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wundeten auf ihren Posten zurücТehrfen, einige bis zu sieben Malen. Nach Schätzung der Russen hat die Be­zwingung der Festung den Japanern 200 millionen Yen gekostet.

Mit dieser Hand voll Leute, die nicht Bulver und Kugeln mehr für ihre Flinten und Kanonen hatten, von der, wie Stöffel in einem Bericht an den 3aren sagt, fast kein Mann mehr gesund war, sich länger zu halten, wäre Torheit ge­wesen. Nun blieb dem Kommandanten die Möglichkeit, sich und die Festung mit ihrer Besatzung und dem ein­dringenden Feind in die Luft zu sprengen nach einem letzten berzweifelten Kampfe. Wie von einer Seite behauptet wird, hat Stössel wirklich dazu die Absicht gehabt. Bei dem

Auf Anordnung der Detmolder Staatsanwaltschaft wurde der Berliner Vertreter der lippischen Landeszeitung Redakteur Stärcke in Zeugniszwangshaft genommen, well er die Aussage darüber verweigert, auf welche Weise er zur Kenntnis des Telegramms gekommen ist, das Prof. Dr. Kekulé von Stradonig an den Vizepräsidenten des lippischen Landtags Herrn Hoffmann gerichtet hat.

auf die Todesverachtung und strenge Pflichterfüllung, die die Reihen der Belagerten vom Höchsten bis zum Niedrigsten erfüllte, die anerkennendsten Schlüsse zu. Stössel berichtet: Die Verlustziffer an höheren Offizieren beweist die un­geheuren Verluste, die wir gehabt haben. Von zehn Gene­ralen sind Kondratenko und Zerpizki getötet, Rasnatowski ist gestorben, General Tschadein und ich sind verwundet, und Gorbatowski hat einen Prellschnß erhalten. Von zehn Re­gimentskommandeuren sind zwei, Fürst Matchabeli und Nau­menko, gefallen, zwei, Dunin und Glagolew, an ihren Wun­den gestorben, bier, Gandurin, Ssavizki, Graiznow und Tretiakow, verwundet. Gefallen ist der Oberstleutnant von der Grenzwache Butusow, verwundet der Kommandeur des dritten Reserve- Bataillons Oberstleutnant Pokrowski und der Ssotnien- Kommandeur Konzewitsch. Bei der Feld­artillerie ist der Oberst Irman gefallen. Von den acht Kom­mandeuren der Feldbatterien ist der Oberst Petrow gefallen, die Obersten Laperow und Romanowski, der Kapitän Berma und der Oberstleutnant Dobrow verwundet; Oberstleutnant Sablukow und Kapitän Petrenko haben Prellschüsse erhalten. Von den übrigen Stabsoffizieren ist ein großer Prozentsat gefallen, gestorben und verwundet. Viele Kompagnien werden von Fähnrichen geführt. Die Kompagnie hat durch­schnittlich 60 Mann.

Kriegsrat vor den Kapitulationsverhandlungen sollen sich überaus ergreifende Szenen abgespielt haben. Stössel präsidierte und alle seine Generäle, sowie auch Ad­miral Wiren waren anwesend. Stössel soll die Beratung damit eröffnet haben, daß er erklärte, der Moment ſei ge­kommen, in dem er, den geheimen Instruktionen des Zaren folgend, dem unnüß gewordenen Blutvergießen Einhalt ge­bieten müsse. Fast kein Auge blieb bei dieser Ankündigung tränenleer, doch wagte keiner der Anwesenden, zu wider­sprechen, und der Kriegsrat ging sofort daran, die Einzel­heiten zu diskutieren, unter welchen sich die Uebergabe voll­Biehen sollte. Allseits wurde hervorgehoben, daß die Gar­nison unbedingt darauf bestehen müsse, daß sie nicht in Kriegsgefangenschaft gerate, und alle Generäle erklärten einmütig, daß sie vorziehen würden, sich mit ihren Mann­schaften in den verbliebenen Forte in die Luft zu sprengen. Hierauf wurde das Konzept des bekannten Briefes redigiert, welchen Stössel an Nogi richten sollte, und schließlich die Maßnahmen festgestellt, um Port Arthur für den Sieger so nuplos als möglich zu gestalten.

Die Flucht der Torpedojäger.

Admiral Wiren erbat die Erlaubnis, mit den seetüch­tigen Torpedojägern einen Fluchtversuch zu unternehmen und auch achthundert Mann auf einem Transportschiffe fort­zubringen. Dann wurden Ordres ausgegeben, wie eine Reihe von noch gebrauchsfähigen Forts mittels Dynamit zer­Stört und alle Geschüße demoliert werden sollten. Gleicher­weise wurde bestimmt, daß auch die teilweise untergegangenen Kriegsschiffe im Hafen, ferner das am Tigerschwanze ge­Strandete Schlachtschiff Sebastopol" mittels Sprengstoff­Ladungen soweit als möglich gesprengt werden müßten, um ihre künftige Benütung seitens der japanischen Flotte zu vereiteln. Der Plan ist bekanntlich zum größten Teil ge­glückt.

Einstellung des Feuers.

Die Munition vollständig verschossen.

Oefterreich- Ungarn.

Der neue österreichische Ministerpräsident hat den Par­teien Urfehde geschworen; er will sich jedes Angriffs gegen die Deutschen sowohl, wie auch gegen jede andene Nationa lität enthalten. Die Innsbrucker Angelegenheit soll in Laufe der nächsten Woche gelöst werden. Infolge der Par­lamentsauflösung hat sich eine große Unabhängigkeitspartei im ungarischen Abgeordnetenhause konstituiert. Die seither zerstreuten Fähnlein der Oppositionsparteien sind der Kossuthpartei beigetreten, die hierdurch auf 120 Mitglieder angewachsen ist; diese Partei erstrebt bekanntlich eine natio­nale Dynastie. Daß sich die Taktik der Parlamentsmehrheit schließlich gegen das Haus Habsburg kehren werde, war un­schwer vorauszusehen.

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Die politischen Unruhen in Rußland verstärken sich in dem gleichen Grade, wie sich die Reformaktion als ein Scheinmanöver fennzeichnet. Der Ausschuß hat ausdrück­lich festgestellt, daß neue Geseze unbedingt mit den alten in Einklang stehen müssen und daß andere Vorschläge dem Zaren nicht gemacht werden dürfen. Das heißt mit anderes Worten: es bleibt beim Alten. Während seither die Un ruhen hauptsächlich im Westen des Reiches entstanden, i neuerdings die Gegend am Kaukasus der Schauplatz ernster Volksbewegungen. Der Haß der Bevölkerung richtet sich vorzugsweise gegen die kleineren Bean en, die wahre Be drücker des Bürgertums sind. Die Volfsstimmung wird noch besonders ungünstig beeinflußt durch die Nachricht vor dem Sturze Port Arthurs. Die Presse wirft infolgedessen alle Scheu ab und führt augenblicklich eine Sprache, wie sie in Rußland noch nicht gehört worden ist. Sie wenden sich gegen die selbstmörderische Politik Plehwes, der in un berantwortlicher Weise der Presse den Maulkorb der Zensur angelegt habe. Eine Zeitung eremplifiziert direkt auf a pan, das nur deshalb das fünfzigmal größere Rußland be siegt habe, weil dort Freiheit und Selbständigkeit herrsche. Japan verdanke seine Erfolge lediglich den geschichtlichen Sünden Rußlands.

Aus einer weiteren Depesche Stössels geht hervor, daß die Belagerten mit ihren Kräften gänzlich zu Ende waren. Die Munition ging zu Rande, und wer noch imstande war, das Bajonett zu führen, dem zitterte es in der von Krank­heit und Hunger geschwächten Hand. Stössel berichtet vom 29. Dezember: Gestern vormittag um 10 Uhr sprengten die Japaner die Brustwehr des dritten Forts und eröffneten sodann eine starke Kanonade auf der ganzen Front, die sich besonders gegen das dritte Fort richtete. Gegen ein Uhr griffen sie von einem..ufgraben aus die Brustwehr an. Zwei Angriffe wurden zurückgeschlagen; aber die Japaner besezten die Bresche, die die Explosion gerissen hatte. Gegen fünf Uhr besetzten sie die Brustwehr und drangen bei Ein­bruch der Dämmerung in großer Anzahl in das Fort ein. Zwei Bataillone unserer Truppen, die auf den Wällen fämpften, wurden vernichtet. Abteilungen unserer Trup­pen zogen sich in die Kasematten zurück, aber die Japaner stellten vor den Eingängen Revolverkanonen auf, so daß es den Verteidigern unmöglich war, hinauszukommen. Wir machten drei Gegenangriffe, die jedoch keinen Erfolg hat­ten; das Fort blieb in den Händen der Japaner. Unsere Verluste, besonders an Offizieren, sind bedeutend. Die Be­sagung gelangte durch die Fenster ins Freie. Nach der Einnahme dieses Forts sind die Japaner Herren des gan­zen Nordostens. Wir werden uns noch einige Tage halten. Die Munition ist fast vollständig verschossen. Ich werde Maßregeln treffen, um in den Straßen Blutvergießen zu vermeiden. Die Garnison leidet an Skorbut; 10 000 Mann sind unter Waffen, aber alle frank. Die Generäle Feck und Nikitin haben mir heldenhaften Beistand geleistet."

Nach allen diesen Vorbereitungen ritten dann schließlich um 5 Uhr nachmittags Parlamentäre kurz vor Anbruch der Dämmerung unter dem Schutze einer weißen Flagge den japanischen Linien in der Richtung von Schujising zu. So. bald die Parlamentäre sichtbar geworden waren, wurde bei Schujising sofort japanischerseits Feuer einstellen!" kom­mandiert, und der gleiche Befehl wurde telephonisch auch allen Unterabteilungen entlang des gesamten Zernierungs­ringes weitergegeben. Japanische Generalstäbler, gleichfalls unter dem Schuße der weißen Flagge, ritten hierauf den Barlamentären entgegen. Als die Russen und die Japaner einander auf wenige Schritte nahegekommen waren, salu­tierten sie beiderseits streng reglementmäßig, dann stellten die Russen sich formell vor, die Japaner taten das gleiche, man schüttelte einander die Hände, der Brief wurde über­geben, und damit waren die Kapitulationsverhandlungen formell eingeleitet, die zu den in dem obenstehenden Aus­zug verzeichneten Bedingungen führten. Daß Stössel von seinem Plan, die Festung in die Luft zu sprengen, abging, soll auf Weisung des Zaren zurückzuführen sein.

Vorwürfe gegen Stössel

erheben japanische Zeitungen. Sie verurteilen aufs schärfste die Zerstörung der Schiffe im Hasen von Port Arthur durch General Stössel, na, em die Kapitulation angeboten war. Ein Offizier des Marinestabes erklärte im Laufe einer Un­terredung, wäre er in Stössels Lage gewesen, so würde er höchstwahrscheinlich genau ebenso gehandelt haben.

Die Not der Verwundeten und Kranken

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Hof und Gesellschaft.

Der Hochzeitstag des Kronprinzen nunmehr annähernd festgestellt worden. Am 24. Mai wird die Vermählung stattfinden. Die Herzogin- Braut soll nach den bisher getroffenen Bestimmungen am 21. Mai in Ber lin eintreffen. Sie wird dem Herkommen gemäß zunächs in Schloß Bellevue Wohnung nehmen, von wo alle Bräu des preußischen Königshauses ihren Einzug in die Haupt stadt gehalten haben. Dieser und die kirchliche Trauung sollen am 24. Mai erfolgen. Es können in den Dispositionen noch Veränderungen um einzelne Tage erfolgen, doch ist die Zeit der letzten Hälfte des Mai für die Feier bestimmt in Aussicht genommen. Von einem früheren Termin, beson ders vom März hat man endgültig Abstand genommen, do die Herzogin Cäcilie bisher die rauhe Jahreszeit stets be ihrer Mutter in Cannes verbracht hat und deshalb erst all mählich an das nordische Winterklima sich gewöhnen muß.

geht aus einem weiteren Bericht Stössels hervor. Der Feind" so heißt es darin ,, beschießt uns Tag und Nacht überall mit 113ölligen Geschüßen. Besonders richtet er das Feuer auf die Hospitäler und Lazarette, da er weiß, daß alle unsere verwundeten Helden, so wie es ihnen möglich ist, wieder in die Reihen der Verteidiger zurückkehren. In den Hospitälern befinden sich etwa 14 000 Krante und Verwun­dete, und täglich kommen gegen 300 dazu." Ein Bericht aus Tschifu läßt dies traurige Bild noch schwärzer erscheinen. Drei Hospitalschiffe sollen danach mit Mann und Maus untergegangen sein. Es war trotz aller Anstrengungen nicht möglich, die armen Kranken und Verwundeten von den durch japanische Kugeln zerlöcherten Schiffen zu retten. Der faule Geruch in den Lazaretten war so überwältigend, daß die russischen Damen ihre Nasen bei der Arbeit darin mit Watte supfropfen mußten. Furchtbares Geschrei der ohne Nor­Tese Operierten erfüllte fortwährend die Räume, Granaten frachten gerein und töteten Aerzte und Leidende. Ringsum in diesen Abdeckerhäusern arbeiteten barmherzige Schwestern und freiwillige Pflegerinnen Tag und Nacht.

Ueber die Absichten der Japaner für die nächste Zeit hat sich eine hochgestellte japanische Persönlichkeit einem Vertreter des Standard" gegenüber geäußert. Die offen kundige Absicht, das baltische Geschwader in Madagaskar oder einem anderen neutralen Hafen bis zur Ankunft des dritten russischen Geschwaders zurückzuhalten, ändere wesent­lich die Pläne der Japaner.

Der japanische Feldzugsplan

gehe dahin, die ganze Flotte freizuhalten, damit die Schiffe in türzester Zeit bei wichtigen Operationen zusammen­gehen könnten. Der Angriff auf Wladiwostok und die Ein­schließung der Festung zu Wasser und zu Lande sowie die gleichzeitige Beſegung von Sachalin seien die Hauptpunkte dieses Kriegsplanes. Die Hilfskreuzer sollen die russischen Kohlenschiffe beunruhigen. Die Japaner hegten die Hoff­nung, die Hauptmacht der russischen Flotte zu vernichten, ohne selbst ernstlichen Schaden zu erleiden.

Hunger und Kälte.

Bum Begraben der Toten verwendeten die Russen chine­sische Kulis, doch waren diese nicht imstande, die Aufgabe zu bewältigen. Viele Leichen blieben liegen und wurden von den Hunden gefressen. Die Besatzungstruppen erhielten rur schwarzes Brot und Wasser als tägliche Ration. Gemüse waren gar keine mehr zu haben, Pferde- und Hundefleisch galten als Delikatessen, und ein Sack Mehl tostete 18 Ruber. Die Russen legten auf alle Ezaren Beschlag, die im Besitz der Chinesen gefunden wurden, at deret Häuser wurden abgebrochen, um das Baumaterial als Erennholz zu benugen, und für die unglücklichen Leute, die in der eisigen Winter­fälte obdachlos wurden, bedeutete dies eine furchtbare Ka­Iamität.

Roschdjestwensky ist in der Tat von Petersburg aus be­auftragt worden, in Madagaskar weitere Befehle abzuwar­ten. Zwei japanische Hilfskreuzer kreuzen an den Küsten von Java. Eine japanische Torpedoboots flottille befindet sich im Norden von Borneo. Die niederländischen Kriegs­schiffe kreuzen längs der Westküsten des Archipels.

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Die letzten Leidenstage der Befatzung werden durch die Berichte, die General Stössel an den Baren gesandt hat und die jetzt veröffentlicht werden, in ein ent­Jetzliches Licht gerückt. Mit soldatischer Kürze, die für Senti­ments" feinen Raum hat, aber gerade deshalb um so packender und Mitleid erregender. Durch Hunger und Krankheit gefoltert, von den Kugeln des überlegenen Fein­des dezimiert, sehen wir die kleine Schar, die General Stössel von seinen Braven noch übrig war, dem unentrinn­baren Verhängnis entgegengehen. Ein Bild von erschüttern­der Tragik.

Wie furchtbar das Feuer der Japaner unter den Be­lagerten aufräumte, davon zeugt vor allem die

Verlustliste der hohen russischen Offiziere,

Die Politik.

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Das größte Schlachtschiff der Welt. Wie aus London berlautet, beabsichtigt die englische Admiralität den Bau eines Linienschiffes von 17 000 bis 18 000 Tonnen Deplace ment, das als Hauptarmierung zehn 12 Zöller- Geschütze erhalten soll. Es würde dies das stärkste Schlachtschiff sein von denen, die es bis jetzt gibt oder die im Bau begriffen find. Man nimmt an, daß man dabei die Absicht hat, des mächtigen Linienschiffen, die für die amerikanische Marins konstruiert sind, das Gleichgewicht zu halten.

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Eisige Kälte hat in den letzten Tagen Nord- und Milked europa heimgesucht, hat vielfach Verkehrsstörungen beru sacht und sogar auch schon zahlreiche Opfer an Menschen leben gefordert. So sind in verschiedenen Ortschaften O und Westpreußens sechs Personen erfroren. Der Neckar bon Mannheim aufwärts auf große Strecken zugefroren, s daß die Schiffahrt eingestellt werden mußte. Im Schwarz wald herrschen Temperaturen bis zu 25 Grad, in der Schwei sogar solche bis zu 33 Grad. In der Nähe von Wien wurden drei Leute erfroren aufgefunden. Auch Frankreich ist von der Kälte nicht verschont geblieben; in Paris sind ihr schon mehrere Menschenleben zum Opfer gefallen. Sogar im sonnigen Neapel ist grimmer Winter eingezogen. Auf dem Domplatz vergnügte sich die Gassenjugend mit Schneeball­werfen. Ein ungewohntes Schauspiel im Lande des ewigen Frühlings".

& Infolge etwas schroff und ohne Vorbereitung ber­fügter Maßregeln auf der Zeche Bruchstraße" ist eine ernste Gährung unter den Bergarbeitern des Ruhrgebietes ausgebrochen, die mehr als Symptom, als wegen des Kon­fliktsstoffes bemerkenswert ist. Die Zechenverwaltung, die eine größere Bahl von neuen Arbeitern vor Berg angelegt hatte, suchte die dadurch bedingte längere Ein- und Aus­fahrzeit für sich schadlos zu machen, daß sie die Einfahrt von % Stunde und die Ausfahrt von ½ Stunde auf je eine Stunde ausdehnte. Da die Ein- und Ausfahrt nicht in die Arbeitsschicht eingerechnet wird, so bedeutete diese Maß­regel immerhin für die Arbeiter einen erheblichen Zeitver­lust.

die Stössel dem Zaren übermittelt. Sie bedarf feines Rom­mentars. Derartige Verluste an hohen Offizieren lassen

Die Mißstimmung wuchs umsomehr, als die Berg­amtsbehörde zu dieser Maßregel ihre Zustimmung gegeben hatte, die übrigens jetzt wieder zurückgezogen ist. Aber dieser Anlaß hat die latent bereits vorhandene erbitterte Stimmung nur zum Ausbruch gebracht. Die Gährung ist jedenfalls durchaus ernster Natur. Die Mißstimmung hat bereits auf die sächsischen Bergarbeiter übergegriffen und wird vielleicht ähnlich, wie im Dreikaiserjabr. nach ernste Stunden in den Industriegebieten brin

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Die Springflut in Greifswald. Gewaltige Ver­wüstungen hat das Unwetter, das unmittelbar vor Neujahr tobte, in Greifswald angerichtet. Viele Gärten wurden durd die Springflut völlig unter Wasser gesetzt und sind jetzt voll­ständig verschlammt und verwüstet, Zäune wurden fortge­rissen, und auf den Höfen vieler Grundstücke schwimmen in wüsten Chaos Trümmer und Inventarstücke umber. Auch unter den im Hafen liegenden Schiffen hat das Unwetter großen Schaden angerichtet. Massenhaft sind Boote los gerissen und in die Straßen hineingeschleudert worden. Auc in dem Greifswalde benachbarten Fischerdorf Wied hat da Unwetter arg gehaust. Die durch den Sturm aufgepeitschte Flut brach sich Bahn durch Wände und Türen und verschonte selbst die Kirche nicht. Die Wiecker Fischer sind in größte Not versetzt.

Infolge der Unruhen in Marokko ist der Reichskanzler von den deutschen Untertanen in Tanger um den Schuh des Reiches gebeten worden. Auch den Regierungen von Eng­land, Frankreich und Italien sind von den Landesangehörigen ähnliche Gesuche zugegangen.

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Mord oder Unfall? Ein mysteriöser Todesfall beschäf tigt die Berliner Kriminalpolizei. Unter Umständen, die auf einen Lustmord schließen lassen, wurde in einer Gast wirtschaft in dem nahe gelegenen Heinersdorf eine unbe­fannte Frau tot aufgefunden, die am Abend vorher dort in Begleitung eines Mannes eingekehrt war und mit diesen zusammen im Stall ein Unterfonimen gefunden hatte. At auf gellende Hilferufe, die sich in der Nacht hören ließen, die Hausbewohner nach dem Stall eilten, suchte sich der Begleiter der fremden Frau davonzuschleichen. Er wurde

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