Ausgabe 
26.3.1904 Erstes Blatt
 
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( aus der Operete Das Modell" von Frz. von Suppé) brachte sie entzückend und das Publikum verlangte und erftritt sich den Legten Vers stürmisch da capo. Frl. Großmüller begleitete die Lieder fach- u. tunstverständig am Bianino und neben herrlichen Blumenspenden und geheimnisvoll verschlossenen Kartons fehlte es auch an vernünftigen" Sachen wie sich eine praktisch denkende Theaterbesucherin bei der Besichtigung ausdrückte an allerlei Leckerbissen für Frl. Lembach nicht,

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nur der Besuch hätte etwas besser sein dürfen. Die anderen Darsteller bemühten sich mit Erfolg, dem Stücke an Verrücktheit nicht ein Quäntchen schuldig zu bleiben, auch Frl. Schumann war dieses Mal temperamentvoller und für die Zukunft läßt sich Manches von ihr erhoffen. H. H.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 25. März 1904. Der bei dem Gemüsehändler Schneider zu Friedberg als Hausbursche tätige Waldemar Adamski von Leipzig unterschlug mehrfach von ihm vereinahmte Gelder und ver­faufte Sachen zu Schleuderpceisen. Wegen Unterschlagung und Untreue erkannte die Kammer auf 2 Monate Gefängnis worauf 2 Wochen erlittene Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen sind. Einem Gastwirt zu Gießen wurde Betrug aur Last gelegt, den er zum Nachteil eines Taglöhners zu Rödgen verübte. Er erhielt eine Geldstrafe von 40 Mf. Unter der Anklage der gegenseitigen Körperverlegung hatten sich vor dem Schöffengericht Alsfeld die Arbeiter Friedrich Schul, Justus Decher und Heinrich Vey zu Alsfeld zu ver­antworten. Schul wurde in eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten genommen, während die beiden andern als in Notwehr handelnd freigesprochen wurden. Auf beiderseitige Berufung fand auf Grund der heutigen Verhandlung eine Aenderung des Urteils dahin statt, als daß Vey zu 14 Ta­gen Gefängnis verurteilt wurde, unter Bestätigung des Er­tenntnisses im übrigen. Das Urteil in der am letzten Samstag verhandelten Sache gegen Emmrich Beckermann aus Coblenz wegen Vergehens gegen das Gewerbesteuergesetz, Lautete auf 81,58 Mt. Geldstrafe. Unter der Anschul­bigung, in einer Eingabe an die Bürgermeisterei Kessel= bach den Gewerbeinspektor zu Gießen beleidigt zu haben, wurde der Direktor der Basaltwerke zu Londorf Oskar Graf durch das Schöffengericht Grünberg zu 25 Mt. Geldstrafe verurteilt. Die hiergegen verfolgte Berufung wurde nach der heutigen Beweisaufnahme verworfen.

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Marftberichte.

Gießen, 26. März Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter Der Pfd. 0 95-1.05 9., Hübnereler 2 Stüd 12-14 Vfa.. Enteneter

Vergebung von Bauarbeiten.

Zur Erbauung der Beterinär medizinischen Institute in Gießen, zunächst der normalen Anatomie, der pathologischen Anatomie und der chirurgischen Klinik, werden die folgenden Arbeiten unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 öffentlich ausge­schrieben.

Los I. II.

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III.

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A. Glaserarbeiten.

Circa 62 qm Fenster aus Pitch- pine Holz. Je 250 qm desgl. u. 140 bezw. 90 qm Innen­fenster aus Tannenholz.

Circa 70 qm Fenster aus Pitch- fine Holz.

Circa 90 qm desgl.

B. Jnnere Berputarbeiten.

Los VI. Circa 2970 qm Wandput.

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1100 qm But auf massiven und Holz­decken.

VII. Circa 3270 qm Wandput.

1150 qm Putz auf massiven und Holz.1 decken.

VIII. Circa 2800 qm Wandput.

Los XI.

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1380 qm Bug auf massiven und Holz­decken.

C. Façadenputz mit Terranowa.

Bos IX. Circa 1480 qm.

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X. Circa 950 qm.

" D. Betonarbeiten.

XII. Je ca. 1000 qm Ausgleichbeton.

XIII. Circa 1200 qm desgl.

E. Zerrazzoarbeiten.

Los XIV. Circa 330 qm Terrazzobelag.

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XV. Circa 700 qm

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XVI. Circa 200 qm

desgl.

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Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbureau, Frankfurterstr. 83, eingesehen, Angebotsformulare( feine Zeichnungen) dorther bezogen werden. Offerten, mit ent bureau bis

sprechender Aufschrift versehen, ſind auf genanntem Zweig

Mittwoch, den 13. April d. J. vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, einzureichen.

Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Gießen, den 25. März 1904.

Großh. Baubehörde für die Universitäts­Neubauten Gießen.

Versteigerung von Aushuberde.

St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg,| Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar r. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 60-72 fg. Schweine­fleisch gesalzen per Pfund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per Bfd. 62-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfa., Kartoffeln pro 100 Kilo 6.00 Mr., 3wiebeln per 3t. Mr. 7.00-10.00, Aepfel per Centner 20-25 Mt. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Um­herziehen feilgeboten werden.

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Grünberg, 24. März. Auf dem heutigen Vieh­und Krämermarkt, verbunden mit Schamfarkt, waren auf­getrieben 83 Stück Rindvieh; Schweine waren 903 ange= fahren. Der Verkauf ging flott von statten und der Markt war schnell geräumt. Ferkel bis zu 14 Wochen foſteten 65-70 Mt., Mittelsorte 35-40 Mt., kleine Ferkel 25 bis 30 Mt.

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Am 19. März, Briefbote Hch. Wilh. Maul dh. mit Minna Weißgerber in Nieder- Wöllstadt. 22. März, Schuhmachermstr. Hch. Blum mit Katharine Christine Schneider, b. dh. Kaufmann Karl Fr. Aug. Michel mit Anna Schäfer, b. dh. Anna Schäfer, b. dh. 24. März, Sergeant Hch. Stoffel mit Hermine Rörig, b. dh.

Eheschließungen.

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Am 19. März, Bahnarb. Hch. Reiz dh. mit Emma Rau mit Luise Klingelmeier, b. dh.- Metzger Hch. Blum Fleischhauer in Lehnheim. Maschinist Reinhard Martin mit Christina Elisa Schmitt, b. dh. Tapezier Hch Lotz mit Juliane Marie Schmidt, b. dh. Am 22. März, Damenschneider Fr. Wilh. Chr. Kurz mit Katharina Christ. Jäger, b. dh. Am 23. März, Finanz Aspirant Gust. Herm. Mosig dh. mit Maria Christina Katharina Aufdermauer in Bußbach.

Geborene.

Am 13. März, dem Tapezier Adolf Noll ein Sohn. Anna Elisabeth. Am 19. März, dem Brauer Wilhelm Am 18. März, dem Heinrich Wilte II. eine Tochter Käthchen Rentmeister ein Sohn. Am 19. März, dem Schuhmacher­meister Wilhelm Schmidt ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Am 20. März, dem Hilfsbahnwärter Johannes Weigel eine Tochter, Anna Elisabethe Marie. Am 21. März, dem Oberkellner Josef Bied ein Sohn, Karl Peter. Am 21. März, dem Zahnarzt Nathan Hoddes eine Tochter, Gertrud.

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Schauspiel in 3 Aften von Hermann Sudermann. Schluß der Winter­Saison 1904.

Nächsten Dienstag, den 29. d. Mts. soll die an den verschiedenen Gräben in der Feldbereinigungs­Gemarfung Gießen, rechts der Lahn noch lagernde Brabenaushuberde an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an der Krop- 8 bachbrücke im Zuge der Straße nach Rodheim. Gießen, den 23. März 1904.

Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann.

Sin braver Junge, welcher nicht unter 15 Jahren ist, wird als Kellnerlehrling gesucht. Restauration, Turnergarten" Marburg a. L.

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Zu mieten gesucht: 36 Wohn­ungen von 1 bis 6 Zimmern.

Die Vermieter haben eine Ein­schreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 mt. einschließlich 0.20 Mr., von mehr als 300 Mt. bis 500 Mr. ein­schließlich 0.50 Mt., und von mehr als 500 mt. 1.00 Mt.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1.00 Mt. zu hinterlegen.

Am 23. März, dem Kaufmann Gustav Stein eine Tochter­Am 24. März, dem Jagdaufseher Ernst Voß ein Sohn. Gestorbene.

Am 21. März, Otto Pig, S. d. Schreiners Johannes Pitz, 6 Mon. alt. 22. März, Pedell Jak. Karl Schmidt, 62 J. alt. 24. März, Anna Elisabethe Marie Weißel, T. d. Hilfsbahnwärters Johannes Weißel, 3 Tg. alt. Bezirksfeldwebel Sch. Pet. Kaiser, 31 J. alt. Privatmann Franz Hell, 69 J. alt.

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