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Bekanntmachung.

Wir machen ganz besonders darauf aufmert­Der Hauskehricht wird in den nachbenannten den Hauskehricht zu den oben angegebenen Zeiten sam, daß es im Interesse der Beteiligten liegt, Straßen an den beistehenden Tagen und Stunden abge- an den ganannten drei Wochentagen bereit zu der fahren. stellen und damit nicht bis Ende der Woche zu warten.

Straße:

Aliceftraße

Am Riegelpfad, oberer

Montag,

Mittwoch, Freitag.

Dienstag, Donnerstag, Samstag. 8-10 6-8

unterer

6-8

Afterweg

Walltorstraße- Nordanlage

8-10

nördlich der Nordanlage

6-8

Auf der Bach

10-12

Bahnhofstr.

Marktstr.- Tiefenweg

1-3

3-6 1-3 10-12

6-8 10-12 8-10

3-6 10-12 3-6

8-10 10-12

Tiefenweg- Weftanlage

Weftanlage- Grabenstr.

Grabenstr.- Bahnhof

Bergstr.

Bismarckstr.

Bleichstr.

Brandgaffe

Brandplaz

Braugasse

Bruchstr.

8-10

Burggraben

Srebnerstr.

Dammstr.

Walltorstr.- Nordanlage

8-10

westlich der Nordanlage

6-8

Diezftr.

10-12

Dreihäusergasse

3-6

Evelstr.

8-10

Ederstr.

6-8

Eichweg

6-8

Erlengasse

1-3

Frankfurterstr.

Gartenstr.

10-12 10-12

6-8 10-19

3

Südanlage- Ludwigsplay

Ludwigstr.- Schiffenbergerweg

Goethestr.

Grabenstr.

Gr. Mühlgasse

Andernfalls ist eine pünktliche Durchführung der Abfuhr nicht möglich und die Beteiligten haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn die Abfuhr un­regelmäßig erfolgt.

Gießen, 17. Dezember 1904.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

Betr.: Die Unfallversicherung der in land- und forst­wirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen; hier: Fortführung des Umlage- Katasters für 1904.

Bekanntmachung.

Das Umlagekataster der land- und forstwirtschaft­lichen Berufsgenossenschaft, fortgeführt für 1904, liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 5. Jannar bis zum 18. Januar d. J. auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieses Katasters, gegen die Aufnahme oder Nicht­aufnahme der Nebenbetriebe in das Kataster, gegen deren Veranlagung und gegen die Einschäzung der Be­triebsbeamten und Facharbeiter sind innerhalb einer Frist bon 4 Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringn.

Gießen, den 4. Januar 1905.

Großh. Bürgermeisterei Gieken. J. V.; Curschmann.

Bekanntmachung.

Die unterm 10 Dezember v. Js. angeordnete Sperre Südanlage zwischen Bismarck und Göthestraße wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 2. Januar 1905.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg.

5000 Stick Staats- Prämien- Anlehens- Lose

im Kurswerte von 250 000 Mark

erwarb der unterfertigte Verein bis jetzt für seine Mitglieder. Sämtliche Lose sind reichsgesetzlich in ganz Deutschland erlaubt und werden alle succesive gezogen. Jährlich 39 Ziehungen mit 120 000 Treffern darunter 5 Millionen Mark Haupttreffer. Monatsbeitrag mit 3 Mark beginnend. Bitte, lassen Sie sich zur Einsicht Statuten und Losnummern­Verzeichnis gratis und franko zusenden vom ,, Augusta" Verein in Augsburg. Gegründet

1898.

= Im Erscheinen befindet sich:=

Meyers

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Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage.

Grosses Konversations­

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Lexikon.

20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung.

Nr. 4.

Jufertionepe Beffen, bie Kreif Rell

Rebattion u. 6

fir

Von einem H der befferen fau mudjies ist es aud mit Beginn eines auf die Beschäft Rechenschaft abzu zurüdgegangen erforschung über des Geschäftes f Schäden zu bese triebes zu berb

Gr. Steinweg

Grünbergerstr.

Gutenbergstr.

6

9

Hammstr.

Heffenstr.

6

Hillebrandstr.

Hinter der Westanlage

Hofmannstr.

Hundegasse

In Löbers Hof

Johannesstr.

31

Kanzleiberg

සරියය

Kaplaneigaffe

Kaplansgaffe

Kirchenplag

3

Katharinengasse

3

10

Kirchstr.

10

Kleine Mühlgasse

3

Klinfftr.

Kornblumengaffe

333

Kreuzplaz

Krofdorferstr.

Lahnstr.

Landgrafenstr.

Landgraf Philipps- Plas

Landmannstr.

Leihgesternerweg

Bicherftr.

Liebigstr., Eisenbahn- Frankfurterfir.

Frankfurterstr.- Ludwigstr.

Ludwigstr.- Querstr.

Lindengasse

Lindenplaz

Löberstr.

Löwengaffe Longstr. Ludwigsplaz

Ludwigstr. Mäusburg Maigaffe Marburgerstr.

Markt: aubenstr.

Marktplat Marktstr. Mittelweg Moltkestr.

Neuen- Bäue

Neuenweg Neustadt Nordanlage

Oftanlage Blocftr. Rittergaffe

Nodheimerstr.

Roonstr.

Sandgasse

Schanzenstr.

Schiffenbergerweg

Schillerstraße

Afterweg- Norbanlage westlich der Nordanlage

Schloßgaffe

Schottstraße

Schüßenstr.

Schulstr.

Seltersweg

Sentenbergstr. Sonnenftr.

Stallgaffe

Steinftr.

131

833

110

138

8

113

1

3

6

98

6

63

3

360

Stephanftr.

10

Sübanlage

Gartenstr.- Bleichstr.

1

Bleichr.- Selterstor

Teufelsluftgärtchen

Tiefenweg

Wagengasse

Walltorftr.

Weidengasse

Weserstr.

Weftanlage

Wettergaffe

Beglarerweg

Wenfteingaffe

Websteinstr.

Wieseckerweg Wiesenstr. Wilhelmftr.

Frankfurterstr.- Ludwigstr. Ludwigstr.- Ebelstr.

Wolfsftr.

Woltengaffe

Bozelsgaffe

31

6

die frankhafte Intensität ihrer Geistesarbeit habe in seiner Seele gelesen und diese ihr seine geheimsten Gedanken und Wünsche suggeriert. Diese Erkenntnis, gepaart mit dem Reste entsagender, selbstloser Mutterliebe in der sonst so egoistischen Frau, ergreift ihn mächtig, er sieht den Abgrund, dem er entgegengetrieben war, pochend auf das Recht des Nachlebenden. Vivat Sequens! Eine ungeheure Frivolität dünkt ihn der Sinn dieses Wortes jetzt; das jetzige lebe! Das Kommende hat so wenig Anspruch auf unsere Rücksicht, wie das Vergangene, denn es ist ebensowenig da!

Des Stipendiums fet seine Berwendung zu einer Studien­reise nach Italien. Ihr Sohn, der in Wirklichkeit jener Be­werber sei, habe jedoch erklärt, er könne das Stipendium nicht im gedachten Sinne verwenden, da er eine gelähmte Mutter habe, an deren Seite zu weilen sowohl die Natur als die Kindesliebe ihn zwingen. Das Komitee habe ihm dagegen in liebenswürdigster Weise zu erkennen gegeben, daß, sollte innerhalb eines halben Jahres irgendeine Aende­rung, in diesem Falle also die Genesung seiner Mutter, ein­treten, der Verleihung des Stipendiums nichts im Wege liege. Daran sei aber, fügte der Arzt hinzu, nicht zu denken, denn das halbe Jahr nähere sich seinem Ende, während ihr Leiden in ein latentes Stadium getreten sei, dessen Beendi­gung überhaupt nicht absehbar sei. Die Offenheit des Arz­tes, die hart die Grenze der Brutalität streifte, erklärte der Frau vieles. Jetzt verstand sie die Frage in seinem Blicke; sie verstellte sich, wenn er abends heimkehrte, und tat, als sei sie tot. Das erstemal hatte er sich über sie gebeugt, um zu hören, ob ihr Atem noch gehe, da hatte sie plötzlich die Augen groß und weit geöffnet, daß er erschreckt zurückgetau­melt war! In dem Augenblick gewann er die Ueberzeugung, daß seine Mutter in seiner Seele lese, wie in einem aufge­schlagenen Buche. So lebten sie, sich gegenseitig beobachtend, nebeneinander; sie begann zu fürchten, er könne sich zu einer Gewalttat hinreißen lassen, während er wünschte, sie möge das Zwecklose ihres Daseins einsehen und es endigen.

10

8888

8-

Der Sommer stand in Prangen.

Weinend liegt er vor ihrem Bett; sie streichelt sein Haar, fährt liebkosend über sein abigemagertes Gesicht und tastet nach den Rillen auf seiner Stirn. Schlackenlos und groß er­wachsen in ihnen wieder die geheiligten Empfindungen der Natur, die nur ein krankhaftes Begehren irreleiten konnte; in dieser Stunde erkannten sie, daß der Wert des Lebens nicht so sehr in der Auslebung und Befriedigung unserer Individualität, als in Verträglichkeit und gegenseitiger Er­gänzung liegt. Während die Mutter einschläft, spielt ein langentwöhntes Lächeln auf den bergrämten Zügen; ihr Sohn steht neben dem Bette, er fühlt sichtbarlich den Segen dieser Stunde sich herabsenken, gepaart mit der seligen Em­pfindung, daß, um groß zu werden, man vor allen Dingen gut sein muß.

Wie ein Läuterungsfeuer fraß dieser Abend alles Un­reine von seiner Seele, ein reines Menschentum erstand in ihm, vor dem er schauernd, aber mit innigem Verständnis fich beugte.

Vor dem Fenster der kranken Frau sang und klang es den ganzen Tag über von lustigen Vogelstimmen; ein breiter, glänzender Strom von Sonnenlicht flutete in das Zimmer, aber die einsame Frau ward davon nicht berührt, es störte sie, und sie ließ das Bett so rücken, daß die Sonne sie nicht erreichen konnte. Der Sommer hatte ausnahmsweise mehr gebracht, als der Frühling versprochen. Dicht über dem Fenster, an der Dachrinne, hatte ein Spazenpaar sich ein­genistet; lange Tage hatte das Weibchen das Nest betreut, jezt piepte es von kleinen Späßchen, die gierig den Eltern die Schnäbel entgegenhielten. Von ihrem Bette aus verfolgte sie ganz genau jeden Vorgang im Neste; und es kam ein Tag, wo die Jungen auf dem Nestrand saßen und mit den Flügeln schlugen. Dann sah sie die ersten wirklichen Flug­bersuche, sorgfältig überwacht von den Alten. und es fam ein Tag, wo die beiden Alten allein auf dem Neste saßen und neugierig und piepsend hinauf und hinunter guckten. Die Frau lächelte; das war einmal so; die Jungen brauchten sie nicht mehr, die flogen hin, wo es ihnen belieht, und machen bielleicht morgen schon von ihnen einen Brocken Brot erbit­tert streitig. Sie mußte an den Eidervogel denken, der sich die Federn ausreißt, um seine Brut weich zu betten, oder an den Pelikan, von dem die Sage geht, er reiße sich die Brust auf, um seine Jungen zu tranfer.

AUS DEM REICHE

DES

WISSENS

Neue Forschungen in der Mongolei.

Vor etwas über einem Jahr begann der Forschungsreisende Kidston eine Reise in die östliche Mongolei. Er ging mit noch einem wissenschaftlichen Begleiter von Pefing aus nach Norden und verfolgte westlich von der großen Grenzstadt Dolon- nor einen Weg, der westlich von dem der früheren Reise Campbell's lag. Vor dem Betreten der eigentlichen Mongolei besuchte die Expedition die alte Sommerresidenz der chinesischen Kaiser in Dschehol. Jenseits der großen Mauer wird das Land allmählich ärmer, die Ernten seltener und von geringerem Ertrag, während die Viehzucht mehr und mehr zum Haupterwerb der Einwohner wird. Die meisten Täler sind mit ungeheuren Massen von Geröll, Kies und Sand erfüllt, zwischen denen nur ein schmales Band für die Landwirtschaft bleibt. Dolon nor, der Mittelpunkt des Handels in jenem Grenzgebiet, sendet alljährlich beträchtliche Mengen von Schaf und Kamelwolle nach Tientsin, von wo aus sie nach Deutschland bezw. England verschifft werden. Demnächst ist Salz der wichtigste Handelsartikel. Jenseits dieser Stadt führte der Weg etwa 100 Meilen weit durch ein Gelände aus sandigen Hügeln und später über eine unabsehbar weite Grasebene, die nach Osten allmählich zum Gebirge des Großen Chingan ansteigt. Letzteres steht von Westen her kaum nach einer Gebirgsfette aus, obgleich es bei mehr eingehender Erforschung durchaus den Charakter eines beträchtlichen Gebirges verrät.

Die Straße über die Steppe war ausgezeichnet und im Ange­meinen so glatt wie Asphalt, so daß man, von den vereinzelten Sandhügelstreifen abgesehen, mit einem Fahrrad oder sogar mit einem Motorwagen den ganzen Weg bis zur mongolischen Stadt Chailar zurücklegen könnte. Dieser Blay bildete den Endpunkt der Reise, da die vorgerückte Jahreszeit deren Fortsetzung bis Urga verhinderte. Die Wüste Gobi liegt nämlich dann tief im Schnee und wird fast unpassierbar. Schon Anfang November wird die Kälte fast unerträglich, und der Schnee liegt so hoch, daß die Wagen nur von Kamelen gezogen werden können. Der Frost setzt Anfang Oftober mit einem Umschlag des Windes nach Nordwesten ein, und zwar gleich so heftig, daß das Thermometer einen Sturz von 6 Grad Wärme auf 15 Grad Kälte erleidet. Während eines furchtbaren Schneesturms nahmen die Reisenden im Lager eines Mongolen­fürsten Zuflucht, der über ein weites Gebiet herrscht und von der russischen Ländergier bisher wenig gefühlt zu haben scheint. Ein großer Teil des durchreisten Landes wird nur von einigen herum­ziehenden Hirten bewohnt. Kidston hat übrigens leine Spur vom Bau einer Eisenbahn bemerkt, der angeblich von Chailar aus in der Richtung auf Kalgan( an der Grenze zwischen der Mongolei und China) bereits begonnen sein soll, obgleich er die angebliche Route dieser Bahn zweimal gefreuzt hat; auch die Eingebornen des Landes schienen nichts von diesem Plan oder gar von Ver­messungen zu dessen Ausführungen zu wissen. Auch wäre nach der Ansicht des Reisenden die Dünenzone in der südlichen Mongolei für die Eisenbahn ein unüberwindliches Hindernis, da dort sowohl Wasser wie Holz und Stein gänzlich fehlen.

Wie sehr doch eine unvernünftige Creatur die Menschen beschämt, indem sie sich mit dem Natürlichen befreundet und das Erhabenste als das Selbstverständlichste erkennt. Nun wußte sie mit einemmal, daß sie es eigentlich war, die in ihrem Sohn den Wunsch nach dem Ende ihres Leidens, mechte es nun Tod oder Genesung sein, wachgerufen hatte, mit ihrer hartnäckigen Lebensgier, daß es die berechtigte Forderung des Zeugungskräftigen ist, daß das Alte verschwinde, wenn es im Wege ist. Sie begann ihren Sohn mit anderen Augen zu betrachten, ihn zu entschuldigen. Sie ward weicher gegen ihn, er hielt diesen Stimmungswechsel für den Anfang der Auflösung und sorgte um sie, wie in der ersten Zeit ihres Siechtums. Sie sah ein, daß sie auf dem Wege sei, das Ver­hängnis für ihn zu werden, das Verhängnis, an dem er zugrunde zu gehen drohte, moralisch und physisch. Das Be­mußtsein der Verantwortlichkeit als solches hob sie über sich hinaus, nicht ohne ihrer Eitelkeit zu schmeicheln, es sei etwas Besonderes, so zu empfinden, als sei die bis zum Entsagen gesteigerte Selbstverleugnung nur natürlich. Während der Abwesenheit ihres Sohnes enthielt sie sich der Pulver, um sie zu gelegener Zeit auf einmal zu genießen. Eine Woche trennte sie noch von dem Ende des halben Jahres, als er sie eines Abends röchelnd im Bette fand; er stürzte auf sie zu, das scheinbar fommende Ende erfüllte ihn mit Entsetzen, dessen Ausdruck lebte in seinem Schrei: Mutter!" Sie sah ihn an, ihre Hand versuchte etwas zu verbergen; aber er ent­beckte das Papier der Pulver, und er kannte ihre Absicht. Ihm war es, als wäre er ihr Mörder geworden; er sagte sich.

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