Ausgabe 
28.4.1904 Erstes Blatt
 
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Deer und flotte.

Eisenbahnkriegsprobe. Eine Probe zur Kriegsaus­rüstung eines Güterzuges fand im Beisein höherer Offiziere und einiger Regierungsräte von der Eisenbahndirektion Berlin auf dem Bahnhof zu Potsdam statt. Es handelte sich darum, festzustellen, innerhalb welcher Zeit ein aus 10 Güter­wagen und einem Schlafwagen bestehender Zug so ausgerüstet werden kann, daß er zum Truppentransport geeignet er­scheint. Ein derartiger Zug hielt auf einem Nebengeleise des Bahnhofs in Potsdam und wurde innerhalb einer halben Stunde mit Bänken usw., die auf Lowris aus den Depots herbeigefahren wurden, fahrbereit hergestellt.

Dof und Gefellschaft.

*** Der Kaiser hat gestern seine Rückreise von Venedig aus mit der Bahn angetreten und wird heute die Hohkönigs­burg im Elsaß besuchen. Die am Abend vor seiner Abreise aus der Lagunenstadt dem Kaiser dargebrachte große Sere­nade war ein wunderbares Schauspiel. Sie erreichte ihren Höhepunkt, als die alten schönen Fassaden und Architekturen des Dogenpalastes, des Markusplatzes und der Kirchen auf den gegenüberliegnden Inseln in Rotfeuer aufglühten, wäh­rend viele hunderte von Gondeln den Raum zwischen der " Hohenzollern" und den Ufern dichtbesetzt hielten und die Insassen immer von neuem in jubelnde zurufe ausbrachen. Als die Illumination erloschen war und die Gondeln sich zer streut hatten, erschien bei der Hohenzollern" ein mit Lam­pions behängtes Boot mit Sängern und Sängerinnen, welche in vollendeter Weise Stücke aus Troubadour, Fi­garos Hochzeit" und Volkslieder zur Laute vortrugen.

*** Kaiser Franz Josef sprach sich gestern bei sei­nem Besuch in der Wiener Spiritus- Ausstellung sehr aner­kennend über die Trainautomobile mit Spiritusbetrieb von der deutschen Armee aus und bat General Werneburg, dies Kaiser Wilhelm mitzuteilen.

Deutfcher Reichstag.

( 71. Sigung.)

CB Berlin, 27. April. Das war heute einmal eine Ueberraschung im Reichstag, oben und unten alles vertauscht; die Bundesratstische leer, die Tribünen nur halb gefüllt und im Saale so viel Abge= ordnete, daß das Haus von Anfang an einen ordentlich be= schlußfähigen Eindruck machte. Das hatten mit der Not­wendigkeit von Abstimmungen die Wahlprüfungen bewirkt, die zuerst auf der Tagesordnung standen. Die meisten davon wurden, wie gewöhnlich, diskussionslos nach den Anträgen der Kommission erledigt, einige aber riefen Erörterungen und zwar teilweise recht higige hervor. So entbrannte vor allem ein heißer Kampf um das Mandat des Fürsten Bismarck, das die Kommission ohne weiteres Für giltig erklären wollte, während die Parteien der entschie= denen Linken, unterstützt von den Polen, Beweiserhebungen über einige Behauptungen eines Wahlprotestes verlangten. Es handelte sich um die Frage, ob durch die Ausweisung von Sozialdemokraten aus mehreren Wahllokalen das Prinzip der Deffentlichkeit verlegt worden sei. Unter steigender Er­regung des Hauses, unter wachsender Unruhe, in der schließ­lich nichts mehr zu verstehen war, was die einzelnen Abge­ordneten sagten, bejahten die Vertreter der Minderheit die Frage, die die Mehrheit verneinte. Die Wahlprüfungskom­mission drang hier mit ihrem Antrage auf Giltigkeit durch, wie später mit ihren Anträgen auf Ungiltigkeits­erklärung der Mandate des elsässischen Demokraten Blumenthal und des Sozialdemokraten Dr. Braun, und zwar leichter als man erwartet hatte. Die Vollzähligkeit des Hauses übte ihre geschäftsfördernde Wirkung aus, und nicht eine namentliche Abstimmung wurde verlangt. So kam es wieder einmal ganz anders, als man erwartet hatte; kurz nach 25 Uhr war bereits die gestern vertagte Beratung der Börsengese novelle wieder im Gange. In der De­batte spielte naturgemäß die Frage des Getreideterminhan­dels die Hauptrolle. Die Sozialdemokratie wünscht diesen freizugeben, da sie darin ein Mittel zur Verbilligung des Brotes sieht. Infolgedessen nahm ihr Redner, der Abgeord­nete Schmidt- Berlin, der Vorlage gegenüber eine wesentlich freundlichere Stellung ein, als der Abg. Burlage vom Zen­trum, der sich sehr absprechend äußerte.

Nab und Fern.

Die drei Richter im Bilse- Prozeß haben jetzt sämtlich ihren Abschied erhalten. Nachdem schon vor einiger Zeit der iniſion Fommandeur General v. Tippelsfirch. der Gerichts­

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.) Mit dem Burkhennersch?" hauchte das Mädchen, ,, ja, den wollt ich doch nit treien."

Es fühlte sich wie eine Sünderin, der eine Missetal borgehalten wird.

,, Das wollt'st Du nit? Ich mußt's aber glauben, Elsche! Und so ist's kommen, daß wir voneinander geh'n müssen."

,, Hangcurt, ich will Dir's auf den Knien abbitten, nur bleib hier!" sagte das Mädchen mit flchender Stimme, indem es die Hand auf des Burschen Arm legte.

Herr im Bilse- Prozeß, verabschiedet worden war, wird jetzt der Abschied gemeldet von Oberstleutnant Geisel, Infanterie­regimentes 98, und Major Hirsch desselben Regiments.

Gin verhängnisvoller Blizschlag. In Burg schlug dieser Tage während eines Gewitters der Blitz in das neben der Kirche stehende Haus des Kaufmanns Lehmann. Die Familie des darin wohnenden Tabakspinners Pötschke saß ge rade um den Tisch herum. Durch den Blitzschlag, der durch die Giebelöffnung seinen Eingang genommen hatte und kreuz und quer, die mannigfachsten Spuren hinterlassend, durc verschiedene Räume des Hauses gefahren war, wurden alle Personen im Zimmer betäubt. Ein 52jähriger Gehilfe, der sich in der Giebelstube gerade umzichen wolte, wurde vom Blitz getroffen und augenblicklich getötet. Dem Unglücklichen wurden vom Blitz buchstäblich die Kleider vom Leibe gerissen und teilweise verbrannt. Außer einigen blauen Stellen am Halse wies der Getötete äußerlich keine Verlegungen auf.

,, Das geht nun nit mehr! Vor mein Vater dars ich nit hintreten und meine Mutter will's, daß ich fortmache. Mein Vater wollt mich mit Gensdarmen aus der Wildhütt' holen lassen siehste, soweit sein ich! Du kannst auch froh sein, daß es so kommt; nun fannste ja den Burkhennersch freien, ich bin ja nit mehr im Weg."

Verirrt und verhungert. Wie aus Eupen gemeldet wird, hatte sich ein sechzig ähriger Greis im Hertogenwalde verirrt. Troß allen Suchens der Bewohnerschaft konnte der Rerirrte lange nicht gefunden werden. Endlich stieß man aus seine Reiche. Er war, da er tagelang ohne Nahrung ge­wesen, buchstäblich verhungert.

Zum Raubmord in Weilerswift. Die beiden jungen Reute, welche unter dem Verdacht, den Raubmord an der Witwe Gottlob in Weilerswist verübt zu haben, verhaftet vurden, mußten wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da sie ihr Alibi nachweisen konnten. Auf die Ergreifung der Mör­der ist eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt.

Verbrecherromantik in Amerika. Die Bürgerschaft von San Jose in Kalifornien wurde durch ein romantisches Ver­brecherstücklein in nicht geringe Aufregung versetzt. Ein mastierter Mann trat abends in den Klub und zwang die sechs Herren, die anwesend waren, unter Bedrohung, sie zu erschießen, ihm ihre Wertsachen und Geldbörsen auszu­liefern. Als sich die Geplünderten von ihrem Schrecken er­holt hatten, nahmen sie in Begleitung von Polizisten die Ver­folgung des Verbrechers auf, während der von beiden Seiten Schüsse gewechselt wurden. Der Räuber flüchtete in ein klei­nes Gehölz, das von seinen Verfolgern umstellt wurde. Als er sah, daß er nicht entrinnen würde eine Kugel hatte ihn chwer verwundet beging er Selbstmord. Zum Staunen Der Beraubten erfannten sie in ihm ein Klubmitglied, das in Der ganzen Stadt geachtet und beliebt mar.

Hangcurt, Du weißt nit, wie weh Du mir tust; ich muß fast denken, ich wär am ganzen Unglück schuld. Und Du bist doch auch nit so ganz ohne Fehl g'west, hast durch Dein' Umgang mit dem Wildhirt so getan, als fragste nichts nach mir. Ich mußt doch denken, als läg' Dic nichts an mir, weil du doch wußtest, daß ich das nit leiden fonnt'."

Der Bursche empfand den Vorwurf, der in den Worten des so schmerzlich berührten Mädchens lag und er traf ihn umsomehr, als er ja doch sich nicht frei von Schuld fühlte. Sein Groll schwand dahin; er wich einem

Vergiftung durch bittere Mandeln. Opfer ihrer Nasch­haftigkeit sind zwei Drogistenlehrlinge zu Halle geworden, die vor kurzem in ein dortiges Drogengeschäft eingetreten waren. In der Mittagspause naschten sie bittere Mandeln und erkrankten schwer. Der Lehrling Koch starb bereits ver­Jangene Nacht an den Folgen der Vergiftung.

+ Bergwerkskatastrophe. Ein furchtbares Unglück er­eignete sich in dem Bergwerk Robinson Deep bei Johannes­burg. Ein Förderkorb, der fast an der Oberfläche angelangt war, stürzte infolge Seilbruchs 2000 Fuß hinab in die Tiefe. Die Insassen wurden getötet. 43 Eingeborene werden ver­mißt.

Im Südschachte der Guidogrube 1 bei Makoschau sind gestern durch den Einsturz einer Sicherungsbühne drei Häuer getötet worden.

A Ein schweres Erdbeben zerstörte im Süden von Formosa 170 Häuser. Zwei Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, 13 andere erlitten Verletzungen.

Hanseinsturz. In Marseille stürzte gestern ein älteres Haus ein, wobei sämtliche Einwohner verschüttet wurden. Dreißig Menschen wurden mehr oder minder verletzt aus den Schuttmassen hervorgezogen; zwei Personen waren tot.

Eine ganze Reihe von Liebes- und Ehetragödien ist wieder zu verzeichnen. In der Togostraße zu Berlin ver­letzte der Malergehilfe Otto Steinif seine frühere Braut, die Plätterin Ida Buchwaldt, durch vier Revolverschüsse lebens­gefährlich und tötete sich hierauf selbst, indem er sich eine Kugel in den Mund jagte. Motiv: Verschmähte Liebe.- Eine weitere blutige Liebestragödie spielte sich auf der offenen Friedrichstraße ab, wo der Postkartenhändler Willy Greubel, wie es heißt, ein verkommener Student, seine Ge­liebte, die frühere Kellnerin Elise Krainer erschoß. Greubel schoß sich dann eine Kugel in die Schläfe und starb bald nachher im Krankenhause. Weiter wird berichtet: Unter dem Verdacht des Gattenmordes beziehungsweise der Bei­hilfe wurden die Besißerwitwe Schmidt und der Schmiede­meister Gustav Milbrandt aus Neu- Battrom verhaftet und ins Konizer Gerichtsgefängnis eingeliefert. Die Frau hat die Tat bereits eingestanden. Bum Schluk eine Tödie

süßen und doch so unendlich Fummervollen Weh, dem Schmerz der Entsagung, der ihn mit Gewalt erfaßte, als er sah, daß alles hätte gut werden können und daß er nun doch dem hübschen Mädchen, mit dem er schon in der Schule so vertraut verkehrt, den Rücken wenden mußte und daß es dereinst einen Anderen zum Mann nehmen würde.

,, Du hast recht, Elsche," sagte er traurig,- ,, ich sein auch schuld daran! hätt' ich doch nie den Wildhirt gekannt."

" Ja, aber Hangcurt, muß es denn sein, daß Du nun nach Amerika machst, is es denn gar nit zu machen, daß Du hier bleibst?"

hinter den Koulissen. Im Theater Palais Royal za Barts machte abends während der Vorstellung ein junger, wenig bedeutender Schauspieler Jules Gravier in der Garderobe Er verletzte sich indessen den Versuch, sich zu erschießen.

nur leicht. Gravier war unglücklich in eine Koll egin berliebt.

OD Eine bemerkenswerte Operation ist soeben, wie aus Newyork gemeldet wird, in Utah an einem Kinde vollzogen worden, das einen Nagel verschluckt hatte. Ein langes gebogenes Stahlstück, das an einem starken Elektromagnet befestigt war, wurde in die Luftröhre eingeführt, und als der Strom in Tätigkeit gesetzt wurde, hing sich der Nagel an den Stahl und wurde auf diese Weise herausgezogen. die Anwendung anderer Instrumente war in diesem Falle ausgeschlossen, da sich der Fremdkörper an einer Stelle nahe dem Herzen des Kindes befand.

"' s geht nit, lieb Elsche! Meine Mutter sagt, wenn ich dablieb, wär's in furzer Zeit doch wieder die alte Leier mit dem Tiophel, und ich weiß nit, am End' hat sie recht der Tiophel is mein Teufel g'mest; er wußt mich zu allem zu verleiten."

Weitblicken d. Bankier( zu seinem Sohne, der Ein­jähriger ist, und sich aktivieren lassen will): tu, sag' mir, Morib, was wirst de haben, wenn de' mal sein wirst so e pensionierter General?"

" Ich will Dir was sag n, Hongcurt," sagte Elschen, " gch in Gottes Namen.' s wär' ewig schad' um Dich, wennste mit dem noch mal soulst's Zuchthaus ziern. Ich glaub',' s is am Besten so wie Deine Mutter will."

frühreife Jugend.

CB. Die beängstigende Häufung der Mord- und Selbst mordversuche und auch der ausgeführten Taten bei jugend lichen Liebespaaren müssen unbedingt auch dem skeptischster Beurteiler der sozialen Verhältnisse die Ueberzeugung bei bringen, daß unsere Jugend augenblicklich unter ungesunder Verhältnissen sich entwickelt. Innerhalb eines Monats sini allein in Berlin etwa ein halbes Dußend solcher Leiden des jungen Werther" zur öffentlichen Kenntnis gekommen. Jedes Mal dieselben typischen Erscheinungen! Erschwerung eine bernunftwidrigen frühen Heirat durch die weiseren Eltern oder maßlose Eifersucht. Das war anders zu den Zeiten, al der Großvater die Großmutter nahm. Damals kannte man noch nicht die überhitte Maschinerie des modernen Geistes: lebens, die Haft der Arbeit und den nervösen Drang zum Lebensgenuß. Unsere Jugend ist frühreif geworden, weil sie verhältnismäßig in viel zu jungen Jahren zu einer un zeitgemäßen wirtschaftlichen Selbständigkeit gelangt.

" Ja, Elsche,' s is so und ich seh, daß ich so g'fehlt hab', daß ich ett d'rfür leiden muß. Was sollen m'r noch stehn und uns' s Herz schwer machen? Leb' ewig wohl, lieb Elsche!"

Damit reichte er dem Mädchen die Hand. Nun der Abschied zu Ende ging, konnte es sich nicht mehr halten; es weinte und schluchzte und indem es das tat, schlang es den Arm um den Hals Hangcurt's und drückte den Burschen heftig an sich.

" Ja,' sollt nit sein," sagte dieser mit gepreßter Stimme. Aber' n Mäulchen, Elsche, denn' s is d's

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Denn beachtenswert bleibt bei allen diesen Fällen die Tatsache, daß es meist Arbeiter und junge Angestellte sind, die wegen des unverhofften Widerstandes gegen ihre Lieb. lingspläne sofort bereit sind, das köstliche Gut des Lebens wie eine ausgepreßte Schale von sich zu werfen. Es sind also jene Elemente, die aus der wirtschaftlichen Abhängig eit von ihren Eltern herausgetreten sind und dadurch wohl nuch nicht mehr ganz unter der elterlichen Zucht stehen. Diese frühe wirtschaftliche Selbständigkeit hat namentlich in den großen Städten ihre Gefahren. Selbst die sorgsamster Eltern wissen oft nicht, wo ihre Kinder in der Mußezeit ich aufhalten, und nicht selten sind sie überhaupt über die freie Zeit nicht einmal unterrichtet. In kleineren Pläzen wirkt die leichtere Möglichkeit der Kontrolle günstig auf die Jugendentwickelung ein. Außerdem fehlen dort die verderb lichen Eindrücke der Umgebung, wie sie die Großstadt mil ihrer Literatur, ihren Schaustellungen, ihren Theatern, Skandalprozessen und den unschönen Straßenszenen bietet. In der Großstadt werden die Kinder leider sehr früh zu Wissenden, und mit dem zu vorzeitigen Lebensgenuß kommi auch die vorzeitige Ernüchterung, die das Leben schal und merlos erscheinen läßt. Die Jugend ist die Zeit der Illu sionen und Ideale. Wem sie zu schnell zerrinnen, wer im Lebenslenze schon die Früchte des Herbstes pflücken will, der wird von jenem Ekel und der Empfindung der Leere über: wältigt, deren Opfer in letzter Zeit so zahlreich gefallen sind. Alle diese Fälle sind eine ernste Mahnung an die Eltern, in dieser bewegten Zeit doppelt ihre Fürsorge- und Aufsichts­pflichten auszuüben. Ist es wirklich notwendig, daß alle jungen Mädchen aukerhalb des Hauses ihrem Erwerb nach gehen, der doch vielfach nur zur Befriedigung luxuriöser Lebensansprüche benützt wird? Wäre nicht für viele, viele solcher jungen Geschöpfe, die um des elenden Mammons willen in Verkehr mit gefährlichen Elementen und in eine entsittlichende Umgebung gebracht werden, die häusliche Tätigkeit unter der Cbhut der Mutter, die auch die Freun dinnen der Tochter kennt und beobachtet, für die Gegenwar und die Zukunft nützlicher? Und die heranwachsende männ liche Jugend sollte vor allem zu ernster Tätigkeit auch in der Mußestunden angehalten werden und sollte auch kontrollier werden, wie die Mußestunden liegen und wie diese verbrach würden. Wenn die Eltern ihre Pflichten den veränderter Reiten arafen, dann werden sie sich viel Summer und Schmerz ersparen.

legte."

Innig hing sich das Mädchen an den Burschen, den es wieder so lieb hatte wie zuerst und füßte thn mit wilder Leidenschaft.

Draußen vor dem Dorfe ertönte ein kräftiger Peitschenknall.

" Sie warten auf mich, und's wird ihnen wohl zu lang. Mach's ewig gut, lieb Elsche!"

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" Leb' ewig wohl, mein Hangcurt!" Dann eilte der Bursche davon, bestieg den Wagen und fort ging's in die Nacht hinein- nach Amerika. Elschen aber stand noch länger auf derselben Stelle. Es ging ihm alles durch den Kopf, was irgendwie mit dem Hangcurt in Beziehung stand. Es gedachte der Zeit, da es mit ihm zur Schule gegangen und da es mit ihm das Tanzen gelernt unter dem Apfelbaum unten auf der Hute, und wie er seit der Zeit so oft ins Haus zu ihm gekommen war, als Gast natürlich, nebenbei aber als geheimer Schatz, wie sie da die Jahre her so manchen schönen Abend zusammen verlebt, wenn der Hangcurt neben ihm saß und mit ihm plauderte und nun war das alles vorbei; es fühlte sich verein­samt und das Leben hatte jeden Netz für es verloren. Der Pierer wußte natürlich am andern Morgen nichts davon, daß seine Frau den Hangcurt Knall und Fall nach Amerika geschafft hatte. Sie hütete sich auch wohl, ihm das mitzuteilen, weil sie nicht wußte, wie er es aufnehmen würde. Dagegen stellte er andern Tags bei der Behörde den Antrag, daß sein Sohn durch Gensdarmen in den Bereich seiner väterlichen Gewalt wieder zurückgeführt werde. Er machte dabei auch allerhand Andeutungen über das verdächtige Treiben des Liophel, daß der ein Dieb und überhaupt ein ge fährlicher Mensch set.

( Forts. folgt.)

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