Nab und fern.
Eine ehrwürdige Kirche. Die berühmte alte Peterslirche in Erfurt soll wiederhergestellt werden. Die Kosten für die Renovation werden auf eine Million Mark geschäßt. Das Gotteshaus gehört dem Militär- Fiskus. Der Kriegsminister hat sich indessen bereit erklärt, die Kirche der AndreasGemeinde in Erfurt abzutreten.
A Gine halbe Million für gemeinnüßige Zwecke hat der in Eisenach verstorbene bekannte Philantrop Julius von Fischel hinterlassen. Der großherzige Spender war Ehrenbürger ber Stadt Eisenach.
A Doppelmord und Selbstmord. Ein furchtbares Familien drama ereignete sich in Kotzenau. Der Hüttenbeamte Strauch erschoß infolge eines Zwistes mit seiner Frau seine beiden 6 und 3 Jahre alten Knaben aus erster Ehe und bann sich selbst.
Ein falscher Seekadett wurde in Kiel auf der Straße verhaftet. Es war ein Berliner Kaufmannslehrling, dem der Reiz der Marineuniform den Kopf verdreht hatte. Unter Mitnahme der Ersparnisse seiner Eltern war er durchgebrannt und nach Kiel gekommen, wo er in einer für 90 Mark beim Trödler erstandenen Seekadettenuniform einherstolzierte, natürlech durch sein unsoldatisches Benehmen überall Aufsehen erregend. Auf dem Hinterteil einer elektrischen Straßenbahn begrüßte er mit einem vertraulichen„ Morjen" einen Infanterie- Offizier. Als dieser ihn nach seinem Schiff und seinem Urlaub fragte, erwiderte der Fähnrich": Von Bord aus Curhaven"; den Namen seines Schiffes hatte er vergessen. An der nächsten Haltestelle ließ ihn der Offizier von einem Schuhmann verhaften. Am nächsten Tage traf die Mutter in Kiel ein, um ihren Sohn wieder nach Hause zu holen.
Ein mysteriöses Verbrechen. In Köln stieß man bei Ausschachtungsarbeiten am Severinswall auf den Leichnam eines Mannes, dessen Hände gefesselt waren. Offenbar liegt ein Verbrechen vor.
A Heftige Erdbeben wurden in einer Anzahl von Schweizer Kantonen verspürt, am stärksten in Wallis, wo mehrere Häuser beschädigt wurden. Ausläufer des Erdbebens machlen sich in einem Teil Frankreichs bemerkbar. Die Apparate der Heidelberger Sternwarte registrierten ein Beben von kurzer Dauer, das aber fast die Stärke des indischen vom 4. April hatte.
Explosion in einer schweizer Fachschule. Ein furchtbares Unglück ereignete sich in der physikalischen Abteilung des Technikums zu Winterthur. Der Laboratoriumsdiener Balderer hantierte mit Sauerstoffbomben, von welchen eine explodiert sein muß. Balderer wurde in Stücke zerrissen und einzelne Körperteile wurden weit weggeschleudert, auch eine Anzahl Schüler einer benachbarten Klasse wurden verwundet, darunter einige gefährlich. Das Gebäude ist schwer beschädigt; die Böden des betroffenen Flügels sind bis zum dritten Stock hinauf durchbrochen und alle Fenster zertrüm
mert.
Trauung unter polizeilichem Schutz. In der eleganten Gesellschaft Londons erregte die Nachricht großes Aufsehen, daß die einzige, schon großjährige Tochter des sehr reichen Butsbesitzers und Rentiers Edward Baldock sich gegen den Willen ihrer Eltern und ihrer sämtlichen Verwandten, mit dem bisherigen Chauffeur ihres Vaters Cyrill Bishop kirchlich trauen ließ. Die Trauung mußte buchstäblich unter po lizeilichem Schutz vorgenommen werden, nachdem die Ver wandten der Braut gedroht hatten, die Ehe womöglich ge waltsam zu verhindern. Doch wurde jeder Versuch hierzu angesichts des großen, von den Brautleuten requirierten Polizeiaufgebotes als aussichtslos unterlassen. Nach der einfachen Zeremonie traten die Neuverehelichten die Hochzeits: reise an.
† Der Tod im Tunnel. Fortgesetzt fordert der Simplontunnel seine Opfer. Ein Ingenieur aus Moskau, der das Innere des Tunnels besichtigte, wurde infolge der beträchtlichen Hize vom Schlage getroffen und starb bald darauf. Tages- Chronik. In Steinsdorf bei Haynau in Schlesien hat der Mühlenarbeiter Friebe seine beiden Kinder im Alter von sechs und vier Jahren durch Kohlenorydgas getötet.
In Dorpat ertranken drei Studenten, die in einen Kahn auf der Schnepfenjagd waren.
- Auf der Zeche Engelsburg bei Essen wurden drei Personen durch das Abstürzen eines großen Dampffessels schwer verletzt.
Kunft und Wissenschaft.
MG Eine eigenartige Forschungsreise wird Professor Reese von der amerikanischen Suracuse- Universität unternehmen. Er wird sich nämlich mit Unterstützung der Smithsonian Institution nach der Halbinsel Florida begeben, um dort Eier des Alligators zu sammeln, die er dann später dazu benutzen will, die verschiedenen Entwickelungsstufen dieses Reptils zu studieren.
LG Eine Ausstellung von Augenporträts ist im Royal Institute" zu London zu sehen. Wie mehrfach schon berichtet wurde, sind zart gemalte Bilder seelenvoller Augen jetzt die neueste Liebhaberei. Besucher, die die von ersten Aquarellisten ausgeführten Augenporträts in der Ausstellung sehen, können sich zuerst allerdings kaum eines fast unheimlichen Eindrucks erwehren, trotzdem die kleinen Augen ohne Gesicht, die da von der Wand herabsehen, in ihrer Ausdrucksfähigkeit wieder seltsam anziehend wirken. Viele Männer tragen jetzt die Augenporträts ihrer Geliebten bei sich, auch Damen tragen schon die Augen ihrer Freunde in Medaillons.
Der Landwirt.
Eier in Rußland sehr knapp und teuer sind und der Erport auf lange Zeit unterbleiben wird. Das Fehlen der russischen Zufuhren hat denn auch eine solche Höhe der Eierpreise im Gefolge, wie wir sie im Februar seit langer Zeit nicht gehabt haben. Freilich ist anzunehmen, daß die Lieferanten in Desterreich- Ungarn und in Italien sich bemühen werden, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Aber die deutschen Hühnerzüchter können die Zwischenzeit erfolgreich ausnüßen, durch reichliche Darbietung frischer Eier ihren Abnehmern den Genuß der weniger schmackhaften Auslandseier zu verleiden. Die Einkäufe von Gänsen aus Rußland werden wahrscheinlich im laufenden Jahre fast gänzlich ausfallen, und darum ist, wo Zeit und Umstände es erlauben, die reichliche Brut und Aufzucht von Gänsen zu empfehlen. Wo es nicht ausführbar ist, dürfte die Entenzucht guten Gewinn versprechen. Bei dem Mangel an Gänsen werden Enter die Lücke ausfüllen müssen und hohe Preise erzieler
mn. Eine Warnung für unversicherte Landwirte ist eine Verfügung, die der Landrat des Kreises Ratibor erlassen hat. Dieser hat in Anbetracht des Umstandes, daß fast alljährlich in Ortschaften des Kreises Grundbesizer durch Ha gelschlag in erheblicher Weise geschädigt werden, die Gemeindevorsteher aufgefordert, den sämtlichen Grundbesizern an gelegentlichst die Versicherung ihrer Feldfrüchte gegen Ha gelschlag anzuempfehlen und darauf hinzuweisen, daß eine Gewährung von Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln an die durch Hagelschlag Geschädigten nicht stattfindet, da es in ihrer Hand liegt, sich gegen solche Schäden zu sichern. rp. Eine günstige Konjunktur für die deutschen Geflügel: züchter ist zurzeit vorhanden. Der ostasiatische Krieg und die inneren russischen Wirren haben zur Folge gehabt, da
Der Mordprozess Klein. ( Von unserem Gerichtsberichterstatter.) Wien, 29. April.
Unter einem Andrang des Publikums, der noch bei weitem größer war, als bei den bisherigen Sitzungen, eröffnete der Präsident um 10 Uhr die Verhandlung mit der Bekannt. gabe der Fragestellung an die Geschworenen. Von den neun zugelassenen Fragen lauten die beiden hauptsächlichsten auf meuchlerischen Raubmord, die Eventualfragen auf Mitwirfung zum Verbrechen des meuchlerischen Mordes, auf entferntere Mitwirkung, ferner auf Diebstahl. Sämtliche Fragen werden bezüglich beider Angeklagten gestellt.
Die große Unruhe des Publikums, weicht lautloser Stille, als der Staatsanwalt das Wort zur Begründung der Anklage ergreift. Der Präsident batte eigens vorher ermahnt, sich während der Plaidoners ieder Beifalls- und Mißfallsäußerung zu enthalten. Der Staatsanwalt ist der Meinung, daß es sich im vorlienden Falle um einen menchlerischen Raubmord handelt, der nicht auf Haß oder Leidenschaft, sondern auf niedrige Habaier zurückgeführt werden müsse. Klein habe seine ihm erst fürzlich angetraute Ehefrau als Lockvogel benutzt, um den Sikora zu ermorden. Klein befand sich in bedrängter finanzieller Lage. Frau Klein stand in dem Rufe. Männer an sich zu locken und auszubenten. Beide haben sicher nach gemeinsamem Plan gehandelt. Der Staatsanwalt hält es für erwiesen, daß Klein, der Mitwisser und Mitschuldige, auch bei der Mordtat an der Seite seiner Genossin stand und ihr Beistand und Hilfe Teistete. So sei es auch zu erklären, daß die beiden Gatten sich mechselseitig beschuldigten, nur so würden Aeußerungen verständlich, wie die der Frau Klein bei ihrem Verhör: habe von meinem Manne feine eberraschung zu fürchten aehabt“ und„ mie kann man glauben, daß ich den groken. starken Leibiferas allein aufgehoben und in den Sack gesteckt haben!" Der Staatsanwalt vlädiert auf„ Schuldig des meuchlerischen Raubmordes" gegen beide Angeklagte
Der Wonnemonat.
,, Auf, der Mai kam in das Land, der da löst der Sorgen Band." So begrüßt der mittelalterliche Minnesänger jubelnd den Einzug des von Volkspoesie und Sage von icher als lieblichsten Monat des Jahres gepriesenen Mai. Und das mit Recht. Wird auch von manchem nüchtern und kühl Abwägenden versucht, den Mai seines traditionellen Charafters als Bringer der Lust und Heerführer des Lenzes zu entkleiden, weist man auch auf die dann und wann mit verheerender Gewalt auftretenden Nachtfröste und die ungemütliche Herrschaft der gestrengen Eisheiligen Mamertus, Servatius und Pankratius hin es wird doch nicht gelingen, den Wonnemond seines durch die Jahrtausende gefestigten Ruhmes zu berauben. In der lateinischen Mythologie ist die Maja, von der unser Mai den Namen trägt, die Wachstum verleihende Naturgöttin, der am ersten Tage des nach ihr benannten Monats Dank- und Bittopfer ge bracht werden. In Wirklichkeit entfaltet in der kommenden Zeit die Natur ihre intimsten und jungfräulichsten Reize. Ein Knospen und Drängen regt sich allerorten, eine Pflanze nach der andern erwacht zu frischem Leben und entfaltet di Pracht ihrer Blüte, die geflügelten Sänger des Waldes lassen fröhliche Weisen erklingen und in den duft schweren Nächten schluchzt die Nachtigall ihr schmerzlich süßes Wunderlied. Hoffnungsfreudig und erwartungsvol regt es sich im Herzen der wintermüden Menschen, lachende Zukunftsbilder und tiefinniges Ahnen ziehen durch die Seelen, erheben sie aus der Stickluft der Alltäglichkeit zu reineren Sphären. Das, was in stillen dunklen Tagen un bewußt feimte in der Brust der heranwachsenden Jugend, mun gewinnt es Gestalt und Ausdruck der schüchterne Jüngling, die sanfte Jungfrau fühlen selig erschauernd das Band, das die allgewaltige und gütige Mutter Natur um sie windet; ihre Augen sinken ineinander, und die Hände finden sich im Maien erklingt in süßer Melodie das ewig. alte und ewig- junge Hohelied der Liebe durch alle Welt. Kein Wunder, wenn die Dichter aller Zeiten und Länder ihre Stimmen erhoben haben zur Verherrlichung der licht. und freudebringenden Maienzeit. Unser unsterbliche Schiller, dessen das deutsche Volk am kommenden 9. Mai an dem sich sein Todestag zum hundertsten Male jährt, be sonders innig gedenken wird, jubelt dem Frühling, dem Mai entgegen„ Willkommen, schöner Jüngling, du Wonne der Natur, mit deinen Blumenkörbchen, willkommen auf der Flur", und der warmherzige Uhland singt ermunternd: „ Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht, was noch werden mag, das Blühen will nicht enden, es blüht das fernste tiefste Tal; nun, armes Herz, vergiß der Qual, nun muß sich alles, alles wenden!"
Und wenn ein bischen Täuschung, ein bischen glänzende Romantik bei dem Preisen und Loben unterliefe? Was schadet es? Der Mai ist nun einmal für uns die Verkörpe rung der aus den starren Banden der Frost- und Eisrieser erwachten und sich schmückenden Natur, er bringt uns die Be freiung aus der dumpfen Stubenhaft und die Anwartschaft auf Gedeihen und üppige Reife im weiteren Fortschritt des Jahres, Blumenduft und Vogelsang auf allen Wegen. Des: halb wollen wir dem einziehenden Wonnemond mit Freude und Dank entgegenrufen:
Hätt' ich eine Krone zu verschenken, Gar nicht lange würd' ich mich bedenken, Ihm, dem Monat ohnegleichen, Dir, o Mai, würd' ich sie reichen.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Der Mord im Sendlinger Walde. Diesen Montag und die folgenden Tage wird in München ein sensationeller Mordprozeß verhandelt. Angeklagt sind der Braumeister Huber und seine Ehefrau des Mordes an der Münchener Kellnerin Creszenzia Falch. Diese war am 3. September 1904 im Dickicht des Sendlinger Waldes als Leiche gefunden worden. Zuerst wurde ein Handelsmann Engel unschuldig verhaftet, bis sich nach einiger Zeit der Verdacht auf die jezigen Angeklagten lenkte. Diese hatten aber inzwischen die Flucht ergriffen und es dauerte geraume Zeit, bis es gelang, sie in dem Dorf Pratau bei Wittenberg zu verhaften. Die Schuldbeweise sind erdrückend. Trotzdem leugnen beide Ehegatten jede Schuld.
=
Vermilchtes.
=[ Der Kampf um die Courschleppe.] Ein großer AnSturm der Berliner Damenwelt fand zur Besichtigung der Courschleppe der künftigen deutschen Kronprinzessin, der Herzogin Cäcilie, statt. Das Prunkstück der Konfektionsfunst war im Kunstgewerbemuseum öffentlich ausgestellt, und die ganze Zeit über drängten und schoben sich die Damen unermüdlich, um einen Blick auf die Schleppe zu erhaschen. Denn lang stehen bleiben durfte man nicht, um den Nachdrängenden Raum zu geben, und für alle Bitten um GeTegenheit zu eingehender Besichtigung hatten die die Auch führenden Beamten nur ein bedauerndes Achselzucken. Der Kronprinz, der zurzeit wieder in Potsdam weilt, gedenkt, sich demnächst noch einige Tage nach Rabenstein am Schweriner See zum Besuche seiner Braut zu begeben.
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=[ Die deutsche Post in Marokko.] Deutschland hat schon vor einigen Jahren dafür Sorge getragen, sich in Marokko einen unabhängigen Postdienst zu sichern. Es hat Bostämter in Tanger, in den Hauptorten der Küste( Laraich, Nabat. Casablanca, Masagan, Saffi und Mogador) und selbst im Innern des Landes, in Fez, Marrakesch und Alcoffer. den Postdienst im Innern hat es eingeborene Eilboten, die die 280 Kilometer, welche Tanger von Fez trennen, zu Zuk in 49 Stunden zurückfenen. Der deutsche Postdienst wird besonders bei der Beförderung von Wertvavieren geschäßt. Die moroffanischen Räuber bringen manchmal allerding eine kleine Unordnung und Störung hinein, nicht um sich der durch Pavier repräsentier'en erte zu bemächtigen. fondern um auf die von der Bost beförderten Pakete, Stoffproben, Teeproben usw. die schwere Hand zu legen.
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[ Grausamer Vonelmord.] Mit der Macquaria- Insel und den Auckland- Inseln nisten und britten die Binquine in ungeheuren Scharen. Seit Jahren merden die Tiere durch Fanagesellschaften, die von amerikanischen Spekulanten ausgerüstet find, in Massen erslagen und sodann ausaefotten: der Handel mit dem so gewonnenen Vinouin- Del mird sehr schwunghaft betrieben. ett mill men sogar aroke Grisel nach den Auckland- Inseln schaffen, und dann wird das Mor= den noch weitaus arößere Dimensionen annehmen. Naturforscher. Dr. Milion, der bei Gelegenheit der englischen antarktischen Ernedition in ionen Gesenden mer, mocht Sarauf aufmerksam, dak. menn diesem masonmarden nicht Finbalt aetan merde, bald der letzte der el verschwunden fein dürfte. Dr. Milion fordert die Gesellschaft um Vogelschutz auf, sich der Tiere anzunehmen und ihre Stimme z deren Gunsten zu erheben.
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[ Wohlhabende Zigeunerbanden] ziehen durch Schles. wig- Holstein. Sie sehen auf den Pferdemärkten viele Tausende um. Erweislich hatte eine Bande bei einer Ham. burger Bank 40 000 Mark hinterlegt. Man sieht, daß auch diese Nomaden mit dem modernen Geldverkehr vertraut sind. Trotz ihrer Reichtümer verschmähen die Zigeuner weder das Betteln noch das Stehlen, und das Wahrsagen ist ihr ehrbares Gewerbe. Die Landleute rufen in ihrer Be drängnis um Hilfe, und die Landräte sehen sich veranlaßt, eine schärfere Bewachung der braunen Gesellen anzuordnen.
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=[ Don Quixote- Briefmarken] sollen vom 1. bis 15. Mai zur Feier der 300sten Wiederkehr des Erscheinungstages des berühmten Hauptwerkes von Cervantes in Spanien ausgegeben werden. Auf den Jubiläumsmarken, die in 10 Preislagen hergestellt werden, sollen Szenen aus dem Don Quirote in künstlerischer Ausführung abgebildet wer den. Einen hübschen Don Quixote- Scherz folportieren Ma drider Blätter. 900 Sträflinge eines Gefängnisses sollen um ihre Freiheit gebeten haben, zum Andenken an eine große Tat des Cervantesschen Helden. Sie erinnern daran, daß Don Quixote, als er auf seinem Zuge einem Trupp von Galeerensträflingen begegnete, die Lanze gegen die Männer der heiligen Hermandad zum Angriff senkte und die Gefan genen befreite, weil, wie er zu Sancho sagte, es ihm grav sam schien, diejenigen zu Sklaven zu machen, die Gott und die Natur frei erschaffen hätten, und weil es nicht gut set, daß ehrliche Leute die Henker anderer Menschen wären". – Man darf dabei freilich auch nicht vergessen, daß Don Quirote es sehr bereute, diesen Strauchdieben die Freiheit wiedergegeben und nicht auf seinen braven Knappen ge hört zu haben, denn sie beeilten sich ihren Befreier auszuplündern. Das spricht durchaus nicht für das angebli.., Ansuchen der 900 Gefangenen.
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[ Ein Austern- Trust.] Herr B. Roosevelt, ein Vetter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, weilte unlängst in Newhaven, um mit mehreren Kapitalisten einen Austern Trust zu gründen. Die Gesellschaft hat ein Kapital von 10 Millionen Dollars aufgebracht und will alle Austernzüchte reien auf Long Island aufkaufen und den ganzen Austern fang an sich reißen. Präsident Roosevelt soll dem Projekt seines Vetters direkt feindlich gegenüberstehen und die Ab sicht haben, die Gerichte gegen diesen neuen Trust- Versuc mobil zu machen. Der Schnecken- und Krabben- Truſt dürft nun auch nicht mehr weit sein!
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=[ Die verkannte Unterschrift.] Einen hübschen Scherz erzählt ein süddeutsches Blatt. Bei einer Dienstreise kommt der Herr Direktor eines lothringischen Kreises in ein entTegenes Dörfchen und verlangt in der Ortskneipe ein Glas Rognak und einen halben Liter Wein.„ Et dhät mer lääd," sagt die gute Wirtsfrau ,,, ech darf Gech käne ginn!"- ,, Na, warum denn nicht? Kennen Sie mich nicht, wissen Sie nicht, wer ich bin?"" Daat wißt ech schun, Dir seid den Här Kreisdirefter, äwer Ihr stitt jo och op der List," und dabei zeigt sie überzeugungsvoll auf den Schlußvermerk der hinter dem Schenktisch hängenden Säuferliste:„ Der Kreisdirektor XX."
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