Ausgabe 
24.3.1904 Erstes Blatt
 
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wird eine langere Frist erfordern. es ist leicht moglia), daß diese Erfahrungen zu einer Aenderung der Forderungen der Vorlage führen.

Nach der jetzt vorliegenden amtlichen Uebersicht hat die Hochwasserkatastrophe im Juli 1903 in Schlesien Schäden in Höhe von 21 454 320 mark verursacht, wovon 13 849 356 Mark leistungsunfähige Personen treffen.

Von den drei liberalen Fraktionen des preußischen Abgeordnetenhauses ist jetzt ein Antrag auf Aende­rung des preußischen Landtagswahlrechts vereinbart worden. der der Volksvertretung demnächst zugehen wird. Der An­trag verlangt eine anderweite Feststellung der Wahl­bezirke für das Abgeordnetenhaus unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen erheblichen Vermehrung der Be­völkerung. Dann soll die Gesamtzahl der Abgeordneten und Wahlorte neu bestimmt und die Abteilungen derart gebildet werden, daß von der Gesamtsumme der Steuerbeträge aller Urwähler fünf Zwölftel auf die erste, vier Zwölftel auf die zweite und drei Zwölftel auf die dritte Abteilung entfallen. Für die Wahlhandlung, sowohl bei der Wahlmänner- wie bei der Abgeordnetenwahl, sollen neue, dem Verfahren bei den Stadtverordnetenwahlen der östlichen Provinzen entsprechende Bestimmungen getroffen werden. Die einzelnen Wähler­abteilungen sollen gemeindeweise gebildet werden. Der An­trag stellt einen Gegenantrag zu dem die gleiche Frage be­treffenden Antrag der Freikonservativen dar. Große Aus­sichten auf Annahme hat er kaum.

Italien.

Kaum hat sich die Erregung über die Skandalgeschichte des italienischen Arenberg, des Generalkonsuls Badolo in Aden, einigermaßen gelegt, da taucht eine neue Skandalaffäre am politischen Himmel Italiens auf. Der Sünder ist diesmal der frühere Unterrichtsminister Nasi. Er hat, wie sich jetzt herausgestellt hat, eine unglaubliche Mißwirtschaft im Unter­richtsministerium getrieben. Der Kammer liegt jetzt ein um­fangreicher Bericht des Kammerausschusses vor, der die Sache untersucht hat. Aus dem Bericht ergibt sich u. a.: Der ge­samte Fonds für die Verbreitung der Elementarbildung, über 213 000 Lire, verschwand, nur 3 Lire 10 Centimes blieben in der Kasse! Das Geld ging an alle möglichen Schmaroßer, für die sich der Minister aus irgend welchen Gründen inter­essierte, namentlich an die Wählervereine in seinem Wahlkreise Trapani. Für die Reisen, die der Minister mit seinem Sekretär Lombardo machte, find 73 000 Lire angekrei­det, und dabei fahren Minister und ihre Faktoten auf der Bahn gratis! Die Postspesen des Kabinetts betrugen 28 000 Lire. Gewaltige Summen gab der Minister als ,, Unterstützung von Lehrerwitwen und-Waisen" aus. Näm­lich über 212 000 Lire. Nur schade, daß diese Hilfsgelder größtenteils in die Taschen unauffindbarer Personen wander­ten oder solcher, die niemals etwas mit der Volksschule oder dem Unterrichtswesen zu tun gehabt haben.

Papst Pius hat am Dienstag in Rom eine Anzahl Ver­treter des Verbandes der katholischen deutschen Arbeiterver­eine, deren Sitz in Berlin ist, empfangen. Bei dieser Gelegen­heit wurde ihm ein allegorisches Kolossalgemälde des Ber­liner Malers Beckerl übergeben. Aus Berlin waren an­wefend Dr. Fleischer, Baron Savigny und Pfarrer Fournelle, der eine Ansprache hielt. Der Papst antwortete mit einem warmen ob auf die Katholiken Teutschlands.

Frankreich.

Das Kabinett Combes steht vor dem Zusammenbruch: In den Wandelgängen der Kammer hat Ministerpräsident Combes selbst seine Absicht, nach Annahme der Ordensgesetze zurückzutreten, angekündigt. Ob aber das Kabinett sich überhaupt noch bis zur Erledigung der Kongregationsgesetze halten kann, ist sehr fraglich. Seine Gegner gedenken ihm ein noch früheres Ende zu bereiten. Sie wollen den Marine­minister, dessen Stellung ohnehin stark erschüttert ist, stürzen und hoffen, das ganze Kabinett in diesen Sturz mit hinein­zuziehen. Pelletan erklärt freilich, wenn er auch den gegen ihn gerichteten Angriffen unterliegen sollte, so würde das teinesfalls den Sturz des Kabinetts zur Folge haben. Er würde einfach seine Entlassung geben und in den Reihen seiner Partei weiter fämpfen. Ob Herr Pelletan auch hier nicht allzu optimiſtiſch iſt?

Spanien.

Om Madrider Senat hat der Republikaner Labra eine Interpellation eingebracht, in der die Regierung um Auskunft über das Zusammentreffen zwischen dem König und Kaiser Wilhelm II. in Vigo ersucht wird. Sennor Rabra scheint sehr neugierig zu sein. Aber da sich über die Zusam­menkunft des Kaisers mit dem König Alfons nicht viel Poli­tisches sagen läßt, wird der neugierige Interpellant wohl nicht auf seine Kosten kommen.

Alien.

A Neulich berichteten wir über die Grausamkeiten, in denen sich der Emir von Afghanistan gegen seine Untertanen_er­ging. Diese scheinen die Sache satt bekommen zu haben. Aus Asch a bad wird gemeldet, der Emir sei vergiftet wor­den. Habib Ullah das ist der Name des Emirs-- folgte am 3. Oktober 1901 seinem Vater Abder Rahman in der Regierung. Der gewaltsame Tod des Emirs dürfte zu Berwickelungen zwischen England und Rußland, den beiden um den Einfluß in Afghanistan miteinander ringenden Mächte führen.

*

Hof und Gesellschaft.

*** Vom Aufenthalt des Kaisers in Port Mahon werden folgende Einzelheiten von dort berichtet: Der deutsche Konsul brachte ein Arrangement frischer Blumen und eine fleine Kollefiion Landesprodukte an Bord des Lloyddampfers König Albert", besonders eine Art nur hier vorkommender schmackhafter Muscheln. Als der Dampfer durch die lang­gestreckte Einfahrt zwischen den alten spanischen Befestigungen hindurch den inneren Hafen verließ, feuerte ein kleiner spa­nischer Kreuzer Salut, den S. M. S. Friedrich Karl" er­widerte. Die Bevölkerung war in Scharen an den fern ver­sammelt und umschwärmte die deutschen Schiffe in Booten.

Aus einer kleinen Refidenz.

Hg. Oldenburg, 23. März.

Ein neuer Prozeß wegen Beleidigung des Ministers Ruh­strat, der wieder sehr viel Aufsehen erregen dürfte, nimmt heute vor der Straffammer des hiesigen großherzoglichen Landgerichts seinen Anfang. Die Anklage richtet sich wie­derum gegen den Biermannschen Residenzboten", ein hier feit etwa zwei Jahren erscheinendes und sich als unabhängig­Be­politisch, kritisch- satyrisch" bezeichnendes Wochenblatt. kanntlich wurde der Herausgeber des Residenzboten", Bier­

mann, im Herbst v. J. wegen seiner Angriffe auf Minister Rubstrat zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; mit ihm war damals der Oberlehrer Dr. Ries mitangeklagt und verurteilt worden. Auch nach der Verurteilung seines Herausgebers setzte der Residenzbote" seinen Kampf gegen Minister Ruh­strat fort. In Nr. 58 vom 31. Dezember 1903 erschien in dem Blatte als Neujahrsgruß eines oldenburger Jungen" ein Gedicht, das folgendermaßen begann:

Oldenburg, o Oldenburg, Du wunderschöne Stadt, Die Infanterie, Artillerie Und auch Dragoner hat. Dazu Minister Ruhstrat, So ehr und tugendreich, D, Oldenburg, du feine,

Kein' andre kommt dir gleich!"

den Staatsanwalt", womit auf die Tatsache angespielt wurde, daß Ruhstrat im Kasino sich am Jeu beteiligte, und es geht dann in bezug darauf weiter:

,, Auf recke deine Faust!

Der deine Ehre schändete,

Muß aus dem Amt heraus!"

Wegen dieses Gedichtes, insbesondere wegen des letzten Sazes, hat Minister Ruhstrat erneut Strafantrag gestellt und es ist infolgedessen Anklage gegen den Redakteur Kruse erhoben worden, der seit der Inhaftierung Bier­manns den Residenzboten" verantwortlich zeichnet. Der Angeklagte Kruse wird vom Rechtsanwalt Dr. Sprenger ( Bremen), der s. 3t. auch die Verteidigung Biermanns ge­führt hat, verteidigt. Da seitens der Verteidigung sehr um­fangreiche Beweisanträge gestellt worden sind, so ist eine neue und wahrscheinlich erweiterte Auflage der vorjährigen Verhandlung, die so viel Staub aufgewirbelt und bis in die neueste Zeit den Reichstag und den oldenburger Landt g sowie die Deffentlichkeit angelegentlich beschäftigt hat, zu erworten.

Preussifcher Landtag. Haus der Abgeordneten.

( 49. Sizung.) RK. Berlin, 23. März. Die heutige Erörterung galt fast ganz dem Schul­wesen in der Ostmart. Eine längere Besprechung knüpfte sich an die Forderung der Regierung, ihr zu widerruflichen persönlichen Zulagen an Volksschullehrer und-Lehrerinnen in Posen und in den gemischtsprachigen Kreisen Westpreußens 1 Million Mark zu bewilligen, ebensoviel wie im vorigen Etat. Außerdem forderte sie 200 000 Mark zu Remunerationen an Volksschullehrer und Lehrerinnen behufs besonderer För­derung des deutschen Volksschulwesens in den Landesteilen mit gemischt deutscher und polnischer Sprache". Abg. Kreth ( fons.) beantragte, die persönlichen Zulagen auch auf die ge­mischt- sprachigen Teile der Provinzen Ostpreußen und Schle­sien auszudehnen. Abg. Frhr. v. 3edlitz( ft.) beantragt, die Remunerationen statt auf 200 000 Mart auf 700 000 Mark zu bemessen. Beide Anträge wurden der Budget­kommission überwiesen, im übrigen wurde die Regierungsvor­lage genehmigt. Dann vertagte sich das Haus, ohne den Etat zu erledigen, auf den 12. April.

Nah und Fern.

* Sturm auf den Lofoten. Wie aus Christiania gemeldet wird, wütete auf den Lofoten fünf Tage lang ein überaus hef­tiger Sturm, der große Verkehrsstörungen verursachte. Zahl= reiche Boote sind verloren oder beschädigt. Mehrere Menschen haben das Leben eingebüßt.

Die Lütticher Dynamitarden verhaftet. Die Urheber des Lütticher Bombenanschlages sind nunmehr festgenommen worden und haben bereits ein Geständnis abgelegt. Es sind zwei französische Anarchisten mit Namen Lambin, genannt Beaumanois, und P. R. Gudefin. In derselben Angelegen= heit hat die Verhaftung eines gewissen Modeste Boutet ſtatt­gefunden; bei ihm wurden auch die Bomben angefertigt.

Verzweiflungsakt einer Mutter. In einem Seitenbach der Isar wurden die Leichen zweier Mädchen aufgefunden. Sie sind als die Töchter eines Maurers refognosziert worden und dürften unzweifelhaft von ihrer eigenen Mutter ins Wasser geworfen worden sein. Am 20. März nachts haben Leute gesehen, daß eine Frau ein Kind ins Wasser warf und dann selbst in den Bach sprang. Die Leiche der Mutter ist noch nicht gefunden. Man hatte ihr unlängst wegen des Ver­dachts der Entwendung verschiedener Wertlosigkeiten Vor­halte gemacht.

Ein ganzer russischer Marktflecken abgebrannt. Eine furchtbare Feuersbrunst vernichtete den 1370 Einwohner zählenden russischen Marktflecken Klewanj in Wolhynken. 600 Gebäude, darunter die Kirchen, die Schulen, das Rat­haus, die Post und das Gerichtsgebäude wurden ein Raub der Flammen.

Tief gesunken. In der Nähe von München wurden zwei total verwahrloste Stromer aufgegriffen. Der ältere davon, der oft mit Haft und Gefängnisstrafen belegt wurde, gab bei seiner Verhaftung einen bürgerlichen Namen an, welcher dem einer hohen preußischen Adelsfamilie gleichlautete. Die näheren Recherchen nach dem Vorleben des alten Vaganten ergaben nun, daß man es tatsächlich mit einem altadeligen Reichsgrafen zu tun hat, der aber jedenfalls aus Rücksicht auf seine hohen Verwandten den Behörden gegenüber und auf der Walze seinen wahren Namen nicht geführt hat.

Das Ende des Matadors. In der Arena der Stadt Juarez fand der berühmte merikanische Stierkämpfer Cuco ein tragisches Ende. Er hatte einem Stier mit sicherer Hand den Degen zwischen die Schultern gestoßen und verneigte sich lächelnd vor dem applaudierenden Publikum. Da rich­tete sich der Stier mit letter Lebenskraft jäh empor und bohrte dem Ueberraschten seine Hörner in die Brust. Ma­dator und Stier wurden bak auf leblos aus der Arena gebracht.

Hus dem Gerichtssaal.

§ Die blecherne Lerche". Vor der Straffammer am Landgericht II findet die Verhandlung in einem interessanten Beleidigungsprozesse statt, von dem man die Aufklärung über das nun schon über ein Jahrzehnt bestehende und von allen Leuten aller Stände immer wieder mit großen Geld­mitteln unterstützte Projekt des Herrn Ganswindt, die, lenk­bare Luftschraube", wie sie der Erfinder, die blecherne Lerche", wie sie der Berliner Volksmund nennt. Die Luft­schraube ist dem bekannten kleinen Kinderspielzeug aus Blech

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nachgebildet, das, mit einem Bindfaden aufgezogen, sii drehend haushoch in die Lüfte erhebt, um dann wie ermatt plötzlich herabzufallen. Die Ganswvindtsche Luftschraube beruht im großen und ganzen auf demselben Prinzip, wi die erwähnte blecherne Lerche", nur daß ihre Größenve nen Riesenlerche" sowohl einen Triebmotor, wie auch Persone in die Lüfte heben, ersterer soll dann die Steuerung de merkwürdigen Luftschiffes übernehmen. Infolge von An zweiflungen, die dieses Projekt durch den früheren Schöne berger Polizeipräsidenten Hammacher und den Kriminal kommissar Ruck erfuhr, erhob Ganswindt in Rundschreiber schwere Vorwürfe gegen diese beiden, was zu der jetzigen Be leidigungsklage führte. Das Gericht beschloß, im Verein mit dem Staatsanwalt dem Angeklagten, den Sachverständiger und den Verteidigern einen Besichtigungstermin an Ort Stelle in Schöneberg abhalten und sich die Ganswindtsc Apparate vorführen zu lassen, um sich selbst ein Bild von ihnen machen zu können. Infolgedessen wurde die Verhandlung abgebrochen und auf Freitag vertagt.

hältnisse gigantischer sind. Ganswindt will mit dieser bleche piler: Ich ruhe mi

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wohl als Suftiomn Boshaft Ontel Treppen hoch gelegene für den Nachtwächter ni Hleppen?" Optimistische Die Redaktionen find Buff fie einem jedes Burdliefern."

Gut heraus Maria Stuart"-Auf liefert, Herr Direttor auf ihrem legten Ga Cudierendirektor: deuten, wie der Mer

[ König Ludwig II. und der Ziegenbod.] Eine et greifende Anekdote aus dem Leben des unglücklichen Königs hofer. Er verdankt sie einem Jäger Bachmeyer, der auf dem Schachen zu jener Zeit diente, in welcher König Ludwig seine einsamen Nächte in dem steinernen Schweigen dor oben verträumte. Der Jäger, so schreibt Ganghofer, war beim König wohlgelitten, sah ihn häufig und konnte mir viel von ihm erzählen, von seinen menschenfernen Spazier gängen, seinen nächtlichen Kahnfahrten auf dem Schachensee, bon des Königs merkwürdigem Zahnarzt, der nicht im Hause wohnen durfte und für den man eigens ein Hüttchen bauen mußte, von des Königs Leben, in dem sich Tag und Nacht ver tauschten, von seinem freundlichen Wohlwollen für die Senn­leute, von seiner warmen Sympathie für alle Tiere- und besonders von einem Ziegenbock, der des Königs Liebling war und allzeit freien Eintritt zu allen Gemächern des Königshauses hatte. Eines Abends wurde Bachmeyer zum König gerufen, und als er den maurischen Saal betrat, saj der König in heiterer Laune auf dem Diwan und sah lachend dem Ziegenbocke zu, der mit Läufen und Hörnern die Seide des Diwans zerfetzte und auch sonst den Saal in recht üblen Zustand verwandelt hatte. Da hab i mi nimmer halten könna und hab zum Herrn Köni gsagt... Malesch dät, hab i gsagt, wia können S' denn da so a Mistviech so umanand hausen lassen! Und wiwissen S', was er gsagt hat, der Herr Köni? Dieses Tierl, hat' r gsagt, dieses Tier, das lügt nicht!" Wie viel unwahrheit muß König Ludwig in seinem Leben gehört haben, um heiter und geduldig alle Unart eines Tieres ertragen zu können, nur weil es nicht lügt!

Ludwig veröffentlicht der bekannte Jadschriftsteller Gang weiß, was er tut."

[ Was ein Ackerer" bedeutet.] Welcher Wohlhaben­heit sich im Meter Lande manche Bauerngüter erfreuen, be weist recht augenfällig die an den Plakatsäulen in Metz an geschlagene Anzeige der Versteigerung des Ackerbau- Inven­tars des verstorbenen Landwirts H. Hurlin in Montigny- la­Grange, unweit von Amanweiler. Der Kurzeler Notar Bettembourg bezeichnet den Verstorbenen im Terte der Anzeige als Ackerer", in anderen Landesteilen könnte sicher mancher ,, Gutsbesizer" fein so bedeutendes Inventar aufweisen, als dieser Ackerer" Hurlin. Nicht weniger als 25 selbstgezogene Pferde, 50 Stück Rindvieh, 10 Schweine und 80 Hühner, bil den den lebenden Bestand, 6 Leiterwagen, 1 Kutsche, 1 Break, zahlreiche landwirtschaftliche Geräte das tote Inventar. Außer der für ein solches Landgut entsprechenden großen Zimmer einrichtung komint auch der umfangreiche Keller des Ackerers" zur Versteigerung, als da sind 2- bis 3000 Flaschen aus den besten Weinlagen des Landes, wie Sch, Lessy und Thiaucourt, verschiedene Faßweine, Branntweine, noch aus dem 70er Jahrgange herrührend, u. s. w.

[ Empfindungen im Unterseeboot.] Anläßlich des Un­terganges des englischen Unterseebotes gibt ein englischer Seemann, der an einer Probefahrt im Unterseeboot Nr. 2 der englischen Flotte in der Stokes Bay teilnahm, eine interessante Schilderung seiner Erfahrungen dabei: Das Gefühl, das man beim Untertauchen des Bootes hat," erzählt er, ist sehr eigentümlich. Man fühlt deutlich den verstärkten Druck, der durch das Untertauchen verursacht wird. Licht gibt es dabei in Menge; durch die Glasluken im Kommandoturm stiehlt sich eine Art grünliches Dämmerlicht herein in einer Tiefe von zwei Faden. Man kann, wenn man durch eine dieser Pforten­öffnungen hinausblickt, sagen, ob der Himmel bewölkt ist, oder ob die Sonne auf die Meeresoberfläche scheint. Das erste Gefühl, das man unter Wasser hat, ist eine Art Betäubung; sie wird durch das Gefühl der völligen Hilflosigkeit hervorge bracht, das den befällt, der sich in diesem beengten Raume be findet. Die Bewegungen des Bootes sind nicht wahrnehmbar, selbst wenn es mit seiner vollen Unterseegeschwindigkeit von jieben Knoten fährt. Das Gefühl der Stille ist sehr stark. Ohrenklingen belästigte mich und ebenso ein schreckliches Ge­fühl von Seekrankheit. Alle, die in den Unterseebooten sind, werden bald sehr bleich. Das ist, wie ich meine, eine Folge der schlechten Gerüche, die sich dort erzeugen."

[ Gin vergessener Gesandter.] Die Besetzung von Söul durch die Japaner hat für den koreanischen Gesandten in Petersburg recht unangenehme Folgen gehabt. Man hat ihm seit der Zeit kein Gehalt mehr geschickt. Was sollte nun der Aermiste anfangen, wovon essen, trinken und wohnen, da er vermutlich nichts anderes gelernt hat, als Korea zu vertreten? In seiner Not offenbarte er sich einem Kollegen. Die Diplo maten heißen nicht umsonst ein Korps; sie haben Korpsgeist. Man teilte daher dem Grafen Lamsdorff die prekäre Lage der vergessenen und dem Hunger entgegengehenden Exzellenz mit. Der Minister des Aeußeren tat, was ihm zukommt, nämlich das Aeußerste. Er öffnete dem Koreaner die russische Staats­fasse. Aus Dankbarkeit zeichnete darauf der Asiate fünfzig Rubel für den Erfolg der russischen Waffen.

[ Russischer Tee und der Krieg.] Da sich in Moskau das Zentrum des russischen Teehandels befindet, so erregt der Umstand, daß die Teeeinfuhr nach Nußland nahezu unmöglich erscheint, weite Schichten der handeltreibenden Bevölkerung. Der Seeweg ist eben zu gefährlich, als daß ihn die Teefrachten nehmen könnten, und der Transport per Eisenbahn ist un möglich, weil die Eisenbahnen die Annahme von Privat frachten eingestellt haben. Um nun einer Teekrisis vorzu­beugen, soll nach jachta eine Konferenz der hervorragendsten russischen und chinesischen Teehändler zur Beratung ent­sprechender Maßnahmen einberufen werden. Einer großen russischen Teefirma sind 70 Waggons mit Tee unterwegs ſtecken geblieben, während eine andere Moskauer Firma bis heute vergeblich auf das Eintreffen von 2000 Teefollis( 3i­biki) wartet. Wie verlautet. hat die in Betracht kommende

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Die Hauptabte 2. Domänen des G Lotterie, 5. Direkte bos entsprechend de genommen. Bei Rapitel fuchen der Zweiten rat einen Antrag für die Reichstagsab nnicht bei.

Auch dem Bef Offiziere des Groß maligen Inhaber zu Bei Kapitel 8dafür ein, daß di Befige von Private auch noch mehr wie anert richten sollte, m t. Biegeleben zugefa Frhr. v. Heyl Sachen der Rirdvie Bei den Abtei Finanzen, Ausleibu hältnis zum Reich, das Haus den B erfolgte Beratung i Die Abteilun

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