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teilter Anerkennung, während es in Wirklichkeit ein Zeug, nis der Musterhaftigkeit darstellt. Auch wird es nicht allzu häufig ausgestellt. Die Herren Revisoren prüfen in ihrer Gewissenhaftigkeit jede Einzelheit sehr genau, und die Folge dieser Gewissenhaftigkeit ist, daß sich keine kleinste auch nur vorübergehende und zufällige Abweichung von der Norm und Verschrift ihrer Aufmerksamkeit entzieht.

Das muß man sich vor Augen halten, wenn man aus der Zusammenstellung der amtlichen Revisionsberichte ein zu treffendes Urteil über den Stand und den Zustand der Krankenhäuser gewinnen will. Es handelt sich eben in den Berichten, um vorgefundene Mängel, nur um diese; was nicht zu bemängeln war, brauchte nicht im einzelnen hervor gehoben zu werden.

Die allgemeinen Monita, die am häufigsten wiederkeh ren, beziehen sich auf Ueberfüllung der Krankenzimmer, schlechte Wasserversorgung, unzweckmäßiger Ableitung der Abwässer, fehlerhafte Abortanlagen, ungenügende Desin. fektion der Badewässer, Fehlen von Desinfektionsapparaten und von Isolierzimmern für ansteckende Kranke, Fehlen oder ungenügende Einrichtung von Leichenhallen, mangelhafte Ventilation, unangemessene Beschaffenheit der Lagerstätten, Fehlen von Spei- und Harngläsern, mangelhafte Ausbil dung des Krankenpersonals, nicht ausreichende ärztliche Ver sorgung.

Das ist eine ganz stattliche Mängelliste, und wir haben gar feine Neigung, irgend einen Mangel auf diesem Ge­biet zu entschuldigen. Wir halten uns aber verpflichtet, zur Verhütung von Fehlschlüssen nochmals zu betonen, daß ein Krankenhaus immer noch als sehr gut geleitet und in rühm lichem Stande befindlich angesehen werden kann, auch wenn es zu einer ganzen Anzahl von Ausstellungen Anlaß ge geben hat. Denn diese Mängel sind nicht immer sozusagen fonstitutionelle Mängel, sondern vorübergehender Natur, Ueberfüllung ist gewiß ein Fehler; aber man wird nicht sagen wollen, daß man nicht lieber bis an die äußerste Grenze der Belegbarkeit der Krankenhäuser gehen, als be handlungsbedürftige Kranke von der Schwelle weisen soll. Zahlreiche Mängel leiten sich offenbar aus der Knappheit der verfügbaren Mittel her. Die Krankenhausverwaltung ist hier selbst der leidende Teil.

Anders steht es mit gewissen Einzelbemängelungen. Wenn in einem Schöneberger Stift indbettfieber auftrat, und die Behörden deswegen wiederholt Maßnahmen ergrei fen mußten, so taugt die Stiftleitung nichts Wenn in drei Kreisen des Regierungsbezirks Potsdam Uebertragungen bon Typhus und Scharlach beobachtet wurden, weil geeignete Unterkunftsräume für ansteckende Kranke fehlten, so ent­spricht das nicht den Forderungen, die man hinsichtlich der öffentlichen Hygiene zu stellen berechtigt ist. Eine unerfreu­liche Erscheinung ist es, das erst durch Androhung der Sper­rung der Sparkassenüberschüsse die Stadtverwaltung von Greifenhagen in Pommern veranlaßt werden konnte, Play für ein neues Krankenhaus zu 6.5.bassen. Völlig unent­schuldbar ist es, daß in einem Krankenhaus des Regierungs­bezirks Breslau der Betrieb zur Verbreitung von Diphtheric führte. In Salzhausen( Lüneburg) mußte das Kranken­haus wegen der bedenklichen Behandlung der Schmußwässer geschlossen werden. Im Regierungsbezirk Trier fehlt es in den großen Krankenhäusern an Assistenzärzten.

Es ist ein gutes Zeichen, daß der amtliche Revisions­bericht nichts verschweigt und nichts beschönigt. Schon dar­cus darf man entnehmen, daß der feste Wille vorhanden ist, die beobachteten Schäden zu beseitigen. Der Staat und die 1.ommunen müssen hierbei opferwillig zusammenwirken.

Soziales Leben..

Der Streit im rheinisch- westfälischen Baugewerbe. Der Arbeitgeberbund für das rheinisch- westfälische Baugewerbe wird mehrere Vorstandsmitglieder nach Berlin entsenden, um der Regierung seine Anschauung über die Ursache und den bisherigen Verlauf der Bauarbeiterbewegung darzu. legen.

Aussperrung in Breslau. In 14 Fabriken erfolgte die Aussperrung der Metall-, Eisen- und Revolverdreher. Die Aussperrung sämtlicher Metallarbeiter und die Schließung der Betriebswerkstätten soll am 9. August folgen, wenn die jezige Maßnahme ohne Wirkung bleibt.

Ruffifche Heerführer.

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Eine Studie aus dem ostasiatischen Kriege. Sotrohl bei einem geschlagenen Heere wie beim sieg­reichen Gegner lenkt sich die Aufmerksamkeit der kritisieren­den und bewundernden Welt auf die Charaktereigentümlich­feiten und friegerischen Eigenschaften der obersten Anführer und Befehlshaber. Aus ihrer Persönlichkeit heraus will man die Ursachen von Triumph oder Niederlage finden. Wenn das nun auch nicht stets zutrifft, so ist es doch unver­tennbar, daß der Heerführer einen großen und entscheiden­den Einfluß auf den Gang der Dinge ausübt. In inter­essanter Weise werden nun die russischen Armeekommandan ten im ostasiatischen Feldzuge von dem militärischen Mit arbeiter der in Petersburg erscheinenden Zeitung Russi" charakterisiert.

General Kuropatkin hat Gesundheit und Lebensglüd für die Sache hingegeben, an deren Spitze er gestellt wurde. Stann man ihm aber das zur Last legen, daß es ihm an der Entschlossenheit, an der Fähigkeit, alles auf eine Karte zu stellen, fehlte? Er ist geblieben, was er war: ein trefflicher Stabschef; man hatte ihn aber zum Oberkommandierenden gemacht. Mit einem bereits verstimmten Instrument" hat cs General Renewitsch bei der Armee zu tun. ..Kriegserfahrung, das Fehlen akademischer Routine, eine tiese Kenntnis des Soldaten, völliges Verständnis für den Gegner, physische Rüstigkeit und greisenhafte Schlauheit" sind treffliche Eigenschaften dieses Feldherrn. Aber für das gelehrte Militär ist er feine Autorität"; er müßte viele, sehr viele durch andere ersetzen, aber die bureaukratische Routine gestattet es nicht, die geeigneten Männer von unten heraus­zugreifen, da die Rechte des Diploms, der dienstlichen Reihenfolge andere vordrängen. General Grieppen: berg ist ein großes Fragezeichen. Als er die Affäre bei Sandepu begann, glaubte er an den Sieg; er führte den Berinarich, energisch, wurde daran aber verhindert und er­hielt den Befehl, zurückzugehen; erging widerwillig zurüd, seine Mannschaften und den Glauben an sich selbst verlie­rend. Er ist ein Schwede. Die Generale a ulbars und Bilderling haben inbezug auf den Vormarsch nicht viel internehmungsgeist gezeigt, wohl aber jich bemüht, den Rückzug zu erleichtern. Soweit die Armeekommandeure.

General Baron Stadelberg hat durch die mißglückte Umgebungsbewegung am Schaho einen schlimmen Ruf er­langt: er wurde sogar der persönlichen Feigheit bezichtigt. Diesen Vorwurf hat er jedenfalls nicht verdient. Er ist ein ruhiger und kaltblütiger Mann, aber ein Mann, der den Seldaten nicht liebt, ein kränklicher, reizbarer und physisch schwacher Mensch. General Sassulitsch hat bei Türen­scheng eine traurige Berühmtheit erlangt. Im Wagen kam er eine Woche vor der Schlacht angefahren, musterte träge, mit schläfrigen Augen, die Befestigungen und fuhr in die Berge zurück. Dort blieb er die ganze Zeit während der Schlacht bei Türentscheng! General Graf Seller, ein jumaner Mann von trefflicher Bildung, erkannte, kaum in der Mandschurei eingetroffen, daß er hier nicht am Platze var, daß er mit dieser improviſierten Armee nicht zurecht­kommen würde. Er bat, man solle ihn abrufen; dies wurde hm aber abgeschlagen. Ihm blieb nur eines übrig, zu ster­ben; und er starb ehrlich, ohne seine Seele auch nur mit einem Flecken zu verunreinigen. An seine Stelle trat Ge neral Iwanow, ein trefflicher Artillerist. Die Truppen liebten ihn und glaubten ihm; er war einer der besten Korpskommandeure. General Sarubajew- der Lieb. ing der Offiziere und Soldaten, eine Seele von Mensch und ein prächtiger Kamerad. Stets im Feuer, stets ruhig, ver. ständig und entschlossen, hat sich Sarubajew, im Frieden nur ein wenig bekannter Divisionschef, als der beste Gene­ral der Armee erwiesen. Beim General Mischtschenko ist zweierlei zu unterscheiden: Mischtschenko als Chef einer us drei Waffengattungen bestehenden Kolonne und Misch­schenko als Chef der Reiterei. Im ersten Fall: ein glänzen Der General, entschlossen und kaltblütig, furchtlos und klug; im zweiten Fall: ein Mann, der nicht in seinem Element var, ein Fisch ohne Wasser. In der Armee ist er der be­liebteste Mann. Der greise Baron Meyendorff, der Bertreter der baltischen Aristokratie, ist ein Gentleman; ein Mann von Ehre und Kühnheit, hätte er für den Ruhm Ruß­lands alles getan, wenn die physischen Kräfte ihn unter­stützt hätten. Es war grausam, ihn in den Krieg zu schicken. General Rennenkampf ist ein idealer Reiter­chef bei Verfolgungen, lebhaft, jung, energisch; er hat nicht piel erreicht und nicht den ihm gebührenden Platz des Chefs der Reiterei erobert, weil seine Georgskreuze ihm zahlreiche Neider schaffen, die ihn eifrig- totschweigen. General Serpizki einer der grellsten Vertreter des Turkesta­ner Militärs, aus der Schule Skobelows, von dem er nur bie Aeußerlichkeiten übernommen hat. Man wollte in Ber­pizki einen neuen Skobelow sehen; aber hinter den Dekora­tionen ver barg sich das Bestreben, sich zum Helden proflamie­cen zu lassen. Bei Mukden verläßt er, leicht am Fuße ver­mundet, seinen Posten und läßt das Korps vier unden ohne Leitung. nur, um sich seine Wunde bescheinigen zu lassen.

Nab und Fern.

Gutmündigung einer Sängerin. Die einst sehr gefeieric Opernsängerin Marie Schröder- Hanfstängt mußte wegen Geistesti ankheit entinündigt werden. Sie befindet sich in einer Nervenheilanstalt zu München.

Beim Bootfahren ertrunken. Auf dem in Pommern belegenen Dammschen See tenterte ein Segelboot, in dem sieben Personen eine Vergnügungs- Partie unternommen hatten. Zwei der Insassen fanden ihren Tod im Wasser.

Der Mörder seines Mitarbeiters. In einem Walde im Fürstentum Razeburg überfiel ein Arbeiter seinen Ar­beitskollegen, ermordete ihn und raubte seine Habselig. feiten. Der Raubmörder wurde bald nach der Tat verhaftet. Wahnsinn infolge einer Ohrfeige. In Halberstadt er­hielt ein fünfzehnjähriger Barbierlehrling von einem Manne eine fräftige Chrfeige. Bald darauf machten sich bei dem jungen Manne merkwürdige Folgen geltend. Er bekam Tobsuchtsanfälle, und es erscheint nicht ausgeschlos sen, daß der Bedauernswerte dauernd geisteskrank bleiben wird.

Eisenbahn- Unfälle. Bei St. Johann( Saarbrücken) tießen zwei Güterzüge aufeinander. Der Tender einer Loko­motive und 23 Wagen entgleisten. Ein Lokomotivführer vurde schwer, zwei Beamte wurden leichter verlegt.- Besser jing eine Entgleisung von vier Güterwagen eines Rangier­zuges auf dem Anhalte: Außenbahnhof in Berlin ab, durch die das Ferngeleis, das über Groß- Lichterfelde nach Berlin führt, eine Zeitlang gesperrt war.

Einsturz im Bergwerk. In einem von einer reichsdeut schen Gesellschaft betriebenen Goldbergwerf bei Zell am Zil­ler stürzte der Hauptstollen ein. Menschen sind bei dem Ereignis nicht zu Schaden gekommen.

Wassernet in Paris. Eine behördliche Bekanntmach­ung macht in Paris böses Blut, derzufolge bis auf weiteres die Wasserleitungen von nachts 12 Uhr bis früh 6 Uhr ge­sporrt sein sollen. Der Wasserverbrauch ist in der heißen Zeit ein so starfer geworden, daß die großen Wasserreser­oire nicht ausreichen.

Eine Moschee in London. Angesichts der starken Zu­nahme der Mohammedaner in London soll dort eine Moschee errichtet werden. Nach längeren Studien der arabischen Bcuformen hat der Architekt Williams eine Zeichnung für das Gebäude entworfen. Die Moschee wird an der Themse gegenüber der Westminster- Abtei errichtet werden. Drei mächtige Herrscher des Islams, der Schah von Persien, der Khedive von Egypten und der Emir von Afghanistan, haben größere Beiträge gezeichnet.

Der russische Thronfolger tanb? Dem jungen Sohne des Zaren ist schon mancherlei angedichtet worden. Neuer­dings wird behauptet, der kleine Großfürst sei taub, und das sei auf folgende Art festgestellt: Als der Thronfolger vor kurzem bei einer Felddienstübung war, bemerkte die Amme, daß er auf den Donner der Kanonenschüsse gar nicht reagiere. Dies fiel ihr auf, und sie erstattete Meldung. Da die Angaben der Amme von einer Hofdame bestätigt wurden, ließ man den Thronfolger von einem der Hofärzte unter­suchen, der angeblich Taubheit feststellte.

Ein Japaner als Mörder der Schwiegermutter. In der japanischen Stadt Osaka nahm ein Mann namens Naka­gawa das Schwert seiner Ahnen von der Wand und tötete damit seine Schwiegermutter, seinen Schwager, seine Schwä­gerin, zwei Geishas und einen Diener. Dann begab er sich in festlicher Kleidung zur Polizei und stellte sich selber dem Gericht. Er erklärte mit aller Ruhe, er habe es mit seiner Schwiegermutter vor fortgesettem 3ank und Streit nichi mehr aushalten können. Die übrigen Personen, die alle

bon seiner Schwiegermutter gegen ihn aufgehetzt seien, habe er gar nicht töten wollen, allein, als er das alte Ahnen­schwert erst einmal in der Hand gehabt. habe ihn eine un­widerstehliche Mordgier überfallen.

Drahtlose Telegraphie auf dem Meere. Die großen deutschen Schnelldampfer sind nunmehr fast alle mit Ein. richtungen für drahtlose Telegraphie ausgestattet. Bei der Ueberfahrt von der Weser resp. der Elbe nach Newyork ver­fehren die Dampfer an jedem Lage mit der Station eines anderen Schiffes oder mit einer Landstation mittelst ihrer Marconi- Apparate.

Blitzschlag in einen Zug. In der Gegend von Innsbrud ging ein sehr heftiges Gewitter nieder. Bei Mutters fuhr der Blitz in einen Zug der Stubaithalbahn, ohne indessen größeres Unheil anzurichten.

Das gelbe Fieber in Nordamerika. Verursacht durch die stetige Ausbreitung, die das gelbe Fieber in Neworleans nimmt, droht ein Konflikt zwischen zwei Staaten der nordamerikanischen Union auszubrechen. Die Quarantäne­boote des Staates Mississippi haben 18 Fischerboote vom Staat Louisiana aufgebracht, die Besatzungen auf Ship Island eingesperrt und die Boote mit Beschlag belegt. Der Zollkutter der Vereinigten Staaten Clash" wird von den Leuten in Louisiana bedroht, die behaupten, daß seine Pa­trouillen das Louisianagebiet betreten hätten. Der Gou­verneur von Louisiana hat telegraphisch Beschwerde eingelegt in Mississippi und bei den Behörden der Bundesregierung. Ein Berichterstatter behauptet, daß Louisiana ein flach­gehendes Boot mit Haubißen armiert und mit Offizieren vom Marinekorps besetzt habe, um die Rechte Louisianas zu wahren

Vermischtes.

= Diebe als Wizzbolde. In Marrdorf bei Ludwigshafen erwiesen sich Diebe als Leute voller Humor." Für den Tod ist kein Kraut gewachsen!" So lautete die Inschrift eines Zettels, den sie an der Vogelscheuche befestigt hinter­ließen, die auf dem von ihnen ausgeraubten Krautacker eines Landmannes namens Tod aufgestellt war.

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= Ein Franzose über die Kaiseryacht Hohenzollern". Anläßlich der Kaiserreise auf der Ostsee hat ein Franzose eine Erinnerung an den Besuch veröffentlicht, den er einmal an Bord der Hohenzollern" vor Bergen abstatten durfte. Die Kaiseryacht schildert er dabei, wie folgt: Ein vollendeter Geschmack herrschte bei der inneren Ausstattung der Hohen­zollern", die in ihrem Bauch, hinter ihrem friedlichen Aus­sehen, ein ganzes furchtbares Kriegsarsenal verbirgt. Es fällt uns aber nicht das geringste friegerische Gelüsten auf; alles ist so eingerichtet, daß der Kaiser in der angenehmsten und bequemisten Weise reist. Die meisten Zimmer sind mit einer einfachen geblümten Cretonne befleidet; der kaiserliche Lurus fritt nur in dem großen und prächtigen Speisesaale. auf der mit dem feinsten Kristall und Silberzeug beset'en Tafel, zutage. Im Arbeitszimmer, wo der Kaiser sich mit Vorliebe aufhält, sieht man antilienporträts, Photogra phien mit Widmung; auf den Bücherbrettern die Werke der Lieblingsautoren: das Neue Testament" zwischen Rom" von Zola und dem letzten Buche von Rudyard Kipling. Ueberall Pflanzen, Blumen, kleine Ecken, die zum Plau­dern und zum Träumen einladen. Stiche, Aquarelle, be­sonders Marinen, von den Meistern der modernen Kunst gemalt. Während der ganzen Dauer unseres Besuches wan­dert der Kaiser mit seinem Adjutanten plaudernd auf und ab. Er ist alt geworden: an den Schläfen zeigt sich weißes Haar, aber der Blick hat sich das ganze jugendliche Feuer bewahrt. Als Erinnerung an unseren Besuch dürfen wir die Menus des kaiserlichen Frühstücks mitnehmen. Eine dieser Speisekarten lautet: Königliche Mittagstafel. Tau­send Körner- Suppe, Ostsee- Krabben mit Toast, Rinderbrust mit grünen Startoffeln, Hühner auf bayerische Art, Früchte, Salat. Butter und Köse. Obst.

Der Schatz in der Holzkiste. Im Krankenhause zu Eraz verstarb vor furzem eine alte Frau. Sie hatte in ärmlichen Verhältnissen in einem Dachzimmer gelebt, wo sie auf zwei mit einer Matraße bedeckten Holzkisten schlief. In einer dieser Kisten fand man nach dem Tode der Alten Sparkassenbücher und Wertpapiere im Betrage von 410 800 Kronen. Die alte Frau, die in jüngeren Jahren Reise­begleiterin bei einer reichen Dame gewesen war, soll das Geld von dieser geerbt haben. Der Schatz fällt dem Bruder und den Neffen der Verstorbenen zu, von denen der erstere als Arbeiter in Meriko lebt, während die letzteren in Lon­don und in Polen ihr Domizil haben.

= Die Ansrottung der Walfische. Im nördlichen At­Iantischen Ozean, in dem Gebiet von Neufundland, wird den Walen von den Fangschiffen in einer Weise nachgestellt, daß. falls nicht Wandel geschafft wird, diese großen Meer- Säuge­tiere in absehbarer Zeit ausgestorben sein werden. Im vori­gen Jahre sind allein in dem beschränkten Meeresgebiet von Neufundland fast 1300 Wale gefangen. Ihre Fortyflan­zung ist nicht start genug, um einen entsprechenden Nach­wuchs anstelle der durch die forcierte Jagd getöteten Tiere schaffen zu können. Die Verminderung der Wale wird auch nicht ohne schädliche Einwirkung auf die übrige Fischerei bleiben; denn die Wale leben hauptsächlich von kleinen Kerb­tieren, die zur Familie der Asseln gehören und Feinde der Fischbrut sind. In Norwegen haben es darum die Fischer durchgesetzt, daß der Walfang in gewissen Meeresteilen über­haupt verboten ist und damit den Walen Schonreviere ein­geräumt sind.

Lokales.

3. August 1904.

** Der Großherzog hat den Präsidenten der Ober­rechnungskammer Valentin Lorbacher auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als fünfzigjährigen treuen und vorzüglichen Dienste, mit Wirkung vom 16. September an in den Ruhestand versetzt und ihm bei diesem Anlaß den Charakter eines Wirklichen Geheimen Rats mit dem Prädikat Exzellenz" verliehen und den Ministerialrat im Ministerium der Finanzen, Vorsißenden der Abteilung Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen, Ludwig Ewald mit Wirkung vom 16. September an zum Präsidenten der Ober­rechnungsfammer ernannt.

** Der Großherzog hat den Kreisrat des Kreises Alzey Ernst Karl Süffert mit Wirkung vom 16. Sepibr. an zum Ministerialrat im Ministerium der Finanzen und

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