Ausgabe 
20.2.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 8.

bomuft feien einander so erschreckt an, als ob sie schon jetzt sich einer Schuld blic das Gespräch, fie fuhren alle zusammen Der Klang der Hausglode unterbrach in diesem Augen­

und sahen

1904.

Seifenblasen

Wöchentliche Beilage für die Abonnenten der Gießener Beneften Dachrichten".

Aus dem Leben.-

Wenn man nach dem alten Junggesellen frug, Sagte mancher Ehemann: Der war flug! Doch in des Alten Gedanken war zu lesen: Ach, wär ich nur einmal dumm gewesen!

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Erklärung.

Junge: Vater, die Studenten haben ihr Bier nicht ausgetrunken!" Bauer: ,, Weißt Du, das nennen sie das akademische Viertel, was sie drinlassen."

unsere deutschen Bundesfürsten in dem betreffenden Staat gegenüber Beleidigern ebenfalls den Schutz der Landesge­fete genießen. Durch eine derartige Gegenseitigkeit wird es verhütet, daß aus an sich vielleicht unwesentlicher, aber unliebsamen Vorkommnissen ernstere Verwicklungen entstehen. Es wäre deshalb zu wünschen, daß die öffentliche Meinung fich endlich beruhigt wegen der angeblichen Schergendienste, die von unseren Richtern dem russischen Reiche geleistet werden

Der Krieg in Oftalien.

Das Ueberschreiten der koreanischen Grenze seitens der Russen stellt sich, wie wir von vornherein vorausgesagt haben,

als eine einfache Rekognoszierung heraus, die von der Kosakenvorhut ausgeführt worden ist. Dabei kam es zum erstenmal seit Eröffnung des Krieges zu einem

Zusammenstoß auf dem Lande,

der nach einem amtlichen Telegramm aus Petersburg folgen­dermaßen verlief:

Ein Kosakenpifet griff auf koreanischem Gebiet eine kleine japanische Abteilung auf, welche von einem Major geführt wurde. Bei den Gefangenen wurden Karten und Dokumente gefunden. Es war dies das erste Zusammen­treffen mit dem Gegner zu Lande.

Den Russen wird das Kartenmaterial, das sie den Ja­panern abgenommen haben, hochwillkommen sein. Während es in ihrem Generalstab recht schlecht in dieser Hinsicht be­stellt sein soll, sollen die Karten, die den japanischen Offizieren für die Operationen in Korea, Mandschurei, Ostsibirien und Nordchina geliefert würden, ganz vorzüglich sein. Während der lezten Jahre haben sich 10 000 Japaner in der Mand­schurei und 30 000 in Korea aufgehalten. Darunter haben sich viele Berufssoldaten befunden, die als Chinesen mit falschen Zöpfen verkleidet waren. Viele dieser Leute sollen zu dem Generalstab in Tokio in Beziehung gestanden haben. Die Russen können sich nie als Chinesen ausgeben, weil ihr Körperbau sie sofort Lügen strafen würde. Um die nötigen Aufklärungen zu erhalten, müssen sie sich häufig Eingeborenen in die Hände geben. Damit können sie aber in Korea, wo jegt ein japanfreundlicher Wind herrscht, eventuell recht schlecht fahren, wenn auch das oben erwähnte Petersburger Tele­gramm weiter behauptet, daß die Koreaner dem russischen Stab gegenüber eine durchaus freundliche Haltung an den Tag legen.

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Eitelkeit.

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( Nachdruck verboten.)

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,, Da steht in meinem Steckbrief: Von elegantem Exterieur doch recht schmeichelhaft für mich!"

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-

Anderthalb Kompagnien Pioniere und ein Zug des Eisenbahn- Regiments sind im Baikalsee eingebrochen und ertrunken. Im ganzen find 98 Offiziere, 24 Unteroffiziere und 128 Mann ums Leben gekommen.

In sämtlichen russischen ostasiatischen Häfen herrscht eine fieberhafte Tätigkeit. In Port Arthur verblieb nur ein geringer Teil der Bevölkerung, vorzugsweise Männer. Die Versorgung der Stadt mit Brot ist gesichert. Es herrscht böllige Ruhe und Ordnung. Wladiwostok wird ſtart befestigt. In der Heimat rüstet man neue Kreuzer aus.

Neue japanische Kriegsschiffe.

Aber auch die Japaner sind energisch an der Arbeit. Truppentransporte über Truppentransporte gehen in aller Heimlichkeit und Ruhe nach Korea. Zur See wächst ihre Ueberlegenheit von Tag zu Tag. Die beiden in Genua an­gefauften Kreuzer Nishin und Kasuga" haben bereits mit boller Bemannung in Dienst gestellt werden können und sich dem mobilen Geschwader angeschlossen. Außerdem bewahr= heitet es sich, daß die Japaner drei chilenische Kriegsschiffe, die Kreuzer ,, Capitano Pratt und Chacabuco" von 6900 resp. 4500 Tonnen, sowie den Torpedobootszerstörer Admiral Condell" erworben haben. Da ihre bisher schon den Russen weit überlegene Flotte noch völlig intaft ist, während die russische große Einbußen erlitten hat, so ist kaum daran zu denken, daß die Russen so bald wieder imstande sein werden, ihrem neu gekräftigten Gegner auf offenem Meere entgegen­zutreten.

Vom naben und fernen Orient.

Wien, 19. Februar. Seit Jahrzehnten zum erstenmal kann man an unserem Phäalenvolke in diesen Tagen etwas wie politisches Fein­gefühl entdecken. Zum erstenmal seit langen Jahren nimmt bei uns die öffentliche Meinung in einer politischen Frage von Bedeutung eine Haltung ein, die dem realpolitischen Interesse unseres Volkes wie des ganzen Germanentums, ja des ganzen europäischen Kontinents entspricht. In der Donau­monarchie denkt man, wie man überall auf dem Festlande Europas denken sollte, über den russisch- japanischen Arieg: Ein endlicher Sieg Rußlands ist hier die Hoffnung und die Ueberzeugung so ziemlich aller politisch interessierter Kreise. Von wenigen polnischen Schwarmgeistern abgesehen, die von einer Niederlage Rußlands Verwirklichung ihrer politischen Träume erhoffen, steht man hier allgemein auf der Seite des sonst wahrlich nicht beliebten und als Nebenbubler

13. Jahrgang.

preis: Die einfpaltige Petitzelle für ganz O reise Wezlar und Marburg 10- Pfg. fonft 15 flamen die Betitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Postzeitungsliste No. 3269.

ind Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362.

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ener Zeitung)

Gießen und Umgebung. ehörden von Oberhessen.

Rußland.

Den schlißäugigen, gelbhäutigen cht man aus kaukasischen Instinkten und in klarer er schädlichen, ja gefährlichen Folgen eines japa­es für ganz Europa gründliche Prügel. Freilich daß sie vorher auch den Russen das Leben ein r gemacht haben mögen.

m Teile mag diese Stellungnahme zu gunsten iches sich freilich zurückführen lassen auf phan­stellungen des Volkes, darauf, daß man neyer­Russen nicht mehr die natürlichen, gefährlichsten österreichischen Balkanpolitik sieht. Man ist hier Daß die russische Balkanpolitik sich gegen früher vandelt habe; seitdem Rußland in Ostasien Inter­ngeheurem Umfang gewonnen hat, liegt ihm, wie venigstens im Volte glaubt, nicht mehr so viel am Goldenen Horn, am Schlüssel zwischen dent und dem Mittelmeer. Man hofft viel von der ite mit Rußland- für Oesterreich; man träumt Traum von dem Vormarsch Desterreichs auf ber diesmal mit Rußlands Unterstützung. Aufs , wie mit einer mathematisch notwendigen Tat­t man hier mit einem unmittelbar bevorstehenden sch- türkischen Krieg. Und dieser Krieg, m, wird Desterreich zwingen, zu marschieren. ussen Hand in Hand wird es intervenieren, und oird ein hübsches Stück Balkan als willkommener für Desterreich sein.

solche Träumereien töricht sein, sie sind immer­matisch für die Stimmung der Bevölkerung, und ung der Bevölkerung ist für die Politik der Hof­entlich für die Balkanpolitik, schon oft bestimmend Man wird außerhalb der schwarzgelben Grenz­daran tun, wenn man Balkanüberraschungen, nächst nur solche, die von Rußland gebilligt mer­Desterreich nicht für ausgeschlossen hält. In der n Frage steht die Donaumonarchie auf Rußlands r erwartet man, daß in der türkischen Frage Ruß­creichs Interesse unterſtüßen werde. Das ist sicher­erer Wahn. Aber eben deshalb fann seine Herr­Sien und Budapest recht gefährlich werden.

Die Politik.

te auch von deutscher halbamtlicher Stelle beglau­dung des italienisch- offiziösen Giornale d'Italia" Die Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutsch­Italien nehmen einen guten Verlauf, da von iten Entgegenkommen gezeigt wird. Man glaubt, vus vc abschluß des Vertrages nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Der erste Teil der Verhand lungen ist beendet. Die Besprechungen der Delegierten sind einstweilen ausgesetzt, da man über einige noch streitige Punkte Instruktionen der deutschen Regierung erwartet."

*

Die Reichsregierung beschäftigt sich augenblicklich mit bem Plane, durch ein besonderes Gefeß die Ueberwachung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln auf Grund der bestehenden Reichsgeseze nach einheitlichen Grundsätzen und unter Anstellung besonderer Beamten hierfür zu regeln. Die Dringlichkeit einer solchen Regelung hat sich als unabweis­bar herausgestellt.

Nach zweitägiger Debatte schon kann das Schicksal der bayerischen Wahlreformvorlage, die an den beiden letzten Tagen der vergangenen Woche die Münchener Abgeordneten­tammer beschäftigte, als besiegelt gelten. Dieser Entwurf wird nicht Gesetz werden, und die Regierung wird ihre in der Debatte getane Ankündigung wahrmachen müssen, im Ber­ordnungswege wenigstens eine neue Wahlkreiseinteilung, und zwar eine den Vorschlägen des Entwurfs entsprechende, herbeizuführen. Nur das Zentrum und die Sozialdemokraten wollen dem Entwurf zustimmen; die Liberalen, die Freie Vereinigung und die Fraktionslosen wollen gegen ihn stimmen.

*

Nach einer Meldung aus Karlsruhe ist dort der schon seit einiger Zeit schwer erkrankte badische Finanzminister v. Buchenberger gestorben. Er galt als einer der fähigsten Finanzmänner im Reiche und war noch bei dem letzten Wechsel im Reichsschazamt Kandidat für diesen Posten. Auch bie volkswirtschaftliche Literatur Deutschlands hat v. Buchen­berger um einige wertvolle Schriften bereichert.

O Den Beschwerden und Anklagen der russischen Stu. denten in Berlin gegen die prenßische Regierung will diese jetzt durch ein radikales Mittel ein Ende bereiten. Es sollen Massenausweisungen russischer Staatsangehöriger bevorstehen, und die Minister des Innern und der Justiz wollen im Landtage ihr Vorgehen mit umfangreichem Ma. terial begründen. Nachdem sich die russischen Studenten haben beikommen lassen, in einer an die Presse verschickten Erklärung den Staatssekretär v. Richthofen gröblich zu be leidigen und die Politik der deutschen Regierung in anmaß licher und ungehöriger Form zu kritisieren, hat die deutsche Regierung ohne weiteres Handhaben für die Ausweisung dieser Russen.

Leider!" seufzte haben," warf Adolph gedankenvoll ein. Mutter, das Hauswesen und die Sorge um die jüngeren Ge­der Kustos. Aber das Mädchen felbft wird selten eine frohe Stunde ..Die Pflege der tranfen

Schultern

Sie

Nirgend klaffen so tiefe Spalten, Zwischen Felsen und Talgeländen, Zwischen starrenden Gletscherwänden, Wie zwischen Versprechengeben und halten.

ich gerade mit

sei unbestritten die Krone von allen heutigen Abend mit den verheißenen Flaschen Seft feiern, Leider konnten wir das frohe Ereignis nicht gleich am

dieser Wahl das große Los gezogen, denn Hilda

gegangenen Aufregu da meine teure Verlobte

Sopfweb bekommen und sich gleich bermutlich infolge der vorher­