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Fünftig auch einmal zu einer andern Taktik gedrängt werden fönnen. Deutschland ist ein guter Abnehmer für andere Länder. Wir sind nicht auf einen bestimmten Markt für unseren Bedarf an Nahrungsmitteln angewiesen. Wir müssen nur an gewissen elementaren Forderungen festhalten, und nur bei deren Erfüllung werden wir neue Verträge abschließen. Der Interpellant hat wohl selbst nicht erwartet, daß ihm heute von dieser Stelle aus irgend welche bestimmte Mitteilung gemacht werden würde. Wir halten jedenfalls an unseren Anschauungen fest und lassen es an Energie, unsere Absichten zu erreichen, nicht fehlen. Der Herr Reichs= kanzler, der am Steuer steht und die Verantwortung trägt, kann sich jedenfalls von seinem Steuer unter feinen Um­ständen und auch nicht durch irgend welche Interpellation abbringen lassen.

Abg. Herold( Zentrum): An den Mindestzöllen für Getreide müsse unbedingt festgehalten werden. Ebenso sei dringend zu wünschen, daß die Regierung an den Viehzöllen nichts nachlasse.

Abg. Bernstein( S.-D.) wandte sich gegen eine Kün­bigung der alten Verträge vor dem Abschluß neuer.

Abg. Gothein( freis. Ver.) polemisierte gegen die schutzöllnerische Rechte, die uns mit den übermäßigen Zoll­sätzen des neuen Zolltarifes in eine Sackgasse gebracht habe.

Im Verlauf der Debatte kamen Vertreter fast aller Bar­teien zu Wort. Die Auseinandersegungen flangen zum Teil wie eine neue Auflage der vorjährigen Zolltarifsdebatte Das Haus wurde immer leerer. Die Tribünen nicht minder für posthume Redekämpfe fehlt offenbar das Interesse.

Die Politik.

Auch aus Deutsch- Ostafrika wird über Räubereien der Eingeborenen berichtet. Nach einer Meldung aus Dar es Salaam hat die Militärstation Moschi den Auftrag er­halten, zur Verhinderung der Räubereien der Masai­Neger vorübergehend einen kleinen Posten an der Nord­grenze nordwestlich vom Kilima- Ndscharo zu errichten. Eben­so ist die Militärstation Muan 3 a verstärkt worden, um den Goldsuchern in Ikoma ausreichenden Schutz zu ge­vähren. Die verstärkte Grenzbewachung soll auch zur Unter­drückung des Viehschmuggels dienen.

Einer Spaltung der Polenfraktion des Reichstags reden polnische westpreußische Blätter das Wort. Sie fordern die westpreußischen Abgeordneten zum Austritt aus der pol= nischen Fraktion auf, weil diese den Abg. Kulerski, der gegen den Willen des offiziellen polnischen Komitees und der Geistlichkeit gewählt wurde, in die Fraktion aufgenom­men hat. Einzelne Abgeordnete kündigen an, daß die pol­nische Fraktion eine Statutenänderung vorbereitet, um fünftig die Aufnahme solcher Dutsider" zu verhindern.

Die erste Beratung des preußischen Etats, der am 19. d. M. im Abgeordnetenhause eingebracht werden soll, wird für den 21. oder 22. erwartet.

Türkei.

Kurzen Prozeß wollen die Ententemächte, der ewigen Quengeleien und Quertreibereien der Pforte müde, mit den ürkischen Reformverschleppungsversuchen machen. Sie haben beschlossen, die letzte Note der Pforte, die neue Verhandlungen über verschiedene Punkte der Reformen verlangt, nicht zu jeantworten, alle ähnlichen Versuche der Pforte zu ignorieren und die Reformen ohne weitere Verhandlungen durchzu­führen. Inzwischen mehren sich die Nachrichten vom Wiederauftauchen bulgarischer Komitebanden in Mazedonien. Eine solche Bande hat bei Kunonowo inen türkischen Pulverschuppen in die Luft gesprengt, dreißig türkische Soldaten kamen dabei ums Leben. Bei Demir­Hissar fand ein heftiges Gefecht zwischen türkischen Truppen und Komitatschis statt. Bei Wasiliko im Sandschak Kirk­Ailisse haben nach Angaben von türkischer Seite Komitatschis brei Mohamedaner ermordet. Deshalb und auch aus anderen Bründen wurden zahlreiche Verhaftungen von Bul­garen vorgenommen. Das wird wohl wieder zu einem ürkisch- bulgarischen Notenwechsel führen!

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Hof und Gesellschaft.

Ueber die Gal atafel beim Ordensfest is noch folgendes nachzutragen: Der Kaiser ahm Platz zwischer der Prinzessin Friedrich Leopold und der Prinzessin Erns bon Sachsen- Altenburg. An der Haupttafel saß wie immer eine Deputation der Ritter des Eisernen Kreuzes und der Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens, Feldwebel, Eisen. bahnbeamte, Krongardisten, Stabstrompeter. Ihnen gegen über und neben ihnen Minister, Generäle, Diplomaten, Hof geistliche und Oberbürgermeister. Die Hofschauspielerin Frau Anna Schramm saß zwischen dem Fürsten Bismard und dem Grafen Posadowsky, die beiden Vizepräsidenten 5. Manteuffel und Dr. Paasche saßen nebeneinander, Wirk­licher Geheimrat Dr. Koch saß zwischen dem chinesischen und bem chilenischen Gesandten, Kriegsminister v. Einem neben bem Grafen Ballestrem. Der Kaiser, der während des Mahles sich andauernd lebhaft unterhielt und vielen Persönlichkeiten zutrank, erhob sich zu dem üblichen Toast und trank auf das Wohl der neu ernannten und der früher ernannten Ritter.

*** Die Kaiser in ist an einem leichten Fußleiden er­frankt, so daß die für morgen( Mittwoch) angesagte große Damentur ausfallen muß. Wie erinnerlich, hatte die Kaiserin Dor längerer Zeit einen Unfall, bei dem sie sich den Fuß verletzte. In dem jetzigen Leiden hat man wohl Nachwehen jenes Unglücks zu erblicken.

Preussischer Landtag.

( 2. Sigung.)

Herrenhaus.

RK. Berlin, 18. Januar. Nach Eröffnung der Sigung begrüßt der Präsident Fürst zu Inn- und Knyphausen die neu eingetretenen Mitglieder. Nach Verlesung der geschäftlichen Mitteilungen folgt deren feierliche Vereidigung. Es sind dies: Herzog v. Arenberg, Graf Haeseler, Wilh. v. Hahnke, Graf v. Schlieffen, Graf v. Warbenleben, Graf v. Czappski, Graf b. Siemens.

Es folgt die Beratung des Gesezentwurfs betr. die Befug­nis der Polizeibehörden zum Erlaß von Vorschriften über die Verpflichtung zur Hilfeleistung bei Bränden. Minister des Innern& r br. v. Sammerstein begründet den

Entwurf. Der jetzige Zustand hat zu großen Unzuträglich­keiten geführt, da heute die Polizei nur das Recht hat, von den Gemeinden den Erlaß von Ortsstatuten zu fordern, und da es ferner nach dem Kommunalabgabengesetz nur möglich ist, die in der Gemeinde Steuerpflichtigen zum Feuerlösch­dienst heranzuziehen. Die Organisation einer geschulten Feuerlöschhilfe wird auf diese Weise unmöglich gemacht. Diese Uebelstände werden aber durch die Vorlage beseitigt, um deren wohlwollende Prüfung ich Sie bitte. Nach kurzer Debatte wird die Vorlage der Gemeindefommission über­wiesen. Es folgt die Beratung der Interpellation Graf von Schlieben:" Durch das Bürgerliche Gesetzbuch ist das Publikum gegen Körper- und Sachbeschädigungen, welche durch den Besitzer bezw. Lenfer der Automobile herbeigeführt werden, nicht genügend gesichert. Gedenkt die Regierung durch gesetzliche Maßregeln diesem Uebelstande abzuhelfen?" Nach einer Begründung seitens des Grafen Schlieben erklärt Justizminister Schönstedt, daß die Regierung von verschiedenen Behörden Berichte eingefordert habe. Es hat sich ergeben, daß in den Jahren 1902 und 1903 mur 36 Pro zesse wegen Schadensersatzansprüchen gegen Automobilfahrei anhängig gemacht sind. Allerdings bemühen sich die Haft pflichtgesellschaften, den Schadensersatzansprüchen auf güt lichem Wege gerecht zu werden. Die Frage ist aber nich spruchreif, und das Haus möge sich noch gedulden. Wir sind noch nicht schlüssig, ob die Landesgesetzgebung oder die Reichs gesetzgebung einsehen soll.

Die Debatte über diese Interpellation ist lebhafter al gewöhnlich, führt jedoch zu keinem definitiven Ergebnis Auch der Minister des Innern erklärte, mit drakonischen Maß regeln wolle die Regierung dem Automobilsport nicht zi Leibe gehen.

Es folgte eine Interpellation des Frhrn. v. Durant, di gegen die Parzellierung oberschlesischen Rittergüter durch die Landbank Maßnahmen fordert. Dei Landwirtschaftsminister v. Po d bielski erklärte, er könne gegen diese Praxis der Landbank nichts tun. Eine Kommission zum Studium der Angelegenheit sei jedoch eingesetzt. Nad weiterer unwesentlicher Debatte vertagte sich das Haus bis zum Februar.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Eine verhängnisvolle Säbelmensur fand in Würzburg ihr gerichtliches Nachspiel. Das dortige Schwurgericht ver­urteilte den Forstkandidaten Wilhelm Lorenz von der Aschaffenburger Akademie wegen Zweikampfes zu fünf Mo­naten Festung. Lorenz, Mitglied des Korps Arminia", hatte mit dem Forstkandidaten Königsdorfer vom Korps " Hubertia" cine Säbelmensur ausgefochten, bei der Königs­dorfer eine 10 Ctm. lange Wunde am rechten Vorderarm davontrug. Der Verwundete starb nach etwa acht Tagen am Starrframpf. In der Verhandlung wurde die Möglich­keit betont, daß die Infektion der Wunde schon im Pauklokal herbeigeführt worden sei, da dieses sehr unsauber war.

§ Zum Tode verurteilt. Wegen Raubmordes wurde der Arbeiter Stephan Cegielski vom Schwurgericht in Brom­berg nach dreitägiger Verhandlung zum Tode verurteilt. Gegen seine mitangeklagte Geliebte, die Arbeiterfrau Janus aus Znin, wurde wegen Diebstahls auf drei Monate Ge­fängnis erfannt. Cegielski hatte im Januar v. Is. am 3niner See die Arbeiterfrau Szczepinski ermordet und be raubt und dann in Gemeinschaft mit der Janus die Wohnung der Ermordeten geplündert. Cegielski nahm das über ihn verhängte Todesurteil mit geradezu erstaunlicher Gleich­giltigkeit hin. Als er nach Schluß der Verhandlung wieder in das Untersuchungsgefängnis abgeführt wurde, fragte ihn ein höherer Justizbeamter, ob er nicht nach einem Seelsorger Verlangen trage. Cegielski verneinte die Frage, indem er hinzufügte, er glaube jezt überhaupt nichts mehr!"

§ Dämon Alkohol. Das Schwurgericht zu Münster ver­urteilte den Gelegenheitsarbeiter Tombreil wegen Ermor­dung des Arbeiters Tebbe zu 12 Jahren Zuchthaus. Tom­breil hatte T., nachdem beide zusammen reichlich Schnaps genossen hatten, am 30. Oftober v. J. auf freiem Felde im Streit mit einer Dunghacke erschlagen.

§ Die Oldenburger Ministerbeleidigungsprozesse scheinen immer weitere Kreise ziehen zu wollen. Justizminister Dr. Ruhstrat, der bereits die Verurteilung des Gymnasialober­lehrers Dr. Ries und des Redakteurs Biermann wegen Be­leidigung herbeigeführt hatte, hat nunmehr auch gegen den jetzigen Redakteur des Residenzboten, Martin Kruse, Straf­antrag gestellt wegen eines angeblich beleidigenden Gedichtes in Nr. 1 des genannten Blattes vom 1. Januar cr.; es handelt sich hierbei um ein Gedicht, welches Meinem Heimatland" betitelt ist. Ferner hat der oldenburgische Richterstand Klage gegen Kruse erhoben wegen eines an­geblich beleidigenden Artikels Es wird immer interessanter" in derselben Nummer des Residenzboten. Beide Klagen wer den demnächst vor dem Schöffengericht in Oldenburg zur Verhandlung kommen.

Nab und Fern.

Zum Crimmitschauer Streik. Geheimrat Böhmert, dessen Vermittelungsaktion vor kurzem scheiterte, will nun sersuchen, den Bundesrat zu einem Vorgehen in versöhnen­dem Sinne zu bewegen. Eine vom Dresdener Ortsverein für soziale Reform einberufene, stark besuchte Versammlung beschloß auf Antrag Böhmerts, die sächsische Regierung zu ersuchen, beim Bundesrat die schleunige Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit für Fabrikarbeiterinnen zu bean= tragen. Weiter sei es wünschenswert, zur raschen Schlich­tung des Streits in Crimmitschau eine Untersuchungskom­mission einzusetzen, welche die Ursachen des Streits feststellen und untersuchen soll, was das Eingreifen des Gewerbe­gerichts verhinderte, und Einigungsvorschläge machen soll. Die letzteren werden wenig Aussicht auf Erfolg haben. Mit Bezug auf die Meldung eines sozialdemokratischen Blattes, jetzt sei es entschieden, daß die Crimmitschauer Fabrikbesizer nachgeben würden, veröffentlichen die letzteren folgende Er­klärung: Wir erklären endgültig, daß wir in diesem Streik unter feinen Umständen nachgeben, noch die ungerechten Forderungen des Tertilarbeiterverbandes weder ganz noch teilweise nachgeben werden. Verhandlungen mit diesem Ver­bande sind in diesem Streik jetzt und immer ausgeschlossen."

A Wassersnot in Bloemfontein. Die aus dem Boeren­friege durch ein blutiges Treffen bekannte Stadt Bloem­fontein ist von einer schweren Katastrophe heimgesucht wor den. Der niedrig gelegene Teil der Stadt wurde infolge Berstens der Wasserleitung überflutet. Drei Hotels und

viele Häuser sind zerstört. Die Anzahl der Toten ist noch unbekannt. Hunderte von Personen sind obdachlos.

Das Ende des Attentäters. Das alte Sprichwort: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" kann feine passendere Illustration finden, als den folgenden sen­sationellen Fall, der aus Essen gemeldet wird. Die Loko­motive eines Personenzuges erfaßte auf der Strecke Saarn­Rattivig einen Arbeiter namens Johann Wolterhof bei dem Versuche, den Zug durch Auflegen von Steinen auf das Gleis zur Entgleisung zu bringen. Wolterhof wurde sofort ge­tötet. Das Gleis war auf eine Länge von ungefähr 80 Meter mit Steinen bedeckt. Der Zug hat keinen Schaden erlitten.

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Die Tageso D verordnet.n om

mittags 3 Ubr Schriften für die Auslofung der auf den Schuldverschrei gleiden bes 1897 Anlebens. 6. Die Januar 1904. 7. Blockstraße; hier: Minna Rörner für gefuch des Wilhel hier: Dispens. 1 die Diesstraße. 1 die Hodheimerstraf von Kanalreinigun

** Die nenen Eisenbahnmarken, die am 1. Februar im ge­samten Gebiete der preußisch- hessischen Eisenbahngemein­schaft zur Einführung gelangen, werden jetzt von der Reichs­druckerei hergestellt. Sie sollen zur Franfierung von Stückgutsendungen im Eil- und Frachtverkehr dienen und sind wesentlich größer als die Briefmarken der Reichspost. Das Bild der Marke ist vor allen Dingen sehr zweckmäßig, da der Wertbetrag besonders deutlich zu erkennen ist. In jeder der vier Ecken befindet sich ein Stern. Ein Band läuft um die Mitte der Marke, an dessen unterem Ende man ein geflügeltes Rad sieht. Auf dem Rande liest man: Kgl. Preuß. Staatseisenbahnen. Der Wert der Marke ist in großen Zahlen auf der Mitte des Bildes ausgedrückt. Es werden jetzt neun Sorten hergestellt. Entsprechend dem fleinsten Frachtsate gehen sie von 30 Pf., um je 10 Pf. steigend, bis zu 1 Mark aufwärts. Außerdem werden Marken zu 5 Pf. zum Ausgleich von Nebengebühren her­gestellt.

arbeiten. c Besch 3ementröhren. 1 füdlichen Seite de Alinterlieferung. bezw. Webernahme nahme der Straße Stadt. 17. Auff Löwenstein'schen Ha Ropelle des Friedho vierten Straßenwarts lach. 21. Besuch d laffung eines gelegen Aruges. 22 Veröf 1904. 23. Erlag betrieb mit Kellnerin Amend dahier um C Bahnhofstraße 66. werks für 1904/5. öffentlichen Wegen für 1904/5. 28.$ von Gießen. 29. Gießen. 30. Bor 1904/5.

Aus dem Vorleben des als Gatten mörders verhafteten Dr. Braunstein werden jetzt Dinge bekannt, die seine Schuld als fast zweifellos erscheinen lassen. Dr. Braunstein ist ein sittlich durchaus minderwertiger Mensch, der als Assistent im Pathologischen Institut zu Bonn kostbare Instrumente ent­wendete und deshalb eine längere Gefängnisstrafe erlitten hat. In Halle lernte Dr. Braunstein, ein 45jähriger Mann, das 36 Jahre alte Fraulein Minna Wege kennen, die ein Vermögen von 150 000 Mark besaß, von denen sie 80 000 in bar mit auf die Hochzeitsreise nahm! In San Remo erkrankte sie, wie sie einer Cousine schrieb, nach dem Genuß eines Beefsteaks, das, wie sie annahm, ihr Mann vergiftet hatte. Als sie dann gestorben und in einem Krematorium verbrannt worden war, erhielten ihre Verwandten erst durch anonyme Briefe davon Nachricht.

Vermischtes.

[ Kaiserandenken.] Von der An.oefenheit des Kaisers in Landeshut zur Trauung der Gräfin Armgard zu Stol­berg- Wernigerode wird nachträglich noch eine hübsche Episode bekannt. Als die Hochzeitsgäste das Gotteshaus verlassen hatten, eilten zahlreiche Kirchenbesucher auf den Sessel zu, der dem Kaiser während der Zeremonie als Sitz gedient hatte, um einige Blätter von dem Eichenkranze zu erhaschen, mit dem der Sessel geschmückt war. Der letztere gehört dem Oberglöckner der Landeshuter Kirche. Dieser wird an dem Sessel eine Erinnerungsplatte anbringen lassen.

[ Neunmal verheiratet!] Ein Genfer Blatt berichtet von einem großartigen Eherekord, den eine dortige Ein­wohnerin durch ihre sechste Verheiratung geschlagen habe. Die Leistung ist ja wohl anerkennenswert, aber noch lange kein Reford. Die Stadt Elberfeld zählte nämlich bis vor etwa vier Jahren eine Lehrerwitwe zu ihren Einwohnern, die nicht weniger als neunmal verheiratet war. Als Tochter eines Postmeisters im Jahre 1843 zu Remscheid ge­boren, reichte sie zum erstenmal einem dortigen Kaufmann die Hand. Als dieser im deutsch- französischen Kriege blieb, jeiratete sie nach einem Jahre zum zweitenmal und zwar einen Gastwirt. Hieran schlossen sich nach dessen Tode im Laufe der Zeit an: ein Schmied, ein Kunstgärtner, ein Feilenhauer, ein Gendarm, zwei Polizeiserganten und zuletzt in aus Remscheid gebürtiger Lehrer. Von dem Feilenhauer vurde die Frau nach einem kurzen Liebesglück" wieder ge­schieden, während der Gendarm als Ehemann Nr. 6 in Ausübung seines Berufes bei Schlichtung eines Streites auf offener Straße tötliche Verlegungen erhielt. Sämtliche Männer hat die Frau überlebt, bis sie selbst im Januar 1900, m Alter von 57 Jahren, nach einem zuletzt sehr bewegten Reben den teuern neun Verstorbenen in den Tod nachfolgte; ie starb in Elberfeld, wo sie auch begraben wurde.

[ Therese Humberts Wunsch.] Man sollte meinen, daß Therese Humbert, die jetzt vom Zuchthaus in der Provinz nach Paris übergeführt worden ist, jetzt kaum mehr eine Pariser Berühmtheit" sein könne. Dem ist aber nicht so. Banz Paris wetteifert um die Plätze im Zuschauerraum bei ihrem bevorstehenden Beleidigungsprozeß mit dem Bankier Tattaui. Therese ist leidend und hat um eine bequeme Zelle gebeten. Der Wunsch ist ihr aber versagt worden. Ebenso wird ein zweiter, den sie hegt, kaum in Erfüllung gehen. Therese will vor den Schranken mit einem Hut erscheinen, dem berühmten Hut, den sie die ganze Dauer ihres großen Prozesses hindurch getragen hat. Sie wird aber als Zucht­hänsterin wohl auf diese kleine weibliche Eitelkeit verzichten müssen.

Das Neueste aus den Witzblättern. Deutlich. Herr: Mein Fräulein, darf ich Ihr Ge­fangener sein?" Erst ist man Freier, dann Gefangener!" Dem Beruf entsprechend. Mein Garçon, der Herr Redakteur, hat morgen Geburtstag."" Was backen Sie ihm da?" Natürlich Blätterteig!"

Kindlicher Wunsch. Der kleine Hans: Papa, was ist eigentlich ein Autodidakt?"-- Vater: Jemand, der si- s) selbst unterrichtet." Der kleine Hans( der ungern in die Schule geht): Ach, Papa, dann nimm mich doch aus de: Schule, ich will lieber ein Autodidakt sein."

Na also. Onkelchen: Der Arzt hat mer Bäder ver­ornet." Neffe: Das wird dir peinlich sein, Onfelchen." Onkelchen: Wie haißt peinlich, sind's doch bloß elektrische Lichtbäder!"

Ultima ratio.( Weichensteller:) Jetzt bin i scho fünf­undzwanzig Jahre bei da Eisebahn, und niemand paßt auf mi auf i woaß net, wia i mi bemerkbar mach', i muß rein amal die Weiche falsch stella!"

Zurückgegeben. Aelteres Fräulein: Wo sind denn Ihre Haare geblieben, Herr Bavon?"- Lebemann: Bei Ihren Zähnen, gnädiges Fräulein."

Auf dem Lande. Städter: Haben Sie viel Schnee diesen Winter gehabt, Herr Brunhuber?", freili hab' i viel Schnee g'habt, aber mein Nachbar hat noch viel mehr g'habt." Wieso denn, Ihr wohnt doch nebeneinander?" ... Er hat aber a mehr Acker."

( Dorfbarbier.)

X Nation Gießen. Im fich gestern Abend bis jest probifor die einzelnen Un wählt hatte. De eine Anzahl Her aber in ihren da bolle Unterstügu ordneter Kirch den erschienenen Provinzialdirektor Stadt, Herrn O miterschienenen S

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