Ausgabe 
26.3.1904 Erstes Blatt
 
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eingerichteter Naturheilanstalten in Charlottenburg und Oranienburg bei Berlin. In letzterem Orte ist sie zugleich Mitbegründerin der Obstbaukolonie Eden" gewesen, eines Unternehmens, auf dem die führenden Geister der deutschen Naturheilbewegung im Kommunismus zusammen leben. Die Mittel zu ihren verschiedenartigen Unternehmungen, zu denen auch eine naturgemäße Zeitschrift gehört, sollen ihr von sehr hochstehenden Gönnern zugeflossen sein. In ihrem Naturheilbade Hephata" in Charlottenburg waren längere Zeit hindurch ihre beiden Mitangeklagten als dirigierende Merzte tätig, welchen die Diagnose und die Mittelverordnung oblag, während Frl. Kube die Behandlung ziemlich selb­ständig leitete.

Es wird nun den drei Angeklagten zur Last gelegt, daß sie zwei unterleibskranke Patientinnen durch falsche Diagnose und eine unangebrachte Unterleibsmassage sowie durch andere schwere Kunstfehler an ihrer Gesundheit beschädigt und in einem Falle den Tod einer Patientin herbeigeführt haben. Der letztere Fall ist seinerzeit Gegenstand interessanter Aus­einandersetzungen in der medizinischen Fachpresse gewesen. Speziell Prof. Dr. Dührssen, der bekannte Berliner Gynä­kologe, der im Kwilecka- Prozeß gegen die der Kindesunter­schiebung angeklagte polnische Gräfin als Gutachter auftrat, hat im Laufe der erwähnten Auseinandersetzungen die An­geklagte Kube der fahrlässigen Tötung in dem Hauptfalle bezichtigt. Als weitere Sachverständige sind noch acht Aerzte geladen.

Nach Aufruf der Sachverständigen lehnte der Verteidiger Justizrat Wronker den Professor Dührßen als Sachverstän­digen ab, da er befürchte, daß dieser in seinem Urteil befangen fei. Der Gerichtshof gab diesem Antrage statt und beschloß, Professor Dührßen nur als Zeugen zu vernehmen. Der Angeklagte Dr. Colemann erklärt, daß er bei seinem Ein­tritt in die Anstalt streng betont habe, daß er sich ausschließlich die Direktive vorbehalten habe. Die Patientin, die bei dem ihn berührenden Anklagefall in Betracht komme, habe eine Geschwulst im Unterleibe gehabt, die er nicht gerade für bös­artig hielt. Er habe eine sofortige Operation nicht für not­wendig gehalten, da er erst erfahren wollte, ob und in welchem Grade die Geschwulst wachse. Dann habe er Frl. Rube beauftragt, nach dieser Richtung hin die Patientin sorg­fältig zu untersuchen und ihm sofort Bescheid zu geben, wenn ihr Zustand sich verschlimmere.- Präs.: Herr Doktor, halten Sie es mit Ihrem standesgemäßen Pflichtgefühl ver­einbar, daß Sie eine der Damen in der Anstalt mit der Beobachtung einer so Erkrankten betrauen?- Angekl.: Ja, denn diese Damen, und besonders Frl. Kube sind so geschult, daß man ihnen das ruhig übertragen darf.- Dann vird in die Zeugenvernehmung eingetreten.

Zum Tilsiter Kurpfuscherprozeß

wird uns von dort gemeldet, daß das Urteil gegen den Magne­topathen Schröter nunmehr rechtskräftig geworden ist, da der Verurteilte auf Einlegung der Revision verzichtet hat. Wann das erneute Verfahren gegen Schröter in weiteren 31 Anklagefällen, die nach der Mitteilung des Staatsanwalts Tolfi am Schlusse des letzten Riesenprozesses zurzeit noch schweben, zur öffentlichen Verhandlung kommen wird, darüber verlautet noch nichts bestimmtes. Jedenfalls dürfte die Ver­teidigung Schröters bei einem Kurpfuscherprozeß zweiter Auflage gegen ihn die Ladung von einigen achtzig Ent­lastungszeugen fordern, die durch seine Behandlung eine Besserung bezw. Heilung erfahren haben.

Nah und Fern.

Die Best in Johannesburg hat jetzt auch auf die weiße Bevölkerung übergegriffen. Von pestverdächtigen Erfran­fungen sind bis jetzt unter den Farbigen 69 und unter der meißen Bevölkerung 9 Fälle festgestellt worden. Bisher sind der Seuche erlegen 50 Farbige und 5 Weiße. Man bekämpft die Krankheit mit außerordentlicher Schärfe. Wer nur in den Verdacht kommt, in der Nähe des verpesteten Quartiers gewesen zu sein, wird sofort ergriffen und in die Quarantäne­Anstalt gebracht. Den Indiern und Eingeborenen ist es aus das strengste verboten worden, den Rand zu verlassen. Ueber einen Vorschlag, das ganze Kuli- Quartier zu räumen und niederzubrennen, hat man sich bisher noch nicht einigen fönnen. Man würde für etwa 2000 Kulis außerhalb der Stadt neue Wohnungen zu schaffen haben. Die Europäer in Johannesburg verlassen in hellen Scharen die Stadt, teils aus Furcht vor Ansteckung, teils aus Abneigung, sich den zu erwartenden scharfen Bestimmungen zu unterwerfen.

Das Halsband der Prinzessin Alice von Bourbon. Einem großen Diebstahl ist die Prinzessin Alice von Bourbon, die nach Scheidung von ihrem Gemahl, dem Fürsten von Schönburg, sich in Sori bei Genua aufhält, zum Opfer ge­fallen. Sie hatte bei einem Pariser Juwelier namens Frou­mont neben anderen Schmuckgegenständen eine Halskette im Wert von 800 000 Franfen hinterlegt. Als ihr Bruder, Prinz Jaime, der als Offizier in russischen Diensten steht, nach dem fernen Often abreiste, ließ er durch eine Vertrauens­person die Wertsachen beim Pariser Juwelier abholen und nach Petersburg bringen. Die Halskette fehlte, der Ju­welier versicherte, daß sie sich unter den anderen Gegenständen in der Kassette befunden hatte. Die Vertrauensperson da­gegen ist verschwunden und wird eifrig von der Polizei ge­sucht.

Ein geheimnisvoller Vorgang in einem Krankenhaus macht zurzeit in Schweidnik großes Aufsehen. Im dortigen Hospital Bethanien" war ein Patient gestorben. Dessen Sohn kam zur Beerdigung und wollte den Vater noch einmal sehen. Die Pflegerin verweigerte aber die Deffnung des Sarges mit der Begründung, daß bei der bald eingetretenen Bersetzung der Leichnam vollkommen unkenntlich sei. Der Sohn riß schließlich den Sargdeckel gewaltsam herunter und sah zu seinem Erstaunen, daß der Sarg nicht den Leichnam seines Vaters enthielt, sondern mit Steinen angefüllt war. Die Pflegerin war nun genötigt, dem erregten Manne den Leichnam seines Vaters zu zeigen, und man fand diesen noch mit dem schmutzigen Sterbehemd bekleidet auf Eis in dem Keller des Krankenhauses liegend. In diesem Keller sollen sich auf Eis liegend noch zwei weitere Leichen befunden haben. Der Sohn des Verstorbenen trug nun natürlich Sorge, daß die Leiche in den Sarg gelegt und mit diesem bestattet wurde. Die Untersuchung in dieser Angelegenheit, die natürlich zu den schlimmsten Gerüchten von mißbräuchlichen Sezierungen und dergleichen Anlaß gibt, ist eingeleitet worden.

A Zur Ermordung eines deutschen Zeitungskorresponden­ten in Marokko wird jetzt weiter berichtet, der Leichnam des bermißten Dr. Genthe, der zwei Schußwunden trug, sei 40 Meilen unterhalb Tea von Ginaeborenen in einem Eluklauf

gefunden worden. Die hätten jedoch aus Furcht, des Mordes beschuldigt zu werden, die Leiche im Flusse weiter treiben lassen.

Beraubung einer Eisenbahnstationskasse. In der Nacht wurde die Kasse der Station Aurich der Kreisbahn Aurich­Leer beraubt. Dem Diebe fielen 1700 Mark in die Hände. Von dem Täter fehlt jede Spur.

Ein furchtbares Verbrechen wurde in einer Vorstadt Lon­dons entdeckt. Ein Mann von 35 Jahren, der Georg Albert Coßmann heißen soll, wollte eine Blechkifte, die sehr schwer war und aus der eine Flüssigkeit herausfloß, von einem Fuhr­mann wegfahren lassen; diesem schien die Sache verdächtig. Ein Mieter Coßmanns hatte schon seit einigen Tagen Ver­dacht geschöpft und holte die Polizei. Coßmann ergriff eiligst die Flucht, wurde aber von der Polizei erfaßt. In diesem Augenblicke durchschnitt er sich die Kehle mit einem Rasiermesser und starb sofort. In der Blechfiste wurde, in Zement eingegossen, eine zerstückelte weibliche Reiche mit zer­schlagenem Schädel gefunden. Die Behörde sucht nach etwaigen weiteren Leichen. Coßmann hatte vielfach Besuche von Frauen, die längere oder fürzere Zeit bei ihm verblieben. Er war bereits wegen Bigamie mit fünf Jahren Zuchthaus bestraft.

+ Drama an der preußisch- russischen Grenze. Beim Dorf Wyszanow an der Grenze zwischen der Provinz Posen und Rußland ertranken fünf polnische Sachsengängerinnen im Flusse Prosna, die heimlich und ohne Paß die Grenze über­schreiten wollten. Drei andere Frauen wurden von russischen Grenzsoldaten erschossen. Etwa dreißig Sachsengänger wur­den gefangen genommen.

Bunte Chronik. In Magdeburg wurde der Gefangenauf­jeher Daehne vom Amt suspendiert, weil er beschuldigt wurde, ein 17jähriges Mädchen in der Gefangenenzelle vergewaltigi zu haben.

-In Berlin erstach die Handelsfrau Pfeiffer im Streit thren Mann mit einem Küchenmesser.

Kunft und Wiffenfchaft.

RB. Drei neue große Nordpolexpeditionen sind geplant. Die erste wird unter Führung des Amerikaners Peary im kom­menden Juni nach dem Smithsund abgehen. Die zweite ist die des Kapitäns Bernier, für den die kanadische Regierung das deutsche Südpolarschiff Gauß" angekauft hat. Von Ver­handlungen in dieser Richtung wurde schon gleich nach der Heimkehr der Gauß" berichtet. Das Schiff soll zum Juli 1905 nach der Mündung des Mackenzie geschafft werden. Bernier will die Nansensche Methode von neuem erproben und sich von der Strömung über den Nordpol treiben lassen, zu diesem Zwecke aber seinen Ausgangspunkt möglichst weit östlich nehmen, weil er hofft, dadurch dem Ziele näher zu kom­men als Nansen mit der Fram". Bisher war von der Be­ringstraße die Rede; nun scheint es aber, daß Bernier ver­suchen will, noch östlicher einzusetzen. Ein dritter Eroberungs­zug nach dem Nordpol wird ebenfalls auf Nansens Methode beruhen. Fürst Albert von Monaco, dem die Wissenschaft aus seinen Tiefseeforschungen schon viel verdankt, will eine Unter­nehmung mit dem Nordpol als Ziel ausrüsten und führen.

Lokales.

26. März 1904.

** Die Erbauung der Nebenbahn Grünberg­Lich ist jetzt gesichert. Finanzminister Gnauth hat eine staatliche Unterstüßung von 20000 Mt. pro Kilometer in Aussicht gestellt. Die beteiligten Gemeinden Grünberg, Dueckborn, Ettingshausen, Münster, Ober- und Nieder­Bessingen und Lich stellen freies Gelände. Man hofft, daß die ca. 17 Kilometer lange Strecke nach Jahresfrist schon

vollendet ist.

Wissenschaftlicher Fortbildungskur­sus für Volksschullehrer. Auch in diesem Jahre wird an der Gießener Universität während der Monate Mai und Juni ein wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Volksschullehrer eingerichtet werden. Die Vorlesungen finden jeden Mittwoch, nachmittags von 4 bis 7 Uhr, im Universitätsgebäude statt. Es lesen die Herren Prof. Dr. Gro.o ß( Einleitung in die Philosophie), Dr. Hausen ( Pflanzengeographie 1. Teil) und Dr. Sauer( Bilder aus der deutschen Kunstgeschichte: Malerei, Baukunst und Bildhauerkunst). Reflektanten- auch Nichtlehrer können an dem Kursus teilnehmen- wollen sich an den Gießener Lehrerverein wenden. Der Meldeschluß ist auf 1. April festgesetzt.

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Der Jahres- Bericht des vereinigten Real­gymnasiums und der Realschule zu Gießen gelangte gestern zur Verteilung. Durch den Ausbau der Realschule zu einer Oberrealschule sind zwei neue Klassen entstanden und wird lettere Anstalt mit Beginn des neuen Schuljahres vervollständigt werden. Die Schülerzahl betrug im letzten Vierteljahr: Realgymnasium 240; Realschule 387; Vorschule 122, in Summa 749 Schüler gegen 715 im vorigen Schul­jahr. An der vereinigten Anstalt wirken inkl. der Religions­lehrer 35 Lehrkräfte. Das Realgymnasium hatte diesmal 21 Abiturienten aufzuweisen und an der Realschule erhielten 23 Schüler die einjährigen Berechtigung. Die Ferien ver­teilen sich im neuen Schuljahr wie folgt: 1. Osterferien: 27 März bis 10. April. 2. Pfingstferien 22. bis 29. Mai 3. Herbstferien 7. August bis 18. September. 4. Weih­nachtsferien 22. Dezember bis 4. Januar 1905.- Die Aufnahmeprüfungen finden am 11. April statt, und der Unterricht beginnt am 12. April.

** Die Berechtigung zum Einjährig- Frei­willigen haben heute im Realgymnasium zu Gießen erlangt: Otto Arnold- Gießen, W. Baiser- Gießen( Steinbach), Fr. Bauer- Gladenbach, A. Bieker- Gießen, A. Cullmann­Gießen, L. Cost- Gießen, K. Dominick- Gießen, P. Fayet­Gießen, Otto Fritz- Grünberg, B. Hinz- Gießen, Chr. Jäger­Klein- Linden, F. Keuzer- Lauterbach, H. Keiffmüller- Gießen, H. Küpper- Gießen, D. Lenz- Azenhain, D. Loth- Kirschgarten ( Kreis Alsfeld), F. Luley Gießen, Hugo Mayer- Hungen, Hugo Mayer- Hungen, Herm. Meyer- Fronhausen, Otto Müller- Wieseck, Ph. Pfaff­Gießen, W. Roloff- Gießen, D. Schmidt- Gießen, A. Schudt­Neumühle bei Muschenheim, K. Seipel- Gießen, Fr. Serwas­Gießen, Fr. Sievers Gießen, Otto Sperbec- Gießen, Frizz Stetter- Gießen, Otto Zöckler- Grünberg.

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** Bahn Buzbach- Lich. Am Mittwoch fand in neuen Stationsgebäude Butzbach- Ost eine Sigung des Au sichtsrats der Bahn statt, in der wichtige Veränderung in der Leitung der Bahn beschlossen wurden, die wohl auf die Enthüllungen" der Landtags- Verhandlungen zurückz führen sind. Die Eröffnung der Bahn findet bestimmt an Montag( 28.) statt. Der jezige Fahrplan bleibt nur be zum 1. Mai in Kraft. Von da an erfolgen wesentliche Aenderungen und Verbesserungen bezüglich der Fahrzeiten. Stadttheater Gießen. Morgen Sonntag tommt als Volfsvorstellung das dem Tage angemessene Volksstück von 2. Anzengruber ,, Der Pfarrer von Kirch feld" zur nochmalige Aufführung. Am Abend geht da Schauspiel von Hermann Sudermann Das Glück in Winkel" in Szene. Es ist dies das letzte in der Winter saison 1904 gegebene Stück und dürfte demzufolge eit ausverkauftes Haus zu erwarten sein.

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Einen schönen Erfolg hat der Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtverein auf der Landes ausstellung in Offenbach erzielt, auf seine ausgestellten Tiere erhielt er mit 283 Punkten die zweithöchste Punktzahl. Die höchste Punktzahl( 306) hatte der Geflügelverein Odins". Darmstadt.

** Besizwechsel. Bei Versteigerung auf dem Ortsgericht Gießen ging für 37 550 Mt. das Besistum der Witwe des Kupferschmiedes H. Vogt, Weftanlage, für einen auswärtigen Reflektanten an Carl Loth- Gießen über.

Wetzlar, 25. März. Mit den Ausschachtungs­arbeiten für das Lehrerseminar ist begonnen worden und soll die Fertigstellung bis zum 1. April 1905 erfolgen. Be fanntlich sind Herrn Bauunternehmer Müller zu Azbach die Maurerarbeiten übertragen.

+ Ober- Ofleiden. Wilhelm Mez II. wurde als Feldgeschworener unserer Gemeinde eidlich verflichtet.

A Laubach, 25. März. Anmeldungen neuer Schüler für das Gymnasium werden Samstag, den 9. April, bormittags von 9 Uhr an, im Amtszimmer des Direktors angenommen.

Nachdem mit + Aus dem Hüttenberg, 25. März. Inkrafttreten des Lehrerbesoldungsgeseßes vom Jahre 1897 in mehreren Bürgermeistereien des Kreises Weßlar die Lehrergehälter einheitlich auf 1200 Mt. festgesetzt wurden, haben andere Bezirke sich ablehnend gegen eine gleichmäßige Besoldung verhalten. Zu lezteren gehören auch sämtliche Gemeinden der Bürgermeisterei Großrechtenbach, welche noch allen ihren Lehrern ein Grundgehalt von nur 1050 Mt. gewähren. Dant dem energischen Eintreten des Herrn Bürgermeisters Hardt zu Großrechtenbach wird das neue Schuljahr wohl allen Lehrern des Hüttenberges die er­wünschte Gleichstellung bringen.

XOber- Ohmen, 23. März. Die Verteuerung des Branntweines, die dieser Tage wiederum eingetreten ist, hat die hiesigen Freunde des kleinen Gläschen be wogen zu streiken. Sie meiden die Gastwirtschaften und haben erklärt, sie nicht eher wieder zu besuchen, bis der Schnaps wieder billiger werden würde. Hof fentlich wird dieser Streif lang oder immer anhalten. Steinbach, 25. März. Im Dienst der Stadt vom Tode ereilt wurde heute das Gemeinderatsmitglied Reuss ling. Während er mit der Vermessung von Gelände beschäf tigt war, machte ein Herzschlag seinem Leben ein jähes Ende. Möge ihm die Erde leicht sein.

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Nachdem am heiligen Biedenkopf, 25. März. Nachdem Weihnachtsabend unsere Stadt zum erstenmal im elektrischen Lichte erstrahlte findet morgen die offizielle Inbetriebseßung des städtischen Eleftrizitätswertes statt. An die Besichtigung der Zentrale schließt sich eine kleine Festlichkeit.

+ Frankfurt a. M., 25. März. Am Opernhause wurde heute ein 14 jähriger Knabe, der auf einem Rad fuhr, vom einem großen Automobil überfahren. Lebens: gefährlich verletzt wurde er vom Platz getragen. Eben falls lebensgefährliche Verletzungen erlitt die 15 jährige Tochter eines Spenglermeisters in Homberg, die der Spengler Saffert aus Frankfurt a. M. auf der Saal burgchaussee mit seinem Motorrad überfuhr. Saffert versuchte sich aus dem Staube zu machen, ohne sich um das überfahrene Mädchen zu kümmern, wurde aber von einem Automobil eingeholt.( Bravo!)

X Darmstadt, 25. März. Ein hiesiger Einwohner wurde verhaftet, weil er sich an seinem eignen 6 jährigen Töchterchen vergangen hat. Das Kind mußte ins Spital aufgenommen werden.

> Mainz, 25. März. Der 59 jährige Taglöhner August Becker aus Monsheim wurde von der hiesigen Straffammer wegen Blutschande, begangen mit seinec 25 jährigen Tochter Eva, zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Gheverlust verurteilt. Die Tochter erhielt 9 Monate Gefängnis.

X Aus Rheinhessen, 25. März. Das große Wein­gut des Mainzer Kommerzienrats Lauteren in Nirstein geht demnächst in den Besitz der Großherzoglichen Domänenverwaltung über.

Stadttheater Gießen.

Eigentlich hatte ich es nicht verdient um Frl. Lembach, daß sie die fürchterlichen uralten Kalauer, welche sich in " Papageno" zu einem so mustergültigen Salate vereinigen, zum zweiten Male auf mein unschuldiges Haupt nteber­prassein läßt. Man glaubt seine Pflicht getan zu haben, wenn man in jeder Saison einmal seine funftbegeisterte Seele an dieser Meisterleistung fonzentrierten Blödsinns er quickt, aber zweimal das ist zuviel für'n Einzelnen. Ein wahres Glück, daß Frl. Lembach so brillant aufgelegt war, und als Dienstmädchen Bertha wieder eine ihrer föstlich- drastischen Figuren geschaffen hatte, die mit ihrem derben, frischen Humor unwiderstehlich wirkte. Als Extra­Gratifitation gab die Benefiziantin noch verschiedene Ein lagen zum Besten, welche alle, Dant ihres besonders in höheren Lagen so reifen, wohlflingenden Organs reichen Beifall entfesselten. Namentlich das reizende:" Girre, birre cocolo"

Der bei dem als Hausburide t unterflug mehrfad faufte Sachen zu und Untreue erfann

worauf 2 Wochen zu bringen find. Aur Laft gelegt, Rödgen verübte. Unter der Anklag fich vor dem Sch Schul, Juftus De antworten. Schu Monaten genomm

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Berufung fand a Menderung des U gen Gefängnis ve tenntniffes im üb Samstag verhand aus Coblenz wege lautete auf 81,58 digung, in einer bach den Gewerb wurde der Direktor durch das Schöffer verurteilt. Die der heutigen Bewe

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