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Das hatte ich nicht erwartet," sagte er, während er Sabine zum Divan zurückführte und sich in einen Sessel nie derließ. Du durftest ja heute das Zimmer noch nicht verTassen, Ottokar!"
„ Dieser Befehl des Arztes war keine Arznei für meine Ungeduld," rief der Maler, ich konnte meiner Sehnsucht nicht länger gebieten, und da ich mich wohl fühlte, hielt ich es für ungefährlich, dem Verbot zu frozen. Sei nur ganz unbesorgt, Geliebte," fuhr er fort, als er den angstvollen Blick Sabinens bemerkte, Adolph begegnete mir vorhin, er sagte selbst, mein Ungehorsam werde keine schlimmen Folgen haben. Uebrigens teilte er mir eine Neuigkeit mit, die Ihr noch nicht kennen werdet. Der Adjutant v. Bodenlauben hat sich heute morgen mit Fräulein Ida Kassel verlobt."
" Das wird am Hofe dem Fasse den Boden ausstoßen!" rief der Hofrat überrascht. Diese Mesalliance verzeiht Durchlaucht seinem Adjutanten nicht."
„ Dann wird Herr v. Bodenlauben seinen Abschied nehmen," sagte Sabine; er hat schon früher davon gesprochen, mit seinem Gutsverwalter ist er nicht mehr zufrieden."
Der alte Herr holte seine goldene Dose aus der Tasche und schüttelte den Kopf. Mir scheint, daß der Fürst bereits davon unterrichtet ist," erwiderte er, er war heute in einer Laune, wie ich ihn selten gesehen habe. Mich hat er feines Wortes, kaum eines Blickes gewürdigt, dem Direktor Spangenberg hingegen gewährte er eine lange Audienz, und das Gesicht dieses Herrn strahlte, als er aus dem Kabinett zurückfam. Ich habe noch eine andere unangenehme Nachricht," fuhr er fort, im Vertrauen wurde mir mitgeteilt, daß der Fürst die beiden Duellanten bestraft wissen will. Im Anfang sollte die Geschichte totgeschwiegen werden, und es dachte auch schon niemand mehr daran, jetzt denkt der Fürst plötzlich anders darüber, die Ursache ist leicht zu erraten."
Intriguen meiner Tante?" sagte Sabine entrüstet. " Jawohl, Intriguen der Frau v. Gagern," bestätigte der Hofrat, der Hofmarschall hat das alles besorgt. Zweck dieser Intriguen war, Ihre Verlobung mit meinem Sohne zu verhindern, gnädiges Fräulein, nun sie dennoch geschlossen ist, wird der Aerger darüber sich nur noch steigern."
Bah, was liegt uns daran!" meinte Ottokar, während Sabine gedankenvoll vor sich hinblickte.„ Wenn ich wegen des Duells zur Rechenschaft gezogen werden soll, so wird das auch den Kopf nicht kosten, mit einigen Monaten Festungshaft ist die Geschichte abgemacht, inzwischen können die Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen werden, und sofort nach unserer Trauung verlassen wir dieſe Stadt für lange Zeit, vielleicht für immer."
Ja, für immer!" sagte Sabine aufatmend.„ Wir haben hier nur Feinde, die unser Glück uns nicht gönnen. Wir reisen nach Italien, und gefällt es uns dort nicht mehr, so ziehen wir uns auf unser Gut zurück."
,, Wo aber bleibe ich?" erwiderte der Hofrat, die Dose in den Händen drehend. Ich mache keinen Hehl daraus, daß diese Verlobung mir den letzten Rest der Gunſt meines Fürsten rauben wird, sie läuft seinen Wünschen zu ſehr entgegen, und in mir sieht er den Urheber und Vermittler."
,, Wollen Sie auf meinem Gute wohnen?" fragte Sabine. Mein Verwalter soll jeden Ihrer Wünsche erfüllen, und wenn Sie die Einsamkeit nicht fürchten
,, Durchaus nicht, gnädiges Fräulein," unterbrach er sie heiter,„ ich habe ein gutes Gewissen und fürchte mich nicht, mit meinen Gedanken allein zu sein. Im Gegenteil, ich würde diese Einsamkeit benutzen, um meine Memorien zu schreiben, ich habe sehr viel erlebt und kann Manches der
Vergessenheit entreißen, was der Aufzeichnung wert ist. Ich bin Ihnen sehr dankbar, gnädiges Fräulein, Ihr freundliches Anerbieten werde ich mir jedenfalls überlegen, es seyt mich in den Stand, den kommenden Dingen nun faltblütig entgegen zu sehen. Ich möchte es nur noch erleben, daß Spangenberg wieder in Ungnade fällt, er trägt den Kopf jetzt so hoch, daß man ihm gerne so weit wie möglich aus dem Wege geht."
Gönnen wir ihm die Freude!" sagte Ottokar geringschäßend, sie wird vielleicht nicht lange dauern."
Rosa trat wieder ein und überreichte ihrer Herrin ein verficgeltes Billet.
Frau v. Gagern ist soeben fortgefahren," sagte sie. „ Es ist gut," erwiderte Sabine, nachdem sie das Billet, das nur wenige Zeilen enthielt, gelesen hatte ,,, die Frau Baronin ist abgereist, sie will den Winter auf ihrem Witwenfive zubringen."
Dem Himmel sei Dank!"
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sagte Ottokar, als die das Boudoir wieder verlassen hatte. Der Feind hat seine Niederlage erkannt und die Flucht ergriffen."
Der alte Herr verabschiedete sich jetzt von dem glücklichen Paare; auch er war glücklich über diese Verlobung, die ja auch ihm eine sorgenfreie und angenehme Zukunft sicherte, wenn er auch völlig in Ungnade fiel.
Mit lächelnder Miene durchwanderte er die Straßen, jeden Bekannten, der ihm begegnete, freundlich grüßend; er hatte den Aerger überwunden, Reichtum gibt ja auch Macht, und auf die Dankbarkeit seine Sohnes durfte er vertrauen. Seine Gläubiger wurden in nächster Zeit befriedigt, diese Sorge drückte ihn nicht mehr, vielleicht wurde er durch seine Memoiren ein berühmter Mann, alles in allem genommen, durfte er mit heiterem Blick in die Zukunft schauen, die nun sonnenhell vor ihm lag.
Wie er es jeden Mittag vor Tisch zu tun pflegte, ging er auch heute in die Weinstube, in der jetzt wieder Joachim Spangenberg das große Wort führte.
Der schadenfrohe Blick, mit dem Spangenberg ihn begrüßte, entging ihm nicht, er setzte sich zu den Gästen und bestellte beim Kellner eine Flasche Champagner.
Haben Sie das große Los gewonnen, Herr Hofrat?" fragte einer der Gäste.
Nein, meine Herren, das nicht," entgegnete er heiter, „ aber mein Sohn hat soeben sich mit Fräulein v. Derendorf verlobt, und ich glaube, daß ich dieses Ereignis wohl als ein freudiges bezeichnen und feiern darf."
Die Blicke aller richteten sich auf Joachim Spangenberg, dessen rotes Antlitz plößlich bleich wurde, und mit triumphierender Genugtuung empfing der Hofrat die Glückwünsche, die ihm dargebracht wurden.
„ Das Brautpaar gedenkt wohl schon bald zu heiraten?" fragte Spangenberg nach einer Pause.
,, Wahrscheinlich!" entgegnete der Hofrat,„ die Intriguen, die bisher gegen dasselbe geschmiedet worden sind, machen dies wünschenswert."
So, so!" fuhr Spangenberg fort, und seine Stimme flang jetzt boshaft,„ dieser Wunsch wird wohl so bald nicht in Erfüllung gehen."
Und was, wenn ich fragen darf, steht ihm im Wege?" ,, Die Duellgeschichte! Durchlaucht will diese Uebertretung des Gesezes nicht ungestraft hingehen lassen, das Gericht hat Befehl erhalten, die Sache zu untersuchen
,, Bah, die Strafe wird sehr gering sein," spottete der Hofrat, indem er sein Glas wieder füllte, der Anlaß zum Duell war geringfügig, und das Resultat nur ein Streifschuß, eine leichte Verwundung."
,, Bauen Sie darauf Ihre Hoffnungen nicht," warnte Spangenberg, wenn Durchlaucht nicht noch in letzter Stunde Rücksicht auf seinen Adjutanten nimmt, wird er die ganze Strenge des Gesetzes walten lassen."
Nun, diese Rücksicht ist freilich sehr unwahrscheinlich", spottete der Hofrat, die Verlobung des Adjutanten mit Fräulein Kassel wird schwerlich bei Hofe Billigung finden."
Das war wiederum für die Gäste eine überraschende Nachricht; Joachim Spangenberg wollte anfangs an ihrer Wahrheit zweifeln, dann aber brüstete er sich damit, daß der vornehme und reiche Herr v. Bodenlauben der Schwager seiner Tochter wurde.
Er mußte darüber Gewißheit haben, dem Hofrat glaubte er noch immer nicht, diese Gewißheit konnte jedenfalls Irma ihm geben.
Seine Ungeduld bewog ihn, heute früher wie gewöhnlich aufzubrechen; der Hofrat blieb vor seiner Flasche ſizen, und die übrigen Gäste sandten dem Scheidenden keine schmeichelhaften Bemerkungen nach.
hört hätte, er würde sich wenig daraus gemacht haben, er Wenn Joachim Spangenberg diese Bemerkungen auch getrug den Kopf jetzt wieder hoch und sonnte sich in der Gunſt des Fürsten, die ihm zu Teil geworden war.
Er baute wieder Luftschlösser, stolzer und prächtiger, wie er sie je zuvor gebaut hatte!
Wenn er mit dem Gelde seines Schwiegersohnes seine Schulden gedeckt hatte, dann drückte ihn nichts mehr, die Gnadenſonne vergoldete seinen Weg, auf dem er von Stufe zu Stufe höher stieg. Mit hoch erhobenem Haupte trat er in das Arbeitskabinett des Polizeirates, der sich eben zum Mittagessen begeben wollte.
( Fortsetzung folgt.)
Im Weizen Rok.
Kriminal- Novelle von Robert Kraft.
( Schluß.)
( Nachdruck verboten.) Wochen vergingen und es stellte sich heraus, daß die Leiche entschieden nicht im Teiche liegen könne. Der Grund war so sorgfältig mit Stangen, Haken und Schleppnetzen abgesucht worden, daß man keine Schuhsohle und keinen Blechlöffel mehr ans Tageslicht brachte.
Wo war nun die Leiche? Es hatte doch ganz den Anschein, als ob der Mörder sein Opfer in dem Teiche versenkt hätte. Und wozu überhaupt der Mord? Das Geheimnisvolle und Rätselhafte eben war es, was die Tat so interessant und das„ Weiße Roß" zu einer Berühmtheit machte.
Dazu kam noch etwas anderes. Zu jener Zeit trieb in England der Spiritismus die üppigsten Blüten. Er war falonfähig, die Lieblingskammerfrau der Königin war ein Medium, auch Gladstone zählte zu den eifrigsten Anhängern der Geisterlehre. Nach amtlichem Bericht wurden vom 20. bis 27. Dezember 1873 in London 6, in der Provinz 62 öffentliche ſpiritistische Sitzungen abgehalten; die in Privat zirkeln sind gar nicht zu zählen. Der geheimnisvolle Vorfall gab natürlich Stoff, die Geister zu befragen. Die Verstorbene sollte ſelbſt angeben, wo sich ihr Leichnam befinde, den Grund des Mordes aufklären und so weiter. Der Geist der abgeschiedenen Nancy erschien denn auch überall prompt oder gab durch Tischklopfen Auskunft, die Antworten waren aber wie immer, so weideutig und dunkel, daß niemand daraus klug wurde. Jedenfalls gab es neue Anregung zum Suchen, man grub hie und da, fischte noch immer auf eigene Faust, und das Weiße Roß" war stets voll von Gästen. Sogar Equipagen fuhren vor.
Eine vornehme Dame sah Nancys Photographie an der Wand hängen und wünschte das Bild zu besitzen. Sie fragte, was es foſte.
„ Das ist mir unverkäuflich", sagte der schlaue Jim, lief aber gleich darauf zum Photographen, ließ das Bild vervielfältigen und verkaufte fortan das Stück zu einem Schilling. Er machte ein ungeheures Geschäft damit.
Die Zeitungen beschäftigen sich noch immer mit der Besprechung des Geheimnisses, besonders der„ Morning Star", für den Charles berichtete, machte die Sache zu seiner eigenen. Dem Vater und Bräutigam müsse Genugtuung geschehen, der Mord müsse gesühnt, zunächst aber der Leich nam gefunden werden; die Redaktion forderte, daß man den Teich auspumpe. Das ging von dem findigen Charles aus, und als es nicht geschah, veranstaltete die Redaktion eine öffentliche Sammlung zu diesem Zwecke.
Gleichzeitig begab sich Vater Fim zum Brauereidirektor und forderte dasselbe. Die Brauerei sah schnell den Vorteil ein, der ihr daraus erwuchs, und bestellte ein Lokomobile und eine Pumpe auf ihre Kosten. Ebenso ließ sie noch rund um den Teich, der noch zu ihrem Grundstücke gehörte, Zelte und Buden errichten, und das Auspumpen wurde in allen Zeitungen reklamehaft angekündigt. Es war ein großartiges Volksfest, das gefeiert wurde, als das Auspumpen begann. Tausende waren herbeigeſtrömt, alle fanden Plaß, und für die Kinder waren Luftschaukeln, Karussels und Schieß
buden da.
Die Lokomobile pumpte entsetzlich langsam, es war gerade, als ob man den Teich mit Eimern ausschöpfe, und das hatte seinen guten Grund, denn der Brauerei lag natürlich nichts daran, daß die Sache gar zu schnell ging. Drei Tage dauerte es, das Publikum wechselte beständig, und als der Schlamm sichtbar wurde, war das Gedränge fürchter lich, geradezu lebensgefährlich, denn jedermann wollte Nancys Leiche sehen.
Endlich war der Teich leer, viele Menschen_krebsten in den Schlamm herum, ohne etwas zu finden. So war das Publikum zwar enttäuscht, aber es hatte sich doch groß artig unterhalten, und Vater Jim einen ganzen Sack voll Geld eingenommen.
Im Königskopf" dagegen sahen sich Wirt und Wirtin mit banger Sorge an. Jetzt versauerte ihnen das Bier im Keller, und drüben, auf dem Grundstücke des Konkurrenten, maßen schon Geometer. Die Brauerei wollte ein größeres Gebäude hinseßen.
III.
Vier Jahre waren vergangen, ohne die Lösung des Rätsels herbeigeführt zu haben, aber die Erinnerung war noch frisch daran. Immer noch beschäftigten sich die Zeitun
gen mit dem Geheimnis, jede verfocht ihre eigene Theorie. Das neue stattliche Weiße Roß" war eines der besuchtesten Wirtshäuser geworden. Das Mordhaus" stand zwar noch, aber danebn war das neue, langgestreckte Gebäude errichtet worden, und Sonntags konnte es doch nie alle Gäste fassen. Wo einst der frühere Wirt Kartoffeln gebaut hatte, befand sich ein Garten, und die fleißig benutzte Ausspannung, und so dumm Vater Jim auch aussah, er verſtand die große Wirtschaft mit Geschick zu leiten.
Die im Königskopf" seufzten vergebens nach den alten Stammgästen, alle hatte das„ Weiße Roß" an sich gerissen, auch die neuen Zuzügler gingen natürlich dahin, wo die meisten Gäste waren. Denn die Gegend bekam plötzlich ein anderes Aussehen, die Häuser schossen wie Pilze aus dem Boden, Mietskasernen, Villen und elegante Geschäfte, und daran war nur die berühmte Cakesfabrik von Wright schuld, welche damals dorthin verlegt wurde. Nur um ein Bild von London zu geben, sei hier erwähnt, daß diese Bäckerei jetzt hundertundvierundfünfzig Paare gleichfarbiger Isabellenpferde im Stalle stehen hat, welche ebensoviele Wagen ziehen, um den täglichen Bedarf Londons an Bisquit zu decken. Wo solch eine Fabrik sich niederläßt, bringt sie gleich eine Stadt mit; so wuchs auch hier der Bodenpreis ums hundertfache, aber dem Vater mi konnte die Brauerei nichts anhaben, der hatte die Wirtschaft auf zehn Jahre für einen Spottpreis gepachtet, und die gebotene Abfindungssumme nahm er trotz ihrer Höhe nicht an.
Da geschah etwas, das zum endlichen Schlusse der geldeinbringenden Tragikomödie führen sollte, aber auch noch einmal eine neue Völkerwanderung nach dem„ Weißen Roß" betoirfte.
Charles war ein wohlbestallter Berichterſtakter und Journalist, weilte aber, so oft er konnte, bei Vater Jim, der ihn wie seinen wirklichen Schwiegersohn behandelte, half ihm in geschäftlichen Sachen und machte ſich ſonst nützlich. Als das Lokal einmal recht besucht war und Charles gerade die Kasse zählte, trat plötzlich ein Geheimpolizist auf ihn zu und verhaftete ihn. Daß der überraschte Charles furchtbar erschraf, die Farbe wechselte und das„ Warum?" nur hauchen konnte, war allen bemerklich. Er folgte in den Wagen.
In der Tat hatte man den schwersten Verdacht jetzt gegen ihn gefaßt, er mußte unbedingt Nancys Mörder sein. Erstens hatte man ihm in Westend, auf der anderen Seite des riesengroßen London, eine junge Dame am Arme führen sehen, an der Hand einen Knaben. Also lag es sehr nahe, daß er schon seit Jahren verheiratet war, obgleich er sich vor Gericht als unverheiratet ausgegeben hatte. Eine Verwechselung war ausgeschlossen. Die Wohnung wurde ermittelt, er nannte sich hier Fred Jackson, seine Frau war eine geborene Marie Douglas, beide getraut in der Sanft Michaelfirche und zwar das war das unheimlichste dabei = kurz nach Nancys Ermordung. Die beiden hatten einen dreijährigen Knaben und ein wenige Monate altes Mädchen.
Es muß hierbei erwähnt werden, daß man in England feine Legitimationspapiere braucht, man meldet sich nicht an und nicht ab, der engagierende Prinzipal fordert keine Zeugnisse, er erkundigt sich nur bei dem früheren Prinzipale; und so hat man auch bei der Trauung nur zwei Zeugen nötig, und um diese zu beschaffen, braucht man nicht einmal in die nächste Restauration zu gehen, es stehen schon solche vor dem Standesamt, die sich dazu anbieten. Nennt man falsche Namen, so ist die Ehe freilich gesetzlich ungültig, aber man besitzt doch einen Trauschein.
Zweitens war der Geschäftsmann gefunden worden, bei dem das Messer gekauft worden war, und als dieser jüngst den Mr. Simpken geſehen, hatte er schnell die Polizei benachrichtigt, daß dieser es am Abend vor der Mordnacht bei ihm gekauft habe.
Sicherlich war also Charles Simpken der Mörder, aufgestachelt durch seine Frau oder frühere Geliebte, die auf Nancy eifersüchtig gewesen war.
Am anderen Tage wurde Charles dem Richter vor
geführt.
„ Sie sind der Mörder von Nancy Carpenter!" herrschte ihn dieser an.
Die Stimme war danach angetan, daß Charles leicht zuſammenzuckte.
„ Das müssen Sie mir erst beweisen," sagte der junge Mann jedoch schnell gefaßt, eine Antwort, die man in jeder Gerichtsverhandlung in England zu hören bekommt.
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