Auf dem Gebiete der inneren Kolonisation ist im westpreußischen Kreise Briesen ein bemerkenswerter Versuch mit der Begründung von ArbeiteransicdeInngen in Angriff genommen worden. Die preußische Regierung hat zu diesem Zweck die Beleihung der Landarbeiterstellen, die durchschnittlich mit je zwei Morgen Land ausgestattet werden sollen, mit Rentenbankrenten unter folgenden Bedingungen gestattet: Von der erforderlichen Gesamtbeleihung jeder Stelle ist mindestens ein Viertel aus Kreismitteln zu gewähren; das Kreisdarlehn steht der Rentenbanfrente im Range nach. Von Rückzahlungen, die außer der regelmäßigen Tilgung geleistet werden, soll mindestens die Hälfte zur Ablösung der Rentenbankrente verwendet werden. Der Kreis ist verpflichtet, die Kontrolle über die ordnungsmäßige Bewirtschaftung der Rentengüter und über die Instandhaltung der Gebäude durch seine Organe und auf seine Kosten vorzunehmen. Der Kreis hat die Aufteilung mit Hilfe der Generalfommission in Bromberg zu bewirken und darf nur solche Rentengutserwerber ansiedeln, deren Zulassung die Generalkommission genehmigt.
Oefterreich- Ungarn.
Fürst- Erzbischof Dr. Kohn scheint Schule zu machen: Außer ihm ist jetzt auch ein anderer österreichischer Kirchenfürst, Fürstbischof Aichner von Brixen( Tirol), zurückgetreten. Die Kurie hat bereits die Abdankung genehmigt und die österreichische Regierung verständigt. Fürstbischof Aichner gibt als Grund seines Rücktritts sein hohes Alter und Krankheit an; er ist seit 20 Jahren Bischof und zählt 88 Jahre. Indessen sollen nach anderer Lesart ähnliche Vorkommnisse wie in Almük ihm seinen Entschluß nahegelegt haben. Auch in der griechisch- katholischen Kirche Desterreichs ereignen sich ungewöhnliche Dinge. So droht in Lemberg ein noch nie dagewesener Domherrenstreik: alle Mitglieder des Stanislauer griechisch- katholischen Domkapitels erklärten dem Metropoliten, daß sie, falls die angekündigte Ernennung des wegen seiner Unverträglichkeit verhaßten Seminarreftorš Chonyssyn zum Bischof von Stanislau wirklich erfolge, alle ihre Würden niederlegen und aus dem Domkapitel austreten würden. Die Folge ist, daß Chonyssyn nicht ernannt wird. Frankreich.
Belgien, Großbritannien und Spanien, die österreichischen Erzherzöge Karl Stephan und Franz Ferdinand, die russischen Großfürsten Aleris Alexandrowitsch und Kyrill Wladiminowitsch, die italienischen Prinzen Thomas und Ludwig, der englische Prinz Georg und der dänische Prinz Waldemar. Kaiser Wilhelm ist fünffacher Ehren- Admiral, nämlich in der schwedischen, der norwegischen, der russischen, der eng lischen und der dänischen Flotte.
Immer schärfer spitzt sich das Verhältnis zwischen dem Vatikan und der französischen Regierung zu. Man hält sowohl in der Engelsburg wie in Paris einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und dem päpstlichen Stuhl für sehr wahrscheinlich. Die Veranlassung dazu wird in einer Ansprache des Papstes erblickt, die in scharfer Tonart die Kirchenpolitik des Kabinets Combes verurteilt. Nach einer Meldung aus Rom empfing der Papst am Freitag das Kardinalskollegium, in dessen Namen Oreglia eine Glückwunschadresse zum Namenstag des Papstes- am 19. ds. Mts. verlas. Pius X. antwortete; dabei protestierte er gegen die Verfolgung der Kongregationen in Frankreich. Der Wortlaut dieser Ansprache des Papstes war vorher in einer Versammlung der Kardinäle erörtert und von ihnen gebilligt worden. Der Papst will durch diese Ansprache den Widerstand der französischen Katholiken gegen das Kabinett stärken. Im Vatikan erwartet man, daß Combes mit der Abberufung des Botschafters oder mit der Kündigung des Konkordats antworten wird. Der Papst fürchtet aber einen solchen Bruch nicht. Er ist vielmehr überzeugt, daß er für die Kirche besser wäre, als der gegenwärtige Zustand. In französischen Regierungsfreisen versichert man, der Angriff des Papstes auf das Kabinett schreibe sich daher, daß die vatikanischen Kreise ärgerlich seien, weil Präsident Loubet keinen Besuch im Vatikan machen wolle. Diesem Aerger soll auch die bevorstehende Abberufung des päpstlichen Nuntius in Paris, Lorenzelli, entspringen. Französische Blätter melden:„ Lorenzellis Berichte nach Rom waren bis zum letzten Augenblicke ſehr optimistisch und ließen einen Besuch des Präsidenten im Vatikan erhoffen. Jebt, da jede Hoffnung darauf geschwunden ist, empfindet der Papst eine arge Enttäuschung, die Lorenzellis Abberufung beranlaßt. Lorenzelli wird auch nicht allzu bald den Kardinalshut erhalten." Was an dieser Darstellung Wahres iſt, läßt sich natürlich nicht feſtſtellen. Tatsache scheint jedenfalls, daß die nächste Folge des Konflikts eine scharfe Maßregelung der antirepublikanischen Bischöfe Frankreichs sein wird. In Paris erklärt man, jetzt beginne erst der eigentliche, Sulturkampf", und Frankreich werde ihn schärfer führen als seinerzeit Deutschland.
Heer und flotte.
Unsere Ehren- Admirale. Nachdem jetzt auch der König von Spanien à la suite der deutschen Marine gestellt worden iſt, gehören unserer Flotte jezt 13 Ehren- Admirale an, nämlich der Kaiser von Rußland, die Könige von Schweden,
Der Wildhirt.
Deutfcher Reichstag.
( 62. und 63. Sizung.)
CB. Berlin, 19. März.
Der Reichstag ist heute in die Osterferien gegangen, nachdem er in zwei mit furzer Unterbrechung aufeinander folgenden Sizungen noch die dringendsten Aufgaben erledigt hatte. Obwohl vom Präsidenten Grafen Ballestrem der Beginn der ersten vorsorglich schon auf 11 Uhr vormittags angesetzt worden war, hätte das Ziel doch nicht erreicht werden können, wenn sich nicht die meisten Parteien einer ungewöhnlichen Zurückhaltung im Reden befleißigt hätten. Das Etatnotgesetz wurde ohne jede Erörterung in dritter Lesung endgültig angenommen. Dann folgte die zweite Lesung des Nachtragskredits für Südwestafrika, den die Budgetkommission mit rühmenswerter Schnelligkeit vorberaten hatte und nun zur Annahme empfahl. Das Plenum setzte in die Gründlichkeit der Kommission nicht minderes Vertrauen, als es zu ihrer Schnelligkeit gehabt hatte, und sanktionierte ihren Beschluß, ohne sich mit den Einzelheiten der Vorlage zu befassen. Es gab nur ein glücklicherweise nicht übermäßig langes Wortgeplänkel zwischen den Abgg. Bebel und Dr. Arendt. Der sozialdemokratische Führer benützte die Gelegenheit, um sich gegen die aus Anlaß seiner Donnerstagsrede wider ihn erhobenen zahlreichen Vorwürfe zu verteidigen. Er hatte wieder mancherlei Tadel gegen unsere Landsleute vorzubringen und viel zum Lobe der Hereros zu sagen, wobei er sich auf Nachrichten und Briefe berief, die in der bürgerlichen Presse veröffentlicht worden sind; aber so weit wie neulich wagte er sich doch nicht wieder vor. Der Sprecher der Reichspartei, der in diesem Falle wohl als Vertreter aller bürgerlichen Parteien angesehen werden darf, gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß Bebel doch das Bedürfnis gefühlt habe, seine vorgestrigen Bemerkungen abzuschwächen, bedauerte aber, daß er im großen und ganzen doch wieder dieselbe Methode beobachtet habe. Herr Bebel, so meinte Dr. Arendt, glaube, was er glauben will, und deshalb benutze er Nachrichten und Briefe, wenn's ihm gerade paẞt, als Tatsachen. Nachdem dieser Punkt der Tagesordnung erledigt war, wurde die zweite Beratung des Marineetats fortgesetzt und zu Ende geführt. Eine längere Debatte entspann sich noch über die Lage der Arbeiter in den Marinewerkstätten und auf den Werften, dann folgte stundenlang Abstimmung auf Abstimmung; um 4½ Uhr war auch der Marineetat erledigt und der Präsident konnte mitteilen, daß die Tagesordnung erschöpft sei. Graf Ballestrem schlug zugleich vor, die nächste Sizung um 5 Uhr abzuhalten und noch die dritte Lesung des Nachtragsetats vorzunehmen. Dann wolle er, was ja öffentliches Geheimnis sei, dem Hause vorschlagen, sich bis nach Ostern zu vertagen. In einer längeren, überflüssigen Geschäftsordnungsdebatte bekundeten mehrere Redner, daß sie eventuell geneigt gewesen wären, auch noch ein paar Tage länger zu arbeiten, aber formeilen Widerspruch erhob niemand. Es wurde nach dem Willen des Präsidenten berfahren, und so konnten sich die Reichsboten von auswärts noch mit den Abendzügen zu den heimischen Penaten begeben.
Gine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.)
Die Kirmeßzeit war da und im verfe ging es deshalb hoch her In jedem Hause wurde gesotten und gebraten und aud fast jedes Haus beherbergte Kirmeßgäste, nämlich Verwandte oder Bekannte, die aus andern Orten, mitunter ,, weither," zur Kirmeß eingetroffen waren. In der Wirtsstube wurde bei einer ,, flanzenden" Fettfunzel getanzt, das heißt, wenn man es tanzen nennen konnte, denn es war eigenlich nur ein Durcheinanderschieben und Wühlen der„, tanzendeu" Paare, indem an den Wänden her so viel Tanzmäre"( Tanzmädchen) und Zuschauer standen, daß inmitten der Stube nur ein fleiner Raum zum Tanzen freiblieb, in dem sich zwei Paare vielleicht einigermaßen bequem hätten bewegen können allein es waren deren mindestens zwanzig, welche die ,, Lust" des Tanzens genießen wollten. Obwohl schon längst ein Besen unter die Decke der Stube gesteckt worden war, als Mahnung an die llebrrflüssigen, das Lokal zu verlassen, weil sie sonst als Uncat hinausgekehrt würden so übte jenes Instrument doch durchaus keine Wirkung aus, denn es mochte keines den Anfang mit dem Hinausgehen machen, und das fonnte man im Grunde genommen auch keinem verdenken, da allein schon die Musik mit den scharfen und schneidenden Tönen einer Klarinette sowie dem dazwischen pustenden Brummbaß ein Genuß war, den man nicht jeden Tag haben konnte. Und dann kamen auch noch die SoloLiedervorträge einzelner Burschen. Wenn zum Beispiel
Preufsifcher Landtag.
Haus der Abgeordneten.
wahr! im Zentrum und rechts.) Doch verlangte er in Ueber einstimmung mit den oberschlesischen Polen eine Aenderung der Schulpolitik. Noch entschiedener als dem Frhrn. v. Zedi gegenüber betonte der Minister gegenüber Herrn Borsch an eine Aenderung der oberschlesischen Schulpolitik sei ni zu denken. Abg. v. Heydebrand( kons.) sprach sich in ähnlichem Sinne wie Frhr. v. Zedlitz aus. Dann sprach der unvermeidliche Abg. Korfanty. Er wurde mit großer Unruhe empfangen. Besonders als Korfanty ein polnisches Zitat anführt, übertönen die Rufe:„ Deutsch! Deutsch!" eire ganze Zeitlang seine Stimme. Als er den deutschen Patro tismus eine Schande nannte, traf ihn ein Ordnungsruf. Nch ihm sprach der Zentrumsabgeordnete Faltin, der mt Herrr Korfanty übel umsprang. Dann vertagte sich da Haus.
Nab und fern.
Prib
Biehung der Heff folgende Gewin 23 264, 28 804,
7829, 1273, 22
40310, 44 267, 94 392, 89 307, 8 Der Gro bem Kreisamt Gief
zum Rat bei der Beamten des A Regierungsrat", Bolizeiamtmann Areisamt Bie B Herberg in Gießen und Wirkung vom 1
* Die Eröffnung der internationalen Automobilaus stellung zu Frankfurt a. M. erfolgte in Anwesenheit de Spizen der Behörden. Oberpräsident v. Windheim betont in einer Ansprache das Interesse, das die Staatsregierung und besonders der Kaiser an der Entwickelung des Auto mobilismus nähmen, und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, das begeistert aufgenommen wurde; die Musik spielte die Nationalhymne. Sodann erklärte der Herzog von Rati bor im Auftrage des durch Trauer am Erscheinen verhinderten Protektors, des Prinzen Heinrich von Preußen, die Aus stellung für eröffnet. Zu gleicher Zeit wurde in Berlin eine automobiltechnische Gesellschaft gegründet. Diese wird an allen größeren Plätzen Deutschlands Bezirksvereine in Leben rufen und soll einen zentralen Wirkungskreis für auto mobiltechnisches Schaffen bilden.
RK, Berlin, 19. März. ( 46. Sitzung.) Wieder eine Polendebatte in der preußischen Volksvertretung! Frhr. v. Zedliß führte den Reigen; er brachte die polnische Bewegung in Oberschlesien aufs Tapet. Aber nur als Jolie für seine Forderung, man solle auch den verdienten deutschen Lehrern in der oberschlesischen Wasserpolackei" die Ostmarken- Zulage gewähren, die die westpreußischen und die Posener Lehrer erhielten. Zugleich forderte Frhr. v. Zedlig die Zulassung des polnischen Konfirmandenunterrichts. Herr Studt, der Kultusminister, wollte von einer Förderung des polnischen Konfirmandenunterrichts nichts wissen, was die Gewährung der ſtmarkenzulage an die schlesischen Lehrer angehe, so müsse diese Frage zuvor noch eingehend erwogen werden. Herr Porsch vom Zentrum fritisierte namentlich die Verwerflichkeit der großpolnischen Propaganda in Oberschlesien, sie sei ein Verderb und ein Unglück für Land und Leute Oberschlesiens.( Sehr einer ein hübsches Liedchen wußte- es durfte auch etwas derb zotig sein, so trat er vor die Musik mit der Bemerkung, daß er ,, Eins aufgespielt" zu haben wünsche. Er legte dann eine Silbermünze in die Oeffnung einer hingehaltenen Geige und dann gings Ios. Der betreffende Sänger gab sein Liedchen zum Besten, wobei ihn die Musik begleitete, und nach dessen Schluß nahm das Tanzen wieder seinen Fortgang.
Untergang eines englischen Unterseebootes. Die eng lische Marine hat einen schweren Schlag erlitten. Ihr größtes Unterseeboot ist bei einem Manöver vor Spithead gesunken. Zwei Offiziere und neun Mann der Besazung sind ertrunken.
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Der Gr Herzogs von Ca fchließlich 24. M Perfona berg ist zum ernannt worden. Der Zw Antrag eingereid ftändigen We fchaftlichen in Gießen. Belegentlich für 1904 ma obachtungen) auf die Beftr feines 13 mo nommenen A cand. A. einen ständig Gießen einzu 3oglide Regi feit und gee wenden. Hi eand.. Be dienstes W anführte: T b. meteorolo batorium auf September 1 Dienstes zu dienftes befd in neun 8 Vom 1. Ap Unterſtügung
Ueber den traurigen Vorfall werden folgende Einzel heiten aus London gemeldet: Das Unterseeboot, das eine Wasserverdrängung von 200 Tons hatte und nach der neuesten Konstruktion hergestellt war, hatte bei den letzten Manövern nicht gut gearbeitet und Schäden davon getragen. Nachdem es einigermaßen wieder hergestellt war, erhielt es den Befehl, an den Manövern wieder teilzunehmen, bei dem„ Nab"-Leuchtschiff 40 Fuß unter Wasser zu gehen und auf eines der Schlachtschiffe der heimischen Flotte zu warten, um es zu torpedieren. Es scheint, daß mit dem aus dem Wasser ragenden Umschaurohr etwas nicht in Ordnung war, denn das Unterseeboot bemerkte zunächst nicht das Heran nahen des Dampfers„ Berwick" der Castle- Linie, der plöt lich das Rohr mitnahin. Vermutlich suchte das Unterseeboot im Augenblick sich zu heben, als das Schiff schon auf ihm saß, und verursachte dadurch seine eigene Vernichtung. Auch die deutsche Marine hat einen Unfall zu beklagen. In Kiel wollte um Mitternacht der eben ange langte Küstenpanzer„ Odin" die Dampfpinasse zu Wasser laffen, als die Kette brach und das Boot sant. Der Maschinistenmaat Wagner fand dabei den Tod.
So war es in der Tanzstube beschaffen In den andern Zimmern wurde gefneipt. So war eins für die jungen tanzenden- Leute bestimmt, während in einem andern die Alten, respective Verheirateten saßen. Diese vertrieben sich die Zeit damit, daß sie sangen, so laut sie konnten, und dazwischen Gläser entzweischlugen. Hatte zum Beispiel einer damit den Anfang gemacht, so wirkte dieses ansteckend, und schließlich schlug man nicht bloß leere Flaschen in Scherben, sondern man ,, bersah" sich auch absichtlich oder unabsichtlich und schlug gefüllte Flaschen entzwei. Auf diese Weise kam es, daß in der Stube der Alten der Fußboden nicht allein mit Scherben besät war, sondern auch einer Pfütze glich.I
Furchtbare Bluttat eines Wahnsinnigen. Der vor kurzem aus der Irrenanstalt entlassene 24jährige Sohn des Schuh machers Scholle aus Lückstedt geriet aus einer geringfügigen Veranlassung mit seinem Vater in Streit. Als die Ehefrau des Scholle ihrem Mann zu Hilfe eilen wollte, ergriff der Wütende einen starken Besenstiel und schlug diesen auf dem Ropfe seiner Mutter kurz und flein, so daß sie zusammenbrach. Der Rasende wandte sich dann wieder gegen seinen Vater, hielt in jeder Hand einen schweren Stein und hieb nun so lange auf jenen ein, bis er besinnungslos und blutüberströmi zusammenbrach und für tot in die Wohnung getragen wurde. Nur mit Mühe gelang es, den Rasenden zu fesseln und in sicheres Gewahrsam zu bringen. Die beiden alten Leute dürften kaum mit dem Leben davonkommen.
Das Eschen hatte, wie man sich leicht denken kann, alle Hände voll zu tun, so daß es kaum daran denken konnte, zu tanzen. Nur mit dem Hangcurt hatte es einmal getanzt. Die beiden waren auch jetzt wieder, wie vor Jahren unter dem Apfelbaum auf der Hute, das schönste Paar gewesen, ganz wie für einander geschaffen. Das nette hübsch gebaute Mädchen mit der anmutigen Gestalt sah recht zierlich aus, als es an dem Halse des hübschen Burschen hing, der, groß und start gewachsen, ein Bild kraftstrogender Jugendlichkeit bot.
Eifersuchtsdrama auf einem Schiff. Bei dem ungarischen Dorfe Turia an der Theiß spielte sich auf dem vor Anker liegenden Schiffe ,, Nagy- Miklos" ein blutiges Drama ab. Der Steuermann Balint Revecz fand, als er gegen Mitternacht vom Dorf auf das Schiff gekommen war, seine Frau in der Kajü e des Jungmatrosen Kovacs. Revecz ergriff einen Hammer und streckte Kovacs durch einen Hieb zu Boden. Hierauf unterwarf er seine Frau wahren Folterqualen, indem er sie bei den Füßen aufhängte und ihr zahl lose Messerstiche versetzte, bis sie starb. Bald darauf kehrte der zweite Matrose Turoczy aufs Schiff zurück und ver ständigte sofort die Gendarmerie. Diese fand jedoch, als sie auf das Schif kam, den Täter in seiner Kajüte erhängt
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Der Pierer saß auch mit seinem derben und strengen Gesichte unter den Gästen der oberen Stube Sein Anlig glühte und es lag ihm heute nichts daran wenn es auch was kostete. Er hatte heute Morgen erst dem Hangcurt zwanzig Taler gegeben, wobei e ihm gesagt, wenn sie nicht reichten, dann möge er e ihm nur mitteilen, es käme ihm auf zehn Taler meh auch nicht an, denn es sei ja nur einmal Kirmeß im Jahre. Da war auch der Nau's Lange, der aber, wi es schien, nicht recht wußte, wo er sich am meisten auf halten sollte: unten in der Burschenstube oder oben be den Verheirateten, denn er war noch nicht lange in Stande der Ehe und darum fühlte er sich jetzt bei der Kirmeß noch halb als Bursche. Der„ Lange" verdient die ihm zu Teil gewordene Bezeichnung nicht mit Un recht, denn er war der am größten Gewachsene im ganzen Dorf. In seinem derbfnochigen Gesichte lag ein unverkennbarer Zug von Brutalität, denn früher in seiner Burschenzeit war er ein gefürchteter Raufboli gewesen, vor dem sich Jeder beugte, weil er mit seine Störpergröße auch entsprechend Kraft verband. Un dies nutzte er nun dahin aus, daß er Jedem heraus fordernde Blicke zuwarf, überhaupt ein ungeschlachtes breitinuriaes und eckiges Wesen zur Schau trug, darau berechnet, hie und da„ anzubinden," um den einen oder andern gründlich zu verhauen, denn ohne eine ausgiebig Prügelei mit Wagenrungen, Backscheiten und Zaunlatter konnte sich der Lange keine echte Kirmeßfeier denken Besonders dann war er leicht zur Rauflust geneigt wenn er schon einen„ Halben im Dach" hatte, und das war heute Abend bereits der Fall.
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die Tätigkeit täglich nach Seewarte( ent Stationen) mit den Mit größten Teil an demselben
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