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Skandinavien.

** Am 13. August findet in Norwegen die Volksabstim­mung über die Trennung der schwedisch- norwegischen Union statt. Man nimmt mit vollkommener Sicherheit an, daß die Belksabstimmung die Beschlüsse des Storthing gutheißen wird. Voraussichtlich werden danach alle Beteiligten bestrebt sein, sämtliche Formalien, die zur Lösung der Union erfor= derlich sind, möglichst schnell zu erledigen, auch über die Frage der Neubesetzung des norwegischen Königsthrons sich zu einigen. Wie erinnerlich, hat der norwegische Storthing bei dem Bruch mit König Oskar dessen Mitwirkung erbeten, daß ein jüngerer Prinz des Hauses Bernadotte den Thron von Norwegen unter Verzicht auf sein schwedisches Erbrecht besteige. Ebenso ist bekannt, daß König Oskar dieses Aner. bieten, wenn auch nicht offiziell, abgelehnt und seine Buſtim. mung von dem bestimmt geäußerten Willen des schwedischen Volkes abhängig gemacht hat. Daß das schwedische Volk sich in diesem Sinne äußern wird, ist nicht gerade wahrschein­lich. denn jedenfalls ist ein Teil des schwedischen Volkes mit der Einrichtung einer Bernadotteschen Sekundogenitur in Norweger nicht einverstanden. Tritt der Fall gleichwohl ein, so ist die Ernennung des Prinzen Karl Bernadotte zum König von Norwegen ungefähr gewiß. Sonst ist der ein. zige ernsthafte Thronbewerber der zweitälteste Enkel des Königs von Dänemark, der in Charlottenlund am 3. August 1872 geborene Prinz Karl von Däne. mark, der Schwiegersohn König Eduards bon England. Die jüngsten Reisen des Kronpringen bon Dänemark, Vaters des ebengenannten Prinzen, bängen mit dieser Angelegenheit zusammen, deren beschleunigter Abschluß schon deshalb gewünscht wird, weil jede Verzöge­rung die bereits merklich vorhandene republikanische Strö­mung in Norwegen verstärkt und die Proklamierung der Ne­publik in Norwegen wahrscheinlich macht.

Soziales Leben.

boten. So erzählt die Londoner Zeitung Daily Chronicle". Ihr und der ungewöhnlichen Hitze fällt die Verantwortung für die Meldung zu.

Bevorstehender Streif der Baumwollarbeiter in Eng­land. Die Baumwollarbeiter in Lancashire haben sich ein­stimmig dafür ausgesprochen, am 19. August in den Aus­stand zu treten, falls nicht die Löhne um 5 Prozent erhöht werden. Der Ausschuß des Verbandes der Baumwoll, spinnereibesitzer beschloß, den ganzen Baumwollhandel aufzu­fordern, sich zusammenzuschließen und die Forderungen der Bauniwollarbeiter abzuweisen.

Unheil durch Eiswasser. In das Shyot- Tal im Hi­malayagebirge stürzte eine ungeheuere Eismasse herab. Sic hat das Tal vollständig abgesperrt, und hinter ihr hat sich ein See von über fünf englischen Meilen Länge gebildet. Es steht zu befürchten, daß beim Schmelzen des Eises das Tal durch eine Ueberschwemmung verheert wird. Die Behörden haben alle Bewohner angewiesen, sich schleunigst in Sicherheit zu bringen.

Zehnstunden- Arbeitstag in Süddeutschland. Die süd­doutschen Tertilindustriellen planen allgemeine Einführung des Zehnstundenarbeitstages in ihren Betrieben.

Nab und fern.

Hm Strande der Oftfee.

- Eine Wanderung durch deutsche Seebäder. Nachdem vor über hundert Jahren am Heiligendamm bei Doberan das erste deutsche Ostseebad entstand, dem 1802 Kolberg und Travemünde, alsdann Putbus, Zoppot, Warne­münde und Swinemünde folgten, sind in verhältnismäßig kurzer Zeit an der ganzen deutschen Ostseeküste Badeorte emporgeblüht. Der Zusammenhang von Waldesrauschen und Meeresbrausen verleiht besonders einzelnen dieser Bä­der einen ganz eigenen Reiz. So vereint z. B. Cranz die Annehmlichkeit eines unvergleichlich schönen Laubwaldes mit vorzüglichem Wellenschlag. Cranz ist der am nördlich ſten belegene Punkt auf dem fruchtbaren Boden des Sam­landes. Seine Dumdes Höhe, wie das schön gelegene Bel­vedere gewähren dem Auge die herrlichsten Fernblicke. Wenn Cranz besonders reich an Badegästen aus Königsberg ist, so wählen die Bewohner Danzigs mit Vorliebe 3 oppo zu ihrer Sommerfrische. Bekannt ist die dortige Kinderheil stätte. Zu näheren Spaziergängen bietet der Strandpark Gelegenheit, während die weitere Umgebung Zoppots zu ganz besonders schönen Ausflügen verlockt; wie nach dem Kloster Oliva, das 1170 gegründet und häufig durch Feuer verheert, jetzt wundervoll wieder aufgebaut ist. Eine Mar morplatte in der ehemaligen Klosterkirche erinnert an die ge schichtliche Bedeutung der alten Abtei, in der am 3. Mai 1660 der Friedensschluß stattfand, durch den die Anerken­nung des Großen Kurfürsten als souveränen Herzogs in Preußen bestätigt wurde. In nächster Nähe liegt der Karls. berg, vor dem aus man eine besonders schöne Aussicht in die Ferne genießt.

Ein Jdyll von der Kleinbahn. Auf einer lothringischen Kleinbahn hielt kürzlich der Zug plößlich auf offener Strecke an. Verursacht was die Störung dadurch, daß sich das Per­sonal auf der Lokomotive in die Haare geraten war und sich unter großem Getobe fürchterlich prügelte. Als die Passa­giere den Rest des Weges zur Station zurückgelegt hatten, fam ,, das Zügle" langsam angefahren. Kaum hielt es an, als die beiden Kampfhähne von der Lokomotive herabspran­gen und auf dem Perron ihren Faustkampf zum Entsetzen der Passagiere fortsetzten.

Ramps cines Knaben mit einem Irrsinnigen. Auf einem einfant gelegenen Forsthofe in der Nähe von Nakel erschien vor kurzem ein Frrsinniger, der aus dem Nakeler Kranken­hauie entflohen war. Die Förstersleute befanden sich im Walde, im Hause war nur die Tochter. Es gelang ihr, die Für abzuriegeln und ihren Bruder, der in der Nähe auf dem Felde arbeitete, zu Hilfe zu rufen, der durch die Hintertür ins Haus gelangte. Der Frre suchte durch das Fenster ein­zudringen, der elfjährige Knabe aber holte ein Gewehr ons dem Schranke und schoß den Wütenden ins Bein. Als dieser dann mit einer Forfe auf die Kinder eindrang, strete er entschlossene Knabe den Angreifer durch einen zweiten Schub tot zu Boden.

Entgleisung eines Schnellzuges Der Kr- Mater Schnellzug ist bei Ingolstadt vollständig entgleist. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden geitet, der Zug­jührer schwer, sechs Beamte und dreizehn Reisende leicht der­Tetzt.

herkscht reger Schiffsverkehr. Alle Schiffe, die von Lübeck kommen, oder dorthin gehen, müssen hier vorüber. Der Strand von Travemünde ist durch die Festigkeit seines herr­lichen weißen Sandes berühmt und gibt Gelengeheit zu den ichönsten Spaziergängen. Niendorf und Haffkrug, Kleinere Badeorte in nächster Nähe, werden häufig von den Travemünder Badegästen aufgesucht. Ein reicher Kranz von blühenden Erholungsstätten ist es, welche die Ostsee dem im Lärm des Kampfes unis Dasein matt und schwach gewor­denen Menschenfinde bietet. Neue Kraft und frisches Leben gibt das Meer in verschwenderischer Fülle.

An historischen Erinnerungen reich ist auch das an der Küste von Hinterpommern belegene Bad Kolberg. Wurde doch die Stadt 1807 durch Schill, Nettelbeck und Gneisenau so mutig verteidigt, daß der Ruhm preußischer Waffentaten auf das glanzvollste wieder hergestellt wurde. In der Ma­rienkirche zu Kolberg, mitten zwischen den Särgen ehemali­ger Festungskommandanten steht der Sarkophag der un­glücklichen Gemahlin des Markgrafen Heinrich von Bran denburg- Schwedt, des letzten dieser Linie des Zollernhauses.

Gefaßter Mörder. Es ist jetzt gelungen, der Mörder der den Oberpostpraktikanten Heder am Broken crschop uno beraubte, dingfest zu machen. Es ist ein siebenjähriger Kaufmann aus Frankfurt a. M. Man faßte ihn ad, als er in einem Hotel in Thale sich in ein Zimmer eingeidlichen hatte, um dort zu stehlen. Der Mensch hatte seinen Vater beraubt und sich dann im Harz herumgetrieben. In Goslar hatte er sich ein Gewehr gefauft, und mit diesem hat er Heder erschossen, wie er behauptet, aus Zufall. Er hat bei seinem Opfer gegen 800 Marf gefunden. Mit dieser Summe hat er vier Wochen lang splendid im Harz als Tourist gelebt, so das er nur noch 65 Pfennige im Besiz hatte, als er verhaftet wurde.

Während die eigentliche Stadt mit ihren herrlichen Park­und Gartenanlagen etwas landeinwärts an der Persante liegt, zieht sich, gewissermaßen als ihr Vorort, das eigentliche Bad, Kolbergermünde, an den Dünen entlang.

Ein beschlagnahmtes Abiturienten- Witblatt. In Kon­stanz hatten sich die Abiturienten des dortigen Gymnasiums zu ihrem Abschieds- Kommers ein Witblatt in einer litho graphischen Anstalt herstellen lassen, das Karikaturen von Lehrern der Anstalt enthielt. Auf Anordnung der Staats­amvaltschaft wurde das Blatt beschlagnahmt, und das Amtsgericht verfügte die Vernichtung der Formen und Platten.

Vermischtes.

Keine Belästigung auf der Eisenbahn. Die preußische Staatsbahnverwaltung hat eine Verfügung erlassen, derzu­folge das gewerbsmäßige Feilbieten oder Verkaufen von Gegenständen aller Art, das Musizieren, die Vorführung von Schaustellungen und das Einsammeln von Geld innerhals des Bahngebietes, namentlich auch in den Zügen, verboten ist.

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Erschließung der Lüneburger Heide. Die Bemühungen, die Lüneburger Heide in erhöhtem Maße wirtschaftlich nut­bar zu machen, führen immer mehr zu praktischen Ergeb­nissen. In den sonst ganz vertlosen Heidestrichen zwischen Eschede und Unterlüß hat man große Fischteich- Anlagen ge­schaffen. Bereits sind 40 Streck- und Abwachsteiche, 12 Win­terteiche, 24 Streich- und Brutteiche und 36 kleinere Be­hälter hergestellt. Das erforderliche Wasser wird der Aschau und ihren kleinen Nebenläufen entnommen.

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Eine Hundertjährige. In Lobosit hat am 5. August Frau Julie Ascher das hundertste Lebensjahr vollendet. Die Greisin erinnert sich noch genau der Franzosenzeit. Als achtjähriges Mädchen hat sie in Dresden den Einmarsch der Franzosen mit erlebt und auch den Kaiser Napoleon gesehen. Nach der Schlacht bei Kulm war sie beim Durchmarsch der Russen durch Lobosit; dort nahm ihr ein russischer Soldat den Apfel. den sie gerade angebissen hatte, aus der Hand und ließ ihn sich gut schmecken.

Ebenso beliebt wie Kolberg ist den wohlsituierten Berlinern Heringsdorf und Swinemünde. Inter­essant ist Swinemünde schon als Hafenstadt, als welche sie besonders für Stettin die gleiche Bedeutung, wie Trave münde für Lübeck, besitzt. In dem Hafen, dessen Einfahrt durch großartig angeicgte Festungswerke gegen jeden Ueber­fall geschützt ist, verkehren jährlich mehr denn 2000 Schiffe. Die Stadt ist durch ein Erlenwäldchen vom Meere getrennt. Das König Wilhelmsbad" ist von wunderschönen Barkan­lagen umgeben. Die Eisenbahn verbindet Swinemünde und Heringsdorf. Zwischen beiden Orten liegt Ahlbeck, wo Spielhagen bekanntlich seinen Roman Sturmflut" spielen ließ. Heringsdorf zeichnet sich durch moderne, architektonisch hervorragend schöne Villen und vortreffliche, durch und durch komfortable Badeeinrichtungen aus. Die 425 Meter lange Kaiser Wilhelmbrücke, die direkt ins Meer führt, wird be­sonders gern als Spaziergang benutzt.

Gefährdung eines Pariser Warenhauses. Durch den finonzilien Zusammenbruch Jaluzots, des Begründers des Warenhauses Printemps in Paris, ist der Fortbestand dieser Kirra sterk bedroht. Das Warenhaus, das einer Aktien. gefeuschaft unter der Firma Jaluzot u. Cic. gehört, hat Ja fuzoi auf 22 000 Aftien über 10 Millionen Francs vorge­streckt. Man befürchtet, daß diese Aktien zwangsweise ver­fauft werden müssen. Die Angestellten des Printemps sind gegen Jaluzot sehr erbittert und wollen eine Versammlung einberufen, um ihn zu zwingen, seine Stellung als Direktor des Warenhauses aufzugeben.

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Ein edles Krant. In Rumänien wird eine Virginia­Bigarre feilgeboten, für deren Genuß eine dortige Zeitung ihren Lesern folgende Ratschläge erteilt: 1. Beim Aussuchen suche man eine hellgelbe zu erreichen, da die schwarzen auch für den stärksten Magen schwer verdaulich sind. 2. Man suche die Bindfadenstücke, Roßhaare, Lederabfälle und Schweinsborsten heraus. 3. Die überflüssige Feuchtigkeit in der Zigarre ist durch kräftige Behandlung mit einem Nudel­malfer zu entfernen. 4. Man lasse sich in eine Lebens- und Unfallversicherungsgesellschaft aufnehmen. 5. Man begebe fich an einen Ort, wo sich auf mindestens drei Kilometer Entfernung fein Lebewesen mehr befindet. 6. Ein Arzt, eine Hausapotheke, ein Waschbecken, eine Luftpumpe, sowie eine Tragbahre und zwei stämmige Dienstmänner sind mitzuneh­men. 7. Man lasse sich von den Dienstmännern festhalten und suche dann die Zigarre unter Aufwand von zwei Schach­feln nationaler Streichhölzer in Brand zu stecken. 8. Man überlege sich die Sache lieber doch noch einmal, trage die Zigarre nach Bukarest zurück und übergebe sie einem der städtischen Mistverbrennungsöfen zur Vertilgung.

Waldumgrenzt liegt das nahe Zinnowitz mit seinem schönen Strand und seinem sagenumwobenen Vinetariff, mit dem Blick auf jene Brandung zwischen Streckelberg und Dameron, wo einst Vineta gestanden haben soll. Von Glien­berg aus erschaut man im Nordwesten von Rügen die kleine Insel Ruden, auf der im dreißigjährigen Kriege Gustav Adolf landete. Die Insel Wollin bietet in M is d roy einen Anziehungspunkt für viele Fremde. Denn gerade bei Mis­droy vereinen sich Berge, Wälder, Wiesengrund und See zu einem anmutigen Gesamtbild.

+ Zweihundert Schüsse in der Sekunde! Ein Lithauer namens Feodor Troit soll ein Gewehr erfunden haben, das bis 12 000 Schüsse in der Minute, also 200 in der Sefunde, abzugeben imstande ist. Die Tragweite soll sich auf drei englische Meilen erstrecken, die Durchschlagskraft die aller seitherigen Magazingewehre weit übertreffen. Die Wasse braucht nur einen Mann zur Bedienung. Der Erfinder, der sechs oder sieben Jahre an dem Gewehr gearbeitet hat, hat seine Erfindung dem englischen Kriegsministerium ange­

= Das Spiel mit zehn Kegeln. In den englischen Kolo­nien werden beim Kegelspiel meistens zehn Regel statt der Diese Gewohnheit schreibt sonst üblichen neun aufgestellt.

Um nun auch das erste deutsche Seebad nicht zu vergessen, sei Doberans gedacht, das zwei Stunden von Rostock ent­fernt, in einem lieblichen, waldigen Tale liegt. Besonders sehenswert ist hier die gotische Kirche mit den Grabdenkmä­lern verschiedener Herrscher aus dem Obotritenstamme. Der schönste Buchenwald verbindet Doberan mit Heiligen damm, das noch von alten Zeiten her sich den Namen des vornehmsten Ostseebades gewahrt hat. Die verschiedenen fürstlichen Villen, die sich leuchtend von dem Waldesgrün ab­heben, haben den Blick auf den heiligen Damm", einen von der Natur gebildeten Wall am Strande. Stundenlang kann man sich in den schattigen Waldungen ergehen. Das Leben hier ist aber auf die Dauer etwas einförmig, denn wenn auch Segel- und Ruderboote mit Ausflüglern am Strande freu zen, gibt es wenig Schiffahrt auf dem Meere, wie sich denn auch hier kein eigentliches Strandleben entfalten kann. Das hat man in Warnemünde, dem alten, von Fischern und Schiffern bewohnten Hafenort Rostocks, am Ausfluß der schiffbaren Warnov. Ein Trajekt vermittelt den direkten Verkehr nach Dänemark. Stolz erhebt sich der stattliche Leuchtturm, der viele Meilen weit sein Leuchtfeuer ergießt.

sich daher, daß in lange zurückliegenden Zeiten die puri­tanische Regierung mit allen Glücksspielen auch das unschul­dige Kegelschieben untersagte. Ein Advokat in Indien machte die Entdeckung, daß nach dem Wortlaut des Gesetzes nur das Spiel mit den neun Kegeln" verboten sei. Gestützt auf diesen Wortlaut, führte man statt der neun überall zehn Regel ein und konnte nun ruhig darauf los fegeln. So ist der zehnte Kegel zur Gewohnheit geworden.

== Kälte in der Sahara. Wenn auch für gewöhnlich in der Wüste Sahara eine gewaltige Hize herrscht, so fehlt es doch dort nicht an Umschlägen der Temperatur, die oft erstaunlich sind. Ein Reisender, der mehrfach die Reise durch die Wüste gemacht hat, notierte folgende Temperaturen, die kürzlich in einer französischen Wochenschrift veröffentlicht wurden: Am 19. Dezember 1904 beobachtete er zwischen Tuggurt und Guerrara um Mitternacht-1 Gr. C., bei Tagesanbruch ( 6 Uhr 15 Minuten)-2 Gr. C., bei Sonnenaufgang( 7 Uhr 15 Minuten) 1 Gr. C. und um 2 Uhr 30 Minuten nachmit tags im Schatten 24 Gr. C., um 7 Uhr abends 5 Gr. T. und um 8 Uhr 30 Minuten abends 4 Gr. C. bei Windstille und flarem Himmel. Am 20. Dezember zeigte das Thermometer um 7 Uhr 30 Minuten abends 1 Gr. C. bei starkem Reif, der stellenweise eine Schicht von 1 Zentimeter Dicke bildete.

Es gibt doch noch zu viele Menschen, die auch in der Ferienzeit Anregung haben wollen, und deshalb Warne münde mit seinem so ungemein regen Vorfehr, seinem fort: währenden Kommen und Gehen majestätischer Schiffe dem vornehmen, aber auch langweiligeren Heiligendamm vor ziehen, besonders wenn man nicht zur Mecklenburger Hof gesellschaft zählt, die sich ganz unter uns" fühlt, und sich gegen Fremde hermetisch abschließt. Während neben Hei ligendamm Br unshaupten und Ahrendsee lang. sam emporblühen, wächst Müritz ebenfalls zum beliebten Seebade heran. Als erstes wird jedem Fremden das groß herzogliche Teehäuschen gezeigt, wo die Verlobung des deut schen Kronprinzen mit der Herzogin Cäcilie vor bald Jahres. frist gefeiert wurde.

Der Grenze Mecklenburgs gegenüber liegt, unweit des Seehafens Lübeck, das Ostseebad Travemünde mil seinen teilweise noch recht altmodischen Häuschen. Auch hier

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= Die englische Hausfrau. In einer englischen Zeit: schrift stimmt eine Mrs. Huth Jackson über die Eigenschaften ihrer Landsmänninnen ein bewegliches Klagelied an, in dem sie die englischen Hausfrauen für die Verschlechterung der angelsächsischen Rasse verantwortlich macht. Wir finden," so erklärt sie, dieselben engbrüstigen, zahnlosen, bleichen und anämischen Kinder nicht nur in den überfüllten Vierteln Londons, sondern auch in den Dörfern auf dem Lande. Der Grund dafür liegt allein darin, daß unsere Hausfrauen nichts mehr von den Pflichten wissen, die die Natur den Frauen zu erfüllen gebietet, von Kochen, Haushalten und Kinderpflege." Vor allem müßten die Frauen der höheren Gesellschaftsschichten, die über eitlen Tand und wissenschaft­lichen Spielereien dies vergessen, sich wieder mit solchen Din gen befassen, und dann die unteren Schichten belehren.

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Ein Kongreß der Zauberer. In London tagte eine Zu sammenkunft der Professoren der Magie aus allen Teilen der Welt, die sich zu einer Gesellschaft unter dem Namen Der Magierkreis von Großbritannien" zusammenschließen wollen. Sie bezwecken nichts Geringeres, als ihre Kuns auf die Höhe einer ernsten Wissenschaft zu heben. Die be rühmtesten Taschenspieler und Illusionskünstler waren zu gegen. Die Herren Herenmeister halten es für notwendig ihre gemeinsamen Interessen fräftiger wahrzunehmen und besonders den Versuchen entgegenzuwirken, die dem Publi fum die Methoden der Zauberkunst enthüllen wollen. E wurde daher der Beschluß gefaßt, daß jedes Mitglied des ,, Magierkreises", das einen Zaubertrick dem Publikum ent hüllt, ausgestoßen werden solle.

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Brand auf See. Von der Brandkatastrophe, die die Hamburger Bark Louise" in der Nordsee betraf, sind jetzt durch die an Bord des englischen Dampfers Clan Men­zies" in Hamburg eingetroffenen geretteten Schiffbrüchigen nähere Meldungen eingetroffen. Die Bark hatte außer der aus 12 Mann bestehenden Besatzung einen Engländer namens Wilson mit Frau und zwei Kindern im Alter von 17 und 7 Monaten an Bord. Die Frau Wilson entdeckte

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