Ausgabe 
30.1.1904 Zweites Blatt
 
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Der Sohn hörte den gequälten Ton in der wohlbekann­ten Stimme, die für ihn nur immer gütige, zärtliche Laute gefunden hatte, sofort heraus, und sein Herz wurde warm von Mitgefühl bei dem Gedanken, wie weh es seinem stolzen Vater tun mußte, in seines Sohnes Leben fortan nicht mehr die erste Rolle zu spielen. Höre mich geduldig an, ich werde mich furz fassen!" Er warf hastig die Zigarrette beiseite und ergriff mit seinen beiden Händen die kalte, schlaff nieder­hängende Rechte seines Vaters. Es ist nicht die bestrickende äußere Form, die mich geblendt hat, du kannst es mir auf mein Wort glauben! Wäre das gewesen, ich würde in der ersten Stunde schon kopflos verliebt gewesen sein; dies aber war nicht der Fall! Ich fand das Mädchen schön... und wie wäre dies anders möglich?... aber ich sah sie an wie ein prachtvolles Kunstwerk, eine vollendete Statue, und das blieb, selbst als ich entdeckte, daß sie viel Verstand besaß und be­deutende Urteilskraft für ein so junges Mädchen. Sie er­schien mir zu fühl, zu reif für ihre Jahre, zu abgeschlossen in ihren Ansichten, ich dachte, sie habe wenig Herz, da auch ihr Verhältnis zu ihrem Bruder, dem einzigen Wesen, das ihr in der weiten Welt wirklich nahe steht, ein wenig vertieftes und innerliches zu sein scheint. Dies alles verstimmte mich, zog mich nicht näher zu ihr hin, ich war es zufrieden, bei unseren gemeinsamen Mahlzeiten in das schöne Gesicht zu sehen und ihre gewandte Unterhaltung, ihre intelligenten Be­merkungen zu verfolgen. Da hörte ich sie durch Zufall einmal singen, du hast sie nie singen gehört, nicht wahr?"

Der Senior schüttelte den Kopf. Und wenn selbst... du weißt es, Hellmut, ich bin nicht musikalisch!"

,, Ach, daß du es nicht bist! Wärest du es, du müßteſt den Zauber begreifen, der der nein, ich kann es nicht schildern, kann darüber nicht reden, selbst zu dir nicht! Es ist eben unsagbar! Mein Herz ist voll! Wer kann Töne schildern, wer kann es beschreiben, wie die Seele plößlich aŋ­gefaßt wird, wie von weichen, unwiderstehlichen Händen, wie sie sich weitet und dehnt in unnennbarem Entzücken, wie es hinüberzieht mit geheimnisvoller Kraft zu jener an­dern Seele, von der wir plößlich fühlen, nein, wissen: das ist die eine, die dir gehört, die hast du unbewußt gesucht seit Jahren schon, die hält dein ganzes irdisches Glück umschlos­sen! Nie, noch nie hab' ich ähnlich empfunden! Bisher waren's leichte Tändeleien, flüchtige Phantasien; jetzt ist die Liebe da!"

Hellmuts Stimme zitterte, er bog sich vor und sah ſeinem Vater gespannt ins Gesicht.

" Hast du nichts zu mir zu sagen, lieber Vater? Du glaubst doch nicht, nein, du kannst nicht denken, ich hätte dich jetzt weniger lieb als bisher, es könnte sich irgend etwas in unserem Verhältnis zu einander ändern? Wie sollte das sein? Träume dich zurück in die Zeit, als du meine schöne Mutter lieben lerntest, war dir nicht reich zu Mut, uner­meßlich reich, hattest du nicht das Gefühl, dein Herz habe Schätze zu vergeben, die sich nie erschöpfen könnten, und wur­den deine Liebsten und Nächsten dir in deinem Glück nicht um so teurer? Welch ein Gemüt müßte ich haben, um jemals deine schrankenlose Güte, deine aufopfernde väterliche Liebe zu vergessen! Nicht wahr, wir beide sind einander sicher?"

" Ich hoffe es, mein Sohn, ich hoffe es! Nein, sieh nicht so enttäuscht aus! Ich besitze die reichere Erfahrung von uns beiden; du mußt es mir zugeben, und ich weiß es: die Liebe ist die gewaltigste Empfindung im Leben, nicht umsonst heißt es von ihr, sie könne Berge versezen. Würde an dich die Frage gerichtet: Entweder dein Vater oder dieses Mädchen...

Aber warum mit Unmöglichkeiten rechnen?" fiel der Sohn ihm hastig ins Wort. Welchen Sinn hätte dies? Ebenso undenkbar, wie die Idee, die neulich, am Tage der Ankunft des Ermshagenschen Geschwisterpaares, flüchtig in inir auftauchte, anläßlich jener traurigen Geschichte, die mein alter Hendrichs mir schrieb; es handelte sich um eine Täuschung, die mehr als ein Menschenalter vorgehalten hatte, um den jähen Verrat eines unerschütterlichen Vertrauens, das die nächsten, liebsten Menschen unter einander verbunden hatte. Damals sagte ich, das könnte ich nie verwinden,- ich setzte den unerhörten Fall, du oder ich könnten einer in des­andern Augen Jahrzehnte lang in falschem Licht dagestanden haben, du erinnerst dich vielleicht nicht mehr-"

Doch, doch! Ich erinnere mich!"

Hellmut hatte sehr rasch und lebhaft gesprochen und es nicht beachtet, daß sein Vater mehrmals versucht hatte, ihn zu

unterbrechen. Nun also! Dies ist genau derselbe völlig undenkbare Fall! Nein, nein, Vater! Ich mache dir keine Beteuerungen mehr- du mußt mich gut genug fennen, um mir hier voll zu vertrauen, wie ich dir jederzeit blindlings ver­traut, stets mit hingebender Ehrfurcht und Liebe zu dir auf­gesehen habe. Ich sage einfach: warte es ab!- Du siehst immer noch nicht freudig aus, ich hoffte doch, nachdem die erste Ueberraschung überwunden, du würdest glücklich sein über mein Geständnis! Scheint Hilda dir zu kalt, zu ruhig für mich? Ach, Vater, lerne sie kennen, sie ist beides nicht, ich schwöre es dir, ich habe es heute gesehen, heute, unter den Blütenbäumen zu Uyeno. Ein wahres Frühlingsfest für uns beide. " Fortsetzung folgt.)

Auf Spikbergen.

Skizze von E. Vely.

( Nachdruck verboten.)

In der Tat, damals war's. Auf dem Salondampfer Willkomm", der die Teilnehmer der Nordlandfahrt_elb­abwärts führte, um sie an Bord der Auguste Viktoria" zu bringen, haben sie sich zuerst, freudig überrascht, die Hände geschüttelt: der Legationsrat v. Bruckner und der Ober­leutnant Randolf.

Das ist aber prächtig!" Ja, reisen führt Land und Leute zusammen auch alte Freunde aus Berlin und Stuttgart!

Der ein braun, der andere blond, beide ſtattlich, unge­mein schneidig in ihrer einfachen und bordsmäßig richtigen Reisekleidung. Und von da an sind sie immer zusammen gewesen, haben durch eine vom Obersteward vermittelte Schiebung die Kammer gemeinsam erhalten, neben einander gesessen bei den Mahlzeiten, die Ausflüge an Land rustig ausschreitend gemacht, wo andere fuhren, die Eindrücke ſich mitgeteilt oder überwältigt, Seite au Seite, bewundernd geschwiegen. Und die Frauen und Mägdelein, die Reise­genossinnen, haben sie sich kritisch angeschaut.

" Ob was fürs Herz dabei ist?" hat Edwin Randolf ein wenig selbstgefällig geschmunzelt. Du, es ſoll vorkom­men, daß beiderseitig, ich meine, vom schönen wie ſtarken Geschlecht, diese Art von Reisen jetzt angetreten werden, um verlobt nach Hause zu kommen!" Als ob unſereins, und der Oberleutnant seufzt, nicht dazu sonst Gelegenheit hätte! Man hat ja seit ein paar Jahren nichts anderes zu tun gehabt, als sich zu salvieren!"

Na, Sohn am Ende wäre es schon für jeden von uns Zeit geweſen - Die Freiheit aufzugeben. Guck mal herum bei deinen so und so vielen Kollegen im Auswärtigen-

Finde, daß sie es meistens sehr behaglich haben. Nette, frische, repräsentierende Frauen. Unsere Gesellschaften sind wirklich chik! Fröhliche Kinder, ein Heim! Nicht ewig die Kneipe. Ja, einmal," und Heinz v. Bruckner stößt einen Seufzer aus, muß man sich doch in die Lage bringen, sich bei den Kollegen für all die winterlichen Feten zu ent­schädigen!" Der Leutnant sieht ihm lachend in das ängst­liche Gesicht. Auch ein Motiv! Aber neu, ganz neu!"

Bis man in Odde landet, sind sie zu dem Resultat ge­kommen, daß ganz hübsche Frauen da, Schönheiten aber fehlen, daß einige unpassend elegante Toiletten machen und manche mit der Geschmacklosigkeit ein Bündnis geschlossen zu haben scheinen. Ein paar Backfischlein trippeln neben Vater und Mutter her, sehr reizlos. Einige Amerikanerinnen des Südens werden von sehr steifen Gesponsen in den Deck­stühlen bewacht, sprechen ein undeutliches Englisch und auch fein gutes Französisch, und ihre Glutaugen sind zwar schön, aber viel Verstand haben sie nicht. Zwei laute Newyorker junge Ladies stürzen sich auf den Rollblutprinzen und einen österreichischen Grafen. Sie sind sehr lustig. Edwin und Heinz bekommen aber nur die Neste der Geselligkeitsbestre­bungen, sie werden in Gnaden zum Rundlauf auf Deck zu­gelassen, wenn die erklärten Flirtobjekte nicht oben sind. Diese zweite Rolle gefällt ihnen nicht. Sie geben Miß Sa­vine aus Boston recht, die überzeugend den Kopf hebt und erklärt: Das sind amerikanische Girls, Mädchen,- keine Damen!"

In Molde begeben sich neue Mitreisende an Bord des schönen Dampfers. Die beiden Freunde stehen dabei, als Herr Olafsen mit seinen Töchtern den Kapitän begrüßt, und den bitten sie, den jungen Damen vorgestellt zu werden, und nennen dem Herrn ihren Namen. Wir heißen Symöne

und Ambjör!" sagt die eine in gutem Deutsch.- Und wir sind Zwillinge!" setzt die andere hinzu.

Herr Olafsen lächeld wohlgefällig, er hat ein rotes Ge­ſicht, ein starkes Bäuchlein und versichert: Ich verstehe kein Deutsch.

"

,, Erlauben Sie, wie unterscheidet Sie denn Ihr Herr Water, Fröken Symöne und Fröken Ambjör?" fragt der gemütliche Süddeutsche, während Herr v. Bruckner sich er­zählen läßt, daß die Olafsens schon eine Orientreise mit demselben Schiff machten und daß Herr Ole Olafsen der erſte Fabrikbeſitzer Norwegens ist. Der Legationsrat denkt an Sicherheitständelſticks, und Fräulein Symöne sagt: Sehen Sie uns einmal genau in die Augen: ich habe braune, meine Schwester blaue."

Aha! Gnädiges Fräulein erlauben. Er schnellt von der einen zur andern. Das ist entzückend! Das ist vor­sichtig von der Natur! Ganz besonders mit Rücksicht auf die zukünftigen Herren Gemahle!" ,,," sagt Ambjör, die sollen unsere Herzen kennen, mein Herr! Die sollen Freilich! Frei­gar nicht im Zweifel sein können! lich!"

Der Legationsrat prüft kalten Blickes, während Ran­dolf all seine Liebenswürdigkeit entfaltet. Dann kommt der Diplomat zu seinem Resultat: Stattliche Gestalten, feines, reiches Blondhaar, frische Gesichter aber du, Sohn, furchtbar robuſt. Jüße, unter die sie eine deutsche Grafschaft treten können, Hände, für die es gar keine an­ständige Handschuhnummer mehr gibt. Die Nöte auf den Gesichtern macht keine Abendbeleuchtung blasser; überhaupt, bei der schlanken Tendenz heute, überall zu kräftig und voll, was der Eleganz schadet."

Aber nette Mädel! Mal etwas anderes als Lotte und Lene! Wie hübsch und einfach sie das vorbrachte: wir hei ßen Symöne und Ambjör! Ich glaube, es iſt norwegische Fashion, wie die Miß Hollodays sagen, die Vornamen junger Mädchen zu nennen. Ich habe Lust, mit Hilfe dieser Nord­" In der landstöchter Land und Leute zu ſtudieren." Notflüchtet man zu Symöne und Ambjör." Und sie lachen, und abends im Rauchzimmer, als Herr Olafsen sich nicht weit von ihnen über schwedischen Bunsch neigt, fragt Heinz den Freund: Sollen wir ausknobeln, wer Ambjör Ritterdienste tut und-na, wie hieß doch

"

"

Symöne weih' ich meine Treue an Bord," lacht Edwin. " Wohlverstanden, über Bord nicht hinaus. Sie ist die Braunäugige! Ich bitte, erst jedesmal Musterung zu hal­

ten."

Nein, über Bord nicht hinaus. Für dich wie mich könnte ſonſt nichts in Frage kommen, ſelbſt Millionen von Tändelſticks nicht zu nordische Atmosphäre um die beiden schmucken Kleinen."

"

Im Tal von Ransdal, wo die mächtigen Trolltinderne, die Herenzinnen, ragen, fährt Herr Olafsen mit seinen Töch­tern an den Wanderern vorbei, Horgheim zu. Sie schwen­fen ihre Müßen. Halloh! halloh!" Und die Mädchen biegen die frischen Gesichter vor und schmettern ihnen den Anfang eines norwegischen Liedes zu. Leben iſt drin!" sagt Bruckner, habe das bei Leuten aus dem Nebelland gar nicht vermutet. In Drontheim, im Dom, als die Orgel spielt, stehen Symöne und Ambjör an einem Pfeiler. " Sie passen in das Steingerank," meint Randolf. So können die Königstöchter mit ihren goldenen Haaren aus­gesehen haben, zur Zeit, als man hier den Grundstein einst legte." Sie bleiben aber bei einem Grab auf dem kleinen Kirchhof ſtehen, um nicht den Damen das Geleit zum Wagen geben zu müssen, in dem der Fabrikant ein Schläfchen hält. An Bord nicht an Land!" blinzelt der blonde Leut­nant.

In Tromsoe strömt alles nach dem Lappenlande, die beiden Mädchen suchen das Museum auf. So viel wir können, müſſen wir uns über unser Vaterland zu orientieren suchen," sagt die blauäugige Ambjör später an Bord. Symöne ſieht und wir den Süddeutschen an: Es ist so schön, so herrlic müssen uns schämen, es später kennen zu lernen, als die Fremde. Vater wollte es anders er gab uns aber nach." ,, Wie immer!" ergänzte Olafsen. In den beiden steckt Wille und Bewußtsein!" gibt der Legationsrat zu.

Als das gewaltige Schiff mit seinen drei Schornsteinen in den Hafen von Hammerfeſt einfährt, stolz und feierlich, stehen die vier Menschen neben einander an der Bordwand. Die ganze Bevölkerung der Stadt ist draußen, das impo­ſante Schauſpiel anzusehen aber kein Nuf, kein grüßendes Winken, alles still.

Nordische Art!" sagt Symöne. Sie demonstrieren nicht; sie haben es in sich."" Oder sind teilnahms­los," meint Bruckner. Kein Schnitter und kein ausschrei­tendes Mädchen sah sich in Romsdal nach der Wagenkara­wane um!" Ambjör streicht die blonden, sich lösenden Haare zurück.

,, Sie müssen denken, der lange Winter macht die Men­schen wortfarg, der Wind und das Wasser brausen wohl ihnen das Wort von den Lippen. Staunen liegt nicht in der Natur des Nordmannes. Er kennt einen Wagen, es ist ihm nun gleich, ob viele vorüberrollen. Leute kommen und gehen, ſein Vaterland anzusehen, das ist lange schon so. Warum soll er seine Arbeit oder seinen Gang unter­brechen?"

" Imponiert mir! Ueberhaupt, mir imponiert hier man­ches!" gibt Randolf zu. Und als die Kameraden dann den Zickzackweg vom Nordkap hinabschreiten, rasch, ehe andere mit Fragen und Ausrufungen sie einholen, bemerkt der Ber­liner: Sonderbar, ich finde, die beiden Mädchen haben sich verhübscht! Wie sie da herauf kamen vorhin, leicht schrei­tend und fest und zielbewußt!- Die fassen einmal das Leben recht an. Ernst, wenn's ſein muß, und fröhlich, wenn's sein kann. Ich glaube, die Eigenschaften, die man so an ihnen wahrnimmt, wiegen die unserer modernen groß­städtischen Schönen auf."

,, Und wenn wir Lebewohl sagen, wird's uns schwer an­kommen. So behaglich läßt sich's mit ihnen plaudern, so absichtslos!"

Das ist es von beiden Seiten das ist es! Denn die"

,, Ach nein, die denken ebenso wenig an deutsche Männer, wie Vater Olafsen an die deutsche Sprache."- Ja, darum sieh darum- Wie ein Seufzer kommt es über die Lippen des Oberleutnants, er macht beinahe einen Fehl­tritt, ein Steinchen gleitet hinunter, das er ins Rollen brachte.

Ein scharfer Wind bläst, die Barkassen haben es schwer, an die Schiffstreppe zu gelangen, es beginnt zu regnen. Die Freunde sehen geborgen zu, wie mühsam es die Nach­kommenden haben. Sehr ängstliche Gesichter und erschreckte Ausrufe da unten. Nur die Nordländerinnen, von dem Blondhaar umflattert, bleiben gelassen.

Willkommen zu Hause," sagt Bruckner, es sah nur nicht gefährlich aus; es iſt eine Lage, in der unser Kom­mandant ernstlich erwogen, ob er das Schiff nicht hinaus zu führen hätte auf offene See, um es vor der Felsennähe zu schützen. Wie leicht Sie gehörten zu den letzten hätten Sie da am Strande bleiben müssen, bis zur Morgen­frühe." Ein Reisezufall, auf den man gefaßt sein muß," entgegnet Symöne. Wir sind nur bis auf die Haut durch­näßt. Einige Damen weinten; selbst die Herren gehörten nicht alle zu den Unerschrockensten!"" Wir sind Nord­landsmädchen, lächelt Ambjör, und dann verschwinden die Schwestern in dem Gang nach ihrer Kammer. Der Ober­leutnant sieht den Legationsrat an; sie haben einen bewun­dernden Ausdruck, und sie nicken, wie im Einverständnis. Und immer besser verstehen sie sich ohne Worte an dem fol­genden Tage, wo steifer Nebel ist, und die Menschen un­mutig sind und furchtsam. Herr Olafsen raucht eine starke Zigarre nach der andern, die Töchter behalten ihre freund­lich hellen Gesichter, ob die Sirene im Zeitraum von fünf Sekunden ertönt, ob man die Hand kaum vor Augen sieht, ob ungeduldige Reisende erklären, man komme überhaupt nicht zum Ziel. Sobald das Wetter aufklärt, werden wir die Küste von Spißbergen sehen," berichtet Symöne nach einem Anschlag des Kapitäns. Und Herr v. Bruckner macht ihr ein tiefes Kompliment. Fröken, ich bewundere Sie!" ,, Dank, lieber Freund!" Er hat schon so viel Norwegisch gelernt, um sich das: Dank, lieber Freund! zu übersetzen. Die Aeußerung, die einer deutschen jungen Dame nicht ge­standen hätte, findet er hier so natürlich. Und Edwin Ran­dolf klappt die Hacken zusammen: Meine Damen, Sie sind ein paar ausgezeichnete Kameraden!"

Und das Wetter klärt auf, und in die Adventsbai gleitet die Auguste Viktoria". Tiefes Schweigen, starre Felsen, Gletscher, grünblau sich auf den Wasserspiegel senkend, nur dann und wann der Flügelschlag einer Lumme, und die helle, heiß brennende Sonne über der Küste da drüben, wo sich das Touristenhaus erhebt, Zelte aufgeschlagen sind, Boote von Renntierjägern und Walfischfängern liegen wo man zwei Kreuze über Steinhaufen sieht Hügel, unter denen die Schiffbrüchigen der Elsa" ruhen. Vis der Anker