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weit schrecklicher erscheinen lassen, als wie es nach den ersten dürftigen Nachrichten den Anschein hatte. Mehr als 150 getötete Personen wurden alsbald refognosziert. Die wirk­liche Zahl der Opfer ist allem Anschein nach weit größer. Nuch sind die Unruhen durchaus nicht abgeschlossen. Wei­tere Zusammenstöße zwischen Militär und Volk werden be­fürchtet. Die Bevölkerung befindet sich in stärkster Auf­

regung.

Die ganze Stadt wimmelte am Ostermontag von Sol­daten und glich einer eroberten Festung. Alle öffentlichen Gebäude, alle Straßen und Plätze waren durch Truppen besetzt. Die Bürgerschaft glaubte an keine Gefahr und be­gab sich mit Frauen und Kindern auf die Straße, um die Soldaten anzusehen. Auf einen Zwischenfall zwischen einem Studenten und einem Polizisten eröffnete die Infanterie das Feuer und erschoß einen harmlosen Handwerker. Da­raufhin gerieten die Massen in Erregung, Kavallerie ritt an, hieb Weiber und Kinder nieder, und die Fußtruppen eröffneten ein anhaltendes Kleingewehrfeuer auf die wehr­losen Menschen.

Säbel und Bajonett.

Am Nachmittag begann das Massaker aufs neue. Bei dem einen Zusammenstoß in der Jerusalemsstraße gaben die Soldaten nicht nur Salven ab, sondern schlugen auch mit den Gewehrkolben und gebrauchten Bajonette und Säbel. Viele Frauen und Kinder wurden verletzt. Im Hospital starben zehn Personen. Soldaten drangen in die Höfe ein und mißhandelten Personen, die sich dort ver­bargen. Abends 9 Uhr wurde eine Bombe gegenüber dem Wiener Bahnhofe in eine vorüberreitende Patrouille ge­schleudert. Drei Kosaken und ein Schumann wurden schwer verlegt, außerdem sechs Passanten, darunter drei Frauen. Durch Schüsse, die die Truppen dabei abgaben, wurden ebenfalls mehrere Personen verwundet. Bei einem Zusam­nenstoß an anderer Stelle töteten Husaren vier Personen. Abends drang eine Volksmenge in eine Kronbranntwein­niederlage in der Vorstadt Praga ein. Darauf gaben Trup­pen zwei Salven ab, wobei vier Personen getötet wurden..

Die Spitäler wurden von den Angehörigen der Ver­legten unter herzzerreißendem Jammern umdrängt. Man sah Verwundete mit durch Kolbenschläge zerschmetterten Schädeln und zerstörtem Gesicht einliefern. Die Polizisten drängten die weinenden Frauen mit mutenhieben zurück. Das Blutbad kann sich in jedem Augenblick erneuern.

Als Folge der Straßenfämpfe hat der allgemeine Ar­beiterausstand in Warschau und Lodz begonnen. Auf Po­lizeibeamte wurden in Lodz abends mehrere Revolverschüsse abgegeben, wobei eine Arbeiterfrau und drei Kinder Ver­legungen erhielten.

Weitere Zusammenstöße.

Auch aus anderen Städten kommen niederdrückende Be­richte. In Kalisch wurde durch schießende Dragoner eine Frau getötet. In Lodz schossen Dragoner auf ein Haus, hinter das sich ein Bombenwerfer geflüchtet hatte. Drei Zeichen blieben auf dem Plate. An anderer Stelle wurde cine aus dem Fenster schauende Frau erschossen. In Minst erfolgte beim Polizeiamt eine Explosion. Aus der Volks­menge wurde auf die feuernden Kosaken geschossen. In der Kathedrale zu Baku, woselbst der Generalgouverneur und der Senator Kaminski anwesend waren, entstand, als der Nuf: Nieder mit der Selbstherrschaft!" erschallte und Pro­flamationen umher flatterten, eine Panif. Die Polizei ver­haftete einen Zögling der Marineschule als Verbreiter der Proklamationen.

Der Krieg in Oftafien.

Alle Nachrichten über den Verbleib Roschdjestwenskys haben sich als trügerisch erwiesen. Seine angebliche Fahr! nach den Philippinen hat sich nicht bewahrheitet, ebensowenig ist es erwiesen, daß Schiffe seines Geschwaders bei der Insel Hainan vor Anker gegangen sind. Man nimmt in Peters­burg wohl mit Recht an, daß alle diese Nachrichten aus Täuschung berechnet waren. Das einzige, was man weiß, ist, daß Roschdjestwensky wie auch Nebogatow im chinesischen Meere sich befinden. Der lettere hat bereits am 29. April die Höhe von Singapore passiert.

Typhon im chinesischen Meer.

Das furchtbare Unwetter, das zurzeit in diesen Regionen herrscht, kommt den russischen Admiralen für die Verschleie­rung ihrer Bewegungen sehr zu statten, gefährdet aber an­dererseits die Sicherheit ihrer Schiffe in hohem Grade. Wie das Wetterbureau in Hongkong meldet, tobt ein ungewöhn­lich heftiger Typhon im ganzen chinesischen Meer. Der Wirbelsturm komint aus nordwestlicher Richtung und bewegt sich zwischen der Insel Luzon und den Paracel- Inseln in westlicher Richtung der Küste von Annam zu. Vielleicht ist das stürmische Wetter auch der eigentliche Grund, weshalb sich Logos Flotte noch gar nicht sehen ließ. Seine Schiffe werden hinter den Inseln sicheren Schutz gesucht haben. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß der deutsche Kreuzer Fürst Bismarck" auf der Höhe von Tsingtau eine Anzahl drahtloser Telegramme auffing, die in unverständlichen Chiffern ab­gefaßt waren und augenscheinlich von fremden Kriegsschiffen herrührten.

Die Dolitik.

Der Entwurf zu einer Reichserbschaftsstener soll be­reits den zuständigen Ministerien vorliegen. Der Ertrag der vorgeschlagenen Besteuerung wird auf hundert Millionen Mark berechnet, da auch die Erbanfälle an Kinder nach elsaẞ- lothringischem Muster mit einbegriffen sind. An die Bundesstaaten, die bereits jetzt Erbschaftssteuern erheben und auf diese verzichten müßten, soll eine jährliche Entschädi­gung gezahlt werden. Für diese Entschädigungen sind etwas über zwanzig Millionen in Abzug zu bringen, so daß rund achtzig Millionen zur Verfügung des Reiches blieben.

frankreich.

* Aus Anlaß der Maifeier tam es anläßlich einer Ver­sammlung des Allgemeinen Arbeiterverbandes in der Ar­beiterbörse zu Paris zu einem heftigen Zusammenstoß mit der Polizei, wobei ein Dußend Verhaftungen vorgenommen wurden. In St. Etienne entstanden Tätlichkeiten. Zwei Polizeibeamte und drei Arbeiter trugen erhebliche Verletz­ungen davon.

In der Verschwörungsangelegenheit Tamburini wurde die Untersuchung geschlossen und die Angeschuldigten dem

Zuchtpolizeigericht überwiesen. Sie sollen sich wegen Ver­schwörung und Ansammlung von Kriegsmaterial verant­

worter

Marokko.

3u ernsten Mißhelligkeiten führen die Anmaßungen des Eyräubers Raisuli. Der Gouverneur von Tanger und Raisuli sind in einen Kompetenzfonflikt über die Ausübung der Gerichtsbarkeit in der Umgebung der Stadt geraten. Raisuli ist bereits offiziell aufgefordert worden, die Gegend zu räumen, er weigert sich aber und droht, jedem Versuch, seine Gerechtsame zu mindern, mit Waffengewalt entgegen­zutreten. Er steht mit seinen Leuten und vielen Angehöri­gen anderer Tribus in Benisuar, vier Wegstunden von Tanger. Man fürchtet, falls der Konflikt nicht bald gelöst wird, die schlimmsten Folgen von diesem Zwist.

Oefterreich- Ungarn.

Seine Demission hat der Eisenbahnminister Dr. Wittek eingereicht. Das Entlassungsgesuch ist vom Kaiser Franz Josef genehmigt und Sektionschef Dr. Wrba mit der Lei­tung der Geschäfte betraut word

BaiRan- Staaten.

Eine aus 80 Mann bestehende bulgarische Vande über­fiel das Städtchen Kliszuda, um Rache für das von Griechen in Zagoritschani angerichtete Blutbad zu nehmen. 60 Griechen, darunter zahlreiche Teilnehmer an dem Ueberfall in Za­goritschani, wurden niedergemacht.

Türkei.

V In Konstantinopel fam es am griechischen Osterfest zu blutigen Straßenszenen. Aus der Menge wurden anläß ich der Prozession mehrere scharfe Schüsse abgegeben. Eine nzahl Personen trugen schwere Verlegungen davon. Französische Marinesoldaten erschossen einen Türfen. Die Uebeltäter entfamen.

Soziales Leben.

[] Ctiftung für Angestellte und Arbeiter. Der Get, me Kommerzienrat Niedieck stiftete anläßlich des 50jährigen Bestehens seiner Sammetfabrik in Lobberich 50 do Mark für Angestellte und Arbeiter.

[] Eisenbahnerausstand in Breslau. Die Wagenpuyer ics Hauptbahnhofs traten in den Ausstand, da die Eisen­bahndirektion ihre Lohnforderungen nicht arnahm.

Gin ruffifcher Riefenkanal. Verbindung zwischen Baltischem und Schwarzem Meer.- Seit langen Jahren schwebt das Projekt, durch einen vom Finnischen Meerbusen ausgehenden Kanal das Schwarze Meer mit der Ostsee zu verbinden und dadurch sowohl dem russischen Handel wie der russischen Seemacht neue Wege zu öffnen. Neuerdings beschäftigt man sich in Petersburg wie­der lebhaft mit dieser Idee, obwohl die augenblickliche pre­färe Lage des russischen Reiches wenig gute Voraussetzungen für große Unternehmungen zeitigt. Immerhin ist die Aus­führung in ziemlich greifbare Möglichkeit gerückt, da aus­ländisches Kapital sich zur Verfügung stellt.

Dem Zaren wurde vor einigen Tagen vom Finanz­minister der Vorschlag unterbreitet, die Kommission zu er­nennen, welche sich mit der endgültigen Lösung der Frage beschäftigen soll. Die praktische Ausführung des Kanals übernimmt der belgische Ingenieur Graf Gustav Defoß, dem zu diesem Zwecke eine Milliarde Franken zur Verfügung stehen. Der Kanal foll 1600 Kilometer lang sein. Elektri­sche Beleuchtung wird den Verkehr auf dem Kanal auch bei Nacht ermöglichen. Eine Schnelligkeit von 8 Knoten per Stunde ist in Aussicht genommen, so daß ein großes Schiff vom Schwarzen Meer bis zum Baltischen etwa fünf Tage Fahrzeit brauchen wird. Der Finanzminister hebt folgende Vorteile hervor: Der Kanal wird auf dem Konzessionswege mit einem bereitstehenden ausländischen Kapital ohne Ga­rantie der russischen Regierung gebaut. Die Summe von 7 Millionen Rubel, die jetzt alljährlich von der russischen Regierung für die Unterstützung der Schiffahrt auf den Flüssen Dnjepr und Dwina ausgegeben werden, kommen in Wegfall. Das Staatsbudget erhält 10 Prozent von dem Einkommen der Gesellschaft, die auf einen Gewinn von min­destens 150 Millionen Franken rechnet. Die Durchführung des Kanals zwischen Dwina und Dnjepr wird das Austrock­nen der dortigen großen Sümpfe fördern. Der Verkehr auf dem neuen Wasserwege kommt den am Kanal liegenden Gou­vernements zu gute. In bezug auf den Getreideerport wird Rußland auf dem europäischen Markt konkurrenzlos fein; ebenso für Naphthaprodukte und Kohle für die Baltische Flotte. Der Kanal wird eine große Bedeutung für den internationalen Transitverkehr von Schiffen haben, die von Suez, Aegypten, Griechenland und der Türkei nach Nord­Europa und umgekehrt fahren und wird den strategischen Seewert Rußlands heben. Die russische Schwarze Meer­und die Baltische Flotte werden die Möglichkeit haben, sich je nach Bedarf von einem Hafen in den anderen zu bewegen, und eine Sperrung des Bosporus oder Gibraltars wird nunmehr feinen Einfluß auf die Lage der russischen Flotte ausüben.

Es muß abgewartet werden, ob in absehbarer Zeit die Verwirklichung des Projekts in die Hand genommen wird; auf alle Fälle handelt es sich um einen Plan, der für die russische Fortentwickelung von allergrößter Tragweite ider­den kann.

Nab und fern.

Gine nene rheinische Großstadt. Die Stadtverordneten bon Duisburg und Ruhrort beschlossen die Vereinigung der Stadt Ruhrort mit Duisburg. Einschließlich der Stadt Mei­derich, die ebenfalls angeschlossen wird, entsteht dadurch ein neues großes Gemeinwesen von mehr als 7100 Heftar Flächeninhalt mit 186 000 Einwohnern Es schließt die größten Binnenhafenanlagen Deutschlands in sich.

100 000 Mart Sühnegeld für anonyme Briefe, in denen sie aufs schmählichste angegriffen waren, erhielten zwei Baseler Aerzte von dem schuldigen Briefschreiber, einem auf ihre Erfolge neidischen Kollegen. Dieser, der bisher sehr geachtet war und eine lohnende Praris besaß, fühlte sich durch die Rivalen beeinträchtigt und suchte sie dadurch zu berdrängen, daß er gegen sie in anonymen Schreiben an ver­schiedene angesehene Persönlichkeiten die schwersten Anschul­digungen erhob. Die Beleidigten faßten Verdacht gegen ihn.

und um sich Gewißheit zu verschaffen, spielten sie ihm durch einen angeblichen Geschäftsreisenden numerier e Kuverts in die Hände. Die Ueberlistung gelang. Weitere anonyme Briefe, welche Dr. med. No

unter anderm auch an den Untersuchungsrichter versandte, steckten in solchen Kuverts, und nun war jeder Zweifel gehoben. Es erfolgte gerichtliche Klage. Dank einer einflußreichen Vermit clung wurde je­doch die Untersuchung niedergeschlagen, und es fam ein Vergleich zustande, wonach der anonyme Briesschreiber Dr. No... sich verpflichtete, 100 000 Franfen Sühnegeld für mohltätige Zwecke zu zahlen, und einen Revers unterzeich nete, in welchem er den angeschuldigten Kollegen volle Ce­nugtuung erteilte.

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A Ein schlimmer Stiefsohn. In Köln geriet ein dreißig jähriger Tagelöhner Theißen auf der Straße mit seinen Stiefeltern in Streit, als diese von der Kommunion ihrer Enkelfinder nach Hause gingen. Der rohe Bursche brachte mit einem Revolver Vater und Mutter tödliche Schüsse bei. Er entfloh dann, wurde aber in seiner Wohnung versteckt aufgefunden und festgenommen.

7. Das Ende eines Cones Zafunins. Im Meere Lei Rizza ertränkte sich Graf Bakunin, der Sohn des bekannten russischen Anarchisten. Bakunin, der mit Frau und drei Kindern in Nizza wohnte, soll große Spielverluste erlitten haben.

Gin Spielernest ausgehoben. In Hannover wurde von der Polizei in einem Restaurant eine aus Kaufleuten und Gewerbetreibenden bestehende Spielergesellschaft aufgehoben. Das auf dem Tische liegende Geld, 596 Mark, wurde be­schlagnahint. 23 Personen wurden der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Einen seltsamen Selbstmord verübte der Schlosser Lohmann in Berlingerode. Er setzte sich in den Kübel des Dorfbrunnens, fuhr damit in die Tiefe und ertrank, ehe mehrere dabeistehende Frauen etwas zu seiner Rettung tun fonnten.

Elus dem Gerichtsfaal.

§ Das große Brandunglück im Breslauer Stadttheater, das sich am 10. Januar 1902 während der Balletpantomime Der Kinder Weihnachtstraum" ereignete und bei dem eine Tänzerin ums Leben kam und mehrere andere verletzt wur­den, beschäftigte gestern die Breslauer Straffammer. Beide Angeklagte, der Direktor des Breslauer Stadttheaters Dr. Theodor Loewe und der Beleuchtungsinspektor Münder, die sich wegen fahrlässiger Tötung bezw. fahrlässiger Körperver­letzung zu verantworten hatten, wurden dem Antrage des Staatsanwalts entsprechend freigesprochen.

§ Der Mord im Sendlinger Walde. Das des Mordes an der Kellnerin Centa Flach angeklagte Ehepaar Huber, das sich jetzt vor den Münchener Geschworenen zu verantworten hat, leugnet hartnäckig weiter jede Schuld. Die Verdachts­momente werden aber durch die Verhandlung ständig ver= stärft. Die angeklagte Frau Huber tug am ersten Ver= handlungstage den mit Straußenfedern gezierten eleganten Hut der Ermordeten. In dem Koffer des Ehemannes wurde ein der Loten gehöriges Lederiäschchen gesunden. Der An­geflagte gibt an, irgend ein unbekannter Feind müsse es ihm hineingesteckt haben. Die Aussage des Kreisarzies Wenzel, der als erster die Leiche besichtigte, läßt es als ziem­lich sicher erscheinen, daß der Mord nicht im Walde verübt, sondern daß die Leiche dorthin verschleppt worden ist. Im Haare der Ermordeten fanden sich Birkenblätter, während am Fundort der Leiche nur Fichten stehen. Nachdem die Angeklagten ihr Opfer in ihrer Wohnung ermordet und be­raubt hatten, war es ihnen ein leichtes, die Leiche in eine Kiste zu verpacken, da die Ermordete nur von kleiner Statur war. In dieser Kiste schleppte dann der Ehemann Huber die Tote nach dem späteren Fundort.

Kunft und Wissenschaft.

Ein Wieland- Museum. Der Altertumsverein in Bi­berach hat das Gartenhaus Wielands angekauft, um dort ein Wielandmuseum zu errichten. Es sind wertvolle Stiftungen für das Museum in Aussicht gestellt worden, namentlich von lebenden Nachkommen des Dichters.

LG Nener Trabant des Saturn. Der Vorsteher der Stern­warte des Norvard College in Cambridge( Massachusetts) hat den zehnten Mond des Saturn entdeckt. Die Umlaufs­zeit dieses Begleiters beträgt 21 Tage.

LG Der Streit um die Newyorker Parsifalaufführungen ist zu Ende. Frau Cosima Wagner hat den Protest gegen den Theaterdirektor Comied, dem sie das Recht, den Parsifal in Amerika aufzuführen, abstritt, als aussichtslos eingestellt. RC Ueber den Zusammenhang von Gallensteinen und Krebs hat Dr. Slade vom Londoner Krankenhaus sehr gründliche Untersuchungen veröffentlicht, deren Ergebnisse geradezu überraschend sind. Im ganzen bespricht der Arzt 33 Fälle von Gallensteinen, deren Vorhandensein in 17 dieser Fälle vor dem Ableben des Kranken nicht erkannt worden war. Bei all diesen 17 Fällen war mit dem bloßen Auge das Bestehen einer krebsartigen Wucherung nicht nachweis­bar, während sie bei einem durch mikroskopische Untersuch­ung festgestellt wurde. Bei den übrigen 16 Fällen aber waren die Merkmale des Krebses deutlich vorhanden. Slade zieht aus seinen Erfahrungen den Schluß, daß in etwa einem Drittel aller Erfrankungen an Gallensteinen auch Krebs vorhanden ist, und sogar in mehr als der Hälfte aller Fälle, bei denen sich die Eristenz von Gallensteinen schon während des Lebens durch bestimmte Kennzeichen bemerkbar macht. Es läßt sich auch denken, daß der Reiz, der von den Steinen ausgeübt wird, der Entwickelung krebsartiger Wucherungen außerordentlich günstig ist. Die praktische Tragweite dieser Tatsachen ergibt sich von selbst. Die mo­dernen Chirurgen können die Gallenblase ohne Schaden für den Organismus vollständig beseitigen, und dies wäre beim Auftreten von Gallensteinen danach das beite Mittel, einer späteren Entstehung von Krebs vorzubeugen.

Verinifcbtes.

Dr.

[ Schaligefäßen Kirchen.] In der Strandby- Kira, e Lei Lögstör in Fütland fand man kürzlich eine Reihe großer in die Maner eingelassener irdener Töpfe, die die Deffnung der Kirche zuwenden. Diese Töpfe waren dazu bestimmt, den Gemeindegesang zu verbessern und den Laut zu ver­stärfen. Die gewünschte Wirkung wird allerdings nicht er­reicht, da nur einzelne Töne verstärkt werden und dadurch der Gefana eher verschlechtert wird. Uebrigens findet man

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