Ausgabe 
27.2.1904 Zweites Blatt
 
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Erinnerungen

chinesischen

Geheim polizisten. ( Nachdruck berboten.)

großer

Cile 311 sein und etwas Wichtiges vorzuhaben.

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Ich wandte mich um und erhaschte mit dem Blick einen an­fand, ging er über den Damm und verschwand in einer Allee. stehen, chte etwas unter seiner Bluse, und da er es nicht er ungefähr dreißig Meter von mir entfernt war, blieb er Quen Bluse, der in das Haus schlüpfte.

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Entsprechend.

Standesbeamter

( zu einem Artisten, der sein Ehe- Aufgebot be= stellt und dabei im Trikot­anzug unterm Ueber­zieher erscheint): Es ist höchst unpassend, in Asolchem Aufzuge hier zu erscheinen." Artist: Dics Kostüm trage ich immer, wenn ich mich zu einem bevorstehenden Kampfe rüsten."

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Ridon

den Tisch. So, nun bitte, zeigen Sie uns das Zimmer!" Der alte Matschke betrachtete höchst erstaunt und prüfend das Goldstück, dann ließ er es einige Male aufklirren.

Geh', Auguste, zeig' das Zimmer. Von dem Gelde gebe ich Ihnen morgen früh wieder!" rief er dem Hauptmann nach. Kaum war das Ehepaar mit Frau Matschke draußen, als der Briefträger einen Brief zum Fenster hereinreichte. Herr Matschke öffnete und las. Was ist denn?" forschte der Katastersupernumerar neugierig. Ach, da schreibt eben ein neuer Bezirksoffizier von Werner, er käme heute abend an, und verlangt ein Zimmer mit zwei Betten. Wird wohl jetzt mit dem Zuge kommen. Da will ich nur' s Haus aufschließen gehen. Gut, daß meine Frau den Schauspielern oben das kleine Zimmer zurecht gemacht hat." Kaum war der Wirt wieder an den Tisch Birkes gelangt, als man draußen Stimmen hörte. Eine Finsternis in der Bude hier, zum Kuckuck, komm hier, Elvira, bon soir, messieurs!" Ah, da sind Sie schon!" flüsterte Herr Matschke.- Ganz er gebenster Diener, meine Herrschaften," näherte er sich nun mit einer tiefen Ver­beugung, ich freue mich, die Herrschaften Na, was in meinem Hause zu sehen!"

gibt's zu trinken, Herr Gastwirt, habe einen fannibalischen Durst!" rief der Herr. ,, Und ich Hunger!" ergänzte Frau Elvira.

-Stehe sofort mit allem zu Diensten, darf ich vielleicht einen guten Rotwein heraufbringen, Herr Baron, meine Frau crscheint auch gleich und wird alles her­geben, was die Speisekammer aufzuiveisen hat!" Gott, machen Sie feene Geschich ten," meinte etivas verwundert der Herr, ,, aber, ivenn Sie gerade wollen, können Sie ja Rotwein ranschleifen!"- ,, Wie be= scheiden," dachte Herr Matschke im Ab­gehen, anders, wie die Schauspieler, die gleich welchen verlangten."- Auf dem

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Zerstreut.

Flur traf Matschke den alten Gepäckträger, der mit einem großen Stoffer hereinkam. Hier bring' ich für Herrn Hauptmann den Koffer ,,, v. W." steht darauf." -Aha; die Herrschaften sißen drinnen," sagte Matschke, ,, wir wollen mal fragen, ob sie den Koffer bald' rauf haben wollen." Darauf öffnete er die Tür wieder. " Hier bringt der Gepäckträger den Koffer, Herr Baron!" Der Herr drehte sich verwundert um. Wir haben ja gar keinen mit!"" Na, b. W." steht doch darauf, Herr Baron?"" Was geht das mich an, warum nennen Sie mich überhaupt Baron, ich heiße doch Wilhelm Hauptmann, ich schrieb Ihnen doch, ich bin der Theater­direktor!" Nach einigen Minuten stand Herr Matschke tiefbetrübt vor dem Wernerschen Paare und bat um Ent­schuldigung über den Irrtum." Das ist ja köstlich," freuten sich der Hauptmann und seine Frau, wir waren schon halb verzweifelt, na, gut, nun führen Sie uns in das bessere Zimmer, und bringen Sie uns einen guten Rotwein herauf. Und dem anderen Hauptmann da unten setzen Sie auch eine Flasche hin, die Sie mir mit anrechnen können, und ein andermal behandeln Sie Hauptleute höflicher, auch wenn Sie feine große Rolle mehr spielen können!"

Der gehorsame Jean.

Baron v. N. hat zwei Herren zu Tisch geladen. Als der Diener mit einer Schüssel erscheint, fragt er: Was ist das?" ,, Das ist ein Huhn, Herr Baron!"

,, Du mußt noch viel lernen," belehrte der Baron seinen Diener nach dem Weggang der Gäste. Warum sagtest Du:, Das ist ein Huhn? Du hast mir damit wenig Ehre gemacht. Gewöhne Dich daran, in solchem Falle fünftig den Plural zu gebrauchen; es klingt doch viel wohlhabender, wenn Du sagst:, Das sind Hühner!""

Als der Baron wieder einige Freunde bewirtet, richtet er an den mit einer Schüssel hereintretenden Diener dieselbe Frage: Was ist das?""

Mit schlauem Augenzwinkern nach den Gästen hin er­widert der gewitzigte Jean: ,, Das sind Rinder, Herr Baron!"

Hebamme( dem Professor seine Zwillinge präsentierend): Sehen Sie mal die prächtigen Jungen!" Professor: Ach wie reizend, darf ich mir einen aussuchen?"

zu beseitigen sind. Die Aufforderung zur Beseitigung der vorgefundenen Mängel ist nach Beendigung des Wiesenganges ungesäumt durch den Bürgermeister orts­üblich bekannt zu machen.

Das Protokoll über den Wiesengang ist von allen Beteiligten zu unterzeichnen. War ein Mitglied des Wiesenvorstandes an der Teilnahme verhindert, so ist dies am Schlusse des Prokofolls zu bemerken. Sollte der Wiesenvorstand nicht mehr vollzählig sein, so wollen Sie uns nach Anhörung des Gemeinde­rats als bald besondere Vorlage machen.

In den nachstehend verzeichneten Gemeinden wird ein Beamter der Großh. Kultur- Inspektion Gießen, ge­mäß Art. 4, Absatz 2 der Wiesenpolizeiordnung an dem Wiesengang teilnehmen. Der Tag und die Zeit. des Beginnes des Wiesenganges sind bei jeder Gemeinde besonders bemerkt. Die Zusammenkunft findet jeweils auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters statt.

1. Beltershain am 8. März 9 Uhr vormittags 2. Stangenrod ,, nachmittags bormittags ,, nachmittags bormittags

3. Rödgen

4. Annerod

5. Garbenteich

6. Bersrod

7. Harbach

8. Hodheim

9. Steinheim

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nachmittags Sie wollen ferner veranlassen, daß gleichzeitig mit dem Wiesengang die durch Statut vorge­schriebene Lokalschau des Vorstandes der in Ihrer Gemeinde bestehenden Wassergenossenschaften Die Genossenschaftsvorstände borgenommen wird.

haben hierbei insbesondere ihr Augenmerk darauf zu richten, ob sich die genossenschaftlichen Anlagen in gutem Zustande befinden und ob etwa Unterhaltungs­oder Verbesserungsvorschläge zu machen sind. In Ihrem Begleitbericht zum Wiesengangsprotokoll ist anzugeben, ob die Lokalschau der Wassergenossen­

schaften, wie angeordnet, stattgefunden hat.

J. V.: Dr. Kranzbühler.

frieden über die bisherige Wahrung der Neutralität. In einzelnen Provinzen regt sich bereits die offene Rebellion, die mit Japan liebäugelt. Da ein großer Teil der chinesischen Machthaber und Generale sich auch für einen Anschluß an Japan aussprechen, so hat die chinesische Regierung einen schweren Stand und wird kaum auf die Dauer ihre Neutra­lität bewahren können. Aus Peking wird über diese Ange­legenheit berichtet:

Die Generale Ma und Tschi wollen angeblich beim Kaiser Widerspruch gegen die Neutralität Chinas erheben. Der japanische Gesandte in Peking drängt China zu einem entscheidenden Schritte. Offenbar von ihm beeinflußt, haben Quanschifai und andere Staatsmänner der Regie­rung eine Denkschrift überreicht, worin sie auf der Not. wendigkeit eines Schuk- und Trukbündnisses Chinas mit Japan bestehen. Japan verspreche, wenn es Koarea er­halte, die Mandschurei nicht anzurühren und keine Schritte gegen das chinesische Kaiserhaus zu unternehmen.

Sollte es dem großen Einfluß Yuanschikais und seiner Hintermänner gelingen, diesen Plan durchzusetzen, dann wäre der Weltkrieg unvermeidlich, denn in China laufen die euro. päischen Interessenfäden in dichtem Knäuel zusammen.

Ueber neue Operationen liegt nichts Bemerkenswertes bor. Dagegen äußern sich jetzt auch amtliche japanische Dar. stellungen über

die letzten Vorgänge vor Port Arthur. Danach waren es fünf japanische Kauffahrteischiffe, die dazu bestimmt waren, den Hafeneingang zu sperren. Sie hatten eine Größe von 1000 bis 2000 Tonnen und waren zur Täuschung des Feindes mit einem kriegsschiffähnlichen Anstrich versehen. Wie Admiral Kammimura berichtet, wur. den sie von ihren Besagungen selbst versenkt. Doch mußten sich die japanischen Flottenführer später davon überzeugen, daß das Versenken der Brander von keinem namhaften Er­folg gewesen, mit anderen Worten die Hafeneinfahrt unver­sperrt sei. Sämtliche Besatzungsmannschaften, ebenso wie die Torpedoboots flottille seien unversehrt geblieben. Zum Schluß macht Admiral Kammimura noch die Mitteilung, daß das japanische Kreuzergeschwader einen russischen Tor. pedobootsjäger vernichtet habe.

Die Politik.

Gine interessante Uebersicht bietet eine soeben erschienene Statistik aus der Reichspostverwaltung, der wir einzelne

13. Jahrgang.

ionspreis: Die einspaltige Betttzelle für ganz te Kreise Wetzlar und Marburg 10- Pfg. fonft 15 Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg.

Boftgeltungsliste No. 3269.

on und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluk Nr. 362.

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Gießen und Umgebung. Behörden von Oberhessen.

ehmen. Die Zahl der Beamten der Reichs- Post­aphenverwaltung ist zu Anfang des Jahres 1904 eniger als 217 716 Personen angewachsen. Gegen r bedeutet dies eine Vermehrung um 7810 Köpfe. enstellen sind im letzten Jahre um etwa 2400, die beamten um 2700 vermehrt worden. Bei den ' n und nicht mit Postanstalten vereinigten Tele­tern und Stadtfernsprechämtern werden 20 397 eschäftigt, und zwar im Telegraphendienst 9987, rechdienst 10 410. Der Fernsprecher nimmt also mehr Kräfte für sich allein in Anspruch, als der

ingst angekündigte Gründung des Reichsverbandes Sozialdemokratie ist jetzt erfolgt. Aus den Sta Berbandes, der seinen Sitz in Berlin hat und das sgebiet umfaßt, heben wir folgendes hervor: Der ill die Sozialdemokratie als politische Macht be­nd hierzu alle Gegner der Umsturzpartei zu ver jen; er kennt feinen Unterschied der Parteistellung. verband verfolgt lediglich politische und nationale will der Vaterlandslosigkeit und republikanischen der Sozialdemokratie entgegentreten und wird en, auf die Wahlen im nationalen Sinne einzu­r will die arbeitende Bevölkerung durch Wort und rüber aufklären, daß die Sozialdemokratie nur je Zwecke verfolgt, um ihre politischen Führer zur zu bringen, und daß sie die angebliche Interessen­der Arbeiter in dem Streben nach politischer Macht e. Sobald als möglich sollen provinzielle Landes­eschaffen werden. Der Jahresbeitrag ist auf min­Mark, für korporative Mitglieder auf mindestens emessen. Der Verband soll erst dann wirklich ins en, wenn sein Bestehen durch eine entsprechende zahl und ihre finanzielle Unterstützung auf Jahre ichert ist.

er den Inhalt des deutsch- italienischen Handels­wie er zwischen den Unterhändlern beider Staaten bereinbart ist, wissen italienische Blätter zu be Deutschland Italien zwar einige Zugeständ f die Zollsäge bei Früchten und Gemüse machen jegen feine 3ollfreiheit für Getreide und ichterungen für Wein gewähren wolle. Die Mel­t feineswegs glaubwürdig. Uebrigens rechnet man ischen Regierungskreisen mit dem Abschluß der rtragsverhandlungen bis zum 15. März.

Hannover kommt die Meldung, daß die Re gierung beabsichtige, in der Residenz an der Leine eine Polizei- Akademie zu schaffen. In dieser Akademie sollen Be amte aus dem ganzen Reiche für den Dienst als Polizei. kommissare und Polizeioffiziere vorbereitet werden.

England.

Der neue Generalinspekteur der britischen Armee, Her­zog von Connaught, hat jetzt seine Ansichten über die britische Heeresreform näher dargelegt. Er meint, für den Aus­landsdienst genüge eine Freiwilligenarmee. Was die heimische Armee angehe, so schwebe ihm eine auf dem Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht be­ruhende Defensivarmee ohne sehr lange Dienstzeit vor, die hinreichend und vollständig geschult sein müsse. Aus dieser tönnten dann Freiwillige für den auswärtigen Dienst auf­gerufen werden, die am Ende ihrer Dienstzeit eine Bension zu erwarten hätten. Es wird wohl noch eine Zeitlang dauern, ehe sich die Engländer zu der ihnen ganz und gar nicht will­tommenen allgemeinen Wehrpflicht bequemen.

* Auch wenn die britische Regierung nicht am Tage des Kriegsbeginns in Ostasien einen groben Schriftwechsel mit Rußland wegen Tibets veröffentlicht hätte, war es doch für jeden Kenner britischer Politik klar, daß das Inselreich die russische Verwickelung mit Japan benußen würde, um in Tibet Rußland den Weg zu verlegen. Wie jetzt aus London berichtet wird, ist England entschlossen, falls Tibet nicht eine antirussische und zugleich englandfreundliche Haltung an­nehme, gegen Tibet militärisch vorzugehen. Den Russen wird das ja höchst ungelegen kommen. Ob aber nicht julegt England die Zeche zahlen muß, ist die Frage. Oesterreich- Ungarn.

Trotz aller Heimlichkeit ist es doch ans Tageslicht ge tommen: Sesterreich- Ungarn macht mobil mit Rücksicht auf ein etwa nötiges bewaffnetes Eingreifen auf dem Balkan. Außer der Mobilisierung des gesamten stehenden Heeres wird sogar diejenige des Landsturms 1. Aufgebots vorbereitet. Zugleich steht eine Neubesetzung der Kommandostellen bevor: 20 bis 25 Generale sollen verabschiedet werden. Es erhielten bereits einige Generale, die die vierzigjährige Dienstzeit überschritten hatten, die Aufforderung, ihr Gesuch um Ben­jionierung einzubringen. Wie in diplomatischen Kreisen ver­lautet, hat Desterreich bei den Großmächten angefragt, wie sie sich zu einer etwaigen, durch den Berliner Vertrag der Wiener Regierung zugestandenen Befeßung des Sandschaks Nowibasar verhalten würden. Hoffentlich gestalten sich die Verhältnisse so, daß ein Eingreifen Osterreichs auf dem Bal­fan überflüssig wird.