Ausgabe 
30.1.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Der Weg zum Glück. n- über den Wert wird der Weidenhof gegeben!" rief diese aus und stürzte vor mit

( Fortsegung.

Roman von W. Arell.

( Nachdruck verboten.)

Kittys Vater stand von neuem im Begriff, das Wort zu ergreifen, aber der andere schnitt ihm dasselbe wieder ab.

Es mag Ihnen wohl eine harte Kunde dünken; allein befäßen Sie das Herz, einen Mann, der Ihnen mehr als ein gewöhnlicher Vater sein muß, noch mehr in seinen Ruin hinunterziehen zu wollen? Schauen Sie her, Tom Blackdorn hier steht vor der Alternative, entweder Kitty oder den Weidenhof zu ver­liren. Nähme Kitty Sie zum Manne, so müßte Tom Blackdorn, so sicher wie dreimal drei neun ist, von dem Hofe herunter, der hoch über seinen Wert mit Hypotheken belastet ist. Dies möchte ich, wenn ich es kann, zu hindern suchen. Dazu muß aber Fräulein Kitty unbe­dingt nach Geld heiraten."

Kitty und Stephan hielten, waren jetzt auch ihre Hände getrennt, einander mit den Augen fest. Aus ihrem Blick sprach Verzweif­

schwerlich beliehen sein. Ich werde mit meinen Chefs reden; wir suchen Geld auf gute Hypo­theken anzulegen, und der Weidenhof ist, da­für kenne ich ihn, das beste Wiesengut in England, so groß England ist. Sie werden das Geschäft machen, und für die Zinsen werde ich garantieren, und diese Garantie wird Ihnen genügen, zumal da ich demnächst selbst Besitztitel an der Firma erhalte."

Kitty umflammerte den Arm des Vaters mit beiden Händen und sah ihm in die Augen, während ihr Herz so laut schlug, daß es ihr weh tot. Er blickte wild auf Stephan, als ob sein geschwächter Geist sich plötzlich wieder erholen wollte. Was bedeutet das?" rief er aus. Hast dus gesagt, Stephan? Das Gut braucht nicht verloren zu geben?"

Ja, ich habs gesagt. Und zwar bitte ich) dabei jetzt nicht mehr um Kittys Hand. Ich bitte Sie nur, mir zu erlauben, für alles, was Sie an mir taten, Ihnen auch einmal eine Gefälligkeit tun zu dürfen. Ja, Bauer, Sie sollen die Hundert, oder wieviel ist es, haben

Fabrik zur Verarbeitung von Walfifchen in Norwegen. Photographische Aufnahme.)

lung. Es war ihre Pflicht, koste es, was es wolle, das Gut zu erhalten das konnte selbst ihre Liebe nicht leugnen. Gleichwohl war es ein hartes Schicksal, diese gerade in dem Augenblick, da sie ihr Herz verschenkt, fennen zu lernen. Wäre nur Stephan nie zurückgekommen, dann wäre es ihr leichter geworden, auf ihre Mädchenträume zu ver­zichten und zum Gatten jedweden anzuneh­men, der sie kaufte, aber so!

Stephan las klar und deutlich in ihrer Seele und er hielt wacker ihren Blick aus. Eine Hypothek!" sagte er. Das ist ja mein Fach in Millport, von dem ich auch etwas verstehe. Es ist alles in Ordnung, wenn der Zins gezahlt wird. Was ist fällig?"

Ein paar hundert Pfund," sagte Black dorn grämlich. Ein paar hundert Pfund- und ich kann sie ebensowenig auftreiben

mie

ein.

,, Aber ich kann es," fiel Stephan eifrig Das habe ich mir zurückgelegt und mehr als das und wenn es Tausende wären, gehörte Ihnen, was mein ist. Und

mit der ersten Post, die aus Millport zurück­kommt und den Rest sollen meine Leute ein­renken. Das wird für sie zum mindesten cn ebenso gutes Geschäft sein, als für Sie hier! zu danken haben Sie also nicht mit einem einzigen Wort."

Jetzt kam die Reihe zu erbleichen an Marrell. Was! Der Bursche, der ohne einen Heller aus seiner Heimat gezogen, kam zurück und sprach von der Ablösung der Schulden des Weidenhofs wie von einer Bagatelle! Allein er konnte an Stephans Reellität nicht zweifeln. Die Tunlichkeit seines Planes durchschaute er nur zu klar und er schalt sich selbst einen Narren, in seiner Uebersichtlichkeit so unüberlegt seine eigenen Pläne aufgedeckt zu haben. Und dann hatte er inzwischen auch Kitty nicht aus den Augen verloren, und Eifersucht gährte auf in feiner Seele.

Zu spät zu spät," fiel er ein mit der Kraft seiner ganzen verhaltenen Leidenschaft­lichkeit. Zu spät! Tom Blackdorn hat sein Wort gegeben!" Aber Kitty Blackdorn hat ihr Wort nicht

|

sprühenden Augen, und Kitty Blackdorn wird dies nie tun! Keine Angst! Ich werde meinen Vater nicht verlassen! Aber wenn ich einmal verkauft werden soll, kann ich mir hoffentlich noch den Käufer aussuchen. Ich kenne den einen wer der andere ist, weiß ich nicht; ist mir auch gleich, ich nehme den, dessen Ge­bot ich selber gehört; ich nehme Stephan! Ich nehme ihn um das Land und das Geld. aber er weiß, daß ich auch noch andere Gründe habe, um die ich die Seine werden will."

Es ist ein seltsam Ding, ein Reh sich zur Wehre setzen zu sehen. Selbst Stephan, der sie doch kannte, fuhr wie erschrocken zurüd Bauer Blackdorn nahm den Hut ab und wischte sich die Stirn.

,, Henoch," sagte er, Sie sehen, es kann nicht sein. Ich kann sie nicht zwingen. Ich vermochte es nimmer zu fassen, daß das Schicksal einen Blackdorn von seinem Land trennen könnte. Und wenn auch ein Harlow eigentlich für ein Blackdornsches Mädchen keine Bartie ist so bin ich im Grunde doch stolz duf den Menschen, den ich zu einem Manne gemacht und ich kann dem Mädchen, desset Mutter auch ich einst nur aus Liebe genom men, nicht zürnen. Sie haben es gut ge. meint, Henoch. Aber ich gab Ihnen, Sie wissen es, auch nur ein halbes Wort und das muß ich zurückziehen. Ich wußte nicht, daß sie vor mir das ihre verpfändet. nun, Stephan, mein Sohn, gib mir deine Hand! Bis wann kannst du aus Millport Antwort haben? Mein Gott, welch ein Glück. den Kopf wieder oben tragen zu dürfen!"

Und

Er stand barhaupt da und blickte über das geliebte Land, das er wieder ausgelöst wähnte. Stephan stand im Anblick Kittys und Kitty in ihre Gedanken versunken da. Sons: hätten sie ein böses Bild sehen können Ausbruch wilden Hasses und bitteren In­grimmes auf einem verzerrten Gesichte.

den

Der Abfall war für Marrell hart, schmerz. lich hart. Wie hart, weiß der Leser noch nicht Allein er war ein starrer Mann. Mit über. menschlicher Kraft beherrschte er sich und mit Gewalt biß er seine Lippen zusammen, wie er vortrat, Stephans Hand nahm und sagte: ,, Nun, dann fann ich nur Glüd

wünschen."

II.

Bauer Blackdorn war nicht ein Mann, der aus der Schule schwazte; und überdies hatte Marrell die spezielle und natürliche Bitte an ihn gestellt, daß die Geschichte seiner unglüd. lichen Werbung ein Geheimnis zwischen den Beteiligten bleiben sollte, und diese Rücksicht glaubte er dem gekränkten Nachbar zum min. desten schuldig zu sein. Was immer aber Kitty glaubte und wußte, behielt sie bei sich. Denn sie war eine Dame bis ins Innerste und nicht das Mädchen, Aergernis zwischen Nachbarn und Freunden zu stiften. Und Stephan, der sonst wohl geschäftlich für auf. geweckt galt, ließ es sich, wie gesagt, nicht im Traume einfallen, daß der alte" Marrell sein Rivale gewesen sein könnte.

Stephan Harlow war ein glücklicher Mann. Für alle die Mühen seines Lebens schien ihm in Kitty reicher Lohn zu Teil ge worden. Zudem tat es ihm wohl, zu sehen, wie Blackdorns Rücken wieder grader zu wer. den anfing, wie seine Augen heller wurden. wie felme Stimme heiterer flang, kurz wie er. wenn ihm auch ein Rest von Hinfälligkeit blieb, wieder aufzuleben schien. Wo ihn Hoffnung jetzt wieder beseelte, konnte man sehen, worin die charakteristischen Ursachen

feines Serfalle natürlich wur

alle zum Best jeinen Lasten den einfach an Stephan bef ohne Zweife

unpersönliche rerpflichtet lebt, und bor joll. Ueberbi rell fein groß

Stephan nu Grundeigentu Denn ein Schlag hätte e als Mißheirat Vair nicht se hejeffen.

Und diese ſequent find nicht um ein er felbst ein

ichloffen; fei nicht vom

Bondoner G gendwo an d iaß. Zudem geschlossen, d rührig, doch Dem damals

dem noch be brachten, der

ehlgeschlage Dritten an ein Wort a awei harte ander gerat

Bladdorns einander des alten G dorn oftmo Richard in

verloren und wußten, wa

wohin

a

Alles do gende Muße Mit der Runchester hielt er je

einem zu

Dann fam

hn aufford

sollten, näb fand Steph Karten und

zusammenzu er frei behi

Dieser Rand des S Wunder ih und Freude ihm, Steph

jeher gern

jest innig I

daß aus de

ichmiedes e

Ware Did,

wie Stepha

Gines Ueberraschu

über auf de tun gehabt

noch ein

Sie schritte

hinunter de führt, als

etwas zeigt

ich jemals Deutsch

lerne."

Unsere Männer sollen nor­

lacht. Stille Wasser sind tief, trösten müssen." Edwin und Heinz geben wortlos Händedücke. lassen habt ihrs euch nicht, Ambjör habe ich oft mit unsern einander gesagt: Die gefallen uns! Wars euch auch so?" Wissen müßt ihrs. Gleich haben wir Zwillinge zu So gewiß, wie's fam mit der Förlofning!" Symöne Merken

seine Freude an dem Ereignis. lobten von Spißbergen". Sein Gesicht strahlt, er hat selber tän mit lautſchallender Stimme das Hoch aus auf die Ver­Gesellschaft ist auf dem Boden gelagert, da bringt der Kapi­Morgenfrüh auf Spißbergen eingenommen wird, die ganze Als das Frühstück von Bord herüber geschafft, in der

wegisch reden!" beſtimmt Ambjör.

Stück Glückskohle" bei sich. gegenstände" bei der Entlassung aus der Haft wieder zugestellt und oft bemühen sie sich, auszubedingen, daß ihnen diese Wert­scharfsinnigsten Nachstellungen entgehen zu können. der Gefahr glauben, trennen sie sich davon auch nur sehr ungern Raubgesellen an den Schutz durch solche Dinge in der Stunde Glückssteine und Ringe nebst verrosteten Hufnägeln. So wie die findet man auch bei der Visitation von Dieben ein Stück Kreide, verschiedener Gerichte führt der professionelle Einbrecher oft ein Macht von Zaubermitteln und Amuleten. Nach den Erfahrungen tiefeingewurzelten Glauben an Talismane und die schützende Verbrecheraberglaube. Verbrecher klammern sich oft an einen Mit dieser glaubt er auch den Zuweilen

werden.

schwirrten, wie die Motten...

mmmen

62 Uhr hier Senats bewirt

dem Petersta

Dampfers erfo dierende Gen b. Bock und Bo den Truppen. Börmann" unt Mannschaften Hafen.

Die C laffen fich an no buf ist gegen Seiten und ebe Deutschen Herr

Durch herborger des Khanfluffes

Habicht" hofft ftellen zu fönne riden. Viellei leutnants b. S

einige Beit geb 3. Februar in

transport angel

Urteil für die ten und mit 2

das Fehlen der die Eingeborene

den Januar

1904.

terhaltungs- Beilage

Familienzeitung.

ber

eueste Nachrichten.

b. Roller'fe udbruderet( gegr. 179); antem: 1bin letz

n Marie Bernhard.

Beuge.

pro­

wes­ages,

nder"

m die

) t gut

ideln,

Vor­

den

t Be=

Gui­

ie bei

meln,

oder

uscht,

i die­

enten.

Him­

idver=

entreft,

Umut

ehend

lizzen

wie

r fur

zu

ver= 1 an=

Segas

inner n sich

Ge=

Wirtin spielen! um sich Tokio anzusehen ganz aus den Augen verlor, wollte sie schon die gastfreie aber ehe ihr Gatte nach Yokohama herüberfuhr, wo sie ihn kommenden Tag über bei sich im Hause beherbergen zu sollen, es war verabredet worden, daß Hilda noch bleiben sollte, danke, diese gefährliche Schönheit noch die Nacht und den war ihr durchaus nicht gemütlich,

Hüte, den Frauen auf Haar und Gewand stimmiges Lachen gab's, ein Girren, wie von zahllosen auf­zu tausenden die Kirschblüten herab, den Männern auf die geschreckten Tauben, und Hilda, die ganz weiß überschneit ein vielhundert­

Wind blies leicht die Kronen der Bäume an, während unten die Dunkelheit rasch zunahm. Ein frischer senkten sich herab, der Himmel blieb eigentümlich hell, Unterdessen war es spät geworden, weiche Abendschatten da taumelten

( Nachdruck verboten.)]

aus. Du hast doch etwas Zeit für mich?" Tokio unter Gottes freiem Himmel oder in einer Teebude gekommen und schläft vermutlich seinen Sake- Rausch in hat mich im Stich gelassen, er ist einfach gar nicht nach Hauſe Eintreten scheint dich erschreckt zu haben, aber mein Hot- sumi Worten zu dem Senior ins Zimmer trat, ,, Verzeih', daß ich mich nicht melden ließ, mein rasches Locken um die Stirn gewellt, in seines Vaters Wohnzimmer. Zigarrette im Munde, die reichen blonden Haare in feuchten und trat nun in einem dünnen, hellseidenen Hausrock, die ein Bad bereiten lassen, ein leichtes Souper zu sich genommen hate sich nach der Heimkehr von Tokio, gleich seinem Vater, Uhr auf dem Kamin die zehnte Abendstunde. Norden junior Es war Hellmut, der nach leichtem Klopfen, mit diesen gerade schlug die

Die habe ich immer, du weißt es ja! Setz dich doch, Hell­

ganz mit Frühlingsblüten überſchüttet. ,, Du bist doch noch auf, lieber Vater?" wer zu ihr gesprochen hatte, und sie lächelte und ging weiter, es fast dunkel war und sie sich nicht umwandte, wußte sie doch, ,, Nicht! Lassen Sie! Das gehört zu Ihnen!" Und obschon Stimme dicht an ihrem Ohr, leise und leidenschaftlich bittend: fühlte auf einmal ihre Hand sanft festgehalten und eine dastand und die hellen Flocken von sich abschütteln wollte,

mut!"

Wochen hierher nach Yokohama gekommen ist?" du liebst du liebst" strengung heraus dies fremde Mädchen, das vor einigen genau ich sie kenne, sie und dein ganzes Wesen! Nicht wahr, nicht! Du vergißt, welch beredte Augen du hast und wie " Ich glaube zu wissen, Hellmut, und daher frage ich dich die Worte kamen offenbar mit An­

schwer. Schaukelstuhl empor. Stimme dazwischen. Wieder tiefe Stille sinken und richtete sich mit erstauntem Gesicht in seinem ausgeübt hat, so hat das seinen ganz besonderen Grund!" ,, Und du fragst mich nicht?" kam endlich Hellmuts Wenn das Fest diesmal einen eigenen Zauber auf mich Jugend!" sagte Hellmut mit etwas unsicherer Stimme. So dachte ich auch vor einem Jahr, troß meiner Er ließ die Hand mit der Zigarrette der ältere Mann atmete laut und

anders! wir hier bereits erlebt!" meinen Augen durch nichts von den zwölf Vorgängern, die spiels immer noch Vergnügen, in meinen Jahren ist das Jugend macht die häufige Wiederholung desselben Schau­Dies Frühlingsfest in Uyeno unterschied sich in ,, Hm! Das hängt von der Auffassung ab! Bei deiner

Hellmut endlich an. herabhing, hören konnte. Ein animierter Tag heute!" fing des vielarmigen Kronleuchters, der von der Zimmerdecke daß man das leise Sausen der Flammen in den Glaskelchen Kaminwand und sah zu Boden. Es war so still im Zimmer, seiner Zigarrette. Der Vater lehnte mit dem Rücken an der Schaukelstuhl gleiten und tat ein paar heftige Züge aus ,, Danke!" Der Sohn ließ sich in einen niedrigen, tiefen