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onnement@ prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertel­fährlich Mr. 1.50.

#thebellegen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Sotfenblasen( wöchentlich). Bas Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

ind zollfr

Donnerstag, den 31. März 1904.

Gießener

13. Jahrgang.

Insertionspreis: Die einspaltige Betitzelle für ganz hefsen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. font 16 Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg.

Postzeitungsliste No. 3269.

Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernſprechausluk Nr. 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Unabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeifung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Karfreitagsftimmung.

Wieder jährt sich der Tag, da einst auf der Schädelstätte Sas Dulderhaupt des Welterlösers am Kreuze erblassend sich meigte. Ueberall in der Christenheit, bei den Protestanten, denen der Karfreitag als höchster Feiertag gilt, wie bei den Statho liken, die ihn nicht außergewöhnlich feiern, gilt der Ge­Dichtmistag des Todes des Heilandes als ein Tag stiller Sammlung und ernster Einkehr. Wir Deutsche zumal, die wir bieten Ihnen von mir in den Tagen der Ostern zugleich das Fest der Auf­cht erhalten werden, erstehnung der Natur festlich begehen, fühlen uns in dieser Zeit

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Berden und Vergehen, Vergehen und Werden, dies ewige Grundgesetz des Weltalls ist es, das uns in dieser Zeit des rihlingsanfangs, an der Grenzscheide zwischen winter­llichern. Tode und lenzlichem Erwachen der Welt, vornehmlich or as geiſtige Auge tritt. Und wenn uns dieſe in der

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Natur waltenden vernichtenden und belebenden Kräfte recht zum Bewußtsein kommen, so entsteht in uns die rechte Kar­freitagsstimmung, die Stimmung, die unser ganzes Dasein michhumggebend beherrschen sollte.

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Zirwahr, Karfreitagsstimmung ist die rechte Stimmung für die Gestaltung unseres Lebens. Nicht stumm ver­

zagenide Resignation ist es, die der Gedächtnistag von Gol­gatha in uns auslöst, wenn wir gesund empfinden. Es ist die ernste männliche Stimmung, die in der Ergebung in den umabänderlichen Ratschluß der Vorsehung und zugleich im Vertrauen auf die Vorsehung sich ausspricht. In die Klagen um deen Martertod des Weltenerlösers flingt am Karfreitag bernehmlich schon der Jubelflang der Osterglocken hinein: Die Zuversicht der Wiedergeburt alles dessen, was unver­gänglich ist an der Schöpfung Gottes, mildert die Trauer über die Vergänglichkeit des rdischen in ihr. Diese Er­gebung in den Willen der Gottheit, die unserem Leben and Tun nach ihrem Ermessen Schranken sezt, und dieses aubersichtliche Vertrauen auf die Gnade der Gottheit, das müssen die beiden Pole sein, um die sich die Achse unserer Weltanschauung dreht. Und zu solcher Weltbetrachtung gibt ider Sarfreitag mit seiner ernsten Bedeutung uns besonderen Anlaß.

An amtlicher Stelle sieht man aus dem Umstand, daß Major v. Glasenapp jetzt Omifokorero anscheinend ohne Schwertstreich besetzt hat, daß der beim Anmarsch auf Omi­foforero erlittene schwere Verlust durch ungenügende Vorsicht herbeigeführt, nicht aber als ein wirklicher militärischer Erfolg der Herero anzusehen ist. Es ist ange­sichts dieser zweifelsohne zutreffenden Auffassung doppelt interessant, zu hören, was schon 1893, beim Kampf gegen die Witboois, ein kriegs- und landeskundiger Eingeborener einem deutschen Offizier über die

notwendige Taktik in Südafrika

riet. In Doves Buch: Kriegs- und Friedensbilder aus der ersten deutschen Kolonie" wird darüber mitgeteilt:

,, Herr Leutnant," sagte der Eingeborene, Sie haben gute Soldaten, und diese leisten mehr als die englischen Truppen am Kap. Dies Land ist aber nicht Deutschland, dies ist ein Schelmenland, und hier kann man nicht genug Vorsicht anwenden. Ich sehe, daß die Gewehre dort zusammengestellt sind, und das ist nicht richtig. In einem Schelmenlande wie diesem muß man selbst im Frieden sein Gewehr stets bei der Hand haben, im Orlog( Krieg) aber soll der Soldat, der im Lager sitzt und in der einen Hand seinen Becher Kaffee hält, in der anderen das geladene Gewehr halten. Und wenn er schlafen geht, so soll er sich nicht niederlegen, ohne sein Gewehr neben sich zu haben. In diesem Lande der schlauen Feinde und der Ueberfälle sollten Sie und alle die Herren, die von Europa herüberkommen, sich doch auch ein wenig nach unseren Erfahrungen richten."

Karfreitagsstimmung als Lebensstimmung für unser Wolf, für die einzelnen unter uns! Das muß die Losung meiner Specialpräparate gratis caller iderer sein, die es ehrlich mit ihrem Vaterlande meinen. ein Mittel z.Hervorrufung grossist, als legte der Todfeind aller kraftvollen Betätigung iefervertilgungsmittel bei Gei ein müder, markloser Pessimismus, seine lähmende Hand über das Volk der Deutschen. Diesen Feind gilt es zu be­beste Viehwaschessenz gestämpfen. Unser Volk muß wieder lernen, das Vorüber­Igungsmittel, unschädlich gehen de und das Ewige zu erkennen; es darf nicht tatlos - U. Fischwitterung, Fl. Hauern über die Vergänglichkeit alles Irdischen, es soll den Cassa oder per Nachnah Frobert Osterglauben an die siegende, auch den Tod über­1902. Diplom 1902 u. Mindende Kraft der Idee sich wahren, ihn wiedergewinnen, mo er verloren ging. Lasset die Toten ihre Toten begraben! Wir Lebenden, die wir in fügsamer Ergebung in den Willen der Vorsehung festhalten den Osterglauben an den leben­St Prachtkatalog enthigen Kern in unserem Volfe, wir wollen wirken an unserem Abbildungen über Ceile, daß unser Volk erstehe aus den Banden des In­utensilien etc. u. Sie werden sifferentismus zu der Erfüllung der Mission, die ihm von ster Qualität stets am allerbier Vorsehung unter den Völkern beschieden ist. ANN, Cigarren- u. Tabaka

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Fünftausend Meter"

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Der Herero- Aufstand.

r neue Truppentransport für Deutsch­Südwest- Afrika befindet sich bereits auf hoher See: Bestern nachmittag ging der Dampfer, Markgraf" mit 500 Pferden und 130 Mann, heute nacht der Dampfer Entreriros" mit 700 Pferden und 170 Mann Verstär­fungen von Hamburg nach der Kolonie ab.

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forgt," Tachte der Hauptmann.

Nehmen wir unsere Belzel

Pelze und dicke Handschube famoren. Wenn es so weiter­

Wir haben übrigens schon viertausend Meter überschriften" Brillant!" rief der Oberleutnant freudig, während sie

geht, fönnen wir noch eine

Tegen.

Strede nach oben zurück­

teilten sich ihre Beobachtungen mit.

Sie entleerten den letzten Sandsack bis zur Hälfte und

Bur nochmaligen

Inspizierung der Truvven

Seitdem sind die Gewehrpyramiden bei der Schußtruppe verschwunden, und jeder Soldat trägt seitdem die Waffe stets bei sich. Wie außerordentlich geboten aber die äußerste Vor­sicht ist, zeigt der beklagenswerte Vorfall von Owifokorero.

gestern vormittag der preußische Kriegsminister Einem in Hamburg ein. Zur Berabschiedung waren bei der Einschiffung der Truppen noch erschienen vom Ham­burger Senat der Bürgermeister Dr. Moendeberg und der Senator Dr. v. Melle; außerdem der Kommandeur des Armeekorps Generalleutnant v. Bock und Polach und biele andere Offiziere.

Der Krieg in Oftalien.

Der Vormarsch der Japaner in Nordkorea wird jetzt leb­hafter. Nach Meldungen der russischen Telegraphenagentur aus Mukden haben 10 000 Japaner den Tschintschonganfluß überschritten und gegen 5000 Mann sind aus Tschöngdschu nach Norden ausgerückt.

Aus dem Aufstandsgebiet liegen einstweilen Meldungen über neue Vorgänge nicht vor. Zur Erläuterung der jüngsten Angaben des Majors v. Glasenapp über die letzten

Bewegungen der Hereros

Träger nach Andschu gebracht; auch an Pferden hatten die Japaner große Verluste. Dem widerspricht der amtliche japanische Bericht. Dieser meldet nur ganz kurz die Be­setzung der Stadt, nachdem die Russen aus ihren Stellungen geworfen waren. Von Verlusten japanischerseits meldet er nur den Tod eines Offiziers und vier Gemeinen. Verwundet feien zwei Offiziere und zehn Gemeine.

Bei dem letteren Ort, der auf der Mitte zwischen Andschu und Widschu liegt, hat wirklich ein blutiges Gefecht stattgefunden, über das bereits der folgende offizielle Bericht des Generals Kuropatkin an den Zaren vorliegt, datiert vom 29. März:

Der Sperrungsversuch von Port Arthur wurde im japanischen Landtage auf Grund des Berichtes, den Admiral Logo eingeschickt hat, einer Besprechung durch den Admiral Jamamoto unterzogen. Togo räumt in dem Bericht ein, daß es nicht gelungen ist, die Hafeneinfahrt zu sperren. Zwischen den versenkten Dampfern Vahiko" und dem Yoneyama" sei eine Lücke geblieben. Dann schildert Togo seine Verluste und den

Heldentod eines japanischen Kapitäns

in folgenden Worten:

Zwei Offiziere und zwei Mann sind gefallen, neur verwundet. Die übrigen wurden gerettet und von den Schiffen aufgenommen. Der Offizier Sugino wurde, als er die Sprengkörper in Brand setzen wollte, durch einen feindlichen Torpedoschuß getötet. Kapitän Hirosa ver­mißte ihn beim Ausschiffen der Mannschaft und kehrte dreimal in das Schiff zurück, um ihn zu suchen, mußte aber schließlich davon abstehen, da das Schiff ihm unter den Füßen fortsank. Als er auf Deck erschien, traf ihn eine Granate am Kopfe und zerschmetterte ihn vollständig.

Admiral Jamamoto betonte, daß es sehr schwierig sei, Port Arthur zu sperren und daß der Plan noch weit von der Durchführung entfernt sei. Seit der Ankunft des Vize­admirals Mafaroff sei offenbar der kriegerische Geist in Bort Arthur wieder aufgelebt. Er hoffe, daß die Russen den Hafen verlassen und die japanische Flotte angreifen werden.

Aus Soul kommen Nachrichten, die befürchten lassen, daß der Fremdenhaß in Korea

zu gefährlichem Ausbruch kommt. Ueberall, wo die japa­nischen Bajonette nicht hinreichen, herrscht Anarchie. Die Hauptstraße zwischen Söul und Pingjang wimmelt von Räu­bern. Die russenfreundlichen Tonghafs haben allen Aus­ländern und den Christen den Tod geschworen. Auch werden ernstliche Besorgnisse darüber laut, ob für den Fall, daß die japanischen Truppen Niederlagen erleiden, das vorzügliche japanische Offizierkorps imstande sein wird, die vielen zweifel­haften Elemente, die als Kulis mit dem Armeetroß nach Korea kommen, im Baume halten zu können. Solche Feulis haben z. B. in Söul den im koreanischen Zollamt angestellten Deutschen Henschel überfallen und mit Knüppeln lebens­gefährlich verlegt.

Ich habe die Ehre, Euere Majestät alleruntertänigst von nachfolgender Meldung des Generals Mischtschenko vom gestrigen Tage 10 Uhr abends zu benachrichtigen: Nachdem ich erfahren hatte, daß sich vier feindliche Schwa­dronen 5 Werft jenseits Tschöngdschu befänden, marschier­ten wir am 27. d. M. auf Kasson zu und trafen am 28. d. M. 10½ Uhr früh in Tschöngdschu ein. Sobald unsere Vorposten sich der Stadt näherten, eröffneten die Feinde unter dem Schutze der Mauern das Feuer. Zwei Schwa­dronen saßen sofort ab und besetzten eine an die Stadt an­stoßende Höhe, von wo aus sie in einer Entfernung von 600 Schritt den Kampf aufnahmen. In der Stadt be­fanden sich in einem Hinterhalt etwa eine Kompagnie In­fanterie und eine Schwadron Kavallerie. Unsere, noch um 3 Kompagnien verstärkten Mannschaften eröffneten einkreuz­feuer auf die Japaner. Trotz dieses Umstandes und der von uns eingenommenen Stellung leisteten die Japaner tapferen Widerstand und stellten erst nach halbstündigem Kampfe das Feuer ein, um sich in die Häuser zurückzu­ziehen. An zwei Stellen wurde die Fahne des Roten Kreuzes gehißt. Bald darauf rückten auf der Straße von Sasan zwei Schwadronen Japaner in voller Karriere heran, denen es gelang, in die Stadt hineinzukommen, eine dritte zog sich unter den Salven unserer Leute in Unordnung zurück. Man sah Menschen und Pferde stürzen. Während einer Stunde feuerten unsere Truppen noch auf die in der Stadt befindlichen Japaner und verhinderten sie, die Häuser zu verlassen, um aufs neue auf uns zu feuern. General Mischtschenko mußte sich dann vor anrückenden Verstärkungen zurückziehen, was in voller Ordnung geschah. Nach seiner Angabe gab es folgende

dien noch einige Mitteilungen über die in der Meldung lafenapps erwähnten Ortschaften katumba und Otationgea ma gemacht, wohin die Hereros aus Owi­Fotor ero sich zurückgezogen haben. Okatumba liegt etwa Belm. südlich von Owifokorero am oberen Swakop, an Dem sich, wie bereits unter dem 25. ds. telegraphiert wurde, größere Massen von Herero sammeln. Okatjongeama liegt Alm. westlich von Owikokorero. Nach Okatjongeama und adh Okatumba führen alte Treckpfade", und Okatjongeama i wieder mit Ofatumba durch einen Treckpfad nach dem Süden verbunden. Aller Voraussicht nach wird der zunächſt ad Ofatjongeama abgezogene Hererotrupp von dort auf Bem nach Süden führenden Treckpfade die Vereinigung mit Den oam Swakop stehenden Hereros suchen.

Verluste an Toten und Verwundeten

Am koreanischen Hof haben die Japaner die Russen­freunde gänzlich aus dem Felde geschlagen. Der koreanische Prinz Pat sandte wegen der strengen Beaufsichtigung der Japaner im Küstengebiet und in der Mandschurei einige Koreaner nach Tschifu als Spione und Kundschafter ab. Die Aufsicht über die Koreaner wurde daher verschärft.

auf russischer Seite. Es wurden drei Offiziere schwer ver­wundet und einer leichter verwundet. Von den Kosaken sind Der drei gefallen und 12 verwundet, darunter 5 schwer. eine der verwundeten Offiziere, Kapitän Stepanow, ist nach einem späteren Bericht Kuropatkins seinen Wunden erlegen. Nach Erzählungen von Einwohnern der Stadt Tschöngdschu, die Kuropatkin übermittelt, haben die Japaner über 100 Tote gebabt und 100 Verwundete wurden durch 500 foreanische

Die Politik.

Wie erinnerlich, hat sich in Bromberg ein aus Personen aller Stände zusammengesettes Komitee gebildet zur Vor­bereitung der Gründung eines deutschen Nationalschatzes für die Ostmark behufs Förderung des Deutschtums, speziell des Handwerks, der Kleingewerbetreibenden und des Klein­grundbesizes. In konservativen Kreisen Posens ist man mit dieser Gründung nicht einverstanden. Der Kampf gegen das Polentum müsse, so wird eingewendet, von der Stadt Posen aus geleitet werden, wo die polnische Propaganda ihren Sitz habe. In Posen sei schon längst der Anfang auf diesem Gebiete gemacht, und lediglich aus taktischen Gründen sei Zurückhaltung geübt worden. Anfang Mai wird in Posen eine Besprechung deutscher Männer aller Stände und Berufe aus den Provinzen Posen und Westpreußen, wie aus Oberschlesien stattfinden, in der unter Teilnahme der großen nationalen Vereinigungen über die Bildung des deut­schen Wehrschatzes Beschluß gefaßt werden soll.

A zur Statistik der Auswanderung wird jetzt bekannt, daß im vorigen Jahre 36 310 Deutsche über See ausgewan­dert sind. Von diesen haben 27 614 ihren Weg über deutsche Häfen genommen. Zu diesen 27 614 fommen 268 227 Fremde, so daß die Gesamtzahl der über deutsche Häfen be­förderten Auswanderer im Jahre 1903 295 841 betrug. Das Hauptziel der Auswanderung waren die Vereinigten Staaten von Amerika.

* Die preußische Regierung plant eine Reform des Tax­wesens für städtische Grundstücke. In Städten unter 30 000 Seelen sollen in der Regel Tarämter" eingerichtet werden. In größeren Städten sollen vereidigte Taratoren das Tar­geschäft übernehmen; sie sollen Kaution stellen und der­gleichen mehr. Einstweilen handelt es sich um bloße Vor­schläge der Regierung, die gegenwärtig den Provinzialbehör­den zur Begutachtung vorliegen.