Einzelbild herunterladen

Nr. 96.

bonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Sans gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel­fährlich Mr. 1.50.

Huntsbetingen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Montag, den 25. April 1904.

Gießener

13. Jahrgang.

Insertionspreis: Die einfpaltige Betitzette für gang hefsen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 16 Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3269.

Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg Fernsprechanschluk Nr. 362.

Neuelle Nachrichten

( Sichener Tageblatt)

Unabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Betreff: Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der Schweinepest( Schweinefeuche).

Bekanntmachung.

Nachdem die Schweinepest( Schweineseuche) in den Kreisen unsrer Provinz zwar erloschen, dagegen befannt geworden ist, daß sie in benachbarten preußischen Bezirken noch fortbesteht, treffen wir, unter Aufhebung der Vorschriften in unserer Be­fanntmachung vom 8. Juni v. Js.( Kreisblatt Nr. 67) und bom 19. August v. Is.( Kreisblatt Nr. 96), auf Grund des § 9 des Ausschreibens Großh. Ministeriums des Innern vom 27. Juli 1895 zu Nr. M. J. 20929 folgende Anordnungen,

die wir mit dem Anfügen öffentlich bekannt geben, daß Zu­widerhandlungen nach§ 65 Biff. 2 und§ 66 des Reichs­biehseuchengesetes mit Geldstrafe oder Haft, wissentliche Ver­letzungen der Vorschriften dagegen gemäß§ 328 R.-Str.-G. mit Gefängnis bestraft werden.

1. Händler, welche Schweine feilbieten oder solche von Ort zu Ort transportieren oder transportieren lassen, müssen mit Gesundheitsscheinen versehen sein, worin von dem beamteten Tierarzte bescheinigt ist, daß die Schweine aus hessischen un­berseuchten Zuchten stammen, oder seit ihrer Einführung in Hessische Gebietsteile mindestens 5 Tage in seuchefreiem Zustande zugebracht haben und gegenwärtig frei von einer Seuche sind.

Diese Gesundheitsscheine haben eine Gültigkeit von 3 Tagen, nach deren Ablauf auf ihnen durch den beamteten Tierarzt 3 bescheinigen ist, daß eine abermalige Untersuchung der Schweine stattgefunden und die Seuchenfreiheit derselben er­geben hat.

2. Auf den Gesundheitsscheinen müssen die Schweine, fobiel als angänglich bezeichnet und ihre Zahl genau angegeben sein. Ueber etwaige Abgänge aus den Transporten durch Verkauf oder Krepieren hat sich der betr. Händler durch Be­scheinigungen der betreffenden Ortsbehörden oder des beamteten Tierarztes auszuweisen.

3. Sowohl die Gesundheitsscheine wie die Bescheinigungen über die Abgänge aus den Transporten hat der Begleiter derselben stets mit sich zu führen.

4. Krepiert ein Schwein aus einem solchen Transport, so ist unverzüglich der Kreisveterinärarzt zur Feststellung der Todesursache zuzuziehen. Bevor diese Feststellung statt­gefunden hat, darf ein Verkauf aus dem betr. Transport oder ein Fortbringen desselben oder einzelner Tiere daraus nicht stattfinden. Dieser Maßnahme, sowie der nach Fest­stellung einer Seuche angeordneten Gehöftssperre bleiben die sämtlichen Schweine des fraglichen Transports so lange unterworfen, bis die Seuche erloschen und alle Gefahr einer Weiterverbreitung derselben beseitigt ist.

5. Auf Mastschweine, welche zum Zweck der Schlachtung transportiert werden, finden die im Vorhergehenden enthaltenen Bestimmungen feine Anwendung.

6. Die Kosten für die vorgeschriebenen Gesundheitsscheine und sonstigen Bescheinigungen hat der betr. Händler zu tragen. Die Feststellung der Todesursache eingegangener Schweine ge­mäß Biffer 4 gegenwärtigen Ausschreibens erfolgt auf Kosten der Großherzoglichen Polizeikasse.

7. Das Verbot des Verkaufs von Läufer= schweinen im Umherziehen wird aufgehoben.

Wegen der Abhaltung der Schweinemärkte be­stimmen wir ferner das folgende:

I. Die betreffenden Marktplätze sind derart zu teilen, daß die Schweine der Händler von denjenigen der Züchter vollständig getrennt sind.

II. 1. Die Schweinezüchter haben ein von der Drts­polizeibehörde ausgestelltes Ursprungszeugnis aufzuweisen, in welchem ausdrücklich bescheinigt wird, daß der Besizer die von ihm zum Markte gebrachten Schweine selbst gezüchtet hat. Außerdem ist bei Schweinen, die außerhalb des Groß­herzogtums Hessen gezüchtet werden sind, in dem Zeug­nis, unter Angabe der Stückzahl und des Alters der betref­fenden Schweine, zu bescheinigen, daß der Herkunftsort seuchen­frei ist.

2. Wegen der von Schweinehändlern auf die Märkte aufgetriebenen Schweine wird auf die Bestimmungen oben sub 1, 2, 3 und 6 verwiesen.

3. Sämtliche Ausweise werden von den Polizeibeamten nachgeprüft und sind dem Großh. Kreisveterinärarzte auf Verlangen vorzuzeigen. Alsfeld, den 18. April 1904.

Großherzogliches Kreisamt Alsfeld. Dr. Melior.

Der Krieg in Ostasien.

Daß mehrere Vorpostengefechte am Jalu stattgefunden haben, beſtätigt sich. Dagegen fehlt für die Meldung von einem größeren Gefecht noch immer jede amtliche Unterlage. Ueber die

Feindseligkeiten am Jalu berichtet ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Zaren die folgenden Einzelheiten:

Eine Reihe von Rekognoszierungen am Jalu haben ergeben, daß die Japaner nördlich von Widschu bedeu­tende Streitkräfte bei Diwissi zusammenzogen, sowie be­gonnen haben, Truppen in Widschu zu vereinigen. Die dortige koreanische Bevölkerung wurde gezwungen, die Stadt zu räumen. Es ist eine Meldung eingegangen, wonach die Japaner Frachten, die Pontons ähnlich waren, befördert haben. Gegenüber Mabihe wurden auf einer Insel von unseren Freiwilligen zwei japanische Kund­schafter getötet, von denen einer anscheinend Offizier war. Auf der rechten Flanke führten unsere Freiwilligen meh­rere Tage lang fühne Rekognoszierungen des linken Jalu­ufers aus. Dadurch wurde festgestellt, daß südlich vom Pomahuafluß wenig Truppen stehen, daß die Japaner dort aber mit Herstellung von Booten beschäftigt sind. Ein aus zwei Offizieren und 32 Mann bestehendes rus­sisches Kommando begab sich in drei Booten dorthin, wurde aber bemerkt und verlor im Gefecht drei Schüßen. Schwer verwundet wurden im Gefecht Stabskapitän Smeißzin und 11 Schüßen. Leutnant Puschkin und vier Schüßen sind leicht verwundet. Unter Deckung des Feuers von zweien unserer Geschütze fehrte das Kommando auf unser Ufer zurück.

Eine weitere ruffische Schiffsexplosion.

Die russische Flotte in Port Arthur ist wirklich vom Un­glück verfolgt oder leidet unter einer wahrhaft ſträflichen Nachlässigkeit ihrer Besatzungen. Schon wieder hat sie einen schweren Unfall zu verzeichnen. Bei der Anlage einer Minensperre durch Dampfschaluppen kamen durch eine vor­zeitige Explosion unter dem Hinterteil einer Schaluppe der Leutnant Peter Pell und 20 Mann um.

Ein Kolonialgedenktag.

Auf den Tag genau sind es jetzt zwanzig Jahre, daß Deutschland Kolonialmacht ist. Am 24. April 1884 wurde die erste deutsche Kolonie begründet, und das heutige Deutsch­Südwestafrifa war es, über dem vor zwanzig Jahren die Reichsflagge am Mast emporstieg. Das zwanzigjährige Jubi­läum der Zugehörigkeit dieser ersten deutschen Kolonie zum Reiche sieht feine erfreulichen Zustände in der Kolonie: Fast alles, was deutsche Arbeit und deutscher Fleiß in der Kolonie geschaffen, liegt in Schutt und Asche, frische Gräber deutscher Männer und Frauen erheben sich in den Siedelungen, und jeder Tag fordert neue Opfer an kostbarem Blut. Indessen diese gegenwärtige Not der Kolonie soll uns die Hoffnung nicht rauben. Man darf wohl sicher sein, daß mit dem gegen­värtigen Aufstand die Wirren im Lande beendet sein werden. Und die weiteren Sugrzehnte werden Deutsch- Südwestafrika sicherlich in aufsteigender Entwickelung zeigen.

Aus der Kolonie liegen heute besondere Nachrichten nicht vor. Wie verlautet, ist der langjährige Mitarbeiter Wiß­manns in Ostafrika, Legationsrat Dr. Bumiller, als Oberleutnant in die südwestafrikanische Schußtruppe ein­getreten und reist dieser Tage nach Südwestafrika ab. Bu­miller war 1900 dem Stabe Waldersees in China beigegeben und wurde 1902 als Kolonialattachee nach Paris geschickt. Von dort wurde er vor wenigen Wochen abgerufen. Bumiller gehört dem Heere als Oberleutnant der Reserve des Garde­Kürassier- Regiments an und hat sich in den Kämpfen in Ost­afrika mehrere preußische Kriegsauszeichnungen erworben. Der weitere

Verstärkungs- Truppentransport,

der am 30. d. M. von Hamburg aus in See geht, wird an Bord des von der Reichsregierung gecharterten Reichspoſt­dampfers Herzog"( Kapitän Weiskamm) nach Swakop­mund befördert werden. Wie verlautet, sollen die Truppen hauptsächlich dazu bestimmt sein, die englische Grenze zu überwachen, da es sich gezeigt hat, daß die Herero von dieser Seite aus unseren Schußtruppen am gefährlichsten geworden find resp. in Zukunft noch gefährlich werden können. Wie aus Hamburg weiter berichtet wird, kommen in den nächsten Tagen 500 000 Gewehrpatronen von dort aus zur Verschiffung.

Die Funkentelegraphie im Schutzgebiet. Die jetzt in Südwestafrika zur Verwendung gelangenden Funkenstationen find, weil Funkenwagen nicht an­wendbar, die sogenannten arrenstationen. Zu ciner Karrenitation gebören fünf zweirädrige Karren mit

cinem Maximalgewicht von je 600 Kilo. Auf Karren I sind die Apparate für Geber und Empfänger untergebracht, der Karren II trägt die zur Erzeugung der elektrischen Energie erforderliche Dynamo mit zugehörigem Benzinmotor, Karren III dient als Vorratswagen für die Ballons mit Drachen, Handwerkszeug 2c.; auf Karren IV ist ein Gaserzeuger vor­gesehen, der bei eintretender Windstille die Station- be­onders für koloniale Unternehmungen von dem Nachschub des Wasserstoffgases unabhängig machen soll; Karre V ist Bagagewagen. Die Karren sind zweiräderig mit starken Federn; sie werden vom Bock gefahren, der außerdem noch einem Mann der Bedienung Plaz gewährt. Als Bespannung dient unter normalen Verhältnissen ein Pferd in der Schere. Zum Betrieb einer Funkentelegraphenstation auf Karren sind zwei Offiziere, zwei Unteroffiziere und acht Mann vor­gesehen.

Die Politik.

Die Verstaatlichung der Pfalzbahnen soll zum 1. Ja­nuar 1905 Tatsache werden. Die bayerische Staatsregie­rung hat ihre Geneigtheit ausgesprochen, die gesamten Pfalzbahnen vom 1. Januar 1905 zu einem Preise zu über­nehmen, welcher dem nach dem Stande von Mitte März 1904 zu berechnenden Kurswerte des gesamten Aktienkapi­tals entspricht. Es bleibt nun noch abzuwarten, was die Verwaltung der Pfalzbahnen zu diesem Vorschlage sagt.

Mit dem vorläufigen Siege der Krankenkassen hat der Aerztestreik in Mülheim a./Rh. geendet. Am 23. d. Mts. haben die dem Deutschen Aerzteverein angehörigen Aerzte ihre Tätigkeit für die Krankenkassen eingestellt. Den Kassen­borständen gelang es, von auswärts eine genügende Anzahl Ersagärzte heranzuziehen. Die Aufsichtsbehörde erklärte die Zahl der zur Verfügung stehenden Aerzte für genügend.

*

* Die Auswanderung ans Deutschland ist seit Errichtung des Reiches nie so gering gewesen als seit dem Infrafttreten der gegenwärtigen Handelsverträge. Seit 1871 wanderten aus dem Deutschen Reich nach Uebersee 2 590 000 Personen aus. Davon kommen auf die neun Jahre 1871/79, also auf die vor der 1879er 3olltarifreform liegende Zeit 509 000 Auswanderer, auf die zwölf Jahre 1880/91 1 580 000 Auswanderer, auf die zwölf Jahre 1892/1903 nur 500 000 Auswanderer. In dem Abschnitt 1871/79 kamen auf je 100 000 Einwohner im Durchschnitt jährlich 133 Auswan derer, 1880/91 stieg diese Ziffer auf 281, 1892/1903 ging sie auf 77 herab.

A Gine zeitgemäße Warnung an die Aerzteschaft enthält ein Erlaß des preußischen Kultusministers, der sich gegen den bielfach von Aerzten geübten Brauch richtet, sich in ihrer Praris durch Kandidaten der Medizin vertreten zu lassen. Dieser Brauch ist nach Ansicht des Kultusministers ein bedenklicher Mißbrauch, der dem Publikum, den Aerzten und vor allem auch den jungen Vertretern den größten Schaden bringt. Die leßteren würden nämlich jetzt verpflichtet sein, sich gleich den Kur­pfuschern bei dem zuständigen Kreisarzt zu melden. Dem ,, auftraggebenden" Arzte könnte sogar ein ehrengerichtliches Verfahren drohen. Jetzt vor Beginn der Reisezeit kommt diese Mahnung gerade recht. Soll doch schon der Fall vor­gekommen sein, daß der junge Herr Doktor", der als Ver­treter eines Arztes während dessen Sommererholung auf­tauchte, in Wirklichkeit knapp das Physikum bestanden und von praktischer Medizin noch keine blasse Ahnung hatte.

Eine nachahmenswerte Maßregel auf landwirtschaft­lichem Gebiet, die eine Besserung bäuerlicher Grundver­hältnisse anstrebt, ist in Schleswig- Holstein getroffen worden. Die Bewohner des Dorfes Schuby, Kreis Schleswig, besitzen Ländereien, die sich wegen ihrer Lage, ihrer schlechten Zu­gänge und Bewässerung sehr unvorteilhaft bewirtschaften lassen. Die Besitzer haben jetzt beschlossen, die zerstreut lie­genden Felder zusammenzulegen, zeitweilig in einer Hand zu vereinigen und durch einen tüchtigen Landwirt bewirt­schaften zu lassen. Dieser Verwalter wird das Dorfland zweckmäßig mit Wegen und Gräben versehen und zunächst auf gemeinsame Rechnung bewirtschaften. Sobald die großen Verbesserungen des Gebietes es handelt sich um eine Fläche von 1500 Morgen beendet sind, erhält jeder Bauer für das eingeworfene Land eine geschlossene, leicht erreichbare, gut bewässerte Fläche, die ihm künftig mit ge­ringeren Kosten größere Erträge bringen wird.

Oefterreich- Ungarn.

Die Aussichten für die streikenden Eisenbahnbeamten in Ungarn verschlechtern sich von Tag zu Tage. Bereits jetzt haben sich mehrere tausend Bewerber für den Eisenbahndienst bei der Direktion gemeldet. 500 neue Beamte wurden an­genommen. Die Zahl der Züge, die verkehren, ist dement­sprechend größer geworden. Es ist dringend zu wünschen, daß der Verkehr so oder so bald wieder in vollem Umfang aufgenommen sein werde. Denn eine Fortdauer der Ver­kehrsstockung droht schwere Folgen für die Bevölkerung der Städte zu haben. Wenn die Unterbindung des Verkehrs nur einige Zeit anhalten sollte, so sieht z. B. Budapest einer noch

yinaus.

bewahrt mar aing ich hinübe 3weimal in den drei Tagen, während deren die Leiche auf­

haus seine Schatten geworfen. barmen, und ein furchtbares Verbrechen hatte in das Trauer­häufig draußen in der Küche faßen zwei bewaffnete Gens­und Aufbahrungen unter den irländischen Bauern findet schlich sich noch jener laute Lärm, den man sonst so Da war weder jenes Wehrlagen

und jedesmal traf ich Bathroon

thn fümmere.

Mein armer wollte doa

sehen zu lassen. Sie hielt inne und wandte sich ab,

daß ich Michael Heirate...

nicht

haber

um ihre Tränen nicht

gedacht haben, und Ihr eigenes ,, Liebes Fräulein Craig," sagte ich Ihr Herr Vater noch lebte, würde er jegt darauf zu ihr, wenn Glüahrscheinlich anders

michaels

Dieser Tabak ist im Zimmer, Jener in der Luft zu rauchen. In der Heimat nicht zu brauchen-

Reisefreunde find fast immer

lichsten Weise nährte.

häufigen Einladungen ihres Bruders schaffenen Menschen war, und deshalb machte sie von den echt, sondern nur das natürliche Pflichtgefühl eines recht. und unmodern waren und sie sich in der simpelsten, ron zu gewinnen, doch Diga merkte, daß ihre Freundlichkeit nicht Signe machte mehrere Versuche, die Schwägerin für sich nur selten Gebrauch.