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war.

Feldregiments an Delt Kämpfen gegen Die Hotten­totten im Süden von Südwestafrifa hervorragend beteiligt Er machte um so mehr Eindruck, da seine Rede sich durch Kürze und Klarheit auszeichnete. Die Parteigruppierung gegenüber der Vorlage war nicht ganz dieselbe, die sich sonst neuerdings bei Kolonialfragen ergab; das Zertrum ließ seine Bedenken durch den Abg. Erzberger mit großer Schärfe zum Ausdruck bringen. Indessen scheint es trotzdem feines­wegs ausgemacht, daß nicht nach Beratung der Vorlage in der Budgetkommission die Partei zu ihren Freunden zählen wird. Als solche bekannten sich schon die Konservativen und die Nationalliberalen, während Sozialdemokratie und frei­sinnige Volkspartei Widerspruch erhob. In zwei Punkten aber waren alle einig. Alle Redner machten der Regierung Vorwürfe, daß sie im Frühjahr den Reichstag geschlossen have, anstatt ihm noch diese Vorlage zugehen zu lassen die sich jetzt als dringlich hinstellt, und des weiteren fanden sich alle in dem Dank an die Truppen zusammen, die im Schuß­gebiet ihr Leben eingesetzt haben.

Politifche Rundschau.

Deutsches Reich.

* Die Beruhigung von Deutsch- Südwestafrika schreitet fort. Gouverneur von Lindequist meldet, daß der Wider­stand der Hereros gänzlich gebrochen sei. Er habe daher an­geordnet, daß bis auf weiteres die militärischen Operationen im Hererolande, insbesondere die Aufhebung von Hererowersten durch Patrouillen einzustellen seien. Mehrere Lager zur Samm­lung der noch im Felde befindlichen Eingeborenen unter Auf­sicht der Missionen sind errichtet worden. Den Herero ist dies durch eine Proklamation befannt gegeben worden.

* Der preußische Eisenbahnminister von Budde hat eine Verfügung erlassen, nach der Eisenbahnangestellten der Genuß von Alfohol im Dienst vollständig verboten wird. Die Mitnahme von Schnaus und schnapsähnlichen Getränken in den Dienst war schon bisher verboten und der Verkauf in den Kantinen und dergl. untersagt. In dem Erlaß heißt es unter Bezugnahme auf schwerwiegende Vorkommnisse der legten Zeit, die bisherigen Maßnahmen hätten nicht verhütet, daß Bedienstete sich durch übermäßigen Alkoholgenuß zur Verrichtung ihrer dienstlichen Obliegenheiten unfähig machten und dadurch Betriebsunfälle schlimmster Art veranlaßten. Es mile daher allen im Betriebsdienste, einschließlich des Fahr-, Rangier- und Bahnbewachungsdienstes tätigen Beamten, Hilfsbeamten und Arbeitern, ferner allen im Bahnsteig­schaffner, Portier- und Wächterdienst beschäftigten Bediensteten der Genuß alkoholhaltiger Getränke jeder Art während des Dienstes fortan untersagt werden. Die Durchführung dieses Verbots sei mit Strenge zu überwachen und im Wege der Disziplin, besonders auch durch Zurückziehung aus dem Be­triebe, Ausschließung von Anstellung, Gehaltszulagen und Beförderung sicherzustellen. Als Dienst im Sinne dieses Verbots ist auch die Dauer der Dienstbereitschaft im Bahn­bereich anzusehen. Bei wiederholter Trunkenheit im Dienst sei stets die Dienstentlassung anzuordnen oder das Disziplinar­verfahren auf Dienstentlassung einzuleiten. Die Gelegenheiten zum Genuß alfoholfreier Getränke sollen vermehrt werden. England.

** Der mehrfach angedeutete Rücktritt des bisherigen Ministeriums Balfour dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Im Kabinettsrate haben die Minister beschlossen, lieber zu rudzutreten, als das Parlament aufzulösen. Balfour wird die Demission dem König wahrscheinlich in den nächsten Tagen überreichen. Wenn sie angenommen wird, erwartet man, daß Campbell Bannermann dte Neubildung des Mi­nisteriums übernehmen wird.- Das Komitee für die An= näherung zwischen Deutschland und England hielt eine Versammlung in London ab. Der Vorsitzende Lord Avebury sagte dabei, das größte Interesse für England und Deutschland sei die Aufrechterhaltung des Friedens; jeder, der versuche, Zwietracht zwischen den beiden großen Ländern zu säen, sei eines schweren Verbrechens schuldig und ein Feind Deutschlands sowohl als Englands. Lord Ave­bury glaubt nicht, daß irgend ein allgemeines Gefühl des Mißtrauens und Uebelwollens gegen Deutschland besteht, und er hofft, daß die Deutschen schließlich die Vorstellung verbannen, Großbritannien sei eifersüchtig oder feindlich. Der Versammlung wohnte der deutsche Botschaftsrat Graf Bernstorff in Vertretung des Botschafters Grafen Wolff­Metternich bei. Es gelangte ein Beschlußantrag zur An­nahme, welcher die feste Ueberzeugung ausspricht, daß weder die wirtschaftlichen noch die politischen Interessen Englands und Deutschlands einander widerstreiten und daß zwischen der Bevölkerung beider Länder Gefühle herzlicher Freundschaft bestehen. Sir John Kennaway, der den Antrag begründete, sprach die Hoffnung aus, daß die Bemühungen des Komitees und anderer den deutschen Kaiser in den Stand setzen würden, das nächste mal zu erklären, daß seine Beziehungen zu Großbritannien nicht allein forrekte, sondern herzliche sind. Spanien.

** Die fatalonische Bewegung hat nun doch zu einer Ministerkrisis geführt. Der König hat die erbetene Ent­lassung des Kabinetts Montero Rios genehmigt. Moret wurde mit der Nenbildung des Ministeriums beauftragt. Das neue Kabinett wurde alsbald fonstituiert, die neuen Minister leisteten dem Könige den Treueid, und darauf fand ein Ministerrat unter Vorsitz des Königs statt.

Balkan- Staaten.

Unter

Hus den Parlamenten.

Statistisches Material zur Flotten- Vorlage. Dem Reichstage ist eine vom Reichsmarineamt bearbeitete Samm­lung statistischen Materials zugegangen, das die Entwicklung der deutschen See- Interessen im letzten Jahrzehnt darlegt. Es wird dadurch das Anwachsen dieser Interessen statistisch nachgewiesen und damit die Grundlage für eine zahlen­mäßige Würdigung der in Frage kommenden Probleme ge­boten. Vor allem wird damit die Forderung gestützt, daß die wachsenden See- Interessen auch eines wachsenden Schuzes bedürfen.

Heer und flotte.

Ein neues Linienschiff vom Stapel gelassen. Auf der Werft des Vulkan" in Stettin ist das für die deutsche Marine dort erbaute Linienschiff Pommern" vom Stapel gelaufen. Die Taufrede hielt der Oberpräsident der Provinz Pommern, Freiherr von Maltzahn.

** Eine Bande von bulgarischen Verschwörern ist neuerdings in türkischen Gebietsteilen verhaftet worden. In­folge von gravierenden Schriftstücken wurden 15 Bulgaren, die die Agitation im Distrikte Serres leiteten, verhaftet. Unter den Verhafteten befinden sich mehrere Professoren, sowie der Sekretär des bulgarischen Metropoliten. den Schriftstücken befindet sich eine Liste der von Sendlingen des bulgarischen Komitees ermordeten Christen sowie ein Verzeichnis von Namen angesehener Personen, deren Er­mordung für notwendig erachtet wird, darunter sind der Bischof von Serres, der griechische Konsul und ein Priester genannt.

Hof und Gesellschaft.

*** Bei der Reise des Kaiser 3 in Oberschlesien hätte ihm leicht ein ernster Unfall zustoßen können. Auf der Strecke Breslau- Brieg entdeckte ein Bahnwärter einen Schienenbruch. Er brachte den Zug, in dem der Kaiser sich befand, zum Halten und reparierte die beschädigte Stelle so, daß der Zug in langsamer Fahrt die Stelle passieren konnte. Der Kaiser traf mit sieben Minuten Verspätung in Brieg ein.

Nab und fern.

Automobilwettfahren 1906. Für die Wettfahrt von Automobilen um den Herkomerpreis im Jahre 1906 ist die Strecke Frankfurt a. M.- München- Linz- Wien- Klagenfurt­Innsbruck- München festgesetzt worden. Die deutschen Automobilvereine werden im nächsten Jahre keine Straßen­rennen veranstalten, da die Fabriken zu stark beschäftigt sind, um Rennwagen liefern zu können.

Dampferzusammenstoß auf dem Rhein. Bei Walsum stieß der Rheindampfer Egon 14 mit dem Dampfer Achilles und einem Schiff der Stinnesschen Zechen zusammen, wobei der Egon beschädigt wurde. Drei Kinder stürzten über Bord, zwei ertranken, eins wurde gerettet. Ein über Bord gestürzter Steueraufseher rettete sich selbst.

103 Jahre alt geworden. Der älteste Stadtver­ordnete Deutschlands, Gottlieb Schreiber in Eberswalde, ist gestorben. Sch., der Ehrenbürger seiner Vaterstadt war, hat das hohe Alter von 103 Jahren erreicht.

In der Ohnmacht zu Tode gestürzt. Auf dem Bergwerk Neu- Iserlohn bei Lütgendortmund ereignete sich ein betrübender Unglücksfall. Dem Bergmann Borkowitz war bei der Arbeit ein Finger gequetscht worden, weshalb er durch einen Aufseher aus dem Schacht gefahren wurde. Im Förderkorbe wurde B. während des Auffahrens Schmerzen ohnmächtig und stürzte aus dem Korbe in den Schacht, ehe ihn sein Begleiter halten konnte. Der Unglück­liche wurde völlig zerschmettert.

vor

Unglücksfall bei der Jagd. Bei einer in Berg­hausen bei Köln abgehaltenen Jagd wollte der Meggermeister Walther, einer der Jäger, mit umgehängtem Gewehr einem Wilde nach über einen Zaun klettern. Dabei entlud sich das Gewehr und der Schuß ging dem Jäger durch den Kopf, sodaß er auf der Stelle tot war.

Aus Notwehr erschossen. In Haimar bei Burgdorf war der Besitzer Ernst mit einem Knecht in Streit geraten, der in Tätlichkeiten überging. Der Knecht zertrümmerte alles erreichbare und stach mit einer Mistgabel durch ein Fenster nach einem Kinde des Ernst. Dieser ergriff darauf sein Gewehr und schoß auf den Knecht, der, in den Unter­leib getroffen, tot zusammenbrach. Das Gericht erkannte Notwehr an.

Tragischer Abschluß einer Eifersuchtsszene. Der Kürschnergeselle Graß in Berlin unterhielt ein Verhältnis mit einem Fräulein Labuhn, der er sehr zugetan war, die er aber auch mit Eifersucht plagte. Infolge eines solchen Vorwurfs kant es zwischen den beiden Liebenden zu einem Zanf. G. zog einen Revolver und erschoß das Mädchen in seiner Wohnung. Dann sprang er auf das Fensterbrett, gab einen Schuß auf sich ab und stürzte aus dem Fenster auf die Straße, wo er mit zerschmeiterten Schädel tot liegen blieb. Der herabstürzende Körper hätte beinahe einen Vorübergehenden mitgerissen, wenn dieser nicht zur Seite ge­sprungen wäre.

Typauserfrankungen. Eine Tyhusepidemie ist in dem Vororte Dotzheim bei Wiesbaden ausgebrochen. Bis jetzt sind etwa 60 Erkrankungsfälle und eine ganze Reihe Todesfälle vorgekommen. Alle Versammlungen und Lustbar­feiten sind bis auf weiteres untersagt worden. Den Soldaten der Garnison Wiesbaden ist der Besuch Doßheims unter An­drohung von Arreststrafen verboten worden. Die Ursache der Epideme wird auf das schlechte Trinkwasser sowie auf die schlechten sanitären Verhältnisse des Ortes zurückgeführt. Amtlich wird vor der Venuzung des Wassers der durch den Ort führenden Bäche zu Reinigungszwecken gewarnt.

Entgleisung infolge Felssturzes. Auf der böhmischen Strecke Stratonitz- Wallern ist bei der Station Wintersberg die Lokomotive, der Dienstwagen, ein Personen- und zwei Güterwagen eines Personenzuges entgleist. Bei dem Unfalle erlitt ein Postschaffner eine Gehirnerschütterung und der Bahnme ster eine leine Fußquetschung. Von den Reisenden, wurde niemand verletzt. Die Ursache des Unfalles ist ein kurz vorher auf die Gleise niedergegangener Felssturz.

In den Steinmassen verschüttet. In Toskana waren seit einigen Monaten Abstürze am Garfagnana zu befürchten, sodaß die Bewohner des unter dem Berge liegenden Dorfes Sillano ihre Häuser räumen mußten. Nun ist das drohende Ereignis eingetreten. Ein dumpfes Krachen tündete den Sturz an, dann wälzten sich mit Donnergetöse ungeheure Stein­massen hinab. In wenigen Minuten waren alle Häuser zer= stört; nur die Kirche ragt aus der trostlosen Trümmerstätte auf. Menschen tamen nicht zu Schaden.

Schreckenstat eines Jrsinnigen. Ein geistesfranfer Landarbeiter in Tolna- Nemedi in Ungarn hat in einem An­falle von Tobsucht seiner Gattin mit einem eisernen Instru= ment den Kopf engerissen und sodann sich mit einem Messer den Hals durchschnitten. Er wurde tot aufgefunden. Die Frau ist lebensgefährlich verlegt.

Dreifacher Raubmord. Die bulgarische Hauptstadt Sofia ist der Schauplatz eines Verbrechens gewesen, das in seiner Scheußlichkeit hervorragt. Dort wurde der Advokat Dimitrow, seine Schwester sowie deren Dienerin in der Wohnung Dimitrows ermordet aufgefunden. Im Verdacht der Täterschaft steht der Kutscher des Ermordeten, ein Serbe, welcher seitdem flüchtig ist.

Völlige Sonntagsruhe. Das Drtsstatut der Stadt Frankfurt a. Main, wonach die völlige, ununterbrochene Sonntagsruhe für Handel und Gewerbe eingeführt werden soll, ist vom Bezirksausschaß in Wiesbaden genehmigt worden

+ Desterreich in London. Im nächsten Jahre findet eine österreichische Ausstellung in London statt, die eine leber­sicht über die Geschichte, Kunst und Gewerbe Desterreichs geben soll. Die österreichische Regierung hat dazu einen Zu­schuß von 400 000 m. bewilligt.

Tod infolge vorzeitigen Abspringens vom Zuge Die leidige Unfitte, von einfahrenden Zügen abzuspringen ehe fie zum Halten gebracht sind, hat in Kassel den Lob eines Menschen zur Folge gehabt. Der Schreiner Schaab trat, als der Zug auf der Station Kassel einlief, bevor de Zug hielt, auf die Plattform hinaus. Durch einen Rud des Zuges, vermutlich an einer Kurve, erhielt er plößlich einen Stoß, verlor das Gleichgewicht und stürzte zwischen die Wagen. Durch das Trittbrett festgehalten, wurde der Un glückliche ein Stück fortgeschleift und dann mitten durch gefahren. Die Leiche des Verunglückten wurde in schreckliches Verstümmelung aufgefunden.

Zugzusammenstoß in Bayern. Der Schnellzug Lindau München stieß nachts in der Station Türkenfeld mit einem Güterzug zusammen. Acht Personen wurden verlegt. Der Materialschaden ist bedeutend.

Im Schlafe überfallen. In dem Dorfe Kläden bet Stendal wurde der Aufseher Soltwedel mil seiner Famiie im Schlafe überfallen. Der Täter erschlug mit einem Beile die Ehefrau des Aufsehers, verletzte diesen und seine fünf Kinder lebensgefährlich und entkam, nachdem er die Ueberfallenen und die Wohnung ausgeraubt hatte.

Erschütternde Schreckenstaten zweier Mütter. Schon wieder haben in Berlin zwei Mütter ihre Kinder in entseg licher Weise hingemordet und sich selbst dem Leben entziehen wollen. In einem Falle war ehelicher Zwist und unbegründete Eifersucht der Anlaß. Die Frau eines Uhrmachers Howrit schew war sehr genußsüchtig und quälte ihren Mann, der auskömmlichen Verdienst hatte, mit Launen, die oft zu Streit und Bank führten. Nach einem solchen, in Tätlichkeiten über gegangenen Streit, vergiftete die Frau ihre 2 Kinder, im Alter von fünf und sieben Jahren, in Abwesenheit des Mannes mit Lysol. Das jüngste Kind starb sofort, während das ältere und die Mutter noch lebend, aber schwer verletzt ins Kranken haus geschafft wurden. In dem andern Falle handelt es sich um ein Verbrechen in geistiger Störung. Die 27 jährige Frau des Rohrlegers Bender hatte die fire Idee bekommen, daß sie geistesgestört sei und sich diese Krankheit auf ihr neu geborenes Kind übertragen würde. Alle Versuche, der Wöch nerin diese krankhafte Vorstellung auszureden, waren erfolg los. In einem unbewachten Augenblicke verschaffte sich die Unglückliche Lysol und vergiftete damit den Säugling und sich. Das Kind ist bereits gestorben, während die Mutter lebensgefährlich erkrankt darniederliegt. Die Vergiftungs versuche mit diesem Mordgift Lysol fangen nachgerade an un heimlich zu werden, und man möchte wünschen, daß endlich dieses gefährliche Mittel der Erreichbarkeit des Publikums entzogen wird. Die bisherige Bequemlichkeit, Lysol zu ers langen, scheint solche Untaten erheblich zu vermehren, ja geradezu anzuregen, wie früher die Zuckersäure, die dann auch aus dem freien Verkehr entfernt wurde.

Dem Scharfrichter verfallen. Der Bäckergeselle Mogler, der wegen Mordes an seiner Dienstherrschaft und deren Töchterchen zum Tode verurteilt worden war, ist, nach dem der König von Württemberg das Urteil bestätigt hatte, gestern früh hingerichtet worden.

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Hunderttausend Francs gestohlen. Ein Geldbrief mit 100 000 Francs, der von der Kreiskasse in St. Gallen an die Hauptkasse in Bern abgesandt war, ist unterwegs seines wertvollen Inhalts beraubt worden. Die Sendung blieb in Winterthur über Nacht, wurde von dort zweimal telegraphisch nach Bern als abgegangen avisiert, fam aber erst am Diens tag Abend in Bern an. Als sie dort geöffnet wurde, ent hielt sie statt der Tausendernoten nur alte Zeitungsnummern. Die eingeleitete Untersuchung hatnoch nicht zur Ermittelung des Täters geführt.

Tageschronik. Bei einer Schießübung in Neufahr wasser wurde der Werstarbeiter Czerwinski von einer Dampfertrosse so unglücklich geschlagen, daß er sofort tot umfiel.

Der dreizehnjährige Sohn eines Arbeiters geriet in Laudenbach bei Karlsruhe in den Gang einer im Betriebe befindlichen Dampfmühle und wurde totgedrückt.

Eine Frau ermordet. In Baden bei Wien is Lucrezia Freifrau von Biedermann- Thurona, die Witwe des jüngst verstorbenen Gesellschafters des Wiener Bankhauses Biedermann, ermordet worden. Sie wurde in ihrer Villa mit zertrümmertem Schädel und Würgespuren aufgefunden. Das Motiv der Tat ist noch nicht aufgeklärt.

Tageschronik. Die Teppichfabrik Vorwerk in Barmen ist mit mehreren Webstühlen und den Lagervorräten abge brannt. Der Schaden beträgt über 1 M alion Mark. Dampfer Saint- Donatien, von Bordeaux nach Ade­laide, ist seit 6 Monaten verschollen und wahrscheinlich mit Mann und Maus untergegangen.

Der Sohn des Zahnlünstlers Olbrecht in Delitch bei Halle, der seinem Vater mit 500 Mar: durchgegangen war, wurde bei Bitterfeld ermordet und beraubt aufgefunden. Von dem Täter fehlt jede Spur.

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In Ravensburg ist der Neubau des Hotels Kaiserhof eingestürzt. Ein Vorübergehender ist leicht verlegt, die Ar­beiter flüchteten rechtzeitig.

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Vermischtes.

Ein reichlicher Hochzeitsschmaus. Vierhundert Gäste waren zu einer Hochzeitsfeier geladen, die ein reicher Bauer in dem ungarischen Städchen Hodsag veranstaltete. Die Tafelauswahl war ebenso reichhaltig wie reichlich. Die vierhundert Leutchen verzehrten 130 Kilogramm Schweine­braten, 50 Kilogramm Rindfleisch, 60 gesottene Truthähne, 100 braungebratene Hühner und 25 fette Gänse. Außerdem gab es 11 fnusperig rote Spanferkeln, 22 große, sauer zu­bereitete Hasen und 8 Kälber. Brod führten sich die Fein­schmecker nicht viel zu Gemüte; im Ganzen 130 Laib, es kam also auf jeden blos ein Drittel Laib Brod. Hingegen wurde Backwerk in großen Mengen konsumiert. Das Backwerk wurde aus 250 Kilogramm Mehl, 1500 Stück Eiern, 25 Kilo­gramm Mandeln, 60 Kilogramm Butter und 30 Kilogramm Cuarttäse bereitet. Als Vorspeise führten die Herren ihren 400 gefegneten Mägen 100 Kilogramm Fische zu. die Speisen den Weg alles Jrdischen leichter zurücklegten, wurden die Kehlen mit 550 Liter Bier geölt. Ferner wurden 10 Hektoliter Wein geleert, d. i. 2% Liter per Persou. Guten Appetit!

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