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vein Berliner Schlosse abgeholt. Der Kaiser erschien z Pferde in der Uniform des 2. Garde- Regiments mit den Bande des Schwarzen Adlerordens, Die Kaiserin und die fibricen fürstlichen Damen folgten im Wagen. Zunächst wurden die Fronten abgeritten, dann erfolgte ein zweimali­ger Vorbeimarsch vor dem Kaiser, der bei der Einsamen Bappel Aufstellung genommen hatte, und zwar zunächst in Kompagnie- resp. Eskadrons- und Batterie Front, der zweite bei den Justrupsen in Regimentskolonnen, bei der Stavallerie im Galopp, bei Artillerie und Train im Trabe. Der Kaiser führte das 2. Garde- Regiment in Verein mit dem Kronprinzen von Griechenland vor, der à la suite dicies Regiments steht. Das glänzende militärische Schau­spiel hatte ungezählte Menschenmassen nach dem Parade­Der Kaiser hat dem Fürsten Nikolaus von plate gelodt. Montenegro den Schwarzen Adlerorden verliehen, der Fürst bon Montenegro verlich dagegen dem Kaiser das Groß­frenz des Tichernajerischen Unabhängigkeits Ordens.

*** Die Flitterwochen wird das deutsche Kron­prinzenpaar im Jagdschloß Hubertusstod verleben, wohin die Neuvermählten sich am Tage nach der Hochzeit Die Reise nach Dels ist wegen der in begeben werden. Schlesien herrschenden Genickstarre aufgegeben.

Berlin im feftfchmuck.

Bur bevorstehenden Kronprinzen- Hochzeik. ( Eig. Bericht.)

naht sich die glänzende Kavalkade. Voran die löbliche Po­lizei, dann ein schillernder, blitzender, helmbuschnickender und sporenklingender Zug, die Generalität und die fremden Militärs, ein langer Troß von Lakaien und Dienern, schließ lich der Kaiser selbst mit dem Kronprinzen, den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert. Der Herrscher sah wohl aus, eine braune und gesunde Gesichtsfarbe hat er von der Reise mitgebracht. An der Parade hatten noch teilgenommen de Fürst von Montenegro mit Gefolge, der Kronprinz von Griechenland, der Erbprinz von Hohenzollern, im Wager ferner der jüngste Sohn des Kaiserpaares, Prinz Joachim, die Kronprinzessin von Griechenland und andere Damen. Hinter der Fahnenkompagnie ritten die gepanzerten Reiter der Garde du Corps"- fräftige Gestalten in blanke

Wehr.

Das militärische Schauspiel mitten in all die Herrlichkeit der Dekoration hinein- es war wie ein Vorspiel zu der kommenden Tagen, denen die Gunst des Wetters und dei Götter hoffentlich nicht fehlen werden. Die Menschen tur schon ihr Bestes.

Preussifcher Landtag.

Herrenhous.

Glasers Lotz gesehen. Dort fand man auf dem Dachboden die Leiche. Das Kind war erdrosselt. Frau Lotz, die bei der Haussuchung ganz unbefangen den Beamten geleuchtet hatte, gestand bei dem Verhör den Mord. Ganze 87 Mart waren ihr in die Hände gefallen. Man fand die Summe im Ofenrohr versteckt. Die Mörderin gibt an, daß ihr Bruder, ein Schuhmacher aus Ludwigshafen, sie zu der Tal angeſtiftet habe. Von diesen hat niemand etwas gesehen. Die Mörderin ist selbst Mutter dreier Kinder.

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Massenvergiftung durch verdorbenes Fletsch. In den nördlichen Vororten Leipzigs erkrankten hunderte von Per­jonen infolge des Genusses verdorbenen Fleisches, das an­geblich aus Preußen eingeführt sein soll. Es sind bereits mehrere Todesfälle vorgekommen. Eine ganze Anzahl der Patienten schwebt in Lebensgefahr. Diejenigen Personen, die das schädliche Fleisch als Gehacktes" roh verzehrten, erkrankten weit schwerer, als solche, die es im gekochten zu­stand zu sich nahmen.

Eine Damenspielhölle wurde in Newyork aufgehoben. Damen der feinsten Gesellschaft fanden sich dort nachts ein, um dem Hazardspiel à la Monte Carlo zu frönen. Als die Polizei erschien, nahmen alle die Harmlosen" schleunigst Reißaus, doch gelang es, zwölf von ihnen zu fassen und fest­zustellen. Sie werden sich also vor Gericht zu verantworten haben.

( 41. Sitina) RK Berlin. 31. Stat. Die Veral... des Seuchengeiches eu. De heute nde fübit n verfdnedenen Punkten ist Hous n Vorstgen der Stomunission beigetreten, de Raffing Js Abgeordnetenbautes abzuandern. In einem d punkte" aber es handelte die Erfost Staates bei rückgängig gemachten Maßnahmen- stellte das Haus die alte Fassung wieder her, wie sehr auch Herr b. Rheinbaben, den sein Erfollege Oberpräsident b. Bötticher unterstützte, dagegen sprach. Bei der A stimmung im ganzen wurde das Gesetz mit großer Majo rität angenommen. Eine ebenfalls recht verwickelte Materie fam nun zur Beratung: das Gesetz über die Freihal. tung der Wasserläufe zur Verhütung von lleber. schwemmungsgefahr. Das Haus, das heute etwas besser besetzt war, widmete sich auch mit größerer Aufmerksamkeit der Verhandlungen. Auch hier schlägt die Kommission eine Reihe von Abänderungen gegenüber der Abgeordnetenhaus. fassung vor. Während mit den meisten von ihnen Minister b. Podbielski sich einve anden erklären konnte, pro testierte er lebhaft gegen di Umwandlung des Namens ,, Ueberschwemmungsgebiet" in Hochwasserabflußgebict". Diese Aenderung sei für ihn unannehmbar. Das Hau stellte denn auch mit geringer Majorität den alten Nam­wieder her. Darauf wurde der Rest des Gesetzes ohne wet. tere Debatte nach den Kommissionsbeschlüssen angenom. men. Die Vorlage geht also wieder an das Abgeordneten. haus zurück. Auch mit dem Beschluß der Kommission, die aus der Initiative des Abgeordnetenhauses hervorge­gangene Novelle zum Warenhaussteuergesez al zulehnen, ist nicht das ganze Haus einverstanden. Freiherr b. Durant beantragt vielmehr die Annahme des Gesetzes. Nach dem dringenden Vorschlag des Regierungsv.' re­ters lehnte jed ch das Haus den Antrag Durant mit 2 Stim. men Majoritä ab. Die 15 millionen- Vorlage für Arbeiter. wohnungen wurden ohne Diskussion angenommen. Auf die Tagesordnung der nächsten am Freitag stattfindenden Sigung wurde außer den drei Berggesegnovellen auch der Antrag Manteuffel gegen die Reid Serbschaftssteuer gefer

Berlin, 31. Mai. Stola flattert die Kaiserstandarte von den Binnen de föniglichen Schlosses. Das Herrscherpaar ist heimgekehrt nach seiner Haupt- und Residenzstadt, sicherlich mit freudigem und bewegten Herzen. Die Vermählung des ältesten Sohnes, des Thronerben, steht vor der Tür, und die Prinzessinbraut hält am 3. Juni in feierlicher Weise ihren Einzug in dea Reiches Metropole. Ist es schon für jede Familie ein fest­licher Tag von außergewöhnlicher Bedeutung, wenn der herangewachsene Sohn der Erkorenen seines Herzens die Hand zum dauernden Bunde reicht, so gewinnt das Ereig nis in diesem Falle ein weit über die Grenzen des familiären Kreises hinausgehendes Interesse. Und wie das ganze Reich teilnimmt an der Vermählung des deutschen Kronprinzen mit einer Prinzessin aus altem deutschen Hause, so rüstet sich auch die Stadt Berlin eifrig, um der königlichen Braut einen würdigen und herzlichen Empfang zu bereiten. Unmittel. bar gegenüber dem königlichen Schlosse wird eifrig an dem Aufbau einer mächtigen Tribüne gearbeitet, die ungefähr 4000 Personen fassen wird. Die Arbeiten sind heute, am letzten Tage des leider schon wieder ins Meer der Vergangen. heit gesunkenen Monats Mai, noch ziemlich im Rückstand, und nur das untere Balkongerüst präsentiert sich dem Vor­beigehenden. Doch ungezählte Hände regen sich, und so ist nicht daran zu zweifeln, daß zur festgesetzten Stunde alles bis auf den letzten bunten Teppich und das letzte Fähnchen an Ort und Stelle sein wird, bereit, vielen tausend schau lustigen Augen das farbenprächtige Schauspiel des Einzugs der Braut in das Schloß in bequemster Nähe zu zeigen. Die eigentlichen Zurüstungen für die Feststraße beginnen erst am Denkmal Friedrichs des Großen. Das mit Recht; denn eine im Verhältnis zu den mächtigen Bauten des Schlosses, des neuen Doms, des Zeughauses und der übrigen monu­mentalen Gebäulichkeiten immerhin nur geringfügig erschei nende Dekoration würde dem imponierenden Eindruck der Gegend des Schloßplazes zum mindesten keine höhere Wir­fung geben. Eine kleinere Tribüne erhebt sich an der Uni­versität. Doch sollen auch die Palais Kaiser Wilhelms I. und Friedrichs III., sowie das Prinzessinnen- Palais Fest­schmuck erhalten. Am Standbild des alten Fritz" beginnt Die eigentliche via triumphalis. Zwischen den weltberühm­ten vindenbäumen erheben sich in absehbarer Reihe weiße Flaggenmasten, deren Spigen fünstliche Rosenbuketts tragen. Bon Mast zu Mast werden sich am Festtage schevere Tannen­guirlanden in sanften Bogen ziehen, mit deren Anbringung jenseits der Friedrichstraße man fleißig beschäftigt ist. Die Guirlanden tragen ebenfalls hellrosa Papierrosen, die mit dem satten Grün einen angenehmen Farbenflang geben. Die Eisenträger der elektrischen Bogenlampen sind allent. halben mit rot- goldenen Umhüllungen in über Mannshöhe dekoriert, auch die Lindenbäumchen tragen teilweise bunten Schmuck in den preußischen und mecklenburgischen Farben. Bahlreiche Privathäuser sind bei der Festtoilette, Flaggen und Teppiche werden angebracht, die Fronten mit Kränzen und Gewinden aufgeputzt und was der Borbereitungen mehr sind. Ein bewegtes Bild bietet der Pariser Platz, auf dem der Empfang der Brinzessin und die Begrüßung sich abwickeln werden. Der vom Schloß Bellevue kommende Jestzug wird nach der Durchschreitung des Brandenburger Tores hier Halt machen. Auf beiden Seiten flankieren umfangreiche Tribünenbauten den Plaz, und bereits weist ein zahlreiches Schußmannsaufgebot dem Wagenverkehr weite Umwege an.

Der Schußmann zu Fuß und zu Roß hat in der Qual der drängenden Menschenmassen überhaupt eine wichtige Mission zu erfüllen. Denn schon haben die Züge aus allen Gegenden Deutschlands ungeheure Kontinente von Neugie rigen gebracht und mit jeder Stunde nimmt die Zahl der Fremden zu. Unter den Linden" konzentriert sich natür. fich das Aufgebot in fürchterlider Enge-- jeder will sehen, sehen, sehen. Dazu kommt heute noch die Frühjahrsparade auf dem Tempelhofer Feld, von der nach hergebrachter Sitte der Kaiser in eigener Person die Fahnenfempagnie über die Friedrichstraße zum Königlichen Schloß führt. Se staut es sich und schiebt sich wie mag es erst am Einzugstage werden, namentlich, wenn die Sonne es ga: so gut meint wie im Augenblick?

( 193.

Haus der Abgeordne.ca.

RK Berlin, 29. Moi.

Den eigenen Vater gefangen gehalten hat die Frau des Arbeiters Ernst in Neugraben bei Harburg. Man fand jetzt den hilflosen alten Mann auf dem Hausboden in einem Verschlage vor, neben sich eine Blechschüssel mit Brot- und Kartoffelresten und einen Eimer mit Unrat. Den ganzen Winter über hatte der Alte in einem tiefen, fast dunklen Kartoffelfeller zubringen müssen. Der durch Schmutz und schlechte Ernährung völlig heruntergekommene Greis wurde sofort in eine Krankenanstalt übergeführt. Die Staatsan­ipaltschaft hat die Sache in die Hand genommen.

Der Landwirt.

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th Grasnukung im Obstgarten. Ueber die Frage, ob in Obstgärten Grasanlagen zweckmäßig seien oder nicht, ist biel hin- und hergestritten worden. Die einen sagen ja, die anderen nein. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Ob wir in Obstanlagen Gras ansäen oder den Boden offen halten, das richtet sich nach der Beschaffenheit des Bodens und dem Zwecke der Obstanlage. Auf schweren und feuchten Böden, wo Ueberfluß an Feuchtigkeit vorhanden ist, wird man unbedenklich die Grasnukung wählen dürfen, da sie hier, ohne wesentliche Nachteile im Gefolge zu haben, nicht zu unterschätzende Vorteile bietet. Hier bietet das Gras den flachgehenden Wurzeln Schutz gegen den nachteiligen Wech­sel von Feuchtigkeit und Wärme, Frostschäden machen weniger sich bemerkbar, der Trieb hört früher auf und der Frucht­ansatz ist ein reichlicherer, abgeschen davon, daß der durch die Grasnutzung erzielte Nebenertrag nicht zu unterschätzen ist, namentlich in sogenannten futterarmen Jahren, wo zudem der Nußen der Weide unter den Obstbäumen bei der Be­rechnung des Reinertrages in die Wagschale fällt. Bei san­digem Terrain ist dagegen der Boden offen und von Unkraut und Gras sorgfältig rein zu halten. Hier würden die Gras­wurzeln die den Baumwurzeln nötige Feuchtigkeit rauben und die Aufnahme des Wassers aus der Luft erschweren. Die Folgen davon wären ein fümmerliches Wachstum der Bäume, kleine, minderwertige Früchte und früheres Ab­sterben der Bäume. Und doch würde ein saftiges Futter­gras in entsprechender Menge nicht zu gewinnen und der Nebenertrag aus dem Grase also nur ein minimaler sein.

Bei wahrhaft minimaler Besetzung fand heute die erst. Situng nach dem Schluß des Reichstags und zugleich die borläufig leste Sikung dieses Hauses statt. Das borbandere Material war nämlich schnell aufgearbeitet: das agbgeset, an dem das Herrenhaus doch noch drei flene Aenderar gen vorgenommen hatte, wurde wieder an ja ju ückgeschickt, da die eine der Aonderunger eine Billigung fand; das Gesetz über die Ueberwadning, elektrischer Anlagen wurde dagegen in der Herren­hausfassung endgültig angenommen. Und eine lange Reibe bon Petitionen wor schnell erledigt, nachdem man die beiden wichtigsten wegen der schlechten Besetzung des Hauses voa der Tagesordnung abgesetzt hatte. Nun stand das Park. ment vor der Frage, ob es das Eintreffen weiteren Ma rials aus dem Herrenhause abwarten solle, wie es bisher beabsichtigt war und wie auch heute noch der Seniorenkon­vent beschlossen hatte. Da aber der Präsident erklärte, day bor Montag fein neues Material eintreffen könne, entschied man sich, jetzt Schluß zu machen und Anfang Juli noch einmal zusammenzukommen, um den Rest zu er. ledigen. Früher wird es nicht möglich sein, weil nach der Angabe Herr v. Kröchers das Herrenhaus erst am 27. Juni über die Berggesetznovellen Beschluß fassen wird. So trat das Haus ohne weitere Feierlichkeit in seine reichlich aus gedehnten Pfingstferien ein.

Nach dem Trubel und dem Haiten wirkt die Verlängerung des Spaziergangs durch den Tiergarten und die Bellevue allee beruhigend. Auch die Allee ist mit Blumengehängen, Flaggen, Pylonen geschmückt, aber die idyllische Nuhe und der kräftige Hauch der Waldluft wirkt wie ein frisches Bad nac) langer Wanderung Staub und Hipe. Drüben auf dem Goldfischteich schwimmen wie eine rosarote Decke die Blütenblätter der Kastanien- Mutter Natur dekoriert hier und wahrhaftig, fie macht es nicht schlecht.

Den fleinen Ausflug in Waldesgrün und Frühlings. pracht müssen wir bei der Rückkehr mit einem längeren Aufenthalt bezahlen. Denn an Kranzlers Ecke gehts nicht mehr weiter der Kaiser naht. Schon marschiert in Parademontur das 2. Garderegiment zu Fuß vorbei die Truppenbesichtigung auf dem Tempelhofer Felde ist vor über. Ein Viertelstündchen bergeht und noch eins, warm wird es und wärmer. Da in der Ferne das Schriller der Querpfeifen und Kalbfellgerassel. Durch die im Flag genschmuck prangende Friedrichstraße, durch ein dichtes Spa lier von Männlein und Weiblein auf beiden Straßenseiter

Nah und Fern

Zu dem Duell Keglevich- Hencz hotb von eingeweihter Seite beriduet, daß der Abgeordnete dencz alles berjudu hat, en 64 ahrigen rafes au Zurücknahme oder wenigstens Milderung der Forderung zu bewegen. Er war sogar bereu, den alten Herrn um Verzeihung zu bitten, nur um den mei fampf zu vermeiden. Dr. Hencz, ein junger Mann on 2 Jahren, galt bereits als Universitätsstudent als ein aus. gezeichneter Säbelfechter, hatte damals schon viele Cuelle z bestehen und trug bei einem internationalen Fechtturnier die Weltchampionschaft davon. Er wollte, als alle Versöhnungs. versuche fehlschlugen, wenigstens seinen Gegner schonen, dieser griff ihn aber mit solchem Ungestüm an, daß Hencz sich ernst. lich verteidigen mußte. So kam es, daß der Graf bei seinen wütenden Ausfällen in den zur Abwehr vo gestreckten Säbel des Dr. Hencz rannte und sich selbst aufspi- gie.

Aus dem Gerichtsfaal.

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Das elektrische Pferd. Wegen Betrugsversuch und Tierquälerei hatten sich vor der Straffanmer in Dortimard der Pferdehändler Gößen und der Hockey Plazbecker zu ver­andworten. Ersterer hatte bei dem Castroper Jagdrennen den dem Götzen gehörigen Fuchshengst Assuré" als Ersten durch das Ziel gebracht. Wie sich herausstellte, hatte er unter dem Sattel eine elektrische Batterie gehabt, deren Drähte unter dem Schweif des Pferdes in eire Kupferplatte zu­sammenliefen. Durch den Druck auf einer Stopf wurde der elektrische Strom eingescholtet, und das ferd stürmte dann wie toll davon. Dar Trick veranlaßte, daß das Pferd dis­qualifiziert und der elektrische Sattel" konfisziert wurde. Aber man wußte sich zu helfen. Bei dem Nenen in Steele suggerierte der Jockey den Hengst, indem er mit dem Dau men auf die Stelle des Sattels drückte, wo früber die Bat­terie lag, und mit dem Munde deren summondes Geräusch nachahmte. Von der Beschuldigung auf Tierquierei wurden die Angeklagter freigesprochen, dagegen wegen Betruges Götzen zu 600 Mark, Plazbecker zu 100 Mart verurteilt.

Eine Zugentgleisung, die bei der Stanen Hendeber Damstadt in der Nähe von Halberstadt einem Schnellzug passierte, hat mehreren Reisenden schwere Verlegungen ge bracht. Fünf Wagen wurden von dem Unfall betroffen. Sechs Reisende erlitten Gehirnerschütterungen, Rippen. brüche, Abſchürfungen an der Kopfhaut. As fache wire angenommen, 3 sich infolge der großen Hize das Geleise geworfen hatte.

Raubmord an einem Kinde. In Offenbach a. M. wurde ein elfjähriges Mädchen von der Frau eines Arbeiters ermordet. Die Kleine, Rosa Lück mit Namen, Holte Bei­träge für eine Kohleneinkaufskasse ein. Sie fehrte von der Beforauna nicht zurück. Zuletzt war sie in dem Hause des

-

Vermischtes.

Der Gott Bachstein. I Fiche Pfarrer Einrichtungn Dom Kriegsge Commandeur& meldet.

[ Der Wert wissenschaftlicher Bildung] erfahre eigenartige Beleuchtung durch die folgende Stellenausschrei bung des Aachener Magistrats, der zu vergeben hat: 1. die eines wissenschaftlich gebildeten Assistenten an dem städtischen Suermondt- Museum; Anfangsgehalt von 1200 Mark stei gend bis 1600 Mark; 2. die eines Feldwebels für die städtische Feuerwehr mit einem Anfangsgehalt neben freier Wohnung und Dienstkleidung von 1500 Mark bis 2000 Mark. Nahrhaft ist augenscheinlich Bildung nicht heutzu­tage.

§Der Strei Berichten in d bes Kindes en hers erste Frau Beheimrats S Marion, sollte weiter Gattin

[ Der Roman eines Hundes.] Der aus der japanischen Gefangenschaft auf Ehrenvort entlassene Fähnrich Graf Paul Keller bringt aus Japan einen Hund mit, der ein eigenartiges Schicksal gehabt hat. Als sich der Graf in Yoko­hama zur Rückreise nach Rußland einschiffen wollte, ließ sich eine englische Dame bei ihm melden und teilte ihm ohne Umschweife mit, sein Onkel, General Keller, sei in einer der Schlachten in der Mandschurei gefallen. General Kuroki habe den Hund des Generals an sich genommen und ihn später dem zur japanischen Armee kommandierten englischen Militär- Attachee, General Hamilton, geschenkt. Dieser ver­ehrte ihn seinerseits der englischen Dame, die jeẞt den jungen Grafen Keller aufgesucht hatte. Ich besite jetzt Ihres Herrn Onkels Hund; wollen Sie ihn haben, so steht er zu Ihrer Verfügung!" Mit diesen Worten schloß die Englän­derin ihre Ansprache, die den Angeredeten fast nieder­Schmetterte, denn er hatte vom Tode seines Onkels noch keine Runde gehabt. Graf Keller nahm das Anerbie en der Dame denkend an, und bald wird der getreue Vierfüßler wieder in dem Hause sein, das er zugleich mit seinem Herrn ver­lassen hatte, da Graf Paul ihn seiner Tante, der Witwe des Generals Keller, selbst überbringen will.

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