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Nr. 159.

Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober­beffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Pfg. Reklamen bie Petitzelle 30 refp. 40 Bfg.

Redaktion u. Haupterpebttion: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362.

Montag, den 10. Juli 1905.

Gießener

14. Jahrgang

Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfs., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Der Streit um die Arbeitsbedingungen.

So lange es Arbeitgeber und Arbeiter gibt, und wenn diese Unterscheidung einmal aufhören könnte, auch noch darüber hinaus, werden die Arbeitsbedingungen einen Gegenstand der Meinungsverschiedenheit und unter Um­ständen des Streites bilden. Je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Wünsche still" das ist allgemein menschlich und gilt deshalb vom Arbeiter ganz ebenso wie bom Arbeitgeber. Es wäre unrecht, wollte man dem einen oder anderen Teil zügellose Begehrlichkeit vorwerfen. Jeder meiß schließlich am besten, wo ihn der Schuh drückt. Man darf von dem Arbeiter vorausseßen, daß er weder müßig­gehen noch ein Lotterleben führen will; man darf von dem Arbeitgeber voraussetzen, daß er ganz zufrieden ist, wenn er als Frucht seiner Mühen und Sorgen in leidlicher Sicher­heit auf Verzinsung seines Kapitals rechnen kann und daß er am wenigsten darauf bedacht ist, aus der schlechteren Ent­lohnung seiner Arbeiter seinen Gewinn zu ziehen. Das sollten beide Parteien von einander glauben und das ert­gegenstehende Mißtrauen unterdrücken. Würden sie sich da­zu entschließen, so würden sie unschwer dahin gelangen, Streits und Aussperrungen zu vermeiden und nach jedem Streit schnell eine Verständigung zu finden. Ein für allemal eingesette oder für den einzelnen Fall berufene Schieds­gerichte würden den Ausgleich bereiten, die mittlere Linie ausfindig machen, euf der die Interessen der Arbeiter wie der Arbeitgeber sich vertragen können.

In der bayerischen Metallindustrie ist es zu einem solchen Friedensschluß gekommen. Das Ministerium des Aeußern hat in diesem Fall das Schiedsrichteramt geübt und dabei den rühmlichsten Erfolg gehabt. Die Gefahr hatte schon nahe gelegen, daß der Streik sich auf die ganze deutsche Metallarbeiterindustrie ausdehnte, was eine förmliche Kala­mität gewesen wäre. Dieses Unheil verhütet, das vorhan­dene Unheil beseitigt zu haben, ist das Verdienst der eben erwähnten geschickten Vermittelung. Es ist nur zu bedauern, daß die Vermittelung so spät angerufen worden ist, erst nach wochenlangem Stillliegen vieler der bedeutendsten Fabriken Bayerns. Was die bayerischen Metallarbeiter jezt erreicht haben, das hätten sie auch schon früher erreichen können, wenn sie ohne Eigensinn und ohne große Worte eine freund­liche Verständigung suchten. Jetzt haben beide Teile, die Fabrikanten wie die Arbeiter, schweren materiellen Scha­

den zu tragen, der für sie noch lange fühlbar sein wird. Die Arbeitgeber haben von dem Versuch Abstand genommen, die Arbeiter zum Austritt aus den Arbeiterorganisationen zu zwingen, und sind inzwischen wohl allgemein zu der Er­fenntnis gekommen, daß für sie selbst die Arbeiterorgani­sationen insofern eine große Bequemlichkeit bilden, als Ver­handlungen mit diesen schnelleren Fortgang versprechen.

Das gute bayerische Beispiel scheint im west fälischen Arbeitgeberverband für das Baugewerbe die erwünschte Beachtung nicht zu finden. Ende vorigen Jahres waren in Essen auf Veranlassung und unter Mit­mirkung des Oberbürgermeisters Zweigert zwischen den Arbeitgebern und den Arbeiterorganisationen der verschie­denen Gewerbe Tarifverträge vereinbart worden, die bis zum 31. Juli 1906 Geltung haben sollten. Der Arbeit­geberbund für das Baugewerbe hat nun jüngst aus Anlaß eines Streites um Arbeitsbedingungen den Ausschluß sämtlicher organisierten Bauarbeiter beschlossen, mit alleini­ger Ausnahme solcher Orte, wo Tarifverträge bestehen, also auch Essens. Danach trat eine solche Verschärfung des Streites ein, daß die Baugewerbetreibenden vom 17. Juli an alle organisierten Arbeiter ohne Ausnahme, also auch in den Orten, wo Tarifverträge in Geltung sind, auszu­sperren beschlossen. Das war eine einseitige Aufhebung der Verträge, war ein ganz unzweifelhafter Vertragsbruch von seiten des Arbeitgeberverbandes. Oberbürgermeister 3weigert reflärte hierauf, daß er sämtliche städtischen Bau­arbeiten sofort in städtischer Regie auf Kosten der Unter­nehmer fertigstellen lassen und die Kosten von den Unter­nehmern einflagen werde. Er stellte auch in Aussicht, von Der Stadt 20 000 Mark zur Unterstützung der brotlos ge­wordenen Arbeiter im Kampf gegen die kontraktbrüchigen Arbeitgeber zu verlangen. Eine Versammlung des Arbeit­geberberbandes für das Baugewerbe tadelte das Vorgehen des Oberbürgermeisters auf das heftigste, sprach die Hoff­mmg aus, daß die Essener Stadtverordneten ihn nicht wie­darwählen würden, und richtete an Herrn Zweigert die An­Frage, ob er seine Anfündigung wahr machen werde. Herr Beigert erwiderte, daß er nunmehr fest entschlossen sei, aus städtischen Mitteln 20 000 Mark zur Unterstützung der Ar­beiter zu verlangen.

Ströchert lebhaft versichert ,,, ich sehe große, ihm den Koffer fanft aus der Hand, ber anbere

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meine Familie zu sorgen hätte sehr große Hoffnungen auf Sie. und Sie noch so jung! Weiß Gott, wenn nir so außerordentlich leis getan, ein so

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unnötiges Aufsehen, sie sind verhaftet! Der Kassierer schnappte eine runde gelbe Marke unter die Augen nnd raunte ihm ,, Ruhig, Herr Kassierer Heine, machen Sie nicht erst

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und zur Durchsetzung des Anspruchs auf unbedingte Aner­fennung geschlossener Vereinbarungen seitens der Arbeit­geber anregt. Bei dem Bergarbeiterstreit im Ruhrbezirk hat man den Bergarbeitern sehr verargt, daß sie unter Kontraktbruch in den Ausstand getreten waren. Die Berg­werksbesizer hatten damit ihre unbedingte Weigerung einer Verhandlung mit den Bergarbeitern begründet. Und hier wollen die Arbeitgeber das tun, was sie den Arbeitern gar nicht genug verübeln konnten! Oberbürgermeister Zweigert selbst hat als Mitglied des Herrenhauses bei der Beratung der Berggeseknovelle den Kontraktbruch der Bergarbeiter auf das schärfste getadelt. Er war also verpflichtet, mit der gleichen Schärfe einem ähnlichen Vorgehen der anderen Seite entgegenzutreten. Er macht sich um den Arbeitgeber­berband hochverdient, indem er ihn hindert, die falsche Bahn zu beschreiten, und indem er ihm Gelegenheit gibt, den übereilten und gar nicht zu rechtfertigenden Beschluß zu widerrufen. Auch werden schon innerhalb der beteiligten Arbeitgeberschaft Stimmen laut, die davor warnen, Wasser auf die Mühlen der Unzufriedenen zu treiben und den wirt­schaftlichen Kampf, der an sich berechtigt sein mag, mit un­gesetzlichen und verwerflichen Mitteln zu führen. Es ist zu hoffen, daß die besonnenen Elemente die Ueberhand ge­winnen werden,

Das Vorgehen des Herrn Oberbürgermeisters Zweigert berdient alles Lob. Als der Urheber der Tarifverträge, die in borigen Jahre zur Herstellung des Friedens abgeschlossen Torden sind, war er unzweifelhaft legitimiert, mit allen Fräften gegen die Partei zu ergreifen, die unter Bruch jener Verträge neuen Streit begannen und das frühere Einigungswerk störten. Dabei bleibt ganz außer Betracht, ob bei dem Streit innerhalb des Baugewerbes das Recht auf dieser oder auf jener Seite ist. Der Essener Ober­bürgermeister macht sich aufs neue verdient, indem er die Aufwendung öffentlicher Mittel zur Herstellung des Rechts

Die Kapitulation des Potemkin.

Das russische Meutererschiff hat sich den rumänischen Behörden ergeben. Damit ist die länger als eine Woche dauernde Irrfahrt des Panzers beendet, und die Bewohner der Uferstädte des Schwarzen Meeres können beruhigt auf­atmen, da auch das den Potemkin" begleitende Torpedo­boot die Flagge strich und sich den Rumänen ergab. Aus Bukarest wird gemeldet:

In der Nacht auf den 8. Juli um 2 Uhr traf der Po­temfin" wieder vor Constanza ein. Die Verhandlungen zwischen der rumäischen Verwaltung und der Besatzung des menternden Schiffes hatten Erfolg. Die Leute des Po­temfin" bestreiten entschieden, Feodosia bombardiert zu haben. Die sich ergebenden Matrosen bleiben nach den Vereinbarungen frei und werden nicht an Nuß= land ausgeliefert. Der rumänische Minister­präsident leitete die Verhandlungen persönlich. Um 1 Uhr am 8. Juli geschah die Uebergabe der Schiffe, auf denen die rumänische Flagge gehißt wurde. Die Mannschaft wurde ans Land gesetzt und wird in kleinen Gruppen in verschiedenen Ortschaften des Landes gebracht werden.

Adressen und hielt Ansprachen, in denen sie den Kaiser der Ergebenheit der großen Masse des russischen Volkes versicher­ten, welches die Fortführung des Krieges wolle und auf alt­russischer Grundlage die Organisation einer Versammlung von Volksvertretern erstrebe, welche dazu berufen sei, an der Gesezgebung teilzunehmen.

Der Kaiser antwortete: Ich bin glücklich, zu sehen, daß Sie von der Anhänglichkeit an die alten Traditionen unseres Lan­des geleitet sind. Ein Staat kann nur stark und fest sein, wenn er seine a Iten Traditionen treu bewahrt. Wir selbst haben in diesem Punkte gesündigt und vielleicht hat uns Gott deshalb gestraft. Ich muß Ihnen sagen, daß das Le­ben selbst uns die Wege weisen wird, wie die Fehler und Irrtümer zu beseitigen sind, welche bei dem großen, von mir zum Wohle meiner Untertanen geplanten Werke unterlaufen können.

Wenn man immer noch in den höchsten Kreisen glaubt, mit dem bisherigen System weiterwirtschaften zu können, so gibt man sich schlimmer Täuschung hin und weitere bittere Erfahrungen werden nicht ausbleiben.

Die Kämpfe gegen die Hereros.

Aus dem aufständischen Gebiet in Südwestafrika kom­men Nachrichten von neuen erfolgreichen Gefechten. Der Bandenführer Andreas hat den größten Teil seiner Leute berloren und hat sich in das Gebirge geflüchtet. Der Herero­kapitän Cornelius wurde gänzlich geschlagen, mußte unter Zurücklassung des Viehs die Flucht ergreifen und wird leb­haft verfolgt.

Nach den legten Meldungen erreichte Hauptmann Rembe auf einem Streifzug längs des Epukiro und Groot Laagte am 13. Juni die englische Grenze. Das Sandfeld und die Gegen östlich der Linie Gams Vley- Otjimanangombe ist bon Hereros frei. Die Besayung von Otjimbinde ist aufge­geben worden. Andreas floh nach dem Gefecht bei Atis am 9. Juni längs des Kam- Reviers. Als von zwei Seiten Ab­teilungen gegen ihn vordrangen, wandte er sich mit wenigen Begleitern in das Zaris- Gebirge, wohin ihn Hauptmann Baumgärtel durch außerordentlich schwieriges Gelände ver­folgt. Andreas soll durch die seit Ende März ununter­brochen fortgeführte Verfolgung alles Vieh und den größten Teil seiner Leute verloren haben. Die Ersatzkompagnie la und die 4. Etappenfompagnie haben Maltahöhe, Kleinponz, Nomtsas, Hoornfrans, Areb, Nauchas und Awabes besetzt und säubern die Gegend durch Streifzüge. Die Bande des Morenga war nach dem Gefecht bei Narus am 17. Juni nach Nordwesten geflüchtet. Hauptmann Siebert mit Kom­pagnien und 4 Geschützen setzte die Verfolgung fort und stellte fest, daß Morenga in der Gegend von Aob, am Osthang der Großen Karasberge sich befindet, wo er wieder über 200 Ge­wehre verfügen soll. Cornelius, der sich in der Gegend von Kochas am unteren Fischfluß festgesetzt hatte, sammelte dort über 200 Kriegsleute. Die einzige Anmarschstraße von Kanibes auf Kochas bildete ein Saumpfad, der kilometerweit durch eine schmale Schlucht mit unersteigbaren Rändern führt. Hierhin hatte Cornelius einen Teil seiner Krieger vorge­schoben und weiter rückwärts durch eine Steinschanze die noch weiter südlich befindlichen Werften geschützt. Major Gräser versammelte an der Quelle des Archab Kom­pagnien unter Hauptmann Pichler, bei Kanibes Kom­pagnien mit 2 Feld- und 2 Gebirgsgeschützen unter Haupt­mann von Zwehl, und entsandte Leutnant von Haefeler mit 30 Mann und 1 Gebirgsgeschütz durch Nachtmärsche in den Rücken des Gegners nach Aiais. In der Nacht zum 27. Juni wurden die Angriffskolonnen zu Fuß, von Tragetieren ge­folgt, vorgeführt. Cornelius wich vor den von Westen und Nordosten kommenden Abteilungen Pichler und Zwehl auf Keidorus aus. Hier erreichte ihn die Abteilung Pichler und stürmte in schwerem Gefecht die feindliche Stellung. Die unter Major Gräser eintreffende Abteilung Zwehl nahm die Verfolgung auf und erhielt bald von den Höhenrändern lebhaftes Feuer. Der Zug Gebirgsartillerie, der unter Leutnant Bender trotz der Geländeschwierigkeiten zu folgen vermocht hatte, vertrieb hier den Gegner. Dessen Versuch, nach Süden zu entweichen, verhinderte die bei Aiais auf be­herrschenden Höhen aufgestellte Abteilung Haeseler. Cor­nelius floh unter erheblichen Verlusten und Zurücklassung einigen Viehs nach Westen, bis in die Dunkelheit hinein, un­mittelbar verfolgt. Es fielen 2 Offiziere, 3 Mann; 1 Offi­zier und 11 Mann wurden verwundet. Major Gräser sett die Verfolgung fort.

Damit ist das sonderbare Freibeuterabenteuer beendet, Rußland wird seine Schiffe zurückerhalten und hat im übri­gen das Nachsehen, denn die Tatsache von der vollständigen Desorganisation der russischen Flotte, wenigstens soweit sie noch in Frage kommt, bleibt bestehen. Die beschämende Rolle, welche auch die übrigen Schiffe des Geschwaders im Schwarzen Meer gespielt haben, läßt sich nicht binweg leugnen. Die Besatzung des Potemkin" hatte noch fur: vor ihrer Uebergabe eine Proflamation an die europäischen Regierungen gerichtet, in der die Grausamkeit des auto­fratischen russischen Regiments geschildert und die Devise Tod oder Freiheit für das russische Volk" verkündet wurde.. Ueber die Vorgeschichte der Rebellion erhielten die rumänischen Behörden eine Art von Rechtferti­gungsschrift, die allerdings wesentlich andere Aufschlüsse gibt, als die offiziellen Verlautbarungen der russischen Re­gierung. Die Mannschaft erhielt faulendes Fleisch, mit Würmern durchsetzt. Als sie das Fleisch liegen ließ und sich mit Brot zur Nahrung begnügte, ließ der Kommandant die Schiffsgarde ins Gewehr treten und befahl ihr, auf die Mannschaften zu feuern. Die Garde weigerte sich. Darauf­hin ergriff der erste Offizier die Waffe des neben ihm stehen­den Matrosen und gab den ersten Schuß auf den Matrosen Grigori Osmeltschuk ab, der tot zusammenstürzte. Ange­sichts solcher Grausamkeit des Kommandos und der herzlosen Behandlung der Untergebenen sah sich die Mannschaft ge­nötigt, Maßnahmen für ihre eigene Verteidigung zu er­greifen. Es entstand ein Kampf, wobei der Kommandant und mehrere Offiziere fielen, während eine Anzahl anderer Offiziere und der Kommandant des Torpedoboots sich mit der Mannschaft solidarisch erklärten.

Unruhen und Maßregelungen nehmen überall im Lande ihren Fortgang. So sollen nach einer allerdings unbestätigten Meldung Montag Nacht im Odessaer Polizeigefängnisse über hundert Personen ohne Urteil hingerichtet worden sein. Stadthauptmann Neid­hardt erklärte, daß kein Urteil erfolgt sei, und daß die Hin­richtungen infolge eines Mißverständnisses ausgeführt wur­den. Die Polizei hat zahlreiche Personen, welche liberaler Ideen verdächtig sind, ausgewiesen, darunter angesehene Bürger, Professoren, Rechtsanwälte, und ihnen gleichzeitig verboten, Aufenthalt in größeren Städten Rußlands zu nehmen.

Die mangelnde Einsicht am Zarenhofe bekundete sich übrigens wieder bei einem Empfang russischer Konservativer durch den Kaiser. Die Deputation überreichte

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Unfere Verlufte in Südweftafrika.

Der Aufstand der Herero in den deutschen Schuh­gebieten dauert noch immer an. Nach dem Urteile sachver ständiger Kenner des Landes fönnen sich die Unruhen noch längere Zeit hinziehen, da die Ungunst des Klimas und die sonstigen Verhältnisse es den deutschen Kriegern äußerst er­schweren, die vereinzelten Banden der Aufständischen zu fassen und zur Unterwerfung zu bringen. Die von Zeit zu Zeit veröffentlichten Verlustlisten befunden mit trauriger