriegelte Roger Norwood hinter ihm die Tür. Behutsam löste er dann die Schleife der kleinen Schnur, welche die Papierkapsel über dem Pfropfen der Medizinflasche festhielt, und entkorkte die Phiole. Demselben Schreibtischfach, in welchem sich Marga­retens Bild befand, entnahm er ein anderes, winzig kleines und mit einer wasserhellen Flüssigkeit gefülltes Fläschchen. Von seinem Inhalt goß er vorsichtig etwa die Hälfte in die rot gefärbte und scharf riechende Arznei, um dann durch kräftiges Schütteln eine möglichst innige Mischung zu be= wirken. Als er diesen Zweck vollständig erreicht glaubte, ging er daran, die Medizinflasche wieder zu verschließen, und ver­fuhr dabei mit solcher Geschicklichkeit, daß selbst bei genauer Untersuchung sicherlich niemand auf den Verdacht gekommen wäre, sie sei schon einmal geöffnet worden, seitdem sie die Apotheke verlassen.

Nachdem er dann auch die kleinere Bhiole an ihren vorigen Plaz zurückgestellt und den Schreibtisch sorgsam verschlossen hatte, entriegelte Roger Norwood die Tür und ging durch das anstoßende Wohngemach in das Speisezimmer, wo die Köchin eben mit dem Decken des Tisches für das Abendessen fertig geworden war.

"

,, Sie können das dritte Couvert wieder fortnehmen," sagte er, der Doktor wird heute nicht kommen."

Schön, Herr Norwood! Befehlen Sie, daß ich die gnädige Frau gleich rufe?"

" Ja, Sie mögen meiner Frau melden, daß ich sie erwarte. Und dann sorgen Sie, daß wir bald etwas zu essen be­kommen. Ich bin sehr hungrig."

Die Köchin, die mit ihrem Dienst bei den feinen Ameri­kanern", wo man sich Marktgroschen in Fülle machen konnte, außerordentlich zufrieden war, eilte so schnell hinaus, als ihre nicht mehr sehr jugendlichen Beine es nur immer ge­statten wollten, und wenige Minuten später erschien Panchita in der Tür.

,, Entschuldige, wenn ich dich warten ließ, Roger! Aber ich vermutete nicht, daß du dein Arbeitszimmer schon so früh verlassen würdest."

Sie war schön wie immer, aber ihre Voraussage, daß sie frank werden würde, wenn sie zu längerem Aufenthalt in diesem Hause verurteilt sei, schien sich entweder bereits er­füllt zu haben oder doch der Erfüllung sehr nahe zu sein. Denn ihre Wangen waren hagerer geworden, und unter ihren Augen lagen bläuliche Schatten, die sie freilich nur noch größer und leuchtender machten. Ihr Wesen war scheu und befangen. Schon in ihrer Art zu sprechen und sich zu be­wegen, offenbarte sich etwas von der quälenden Furcht, die sie seit dem Tage ihrer Wiedervereinigung mit dem Gatten verzehrte, von der Furcht, ihm zu mißfallen, statt ihn durch ihre Gegenwart zu erfreuen, ihn zu reizen, statt ihn zu ge­minnen.

Sie war gewöhnt, daß er ihr kurz und herrisch begegnete. An den Fingern einer Hand hätte sie die beglückenden Augen­blicke herzählen können, wo er ihr unter vier Augen etwas wie das Wiederaufglimmen einer wärmeren Empfindung gezeigt hatte, so ritterlich, rücksichtsvoll und freundlich er sie auch im Beisein der Dienstboten oder des Doktor Lang­schmidt behandelte. Und darum war sie im ersten Moment fast erschrocken, als er, der bei ihrem Eintritt am Fenster gestanden hatte, auf sie zukam und ihre Hand erfaßte.

Du siehst schlecht aus," sagte er, und ich glaube beinahe, du fieberst. Fühlst du dich heute angegriffener als sonst?" Ich fühle mich vollständig wohl in dem Augenblick, wo du daran denkst, dich um mein Befinden zu bekümmern."

päischen Juden bewohnt sind und zusammen ungefähi 650 000 Einwohner zählen. Sind nun auch die Hälfte dieser Leute in dem in Broo klyn belegenen neuen jüdischen Ansiedelungsrayon in un

früheren, kaum mehr menschenwürdigen Behausungen, sc sind doch die übrigen Lebensbedingungen die gleichen ge blieben.

Das ist sehr liebenswürdig, doch wohl nicht ganz buchbergleich bessere sanitäre Verhältnisse gebracht, als in ihren stäblich zu nehmen. Du mußt dich wirklich mehr schonen, Panchita! Ich erkenne zu spät, daß das deutsche Klima in der Tat nicht für dich taugt, und daß wir besser getan hätten, sogleich nach Amerifa zurückzukehren, wäre es auch um den Preis eines nicht unbeträchtlichen Vermögensverlustes ge= wesen."

Roger, wenn es in Wahrheit nur das ist, was dich hier festhält, so laß uns diesen Verlust hinnehmen und fort­gehen! Werden wir denn nicht immer noch reich genug sein?" Du nimmst es mit Geldangelegenheiten sehr leicht, wie es scheint," sagte er lächelnd. Aber wenn dir denn wirk­lich so viel daran gelegen ist.. ,, Roger!" schrie sie auf, und wie ein heller Strahl der Glückseligkeit brach es aus ihren Augen. Ist das dein Ernst? Wir werden diesen entseßlichen Ort verlassen? Und du wirst dich endlich endlich meiner erbarmen?" ( Fortsetzung folgt.),

Ein Riesenghetto.

Von Dr. Arthur b. Gerau.

( Nachdruck verboten.)' Weder Warschau, die größte Judengemeinde Europas mit 270 000 Seelen, noch London mit zirka 180 000 Juden, noch auch Amsterdam mit seinen 25 000 in der Jodenbree­straat und um diese herumwohnenden Juden, können sich mit dem Riesenghetto von Newyork vergleichen. Auch äußerlich haben sie wenig Aehnlichkeit miteinander, bis auf das Gepräge einer wuchtigen Armut. Darin mögen sie von Warschau wohl übertroffen werden, wo aber keine Kultur­verhältnisse mit in Betracht kommen, so wenig wie etwa im Mellah von Tanger, wo die jüdischen Einwohner kaum in elenderen Verhältnissen leben, als in Warschau. Auch das Bondoner Ghetto, dessen Zentrum Houndsditsch( Hunds­graben, Bundsgrube) und Petticoatlane( Unterrocksgäß­ben) bilden und von weitem schon das Gepräge furchtbaren Elends verrät, hat trotzdem nicht das düstere Einerlei des alten Newyorker Ghettos. Die kleinen einstöckigen Häus­shen der außerhalb der Londoner City sich endlos hinziehen den Straßen dieses Städtegoliaths, lassen allenthalben Licht und Luft herein. Die kleinen, an keinem Londoner Hause fehlenden Gärtchen gewähren den Bewohnern bei gutem Wetter einen freien Aufenthalt. Die Ghettobewohner von Newyork müssen solcher Annehmlichkeiten samt und sonders entraten. Vier- und fünfstöckige Häuser, die tief in die Höfe hinein und mit ebenso hohen Hinterhäusern zusammen­gebaut sind, daher sich auch gegenseitig des Lichts berauben, beherbergen viermal so viele Menschen, als der dichtest be­völferte Stadtteil Newyorks. Auf einem Raum, der unter normalen Verhältnissen für etwa 75 000 Seelen berechnet ist, wohnen hier über 400 000 Seelen in fürchterlicher Enge susammengepfercht. Es ist daher leicht verständlich, daß nirgendwo sonst sanitäre Maßregeln so erschwert sind, wie In diesem Stadtteil, der zu den ältesten Newyorks gehört.

Eigentlich kann man heute nicht mehr von nur einem dewy rts Ghetto sprechen, seitdem, infolge der Rechtlosig­eir der russischen Juden, jährlich hunderttausend zum Wan­derstab greifen und jenseits des Ozeans eine neue Heimat juchen. Seitdem Newyork durch eine zweite Brücke mit Brooklyn zu einem zusammengehörenden Gemeinwesen ver­bunden ist, hat sich auch in diesem Stadtteil ein neues Ghetto mit bereits 350 000 jüdischen Einwohnern etabliert. Aber dieses neue jüdische Settlement", in welches sich aus dem alten Newyorker bereits über 100 000 Bewohner hinein­begeben und letzteres etwas entvölkert haben, hat nur wenige Nachteile dieses alten. Kleine, nur für zwei bis drei Fami­Holzhäuser in den durchwegs neuen lien eingerichtete Straßenteilen, bieten fast alle hygienischen Vorteile, welche im alten Ghetto fehlten, und jedes Haus hat einen kleinen Garten. So gibt es heute eigentlich zwei jüdische Stadt­viertel in Groß- Newyork, die fast ausschließlich von osteuro­

Wer an sonnigen Tagen, an denen Newyork so reich ist über den Broadway wandelt, wo ein Geschäftsleben sonder gleichen die Ansicht erweckt, daß gar nicht genug Menschen zur Bewältigung gefunden werden könnten, ahnt kaum, wi viele Tausende arbeitsloser Menschen hier leben. Wer über die von Menschen übersäeten Straßen der Westseite geht oder fährt und den unerhörten Lurus in Kleidung, Equipagen, Schaufenstern und Restaurants beobachtet, wer das schiel undurchdringliche Gewühl eleganter Erscheinungen verfolgt das mit einbrechender Nacht immer mehr zunimmt, um all nur denkbaren Lebensgenüsse durchzukosten, ahnt wohl kaum, daß nur wenige Straßenbreiten weiter, an beider Wasserkanten, Tausende und Tausende von Menschen nich wissen, womit sie den Hunger stillen, für die Ihrigen Brot hernehmen und für die Nacht ein Obdach finden sollen.

Auch im Ghetto herrscht des Nachts reges Leben, auch dort wogen, wenn um sechs Uhr abends Geschäfte und Fabri fen schließen, unübersehbare Menschenmengen durch die Straßen. Aber sie streben nicht, wie auf der Westseite, Ge. nüssen und Vergnügungen zu es sind müde, abgearbeitete Menschen, die nach Hause eilen, um ihren Hunger zu stillen und auszuruhen. Das sind aber noch keine Hungernden und Heimlosen. Sie haben sich tagsüber ihr Brot und eine Wohnung erarbeiten können und sind damit zufrieden. Aber im Ghetto wohnen über zweihunderttausend jüdische Schnei der und Schneiderinnen, Müßenmacher u. dergl., die in ihrer dumpfen Wohnung vom Morgengrauen an bis oft nach Mitternacht über ihre Maschine gebeugt, arbeiten.

Für sie bringt die hereinbrechende Nacht noch keine Feier­stunde, sie müssen noch weiterarbeiten, so gut wie die Straßenhändler unter ihrem Fenster, die ihre ärmliche Ware in langgezogenen Rufen ausbieten. Selbst wenn drunten auf den Gassen in später Nachtstunde allmählich das auf Erwerb und Arbeit gerichtete Großstadtleben abebbt, ſizen diese Heimarbeiter noch über ihren Nähmaschinen, um ein färgliches Brot zu erringen. Männer mit weißen Bärten, frühgealterte Frauen, Jünglinge und Mädchen, oft noch halbe Kinder, siten an den Fenstern, ohne einen Blick auf das Wogen in den Gassen oder auf die alle paar minuten vorüberdonnernden Hochbahnzüge zu werfen. Dazu haben sie keine Zeit, die färglich bezahlte Arbeit muß zur beſtimm­ten Stunde abgeliefert werden, wenn eine Mahlzeit auf den Tisch kommen soll. Die Nähmaschinen raffeln und die Ge­danken stumpfen ab. Wenn aber diese Maschinen eines Tages stille stehen, keine Arbeit geboten wird, wie dies bei periodischen Geschäftsstockungen gar nicht selten ist, dann flopft ein unheimlicher Gast an die Tür der überfüllten Wohnung, der Hunger. Wie Verzweifelte eilen dann die Familienväter durch die Straßen der Riesenstadt, um Arbeit zu erspähen. Arbeit, welcher Art sie auch sei, um welchen Bettelpreis sie auch sei. Ein furchtbares Gespenst eilt neben den angsterfüllten Mann her: hungernde, um Brot weinende Kinder, von Entbehrungen erschöpfte Eltern, eine entfräftete Gattin und Obdachlosigkeit. Der Haus­herr wartet nicht lange, einige Tage, der nachsichtigste einige Wochen; aber dann kommen die bekannten und gefürchteten Männer, welche die paar armselig möblierten Stuben aus­leeren, den Hausrat auf die Straße setzen und die Wohnung abschließen. Wohin dann? wohin die Alten und wohin mit den Kleinen? Ja, wenn sie das nur wüßten! Erst wenn alle Mittel erschöpft, alle Versuche um Arbeit geschei­tert sind, lenkt der Arbeitslose seine Schritte nach einer der vielen Wohltätigkeits- Institutel Da liegen aber bereits tausend und abertausend dringende Gesuche vor, die Aus­sichten auf Hilfe sind gering, und um eine Hoffnung ärmer tritt er wieder auf die Straße. Nur sein unverwüstlicher Optimismus ist die erhaltende Kraft, die dem russischen Juden alle Unbilden des Schicksals überwinden hilft. Dieser starke Optimismus begleitet ihn nach den fernen Verban­nungszielen Sibiriens, er treibt ihn über das Meer und yer­läßt ihn selbst in den Stunden des größten Elends nicht.

Musika

Anab berzehrt): hohes C."

Mama Anabe

Mama."