Bei den Hauptarmeen
ist noch alles beim Alten. Wie ein in Petersburg eingetroffener Bericht Kuropatkins behauptet, ist an eine Offenfive Oyamas selbst nach Eintreffen von Nogis Armee nicht zu denken. Es wird bestätigt, daß in dem am Freitag in Petersburg abgehaltenen Oberkriegsrat beschlossen worden ist, ein besonderes Heer von 300 000 Mann zu schaffen, das unter General Kaulbars Korea befehen soll.
Warum Port Arthur fiel.
Berlin, 9. Januar.
schaft nicht einmal zur Verfügung hat. Unter diesen Umständen wäre ein allgemeiner Ausstand förmlich Dynamit für die einzelnen Organisationen so einig und solidarisch diese in der jetzigen Streitfrage sind. Das geht auch daraus hervor, daß sie eine gemeinsame Konferenz abhalten wollten, um Stellung zu der Ausstandsfrage zu nehmen. Aber ein allgemeiner Aufstand wird, das hoffen wir, nicht zum Ausbruch kommen, sondern die Parteien werden sich hoffentlich auf beiderseits annehmbare Bedingungen einigen. Allerdings hat der Ausstand bereits auf andere Zechen übergegriffen. Bei dem Eisen- und Stahlwerk Hoesch und auf der Beche Scharnhorst ist die Morgenschicht nicht angefahren. Unter der Arbeiterschaft herrscht die Befürchtung, daß vielleicht von anderen Werken die Aufträge der Zeche Bruchstraße effektuiert werden. Besonders unruhig zeigt sich das fremde Element, insbesondere die Polen. Die Lage ist sehr ernst.
Als uns die überraschende Nachricht erreichte, daß Port Arthur kapituliere, während noch kurz vorher die Stösselschen Depeschen von einem ,, Ausharren bis zum letzten Blutstropfen" sprachen, da hieß es, Stössel sei zu diesem Schritt bestimmt worden, weil seine Garnison auf etwa 6000 waffen. fähige Männer zusammengeschmolzen sei. Er hätte die Unmöglichkeit eingesehen, mit dieser geringen Schar die Festung zu halten. Die Ziffern, die jetzt über die Uebergabe der Gefangenen in Tokio amtlich bekannt gegeben wurden, belehren uns eines anderen. Es waren 878 Offiziere und 20 491 Mann, die noch unter Stössels Befehlen standen. Darunter ist natürlich ein recht beträchtlicher Prozentsatz von Kranken und Verwundeten. Doch ist es wohl nicht zu hoch gegriffen, wenn man annimmt, daß Stössel immer noch etwa 15 000 Mann zur Verteidigung der Festung übrig hatte. Diese hätten sich noch wer weiß wie lange halten können, wenn nicht, ja wenn nicht die russische Armeeverwaltung so kurzsichtig gewesen wäre. An ihren Fehlern und Nachlässigkeiten ist Port Arthur zu Grunde gegangen.
Mit
Die Politik.
Die englische Presse veröffentlicht, nachdem vor kurzem erst der Reichskanzler Graf Bülow durch seine Aussprache gegenüber Mr. Bashford zur besseren Gestaltung der deutschenglischen Beziehungen tätig war, die Fabel von einem Ultimatum Englands aus Anlaß der deutschen Flottenvermehrung. Infolgedessen habe Kaiser Wilhelm die Mobilisierung der Kieler Flotte befohlen. Diese Nachricht ist entstanden durch eine Enthüllung" des Professors Dr. Paasche, daß ein Krieg zwischen Deutschland und England sehr nahe wäre.
Man weiß aus den in letzter Zeit bekannt gewordenen Aufstellungen, daß Stössels Armee zu Beginn der Belagerung nicht bloß 35 000 Mann, wie man anfangs annahm, sondern gegen 60 000 Mann stark war. Da muß es überraschen, daß Stössel, der sich in der Zeit der Einschließung als tüchtiger Soldat und gewiegter Stratege bewiesen hat, seit der Schlacht von Kinschau bis zum 31. Juli vor den wiederholten Angriffen der Armee Nogis ständig zurückwich und eine gute Verteidigungsposition quer durch die Kwantung- Halbinsel nach der anderen aufgeben mußte. 60 000 Mann, denen Nogi die längste Zeit nicht mehr als 30 000 entgegenzustellen hatte, hätte Stössel mit seinen Unterbefehlshabern sicherlich einen ganz anderen Widerstand schon in diesen Vorkämpfen leisten können, wenn die Armeeberwaltung für eine ordentliche Organisierung des Proviant und Munitionsnachschubes aus Port Arthur in die Stellungen im Norden rechtzeitig vorgesorgt hätte. Man kann nichts anderes annehmen, als daß General Stössel je eher je lieber sich in die Nähe der Festung zog, da die einzige Eisenbahnlinie, die der Länge nach durch Kwantung geht, selbstverständlich für die Proviantzufuhren ungenügend war und es sich immerhin um Entfernungen bis zu 40 Kilometer von der Festung durch schwieriges Terrain handelte. Ueberdies war gewiß der Proviantvorrat von Port Arthur für 60 000 Mann ganz und gar ungenügend.
General Stössel hat zwar, wie man weiß, gegen die Armee Nogis, deren effektiver Stand nie mit mehr als 70 000 Mann angegeben wurde, recht zahlreiche Ausfälle gemacht, aber diese Aktionen gegen einen nicht we sentlich stärkeren und so lange Zeit inferioren Geg.
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feindlich gesonnen. Als er am Neujahrstage früh den Orgeldienst in der Kirche versehen wollte und sich auf den Stubl niederließ; fuhr er infolge furchtbarer Schmerzen in die Höhe. Es waren ihm eine Anzahl spizer Nägel tief ins Fleisch gedrungen, die von bübischer Hand durch den Orgelstuhl getrieben worden sind. Ein anderes Mal wurde der Lehrer auf dem Wege zum Früh- Gottesdienst überfallen und furchtbar mißhandelt. Auch sind ihm öfters die Türen und Fenster seiner Wohnung in scheußlichster. Weise besudelt worden.
Wie nach der Hartnäckigkeit des feindlichen Widerstandes gegen die deutschen Angriffe vermutet werden konnte, waren die Gefechte bei Stamprietfontein sehr verlustreich für unsere Feldtruppe. Gefallen sind 4 Offiziere, darunter Major Nauendorff und Leutnant von Vollars- Bockelberg, 15 Mann, verwundet etwa 40 Mann.
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+ Selbstmord oder Unglücksfall? In Posen wurden der Leutnant Anders vom Niederschlesischen Infanterie- Regiment Nr. 47 und dessen Geliebte Klara Niemeyer in der Woh nung des Offiziers tot aufgefunden. Der Tod war durch Gasvergiftung herbeigeführt Es ist noch nicht bekannt, ob es sich um einen Unglücksfall handelt, oder ob Selbstmord borliegt.
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):( Ehrung Crispis durch Kaiser Wilhelm. Wie aus Ne apel gemeldet wird, hat Kaiser Wilhelm den dortigen deutschen Generalkonsul beauftragt, nach Palermo zu gehen, um ihn am 12. d. m. bei der Einweihung des Denkmals Cris pis und bei den zum Gedächtnis Crispis veranstalteten Feierlichkeiten zu vertreten. Der Konsul wird bis zur An funft des deutschen Kriegsschiffes Stein", das bis zum 27, d. M. dort anwesend sein wird, in Palermo bleiben und sich dann nach Messina begeben, um bei der Ankunft des Schulschiffes„ Stosch" zugegen zu sein.
Ueber die Gefechte des Majors Meister wird durch den General v. Trotha amtlich gemeldet, daß Meister am 2., 3., 4. Januar gegen Hendrik Witboi, die rote Nation unter Manasse, Karrasleute, Veldschoendrager und Friedrich Maharero gefochten habe. Der Feind hat mindestens 80 Tote verloren. Der Sieg konnte wegen Mangels an Munition und Verpflegung nicht voll ausgenutzt werden. Meister erreichte daher am 6. d. M. wieder die einzig ergibige Wasserstelle Stamprietfontein, um sich dort zu ergänzen. Sobald dies geschehen, soll er die Vereinigung mit Deimling, Ritter und Lengerfe erstreben. Bei den großen Entfernungen und der überaus zeitraubenden Heliographen- Uebermittlung ist die Verbindung mit diesem schwierig. Aus dem gleichen Grunde konnte eine Verlustliste bisher noch nicht mitgeteilt werden. Friedrich Maherero soll nach Gobabis abmarschiert sein, um im Norden zu fechten.
hätten ganz andere Resultate ergeben müssen, wenn in Port Arthur tatsächlich jenes enorme Kriegsmaterial vorhanden gewesen wäre, bon dem man sprach. So wie die Verhältnisse sich jetzt darstellen, find faktisch bei Port Arthur alle Theorien über den Festungsfrieg in ihr Gegenteil verkehrt worden, wenigstens was den Verteidiger anlangt. In der ganzen Fachliteratur wurde das Dogma gepredigt, in einer modernen, wohlausgerüsteten und versorgten Festung müßten die Wenigen den Bielen die schwersten Verluste beibringen und außerordentlich lange Zeit erfolgreich widerstehen. Nun haben zwar die Japaner vor Port Arthur, mie behauptet wird, 50 000 Mann berloren, aber diese Verluste hätten viel enormer sein und die Belagerung geradezu illusorisch machen müssen, wenn die Festung mit dem genügenden Material an Proviant, Transportmitteln, Artillerie und Munition versehen ge= wesen wäre. Wie die Dinge aber lagen, sah sich Stössel wahrscheinlich außer stande, statt sich auf mißglückte Absperrungsversuche der Halbinsel einzulassen, seine Truppen zu kon zentrieren und den Feind in offener Feldschlacht zu zerSprengen, so lange er ihm an Zahl beinahe doppelt überlegen war. Daß er schließlich auch die Festung selbst übergeben mußte, ist sicherlich auch nur auf den Proviant- und Munitionsmangel zurückzuführen.
Bergarbeiterausftand im Ruhrgebiet. Essen, 9. Januar.
Am gestrigen Tage wurde Oberst Leutwein vom Reichskanzler empfangen. Im allgemeinen war Graf Bülow dem Gouverneur freundlich gesinnt.
Frankreich.
Spätes Geständnis. Im Jahre 1903 wurde vom Schwurgericht zu Brix die Frau des Bergarbeiters Michel in Kunnersdorf von der Anklage, den eigenen Gatten vergiftet zu haben, freigesprochen. Jetzt erschien die Frau vor Gericht und gestand, daß sie doch die Tat auf Anraten ihres Geliebten, eines verheirateten Mannes, tatsächlich begangen habe. Die Untersuchung wurde wieder eingeleitet.
Bei der Nachwahl im Wahlbezirk Syvetons wurde der Advokat Bienaimé gewählt, der in dem Averdissement geboren ist. Im übrigen aber sind die Nationalisten doch jetzt ziemlich kleinlaut in ihrer Politik und ihrer Siegesfeier. Afrika.
Kunft und Wissenschaft.
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FK Gine berühmte Taler- Sammlung kommt zur öffentlichen Versteigerung. Ritter v. Wilmersdörffer in München hat eine Kollektion von 8000 Münzen im Taler- Gepräge zusammengebracht, darunter an 1500 Goldmünzen und 5000 bis 6000 Medaillen aller Metalle. Unter legteren befinden sich ganze Reihen von Kunstmedaillen der deutschen Renaissance und das Hauptstück der Sammlung, eine vollständige Serie von Medaillen der ganzen Familie Napoleon. Die Versteigerung besorgt das numismatische Geschäft von Josef Hamburger in Frankfurt a. M. Sie erfolgt in meh reren Abteilungen. Die erste Auktion wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres stattfinden.
Nach einer Mitteilung des Kriegsministers von Marokko ist der Sieg des Prätendenten über die Snltantruppen durchschlagend, so daß die fremdenfeindliche Politik wohl herrschendes Prinzip wird. Nach einer schönen Landessitte führt der Prätendent als Trophäen die abgeschnittenen Köpfe von 150 Gegnern auf Spießen mit und 300 Personen sind in Ketten gelegt. Inzwischen hat Frankreich einen weiteren Schritt unternommen. Der französische Gesandte wird in Begleitung des Legationssekretärs Grafen de Saint- Aulaire und des Kommissars für die marokkanischen Schulden Regnault am 11. Januar nach Fez abreisen. Die Mission wird von 500 marokkanischen Reitern unter Befehl des Paschas von Fez eskortiert.
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Hof und Gesellschaft.
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• Vermischtes.
[ Eine kostbare Tabaksdose] aus der Zeit Friedrichs des Großen besitzt der Bäckermeister Mazier in dem ostpreußischen Dorfe Heinrifau. Sie ist ziemlich handlang und fast 3 Finger breit. Auf dem Deckel steht die Figur Friedrichs des Großen in Uniform und Dreispitz, erhaben geprägt mit der Unter schrift Fridericus Magnus Borussorum Rex. Ueber dem Haupte hält eine schwebende Hand einen Lorbeerfranz. Auj der Unterseite sind unter dem preußischen Adler und der Inschrift: Triumphi Friderici Maximi 12 Schlachten bilder geprägt mit kleinen Figuren von Reitern, Infante risten, Pulverwolfen, und zwar sind dies die Schlachten bei Mollwig, Czaslau, Friedberg, Kesselsdorf, Lowosiz, Prag Roßbach, Lissa, Zorndorf, Liegnig, Torgau. Darunter steht: Pro gloria et patria. Ganz unten: Giese fecit. Der Dr ist nicht gut zu lesen: auch keine Jahreszahl ist zu ent ziffern.
Prinzregent Luitpold von Bayern ist von einem kleinen Unfall, der ihn betroffen hatte, ziemlich wieder hergestellt. Der Prinzregent war in seinen Gemächern auf dem Parkett ausgeglitten und hatte sich eine leichte Zerrung an der inneren Sehnenbande des rechten Kniegelenks zuge= zogen. Jetzt ist die Schwellung bereits wieder zurückgegangen. Der Schmerz ist sehr gering und das Kniegelenk völlig frei. Das Allgemeinbefinden ist ausgezeichnet; der Prinzregent konnte gestern morgen die gewohnte Ausfahrt unternehmen und empfing später den Minister des Innern und den Chef der Geheimkanzlei.
Obgleich der Ausstand im Ruhrgebiet nicht ganz vermie den worden ist, so ist es den Bemühungen der Führer der Bewegung doch gelungen, sie auf die Zeche Bruchstraße zu Iofalisieren. Der Grund des Streikes ist bekanntlich die Verfügung der Zechenverwaltung, daß die Seilfahrt verlängert werde. Die Rechenverwaltung hat den Arbeitern allerdings angekündigt, daß sie bei einer fündigungslosen Niederlegung der Arbeit auch ihre zivilrechtlichen Ansprüche an die Arbeiterschaft geltend machen werde; allein diese leitet das Recht zur sofortigen Schichtverweigerung daraus zurück, daß die Verwaltung den alten Vertrag durch die Verlängerung der Ein- und Ausfahrzeiten willfürlich verändert habe ebenfalls ohne den anderen Vertragsteil zuzuziehen, oder die Kündigung des alten Vertrags zu bewirken. Je denfalls liegt hier ein sehr interessanter Prinzipienfall vor. Außerordentlich angenehm berührt es, daß die Arbeiter. schaft trotz der begreiflichen Erregung große Ruhe bewahrt. Die Versammlungen der Zeche Bruchstraße in Langendreer und der Zeche Herkules", wo ebenfalls wegen Maßregelung eines Kameraden eine Bewegung eingeleitet ist, nehmen einen durchaus geordneten Verlauf. Sie werden vollständig be herrscht durch die ruhige Besonnenheit der Führer, die immer und immer wieder zur Ruhe mahnen. Insbesondere der Reichstagsabgeordnete Sachse zeichnet sich durch eine geradezu klassische Gelassenheit und Mäßigung aus er ermahnt Stets und immer nachdrücklicher die Bergarbeiter, der Leidenschaft in dieser fritischen Situation fein Gehör zu geben.
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In der Tat ist diese sehr ernst für die Arbeitgeber sowohl, wie für die Arbeitnehmer. Namentlich aber auch für die letzteren, denn ein allgemeiner Ausstand würde bei einer Arbeiterschaft von 200 000 Mitgliedern bei einer Unterstützung von bis 10 Mark einen Wochenaufwand von mehr als 2 Millionen Mark erfordern, ein Betrag, den die Arbeiter
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[ Trinkgelder verboten!] In manchen Lokalen( viele sind es nicht) steht es groß angeschlagen, daß keine Trink gelder genommen werden dürfen. Großen Effeft pflegt sold ein Verbot nicht zu haben. Das wissen die praktischen Ameri faner, und so sassen sie die Sache radikaler an. In der Legislative des Staates Missouri ist eine Vorlage einge bracht, die das ganze System des Trinkgeld- Gebens un -Empfangens gesetzlich verbieten will. Um das Verbot nicht auf dem Papier stehen zu lassen, soll schon das Anbieten von Trinkgeldern unter eine Strafe von 2000 Mark nach unserem Gelde gestellt werden. Der Vorschlag hat die allgemeine Sympathien im Publikum wie unter den Gesetzgebern für sich, und so wird er wohl Gesetzesfraft erlangen. Dann wir es mit den Trinkgeldern vorbei sein im Staate Missouri jenseits des großen Teichs".
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[ Ein Naturwunder.] Bei Neukirchen in Niederbayern wurde von einem Jagdpächter ein Rehbock mit 5 Läufen er legt. Der fünfte Lauf befindet sich neben dem linken Vorder lauf, ist etwa 2 Zentimeter länger und etwas schwächer, als dieser, aber sonst ganz normal ausgebildet.
* Die Folgen des Unwetters, das sich von der Seefante bis weit nach Mitteldeutschland hinein erstreckte, lassen sich allmählich übersehen. Besonders schlimm hat der Sturm auf See und an der Küste gehaust. Dämme sind durchbrochen, und die eisige Flut hat stellenweise große Verheerungen angerichtet. Schrecklich wütete das Unwetter in Helgoland, wo die Düne wieder sehr gelitten hat. Das Feuerschiff Borfum- Riff" ist von seiner Stelle in die Nordsee abgetrieben, und der Regierungsdampfer Friedland" ist auf die Suche gesandt. Im Aermelkanal stieß der englische Dampfer Winnington" mit einem anderen Schiff zusammen und sant, wobei 10 Personen ihren Tod in den Wellen fanden. Ein anderer Zusammenstoß brachte einen Glasgower und einen spanischen Dampfer zum Sinfen; in diesem Falle gelang es den Besatzungen sich zu retten. Auch die Kälte hat manche Opfer gefordert. In Ost- und Westpreußen sind über 30 Menschen, die ihr Beruf ins Freie führte, erfroren. Bei Kuhren in Ostpreußen sind 15 Fischer ertrunken. Ein besonders heftiger Schneesturm suchte das Riesengebirge heim und führte viele Verkehrsstörungen nach sich. Auch ein Eisenbahnunglück ist auf Rechnung des Sturmes zu setzen. Bei Graz hob der Wind zwei Personenwagen aus den Schienen und schleuderte sie in den Thorlbach. Mehrere Fahrgäste erlitten Verlegungen.
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[ Frendentage am Hofe des Mikado.] Port Arthur ist gefallen, und gleichzeitig wurde dem Beherrscher des japa nischen Inselreiches der dritte Enkel geboren. Das ist fast ein bischen zuviel Glück auf einmal. Die Kronprinzessin Sadoks schenkte ihrem Gemahl, dem zukünftigen Mikado Joschihits, ein Söhnchen gleich nachdem die starke Seefestung bezwun gen war. Prinzeß Sadoko ist seit dem Jahre 1900 mit dem Kronprinzen vermählt. Die Hochzeit wurde entgegen den sonst am Hofe zu Tokio herrschenden europäischen Zeremo niell nach altjapanischem Ritus begangen. Das Kronprinzer paar wohnt in einem nach Plänen Pariser Architekten er. bauten Palaste. Die Kronprinzessin entstammt einer der ä testen japanischen Adelsfamilien. Nach der Geburt des dritten Söhnchens fann nun die männliche Nachkommenschaft in Hause des Mikado als voraussichtlich gesichert gelten.
Eine unedle Rache. Dem Lehrer Biberger in Sennen in Niederbayern waren in der Gemeinde eine Anzahl Leute
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[ Die ausgleichende Gerechtigkeit.] In der Sybeton angelegenheit wurden bekanntlich Versuche mit Hunden vorgenommen, die narkotisiert und dem ausströmenden Gas von Sybetons Gasofen ausgesetzt wurden. Diese Versuche baben am Abend vor ihrer Anstellung 311 einem komischen Auftritt im Justizpalast geführt. Dort traf abends eine etwa 40 Jahre alte Amerikanerin, Fräulein Ellen Sturd, ein, die imverzüglich vom Staatsanwalt empfangen zu werden ver langte, da sie diesem eine Strafanzeige zu übermitteln hätte. Der Kanzleidiener erwiderte der Besucherin, sie solle am folgenden Morgen wieder vorsprechen, allein sie meinte, dann wäre es zu spät, da das Verbrechen dann bereits be gangen wäre. Der Kanzleidiener erschraf, als er das Wort Verbrechen hörte, und führte die Dame zu dem Sekretär der Staatsanwaltschaft, dem sie eine Strafanzeige gegen die Sachverständigen überreichen wollte, die sich gemeiner Morde an den unschuldigen Hunden schuldig machten. Der Beamte suchte die Amerikanerin zu beruhigen und klärte fie darüber
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