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Ponunt von belnem Hause, woselbst er, wie ich gehört, seine Wohnung aufgeschlagen hat." " In meinem Hause also? Nun, um so besser, daß er tenen Weg nimmt; da muß er ja am Bärenfelsen borbei."
Es gibt keinen anderen Weg, ausgenommen noch den schmalen Fußpfad längs des Sturzbaches, den er wohl kaum benüßen wird, da er für Pferde unzugänglich ist."
Gut so! Schnell jezt, Mann; wir haben nichts gegen einen Imbiß einzuwenden, aber spute dich; die Zeit drängt, und wir müssen bald fort, um noch einige notwendige Vorbereitungen zu treffen."
" Ihr werdet ihn also nicht hier erwarten?" versette Jesse enttäuscht.
„ Bewahre, da wäre dir ein schlechter Dienst erwiesen, wollte ich die Angelegenheit in deinem Hause regeln."
Elisba und seine Begleiter nahmen hastig eine Stärkung zu sich, dann wandte sich der Führer an Jesse:
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Du übernimmst unsere Pferde und bringst sie im Wald in Sicherheit; du weißt doch, bei der abgestorbenen Eiche? Und bleib du ruhig bei den Tieren, bis von uns Botschaft fommt. So, und nun auf!" sagte er zu seinen Leuten, die bereitstanden.
Der Bärenfelsen war ein riesiger Steinblock, der sich vor langer Zeit von der Gebirgswand losgetrennt hatte, um den Abhang hinabzukollern, bis er von einer starken Baumgruppe, welche knapp am Wege stand, aufgehalten wurde. Hier hatte er sich nun festgesetzt, und nach und nach wucherte aus seinen Ritzen allerlei Buschwerk hervor, das ihn schließlich ganz mit einer grünen Decke überzog, welche noch durch ein Neg von Schlingpflanzen so verdichtet worden war, daß der Dahinterstehende den Augen der Vorbeikommenden gänzlich entzogen war. Da der Fels gegen unten zu schmäler war, so ließen die bis zum Boden hängenden Ranken der Schlinggewächse zu beiden Seiten einen Naum frei, der groß genug war, mehreren Personen ein bequemes Versteck zu bieten. Es hieß nun nur noch beiderseits einen Ausgang nach vorne aus dem Gestrüpp hauen, um im rechten Moment einen Ausfall bewerkstelligen zu können.
Diese Arbeit war schnell verrichtet, und man schaffte noch eiligst das Ast- und Laubwerk beiseite, damit die Anfömmlinge nicht etwa dadurch stußig gemacht wurden. Nachdem dies bewerkstelligt worden war, schlüpfte ein Teil der Leute in das Versteck, das gegen die Seite zu lag, von welcher der Kaimakam kommen mußte, denn es stand zu erwarten, daß der Trupp, sobald die zweite Abteilung hervorbrach, Kehrt machen würde, um in der Richtung zu fliehen, aus der er gefommen war. Elisba und der Rest seiner Begleiter begaben sich nach dem jenseitigen Hinterhalt, so daß der Feind zwischen den beiden Abteilungen eingeschlossen war; rechts stellte sich die Felswand als Hindernis entgegen- links fiel die Straße schroff gegen die Tiefe abjede Möglichkeit des Entkommens war somit abgeschnitten.
Damit der Angriff nicht etwa verfrüht geschähe, wurde ein Mann beordert, einige hundert Schritte gegen die Rich tung vorzugehen, in welcher man Ali- Beg erwartete, und dort am Straßenrande so lange siten zu bleiben, bis er das Nahen des Feindes hörte. Dann sollte er sich erheben und langsam in der Art eines ermüdeten Wanderers die Straße heraufkommen, doch so, daß ihn der Trupp in der Nähe des Felsens überholte. Gelangte man dann an die Stelle, wo Elisba hervorbrechen mußte, so brauchte der Mann nur laut zu sagen: Das ist der Bärenfelsen."
Die Sonne war mittlerweile emporgestiegen, und ihre Strahlen fielen trop der frühen Stunde sengend auf die Straße herab. Von Elisbas Besibung bis hierher brauchte man gut vier Stunden, da der größte Teil des Weges im Schritt zurückgelegt werden mußte; wenn Ali- Beg unmittelbar vor Sonnenaufgang aufgebrochen war, konnte er nicht mehr lange ausbleiben.
Elisba und seine Leute waren alle bis an die Zähne bewaffnet; jeder hatte den Dolch und ein paar Pistolen im Gür tel und die Flinte auf der Achsel; der Führer selbst trug noch außerdem, wie es seinem Stande von Rechts wegen zufam, den breiten Krummsäbel an der Seite.
Man mochte etwa eine Stunde auf der Lauer gelegen sein, als hier und da ein fernes Klappern von Hufen auf Stein vernehmlich wurde. Die Leute, welche gegen die Richtung zu versteckt lagen, aus welcher die Erwarteten kommen mußten, hatten das Geräusch zuerst vernommen und ihre jenseitigen Kameraden davon benachrichtigt. Alle rissen nun die Büchsen von den Schultern, um die Waffen schußfertig in den Händen zu behalten.
Es verging einige Zeit, bis man auch Stimmen vernahm, die sich immer mehr und mehr näherten; jetzt schien es, wie wenn die Reiterschar schon knapp vor den Verstecken angekommen wäre, so daß in Elisba die Besorgnis aufstieg, seir Vorposten sei vielleicht irgendwie verhindert worden, den ihm erteilten Auftrag auszuführen, und in fieberhafter Erregung gab er seinen Genossen ein Zeichen, entschlossen, hervorzu. brechen, sobald der erste Pferdekopf sichtbar wurde da vernahm er im selben Augenblick die Stimme Ali- Begs:
Wie ist dieser Steinklumpen hierher gekommen, Mann?" Ich weiß es nicht, Herr das ist der Bärenfelsen!" er widerte der Befragte mit überlauter Stimme und er. schrocken rissen die Reiter ihre Pferde zurück, als urplö ein Häuflein Bewaffneter vor ihnen stand, die Flinten schuß. bereit im Anschlage. Die erste Bewegung der Ueberraschten war die, Kehrt zu machen, aber da stand ihnen auch schon die zweite Abteilung gegenüber.
,, Ergebt euch! Die Waffen zu Boden geworfen, oder ick lasse Feuer geben!" schrie ihnen Elisba zu:
Ali- Begs Eskorte bestand aus sechs Mann, während der Feind das Vierfache zählte. Außerdem trugen die Reiter ihre Flinten sorglos in den Hüllen verwahrt, unmöglich, dieselben also in der Schnelligkeit in Gebrauch zu setzen; es blieben ihnen nur die istolen, die gegen die Büchsen der anderen eine gar unsichere Waffe abgaben. Nach kurzer Ueberlegung also befolgten sie Elisbas Befehl, ihr einziges Heil darin sehend, daß sie sich nicht zur Wehr setzten und die anderen herausforderten.
Kummer und Sorge hatten Elisbas Aeußeres so verändert, daß ihn sein Feind im ersten Augenblick gar nicht erkannte; erst als jener jetzt vortrat, zuckte der Kaimakam erschrocken zusammen, und sein Gesicht überzog sich mit Leichenblässe.
Du hast mir mein Heim genommen dir verdanke ich es, daß ich wie ein wildes Tier gehegt werde du bist schuld, daß meine Lebensgefährtin in schwere Krankheit verfiel, durch die sie mir geraubt wurde dein Maß, niederträchtiger Schurke, der sich vom Blut und vom Schweiß der anderen mästete, wäre voll genug, auf daß man dir einen Strick um den Hals knüpfte, um dich wie einen wütenden Hund zu erdrosseln denn du bist die Kugel nicht wert, die man dir ins elende Herz schösse. Und doch soll man nicht sagen, Elisba sei ein Mörder; es soll nicht heißen, eine Uebermacht habe dich überfallen, um an dir Henkersdienste zu verrichten." Er zog seinen Säbel:„ Verteidige dich es geht um Tod und Leben!"
Die Waffen blitten aneinander, und Ali- Beg kämpfte wie ein Verzweifelter; bald aber fühlte er, daß sein Arm ermattete, daß er den wirbelnden Bewegungen des Gegners nicht mehr folgen konnte, und da griff er in seiner Todesangst nach dem Säbel des Feindes, um mit dem eigenen einen raschen Hieb auszuführen blitzschnell aber riß Elisba den Dolch aus dem Gürtel und bohrte ihn dem andern bis an das Heft ins Herz.
Da nimm, Feigling!" rief er heiser, als der Gegner röchelnd in die Kniee brach. Du hast den ungleichen Kampf gewollt!"
Auch Ali- Begs Säbel hatte sein Ziel getroffen und Elisbo an der Schulter verwundet, doch die Wunde war nicht der Rede wert ein fest gebundenes Taschentuch genügte, um die Blutung aufzuhalten.
wandte sich Elisba an die entsetzten Wachleute, bringt ihn ,, Da nehmt die Reste eures schurkischen Anführers," zurück, woher er gekommen nach meinem Hause meinet. wegen, denn jetzt kann sein Juß nicht mehr die Schwelle be schmutzen und schänden. Eins vergeßt aber nicht, ihr Leute, daß ihr euren Vorgesezten die Wahrheit berichtet; nicht etwa, daß ihr in eurer Zeigheit eine Geschichte von einem meuchle. rischen Ueberfall erzählt, um von euch alle Verantwortung abzuwälzen. Ich werde es erfahren, und das Gesicht eines jeden von euch wird uns im Gedächtnisse bleiben. Wehe euch, wenn ihr über uns eine verleumderische Nachricht verbreitet! Einer büßt dann sein Leben für alle und alle für einen."
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Elisbas Leute nahmen die Waffen der Eskorte als gute Beute mit sich; sie wußten, daß jene heimtückisch genug waren, um ihnen aus sicherer Verschanzung ihre Kugeln nachzusenden.
Während die Wachleute mit zitternder Hast, im Herzen froh, so durchgekommen zu sein, aus Astwerk eine Bahre zusammenrichteten, schlug die Schar der Rächer schweigend den Weg gegen das Gebirge ein. ( Fortsetzung folgt.)
Wer weiß zu leben? Der zu leiden weiß! Wer zu genießen? Der zu meiden weiß!
Wer ist der Reiche?
Der sich beim Ertrag des eignen Fleißes Zu bescheiden weiß!
Wer lenkt die Herzen?
Der den herben Ernst stets in ein sanftes Wort zu kleiden weiß!-
Wer ist der Weise?
Der falsches Gold vom echten schnell zu Unterscheiden weiß!-
Die Rache der Dächse.
Humoreske von Hans von Wenzel. ( Nachdruck verboten.))
( Schluß.) Um nur etwas zu sagen, spricht Glazel, vom Wetter, und daß es bald ein Gewitter geben dürfte, und dann erzählt er, pie sich der Mensch am besten vor dem Blitz schützen kann, besonders auf freiem Felde.
Man muß sich nämlich lang auf die Erde legen, das ist das Beste."
" Jawohl," sagt Käferstein,„ das finde ich auch sehr schneidig, zumal für einen Soldaten."
Darob große Entrüstung bei Glazel, der aber schlau genug ist, abzustopfen, weil er fühlt, daß er eine ruhmlöse Sache verteidigt.
,, Ach, Sie haben ja überhaupt keinen Schneid," sagt Käferstein, der sich das Air gibt, angetrunken zu sein.
" Erlauben Sie, lieber Käferstein, da muß ich denn doch-
Ich wette, daß Sie nicht einmal den Schneid haben-"
,, Na, was denn, was denn"
Na, zum Beispiel einem farzierten Schweinskopf die Nase abzuschneiden."
" Farzierten Schweinskopf, wie kommen Sie denn auf so was? Die Nase is ja kindisch!"
Nein, nein, gar nicht kindisch! Morgen Abend gibt's bei Oberstens farzierten Schweinskopf, und da wette ich, daß Sie nicht den Schneid haben, dem Schweinskopf die Nase abzuschneiden."
Warum soll ich ihm denn nicht die Nase abschneiden?" " Weil ich es Ihnen nicht zutraue, wetten, daß nicht?" ,, Jawohl, wetten!"
" Zehn Pötte Bier gegen einen Schnaps!" ,, Einverstanden!"
„ Schlagt durch, Kinder,
so! Also morgen Abend, wenn bei Tisch der Schweinskopf zu Ihnen kommt, werden Sie ihm gefälligst die Nase heruntersäbeln, mitsamt der Zitrone, die er im Maule hat."
Natürlich, warum denn nicht werden ja sehen!" Damit trennte man sich.
Am nächsten Abend waren wir pünktlich beim Obersten zur Stelle. Es ging zu Tisch und Glazel genoß die besondere Auszeichnung, rechts neben der Kommandeuse zu sitzen. Da erschien der Wildschweinskopf. Die Bureau- Ordonnanz präsentierte ihn gravitätisch.
Die Frau Oberst dankte und nun war die Reihe an Glazel. Jetzt sollte er seinen Schneid zeigen. Aller Augen ruhten auf ihm, denn man hatte es natürlich nicht unterlassen, seine zahlreichen Neider mit in das Geheimnis zu ziehen.
Und wahrhaftig!- Er ergriff das große Messer und blickte sich siegesbewußt wie ein Triumphator rings um. Dann setzte er das Werkzeug der Vernichtung an, schräg, mitten über dem Nasenbein, und mit gewaltigen Streichen geschah das Gräßliche die Schändung des Kopfes.
Da, wo das schweinerne Nasenbein zu den fleischigen Teilen der Schnauze hinüberknorpelt, gähnte urplötzlich eine große Kluft. Zwei blutrünstige Höhlen, die stummen und doch so beredten Zeugen der Glazelschen Untat, starrten racheheischend ins Leere. Der Anblick war keineswegs ästhetisch.
Das Racheforps der Dächse aper brach in ein bestialisches Gelächter aus, das jedoch in den Herzen der Wirte feineswegs ein begeistertes Echo fand.
Der Herr Oberst blickte etwas konsterniert darein. Das Attentat auf die Schweinsnase erschien ihm augenscheinlich als ein unpassender Scherz.
Anders die Frau Oberst.
Sie war blaß vor Ingrimm, sie zitterte vor seelischer Erregung.
Glazel seinerseits war in hohem Grade frappiert über die gewaltige Wirkung seines Scherzes. Kaltblütig legte er die erstrittene Schweinsnase samt der Zitrone auf seinen Teller und stimmte naiv in das Gelächter der lieben Kameraden ein. Dann aber warf er einen verstohlenen Blick auf den Herrn Oberst und einen noch verstohleneren auf die Kom. mandeuse. Da ward er zur Salzsäule, und es begann ihm zu schwanen, daß er eine furchtbare Torheit begangen habe.
Schnell gefaßt, wandte er sich seiner Gönnerin zu und plauderte in harmlos seir sollender Weise von seiner ausgemachten Passion für das Mundstück des Schweinskopfes. Auch Ochsenmaulsalat esse er so gern, das sei ja etwas ganz ähnliches; beim Gänsebraten dagegen bevorzuge er, gleich vielen underfälschten Gourmands, gerade das entgegenge setzte Ende des Vogels.
Er plauderte bestrickend, und doch die Frau Oberst hörte ihn gar nicht. Er redete in die blaue Luft, und als er den Versuch wiederholte, sie zum Sprechen zu bringen, wandte sie sich ihrem Nachbar zur Linken zu und errichtete mit dem Fächer eine Scheidewand zwischen sich und Glazel.
Das war sehr traurig, und um seinen Worten den Schein der Wahrheit zu leihen, begann Glazel jetzt, die Schweinsnase auf seinem Teller zu tranchieren und trotz des größten Efels, den er dagegen empfand, mit Haut und Haaren hinunterzuwürgen.
Das machte den Gästen aufs neue unbändigen Spaß. Kein Auge blieb trocken.
Leider verhalf die todesverachtende Tat dem Glazel nicht zu der dadurch bezweckten Rehabilitierung. Die Gnädige blieb ungnädig.
Nach Tisch wurde das Unerhörte Ereignis: sie enthielt sich des Tanzes. Glazel winselte um Gnade und Absolution. Alles vergeblich! Unerbittlich ließ die strenge Herrin ihn die ganze Skala der Ablehnungen durchkosten; auch beim Fortgange gab sie ihm nicht die Hand, die er sonst immer so inbrünstig an seine Lippen geführt hatte.
Er hatte ihr den ersten Schmerz getan, der aber hatte getroffen, denn der forzierte Schweinskopf kostete fünf Taler preußisch Kurant, was für jene Zeit, in der man sich mit zwei guten Groschen drei Tage lang zu amüſieren vermochte, eine recht erkleckliche Summe war.
Armer Glazel!- Sein Prestige war dahin, und als er am nächsten Morgen wie gewöhnlich den kleinen Fuchs reiten wollte, ließ der Herr Oberst bedauern, daß er schon anderweitig über das Pferd verfügt habe.
Die Nache der Dächse hatte Glazel gestürzt. Von der Stunde an ward er vom Unglück begünstigt.
Käferstein ritt hinfort den kleinen Fuchs, und weil er ein netter Kerl war, gönnten es ihm auch alle.
Erfahrungen.
Wenn nach Stürmen im Gemüt Wieder sanft die Seele flutet, Wenn die Wunden ausgeblutet Und die Schmerzen ausgeglüht- Glücklich, wem dies Los gelungen! Mehr noch, wer es nie erfuhr: Daß der holde Friede nur Mit Verlusten wird errungen.
Junge Schöne, trau're nicht, Legt das Alter feine Falten Auch ins lieblichste Gesicht- Schöne Augen altern nicht. Schöne Augen werden nie erkalten, Werden immer ihren Reiz behalten, Weil aus ihrem sanften Licht
Geist und Seele spricht.


