truppe geschaffen, mit deren Uebernahme er zum Königlichen Hofstaat übertritt. Die Haustruppen setzen sich zusam men aus der Leibgendarmerie, der Leibgarde der Kaiserin und der Schloßgardekompagnie. Die angekündigte Verleihung des neuen Ordens vom Norwegischen Löwen an Kaiser Wil helm ist bereits erfolgt.
Deer und flotte.
Stiftungen des bayerischen Prinzregenten für Unteroffiziere. Prinz Luitpold hat den beiden seinen Namen führenden bayerischen Feldartillerieregimentern( dem 1. und 7.) je 15 000 Mark zugewiesen, deren Zinsen, wie die früheren Zuwendungen in gleicher Höhe teils zu gemeinnützigen, dem Offizierkorps dienenden Einrichtungen, teils zu Bulagen für Unteroffiziere verwendet werden sollen. Außerdem überwies der Prinzregent dem 7. Feldartillerieregiment weitere 4000 Mark zur Unterstützung hilfsbedürftiger Unteroffiziere; dem 1. Feldartillerieregiment hat der Regent bereits im Jahre 1864 eine ähnliche Zuwendung gemacht.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Verschiedene Privatklagen des ehemaligen Leutnants Bilse werden in nächster Zeit die Gerichte beschäftigen. Bilse hat gegen die Verbreitung von Ansichtspostkarten, welche in derber Weise Bezug nehmen auf einzelne in seinem Roman„ Aus einer kleinen Garnison" erwähnte Vorgänge, Protest erhoben und ist gegen die Verbreiter solcher Vostfarten mit Klagen vorgegangen.
§ Wegen Zweikampfes wurden in Wesel vom Kriegsgecicht der Leutnant Schreiner zu zwei Jahren Festungshaft und Dienstentlassung verurteilt, Leutnant der Reserve Rauchuß zu drei Monaten Festungshaft und Stabsarzt Dr. Ellenjeck wegen Kartelltragens zu einem Tage Festungshaft verirteilt.
§ Wegen Soldatenmishandlung in 114 Fällen bei der Rekrutenausbildung hatte sich vor dem Kriegsgericht in Posen der Gefreite Kahle von der 6. Kompagnie des 155. infanterieregiments in Ostrowo zu verantworten. Das Ge: icht nahm 111 von diesen 114 Fällen als erwiesen an und rkannte nach dem Antrage des Anklagevertreters auf 1 Jahr Befängnis.
8.vmord. Vor dem Nürnberger Schwurgericht hatten sich der 30 Jahre alte ledige Polierer Gustav Roscher aus Nürnberg und der 17jährige Pinselmacher Mar Böckler aus Dinkelsbühl wegen Raubmordes zu verantworten. Sie waren beschuldigt, am 20. November 1903 die Tante Böcklers, die 56 Jahre alte ledige Obsthändlerin Mader in ihrer Wohnung in Dinkelsbühl erdrosselt und ausgeraubt zu haben. Roscher wurde wegen Raubmordes zum Tode und Böckler wegen Anstiftung zum Raubmord zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
* Verschüttet. Auf der Zweiglinie Klimontow- Sargurshe der Warschau- Wiener Bahn famen bei Erdarbeiten sieben Arbeiter ums Leben. Die Verunglückten waren dabei be schäftigt, einen neuen Bahndamm aufzuwerfen, der plötlich zusammenbrach und sie unter sich begrub.
Mord im Eisenbahnzuge. Einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist anscheinend der 28jährige Reisende Theodor Pötter aus Hamme bei Bochum. P. wollte dieser Tage von Sprockhövel nach Barmen fahren, traf aber dort nicht ein; vielmehr fanden Bahnbcamte seine Leiche auf dem Bahnkörper zwischen den Stationen Henbruch und Wichlinghausen; um den Toten herum lag zerstreut ein größerer Geldbetrag, man spricht von etwa 2000 Mark(?). Die ärztliche Untersuchung stellte fest, daß P. durch einen Hammerschlag auf den Kopf getötet worden ist. Wie die Leiche auf die Schienen fam, ist noch nicht aufgeklärt. Es wird angenommen, daß P. während der Fahrt nach Barmen beim Passieren eines Tunnels von einem Mitreisenden überfallen und dann zum Fenster hinausgeworfen ist. Der Getötete trug 40 bis 60 Mart im Portemonnaie bei sich, dieses Geld ist verschwunden. Von dem Täter fehlt noch jede Spur.
§ Ein Eisenbahnfrevel fand vor dem Stendaler Schwurgericht ſeine Sühne. Angeklagt waren die jugendlichen Knechte Hildebrandt, Nagel und Hoffka, sämtlich aus Käschen, wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports. Sie haben am 8. November nachts auf dem Heimweg vom Tanzsaal einen 3,50 Meter langen Chausseebaumpfahl quer über die Schienen gelegt und mit schweren Steinen festgerannt. Nur durch Zufall wurde s. 3t. ein gräßliches Unglück verhütet. Vom Untersuchungsrichter war ein praktischer Versuch angestellt worden, der ergab, daß der Zug durch das Hindernis zweifellos zum Entgleisen gebracht worden wäre, wenn der Führer nicht rechtzeitig es entdeckt hätte. Die Angeklagten gestanden die Tat ein, gaben aber Trunkenheit als Milderungsgrund an. Das Urteil lautete gegen Hildebrandt auf 1 Jahr 1 Tag Zuchthaus, gegen Nagel auf 1 Jahr 1 Tag Gefängnis( er war s. 3t. noch nicht 18 Jahre alt) und gegen Hofffa auf 1 Jahr Zuchthaus. Alle drei Angeklagten traten die Strafe sofort an.
§ Wegen Totschlags und Diebstahls wurde der Arbeiter Gustav Bunkowski aus Gr.-Lichtenau vom Schwurgericht in Elbing unter Versagung mildernder Umstände zu fünfzehn Jahren Zuchthaus und den üblichen Nebenstrafen verurteilt. Dr Angeklagte hatte im Sommer v. Is. einen Kuhhirten aus Rache mit dem Spaten erschlagen. Auf dem Transport zu einem Lokaltermin war es dem Verbrecher seinerzeit gelungen, die Flucht zu ergreifen, er konnte jedoch nach Verlau von etwa vier Wochen wieder verhaftet werden.
Nab und Fernt.
Opfer der See. An der norwegischen Küste wüten fort. gesetzt Ortane. In einem schweren Schneesturm verschwanden nachts drei Schifferboote aus dem Tromsöer Hafen. Es be steht die traurige Gewißheit, daß sämtliche 6 an Bord be findliche Personen umgekommen sind. Eine weitere Unglücksbotschaft kommt aus Viktoria( Brit. Kolumbien). An der dortigen Küste ist der englische Postdampfer„ Seelöwe" mit Mann und Maus untergegangen.
Bunte Chronik. Durch eine Kesselexplosion in einer hemischen Fabrik tamen in Mülheim a. Rh. zwei Personen ums Leben.
-Bei Wreska, Kreis Oppeln, wurde ein achtjähriges Mädchen aus den Händen einer Zigeunerbande befreit. -Therese Humbert hat es abgelehnt, im Beleidigungs prozeß Cattaui persönlich vor Gericht zu erscheinen.
- In Bukarest wurde der Chefredakteur Prassin im Duel erschossen. Sein Gegner Finkelstein wurde verhaftet.
Der Landwirt.
2876 MF. 98 Pf.( 2984 Mf. 96 Pf.), in Hannover auf 2737 mf. 41 Pf.( 2781 Mt. 63 Pf.), in Magdeburg auf 2706 Mf. 11 Pf.( 2895 Mf. 15 Pf.), in Königsberg auf 3063 Mt. 94 Pf.( 3191 Mr. 20 Pf.), in Altona 2108 Mt. 98 Pf.( 2150 mt. 43 Pf.), in Danzig auf 2748 Mt. 55 Pf. ( 2825 Mt. 78 Pf.), in Essen auf 2217 Mt. 62 Pf.( 2359 Mt. 56. Pf.).
A[ Tschapka und Damenhut.] Eine nette Geschichte trug sich dieser Tage im Schnellzuge Prag- Wien der Staatseisenbahngesellschaft zu. In einem Rupee zweiter Klasse sigen sich ein Ulanenrittmeister und eine Dame aus einer tschechischen Provinzstadt gegenüber. Der Offizier fährt dienstlich nach Pardubit, die Dame war in Modesachen in Prag und führte einen Damenhut modernster Form mit sich, der den Neid aller Damen der Kleinstadt erregen sollte. Kurz vor Pardubitz stieg die Dame mit ihrer Hutschachtel aus, von dem Gemahl am Bahnhofe erwartet, der gerade noch die salutierende Bewegung des Rittmeisters von außen erhaschen fonnte, die seiner Frau galt. Das Gesicht des Gatten verfinsterte sich, als er von seiner Gemahlin den Kaufpreis des Pariser Modells erfuhr, aber es wurde drohend, als sich aus der Schachtel zu Hause ein- Ulanentschapka herausschälte. Aber auch das Gesicht des Rittmeisters in Pardubit soll nicht das geistvollste gewesen sein, als er statt seiner Paradetschapka den Paradehut aus der Schachtel zog.
pd Die abnorme Preisbewegung des Schweinefleisches ir München hat das bayerische Ministerium des Innern zu einer einschneidenden Maßregel veranlaßt. Es weist in eine an den Magistrat gerichteten Resolution auf das Sinker der Schweinepreise auf dem Münchener Schlachtviehhofe_hin während die Preise für Schweinefleisch dieser Abwärts bewegung nicht gefolgt seien. Im Interesse des konsu mierenden Publikums werde dem Magistrat dringeni empfohlen, auf die Metzger mit möglichstem Nachdruck ein zuwirken, daß sie baldigst die Preise für Schweinefleisch er mäßigen. Sollten die Metzger diesem Ansinnen nicht nach kommen, so würde reiflich zu erwägen sein, ob nicht in anderer Weise Abhilfe geschaffen werden könnte, wie z. B durch Förderung genossenschaftlicher Vereinigungen de Konsumenten oder durch Schaffung begünstigter Konkur renzunternehmungen und dergleichen. In Berlin hat sid das Schweinefleisch im Kleinhandel bereits bedeutend ver billigt. Es wird durchgängig in der Zentralmarkthalle mi etwa 10 Pfg. pro Pfund weniger bezahlt, als vor ctwe einem Monat. In Berliner Schlächterkreisen sicht man ir der großen Zufuhr gut schlachtreifer einheimischer Schwein den Beweis, daß die deutsche Landwirtschaft wohl imstand ist, den Bedarf zu decken, während man noch immer über Mangel an schlachtreifem Rindvieh, speziell Ochsen, klagt Daß übrigens die Schlächter selbst bei den hohen Preiser für Schweinefleisch im vorigen Jahre nicht schlecht gefahrer sind, ergeben die Ausweise der Aktiengesellschaften von Vog und Wolf in Gütersloh und Demte in Braunschweig, di sich mit der Herstellung von Wurst und Fleischwaren be fassen. Die erste hat ihr Aktienkapital mit 17,21 v. H. die andere trotz großer Abschreibungen mit 7,4 v. H. ver zinsen können.
Die Lage in Aalesund hat sich insofern etwas verschlechtert, als einige Fälle von Typhus unter der obdachlosen Bevölkerung aufgetreten sind. Doch ist, da die Kranken sofort nach Molde geschafft worden sind, ein verderbliches Umsichgreifen der heimtückischen Krankheit wohl kaum zu fürchten, um so mehr, als jetzt auch ein großer Teil der Abgebrannten auf den Schiffen beherbergt werden kann, wo peinliche Sauberkeit herrscht. Allein der Hamburger Dampfer Phönicia" hat 2500 Personen an Bord genommen. Die„ Phönicia" wurde sofort nach ihrem Einlaufen von Massen hungerigen Leuten bestürmt und verabreichte innerhalb zweier Stunden 2100 Portionen Essen. Das Wetter ist trocken und milde bei Südwind. Das Feuer glimmt unter den Trümmern weiter, das Kohlenlager ist noch nicht ausgebrannt. Nur wenige Häuser sind unbeschädigt, 700 sind zerstört. Die Stadt bietet einen grauenhaften Anblick; es herrscht eine penetranter Geruch von verbrannten Fischlagern. Es sind drei Depots für Proviant und Kleider errichtet worden. Es werden Vons verteilt, die für eine Woche Giltigkeit und einen Wert von 3 Kronen pro Kopf haben. Insgesamt stehen 250 000 Kronen zur Verfügung. Die erste Stadtverordnetenversammlung, die nach dem Brande stattgefunden hat, beschloß, ein Komitee mit diftatorischer Gewalt einzusetzen, und gab ein neues Bauregulativ mit Mauerzwang.
+ Unglücksfälle bei Kaisersgeburtstags- Feiern. Wie aus Bruchhausen gemeldet wird, wurde die KaisersgeburtstagsFreude der dortigen Einwohner durch ein furchtbares Unglück in tiefe Trauer verwandelt. Während eines Fackelzuges scheuten die Pferde eines Metzgerwagens und rasten in eine Kinderschaar hinein. Zahlreiche Kinder wurden schwer verleẞt, eines wurde getötet. Der Wagenführer wurde verhaftet. Auch in Magdeburg gab die Feier den Anlaß zu einem beklagenswerten Unfall. Bei dem Salutschießen in der Zitadelle wollte ein Schuß nicht losgehen. Bei der Nachforschung nach der Ursache des Versagens erfolgte eine Explosion, durch welche einem Soldaten des Fußartillerie. regiments der rechte Arm abgerissen und der Soldat außer dem an beiden Augen verletzt wurde. Zwei andere Soldaten erlitten Brandmunden im Geücht.
Vermischtes.
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[ Der Karneval in Nizza] wird auch dieses Jahr seinen Weltruf durch Pracht und Glanz bewähren. Die Bläße und Straßen Nizzas sind bereits von einem Ende zum anderen geschmückt worden, während auf der Place Massena von einem Heer von Arbeitern der riesige goldene Pavillon errichtet wird, der als Palast des Prinzen Karneval während seiner kurzen, aber fröhlichen Regierung dienen soll. Der Pavillon wird durch tausende von elektrischen Lampen erleuchtet werden, während ein starker Scheinwerfer von der Kuppel darüber spielen wird. Die Ausschmückung der Place Massena kostet allein einige 20 000 Mark. Der Herrscher des Festes, Prinz„ Karneval Zuckerpflaume, Kaiser der Sahara", wird eine riesige Karikaturfigur von „ Kaiser Jacques I." sein, die auf einem Thron von 24 schwarzen nubischen Riesen getragen wird. Das Bild des Prinzen und der Wagen, auf dem es mittels eines verborgenen Automobils durch die Straßen geführt wird, werden ungefähr 40 Fuß hoch aufragen und ungefähr 20 000 Mart kosten.
[ Au Kaisersgeburtstag vor 45 Jahren] knüpft sich folgende hübsche Anekdote. Ganz Berlin nahm die Kunde von dem frohen Ereignis mit herzlicher Freude auf und veran staltete noch am selben Abend allerlei Jestlichkeiten. Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlten die Straßen in Festbeleuchtung, in vielen öffentlichen Lokalen fanden Bankette mit Reden und Gesängen statt, und in den Theatern wurden die Aufführungen durch Festprologe eingeleitet. Vielen Beifall fand besonders folgender Vers, den der bekannte Schauspieler Franz Wallner als Sebastian in dem damals sehr beliebten Volksstück„ Stadt und Land" einem Cuplet beifügte: „ Es war die Zeit jüngst schwer, Doch ist sie' s jetzt nicht mehr, Weil nun mit Gottes Gnad'
Im ganzen preußischen Staat Die Herzen alle jubeln.
Das muß was Großes sein,
Denkt jeder; aber nein,
Es ist ich mein' es-
Gottlob was Kleines!"
O[ Eine Schmähschrift] schlimmster Art wird nächstens in Leipzig die Buchdruckpresse verlassen. Herr Erleutnant Mattachich, der sich die an ihn von der Prinzessin Luise von Koburg gerichteten Briefe soeben durch einen Prozeß zurückerobert hat, wird diese in einem von hm verfaßten Buche verwenden, das seine Beziehungen mit der unglücklichen Fürstin eingehend behandelt. Außerdem werden sich darin auch Kapitel mit der angeblichen Wahrheit“ über den Tod des Kronrinzen Rudolf befinden auf Grund von Mitteilungen, die die Prinzessin von Koburg von ihrem Gatten, der die verhängnisvolle Nacht mit dem Kronprinzen in Mayerling verbracht hat, seinerzeit erhalten hat. Ein anderes Kapitel soll dem Fürsten Ferdinand von Bulgarien gewidmet sein.
[ Das schießende Schloß] ist die neueste Erfindung für bor Einbrechern besorgte Leute. Sie verdankt ihr Entstehen einem Wiener Schlossergesellen Kraus, der sie für seine Zimmervermieterin, die besonders ängstlicher Natur war, anfertigte. Bei einem Versuch, das Schloß mit einem fremden Schlüssel zu öffnen, so sagt der Erfinder, werde es drei Schüsse abfeuern. Leider erfolgte der Knalleffekt, nachdem das Schloß eine Weile ausgezeichnet funktioniert hatte, eines Abends auch bei Anwendung des richtigen Schlüssels und der Wirtin wurde der Zeigefinger der rechten Hand zerschossen. Der unglückliche Erfinder sieht jetzt noch einer polizeilichen Untersuchung entgegen.
[ Die reichsten Städte in Preußen.] Kürzlich ging durch die Presse die Meldung, daß Charlottenburg die reichste Stadt in Preußen sei. Diese Meldung ist unbegründet. Nack einer hochinteressanten Zusammenstellung im Finanzmi nisterium betrug 1902 in den Stadtkreisen das durchschnitt. liche auf jeden Zensiten veranlagte Einkommen 2741 Mr. 40 Pf., es ist 1903 auf 2644 Mt. 10 Pf. gesunken. Die höchste Stelle nimmt Bonn ein, hier hat jeder Zensit 1903 ein Einkommen von 4538 Mf. 20 Pf.( 1902 betrug es 4756 Mt. 58 Pf., es folgt Wiesbaden mit 4270 mt. 72 Pf. ( 1902 4209 m. 88 Pf.), dann kommt erst Charlottenburg mit 4142 Mr. 89 Pf.( 4124 Mf. 95 Pf.), Frankfurt a. M. kommt an vierter Stelle mit 4026 Mt. 42 Pf.( 4114 Mf. 74 Pf. im Jahre 1902). Am niedrigsten steht Rirdorf mit 1474 Mt. 84 Pf.( 1458 mt. 42 Pf.), es folgt dann Oberhausen mit 1483 Mt. 97 Pf.( 1467 Mt. 95 Pf.), Gelsenkirchen mit 1550 Mf. 18 Pf.( 17777 Mt. 54 Pf.), Linden mit 1588 Mt. 38 Pf.( 1591 Mt. 20 Pf.), sowie Königshütte in Oberschlesien mit 1610 Mt. 20 Pf.( gegen 1630 mt. 40 Pf.). Sehen wir uns num die großen Städte an, so hatte der Berliner ein durchschnittliches Einkommen von 2503 Mt. 58 Pf. gegen 2653 Mt. 57 Pf. im Vorjahr, in Breslau stellte es fich auf 3244 Mf. 24 f.( 3296 Mt. 62 Bf.), in Köln auf
das Poftamen und eine flei Nachbildungen dem Zeughau MR 100 0 Turin gemeld dortigen Bibl fele wertvolle
A[ Extravorstellung eines Elefanten.] Im Londoner Hippodrom, wo augenblicklich eine Anzahl von Elefanten in dem Stücke„ Die goldene Prinzessin und die Elefantenjäger" eine Hauptrolle spielen, gab einer der Elefanten eine Extravorstellung, durch die er das Ballettkorps in wilde Panik versetzte. Charlie sollte sich in den heiligen Fluß stürzen, entschloß sich aber plötzlich anders und ging eine Treppe hinauf, die zum Zimmer des Managers führte. Es scheint, daß er dort einige Beschwerden vorzubringen hatte. Jedenfalls zeigte das Zimmer große Spuren vom Unwillen des Besuchers. Die Tür verschwand vollständig, und Sofa und Stühle wurden, ebenso wie ein großer Standspiegel, vollständig zerschmettert. Nachdem Charlie auf diese Weise dem Manager, der sich übrigens vor dem Besucher respektvoll zurückgezogen, seine Meinung zum Ausdruck gebracht hatte, begab er sich eine Etage höher auf den Gang, an den die Ankleidezimmer der Balletteusen stoßen. Die Mädchen mußten zuerst gar nicht, wie sie sich den furchtbaren Tumult in dem Gange erklären sollten. Das ganze Gebäude zitterte unter den schweren Tritten des Besuchers. Die Panik der Mädchen erreichte ihren Höhepunkt, als der Elefant, den wahrscheinlich die Korridorwände beengten, heftig trompetete. Den Mädchen gelang es schließlich, halbangekleidet eine Leiter zu erreichen, die zum Dache führte. Zitternd vor Frost und Furcht kamen sie erst dann wieder herunter, nachdem es mit vieler Mühe gelungen war, den Elefanten in leinen Stall zurückzubringen.
Das Neuefte aus den Witzblättern. Spekulativ.„ Du Sepp, warum bettelst du denn immer am Ausgang vom Café Flora und nicht gleich beim Dom?" Sepp( angeblich taub):„ Dös verstehst d' net.... Siehgst, da drin' is alle Woch'n Kaffekränzl, und wenn die Damen davon' rauskommen und seh'n mi, da empfind'n s' am meisten, wie schreckli' es sein müßt', wenn ma' net höret' und nacha gibt mir a' jede an' Nickel!"
Modern. Herr( zum Komiteemitglied eines Wohltätigkeitsfestes):„ Wie sind denn die Aussichten für Guer est?" Komiteemitglied:", schlechte! Bis jetzt sind 33 Sängerinnen, 5 lyrische Tenöre, 8 Deflamatoren angemeldet und 4 Eintrittskarten verkauft!"
Gerechte Entrüstung. Wirt:„ Na, diese Nacht waren Sie schön beschwipst! Da tamen Sie herein und verlangten ein Glas Wasser!" Studiosus:„ Und das haben Sie mir gegeben??!!"
Aus der Sommerfrische.„ Herr Wirt, ist das ein Kalbs- oder Schweinskotelett?" am G'schmack?"—„ Nein!"—„ Nun, dann kann's Ihnen - ,, Merken S' jetzt nicht ja ganz egal sein!"
Aus dem Liebesbrief eines Dichters. .. Meine Liebesbriefe werden sicher einſt gedruckt wer
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