Ausgabe 
27.2.1904 Zweites Blatt
 
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Enfant terrible.

,, Was," sagt ein Besuch, Ihr Klavier haben Sie verkauft? Mich wunderts, daß Sie für das alte Instrument doch noch einen Liebhaber fanden!"

,, O," ruft die kleine Else dazwischen, es waren sogar noch zwei andere Gerichtsvollzieher da, die es auch gewollt haben!"

Kühne Ausflucht.

,, Angeklagter, es wird Ihnen also zur Last gelegt, daß Sie die Verwirrung während des Erdbebens benutzend in das Arbeitszimmer des Bankiers in diebischer Absicht eingedrungen sind was haben Sie dagegen vorzubringen?"

,, Herr Präsident, ich war so erschrocken; ich glaubte Aber was hatten Sie dann am Schreibtisch des fest, nun gehe die Welt unter!" Bankiers zu tun?"

Ich wollte nur noch an meine Mutter einen- Abschiedsbrief schreiben!"

Falsch verstanden.

,, Fräulein Jda, was schließen die Professor der Botanik( in einer höheren Blumenblätter alles ein?" Töchterschule):

Professor: Nehmen Sie doch einmal eine der Fräulein Jda( zupft Blatt für Blatt bedächtig Blumen hier zur Hand, pflücken Sie die einzelnen Blätter ab und sehen Sie zu, was sich dann herausstellt!" ab und haucht errötend): Er liebt mich!" ( Fräulein Jda schweigt.)

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ich erstere ausübe,

so

**

streng verlange ich auch die Anerkennung der letzteren. Ich habe mein Wort verpfändet; du wirst es einlösen, alle Folgen kann ich mit ruhigem Gewissen verant­

worten."

Du bestehst wohl nur deshalb so sehr darauf, weil du Un­frieden zwischen mir und meiner jungen Stiefmutter fürch test," sagte Irma, die sich erhoben hatte und furchtlos in das hochrote Antlitz ihres Vaters schaute.

Du weißt, daß ich immer ein folgsames Kind gewesen bin, auf dessen Liebe du vertrauen durfteſt," fuhr Irma zu ihrem Vater fort, von mir hast du wahrlich keine Störung deines häuslichen Friedens zu fürchten. Und wenn du ehr­lich sein willst, so wirst du zugeben müssen, daß hier von einer glänzenden Partie kein Rede sein kann, denn der Maler v. Weisweiler hat nichts und ist nichts, wird auch nie mehr werden als ein mittelmäßiger Maler, der mit seinem Einkommen kaum sein Taschengeld bestreiten kann. Wenn er zum Hofmaler ernannt wird, so erhöht ihn das in meinen Augen nicht, denn nicht seinem Talent und seinen Leistungen, sondern nur den Bitten seines Vaters würde er diese Stel­lung verdanken, die einem Besseren gebührt."

Was soll das alles?" brauste der Direktor wieder auf.

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,, Seitdem die Müller wegen ihrer Fettsucht nicht mehr beim Ballet ist, geht es ihr recht gut; sie fährt Reklame für eine Gummireifenfabrik!"

Belastungsprobe.( Bild nebenstehend.)

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Mein Vater," antwortete Gustav ruhig. Ist es nicht deine Absicht?" Einstweilen ist es noch ein Projekt unserer Väter," wich Ottokar einer bestimmten Antwort aus.

Mit dem du einverstanden bist." Weshalb sollte ich es nicht sein?"

" Ich würde dir sicherlich keinen Vorwurf daraus machen, indessen meine ich, es wäre richtiger gewesen, wenn du dir zuvor das Jawort Frmas gesichert hättest."

Wieder blickte der Maler auf, ein Anflug von Hohn lag jetzt in dem Ausdruck seines Gesichts.

Sprich dich offen aus," sagte er, wenn ich voraus weiß, daß ich das Jawort nicht erhalte, so werde ich nicht der Narr sein, mir einen Korb zu holen."

" Ich bin nicht ermächtigt, dir diese Erklärung zu geben," erwiderte Gustav; aber willst du einen guten Rat an­nehmen?"

Sehr gerne."

( Fortsetzung folgt.)})

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5. Garbenteich

6. Bersrod

7. Harbach

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der 10000 Hoffnungen. großer Gile zu sein und etwas Wichtiges vorzuhaben. Als

us den Erinnerungen chinesischen Geheimpolizisten. ( Nachdruck verboten.) als war ich von der Regierung in Pefing mit hen Missionen betraut worden. Ich bin von er, war aber schon als Kind nach China prach das Chinesische wie ein Eingeborener. empfing ich eine wichtige Botschaft vom Nan teilte mir mit, daß Seine faiserliche ohn des Himmels, meiner Dienste bedürfe. einem Sterblichen, den die Götter ehren, ich in der Audienz den Worten des ersten r haben erfahren," sagte er, daß in Nanking jellschaft besteht, die sich der Bund der zehn­gen" nennt. Das wissen wir, aber weiter its herausbekommen. Der Gouverneur von zwar, daß seine Feinde die Angelegenheit hätten. Aber wie ich aus anderer Quelle eime Gesellschaft ziemlich gefährlich. Sind die Zwecke und Ziele des Bundes zu er

wundern, daß ich so viel esse, gnädige Frau

--

- ich habe nämlich Ihretwegen drei andere Mittagessen im Stich gelassen!"

Brutt und Verlag: Neue Berliner Verlags- Anstalt, Aug. Krebs, Charlottenburg bei Berlin, Berlinerstr. 40. Berantwortlich für die Redaktion der Neuen Berliner

Berlags- Anstalt, Aug. Krebs,

Charlottenburg: C. Schulz,

Charlottenburg,

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37.

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Sollte de sein, so wolle rats als bald ein Beamter mäß Art. 4.

In den

ſich unverzüglich nach Nanking und sprechen neur Chung- Ki vor. Sie werden ihm diesen und dann herauszufinden suchen, in welcher pirkſamſten zuſammen arbeiten."

assen.

ich zu überlegen. Ich wußte, daß die Pro­en Gesellschaften übersät war. Die Mehrzahl ie Mandschu- Dynastie zu stürzen. Stunden hatte ich Peking bereits verlassen, if dem Wege nach Tientsin, wo ich einen Schanghai bestieg. Als Chinese betrat ich Engländer verließ ich es. Es war mir leicht, zu gelten. Der Schnitt meines Gesichtes ist h. Ich besitze nicht allein dunkle Augen, son­rvorspringende Backenknochen. Ohne diese wäre meine Nationalität schwerlich zu ver­Selbst das Haar ließ ich nach chinesischer Als Europäer trug ich eine Perücke. besuchte ich sogleich den Gouverneur Chung­Mann von mittlerer Größe, sehr mager und

t, von dem man die Verschmißtheit ablesen hanne entging sicherlich nichts, nicht das Ge­Kleidung, noch meines Gesichts oder meines

s nicht erwartet, Sie wie einen Europäer n," begann er, meine Person musternd.

mich gewöhnlich, wie man es am wenigsten meine Antwort. mein Herr," fuhr er fort, Sie sprechen

ießend chinesisch, haben aber dennoch einen erkung wird mir heute zum ersten Male ge­murmelte er.

e nämlich einen etwas fremden Accent beim Sprechen aus ganz bestimmten Gründen angenommen. Wahrscheinlich ist Euerer Exzellenz Intelligenz größer als die anderer Leute," sagte ich höflich.

Er lächelte kühl.

In dem Brief hier," sagte er, werde ich ersucht, alles, was ich über den Bund der zehntausend Hoffnungen" in Erfahrung gebracht habe, Ihnen mitzuteilen."

Nach den Meldungen, die Sie gemacht haben," bemerkte ich, wissen Sie wenig zu berichten. Erzellenz müssen jedoch nicht glauben, daß wir annehmen, Sie wüßten nicht genau, was um Sie her vorginge. Hat die Gesellschaft politische Zwecke?"

Unbedingt."

" Halten Sie den Bund nicht für gefährlich?"

Nein. Gar nicht. Es sind nur einige Kulis, die sich von Geistern inspiriert glauben."

Ich konnte nichts Vernünftiges über den Bund aus dem Gouverneur herausbringen und ging. Nach meiner Gewohn­heit, auf der Straße alles, was um mich vorging, zu beob­achten, bemerkte ich plötzlich, daß auch ich beobachtet wurde. Ich sah einen Kuli in einer grauen Bluse. Er schien in

er ungefähr dreißig Meter von mir entfernt war, blieb er stehen, chte etwas unter seiner Bluse, und da er es nicht fand, ging er über den Damm und verschwand in einer Allee. Ich wandte mich um und erhaschte mit dem Blick einen an­deren Kuli in einer grauen Bluse, der in das Haus schlüpfte. Jetzt wurde die Sache interessant, was sollte die Ver­folgung bedeuten?

Nachdem ich etwa zwei Stunden, immer gefolgt von einem Kuli, umbergelaufen war, suchte ich das Wirtshaus auf, wo ich ein Zimmer genommen hatte. Als ich eintreten wollte, sah ich den ersten Graublusigen am Eingang der Straße gehen. Ich hatte dem Gouverneur meine Adresse nicht angegeben, folglich war mir der Kuli nur auf seinen Befehl nachge­

gangen.

Auf einem schmalen Gang, zu dem eine schmutzige Treppe führte, lag mein Zimmer. Ich zündete mir eine Pfeife an und begann, mir die Situation klar zu machen. Dabei blickte ich zum Fenster hinaus auf schmußige Hinterhöfe und schräge Dächer. An eine Flucht war nicht zu denken.

Ich holte aus dem Koffer mein chinesisches Gewand, und dank dem orientalischen Schnitt meines Gesichtes hatte ich mich unerkennbar in einen Chinesen verwandelt. Um die Täuschung vollständig zu machen, setzte ich eine große Horn­brille auf und ging nun hinunter in das Gastzimmer. Drei oder vier Leute tranken Tee und plauderten. Ich ließ mir gleichfalls eine Tasse Tee bringen und setzte mich nieder. Sie haben einen Fremden hier?" fragte ich den Wirt. " Ja, Exzellenz."

Was wissen Sie von ihm?"

" Nichts, Exzellenz. Euere Exzellenz ist wohl auch hinter ihm her?"

Auch? Was soll das heißen?"

Möchten Euere Erzellenz nicht lieber dadrüben Ihre Freunde befragen?"

Fünf Minuten lang saß ich ganz still, schlürfte meinen Lee und wagte nicht aufzuschauen. Meine Gedanken ar­beiteten bligartig. Dann stand ich auf und ging langsam, verfolgt von sechs Augen, hinaus auf die Straße und schlug die Richtung ein, wo ich zuletzt den großen Kuli gesehen hatte. Wirklich stand er noch an derselben Ecke, vor dem­selben Hause. Ich ging an ihm vorbei, nahm den Ausdruck eines grübelnden Philosophen an und guckte verstohlen dann und wann über die Schulter. Plößlich sah ich ihn nicht mehr, er war fort. Noch wanderte ich eine Zeitlang, bis es dunkel ward, dann kehrte ich zu meinem Gasthaus zurück, um meinen Koffer zu holen und sogleich mein Quartier zu wechseln.

In dem Gastzimmer saßen nur zwei Leute, als ich ein­trat. Der eine Mann schlief friedlich in einer Ede. Der andere, ein alter mit einem Back auf dem Rücken, schien ein Hausirer zu sein. Auch er weilte scheinbar in dem Lande der Träume. Ich nahm Platz und bestellte zunächst etwas zu essen.

Kaum hatte ich den lezten Bissen meines Mahles hinunter­gewürgt, so begann sich der Hauſirer zu regen; dann fragte er mich, welche Zeit es wäre. Ich antwortete, und nun wurde der Alte redselig. Er sei Hausirer und handele mit allerlei Dingen. Da ich ihm nichts abkaufen wollte, sprach er von einem ganz geheimnisvollen Armband aus Jet mit Goldverzierung, das einzig in seiner Art wäre, das ich sehen müßte, aber welches er nicht wagte, öffentlich zu zeigen.

Ich forderte ihn auf, mich in ein Nebenzimmer zu be­gleiten. Als wir beide allein in der Stube waren, packte er zitternd seine Waren aus. Plötzlich griff er mit der Hand unter die Bluse, zog ein Messer heraus und, ohne ein Wort zu sprechen, ging er auf mich los. Ich aber packte ihn mit der größten Geschwindigkeit beim Handgelenk, und klirrend fiel das Messer zu Boden.

Mit einem Satz sprang er zur Tür. Aber ich erfaßte ihn beim Zopf. Da hielt ich eine Perücke in den Händen, und nun sah ich, daß es ein junger Mann war, mit dem ich es zu tun hatte. Im nächsten Augenblick rangen wir mit­einander.

Mit einer schnellen Bewegung griff ich ihn von hinten an, und sausend flog er mit dem Kopf gegen die Tür mit solcher Gewalt, daß er sofort niederfiel und regungslos liegen blieb. Nun kam mir ein kühner Einfall. Ich entkleidete den Ster­benden und schleppte ihn unter das Bett. Dann schlüpfte ich in mein Zimmer, legte sein Gewand, seine Perücke an, stand bald ganz wie er als Hausirer gekleidet da und ging hinaus