sen
k.
ng.
soll auf dem
in der Klinik
r Bras in ber
werden.
bauten Gieken. Stadt
Grasnuhungen
ags 8 Uhr, an für das ganze Renftädterfeld
3 Uhr, des erftraße;
Uhr, an Oct
Nr. 120.
bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ba's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50.
Gratisbetlagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich). und die Stekener Geifenblasen( wöchentlich).
Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.
Mittwoch, den 25. Mai 1904.
Gießener
13. Jahrgang.
Insertionspreis: Die einspaltige Befitzeile für ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfa sonft 15 Bfs. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Nr. 362.
Neueste Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.
Betanntmachung.
Die Kreisstraße von Graßen- Linden bis zur Landesgrenze gegen Hörnsheim wird vom 27. Mai ab wegen vorzunehmender Neuchaussierungen und Walzarbeiten bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr ge= sperrt.
Gießen, den 25. Mai 1904.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler. Bekanntmachung.
Betr.: Die Einteilung der Fleischbeschaubezirke.
Nachdem eine weitere Anzahl FleischbeschauerAspiranten die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung beHanden hat, sind die Fleischbeschaubezirke des Kreises wie folgt eingeteilt worden:
Ord.=
Nr.
Bezirk.
1. Allendorf a. d. Lahn
2. Allendorf a. d. Lda. mit Climbach
.3. Alten Bused
4. Annerod
5. Bellersheim mit Obbornhofen
6. Bersrod, Reinhardshain mit Winnerod
7. Beuern
8. Eberstadt mit Ober- Hörgern
9. Ettingshausen, Queckborn mit Münster
10. Garbenteich mit Hausen
Wohnort des Stellvertreter 8. Klein- Linden. Muendorf a. d. Lda. Alten- Bufec. Annerod.
11. Geilshausen mit Odenhausen und Rüddings-"
12. Gießen
hausen
13. Großen- Bused
14. Groken- Linden
15. Grünberg, Beltershain, Göbelnrod, Sauter, Stockhausen, Weickartshain
16. Grüningen, Dorf- Gill
17. Hattenrod mit Harbach
der Wieseck
18. Heuchelheim
der Bahnhof
19. Holzheim
6 3 Uhr, im
21. Kesselbach
22. Klein- Linden
23 Lang- Göns
20. Hungen, Inheiden und Utphe
24. Langsdorf, Birklar nnd Bettenhausen
25. Leihgestern
für das ganze mit Ausnahme
85 Uhr, an bom Friedhof ere Teil für das
28 Lollar
29. Londorf mit Allertshausen
26. Lich
27. Lindenstruth
32. Oppenrod und Burkhardsfelden
34. Rödgen mit Trohe
35. Röthges, Villingen, Nieder- Bessingen, Nonnen
einmaligen b
30. Mainzlar mit Daubringen
den Anlagen en Aberntung
31. Muschenheim mit Arnsburg
33. Reiskirchen
gälter für das
ags 6 Uhr, an bom Friedhof
roth, Ober- Bessingen
36. Ruttershausen
36 a. Saajen
hr.
37. Staufenberg
1 und 2 ist auf
39. Steinberg
Gießen.
ung.
Then Kirche in Blafer- und Irbeiten
38. Steinbach mit Albach
40. Steinheim, Rodheim. Langd, Rabe tshausen
und Trais- Horloff
41. Tr is a. d. Lda.
42. Wagenborn
43. Weitershain, Lumda, Stangenrod
44. Wiefed
Hungen.
Beuern.
Bersrod.
Holzheim.
Grüberg.
Garbenteich.
Kesselbach. Gießen.
Großen- Buſed. Großen- Linden.
Grünberg. Waßenborn.
Hattenrod.
Heuchelheim
Grüningen.
Hungen.
Londorf.
Allendorf a. d. Lahn. Großen- Linden.
Lich.
Großen Linden.
Lich.
Saasen
Ruttershausen.
Londorf.
Staufenberg.
Langsdorf.
Reiskirchen.
Reiskirchen. Annerod.
Ettingshausen. Lollar. Lindenstruth. Lollar. Steinbach. Wagenborn.
Hungen.
Treis a. d. Lda. Steinberg. Geilshausen. Wieseck.
Der Fleischbeschauer hat seinen Amtssit jeweils in dem zuerst angeführten Orte. Gießen, den 18. Mai 1904.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
J. V.: Hechler. Bekanntmachung.
Die als Schiedsmänner bezw. Schiedsmannsstell
gen liegen bei vertreter wieder gewählten:
elmitraße 3 und straße 5, offen
Architekten L
on 1,50 Mt. für
2. Ludwig Schneider VI.
3. Wilhelm Müller,
4. Christian Rau
für den Bezirk Odenhausen,
für den Bezirk Salzböden,
Kunstschmiede find in Gemäßheit des§ 5 der Schiedsmannsordnung und 1 Mt. für durch Verweisung auf den bereits nach ihrer ersten Wahl Angebote find geleisteten Eid von dem Königlichen Amtsgericht in
hr
Avorftand
7.
0000000
am Lager
bie Expedition.
Fronhausen wieder verpflichtet worden. Weglar, den 20. Mai 1904.
Der Landrat:
J. V.: Rotberg, Regierungs- Assessor.
Das Deutsche Rei, auf Kündigung.
Der ehemalige badische Gesandte in Berlin, Herr v. Jagemann, der sich nach seiner Abberufung als Rechtsprofessor in Heidelberg habilitiert hat, ist mit einer höchst bedenklichen Auslegung über den staatsrechtlichen Charakter des Reichs hervorgetreten. Er sieht darin lediglich einen Fürsten
bund, der durch emen einstimmigen Beschluß seines Organs, des Bundesrats, wieder aufgelöst werden könne.
Wenn auch von Hause aus nicht anzunehmen ist, daß jemals ein solcher Beschluß zustande kommt, so ist doch immerhin der Fall theoretisch denkbar, daß der Bundesrat in einem bestimmten Zeitpunkt das Reich auflöst, um dann auf einer neuen Grundlage eine Neugründung vorzunehmen. Durch eine geschäftsmäßige Transaktion könnte also Reichstag, Wahlrecht, Verfassung und Gesetzgebung aufgehoben werden. Aber indem man nur diese Möglichkeit erwähnt, wird auch schon die Inrichtigkeit dieser Lehre gekennzeichnet, denn Reichstag, Wahlrecht und Gesetzgebung sind Güter des deutschen Volks, die doch nicht durch einen reinen Federstrich aus der Welt geschafft werden können. Das Volk ist eben auch ein Teil des Deutschen Reiches, und das Volk nimmt an seiner Verwaltung tätig Anteil. Ohne die Zustimmung des Reichstags könnte der Bundesrat überhaupt das Reich nicht aufheben. Der Fürstenbund enthielt lediglich die Willenserklärung, aus der Staatenvielheit eine organische Einheit zu schaffen, das Deutsche Reich. Dieses ist kein Staatenbund, d. h. eine Kette von lose aneinandergegliederten Staaten. sondern ein Bundesstaat mit organischem Leben und auf einer fonstitutionellen Grundlage ruhend.
Hat denn nun Herr v. Jagemann die ganze Zeit über geträumt, daß er nicht einmal das Wesen des Deutschen Reiches erfaßt und begriffen hat? Die Willenserklärung der Fürsten war als Voraussetzung zur Schaffung der die Einheit idee verwirklichenden Verfassung notwendig, aber_ge= schaffen wurde das Deutsche Reich nur und einzig nur allein durch den Willen des Volkes, das schon seit den Freiheitsfriegen von der Sehnsucht nach dem deutschen Einheitsstaat erfüllt war. Hat er auch nie davon gehört, daß auf blutiger Wahlschlacht durch die brüderlich im Kriege vereinten deutschen Stämme das neue Deutschland mit wuchtigen Hammerschlägen geschmiedet und das Kaisertum und der Kaiser von dem Volfe erfürt wurden? Und nun soll das alles im leeren Raum stehen, ein beschriebenes Blatt Papier, nicht mehr wert als ein fauler Wechsel?
Die formalrechtliche Auffassung des Herrn v. Jagemann wird einen lebhaften Widerspruch der Rechtslehrer und einen entrüsteten Protest im Volke wachrufen. Das wird dem Urheber dieser seltsamen Begriffsdefinition am besten zeigen, daß das Reich und seine Verfassung doch etwas mehr sind, als ein Blättchen Papier, das ein einmütiger Beschluß des Bundesrats in alle Winde verwehen kann. Es ist das köstlichste Gut der deutschen Stämme, an dem nicht gerüttelt werden darf nicht einmal in der Theorie, wie das der ehemalige ische Gesandte versucht hat.
Gegen die Herero
sind größere Schläge in den letzten Tagen nicht geführt wor den. Die neueste Meldung des Gouverneurs Leutwein aus Windhuk besagt:
Die Kolonne& stor f f ist am 21. von Otjo sondu auf kama tangara vorgerückt. Dabei ist von Oberleutnant Böttlin eine Hererowerft über= rascht und ihr Vieh und ein Teil der Waffen abgenommen worden.
Da den Herero nur ein Teil der Waffen abgenommen worden ist, scheinen die Bewohner der Hererosiedlung nicht sämtlich in die Hände der deutschen Truppen gefallen zu sein. Einige von ihnen sind offenbar entwischt.
In einer anderen Meldung stellt Oberst Leutwein fest, daß er am 9. April bei Onganjira und am 13 bei Oviumbo nicht gegen denselben Feind gefochten hat. Im ersten Gefechte hat er den Oberhäuptling Samuel Maharero geschlagen. An dessen Verfolgung wurde er durch die Streitkräfte des Häuptlings a= jata, die in seiner linken Flanke standen, gehindert, sie mußten zunächst am 13. angegriffen werden.
Gegenüber verschiedenen Blättermeldungen wird neuerdings nochmals offiziös versichert, seitens des deutschen Gouvernements seien an die Herero überhaupt nur 7 Ge= wehre Modell 71 und 578 Patronen verkauft worden. Die Waffen der Herero stammen mit Ausnahme dieser sieben Gewehre aus England und sind von Engländern und Portugiesen in die Kolonie eingeführt worden.
Verschiedene Blätter wußten davon zu berichten: Da die Vorgänge in Südwestafrika es erwünscht erscheinen ließen, rüste das Flaggschiff der amerkianischen Kreuzerdivision, die ,, Vineta", sich zu einer Reise nach den westafrifanischen Gewässern. Diese Meldung ist, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter uns aus zuverlässiger Quelle meldet, unzutreffend. Die„ Vineta" bleibt in den amerkanischen Gewässern und auch kein anderes deutsches Kriegsschiff wird nach der Kolonie in See gehen.
Man hatte die Entsendung der„ Vineta", mit der zugleich die des in Ostasien stationierten Bussard" nach Ostafrifa parallel gehen sollte, in Verbindung mit einer seltsamen Nachricht gebracht. Aus Marinekreisen hatte näm lich ein Berichterstatter gemeldet: Die für Südwestafrika bestimmten Truppen, deren Zahl noch erheblich verstärkt werden werde, sollten nicht in erster Linie der Niederwerfung des Herero- Aufstandes dienen, sondern in der Nähe von
Swakopmund zur Verfügung gehalten werden, für den„ von unseren leitenden politischen Kreisen für nicht unwahrscheinlich gehaltenen Fall, daß die Lage in Ostasien eine Verstärkung der dortigen Besagungsbrigade nötig macht." Die Weiterführung dieser Truppen nach China und das Kommando über sie und die Besatzungsbrigade de donn, so wurde weiter gemeldet, General v. Trotha übernehmen, während Oberst Leutwein den Oberbefehl in Südwestafrika behalte. Tatsache ist, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter uns schreibt, daß Gerüchte dieser Art in Marinefreisen im Umlauf waren. Ellenso Tatsache ist aber, daß diese Gerüchte völlig unzutreffend sind.
Schließlich sei noch erwähnt, daß neuerdings zur südwestafrikanischen Schußtruppe aus der preußischen und der württembergischen Armee 71 Offiziere und 18 Militärärzte neben übergetreten sind. Von den Offizieren gehörten einem General- bisher 2 dem Generalstab an, 34 der Infanterie, 19 der Kavallerie, 10 der Feldoerie, 2 den Pionieren und je einer der Fußartillerie, dem Train, dem Zeug- und dem Feuerwerksoffizierforps. Dazu kommen aus dem sächsischen Heere je ein Major, ein Hauptmann, ein Oberleutnant und ein Leutnant.
*
*
Ein Fall plötzlich ausbrechenden Tropenkollers hätte beinahe ein paar braven deutschen Kriegern in Deutsch- Südwestafrika das Leben gekostet. Auf der Fahrt von Windhuf nach Karibib bestieg am 21. Mai der italienische Bahnarbeiter Simon Antonio den Waggon, in dem der bei Dwikotorero zweimal verwundete Oberleutnant Herrmann mit noch einigen Nekonvaleszenten sich befand, um nach der Heimat zurückzukehren. Ein Kilometer vor Karibib gab der plötzlich irrsinnig gewordene Antonio ohne Veranlassung mehrere Revolverschüsse auf die übrigen Insassen des Waggons ab, sprang dann während der Fahrt aus Waggon und verschwand in dem nahen Busch. Oberleutnant Herrmann erhielt eine leichte Verwusdung am rechten Unterschenkel, der Seesoldat Kiseling von der vierten Kompagnie einen Schuß in den Rücken, ein eingeborener Bremser einen Schuß in den Kopf. Antonio konnte bisher nicht gefaßt werden. Das Befinden der Verletzten, die in das Lazarett Karibib gebracht wurden, ist erfreulichermeife gut.
Der Krieg in Oftafien.
den
Nach dem Stillstand der Operationen auf der Linie Fönghwanghtscheng- Liautschang steht Port Arthur wieder einmal unbestritten im Vordergrund des Interesses. Wie es heißt, soll die Garnison mit japanischen Truppen ein Gefecht gehabt haben. Aus Petersburg wird über dieses angebliche Gefecht bei Port Arthur
folgendes gemeldet:
Ein Telegramm, welches der russische Konsul in Tschifu an den Minister des Aeußeren richtete, meldet, daß in Tschifu angekommene Chinesen erklärten, daß die Truppen des Generals Stößel ein schweres Gefecht mit den Japanern gehabt hätten. Die Japaner sollen hierbei Verluste von 1500 Mann gehabt haben, während die Russen 300 Tote und Verwundete verloren. Ein Generalstabsoffizier erklärt hierzu, eine Bestätigung dieser Meldung sei nicht eingegangen, aber die Nachricht sei nicht unwahrscheinlich.
Unwahrscheinlich schon deshalb nicht, weil, wie öfter betont, die Japaner alles daran setzen werden, Port Arthur in ihre Hand zu bekommen, da das nationale Verlangen dahin geht, sich dieses Platzes zu bemächtigen.
Ein weiteres Telegramm aus Petersburg bezieht sich wahrscheinlich auf dieselbe Affäre. Danach rückte General Fock mit acht Bataillonen und zwei Batterien von Port Arthur nach Norden und stieß zwischen Wafandjan und Bulantien auf eine weit stärkere Abteilung Japaner mit 24 Geschützen. Es entspann sich ein scharfes Gefecht, wonach die Russen in ihre Position nach Kintschau zurückkehrten; General Fock hatte 150 Mann an Toten und Verwundeten verloren, darunter neun Offiziere. Die Japaner erlitten große Verluste.
Japanischer Verlust zur Sec.
Während der häufigen gewaltsamen Nefognoszierungen der japanischen Flotte vor Port Arhur wurde der japanische Torpedovootzerstörer„ Akutſuki“ von einer feindlichen Granate getroffen, und 25 Mann an Bord wurden getötet, darumter ein Offizier.
Auch die Russen halen ein neues Schiffsunglück zu derzeichnen gehabt. Da noch nicht vollständig fertiggestellte Panzerschiff Drel" begann infolge mangelhaften Materials zu sinken und konnte nur mit größter Mühe über Wasser gehalten werden.
Die allgemeine Kriegslage
hat sich so schreibt uns unser Mitarbeiter im Augenblick anscheinend bedeutend zugunsten der Russen geändert. Man muß sich darauf beschränken, anscheinend" zu sagen,
GOOOOGO


