Ausgabe 
30.1.1904 Zweites Blatt
 
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[ Unverhoffte Wirkung.] Ein Einwohner des Ortes Freudenberg bei Siegen im Rheinland, der Invalidenrente bezog, litt an einem hartnäckigen Magenübel, das die ärzt­liche Kunst nicht zu beseitigen vermochte. Er geriet in die Hände eines Kurpfuschers und ließ sich von diesem verleiten, eine Danksagung in die Zeitungen zu setzen, worin er er­klärte, daß er durch die Behandlung des Heilkünstlers in wenigen Tagen von seinem Leiden befreit worden wäre. Diese Danksagung kam zur Kenntnis der Behörde, und dem Geheilten" wurde jezt amtlich mitgeteilt, daß ihm die In­balidenrente entzogen sei, da er nach seiner eigenen Angabe völlig gesund wäre!

[ Die japanische Handelsflotte. Die japanische Zeitung Tokio Keizai macht interessante Angaben über Japans Handelsflotte. Während die japanische Handelsflotte 1892 an dreizehnter Stelle stand, hatte sie im Jahre 1902 mit 934 000 Registertons bereits den achten Platz erobert und ist seitdem noch immer im Vordringen begriffen. Der rasche Aufschwung hat nur die für die nationale Empfindlichkeit der Japaner etwas schmerzliche Folge gehabt, daß sich nicht genug einheimische Kräfte finden wollten, die imstande ge­wesen wären, für alle die neuen unter der Flagge der auf­gehenden Sonne fahrenden Prachtdampfer die nötigen Kapitäne und Offiziere abzugeben. Unter den 293 Offizieren der verschiedenen überseeischen Linien befinden sich daher zur Zeit noch 109 Ausländer. Von den 27 Kapitänen sind so­gar nur 5 und von den 27 Obermaschinisten nur 6 Japaner. Aber je weiter man in der Liste nach unten kommt, desto seltener werden die Ausländer, und in einigen Jahren wer den sie jedenfalls fast ganz verschwunden sein. Alsdann wird Japan auch in dieser Beziehung auf eigenen Füßen stehen.

[ Kostbare Schlittschuhe.] Rußland ist dasjenige Land wo stets der größte Lurus in Schlittschuhen getrieben wurde. Schlittschuhe aus Gold und Silber, die durchschnittlich 200C Mark kosten, sind dort nichts Ungewöhnliches. Viele vor­nehme Schlittschuhläufer, die mit dieser Extravaganz nicht zufrieden sind, lassen ihre Schlittschuhe mit kostbaren Steinen besezen. Die Fürstin Romanzoff, welche vor etwa 20 bis 30 Jahren am russischen Kaiserhofe eine große Rolle spielte, besaß ein Paar goldene Schlittschuhe, die mit Hunderten von kleinen Diamanten besetzt waren und 70 000 Mart kosteten. Ein anderes Paar Schlittschuhe, das einem Mit gliede der russischen Kaiserfamilie gehörte, war weit kost­barer. Auf jedem der Schuhe war nämlich das kaiserliche Wappen in Diamanten, Rubinen und Saphiren angebracht. Der Preis dieser Schuhe wurde auf 100 000 Rubel geschätzt. Noch kostbarer aber sollen die Schlittschuhe sein, die die Battin eines bekannten russischen Diplomaten an ihren zier­lichen Füßen trägt, welche einen Wert von etwa einer Viertel­million Mark repräsentieren.

[ Amerikanische Treibjagden.] Aus Oregon wird ge­meldet, bei einem Hasentreiben, bei dem 700 Personen, Männer, Frauen und Kinder, teilnahmen, seien 10 000 Hasen in die Hürde, das Corral, getrieben und getötet wor­den. Solche Riesentreibjagden sind im fernen Westen nicht jelten. Nach der Ernte erläßt irgend ein Großgrundbesitzer eine Einladung an seine Nachbarn, die dann zu Hunderten, ja, zu Tausenden in ihren leichten Einspännern ankommen. In einem viele Kilometer langen Halbkreise wird aufge­fahren, Marschälle ordnen den Zug, Leutnants geben die Signale. Wie der Zug der Wagen sich in Bewegung setzt, springen vereinzelt die Hasen auf, bald sind es Dußende, dann Hunderte. Allmählich biegen die Hörner des Halb­mondes ein, nach der aufgeschlagenen Hürde zu. Die Hasen scheinen ihre Wildheit zu verlieren; sie schießen nicht mehr über die Ebene dahin, sondern hüpfen nur wenige Fuß, legen sich nieder und bewegen sich dann weiter. Immer dichter wird die Masse, und zuletzt ist sie nicht mehr eine Herde, die den Boden bedeckt, sondern ein sturmgepeitschtes Meer, das auf- und abwogt, springt und fällt, von unge­sehenen Kräften bewegt, und der dumpfe Fall zahlloser stampfenden Füße nimmt den Ton des fernher_hallenden Donnergrollens an, aus dem hier und da der seltsame wilde Schrei des geängstigten Hasen heraufschrillt. Alle die Tau­sende nimmt das Corral auf, in dem sie sich fußhoch und höher auftürmen, eine keuchende, kämpfende Masse. Selbst die Hunde weigern sich, in diesem Knäuel de Morddienst zu verrichten, und junge Burschen springen mielen unter die sich windenden Hasen, den Tag mit einer blind wütenden Schlächterei beschließend.

** Briefe nach dem Auslande werden noch häufig mit fran­zösischen Aufschriften und Vermerken versehen. Wenn nicht eine Gefahr der Verwechslung vorliegt, was außerordentlich selten sein wird, so hat eine nichtdeutsche Aufschrift auf deut­schen Briefen gar keinen verständigen Zweck. Diese Ver­leugnung der deutschen Sprache auf Briefen und Besuchs­karten gehört in das noch weite Gebiet früher üblicher Ab­geschmacktheiten, die nunmehr wohl überwunden sein sollten. Geradezu lächerlich wirken aber solche fremdsprachige Auf­schriften, wenn die Briefe an einen Ort im Auslande gehen, wo eine deutsche Postanstalt besteht( in der Türkei z. B. Kon­stantinopel mit drei deutschen Postanstalten, Smyrna, Beirut, Jaffa und Jerusalem), wohin also die Sendungen in deutschen Postbeuteln geschlossen gelangen und wo sie dann von Brief­trägern der deutschen Posten ausgetragen werden.

[ Der Umsatz beim Skatspiel.] Schr interessant für jeden Statspieler ist die Aufzeichnung von drei Herren, ie während einer Spielzeit von 15 Jahren Gewinn und Berlust genau gebucht haben. Wie gerecht Fortuna ihre Baben verteilt hat, tritt bei folgendem Ergebnis deutlich zu Lage: Die Herren haben während der 15 Jahre an 1105 Tagen mit einer Spielzeit von je 3- Stunden 43 059 Spiele gemacht. Von diesen waren 781 Null ouvert, 6872 Brand, 2306 Eichelsolo, 1902 Grünsolo, 2126 Notsolo, 2001 Schellensolo, 5832 Nullspiele, 3332 Ramsch und 17 707 Tournée. Alle diese Spiele wurden mit ¼ Pfg. bezahlt und ergaben für A einen Gewinn von 26,33 m., für einen Verlust von 15,72 Mt. und für C. einen solchen von 10,61 Mt. Auf den einzelnen Spieltag kommt ein Umsay Jon 2% Pf.:- 13 Pf.:- 1 Pf.

** Rückgratverkrümmung und Schule. Seit längerer Zeit schon beschäftigen sich unsere Chirurgen eingehend mit der Frage, inwieweit die immer häufiger werdenden Fälle der seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule, der Skoliosis", auf Einwirkungen des Schullebens zurückzuführen sind. Professor Vulpius aus Heidelberg hielt dieser Tage über diesen Gegenstand im Frankfurter Verein für Hygiene einen Vor­trag, der beherzigenswerte Lehren für Schüler, Eltern und Lehrer bringt. Der Redner wies mit statistischem Material nach, daß tatsächlich die Skoliosis" in ursächlichem Zusam­menhang mit dem Leben in der Schule steht. Sie beruht

zum Teil auf dem überwiegenden Gebrauch des rechten Arms, ist ferner eine Folge der schrägen Schreibart und der ver­fehrten Lage der Hefte. Selten ist sie angeboren; bisweilen ist sie eine Folge der englischen Krankheit". In vorge­schrittenen Jahren sind allenfalls 20 Prozent der Skoliose auf die englische Krankheit zurückzuführen, während 80 Pro­zent aus der Gewöhnung an eine verkehrte Sizweise zu er­flären sind. Je größer die Zahl der Schuljahre, um so größer auch die Zahl der Rückgratverkrümmungen. Bis zu 50 Prozent der Schüler und Schülerinnen einiger Schulen waren an Skoliose erkrankt. In einer höheren Mädchenschule wurden sogar 71 Prozent festgestellt. Da die schräge Schrift eine verkehrte Haltung bedingt, sollte vor allem die bis vor hundert Jahren übliche Steilschrift eingeführt werden. Ferner ist auf die Lage des Heftes zu achten. Ungenügende Be. leuchtung des Schulraumes zwingt zu einem nachteiligen Borbeugen des Körpers. Länger als vier Stunden Unter­richt sollten-- natürlich getrennt durch Pausen hinter einander nicht gehalten werden. An den Schluß des täg­lichen Unterrichts gehört eine Turnstunde. Nicht zum letzten ist eine den hygienischen Anforderungen entsprechende Schul­bank zu wählen. Weitere Bedingungen zur Vorbeugung sind: Beschränkung der häuslichen Aufgaben, ermöglicht durch eine ganz erhebliche Herabsetzung der Schülerzahl in den einzelnen Klassen", und reichlicher Aufenthalt der Schüler im Freien.

** Die Hygiene der Milch. Die Bedeutung der Milch für die Ernährung des Menschen hat bewirkt, daß man sich schon lange mit Maßnahmen beschäftigte, um die in der Milch etwa vorhandenen Krankheitserreger zu vernichten, ohne die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Milch selbst zu verändern. Die Lösung dieser Frage glaubte man vor allem im längeren Sieden bei sehr hohen Hizegraden ge­funden zu haben, das aber übermäßig ausgedehnt der Milch Wohlgeschmack und Verdaulichkeit nahm und auf diese Weise sie wohl steril, jedoch zugleich auch schwer genießbar machte. Mit der Behringschen These Die Säuglingsmilch ist die Hauptquelle der Tuberkulosesterblichkeit" ist die un­geheure Bedeutung einer feimfreien Milch von neuem in den Vordergrund gerückt, und es ist daher eine Arbeit des Brüsseler Hygienikers Tjaden, die diese Frage aufs ein­gehendste erörtert, mit lebhaftestem Interesse entgegenzu­nehmen. Tjaden faßte seine Untersuchungen, die soeben in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift veröffentlicht worden sind, in folgende Säße zusammen: 1. Im Großbe­triebe genügt die ein bis zwei Minuten dauernde Erhizung der Milch auf 85 Grad C., um die Erreger der praktisch wich­tigen ansteckenden Krankheiten abzutöten.( Hiermit wäre die Vorschrift der deutschen Reichsgesetzgebung, die für die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche höhere Tempe­raturgrade vorschreibt, nicht mehr wissenschaftlich haltbar.) 2. Bei einer derartigen Erhigung geht die Milch Verände­rungen ein, diese sind jedoch bei geeignetem Verfahren so gering, daß die Verwertung der einzelnen Bestandteile nicht behindert wird. 3. Die einstündige Erhizung der Milch auf 60 bis 65 Grad genügt anscheinend ebenfalls zur Vernichtung der Krankheitserreger, doch gestatten die vorliegenden Un­tersuchungen noch kein abschließendes Urteil. 4. Die Dauer­erhitung ist aus wirtschaftlichen Gründen zur Zeit nur dort durchführbar, wo die Milch ihre höchste Verwertung findet, d. h., wo sie unzerlegt zum direkten Verbrauche an die Be­völkerung wieder verkauft wird. 5. Aufgabe der weitern Forschung ist es, festzustellen, in wieweit zwischen den beiden Grenzverfahren( Dauererhizung auf 60 bis 65 Grad und momentane Erhizung auf 85 Grad) die Möglichkeit vor­handen ist, mit einer kurzdauernden Erhizung auf mittlere Temperaturgrade die Abtötung der Keime ansteckender Krank­heiten zu erreichen. 6. Eine wirksame Hygiene des Milch­verkehrs wird durch die Erhitzung der Milch in den Sammel­betrieben allein nicht erreicht, sie hat vor allem an der Pro­duktionsstätte selbst schon einzusetzen. Mit dieser letzteren Forderung der strengsten und peinlichsten Kontrolle der Kuhställe wie des Kleinbetriebes des Milchhandels- er­schöpft Tioden die vom Standpunkt der Gesundheitspflege vie einer rationellen Milchhygiene wissenschaftlich zu ver­angenden Maßnahmen.

[ Die Berliner Geweihausstellung,] die an Kaisersge­burtstag in den Räumen des alten Abgeordnetenhauses er­öffnet wurde, enthielt 1166 Ausstellungsgegenstände, unter ihnen befinden sich 119, die schon auf der ersten Geweihaus­stellung vor zehn Jahren prämiiert worden sind. Der Kaiser hat für die Abteilung: Deutsche Rothirsche zwei Kaiserbecher als Ehrenpreise gestiftet, von denen er selbst den einen für den besten deutschen Arthirsch, einen ungeraden 20- Ender, er­halten. Der andere Kaiserbecher ist dem Fürsten von Plek für einen 20- Ender zuerkannt.

[ Der nengestiftete Orden, Der norwegische Löwe",] dessen erster ausländischer Ritter unser Kaiser ist, steht, wie bereits gemeldet, dem höchsten schwedischen Orden, dem Serephinenorden, im Range vollkommen gleich und besitzt nur eine einzige Klasse. Verliehen wird er an erbberech­tigte Prinzen des schwedisch- norwegischen Königshauses, und die Zahl der norwegischen Ritter soll nicht zwölf über­steigen. Indessen können nur solche der hohen Ehre teil­haftig werden, die bereits das Großkreuz des St. Olafs ordens besigen und sich in höchsten Staatsämtern oder durch eine für das Vaterland ehrenvolle Tat ausgezeichnet haben. Auch Ausländern kann der norwegische Löwe" erteilt werden, doch nur Staatsoberhäuptern, Mitgliedern regie­render Häuser oder den höchsten Würdenträgern der betref fenden Staaten. Die Insignien des neuen Ordens sind folgende: Silberstern mit Strahlen, in acht Spitzen aus­laufend; in der Mitte ein hochroter emaillierter Kreis, darauf der Löwe des Reichswappens. Der Kreis ist in einen goldenen Ring gefaßt und dieser wird in symme trischer Gruppierung von vier goldenen Löwen, abwech­selnd mit vier goldenen gekrönten Initialen des Namens des königlichen Stifters, umgeben. An dunkelblauem Achselbande ist ein emailliertes Medaillon von ovaler Form in Goldring befestigt, darüber eine Königskrone. Auf der Vorderseite des Medaillons befindet sich der Löwe des Reichs­mavvens, auf der Rückseite in goldenen Buchstaben der Wahlspruch des Königs Oskar: Over Dybet mod Höjden"( Ueber die Tiefe zur Höhe). Als letter Beſtand­teil ist die goldene Ordensfette zu nennen, zusammengesezt aus neun gekrönten Namenschriffren und acht Löwen.

[ Bilses Roman Aus einer kleinen Garnison"] findet jetzt, außer in Desterreich und Frankreich, auch in Rußland und Italien große Verbreitung. In Rußland erscheint er gleichzeitig in ciner ganzen Reihe von Provinzblättern. Uebrigens hat Bilse außer seinem Roman noch ein Drama geschrieben, das Wahrheit" betitelt ist und denselben Stoff behandeln soll.

[ zu groß zum Soldaten.] Ein junger französischer Refrut, namens Hugo, ist wegen seiner Riesengröße vom Wehrdienst befreit worden. Die Behörde wäre genötigt ge­wesen, ihm ein drei Meter langes Bett und eigene Kleidung anfertigen zu lassen. Dabei wäre er kaum verwendbar ge­wesen, da er nicht in Reih und Glied gestellt werden kann. Hugo ist in den Pyrenäen geboren, 24 Jahre alt, steht im Begriffe, sich mit einer Riesenjungfrau zu verheiraten, um sich dann um den für Riesenpaare in Rouen ausgesetzten Preis zu bewerben.

A[ Anstandsstunde für Polizisten.] Der Chef der Züricher Polizei will seine Leute in Zukunft von Lehrern in Höflichkeit und feinem Benehmen unterrichten lassen. Sie sollen besonders gelehrt werden, wie sie sich in verschiedenen Umständen mit Würde und Anmut benehmen müssen. Die Stunden sollen auf dem Polizeibureau stattfinden, wo die nicht diensttuenden Beamten vor dem Tanzlehrer Schritte und Stellungen ausführen müssen. Der Unterricht im feinen Benehmen wird von dem Chef selbst erteilt. Die Absicht des Polizeichefs ist sehr löblich, aber Anmut ist doch zu viel berlangt. Das Neuefte aus den Witzblättern. Ein Feinschmecker. Diurnist( der gewohnt ist, die Tintenklere abzulecken): Donnerwetter, Frik, laufen ie Tinte um! Die ist Sie schnell zurück und tauschen Sie die nicht zu gebrauchen die schmeckt ja fürchterlich nach dem ( Fl. Bl.) Pfropfen!" Das I deal. Junger Ehemann( zu seinen Freunden): Ich versichere Euch, meine Schwiegermutter ist das Ideal einer Schwiegermutter! Noch nie ist ein Witz über Schwieger­mütter gemacht worden, der nicht auf sie gepaßt hätte!"

Vorsichtig. A.:... Wenn dös net wahr is, was i' sag', nacha soll mein Freund Meier da gleich maustot vom Stuhl' runterfall'n!"

Verzweifelte Höflichkeit. Kunde: Vierzehn Dosen von Ihrem Haarerzeugungsmittel habe ich verbraucht, und nicht der geringste Erfolg ist zu bemerken!"- Fabri­kant: Aber sehr gut sehen Sie aus!"

Verdächtig. Reisender:... Von Schlupfer& Co. hätt' ich einen Auftrag aber ich trau' nicht recht!" Chef: Warum denn nicht?"-Reisender: Seine Kinder spielten im Hofe Gerichtsvollzieher!"

Galgenhumor. Theaterdirekor( der durch schlech­ten Besuch in Schulden geraten und dessen gesamtes Theater­mobiliar gerichtlich verkauft wurde): Nun, endlich einmal ein ausverkauftes Haus"!"

Voraussicht. Frau:... Du Ernst, Mama fråg auch, wie lange sie noch bei der Tante bleiben soll. Willst du ihr nicht selbst ein paar Zeilen schreiben?" Mann: schreibe ihr nur viele Grüße von mir, und sie soll bleiben, sc lang' es ihr gefällt... So lang' es mir gefällt bleibt sie ja doch nicht!"

3 ukunftsbild. Minister: Serenissimus wollen gnädigst geruhen, dieses Bittgesuch zu berücksichtigen!... Schon aus der Schrift ist die größte Bedürftigkeit des Bitt stellers zu erkennen er benutzt offensichtlich eine total de fette Schreibmaschine...!"

Verliebt. Eben hab' ich meiner lieben Frau tau send Grüße und Küsse gesandt!"- Und die schickst du re tommandiert?"- ,, Gewiß! Damit sie nicht in andere Hände gelangen!"

Bauernlogik. D'r Holzfäll'r Sepp muaß do' a g'scheiter Kerl sein! Den woll'n jezt d' Richter auf sein' Geisteszustand untersuchen lass'n!"

Immer zerstreut. Gelehrter( der aus dem Wirts haus kommt, ärgerlich): Da bist du ja doch erwacht, Wil. helmine! Um deinen Schlummer nicht zu stören, hatte ich extra unten die Schuhe ausgezogen!" Frau: Ja, aber nur die Gummischuhe!" ( Ft. Bl.) 11nbewußte Selbstkriti f. Unteroffizier ,, Nehmt die Knochen zusammen, Kerls; ich sage euch bloß der Klügere gibt nach aber auf meine Nachgiebig teit rechnet ja nicht!"

Wort gehalten. A.: Man mag von Schulz sagen, was man will, aber er hält doch sein Wort!" B.:" Finden Sie?" A.: Ja, er hat sich vor einem Jahi von mir 20 Mark geborgt und dabei gesagt, er würd meine Freundlichkeit nie vergessen!" B.: Na, und?"- A.: Na, und jedesmal, wenn er sich Geld borgen will tommt er immer zu mir!"

Na also! Gehilfe: Fräulein Grämlich war hier. Sie hat sich beklagt, ihr Bild wäre gar nicht ähnlich." Photograph: Darüber beklagt sie sich? Da soll sie dock vergnügt sein!" ( Lach. Jahrh.)

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Eine Wechselklage des Prinzen Heinrich der Niederlande beschäftigt das Berliner Landgericht. Der Prinz hat eine Wechselforderung von 13 697 Mark gegen einen Herrn Rudolf v. Salisch, zurzeit unbekannten Aufenthalts, früher zu Koschnöwe bei Prausnitz ansässig.

§ ,, Er kriegt schon noch eine!" Ein Arbeiter in Ilmenau, welcher vor einiger Zeit bei einem Streite einem Techniker fünf Zähne ausgeschlagen hatte, wurde deshalb jetzt von der Strafkammer in Eisenach zu sechs Monaten Gefängnis perurteilt und hat außerdem an den Verletzten eine Geld­buße in Höhe von 1200 Mark zu zahlen. Die Bedenken des Technikers, daß er nun schlechtere Aussicht auf Ver­jeiratung habe, zerstreute der Vorsitzende mit den Worten: ,, Sie kriegen schon noch eine!"

Preussifcher Landtag. Haus der Abgeordneten.

( 8. Situng.)

RK Berlin, 29. Januar. Auf der Tagesordnung standen heute vier erste Be ratungen von Gesetzentwürfen, die sämtlich nach verhältnis­mäßig furzer Debatte an Kommissionen überwiesen wurden. Sie betreffen 1. die Verpflichtung zum Besuche ländlider Fortbildungsschulen in der Provinz Hessen- Nassau; 2. die Kosten der Prüfung und Ueberwachung von elektrischen An­lagen, Dampffässern, Aufzügen und anderen gefährlichen Einrichtungen; 3. die ärztlichen Ehrengerichte, das Umlage­recht und die Kassen der Aerztekammern( Entwurf vom 25. 11. 1899) und endlich 4. die Ausführungsbestimmungen zum Reichsseuchengesetz vom 30. Juni 1900. Die Debatten be wegten sich in außerordentlich ruhigem Fahrwasser.

Der Sohn hörte den gequälten Ton in der wohlbefann­

gefunden

ten Stimme, die für ihn nur immer gütige, zärtliche Laute hatte, fofort heraus, und ſein Herz wurde marm

unterbrechen.

Nun also!

Dies ist genau derselbe böllig

Du mußt mich gut genug fennen, um undenkbare Fall! Nein, nein, Vater! Ich mache dir keine Beteuerungen mehr

vanit blini

und Ambjör!" sagt die eine in gutem

Deutsch.

wir sind Zwillinge!" fetzt die andere hinzu. Herr Olafsen lächeld wohlgefällig,

gun"

er hat ein rotes Ge­

Starkes äuchlein und baufichant

Ich verstehe fein

Nordische Art!" sagt Symöne.

Tos

meint Bruckner.

tend

hen fab fich in Romsdal nach s

nicht sie haben det ein Samitter und tein ausschrei­

Sie

demonstrieren

Oder

find teilnahms.

magentara­