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trifen Mund. Aber nur einen währe was tête- à- tête. Schon nahten die Wurventräger, ein langer Schweif goldstrozender Uniformen, ihre Huldigunger darzubieten. Dann folgte ein Parademarsch der Ehren Tompagnie, eine furze Begrüßung mit den kaiserlicher Prinzen, und am Arm des Kaisers entschwand die künftige deutsche Kronprinzessin ins Innere des Schlosses, wo die Saiferin der Schmiegertochter harrte. Um 1 Uhr fand dort Familientafel statt.

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Die Einholung.

- Empfang am Brandenburger Tor.

Mit allem Brunt und Pomp, über den sie gebietet, hai die Strone Breußen die junge Braut empfangen. Ein echtes und rechtes Stück aus der Zeit des Rokoko mischte sich heute in das flutende Leben Berlins, und diese Mischung gab dem ganzen Einzugstage sein eigenartiges Gepräge. In Friede. ricianischer Tracht mit gedrehtem 3opf am gepuderten Haar ritten die Küraffier- Trompeter daher, vorauf die ehrsame Schlächtergilde im modernen Frad, die nach altem Braud und Herkommen hoch zu Roß die Prinzessin- Braut am Weichbilde Berlins empfing. Mit prächtigen Rossen be spannt kommen die Galakutschen gefahren, die so sonderlich altertümlich ausschauen, mit überreich geschmückten Dienern und Gespannen, wie aus einem Watteauschen Gemälde ge schnitten, und in ihnen die Damen, in Roben, nach der neuesten Mode von Worth und von Gerson komponiert. Und nun gar der goldene altpreußische Brautwagen, der in seiner Pracht Jahrzehnte wohlgehütet im Marstall des Hohen. zollernhauses steht und der nur dann durch die Prunkstraße Unter den Linden rollt, wenn dem alten Königsschlosse an der Spree ein neues Eheglück erwachsen soll.

In ihm aber saßen heute zwei glückliche Frauen, ein chrwürdige im weißen Haar und eine junge in der ganzen Fülle bräutlichen Glückes. Und die ältere, unsere Kaiserin, Sie sah so holdselig drein, jenen eigenartigen Bug im freund. lichen Antlitz, den nur die Mutter eines heißgeliebten Sohnes hat, die ihm die Braut ins Vaterhaus holt. Und still bescheiden trat sie heute zurück vor der Jungen. Die aber, die Prinzessin- Braut, wurde nicht müde, zu grüßen, und die ganze Seligkeit schaute ihr aus den dunklen, großen Augen, das zwiefache Glück der Braut und zugleich der Fürstin, die sich so umjubelt sieht und darin den Abglanz schaut von der Liebe, die dem Hause gehört, in das sie nun. anehr eintritt.

Cleich am Schloß Bellevue hatfen die Schumer jug auf gestellt. Man hatte es so eingerichtet, daß auf der Seite, an der die Prinzessin saß, die Mädchen und auf der anderen die Senaben standen. Wie die Kinder den goldenen Wagen saben mit der Königsbraut darin und den schönen Pagen auf den Tritten, da mochten sie glauben, daß ihre Märchen. träune Wirklichkeit geworden seien. Aber deshalb erflangen dennoch frisch und fröhlich und voll junger Kraft die Hoch. und Hurrarufe der Herzogin Cecilie entgegen.

Am Kleinen Stern" begann die Aufstellung der Kor­porationen und Gewerbe. Daß man hier den Eisenbahnern den Vortritt gelassen hatte, war als eine Huldigung der modernen im Zeichen des Verkehrs stehenden Zeit an die Brinzessin aufzufassen. Die Industrie begrüßte sie an den lebenden Mauern des Metallarbeiterverbandes und der chemischen Industrie. Das ruhmgekrönte Deutschland aber war in den Korporationen der Krieger und Veteranen ver­treten. Sie alle standen mit anderen Vereinigungen, wie die der Gastwirte und der Brauer, vor dem Brandenburger Tor. Aber auch hier ein Wald von Fahnen, deren bunter Seidenstoff mit den goldgestickten Emblemen sich abhob von dem saftigen Grün des Tiergartens. Und in den Blättern seiner Bäume rauschte es wie in den Fahnen, als die Prin zessin an den Reihen dieser Männer langsam vorüberfuhr und durch den grünen Hag erklang die Musik und erschollen brausend die Hurras.

Kaum hatte der Brautzug das stille Schloß Bellevue ver. Lassen, das so recht geschaffen erscheint zur letzten stillen Ein. Lehr vor der rauschenden Hochzeitsfeier, da brach der Jubel Tos. Und rönte durch Baufenwirbel und Trompeten geschmetter, mit dem die Garde- Dragoner und lanen die Brinzessin empfingen, die der kaiserliche Schwiegervater ihr zum Geleit auf ihrem Ehrenweg gesendet hatte, hell und m- aufhaltsam hindurch. Denn die Schuljugend, die zunächst dem Schlosse bis in den Tiergarten hinein Aufstellung ge­nommen hatte, erspähte schnell die Braut, und des freudigen Nufens war fein Ende. Aber auch des Staunens über alle die Pracht. Hinter den Dragonern ritten die Stallmeister in ihrer Rofofotracht, und neben dem goldenen Wagen gingen die Reiiinechte, ähnlich gekleidet, und auf den Tritten der Goldkutsche standen die Pagen, hold zu schauen. Eingerahmt war der Brautwagen von den mächtigen Panzerreitern der Garde du Corps auf ihren riesigen Rossen. Und dicht am Wagen in goldstroßenden Uniformen ritten hohe Hofchargen. Wahrlich, als die Ulanen, die den Zug beschlossen, vorüber waren, da wollte man es faum glauben, daß die Herrlichkeit schon so schnell vorbei geschwunden sei. Wie ein Fabelbild aus entschwundener Zeit mutete es an, und gern hätte man noch einen Blick davon erhascht. Doch strenge Ordnung wal tete in der Feststraße, und auch die andern wollten ihr Teil am Sehen haben.

Am Brandenburger Thor und Unter den Linden war das Bild noch buntfarbiger. Da ritten an der Spitze vor den Schlächtern die blasenden Postillone auf, geführt vom Feld.

Jett minkt das Brandenburger Tor. Das schöne Bau­werf ist heute umflattert von unzähligen Fahnen und Ban­nern. Sie bauschen sich auf in dem leichten Sommerwind und wehen der königlichen Braut ihre Grüße entgegen. Der herrliche Pariser Platz in seinem Festschmuck, die Tri­bünen, die Fenster, die Dächer der Häuser sind mit Menschen besetzt. Und alles jauchzte und jubelte der Nahenden zu, bis der Wagen hielt und tiefe Stille über den Platz sich legte, da Oberbürgermeister Kirschner die Fürstin im Namen der Reichshauptstadt willkommen hieß. Und wie dann der Zug sich wieder in Bewegung setzte, da brach mit verstärkter Gemalt der Jubel aufs neue los. So ging es die Straße der Linden entlang hinab zum Königsschloß. Zu beiden Seiten des Weges standen hier die Gewerie mit ihren Fahnen und Emblemen. Wer will sie alle nemen, die Ver­einigungen der Männer der Arbeit! Und all diese Fahnen senkten sich, all die Embleme neigten sich, und aus jedem Munde erklang ein freudiges Hoch, zu einem Orkan an schwellend, der am Endpunkte der märchenschönen Jahr an den Mauern des Königsschlosses brausend sich, brach.

Im Kaiserschloß

flein und sieht, obwohl er in demfelbe zoie udbe steht beide sind 1878 geboren wie ein faum 8man­zigjähriger aus. Er blickt ganz harmlos in den überfüüten Saal hinein. Die Vernehmung Hnddes.

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Der Borsigende läßt den Angeklagten Hubbe vortreten und befragt ihn, ob er sich auf die Anflage äußern wolle. Sudde erklärt mit sehr leiser Stimme: Ja, ich bin dazu be Später spricht er dann aber laut und in ganz ruhigem gelassenen Tone. Auf Ersuchen des Vorsitzenden muß er sich dann über seinen Lebenslauf äußern. Er ist am 21. Juli 1878 in Schalte bei Gelsenkirchen geboren und fatholischer Ronfession( Walter ist evangelisch). Sein Bater war Reviersteiger und ist im vorigen Jahre gestorben. Vorsitzender: Waren Sie zur Beerdigung? Angeklagter: Nein, ich war damals unterwegs. Vorsitzender: Lebt Ihre Mutter noch?

Angefiagter: Nein, sie ist 1892 schon verstorben, ich habe eine Stiefmutter und sieben Geschwister.

Der Angeklagte hat in Gelsenkirchen die Schule besucht und dann die Mezgerei erlernt. Er hat bis zu seiner Militärzeit eine gauze Reihe Stellungen innegehabt, nirgends aber war er lange. Beim Militär in Meß hat er drei Etrafen wegen Diebstahls, darunter einmal wegen schweren Kamerabendiebstahls erlitten und wurde in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt. Borbestraft ist er auch wegen Rörperverlegung.

harren inzwischen der Raiser und die fremden Fürstlichkeiten auf das Eintreffen des Brautzuges. Als die Glocken des neuen Dome anfündete, daß die Begrüßung am Branden burger Tor erfolgt sei, erschien bie ganze glänzende Ver­sammlung auf den Balfons, der Statser in lebhafter Unter­haltung mitten unter den fürstlichen Damen, von denen be­sonders die japanische Prinzessin Ausugama die Augen der unten in dichten Scharen sich drängenden Menge auf sich zog. Als der Brautwagen unter brausenden Hochrufen ins weitgeöffnete Tor geschwenkt war, nahm Herzogin Ccilie bie Sulbigungen des Reichetanglers, der Staatsminister und der Generalität entgegen und wurde dann vom Kaiser paar nach dem Rittersaal geleitet, wo der Großherzog von Mecklenburg seiner Schwester und die Großherzogin Anastasia ihrer im engsten Kreise ihre Glückwünsche darbringen konnte. Von ihnen und dem Raiserpaar wurde die Braut dann zum Kur­fürstenzimmer geführt, wo der Minister des gl. Hauses v. Wendel die Ehepatien vollzog. Eine Familientafel beim Raiserpaar mit anschließendem Cercle bildete den Schluß der heutigen Festlichkeiten.

haus zu Heldenbergen.

postmeister und seinen Inspektoren. Am Pariser Blatz aber Der Raubmord im katholischen Pfarr­war das offizielle Berlin versammelt, die neue prinzliche Mit. bürgerin zu begrin: Magistrat, Stadtverordnete, Bezirks. vorsteher, nicht vergessen die Ehrenjungfrauen, deren Reihen sich in ein palier von lieblichen Mädchen fortsetzten.

Schon war die Spitze des Zuges nahe an die Friedrich. straße gelangt, da heißt es halt. Der Brautwagen ist unter dem Brandenburger Thor durchpassiert. In diesem Mo. mente beginnt die Batterie am Lustgarten Salut zu schießen.

Am Pariser Play empfängt der Oberbürgermeister Berlins, Herr Kirschner, die fürstliche Brant mit einer feierlichen An rede, in der er ihr, nachdem seine Tochter einen Blumenstrauf überreicht, das erste herzliche Willkommen der Bürgerschaft darbringt. Im Namen von Millionen Deutschen spricht er den Wunsch aus: Möge Euerer Hoheit Eingang reichen Segen bringen! Reichen Segen Enerer Hoheit und dem erhabenen Fürstenhause der Hohenzollern! Reichen Segen dieser Stadt und dem gesamten Preußischen und Deutschen Baterlande!" Mit ihrer gewinnenden Freundlichkeit dankt die fürstliche Braut, und hellauf tönt das vom Oberbürger meister ausgebrachte Hoch in die sonnige Feststraße hinein. Auch dem glücklichen Bräutigam hatte man die Huldi. gung bringen können. Denn, wie einst sein Vater an seinem Hochzeitstage es getan, so batte auch Seronprinz Wilhelm es fich nicht nehmen lassen, die Kompagnie des Potsdamer Ersten Garderegiments, der er einst angehört, über die Fest straße in das Schloß zu führen. Und das war wieder so ein Stück Mischung von alter und neuer Zeit: die Gardisten mit den hohen Blechmützen und an ihrer Spitze der jugend frische Prinz in ganz moderner Uniform. Aber die Trene ist heute dieselbe, wie einst sie war, und der Jubel war der gleiche, der einst seinem Ahn entgegentönte, wenn er an der Spitze der langen Kerle desselben Weges heranritt. L. M.

Das lebende Spalier.

( Eigener Bericht.)

Nachdruck verboten. Hg Gießen, den 5. Juni 1903.

Borsigender: Run lassen Sie sich einmal ausführlich darüber aus, was Sie im Jahre 1904 getan haben?

Angeklagter: Ich war während der Saison in Bad­Nauheim in Stellung, dann furze Zeit in Raiserslautern und in Neustadt a. d. H.

Vorsitzender: In Neustadt haben Sie zum letzten Male gearbeitet?

Angeklagter: Ja, das war im September. Ich ging dann auf die Wanderschaft. Gleich hinter Neustadt traf ich Otto Walter, der mir vorschlug, mit ihm zu wandern. Wir gingen über Epeyer, Ludwigshafen und Mannheim. Zwar hatte sich ihm eine Stellung geboten. Er nahm sie aber nicht an, weil er teine Lust zur Arbeit hatte. Sie seien dann nach Darmstadt gewandert und von da auf die Bergstraße.

Unter gewaltigem Andrange des Publikums be­gann heute früh vor dem Großherzogl. Schwurgericht der Provinz Oberhessen der mit großer Spannung erwartete Prozeß gegen den Metzgergesellen Ostar Hudde aus Schalte t. Westfalen, der beschuldigt wird, an dem Pfarrer Thöbes in Heldenbergen in der Nacht bom 11. zum 12. November einen Raubmord verübt zu haben. Neben Hudde nimmt auf der Anglagebank deffen Spießgeselle auf seinen Raubzügen, durch die er katholische Pfarrhäuser und Kirchen in der Rheingegend und in Hessen brandschatte, Platz: der Zuschneider Otto Walter aus Naugard, der wegen Teilnahme an zwei Einbrüchen mitangeflagt ist.

- Vom Kleinen Stern" zum Schloß. Berlins Jugend und fein werftätiges Wolf, beide waren fie berufen worden, Deutschlands fünftige Kaiserin bei ihrem Einzug in des Reiches Hauptstadt zu begrüßen. Und beide waren sie mit Begeisterung herbeigeströmt. Alle, die hatten herbeieilen wollen, vermochte man auf dem langen Wege gar nicht aufzustellen. So war nur eine Auswahl ge. troffen worden, und Abertausende mußten zurückbleiben. Aber nun standen sie da in Reih und Glied, denen ein glück. liches Los die Zulassung gewährt hatte. Die Jugend er. öffnete den Reigen, wenn man von den Mitgliedern des Schlächteraewertes abfiebt. die ia mit zum Zuge gebörten.

Borsigender: Hatten sie da schon die Diebstähle ver

abredet?

Angeklagter: Nein, wir wollten uns nur einmal die Bergstraße und die dortige schöne Gegend ansehen. In Heppenheim an der Bergstraße famen wir abends in ein Wirtshaus und wollten ein Zimmer nehmen. Es gingen viele Lente in die Kirche. Der Wirt sagte uns, daß ein fremder Pater predige. Da es eine schöne Kirche war, wollten wir auch hineingeben, aber die Kirche war schon voll. Wir gingen um die Kirche herum und da stand am Pfarrhaus ein Fensterflügel auf. Walter kletterte hin­durch und winkte mir, ihm nachzufolgen. Walter besaß eine elektrische Taschenlampe, mit der er im Simmer herumleuchtete.

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Der Angeklagte gibt dann an, daß sie die Schubkaften aufgebrochen und eine reiche Beute gehabt hätten. seien sie zweiter Klasse nach Mannheim gefahren. Vorsitzender: Weshalb fuhren Sie zweiter Klasse? Sind Sie das so gewöhnt?

Angeflagter: Das nicht, Walter hat die Billets getau t. Vorsitzender: Sie wollten doch gewiß ungestört sein. Angeklagter: Ja, unterwegs teilten wir, auf jeden fiel etwas über 1000 Mt. In Mannheim haben sich die beiden Angeklagten dann elegant eingekleidet. Hubde faufte fich Anzug, Baletot, Uhr, Kette, Stock, Ring u. s. w. und auch

Hudde wird beschuldigt in fünf Fällen Einbrüche ver­übt zu haben und zwar: am 11. Oktober beim Pfarrer Mischler in Heppenheim, am 25. bezw. 26. Oktober bei dem Gewerten Ludwig Spieß in Wissen, am 27. Ottober beim Pfarrer Maur in Herdorf, am 29. Oftober beim Pfarrer Schmitt in Garbed und am 9. November beim Pfarrer Hartleib in Klein- Schwalbach. Der zweite Angeffagte Otto Walter soll an den Einbrüchen beteiligt sein. Die Ber­bandlungen werden von Landgerichtsrat Brätorius geleitet, die Anklage vertreten Oberstaatsanwalt Theobalb und Staatsanwalt Hoo8. Die Verteidiger der beiden Ange­flagten sind Rechtsanwalt Dr. Jung( für Hudbe) und Nechtsanwalt pobr( für Walter) Es sind gegen 50 Beugen geladen und eine Reihe Sachverständiger, unter diesen ben findet sich der durch seine mistroskopischen Blutuntersuchungen befannte Gerichts- Chemiter Dr. Popp aus Frankfurt a.. Die beiden Angeklagten werden gefesselt durch endarmen unmittelbar vor Beginn der Verhandlungess het. Das Hauptinteresse wendet sich dem Dieser ist ein großer, ungemein musfal Gesichtszüge sind nicht unsympathisch, alles andre als den verwegenen, muten. Er ist verhältnißmäßig schwarzer Rod, hellgraue

Jude zu.

on. Seine würde in ihm ten Räuber ver­elegant gekleidet: und blendendweißer hoher Stehumlegfragen. Der zweite Angeklagte ist blond und

einen Revolver.

Borsigender: Wozu einen Revolver? Glauben Sie, daß die Zustände in Deutschland so unsicher sind, daß man ohne Revolver nicht auskommen tann?

taufte.

Angeklagter: Ich weiß nicht, weshalb ich den Revolver

Vorsitzender: Oder hatten Sie da nicht schon verab redet, daß Sie in Rompagnie arbeiten und Dieb­stähle und Einbrüche verüben wollten?

Angeklagter: Nein, das haben wir erst in Köln ver­abredet, als das Geld alle geworden war.

Vorsitzender: Den Revolver hatten Sie immer bei sich. Angeflagter: Ja.

Borsitzender: Immer geladen! Angeklagter: Jawohl.

Vorsitzender: Wohin begaben Sie sich, nachdem Sie sich in Mannheim eingefleidet hatten?

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Der Angeklagte gibt an, daß sie erst nach Neustadt gefahren seien, dann hätten sie sich in Mainz und Frank­furt a. M. mit Dirnen herumgetrieben. Frankfurt a. M. seien sie beide auseinander gegangen, hätten aber verabredet, sich am nächsten Morgen im Raiserautomat zu treffen.

Vorsitzender: Danach müssen Sie doch schon damals gleich weitere Raubzüge verabredet gehabt haben, denn Sie warfen hier das Geld mit vollen Händen weg.

Angeklagter: Damals hatten wir noch feinen Plan. Wir fuhren erst nach Marburg, den Bruder Walters zu besuchen. Dann schlossen wir uns einer Sängergesellschaft an und reisten nach Köln.

Vorsitzender: Hier haben Sie sich wieder mit lüberlichen Dirnen herumgetrieben und bei diesen auch genächtigt?

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Angeklagter: Ja, nach etwa 14 Tagen ging uns das Geld aus. Walter versetzte seine goldene Uhr und wir fuhren nach Bonn. Dort gingen wir über Beuel. In Wissen sahen wir am letzten Haus ein Fenster offen. Die Angeklagten sind dort beim Gewerfen Spies einge stiegen, fanden dort aber wenig, nur einige Sachen. In der nächsten Nacht statteten sie dem katholischen Pfarrer Maur in Herdorf einen Besuch ab. Der folgende Einbruch wurde zwei Tage später beim Pfarrer Schmitt in Garbed verübt. Sie hätten sich den Paletot ausgezogen und seien auf Strümpfen durch das Fenster in das Pfarrhaus ge­

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