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Mr. 130.

Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober­hessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Redaktion u. Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362.

Montag, den 5. Juni 1905.

Gießener

14. Jahrgang.

Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Hauz gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

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boten, Willen Den Freudentränen ihren Kopf an seine Bruſt. fie mit stolz Klopfendem Herzen und lehnte unter strömen­Nun kannst du dir irgend eine Freude damit machen," jagte babe es vom Wirtschaftsgeld übrig behalten, Gustav!

Da war er besänftigt und sagte mild und freundlich: ist recht von dir daß du sparsam mit dem Gelde um­

Dem

deutschen Kronprinzen

Zum 6. Juni 1905

Willkommen, hochwillkommen,/ Du junger Kaisersohn,

Der zu des Reiches Frommen/ der nächste an dem Und die an seiner Seite/ holdselig auf ihn schaut[ Chron! Tn fürstlichem Geleite/ willkommen, herzogliche Braut!

-

Du Sohn aus Zollernstamme,/ wir rufen Dir Glück und Heil, Der Volkesliebe Flamme/ sei immerdar Dein Teil!

paar

Dich solls dein Vater lehren,/ dies Wort voll heiligen Lichts; nichts kann dich besser ehren,/ dich besser fördern nichts. Ich weiss, es wird mein Gedächtnis/ dir lieb und teuer sein; Drum schreibe mein Vermächtnis/ in deines Herzens Cafeln ein."

Sei dir des Anberrn Segen/ erhebendes Geleit,

Und paare auf allen Wegen/ mit Würde Würdigkeit! Dann spricht in frohem Behagen/ der Kaiser zu seinem Sohn:

Wir tragen Dir entgegen/ der Treue Ehrenschuld Hus tiefstem Herzensregen/ vergönne Du uns Deine Huld". nun bin ich ohne Zagen, geniesse schönsten Uaterlohn.

-

Dich hielt auf ihrem Schosse/ die Mutter, hochbeglückt. Als Kaiser Wilhelm der Grosse/ Dich segnend angeblickt: ,, Du Hoffnung späten Geschlechtes,/ erblühe Test und stark Zum Hüter deutschen Rechtes,/ zum Schirmer unsrer deutschen [ Mark!

Das Reich, das ich gezimmert,/ das seh ich unverderbt, Von meinen Caten umschimmert,/ auf Sohn und Enkel vererbt. Die lehrt ich in ihrer Jugend/ und prägte ihnen ein:

Was ich vom grossen Ahnen/ erhielt, von ,, unserm Fritz", Für meines Landes Fahnen/ ist's dauernder Besitz. Jetzt seh ich voller Klarheit/ der Zukunft Sonnenschein, Es bleibt auch weiter Wahrheit:/ der König wird der Beste [ sein!"*

Willkommen, hochwillkommen,/ du junger Kaisersohn, Der zu des Reiches Frommen/ der nächste an dem Thron! Und die an seiner Seite/ holdselig auf ihn schaut

Des Herrschers Stand will Cugend-/ der König soll der Beste Tn fürstlichem Geleite/ willkommen herzogliche Braut!

[ sein!

Keine

Die Vermählungsfeier am Kaiferbof. Von dem Haus der Hohenzollern darf man sagen, daß allezeit seine Männer tapfer gewesen und seine Frauen tugendhaft. Und die dem Haus der Hohenzollern sich an­schlossen, haben diese ruhmreiche Ueberlieferung angenom­men. Kein Prinz aus dem Hause Hohenzollern, der nicht die Siegesstraße vom Brandenburger Tor zum Denkmal des ,, alten Friz" gezogen, das Herz voll von den Vorbildern der Ahnen, die ihn den Weg zurin Ruhme weisen. Brinzessin trat je in das Haus der Hohenzollern, ohne die erhebende Verpflichtung zu empfinden, zu den ererbten Tugenden des eigenen Stammes die der Frauen des Hauses Hohenzollern hinzuzufügen, damit sie unter den Zollernschen Frauen würdig genannt werde. Die Prinzessin, die der Kronprinz des Deutschen Reichs und von Preußen freit, soll dereinst die erste Frau im Lande sein nicht bloß dem Range nach, den der Gemahl ihr verleiht. Sie wird heute den nämlichen Weg geführt, den vor ihr andere Prinzessinnen

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unter gleichen Verpflichtungen gegangen sind, und sie weiß, daß diese anderen solchen Pflichten in vorbildlicher Weise gerecht geworden sind. Königin Luise Kaiserin Augusta Kaiserin Friedrich- Kaiserin Auguste Victoria füllen den Kreislauf eines Jahrhunderts aus Herzogin Cecilie leitet ein neues Jahrhundert ein. Sei ihr Einzug gesegnet, gesegnet ihr ganzes Walten, auf daß ihr Name hell strahle mie der Name derer, die ihr vorangeleuchtet!

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Heil der Herzogin Cecilie! Heil der Braut des Kronprinzen! Heil dem kaiserlichen Haus!

Einzug der Kronprinzeffin- Braut in Berlin. Ueber den Einzug und den Empfang der Herzogin- Braut gehen uns von unseren Mitarbeitern in der Neichshauptstadt die nachstehenden ausführlichen Berichte zu:

Berlin, 3. Juni.

Das große offizielle Schauspiel, das sich heute nach­mittag Unter den Linden abspielen soll, batte mittaas sein

intimes Praludium. Um 12 Uhr 5 Min. lief der Sonder­zug, der die Herzogin Cecilie von Mecklenburg ihrer ncuen Bestimmung und Residenz zuführte, in die Halle des Lehrter Bahnhofs ein. Nach kurzer Begrüßung durch die Hof­chargen fuhr zuerst die Großherzogin Anastasia, die ihre Tochter von Schwerin hergeleitet hatte, und sodann die Kronprinzenbraut in Gesellschaft ihrer fünftigen Oberhof­meisterin, Gräfin Tiele- Wincler, durch den maifrischen Tiergarten dem Schloß Bellevue zu, vom Publikum, das in hellen Scharen die Wege umsäumte, stürmisch begrüßt. Empfang im Schloß Bellevne.

Dort erwarteten ihr Kommen das Kaiserpaar, die Prinzen und vor allem mit sehnender Ungeduld der kron­prinzliche Bräutigam. Dieser blieb, während die Kaiserin sich mit der zuerst eingetroffenen Großherzogin Anastasia ins Innere des Schlosses zurückzog, mit seinem kaiserlichen Vater vor dem Schloßportal stehen. Als der Galawagen heranrollte, vom frohen Spiel der Kapelle des 1. Garde­regiments zu Fuß begrüßt, trat der Kaiser, ritterlich das Haupt entblößend, an den Wagenschlag und reichte der hold errötenden Braut den Arm, um sie seinem Sohne zuzu­führen. Und nun folgte mitten im Prunk des höfischen Zeremoniells ein kurzes Liebesidyll. Glückstrahlend schloß der Thronfolaer feine Rerlohte in die Arme und fükte fie