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sträuben, so beweisen sie es ihnen mit dem Schwert, dem Scheiterhaufen und dem Rohrstock. Solche Naturen stehen aber im geradeſten Gegensatz zum Gelehrten und auch, wenn Sie wollen, zum Künstler. Diese sagen zu den Erscheinungen der Welt: Ich will mich euch hingeben, ihr sollt auf mich wirken und mich leise umgestalten, ich will mich in euch ver­wandeln und mein bescheidenes Selbst zu eurem Selbst er­weitern; ich bin nichts durch mich, sondern alles durch euch, durch die Bereicherung, die ihr mit gebt, indem ich euch mit großen Augen ansehe, euch verstehe, mich an euch entzücke, eins werde mit euch, und zu allerletzt das unendliche Emp­fangene in stillem Bilden zu einem geringen Teil ruhig wieder von mir ausstrahle. Ich liebe euch, wie ihr seid und meil ihr seid, nicht weil ihr so und so seid und ich euch viel Teicht noch besser machen kann; ich kenne nichts Gutes und nichts Böses, sondern ich sehe die fertige Welt mit Freuden und sage in meinem Herzen: Siehe, es ist alles sehr gut."

,, So stellt sich der Gelehrte und der Künstler vor die Dinge. Beide mögen gute Lehrer sein, aber nicht gute Erzicher. So war meine Natur, und so war ich ein schlechter Pädagoge. Es lag nicht in mir, auf Welt und Menschen eingreifend, umgestaltend, beherrschend zu wirken, auch nicht auf die kleine Welt der Schüler. Als ich das erstemal vor meiner Klasse stand, hatte ich meine Herzensfreude an den prächtigen Kerlchen. Nichts Holderes, Frischeres, Voll­kommeneres als so ein wilder Junge mit seiner täppischen Kraft, trobigen Eigenart, sprudelnden Unart. Und so ein Gebilde soll man ändern, in seinem Wachstum verbiegen und beſchneiden wollen, ſtatt die freudig wuchernde Natur in ihm staunend zu verehren? Ich ließ die schöne Natur freudig wuchern, bis sie mir gründlich über den Kopf gewachsen war. Ich verlor den Zügel aus den Händen, da ich ihn von vornherein nicht fest ergriffen hatte. Es war unmöglich, die verlorene Herrschaft wiederzugewinnen. Eine entfesselte Schülerschar ist wie ein durchgehendes Pferd, wenn es das Gebiß einmal zwischen die Zähne bekommen hat- an ein Halten iſt nicht mehr zu denken. Ich merkte, daß dieses Roß für mich ein für allemal verdorben war; ich mußte mir ein anderes zuzureiten ſuchen.

Ich verließ mein erſtes unglückliches Versuchsfeld und ging in eine andere Stadt, an ein anderes Gymnasium. Meinen Fehler hatte ich klar erkannt, ich hoffte, ihn künftig vermeiden zu können. Allein es ist nicht wahr, daß die Er­kenntnis eines Fehlers der erste Schritt zur Besserung ist, oder der erste mag es sein, aber es bleibt gewöhnlich auch der letzte. Denn unsere wahren Fehler, die nicht bloß äußere Angewohnheiten sind, wurzeln in uns unausrottbar, und wenn wir sie ablegen wollten, müßten wir uns selbst ver­nichten und mit dem Unkraut zugleich unsere besten Frucht ähren ausreißen. Nehmt einem Menschen seine Fehler, und ihr nehmt ihm seine Tugenden, deren andere nur beschattete Seite sie sind, und es bleibt nichts übrig als ein stygiſcher Schatten ohne Mark, ohne Blut, ohne Farbe.

" Ich verlor zum zweitenmal die Herrschaft über meine Klasse, weil sie mich nicht fürchtete, weil die klugen Schlingel meine Gleichgültigkeit gegen ihre Sünden fühlten. Ueber meine Strafen lachten sie, denn sie witterten es, daß sie eine Heuchelei waren, daß ich im Herzen mit ihnen fühlte und heimlich mit ihnen lachte. Ich gewann nicht den Gehorsam, aber auch nicht einmal die rechte Liebe meiner Schüler. Denn Kinder sind wie Hunde und Menschen: sie müssen geprügelt werden, um recht mit Begeisterung zu lieben. Kein Sterb­licher hat je so glühend hingegebene Anhänger gefunden als der große Massenmörder Napoleon. Von den Hundert tausenden, die sich für ihn schlachten ließen, starben viele Tau­sende freiwillig und freudig. Jesus von Nazareth fand statt der Tausende zwölf Jünger, und von den zwölfen verriet ihn der eine und der beste verleugnete ihn; von der Masse aber ward er gefreuzigt. Hätte sie Furcht vor ihm gehabt, sie würde begeistert für ihn in den Tod gegangen sein. Die Menschen können nicht lieben, ohne zu fürchten.

Diese Erkenntnis war die Frucht meines zweimaligen Mißlingens leider eine unfruchtbare Frucht. Ich ver­zichtete auf die Lehrtätigkeit, denn ein Veharren in derselben glich einer Verurteilung zu lebenslänglichem Martyrium; es gibt in der Welt für einen Mann keine so entblätternde, so entsittlichende Not als das Bewußtsein, seinem Berufe nicht 311 genügen. Ich wandte mich ganz der Gelehrtenlaufbahn zu. Ein paar tausend Mark, die meine Eltern mir hinter lassen, ermöglichten es mir, meine Studien zu vertiefen und zu vollenden. Doch als ich mich allenfalls reif fühlte, eine Dozentenstelle an einer Hochschule zu befleiden, war ich mit

der Hauptsache zu Ende mit dem Gelde. Es ist ja in Deutschland nicht möglich, diese edelste Laufbahn zu beginnen, ohne daß man sich einige Jahre lang selbst zu ernähren ver­mag. Auch zum Tempel der Wissenschaft ist der unentbehr­lichste Schlüssel das Geld. Ich aber stand dem Nichts gegenüber.

So blieb mir nichts übrig, als mich nach Jahren zum drittenmal in das verhaßte und gefürchtete Lehramt zu retten. So bin ich hierher gekommen und stand heute vor einer Ent­scheidung über Sein und Nichtsein. Aber zum Glück, ich hatte sie fürchten gelernt, die zarten Knaben; ich sah in ihnen die überlegenen Feinde, denen es bestimmt sein sollte, nach grausamem Kampf mein Leben völlig zu vernichten. Darum zitterte und bebte ich, als ich vor sie trat und diese meine Angst war es, die mich heute zum Sieger gemacht hat. Sie hat meine Züge schrecklich gemacht, ich sah es in allen Mienen, wie sie erschrafen über mein grimmiges Gesicht und wie sie sich beugten und duckten in zitternder Demut. Ich konnte unangefochten über sie herrschen in gelassener Milde; ich be­durfte keiner Strafe, um mir Gehorsam zu erzwingen. Mit meinem Igelpanzer gerüstet, hoffe ich, mich nun so lange gegen ihre Pfeile halten zu können, bis die Gewohnheit mir ein feſterer Schild geworden ist. Es ist also möglich, daß ich doch noch einmal Wurzel schlage im Leben. Das ist die Ge­schichte meines bösen Gesichts, meine Damen, urteilen Sie selbst, welch hohen Wert dasselbe für mich haben muß."

,,, wie merkwürdig!" sagte die Frau Rechnungsrätin. Helene sah ein Weilchen nachdenklich vor sich nieder. Dann sagte sie, mit verdeckter Schalkheit aufblickend:

" Ist es aber nicht ein bischen unvorsichtig, Herr Doktor, daß Sie uns ein so gefährliches Geheimnis in die Hände legen? Denken Sie doch, wenn Ihre Schüler auch nur eine Ahnung befämen von der inneren Ursache Ihrer Furcht­barkeit! Da würde es mit Ihrer Herrschaft ein schnelles Ende haben! Sie müssen nämlich wissen, wir haben morgen einen Damenkaffee."

Doktor Belling erschrak wirklich, vielleicht nicht minder über das Wort Damenkaffee überhaupt als über seine Un­vorſichtigkeit. Gleich darauf aber hafteten seine Blicke mit einem innigen Ausdruck an Helenens lachenden Augen, und er sagte, ihrer Mutter die Hand reichend:

Ich muß es wohl getan haben, weil ich Vertrauen zu Ihnen hatte."

Die Frau Rechnungsrätin zerdrückte eine Träne in ihrem Auge und machte ein Gesicht, als ob sie in ihrem Herzen ein ungeheueres Gelübde täte. Ihre Tochter aber war merklich rot geworden und goß dem Gast eilig neuen Kaffee ein, ob­gleich seine Tasse noch halb voll war. Auch sie mußte einen Schreck bekommen haben, denn ihre Augen suchten ängstlich auffordernd den Blick ihrer Mutter; doch die winkte ärgerlich den Kopf ſchüttelnd und blinzelnd ab.

Plößlich richtete Helene ſich trotzig empor und sagte mit bewundernswerter Feierlichkeit:

,, Herr Doktor, wir werden Ihr Vertrauen nicht miß­brauchen. Zum Zeichen deſſen will ich es sogleich mit einem Vertrauen erwidern. Sie sind ein erfahrener Mann; bitte, sagen Sie mir, was würden Sie von einem Mädchen halten, das in ihrer Jugend eine hohe, ideale Liebe gehabt hat und später in vorgerückten Jahren einen anderen Mann heiratete?"

Die Frau Rechnungsrätin machte verzweifelte Anſtren­gungen, dem Doktor einen abratenden Wink zu geben; er sah nichts, sondern hielt den Blick verlegen in die Kaffeetasse gesenkt.

Würden Sie ein solches Mädchen nicht für wankelmütig, oberflächlich, niedrig erklären müssen?" drängte Helene.

ja," brachte er endlich hervor, rot und ängstlich, ge­wissermaßen das heißt vorausgesetzt, daß der erste Ge­liebte jenes Mädchens würdig war, und-

Zweifeln Sie daran?" fuhr sie heftig auf.

Er sah sie erschrocken und fast traurig an und fuhr unsicher fort:

Gewiß, wenigstens ist es erhaben und edel, einer einzigen Liebe sein Leben lang treu zu bleiben-­

,, Nicht war, auch wenn sie unglücklich war?" rief Helene begeistert.

,, Dann ist es sicher am erhabensten."

Sie machte ein ganz entzücktes und triumphierendes Ge­sicht. Die Mutter rang still die Hände. ( Fortsetzung folgt.)

Wie der Wald so deutlich spricht: Zähigkeit ist stets das Beste." Was der erste Windstoß bricht Sind gewiß nur dürre Aeste.

*

Der Schat des Goldgräbers. Erzählung von Gustav Lössel.

( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) " Ja, wir!" schrie es im Chor. Und nun ein offenes Geständnis, wenn dir dein Leben lieb ist. Was ist es mit dem Schatz von Billybong? Wo hast du ihn?"

Den Schatz von Billybong?" wiederholte er, und ein verächtliches Lächeln zuckte um ſeine blutlosen Lippen. Gut. Ich will euch mein Geheimnis preisgeben."

Er wa rein stolzer, schöner Mann, ganz anders geartet und gekleidet wie die andern. Ich ahnte seine Ueberlegen­heit und erwartete voll Spannung, was er nun sagen werde. Er verschränkte die Arme über seiner breiten Brust, wie, um das stürmische Wogen derselben gewaltsam niederzuhalten. Dann begann er: Drei Jahre sind es her. Da unternahm ich meinen ersten Ausflug nach Geelong. Aber nicht wie ihr, um das sauer Erworbene in wenigen Tagen zu ver­jubeln, sondern um mich wieder einmal als Mensch unter Menschen zu fühlen. Ich wollte mich neu einkleiden und mit dem verſehen, was ich brauchte, Licht und Luft für mich und meinen Geist, das war es, was ich suchte.

Ich fand weit mehr als das, das Herz und die Liebe eines armen jungen Mädchens, welches soeben zur Waiſe geworden war. Sie hatte niemand, an den sie sich um Bei­ſtand wenden, auf den ſie ſich ſtüßen konnte, und obwohl von besserem Herkommen, wäre sie jetzt genötigt gewesen, zu dienen, um ihren Unterhalt zu gewinnen; denn Kennt nisse sind bei uns ja leider weniger begehrt, als ein Paar starke Arme zur Arbeit. Aus ihren klugen Augen sprach so viel Güte, Sittsamkeit und Treue, und sie war so engels­schön, daß ich mich glücklich schäßen durfte, mein Schicksal mit dem ihrigen verbinden zu können. Sie wurde meine Frau­

Aber was nun? In Geelong konnte ich nicht bleiben, denn ich war und bin ja nur ein Goldgräber. Und Mary nach Billybong zu führen, das ging noch weniger an. Sie hätte dort nur mit den Verlorenen ihres Geschlechts ver­kehren können, und schließlich hätte man sie wohl auch für nichts beſſeres gehalten. Jede Beleidigung aber hätte ich in dem Blute des Beleidigers ausgelöscht, und ich wollte selbst um ihretwillen nicht zum Mörder werden. Ich weiß es, viele von euch nehmen das leicht, eure Haltung beweist es. Nun, ich bin ein Mann des Friedens immer gewesen und hoffe es auch zu bleiben bis an das Ende meiner Tage. Mary wußte mir guten Rat. In einem versteckten Berg­winkel, mehrere Stunden Weges von Billybong, wollten wir uns ansiedeln und unser junges Glück vor aller Welt ver­borgen halten. Ich stimmte freudig zu. So kam ich hierher. Eine Hütte war leicht errichtet und so gut ausgestattet, als es eben jemand kann, der sein eigener Bauherr ist und über feine zu großen Mitel verfügt.

Unter dem wohltuenden, bildenden Einfluß meiner guten Mary begann damals die Wandlung in mir und um mich, die ihr so auffällig bemerktet. Ihr tadelt, daß ich mich von euch zurückzog. Wie konnte es anders sein? Der innige Verkehr mit diesem reinen Wesen bewahrte meine Seele vor Versumpfung. Ich wurde sparsam und arbeitssam. Jeden edlern Trieb wußte sie in mir zu wecken und zu stärken. Was böses an mir war, sie hat es ertötet.

Ich wollte euch nicht auf meine Fährte locken, das Heilig­tum der Familie vor Entweihung bewahren. Daher die Heimlichkeit meiner Bewegungen. Und gerade diese Heim­lichkeit erhöhte den Zauber, den meine liebe Frau mit ihren Rosenfingern um unsere stille Bergheimat wob. Sie um­zog die Hütte mit Wein, legte ein Gärtchen an und tat alles, um mir das Kommen leicht und den Abschied schwer zu machen.... den Abschied!"

Er hielt inne und schöpfte tief Atem. Ich sah seine Lippen frampfhaft zittern.

Ein Jahr ging so dahin," fuhr er dann fort. Ich war ein seliger Mann. Das höchste Glück der Ehe, die Eltern­freude schien mir erblühen zu sollen, und sie erblühte mir auch, aber ach! um welchen Preis!... Ich hatte Mary be­wegen wollen, für kurze Zeit nach Geelong zu übersiedeln.

Sie weigerte sich hartnäckig. Es hatte sich eine alte Lubra ( schwarze Frau) bei uns eingefunden.

Was soll ich euch weiter sagen, Kameraden? Ich holte noch eine Frau von Geelong herüber und glaubte damit alles getan zu haben, was die Umstände erheischten. Un­seliger Irrtum! Wir brauchten im entscheidenden Augen­blick ärztliche Hilfe. Die kam zu spät. Mary starb... Wir stehen hier an ihrem Grabe."

Unwillkürlich richteten sich aller Blicke auf den Erdhügel. Wir erkannten ihn nun auch als ein Grab. Die Waffen sanken herab, die Männer traten einen, zwei Schritte zu­rück. In den Mienen einzelner spiegelten sich allerdings Spott und Zweifel.

,, Hier kniete ich eben nieder, um zu beten," sprach Fiel­ding, während ein leichtes Rot sich über seine bleichen Wangen breitete. Ja, warum soll ich es nicht eingeſtehen! In der Stunde, in welcher meine arme Mary bei vollem Bewußtsein für immer von mir schied, lernte ich beten, lernte ich meine Knie und meinen ſtarren Nacken beugen vor dem, den ich so leugnete, wir ihr ihn heute noch leugnet. Sie selbst legte sterbend meine Hände ineinander. Blick auf zu Gott!" sagte sie. Du mußt es, wenn dein Auge mir noch weiter folgen will durch Nacht und Raum. Tue es, wenn auch nicht um meinetwillen, doch für dein Kind, das dich einſt fragen wird, wo seine Mutter ist."

Da sank ich hin, da begrub ich mein Gesicht in den ge­falteten Händen und weinte, wie ich nur als Kind geweint. Das war mein erstes Gebet.

Ich hatte die alte Lubra nach dem Arzt geschickt. Er kam zu spät. Hier betteten wir mein Vöglein, wo ich ihm sein Neſt gebaut.

Es dauerte nicht lange, bis ich mich von diesem schwersten Schlage, der mich je betroffen erholte. Ich suchte meinen Trost in harter Arbeit. Das tut wohl, das beruhigt, und ich hatte das Bewußtsein treuer Pflichterfüllung. So mehrte sich mein Wohlstand, den ihr mir neidet, und wenn ich auch nicht so viel verdiente wie mancher andere von euch, so hatte ich doch mehr, denn ich hatte gelernt, das Meine zuſammen­zuhalten.

Was sollte ich euch das alles sagen, warum euch zu dem Grabe meiner Mary führen? Ihr hättet mich doch nur ver­lacht. Das war für mich jetzt geweihte Erde, ein Tal des Friedens, in das ich hoffte, daß der Streit von Billybong nie dringen würde. Gott hat es anders beſchloſſen, viel­leicht um durch mein Beispiel bessernd auf euch einzuwirken, vielleicht um mich noch weiter zu prüfen. Ich beuge mich vor ihm... Doch nicht vor euch!" fuhr er, sich aufrichtend, mit blizenden Augen fort. Geht hin, woher ihr gekommen seid und laßt mir meine schwer erkämpfte Ruhe!"

Ein Murren entſtand. Die scharfen Worte trafen und reizten zum Widerspruch. Es war Tag geworden und die dumpfe Zwielicht- Stimmung von uns gewichen.

Stimmen wurden laut, welche den Schatz forderten. Lüge! Vorwand! Komödie!" hieß es.

Fieldings Stimme übertönte alle.

Meinen Schatz wollt ihr ſehen?" rief er. Hier schaut her!"

Er schritt ſeitwärts und lenkte ſo unsere Blicke auf eine hinter Buschwerk versteckte Hütte. Weinlaub umrankte sie, ein Gärtchen blühte um sie her, ganz wie er es beschrieben hatte.

Er ging hinein und erschien wenige Sekunden später wieder auf der Schwelle. Er trug ein Kind auf dem Arm, ein hübsches, zweijähriges Mädchen, welches liebend die Aermchen um seinen Nacken schlang.

Das ist mein Schatz!" sagte er frohgemut mit dem ganzen Stolze des Vaters. Einen andern habe ich nicht. Wenn ihr den auch für den eurigen erklärt, dann habe ich nichts dawider. Denn so elend ist von den Männern von Billybong doch keiner, daß er einem Kinde etwas böſes tun möchte."

" Nun, Mary," fuhr er zu der Kleinen gewendet fort, wünsche dieſen Gentlemen einen guten Morgen; denn sie haben einen weiten, mühseligen Weg zurückgelegt, um zu dir zu kommen."

Das in seinem weißen Hemdchen überaus reizend aus­sehende Kind lachte unbefangen; unter dem blonden Locken­gewirre blickten ein paar blaue Schelmenaugen uns an. Es legte dann die Patsche an das Rosenmündchen und warf uns Kußhände zu.

Hinter Fieldings Rücken tauchte das ängstlich besorgte Gesicht der alten Lubra auf. Und auf diesem reizenden

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