er.
n zum Db.
28 ernannt.
affung der
g meines
Pfennig zehnftündige nicht da
den ganzen nterm Ofen
haben also megen eines zige Anfrage
mein Mann er Berstreut
cher Sprache
ich an der
nich doch
Der Neuen Berliner
Nr. 31.
Jesertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10.fg. fonft 15 fy. Reklamen bie Petitzeile 30 refp. 40 Bfg.
Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanfchluk Nr. 362.
Montag, den 6. Februar 1905.
Gießener
14. Jahrgang.
Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Crattabetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.
Neuelle Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Beifung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Vom Kanal zum Wafferftrafsengefetz.
( Ein Interview.)
Die zweite Lesung der vielumstrittenen Kanalvorlage", die das preußische Abgeordnetenhaus zur Zeit beschäftigt, hat bereits in den ersten Tagen der Debatte gezeigt, daß die stille, unverdrossene Arbeit der Kommission einen Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen angebahnt hat. Nicht mehr der Kanal" ist es, dessen Bewilligung von der Volksvertretung gefordert wird, sondern ein planmäßiger Ausbau des großen preußischen Wasserstraßennetzes. Wie unser CB.- Mitarbeiter erfährt, hat die Regierung begründete Aussicht, daß die Vorlage in der Kommissionsfassung auf feinen unüberwindbaren Widerspruch stößt. Ein mit der Entstehungsgeschichte des Entwurfes wie mit den weiteren Plänen der Regierung aufs eingehendste vertrauter Parlamentarier äußerte sich zu ihm wie folgt:
O, Herz,
Solch eine schwere Pein, Und es zu scheinen, ist So leicht ist's, gut zu sein;
verfuch' es nur,
Stüd
blaurot.
Dann firedte er plötzlich den Kopf weit vor,
nabm
Marsch1" ..sarademarsch in Bügen... erster Bug. einen gertabat ging den Weg des Fleisches. Hauptmann sprengte wieder vor die Front. iffen Anlauf, ein gurgelndes Schluden und das ning tobellos porüber, night in der ameite. ... Paradeeee.
Der
rite Sug
Seit mehr denn fünf Jahren ist das politische Leben in Preußen ungewöhnlich stark von einem wirtschaftlichen Unternehmen beeinflußt und bewegt, das der Staat im Interesse des Verkehrs und der Güterversendung plante. Man hatte erkanntes war einfach unmöglich, es nicht zu erkennen daß die Eisenbahnen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt waren, daß sie den Forderungen des Verkehrs gegenüber zu versagen begannen. Nicht Bahl noch Länge der Züge ließ sich weiter vermehren. Selbst Sie Anlegung neuer Geleise, die Beschaffung von Riesenvagen und Riesenlokomotiver versprach feine durchgreifende Besserung. Eine Entlastung der Eisenbahnen war nötig, und diese war nur durch die Herstellung von Wasserwegen zu erreichen, die eine billige Beförderung ermöglichen. Aus Dieser Erwägung entstand der namentlich vom Kaiser mit impulfiber Anteilnahme begünstigte Plan, unter Benutzung der vorhandenen Kanäle und natürlichen Wasserstraßen über Das ganze Land ein dichtes Kanalneß zu breiten, das den größten Anforderungen des Güterverkehrs genügen würde. Die Ausgaben wurden auf nahe an 400 millionen Mark geschätzt. Die Vorlage kam und scheiterte im Abgeordnetenhaus. Das geschah unter ziemlich eigentümlichen Umſtänden. Der damalige Finanzminister v. Miquel galt für einen Gegner des Entwurfs. Man erzählte ihm nach, er habe von den Konservativen gesagt, sie würden die größten Esel sein, wenn sie dem Kanalgeseßentwurf zustimmten, den er felbfi mit eingebracht und unterzeichnet hatte.
Ob das bloß ein Märchen ist, das weiß man nicht genau. Sicher ist, daß Finanzminister Miquel nicht widersprach, daß die Kanalgegner fest zu ihm hielten, und daß die Minister, die von Ressort wegen an dem Kanalwerk zumeist interessiert waren, mit Herrn Miquel nicht sehr aut standen. Eisenbahn
muniter Thielen richtete das Wort„ Gebaut wird er doch!" namentlich gegen seinen Kollegen von der Finanz. Das erste ministerielle Opfer aber, das der Kanal kostete, war der Minister des Innern v. d. Necke. Dieser hatte die Regierungsbeamten, die als Abgeordnete gegen die erste Kanalvorlage gestimmt, Landräte und Regierungspräsidenten, gemaßregelt, aus dem Dienst entlassen, auf Wartegeld gesetzt. Die Gemaßregelten wurden bald darauf wieder in Gnaden aufgenommen und befördert, der Minister aber mußte gehen. Ihm folgte nach dem Scheitern der zweiten Kanalvorlage der Eisenbahnminister Thielen, und endlich Finanzminister v. Miquel selbst, der, mit Recht oder Unrecht, in dieser Sache als der Vater aller Hindernisse" angesehen wurde. Jekt war die Bahn frei. Man bemühte sich, zu einer sachlichen Beurteilung des ganzen Planes als eines rein wirtschaftlichen Unternehmens zurückzukehren, man schränkte den ganzen Plan ein, wollte sich gewissermaßen mit Abschlagsbauten begnügen, legte sein Schwergewicht in die Herstellung von Verbindungen innerhalb einzelner Provinzen und willigte schließlich in die Einführung des staatlichen Schleppmonopols auf den zu erbauenden Kanälen. Auf diese Weise ist aus der Kanalvorlage eine Kanälevorlage geworden, ein Wasserstraßengeseß, wie Minister v. Budde es im Abgeordnetenhause nannte.
Der Eselsmüller und die Falschmünze r.
3)
Von Gustav Rohleder, Grünberg i. H.
Alle Rechte vorbehalten.
( Nachdruck verboten.)
Heiner in Uniform, Schleppsäbel an der Seite, Sporn an seinen„ Kanonen" und ſizend unter einem Baume! Er griff in seine Tasche und wollte etwas zu effen holen. Auch da war nichts. Es war zum Verzweifeln. Am Sattel seines Gaules hing die Satteltasche, worin das von seiner Mutter, wie er seine Frau nannte, mitgegebene Schinkenbrod war. Es war noch ächter Westfälischer, den er so gern aß.
Doch selbst damit sind nicht alle Widersacherschaften beseitigt worden. Aus den Kanälen kann ja jederzeit der gefürchtete große Kanal werden. Weshalb namentlich der große Kanal gefürchtet wird, das hat freilich so ganz genau noch niemand gewußt, wenigstens noch niemand gesagt. Gerade deswegen ist es vielleicht besonders flug, dem großen Kanalgespenst aus dem Weg zu gehen. Sind die verschiedenen Kanäle erst da, hat man sich an diese gewöhnt und ihren Vorteil anerkannt, so findet man sich am Ende auch mit dem großen Kanal ab und macht mit ihm seinen Frieden.
" Ja, Mutter, wärest Du hier bei mir! Doch ne, es ist besser so, sie würde sonst gleich wieder anfangen! Siehst Du, Heiner, der liebe Gott straft Dich um Deines Fluches willen." Dann fuhr er fort, eine liebe brave Frau habe ich, paßt man blos nicht für so einen rauhen Kerl wie ich bin. Na muß sich eben leiden. Betet ja für mich, ist doch ein Troft. Unser Herrgott wird ein Einsehen haben und mich auch annehmen, bin nun einmal so."
Vielleicht stößt man in späterer Zeit einmal auf eine Aufzeichnung des verstorbenen Finanzministers Miquel, die auf seine Kanalfeindlichkeit Licht wirft. Dann stellt sich vielleicht heraus, daß der kluge Mann von dem Kanal nichts wissen wollte, weil er von seinen Bürgermeister- Erfahrungen her den Baumeistern im allgemeinen und den Wasserbaumeistern ganz im besonderen mißtraute, deren Voranschläge in der Regel ums Doppelte und Dreifache überschritten werden.
Doch es schiene als schäme er sich dieser Gedanken, fie hätten ihn sonst an seine frommen Eltern erinnert, das durfte nicht sein. Er griff fich deshalb an die Haare, er hatte Hunger und Durst, und schrie:„ Efelsmüller Du bist der leibhaftige Lucifer selbst." Doch nicht, Herr Grenzjäger", rief der Eselsmüller in diesem
Augenblicke.
"
Jedenfalls wird man jezt zu einem vorläufigen Abschluß * men, und das ist gut. Die Aufregung war stärker, als di. Sache verdiente. Es wird der Sache nur nüßlich sein, wenn man eine Zeitlang nicht von ihr spricht.
Wütend sprang Heiner auf," Teufel jetzt stirbst Du," schrie er, zog den Säbel und wollte auf den Eselsmüller losschlagen. Doch im selben Augenblicke schrte er auch:„ Au au, verf.... Füße, das." Der Eselsmüller hatte in aller Gemütsruhe sich auf seinen Gſel geſetzt und hielt eine großkalibrige Pistole gespannt auf Heiner. Ein Lächeln trat auf sein Gesicht als Heiner schrie. Da brauchte er nicht zu schteßen.
Der Krieg in Oftafien.
General Kuropatkin hat sich durch den ersten Mißerfolg nicht abschrecken lassen und bereits wieder einen Vorstoß begonnen.
Die russische Offensive
richtet sich vor allem gegen Heifoutai, doch haben bisher die russischen Angriffe ihr Ziel nicht erreicht. Der Korrespondent des Reuterschen Bureaus bei der Armee des Generals Oku meldet, daß ein russisches Detachement Heikoutai angegriffen habe, aber mit einem Verlust von 160 Toten zurückgeschlagen worden sei. Wie man in London annimmt, geht der Plan Kuropatkins darauf hinaus, Liaojang von neuem zu besetzen. Doch ist dies wohl bloß eine müßige Kombination. Eine Depesche des Marschalls Oyama besagt, daß die Russen ihre Tätigkeit gegen den linken japanischen Flügel wieder aufnahmen und daß beständig Scharmüzel stattfanden. Heftige gegenseitige Beschießung mit Artillerie fand an der Front aller beiderseitigen Armeen statt.
„ Herr Grenzaufseher," sprach er darum, Ihr Gaul ist fort. Hülfe ist eben sobald keine zu erhoffen. Hunger und Durst tut weh. Wißt Ihr was? Ich gebe Euch dieses Fläschchen Nordhäuser und ein großes Stück Bumpernikel, hier im Wams habe ich es mit Schinken belegt, dieses reicht für heute und morgen Vormittag. Hoffentlich kommt bis dahin ein rettender Wagen, welcher Euch nach Arnsberg oder Iserlohn mit nimmt. Schlafen, Herr Grenzaufseher, müßt Ihr allerdings bei Mutter Grün. Wollte ich Euch meinen Hans geben, ich täte es gerne ,, aber der bockt, Ihr habt's erfahren. Soll ich ihn führen, dann kommen wir zwei in zu nahe Berührung. Später, wenn Ihr zahm seid, wie Euere Vorgänger, dann, nun dann fönnt ihr Euch mal einen Eselsritt erlauben auf meinem Grauchen und ich bürge dafür er bockt nicht."
Die Japaner beschuldigen die Russen aufs neue der Verstümmelung von japanischen Verwundeten. Nach glaubwürdiger Meldung, so heißt es in einem Bericht aus dem Hauptquartier, wurde eine aus einem Offizier und 28 Mann bestehende japanische Abteilung am 26. Januar bei Houaulachzou von Russen eingeschlossen; sie verteidigte sich, bis die Mehrzahl der Leute verwundet war, und ergab sich dann; die Russen verstümmelten alle unsere Verwundeten. Bekanntlich haben s. 3t. die Russen denselben Vorwurf gegen die Japaner erhoben, die ihn mit Entrüstung zurückwiesen. Jetzt wird den Russen von japanischer Seite mit Zinsen heimgezahlt, doch werden auch sie wohl nur verleumdet sein.
|
auf den Müller los.„ Au, au, meine Kloben da unten" „ Hör auf, Halunke," schrie Heiner und sprang wieder und er stampfte mit den Füßen( Aloben), um aufs neue aufzuschreien.„ kter!, wären meine Füße gut, wie
meine Fäuste, Dich würde ich würgen."
Vom Bergarbeiterftreik.
Effen, 4. Februar.
So groß die Befriedigung ist, die man bei der Wahrnehmung empfindet, daß die Bergarbeiter im westfälischen Kohlengebiet musterhafte Ordnung zu wahren wissen, daß sie noch an feiner Stelle zum Einschreiten der Polizei oder auch nur zu einem Tadel Anlaß gegeben haben- man bleibt doch unter dem Druck eines unbehaglichen Gefühls: es könnte jeden Augenblick ein Wechsel eintreten, die Stimmung könnte umschlagen. Diese Möglichkeit ist nicht bloß borhanden, sie wird sogar von Tag zu Tag mehr zur Wahrscheinlichkeit Das liegt in der Natur der Dinge und der Menschen. Der Streifende ist schon gereizt, ehe er zu dem Entschluß des Streifens kommt. Er weiß, daß er den wirtschaftlich Stärkeren sich gegenüber hat, daß er Bundesgenos sen haben muß, um Aussicht auf Erfolg zu gewinnen. Sein eigener Einsatz ist schmal, aber er stellt seinen ganzen Besitz dar, den Stolz und die Freude seines Lebens, den Ertrag einer langen Sparsamkeit. Schwindet dieser Einsatz, so wächst die gereizte Stimmung, und die Gefahr ist da, daß der beste Vorsak, Ruhe zu halten, dem gewalttätigen n- itinkt gegenüber seine Kraft verliert. Darum sieht man mit
" Weiß schon," sagte der Eselsmüller, ist gut für Euch und mich. Wären Guere Kloben gut," so ständen wir jetzt gegeneinander Jassen ließe ich mich von einem Grüncock nicht. Gewehr habt Ihr feins; auf Guren Säbel aber pfeife ich. The Thr den zöget, liegt Ihr erschossen im Graben. Dann wäre ich ein Mörder. Meine seligen Eltern haben mich aber die zehn Gebote gelernt, davon heißt das fünfte: Du sollst nicht töten. Ja höre es Grünrock, es steht also geschrieben. Doch ich will Dir ja nicht predigen, das mag Dein Ernst tun. Hier stelle ich den Nordhäuser hin mit dem Anderen. schmecken. So Bruder Saufaus, laß es Dir gut Stärkung tut not bis Hülfe kommt. Wünsche gut zu ruhen! Adieu, Herr Grenzaufseher." Dann ritt er fort auf Hüften zu.
Der Kontrolleur Heiner, wie er in Werl eigentlich stets genannt wurde, tobte und raste wie ein Stier.
Dann fluchte und haderte er mit Gott und der Welt. Warum hatte unser Herr Gott ihm, den Heiner föniglichen Grenzaufseher, auch so miserable Füße gegeben? Wenn die Knoten noch oben druff wären", so sprach er, aber sie sind unnen drunner. Da mag der Teufel druff gehen, ich fanns nicht. Hätte ich nur meinen Gaul, ich ritt ein ganzes Dorf eben in meiner Wut zusammen.
"
-
Also
Doch was half all sein Toben? Hunger und Turst hatte er. Nach Neheim zu gehen, das ging nicht, friechen konnte er doch nicht die drei Wegestunden. Nach Hüften zurück? Nee, ob gleich es nur eine Wegstunde war, nicht zurück. Ich kann nicht, auch wenn ich könnte, dann auch nicht. Lieber hier bet Mutter Grün im Straßengraben liegen bleiben," wie ihm der verfluchte Eselsmüller geraten. Wenn er seine empfindlichen Beine wirklich bis Hüsten zurückschleife, was dann... Lächerlich, der königliche berittene Grenzaufseher Heiner ritt ſtolz auf seinem Schimmel aus Hüften und käme jezt gekrochen wie ein Kind das nicht laufen kann. Den Spott trage ich nicht. Heiner, alter Junge, nimin von diesem Teufelsauswurf, dem Eselsmüller, die Gnade an, iß seinen Pumpernitel mit Schinken und seinen eingeschmuggelten Nordhäufer, daß er der Halunke ist, der Schmuggler, daran ist kein Zweifel. Nur zweifle ich bald an meinem Verstande, daß so ein Kunde mich bis in den Straßengraben mit meiner herrlichen Uniform gebracht hat. Wäre doch jetzt nur mein Ernst hier, der könnte mir eine Predigt halten über den Wechsel der Geschicke. Mein Lorenz aber würde mit seiner matematischen Weisheit mir beweisen, daß, wer vom Esel fällt, im Straßengraben, wenn er Glück hat, ankommt."
Jetzt, nachdem Heiner etwas ruhiger geworden war, aß er wirklich von des Eselsmüllers Pumpernikel mit Schinken. Es war ein etwa 1 Pfund wiegendes Stück, dann trant er auch einen tüchtigen Schluck vom Nordhäuser. O wie wohl ihm dieses tat.( Forts. folgt.)


