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Amerika.

* Die Nachricht von der Ermordung des Präsidenten Ca­brera von Guatemala ist in London eingelaufen. Cabrera war schon Präsident von 1899 bis 1905 und wurde erst am 15. März 1905 mit einer Amtsdauer bis zum Jahre 1911 wiedergewählt.

Hof und Gefellschaft.

Die Ankunft der Jacht Hohenzollern" mit dem Kaiser, der Kaiserin und den Prinzen an Bord erfolgte in Venedig unter einem großartigen Empfang der Bevölke. rung. Auf der Kaiserjacht trafen zahllose Blumenspenden fcstbarster Art ein. Das Kaiserpaar stattete u. a. der inter­nationalen Kunstausstellung einen Besuch ab. Ende dieser Woche erfolgt die Ankunft in Karlsruhe.

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Der deutsche Kronprinz ist zum Besuche seiner Braut, der Herzogin Cäcilie, in Rabensteinfeld bei Schwerin eingetroffen. Nach der Vermählung gedenkt das junge Paar eine Hochzeitsreise zu unternehmen, in deren Verlauf, wie es heißt, auch Belgien inkognito besucht werden soll.

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** Der König von Sachsen ist in Wien zum Be­such des Kaisers Franz Josef eingetroffen.

Heer und flotte.

Eine Funkerabteilung ist jetzt für die deutsche Armee er­richtet worden. Die Telegraphie ohne Draht wurde bisher beim Luftschifferbataillon betrieben. Es ist zu ihrer Hand­habung eine besondere Funkerabteilung gebildet worden. Diese ist jetzt als selbständige Truppe vom Luftschiffer­bataillon abgeschieden und dem Telegraphenbataillon Nr. 1 in Berlin angegliedert worden. Geführt wird die Funker­abteilung von Hauptmann v. Tschudi. Er ist in weiteren Kreisen als überaus tätiges Vorstandsmitglied des Luft­schiffervereins und Verfasser fast aller Instruktionen usw. bekannt.

Die Armeebewaffnung in Desterreich. Die Landesvertei­digungskommission hat einstimmig das Mannlicher- Gewehr der Waffenfabrik zu Steyr und mit 4 gegen 1 Stimme die Mannlicher- Patronen der Hirtenberger Fabrik für die Ar­meebewaffnung endgültig angenommen. Die Steyrer und die Hirtenberger Fabrikate erwiesen sich den Mauserschen überlegen. Es sollen im ganzen 150 000 Gewehre und 75 Mill. Patronen, vorläufig aber nur 30 000 Gewehre, und 15 ill. Patronen bestellt werden.

Soziales Leben.

[] Ausstandsbewegungen in Deutschland im Jahre 1904. Die hauptsächlichsten Streiks verteilen sich wie folgt: Bau­gewerbe mit 4118 Betrieben und 49 615 Streifenden, In­dustrie der Nahrungs- und Genußmittel mit 2730 Betrieben und 7746 Streifenden, Industrie der Holz- und Schnitzstoffe mit 1204 Betrieben und 13 395 Streifenden, die Metallver­arbeitung mit 734 Betrieben und 8438 Streifenden, Be­fleidungs- und Reinigungsgewerbe mit 366 Betrieben und 3596 Streifenden, Lederindustrie mit 279 Betrieben und 926 Streifenden, Industrie der Steine und Erden mit 251 Betrieben und 6511 Streifenden, Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate mit 164 Betrieben und 5978 Streifenden, Verkehrsgewerbe mit 129 Betrieben und 3095 Streifenden, Handelsgarerbe mit 108 Betrieben und 1288 Streifenden.

[] Einigung im Wiener Transportarbeiterstreik. Ver­handlungen zwischen den ausständischen Arbeitern und den Unternehmern haben zu dem Resultat geführt, daß die Arbeit in allen Betrieben aufgenommen werden soll. Die Unter­nehmer haben sich zu Konzessionen bereit erklärt.

[] Der Kutscherstreik in Chicago. Ter Ausstand hat teil­weise zu bedauerlichen Vorkommnissen geführt. Die streiken­den Weißen griffen die arbeitswilligen Regerkutscher an, es entstand ein Gefecht, bei dem auf beiden Seiten die Nevolver gebraucht wurden. Vier Personen wurden getötet und viele Lerletzt. Unter Uniständen sollen 900 neue Polizeibeahnte angestellt werden.

Nah und fern.

Gräfin Montignoso hat Florenz verlassen. Angeblich nur zu einem furzen Ausfluge, doch verlautet mit Bestimmt­heit, daß die Gräfin sich in ein englisches Seebad begeben wird. Die Unterhandlungen mit dem sächsischen Hofe sollen vorläufig gänzlich abgebrochen sein.

+ Zwei holländische Schmugglerschiffe wurden von einem englischen Zollfutter bei Spurnhead aufgebracht und nach Grimsby eskortiert. Die Holländer werden beschuldigt, einem englischen Fischerboot innerhalb der Territorial- Gewässer Tabak geliefert zu haben. Beide Schiffe hatten beträchtliche Mengen zollpflichtiger Artikel, wie Tabak, Zigaretten und geistige Getränke an Vord.

men.

Der Vater als Entführer seines Sohnes. Eine Auf­sehen erregende Szene spielte sich in der Spiegelgasse zu Wien ab. Ein Artillerie- Hauptmann, der in einer Provinz­Kadettenschule als Lehrer wirkt, erschien mit seinem Offi­ziersburschen in der Wohnung seiner von ihm getrennt le­benben Gattin, mit der er im Scheidungsprozeß begriffen ist, um sein zwölfjähriges Kind mit Gewalt an sich zu neh­Er gab seinem Burschen den. Auftrag, den Knoen mit fortzuführen, und entfernte sich. Die Gesellschaftsdame, die allein anwesend war, konnte die gewaltsame Entführung nicht verhindern. Auf der Straße eilten aber zahlreiche Pas­santen dem Knaben zu Hilfe, worauf der Offizier vom Leder zog und all diejenigen mit dem Säbel bedrohte, die die Ent­führung des Kindes verhindern wollten. Endlich gelang es, den Knaben dem Offiziersburschen zu entreißen. Der Haupt­mann wurde zur Polizei gebracht.

A Gin furchtbares Familiendrama spielte sich in Burtscheid ab. Der Weber Reiher, der an einem schweren Nierenleiden erfrankt ist, wurde plötzlich wahnsinnig und suchte seine Frau durch Messerstiche zu ermorden. Als es dieser gelungen war, schwer verletzt zu entfliehen, warf sich der Irre, nach­dem er die Tür verriegelt, auf seine 6 Kinder. Als auf deren Geschrei Nachbarn die Tür einschlugen und ins Zim­mer drangen, sprang Reiher aus dem Fenster. Er dürfte kaum mit dem Leben davon kommen.

* Ein räuberischer Ueberfall wurde in Leipzig in der Nähe des Bayerischen Bahnhofs auf einen Reisenden aus­geübt. Ein Mädchen sprach den Herrn an und lockte ihn

abseits vom Bahnhof auf freies Feld. Auf einen Pfiff, den sie ausstieß, eilten zwei Männer herbei und beraubten den Ueberfallenen seiner Barschaft von 240 Mark, worauf sie mit ihrer Mitschuldigen ungehindert die Flucht ergriffen.

Stiftung des Großherzogs von Weimar. Zum Ge dächtnis für die verstorbene Großherzogin Caroline hat der Großherzog 100 000 Mark zur Errichtung eines Siechen­undenheims und 150 000 aMrf zur Unterstützung der großherzoglichen Musikschule in Weimar ausgesetzt.

A Ein Kinderhilfstag" in Berlin hatte nicht den Erfolg, 1. ihn derartige philantropische Veranstaltungen zu Nut und Frommen armer und kranker Kinder z. B. in Wien und Kopenhagen gehabt haben. Das Berliner Publikum verhielt sich den vielen Hundert Kindern gegenüber, die im Dienste ces Wohlfahrtskomitees Haus für Haus mit Sammel­büchsen abgingen, im großen und ganzen kühl ablehnend. Der Grund dafür ist darin zu suchen, daß man in Berlin mißtrauisch gegen gewisse Kreise geworden ist, die die öffent­liche Wohltätigkeit geradezu als ein gesellschaftliches Re­flamemittel benutzt haben. Die Veranstalter des Kinder­bilsstags" haben, mögen sie auch von den besten Absichten b seelt gewesen sein, unter diesen Verhältnissen leiden müssen. In der Lichtenberger Mordaffäre hat wieder eine Ver­haftung stattgefunden. Auf dem Berliner Rieselgute Rosen­thal ist der Knecht Schephan in Stellung. Er war zur Zeit des Mordes in Lichtenberg beschäftigt, und zwar auf dem Gärtner- Grundstück, wo das langjährige Dienstmädchen mit einer Hacke erschlagen gefunden wurde. Schephan fiel da­durch auf, daß er ein scheues Wesen zeigte und auffallend viel von dem Morde in Lichtenberg sprach. Auch fand man hinter einem Häcksellager versteckt eine Weste des Verhafteten, die Waschspuren aufwies.

Eine vierfache Familienfeier. In Treptow an der Rega konnte in der Familie des Müller Laabs eine seltene Feier begangen werden. An demselben Tage fand die fil­berne Hochzeit des Ehepaares, die Verlobung einer Tochter, die Konfirmation eines Sohnes und die Taufe des jüngsten Kindes statt. Es ist dies das achtzehnte der kinderreichen Müller familie.

Der Passagier in der Tonne. Aus einer Anstalt bei Memel entfloh ein Fürsorgezögling zu seiner Schwester nach Steglitz, indem er sich in einer Tonne verbarg und in ihr die weite Reise machte. Er wurde in Steglitz ermittelt und aufs neue der Fürsorgeerziehung zugewiesen.

Hungersnot in Südportugal. Ebenso wie in einigen Provinzen Spaniens hat auch im südlichen Portugal die abnorme Trockenheit die Feldfrüchte vernichtet. Die Not ist groß. Die Preise für Mehl und Gemüse haben eine un­erschwingliche Höhe erreicht.

Tages- Chronik. Der Fabrikant Dornig in Dresden, der unter dem Vorgeben, er könne aus Jätalien Spiritus her­stellen, 140 000 Marf erschwindelte, wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

-In Neusolstenhausen bei Esens wurde die alleinwoh­nende 60jährige Witwe Jiebrands mit durchschnittenem Halse aufgefunden.

In Harriehausen bei Göttingen brannten drei Gehöste nieder, und ein Knecht fam in den Flammen um.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Im Mordprozes: Huber zu München wurden die An­getlagten durch die weitere Zeugenvernehmung immer sch.vc­rer belastet. Die Serviette, mit der die Kellnerin Falch erwürgt worden war, wurde von einem Zeugen als sein Eigentum erkannt. Die früher bei ihm als Auswärterin bedienstete Frau Huber habe ihm eine Anzahl von Gegen­ständen, darunter auch Servietten, entwendet gehabt.

§ Der Königsberger Hochverrats- und Geheimbundspro­ze beschäftigte gestern in der Revisionsinstanz das Reich­gericht zu Leipzig. Es handelt sich um den großen politischen Prozeß, der vom 12 bis 25. Juli 1904 vor der Königsberger Straffammer zur Verhandlung gelangte. Die Anklage war gegen 9 Personen, meistens bekannte Mitglieder der sozial­demokratischen Partei, erhoben und zwar wegen Hochverrats und Geheimbündelei. Der Hochverrat wurde darin gesehen, daß die Angeklagten revolutionäre und anarchistische Schrif ten von England und der Schweiz durch Deutschland und be sonders über Berlin, über Königsberg, Memel oder Tilsit nach Rußland eingeschmuggelt haben sollen. Das nach fast vierzehntägiger Verhandlung gefällte Urteil lautete aus Freisprechung von der Anklage des Hochverrats. Das Ge richt war zwar der Meinung, daß objektiv der Tatbestand gegeben sei, allein es könne eine Verurteilung deswegen nicht erfolgen, weil eine Gegenseitigkeit durch ein in Rußland ordnungsgemäß publiziertes Gesetz nicht bestehe. Dagegen wurden sechs Angeklagte wegen Geheimbündelei zu Gefäng nisstrafen von 1-3 Monaten verurteilt, die zum Teil aiti die erlittene Untersuchungshaft angerechnet wurden. Gege: 1 diese Verurteilung ist nun von der Verteidigung Revision eingelegt worden, während der Staatsanwalt beantragt hat, das freisprechende Erkenntnis wegen Hochverrats aufzu­heben. In der Verhandlung vor dem Reichsgericht vertrat Reichsanwalt Treutlein- Moerdes in eingehender Rede die Ansicht, daß Rußland dem Deutschen Reiche Gegenseitigkeit verbürgt habe. Die Rechtsanwälte Heinemann Liebknecht und Haase traten diesen Ausführungen entgegen. Die wei tere Verhandlung und die Urteilsfällung wurde auf den 6. d. Mts. vertagt

Herzte und Herzte". ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Daß es der Aerzte mehr als genug gibt, gilt für eine aus­gemachte Sache. Von Zeit zu Zeit bekräftigt uns eine Aerztestatistik in dieser Ueberzeugung, indem sie uns sagt, auf wie viele Einwohner im Reich oder in dieser und jener Stadt ein praktizierender Jünger Aeskulaps komme. Wir haben dann alles Mitleid mit den Gesundheitsräten, die unmöglich genug Beschäftigung haben können.

In Wahrheit aber gibt es noch viel mehr Aerzte, als in irgend einem medizinischen Kalender verzeichnet sind und so ist es ſeit je gewesen. Schon in den sehr vergangenen Tagen, da die Menschen noch Muße hatten, ihrem Mitgefühl Ausdruck zu geben, fonnte ein Schalk wetten und die Wette gewinnen, daß sich ihm auf der belebtesten Straße so viele Aerzte anbieten würden, als Erwachsene, Männlein und Weiblein, vorübergingen: Er verband sich das Gesicht, als ob die Backe geschwollen wäre, ging zu jener Straße und

stöhnte laut. Und niemand, weder Wann noch) Fran, lic ihn vorüber, ohne nach seinem Leiden zu fragen und ohne ihm ein unfehlbares Heilmittel gegen die Zahnschmerzen zu empfehlen, die er geheuchelt.

Heute bleibt das Mitleid auf der Straße stumm und eilt flüchtig vorüber. Wo aber die Möglichkeit zu kurzem Ver­weilen sich bietet, wo eine kleine Unterhaltung sich anspinnen kann, da wird sofort jeder liebe Nächste zum konsultierenden Arzt, der zwar keine Approbation hat, doch einen nicht zu überbietenden Aplomb besitzt und seine untrüglichen Stennt­nisse willig und überlegen zur Verfügung stellt.

In Berlin lebt ein Mann, der Medizin studiert hat und auch mit der Berechtigung ausgestattet ist, mit Messer und mit Giften auf seinen Rebenmenschen loszugehen, harmlos von den Erträgen seiner publizistischen Tätigkeit. Auf einem Aerztekongreß hatte er den allerdings wunderlichen Ein­fall, sich neben Virchow an einer Debatte zu beteiligen, was ihm von dem großen Gelehrten die Bemerkung eintrug: Ei, ei, Herr Doktor, mit Medizin beschäftigen Sie sich also auch? Das ging ihm zu Herzen; und als es sich einige Zeit darauf traf, daß in seiner Gegenwart jemand von Ohnmacht befallen wurde, verlangte er laut, daß eiligst-- nach einem Arzt geschickt werde. Ein wirklicher Laie hätte das nicht getan, der hätte zugegriffen. Der befragte Arzt hält eine Untersuchung für nötig, ehe er ein Urteil abgibt, einc Diagnose aufstellt, ein Heilmittel in Vorschlag bringt, eine Anordnung über Kur und Diät trifft. Der Laienarzt braucht diese Umschweise nicht. Er hat immer schon genau den gleichen Fall" gekannt den er übrigens nicht zu benennen vermag und weiß ganz genau, daß damals dies oder jenes Mittel sich als untrüglich erwiesen habe. Prüfte man das wirklich vorhandene Uebel, den Heilvorschlag des Laien und die Unterlage seines Vorschlags so würde man in der Regel finden, daß von einer Konformität gar nicht die Rede sein kann. Es liegt nichts vor als eine edelmütige Flunkerei, die aus herzlicher Hilfswilligkeit hervorgegangen ist. Nur schade, daß der auf solche Art Beratene nicht selten der un­flugen Empfehlung Folge leistet, manchmal sogar entgegen der ausdrücklichen sachlichen Weisung des Arztes. Der frei­willige Kurpfuscher hat ebenso wie der gewerbsmäßige eine gewisse suggestive Kraft. Im übrigen ist er in der Regel auch wortreicher als der gewissenhafte wissenschaftliche Arzt, zu­versichtlicher in seinen Behauptungen und dadurch vertrauen­erweckend.

Gebildeten Menschen braucht man eigentlich nicht erst zu sagen, daß solches Gebahren auf beiden Seiten unschicklich und unklug und schädlich ist. Dem Schneider, dem Tischler, dem Schuhmacher, dem Maurer pfuscht kein Mensch ins Handwerk. Wer einen Tisch erstehen will, holt nicht des Zigarrenverkäufers Rat ein. Nur bei der Gesundheit macht man eine Ausnahme, bei der eigenen und bei der des Näch­sten. Nur ein klein wenig Ueberlegung, und man wird es selbst nicht mehr tun, wird es sich von anderen nicht mehr gefallen lassen.

Der Sommer naht und mit ihm die Zeit der Erholungs­und Badereisen. Wer irgend kann, will hinaus in die Fremde, wäre es auch nur auf kurze Zeit. So mancher muß heraus, um durch eine Kur wo möglich die Gesur dheit wie­derzugewinnen. Daß diese Badereisenden Ziel der Reise und Ausnüßung des Aufenthalts am Ziel sich genau vom Arzt vorschreiben lassen, ist selbstverständlich, sollte es wenig. stens sein. Aber auch alle anderen haben die Pflicht gegen sich selbst, den Arzt zu befragen, selbst vor einer bloßen Er­holungsreise. Sie hören vielleicht nichts neues, ihr Plan wird ihnen vielleicht glatt bestätigt aber eben diese Be­stätigung sollen sie sich holen, damit sie die Sicherheit haben, daß sie sich nicht schaden, während sie Erstarkung suchen. weil er so will, oder weil es Und wer daheim bleibt- nicht anders geht der braucht die nicht zu beneiden, die sich krank und erholungsbedürftig gelebt haben. Die Ab­wechselung ist eine schöne Sache, aber daheim ist's doch am schönsten, und die rechte Gesundheitspflege findet man in der Regel nur zu Haus.

Tragt nur den Arzt!

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Kunft und Wiffenfchaft.

EG Ein neues Musikinstrument ist von dem Italiener dell'Oro erfunden und Harmoniped benannt worden. Wie es schon diese Bezeichnung ausdrückt, wird es mit den Füßen gespielt. Es hat 27 in Ottaven angeordnete Tasten, und der Druck des Fußes auf eine Taste dient gleichzeitig dazu, das ganze Tastbrett herunterzudrücken und die Blasebälge zu füllen. Als Soloinstrument wird es mit beiden Füßen gespielt. Der Ton soll rund und angenehm sein, erlaubt aber in der Stärke zwischen forte und piano feine Ab­stufung. Der Erfinder spielt das Harmoniped, während er mit den Händen ein großes Akkordion mit 170 Tasten be arbeitet.

Vermilchtes.

=[ Ein neuer Ausbruch des hawaiischen Vulkans Kilauea] soll nach einer Ruhezeit von 13 Jahren bevorstehen. Es hat sich ein großer Lavasee gebildet, und im Inneren des Berges hört man ständig dumpfes Dröhnen. Der Kilauea gehört zu den sehenswertesten Kratern der Erde.

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[ Schauspielerelend.] Welche Hungerlöhne an manchen deutschen Bühnen gezahlt werden, ergibt sich aus folgendem Inserat in einer der lezten Nummern des Organs der Ge­nossenschaft deutscher Bühnenangehörigen. Dort liest man: Für gutes Sommertheater wird noch gesucht ab Anfang Mai 1. Liebhaber und Bonvivant 80 bis 90 Mt., 1. Naive 60 Mr., 1. komische Alte 60 bis 70 Mt., 1. jugendlicher Lieb­haber 70 Mk. Nur auf junge tüchtige Kräfte mit eleganter Garderobe wird reflektiert, auch einige talentierte Anfänger können sich melden." Tie Welt des Scheins" ist oft auch eine Welt des Jammers und der Entbehrung.

[ Seehundsplage an der Ostseeküste.] Die Klagen über das Üeberhandnehmen der Seehunde an den Ostseeküsten werden von allen Seiten fortgesetzt. In den Gewässern der dänischen Insel Omö wurden 80 Prozent der dort ausge­stellten Dorschreusen von Seehunden vernichtet. Mit den Klagen der dänischen stimmen auch diejenigen der deutschen Fischer zusammen; denn auch an der Kahlberger Küste bei Elbing ist eine ganze Herde Seehunde aufgetaucht, die dem auf Angeln gefangenen Lachs nachgehen, die Fische bis ar den Kopf auffressen, aber den Angelhafen selbst vorsichtig bermeiden. In der westlichen Ostsee sind die Seehunde bisher seltener, doch häufen sich vor der Kieler Föhrde um so stärker die Delphine, die offenbar den mächtigen Herings- und Sprottschwärmen folgen.

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