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Wahl- Aufruf!

Durch Verabschiedung des Landtages werden die Wähler im Wahlkreise Gießen- Land wiederum vor die Aufgabe gestellt, ihr politisches Wahlrecht auszuüben und ihrer Wahlpflicht zu genügen.

Am 15. November werden die Wahlmänner, am 24. November die Abgeordneten selbst gewählt werden.

Bei der Umschau nach einem geeigneten Kandidaten fiel die Wahl des Bürgertums für unseren Bezirk auf die Person des Herrn

Bürgermeister Leun in Grossen- Linden

Wir wissen, wuß Herr Leun der Vertreter ist, wie ihn unser Wahlkreis braucht. Unbefangen steht er den verschiedenen Berufszweigen des Erwerbslebens gegenüber. Er wird im Falle seiner Wahl die Interessen von Landwirtschaft, Industrie, Ge­werbe, Handel und Arbeiter gleichmäßig zu wahren suchen und wie bereits das letzte Mal

stimmen.

für die direkte Wahl

Für die Rechte und Freiheit aller Konfessionen und für die Achtung und Duldung jedes religiösen Bekenntnisses wird unser Kandidat jederzeit eintreten.

Der Wahlausschuß für die Kandidatur Leun.

Wahl- Aufruf.

In wenigen Wochen finden die Landtagswahlen statt. An unsere nationalliberalen Parteigenossen in Stadt und Land ergeht daher die dringende Mahnung, mit allen Kräften in den Wahlkampf einzutreten.

Unserem stets festgehaltenen obersten Grundsaß, das allgemeine Wohl zu fördern und in dem Kampfe der widerstreitenden Interessen einen billigen Ausgleich zu finden, bleiben wir getreu.

so

Auch in Zukunft erachten wir uns verpflichtet, für die Interessen der Landwirtschaft, dieses wichtigen Zweiges der Volkswirtschaft, einzutreten und die hierzu erforderlichen Mittel zu bewilligen. Ebenso werden wir auf die Förderung von Handel, Gewerbe und Industrie hinwirken erachten die Kräftigung und Erhaltung unseres Handwerker- und gewerblichen Mittelstandes im Interesse des Staates für dringend geboten.

und

Wie von jeher werden wir auch künftighin für die berechtigten Interessen des Arbeiterstandes

eintreten.

Getreu den Ueberlieferungen unserer Partei halten wir fest an den unveräußerlichen Rechten des Staates in Kirchen- und Schulangelegenheiten.

Was die Kosten der Volksschule anlangt, so streben wir tunlichste Entlastung der Gemeinden an und wünschen eine weiter gehende Unterstützung unserer bedürftigen Gemeinden bei Schulhausbauten. Die Uebernahme der persönlichen Kosten der Fortbildungsschulen auf den Staat ist und bleibt eine Forderung unserer Partei.

Dem weiteren Ausbau der Verkehrswege unter Heranziehung staatlicher Mittel werden wir unsere besondere Aufmerksamkeit zuwenden.

Zu den bedeutsamen Aufgaben des kommenden Landtags gehört insbesondere die Revision der Ber­waltungsgesetze. Wir werden auf möglichste Selbständigkeit der Kommunalverbände hinwirken, aber eine weitere Belastung der Gemeinden durch dem Staate obliegende Aufgaben zu verhüten suchen. Die Kreis- und Provinzialverbände sind vom Staate derart zu dotieren, daß sie ein selbständiges Leben führen können.

Die Revision der Gemeindesteuergesetzgebung bleibt nach wie vor eine dringende Notwendigkeit. Wir werden dabei im Sinne einer gerechteren Verteilung der Steuerlast innerhalb der Gemeinden, einer angemessenen Heranziehung der leistungsfähigeren Steuerzahler und Entlastung der wirtschaftlich Schwachen mitwirken. Die Revision des Gesetzes über den Urkundenstempel darf nicht länger verschoben werden. Eine hochwichtige Aufgabe bleibt uns nach wie vor die Reform unseres Wahlgesetes im Sinne des direkten Wahlrechts.

Unsere Partei, die auf Grund der bestehenden staatlichen, Gemeinde- und gesellschaftlichen Verhältnisse die freiheitliche Entwickelung unseres Staats- und Gemeindewesens erstrebt, sucht gegenüber den internationalen zerstörenden Tendenzen der Sozialdemokratie alle nationalgesinnten Bürger zu vereinigen. Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage in Land und Reich und der von jener Seite drohenden Gefahren ist dies gerade jetzt von ganz besonderer Wichtigkeit. Mögen daher alle bürgerlichen Elemente zur Bekämpfung dieser Gefahr sich mit uns vereinigen! Mögen unsere Parteigenossen ihre volle Schuldigkeit tun! Möge feiner von ihnen an der Wahlurne fehlen und möge jeder in unserem Sinne aufklärend und anregend tätig sein! Dann wird es nicht fehlen, daß in dem schweren von der Sozialdemokratie mit gewaltigem Einsatz ihrer Kräfte und ihrer rücksichtslosen Energie geführten Kampfe der Sieg der bürgerlichen Ordnung bei diesen Wahlen errungen wird.

Darmstadt, den 30. Oktober 1905.

Der Landesausschuß der nationalliberalen Partei

im Großherzogtum Hessen:

J. B. Schmeel I., Justizrat," Vorsitzender.

Stadt- Cheat

Giessen.

Dir.: Hermann Steingoet Freitag, den 10. Novemb Zu Schillers Geburtstag.

Maria Stuart

Trauerspiel in 5 Aufzügen vor

Fr. v. Schiller. Schüler n. Schülerinne erhalten zu dieser Vorstell ermäßigte Einlaßtarte in Ernst Challiers Musikalie

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Bekanntmachung.

Montag, den 13. November, vorm. 11 UG wird im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15, de bisher dem Herrn Kanzleirat Demuth gehörige Garte auf dem Hamm, Flur 38 Nr. 82= 867 qm auf die Dauer von 6 Jahren meistbietend verpachtet. Gießen, den 7. November 1905.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

Bekanntmachung.

Die Zinsen der Friedrich Heyer von Rosen feld'schen- Stiftung mit 67,20 Mt. find am 21. Dezemb an solche evangelische, würdige Stadtarme zu verteiler die selbst, deren Eltern und Großeltern in Gieße geboren sind und das Bürgerrecht hier befize oder besaßen.

Meldungen nimmt das Armenamt, Neuenbäue 2 immer Nr. 2, bis zum 20. d. Mts. während der G schäftsstunden entgegen.

fol

Gießen, den 3. November 1905. Großh. Bürgermeisterei Gieken. Curschmann.

Verdingung.

anlage für die Klärbeckenanlage der Stadt Gieße Die Herstellung der elektrischen Beleuchtung montag, den 13. November d. J6., vorm. 11 Uhe öffentlich vergeben werden.

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Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

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