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reichen Großmütterchen die langen Ferien verlebte. Es ge­hörte damals einem entfernten Verwandten des dahingeschie­denen Vaters. Unser Reisender wäre dort am liebsten aus­gebootet, nur um jenes Haus wieder zu betreten und in jenem Garten zwischen Mohn und bunten Bohnen einmal wieder das Wonnegefühl zu empfinden, welches unter Erinnerungs­tränen uns umfängt.

,, Und unter tausend heißen Tränen

Fühlt' ich mir eine Welt entstehn," murmelte der bärtige Mann vor sich hin, der hier ein Fremd­ling war, wo seine Vorfahren durch Generationen in Besig und Bürgerehren gewaltet hatten. Er hatte unsichtbare Tränen" geweint an verfallenen Gräbern verschollener Toten, begraben auch im Gedächtnis der Menschen. Kaum gab wohl noch ein Kirchenbuch Kunde, daß sie je gewesen. Kein Kreuz, fein Stein, fein Merkmal ihres Wirkens! Hinweg gelöscht war ihr Leben, Staub, wirres Herbstlaub, Nebel, Sprühregen jetzt glänzend in der Sonne dann träge dahin rinnend in der Gosse das ist das Dasein!" so mochte er denken, der Fremdling in der Heimat.

Seine Phantasie ward durch das Wiedersehen all der Orte seiner Kindheit mächtig erregt. Jetzt stand er fast er­schüttert vor einem alten Hause der Domstraße still. Es war noch immer ein vornehmes Haus und sah wohlerhalten aus. Es war mit jener behäbigen Unbefümmertheit um Raum­und Materialersparnis gebaut, die so anheimelnd ist. Die weite Haustüre, zu welcher zwei breite ausgetretene Stufen von Sandstein emporführten, stand offen. Man blickte in einen geräumigen hohen Flur mit Fliesen belegt, worin die tausendfachen Schritte der Menschen schon förmliche Gänge ausgetreten hatten. Eine mächtige Eichentreppe führte in das obere Stockwerk hinauf. Die Balustrade war breit und mit merkwürdigem Schnitzwerk verziert und ruhte nimmer wankend auf einem Geländer von Schmiedeeisen, welches in sinnverwirrender Weise verschnörkelt erschien. In der Mitte des Flurs hing eine gigantische Laterne, ebenfalls von Schmiedeeisen und rechts und links neben der Haustür ragten zwei eiserne Fackelträger empor wie Leuchttürme. Die Fenster dieses Hauses waren hoch und mit glitzernden Spiegel­fcheiben ausgefüllt; im Erdgeschoß zeigten sie Leben und Komfort; seidene Vorhänge und farbige Gardinen prangten dahinter, grüne Jalousien verhüllten dieselben halb, und Krokus, Hyazinthen, Tulpen versperrten dem Draußen­stehenden den Einblick. Die Fenster im oberen Stockwerk waren verhängt wie geschlossene Augen.

Ueber dem Portal zwischen zweien der verhängten Fenster war eine Sonnenuhr angebracht, mit strahlenförmig sich aus­dehnender Vergoldung, und an Stelle der Ziffern zeigte sie eine Inschrift, nun bereits halb verblichen; aber ihr Wortlaut und ihre Bedeutung waren stadtkundig. Die Lehrer an der Lateinschule gaben sie den Sertanern zur Uebersetzung und Beherzigung anheim; und der Fremdling erinnerte sich ihrer jehr wohl. Sie lautete: Sine sole sileo". Und ein unter­nehmender Pädagoge hatte den Sinn dieser Alliteration in sinnige Verse gebracht:

,, Angeseh'n nur werd' ich sein

In des Glückes Sonnenschein."

Aber eine solche Deutung wohnte der Inschrift ursprüng­lich nicht inne. Unser Fremdling wußte es, daß man in dieser Uebertragung einen Hinweis auf das Geschick der Familie erblickte, der dieses Haus einst gehörte. Und es lag darin eine Verleumdung, zugleich aber auch eine bittere Wahr­heit. Wer bekümmert sich um das Verdienst eines Mannes? Erst das Glück setzt ihm die Krone auf das Haupt. Wer unglücklich ist und auf Verdienst pocht, den erklärt die Welt für einen eingebildeten Narren, so mochte der Fremdling jich sagen, während er im eifrigen Anschauen dastand.

An jenem Ecfenster pflegte seine Mutter zu ſizen und Jeinen Spielen auf dem nahen Marienplage zuzuschauen. Der Fremde fuhr sich mit der Hand nach der Stirne, dieser Stirne voll Runzeln, welche der trogige und erbarmungslose Kampf um die guten Dinge der Welt dort gegraben, um­cahmt von Krausem Haar, das schon hier und da einen grauen Schimmer verriet- Zeugen weniger des Alters, als schlaf­loser Nächte.

,, Bist du derselbe Mensch?" fragte er sich.

Ueber eben diese Schwelle hatte man ihre Leiche getragen in dem kostbaren Sarg mit Silberbeschlag.

,, Damals wußtest du nicht, was du an ihr verlorst eine Mutter."

-

Jezt würde der gereifte Mann winselnd und weinend an ihrem Sarge kauern! Aber sie starb jung und schön. Selbst der Tod hatte es nicht vermocht, das Rot dieser süß geschwungenen Lippen, den Glanz dieser seidigen Locken zu beeinträchtigen. Wildfremde Menschen hatten gestaunt über die Schönheit dieser Frau noch in ihrem Sarge. Gesteh's - ein bißchen warst du stolz auf sie, eitel auf das Gepränge dieses Begräbnisses!"

Der Kurzsinn seiner Kinderjahre trat dem bärtigen Manne jetzt so peinlich und beschämend vor die Augen, die ganze Schwere des unerseßlichen Verlustes, den er damals er litten, legte sich plöglich mit so entsetzlicher Last auf sein Herz, daß er fast in demselben Moment tieferrötend und leichenblaß, seiner Sinne faum noch mächtig, die Stufen zur Haustür emporschwankte und sich auf den eingelassenen Steinsitz niederließ, der dort, an die gastliche Sitte der Vor­zeit gemahnend, in einer Nische angebracht war. Er saß hier minutenlang, den Kopf in die Hand gestützt, den Sandstein zu seinen Füßen anstarrend, verwirrt, krampfhaft atmend. Diese Stufen hatte ihr leiser Tritt, diese selbe Schwelle der Saum ihres Kleides berührt, wie oft wie oft! Er selbst an ihrer Hand war hier emporgehüpft. Noch fühlte er den stolzen, gütigen Blick aus dem Mutterauge, den sanften Druck ihrer zärtlichen Finger. Nun hielt er seine Hand vor sich hin und betrachtete dieselbe mit neuem Interesse. Es war eine gebräunte, nervige Hand, welche Art und Spaten ge­führt zu haben schien und vielleicht zu gutem Zweck. Seine Kleidung verriet freilich nicht den Besitzer großer Reich­tümer und auch sein Wesen nicht, zumal in diesem Moment, wo er dasaß, ein Bild der Zerknirschung. Jetzt hätte er wohl alle Schätze der Welt hingegeben, um noch einen Blick aus Mutteraugen zu erkaufen, um sich noch einmal an dem ge­liebten Busen ausweinen zu können, in dem das Leben damals vor nun fast vierzig Jahren- erlosch.

Der Wind erhob sich, ein Wirbel fegte die Straße ent­lang, einige welke Blätter flogen neckisch an ihm vorüber, gleichsam einen Totenreigen tanzend, Staub flog ihnen hinterdrein und lagerte sich zu seinen Füßen.

3weites Kapitel.

Plötzlich erschien es vor ihm wie eine Vision. Ein nied­lich und doch der Jahreszeit entsprechend beschuhtes Füßchen schob sich zwischen ihn und seine fummervollen Gedanken. Er fuhr empor und sah eine schlanke Gestalt in modischer, aber gewählt einfacher Kleidung, und ein reizendes charaktervolles Köpfchen, aus welchem ein paar Augen auf ihn herabblickten, genau jenen entsprechend, welche ihm seine Erinnerungs­phantasie soeben vorgespiegelt. Es war ein Blick, in dem sich leichter Schreck, offenbares Mitleid und ein wenig Neugierde vermischten, ein forschender Blick, aus einem stolzen, hellen Auge kommend, in welchem dennoch die Milde der Charitin wie ein einladendes Herdfeuer leuchtete.

Die junge Dame trat mit einem leichten Aufschrei zurück, griff unwillkürlich nach der Türkante, als müßte sie sich vorm Umsinken bewahren, stützte sich auf den Elfenbeingriff ihres Entoutcas und lächelte.

,, Verzeihen Sie... ich war so erschrocken..."

Der Fremde war aufgesprungen und hatte den Hut ge­zogen. Aber er fand weder Zeit noch Besinnung genug, um irgend etwas zu erwidern. Er sah der Charitin nach, die ihm nun, in Uebereinstimmung mit der Mythologie, zugleich wie eine Grazie erschien und wie ein Traumbild entschwand.

Es war freilich ungewöhnlich, jemand in den altmodischen Steinnischen sitzend zu finden. Auch einige vis- à- vis mochten so denken. Die Bäckermeisterin Riesopp in dem hohen Giebel­haus dort drüben äugte wiederholentlich zur Ladentür hinaus. Sie unterhielt sich mit einigen Mägden, welche noch alte Semmeln zum Reiben und Einmachen von Kalbskoteletts holten, unter bemerkbaren Hinweisen auf den seltsamen Fremdling.

Den letzten Menschen," sagte sie, den meine Augen da haben sitzen sehen, den haben sie dieses Frühjahr begraben. Das war der alte Ladenthin, der noch den siebenjährigen Krieg mitgemacht hatte und im Hof eine Stube bewohnte, wofür er manchmal ein bißchen mit dem Besen gegen die Spinnewebe vorging. Viel war's nicht, aber wissen Sie, solche alten Leute... man mag doch auch nicht aggravierend gegen sie sein, am wenigsten der Justizrat."

D

( Fortsetzung folgt.),

Bald tu, was du kannst, heute noch, was du sollst. Was du Gutes getan hast, vergik, und tu etwas Bess'res.

Der König der Clowns.

Novellette von Th., Eicke.

(( Nachdruck verboten.))' Man nannte ihn Picotin. Es war das nicht sein wirklicher Name. Niemand wußte, ob er überhaupt einen wirklichen Namen hatte oder nicht; es war auch ganz gleichgültig, denn er war ja nur ein Clown.

Armer Picotin! So lange er denken konnte, war die Manege des Cirkus sein Tummelplatz gewesen. Wie er zuerst dorthin gekommen war, das wußte außer ihm selbst nur noch ein halbtauber alter Stallknecht, der erzählte, ein Bereiter habe ihn als ein zartes Kind, daß auf der Zehen­spite eines Akrobaten balanziert oder in einen Reisesad ein­gepackt werden konnte, mitgebracht. Aus diesen artistischen Anfängen hinaus hatte sich der Knabe allmählich zu einem Clown erster Klasse entwickelt, aber gleich so vielen anderen, deren Aufgabe es ist, Frohsinn und Heiterkeit zu erregen, ging Picotin traurig und einsam seinen Weg.

Mit einem Herzen, das sich sehnte nach Teilnahme und Liebe, sah er sich dazu verurteilt, lächerlich zu erscheinen, selbst dann, wenn er gerade am meisten ernst zu sein wünschte. Sein grämliches Gesicht rief auch ohne bemalt zu sein das Lachen hervor, und jede kleinste Aeußerung von ihm wurde als ein Wiz begrüßt; ein Clown muß ja nach der Ansicht der meisten Menschen immer lustig sein und für jeden unter der Sonne Scherze und Späße bereit halten.

Picotin, der König der Clowns, hatte eine Geschichte. Natürlich kam ein Weib darin vor. Sie war noch sehr jung, mit einem richtigen Engelsgesicht und einer zarten und doch vollen Gestalt, die, wenn sie sich einen Abend wie den an­deren vor einer jauchzenden Menge, auf dem Drahtseil pro­duzierte, einer Glockenblume glich, die vom Winde hin- und hergeschwungen wird. Ein Lächeln war immer auf ihren Lippen, als freute sie sich selber über die geschmeidige Grazie ihres zarten Körpers, und aus ihren großen Augen leuchtete die Unschuld des Kindes.

Picotin betete sie an.

Eines Abends während der Vorstellung brannte ein Sinnloser, der entweder betrunken, oder sehr zu schlechten Späßen aufgelegt war, plötzlich einige Schwärmer an und warf eine Rakete in die Manege hinein, gerade nach Ba­binette.

Erschreckt schrie sie auf und fiel von dem Seil herab. Picotin stürzte herbei und fing fie in seinen Armen auf. Das reizende Gesicht war bleich unter der Schminke, und sie war ohnmächtig geworden. Nachdem er sie hinausgetragen und in der Obhut einiger Frauen gelassen hatte, drängte er sich zwischen das Publikum und faßte den Täter beim Kra­gen. Alles machte ihm Platz, als er den Leichtfertigen in die Manege hineinzog, um ihn dort in seiner Wut vor den Augen des Publikums gründlich durchzuprügeln. Die Di­rektion, die wohl einsah, daß die Züchtigung sehr verdient war und außerdem mit Beifall begrüßt wurde, ließ ihn ruhig gewähren. Picotin war seitdem noch populärer als vorher. Auch glücklicher war er; denn Babinette, die ohne erheb liche Verlegungen davon gekommen war, hatte ihm mit ihrem reizendsten Lächeln gedankt, und er hatte es gewagt bei ihren Eltern um sie zu werben, die ihre Einwilligung nicht versagt hatten.

Die reizende Babinette hatte inzwischen als die Heldin dieser aufregenden Feuerwerksepisode, großen Enthusiasmus bei einer Schar von jungen Müßiggängern erregt, die ihrer Bewunderung freien Lauf ließen. Wenn Picotin Babinette gegenüber einmal drohte, sie alle durchzuprügeln, lachte sie ihm ins Gesicht und knusperte mit ihren weißen Perlen­zähnen die Bonbons, die sie ihr geschickt hatten. War es denn möglich, dachte der Clown, daß dieses Kind mit den großen Augen auch solch ein rohes, verlogenes Geschöpf werden sollte, wie alle die andern um sie her? Er schauderte, als er es dachte und warf es weit von sich. Er wollte geduldig warten, bis es ihm gelang, den Widerwillen, den auf einmal der Gedanke an eine Heirat in ihr erregte, zu besiegen.

" Sich doch nur, Babinette, wie viel Geld ich verdiene! Meine Frau fann ganz als feine Dame leben, wenn sie es will," sagte er eines Tages zu ihr mit seltsamer Stimme,

die immer knarrłe und nie dazu gebracht werden konnte, ] sanfte Worte zu flüstern, mit denen er so gern wie ein Ver­liebter ihre Ohren umschmeichelt hätte.

Babinette schaute aufmerksam die Goldstücke an, nahm sie in ihre zarten Finger und ließ sie wieder in die andere Hand hineinfallen.

Das schon," antwortete sie dann, indem sie schmollend die Lippen zusammenzog, aber du du wirst immer nur ein Clown sein."

Zum ersten Male in seinem Leben fühlte sich der arme Bursche erniedrigt durch seinen Stand. Er dachte nicht daran, daß ihr eigener Lebenslauf dem ſeinigen sehr ähnlich war, und daß ihr durch ihn die Möglichkeit geboten wurde, sich davon abzuwenden, was sie als sein Weib jedenfalls hätte tun müssen. Er war zu sehr verliebt, um überhaupt an so etwas zu denken; unbestimmte Gefühl einer großen Unge­rechtigkeit erfüllte ihn ganz.

Wenige Tage später ging er in einem der öffentlichen Gärten spazieren, als das Murmeln von Stimmen an sein Ohr schlug. In einem schattigen Seitenwege sah er ein Liebespaar Hand in Hand auf einer Bank ſizen, einer ver­sunken in den Anblick des anderen. Er würde, ohne sie über­haupt zu beachten, weitergegangen sein, wenn nicht auf ein­mal das Mädchen ihr Gesicht gewandt und ihm halb zuge­kehrt hätte. Wie festgebannt stand er da; da war ja gar keine Täuschung möglich; dieses süße Antlitz mit den unschulds­voll großen Kinderaugen konnte es doch nicht zum zweiten Male geben. Verstört ſtarrte Picotin ſie an, zweifelnd, ob er ſeinen eigenen Augen glauben sollte oder nicht. Was hatte sie hier zu sitzen, Hand in Hand mit einem Manne, sie, die doch sein Weib werden sollte? Er brauchte nicht lange auf eine Erklärung zu warten. Heiße Schwüre und Gelübde erreichten sein Ohr, vermischt mit verächtlichen Bemerkungen über ihn selbst; und das Mädchen hörte ſchweigend zu, wäh­rend die Tränen unaufhaltsam unter ihren langen Wimpern hervorstürzten und in ihren Schoß fielen. Armer Picotin! Er ist so gut!" murmelte sie; und er liebt mich. Es wird ihm das Herz brechen."

,, Wann hätte ein Clown jemals ein Herz gehabt!" rief der junge Mann mit Ueberzeugung aus. Glaubst du, er könnte sein Leben mit Clownspäßen verbringen, wenn er litte wie ich leide? Jedesmal, wenn ich dich auf dem schrecklichen Seile sehe, mein Herzlieb, überfällt mich ein Zittern und ich werde fast frank. Es ist abscheulich und unerträglich, immer alle die Augen auf dich gerichtet zu sehen. Was hat dein Versprechen dem Narren Picotin gegenüber, verglichen mit meiner Liebe, zu bedeuten?"

So umwarb sie der junge Mann mit sanfter Stimme und glühenden Worten, und das Mädchen lauschte mit gesenktem Haupte, einer Rose gleich, die erzittert unter dem warmen Hauche des Sommerwindes. Immer mehr verschwand vor ihrem Geiste das spukhafte Gesicht des Clowns, je mehr sie sich an den Geliebten anschmiegte. Sie war glücklich oh, so glücklich, wenn er sie heiß mit seinen Armen umschlang. Derweil aber stand der Mann, der alles geopfert haben würde, wenn er ihr damit hätte Leid ersparen können, hinter den beiden und starrte mit schmerzzerissenem Antlitz und stumpfen Augen in eine trostlose Zukunft.

An jenem Abend mißlangen Picotin mehrere von seinen Späßen, und die Leute brüllten vor Lachen. Ihnen war sein Mißerfolg scherzhafter als sein Erfolg, denn er schaute sie so kümmerlich an und schüttelte das Haupt so betrübt, als wäre es ganz mit ihm vorbei, daß sie fest glaubten, es sei alles so beabsichtigt.

Was ist nur mit Picotin los?" fragte einer, der ihn gut fannte, Babinette hinter der Szene; doch sie zuckte nur gleichgültig die Schultern, während sie versuchte, einen Blick von einem blondhaarigen jungen Mann aufzufangen, der in einer Loge saß.

Am Schluß der Vorstellung kam ein stattlicher Herr mit gerötetem Antlig, der wie ein erfolgreicher Anwalt aussah, und der Picotin mit unverkennbarem Interesse während des ganzen Abends beobachtet hatte, hinter die Szene und fragte, ob er Picotin in einer wichtigen Angelegenheit sprechen könnte.

Der Direktor lächelte verächtlich, gab aber Befehl, den Fremden in die Garderobe des berühmten Clowns zu führen, wo dieser gerade sein buntes Narrenkleid mit einem alltäg­lichen Gewande vertauschte.

Picotin saß niedergeschlagen auf einer großen Holzkiste, die seine Theatergarderobe barg. Er hatte sein Clown­kostüm noch nicht ausgezogen und seine Hände waren ver­

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