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( Fortseßung.

Roman von M. Arell.

( Nachdrud verboten.)

Der Weg zum Glück. feiner wußte wie, ſelbſt in den ſchlechtesten Jahren gute Ernten erzielt, und was die Hauptsache war, eine ganze Reihe von guten Spekulationen gemacht. Ein Unglück wäre es auf keinen Fall, wenn Kitty Frau Marrell würde! Uebrigens blieb auch gar kein anderer Ausweg übrig, denn der Weidenhof­bauer hatte seinen Kredit rings im Lande bereits völlig erschöpft.

,, Grundgütiger Himmel, hat das Mädchen eine Ahnung davon?"

,, Denfe, wenn ein Mädchen nicht blind ist, merkt sie's, daß sie ein Mann nicht ungern

hat."

,, Aber Sie könnten Ihrem Alter nach gut Ihr Vater sein."

Oho, so schlimm ist es doch nicht! Ein Mann wird erst alt, wenn er sich alt zu fühlen anfängt, und ich gehöre zu jener zähen Klasse Männer, die im Alter jünger als in ihrer Jugend sind. Uebrigens tut es auch gar nicht gut, ein Mädchen einem Grünschnabel in die Ehe zu geben, der selbst noch nicht recht weiß, was er will. Ich aber weiß genau, was ich will. Ich habe Kitty gerne und Sie be­halten so den Hof=" ,, Bei Gott, ich bin vollständig Was er war, brachte der Hofbauer nicht heraus. Das aber sah er doch deutlich, daß er aufgefordert wurde, Kitty für den Weiden­

Hängt ganz von dem Mädchen ab ganz von dem Mädchen ab," sagte er nach einer langen Pause und nach einem Kampf mit sich selber, der nur ein Ende haben konnte. ,, Sie muß irgendwo auf dem Hof sein. Wollen doch sehen, was die Aermste dazu sagen wird." Die Aermiste?"

,, Sie müssen nicht achten auf meine Worte, Nachbar. Sie können sich doch denken, wie wirr es mir im Kopf ist; erst in London von dem alten Geizkragen abgewiesen zu wer­den, dann von Ihnen zu hören, daß ich den Hof verlieren soll, und nun gar zu erfahren, daß Sie Kitty zur Frau haben wollen!" ,, Sie haben also nichts mehr dagegen?"

Großherzog Friedrich Franz IV. Don Mecklenburg- Schwerin und feine Braut Prinzelfin Alexandra von Cumberland.

( Siehe S. 4.)

hof zu verkaufen. Und daß solch ein geld­gieriger Mann wie Henoch Marrell für seine Kitty diesen Preis bot, schien ihm wundersam, beinahe schmeichelhaft. Er hatte seine Tochter lieb. Für Marrell war er freilich nicht sehr eingenommen we in der Welt hegt der Mensch für seinen Gläubiger schmeichelhafte Gefühle? Indes das Land- das Land! Wenn er mit seinem Herzen an Kitty hing, hing er ebenso mit ganzer Seele an dem Land. Es war seine Religion. Obgleich es ihm soviel Sorgen bereitete, liebte er es doch mit der ganzen Leidenschaft, mit der eine Mutter an einem Bruder Lüderlich von Sohn hängt.

Und gesezt, Kitty könnte sich entschließen, Marrells Frau zu werden, war das nicht das wünschenswerteste Ende? Die Blackdorns hatten stets ihren Kopf hoch getragen und Marrell war freilich ein Blackdorn gewiß nicht. Henoch war ein Mann, der sich selbst zu dem, was er war, gemacht hatte, während alte Urkunden bewiesen, daß auf dem Weiden­hof schon zu den Tudorzeiten Blackdorns faßen. Indes immerhin war Marrell vom pefuntären Standpunkt teine schlechte Partie. Er war, wenn er sich auch selber nicht so

nannte, doch ein reicher Mann. Er hatte,

Ich will, was sie wollen wird," lautete seine Antwort.

Zwischen Stephan Harlows freudigem Ausruf und seinem Erscheinen in der Scheune, wo er Kitty nicht länger mehr am Fenster, sondern von neuem hilflos über die Säge gebeugt fand, verging eine Sekunde.

zu.

,, Kitty, was hast du da vor?" rief er ihr

" D, du bists," sagte sie. Störe mich um Gottes willen nicht in meiner Arbeit!"

Ist das eine Arbeit für dich? Und heißt du so einen alten Freund willkommen, den du seit Jahren nicht gesehen?" Er blickte von neuem verwundert auf die Säge und von der Säge wieder auf das Mädchen. Kann das nicht ein Knecht tun? Wo steckt der William? Soll ich ihn rufen?"

,, William ist nicht mehr bei uns," gab sie zögernd zur Antwort. Du würdest ihn ver­geblich rufen. Vater hält keine Leute mehr."

... Dein Vater hält keine Leute mehr?" wiederholte er hestürzt. Eine Wirtschaft ohne Leute! Ich bitte dich, Kitty, was soll das bedeuten? Was ist hier geschehen, so lange ich nicht hier war?"

Mädchen mit offenbar erzwungenem Lachen und dabei schien sie dem jungen Manne, wenn sie auch vorhin als gerade nicht regelrecht schön geschildert worden, von einer unver. gleichlichen Schönheit, und das um so mehr, als ihre Stimme gar lieblich und klar klang. Diese Stimme zu hören und ihr Lächeln zu sehen, hatte ihn die lange Reise zu machen veranlaßt. Und nun erhielt er einen so füh. len, sonderbaren Empfang.

Er nahm ihr mit Gewalt die Säge aus der Hand und hatte in einer Minute die Ar­beit getan, mit der sie sich vergeblich schon zwei Stunden gequält.

,, Und nun," sagte er dann, hast du Zeit zum Sprechen? Nun erzähle mir, warum sieht Euer Hof so ausgestorben aus? Warum hält dein Vater keine Leute? Habt Ihr nicht ein­mal mehr Mägde?"

,, Was braucht ein Bauer Mägde, wenn er eine große Tochter hat?"

,, Wer melkt denn die Kühe?"

Ich tue es- oder vielmehr ich sollte es tun. Augenblicklich haben wir aber keine. Du wirst dich hier bei uns leider ohne Sahne be­helfen müssen. O, ich arbeite gerne, Stephan. Die Wirtschafts- Arbeit gefällt mir zum min­desten ebenso gut, als Geographie, Franzö­sisch und Musik in der Pension."

Trotz ihres erzwungenen Tones fonnte sie jedoch den jungen Mann nicht betrügen. Zu­erst hatte sie sich vorgenommen, schnippisch zu sein und ihn, sie wußte selbst nicht wofür, zu bestrafen. Dann hatte sie mit ihrem Black-' dornschen Stolz den Verfall und die Anmut des Hofes wegleugnen wollen, den der junge Mann nur reich und blühend gesehen, und endlich war sie allen ihren Vorsäßen zum Trotz dahin gekommen, ihm fast unter Tränen einzugestehen, wie seit einiger Zeit alles mit ihnen bergab ging. Die letzten Ernten waren so schlecht, daß der Vater den Lohn für die Leute nicht mehr zu erschwingen vermochte und sie alle entließ.

Sie war jetzt auf dem Hof alles, Tochter und Knecht.

,, Gerechter Gott, soweit ist es gekommen! Aber wo ist denn Fred? Wo ist dein Bruder?"

Frage nicht danach, Stephan," bat sie unter Tränen. Laß den Vater seinen Namen | nicht hören. Wir wissen es nicht." ,, Kitty! Du weißt nicht, wo Fred ist, an den du immer so innig gehangen?"

,, Er ist fort," flagte das Mädchen. Er hat sich mit dem Vater überworfen. Vater hat ihn vom Hofe gewiesen. Das ist das Schlimmste von allem, was uns passierte. Aber glaube darum nicht, Stephan, daß sich mein Bruder vergangen. O, wenn ich nur wüßte, wo er sich aufhält, was aus ihm ge­worden!"

Stephan antwortete erst gar nicht; denn er hatte seine eigenen auf alter Bekanntschaft basierenden Gründe, anzunehmen, daß Fred Blackdorn durchaus nicht so unschuldig, wie ihn Kitty hinstellte, war, als er von der väter­lichen Scholle getrieben worden. Freds Tätig keit hatte sich von jeher darauf beschränkt, wilden Weizen zu säen, und ohne Zweifel er lebte er jetzt seine Ernte. Indes wozu der bekümmerten Schwester dies sagen! Lieber war er still.

Seine Linke hielt noch immer ihre rechte Hand, die vorhin die Säge gefaßt, und seine Rechte hatte sich um ihre Taille geschlungen, was die sonst so stolze Kitty Blackdorn im Ge Wie du einen anschaust!" lachte das fühl ihrer Schwäche wehrte.

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Da unterbrach einer wohlbekannter Siebenden.

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über nie seine Meinung ab, pathisch oder antipathisch war, anerkannt wurde. begabter Staufmann, der mit sicherer Hand lose junge Leute aus seiner Tasche und war immer will­früherer Jahre war nichts zurückgeblieben als hama sprichwörtlich geworden und dessen strenge, schwendete sie ebensowenig an sie; er bot vielen eine hilfreiche alle Klippen und Untiefen hinwegführte, Hand, lieh bereitwillig Kapitalien aus, unterstützte mittel­Teilnahme seiner Mitmenschen begehrte er nicht und ver­Ehrenhaftigkeit von jedem, gleichviel ob Norden ihm sym­kaufmännischen Unternehmungen in den Kreisen von Yoko­dem weltgewandten, liebenswürdig angeregten Fritz Norden hören, wenn auch nicht immer in verbindlicher Form. Von konnte man sicher sein, seine ehrliche, mahre Ueberzeugung zu Hand ſein bat man ihn freilich darum, so deffen als ein eminent Liebe und Lebensschiff Glück in reine

lieber zu und gab unaufgefordert

D

zendes Bep berechtigt sei, Beispiel bot! jet, zu Verstand eine längere Trennung diktierte. den Sohn begleiteten, ihn zu sich zurückriesen, so sehr ihm der er betäuben, die ihm fortwährend das Herz weitete, den Ge. danken trachtete er zu entfliehen, die auf Schritt und Tritt unausgesetzte Tätigkeit dem Erwerb! Die Sehnsucht wollte Norden weder Ruhe noch Rast, ebensowenig galt seine Aber nicht um des Beispiels willen gönnte sich Friz ihr Chef leisten könne und was er von seinen Untergebenen führte. Jetzt, da der Junior verreist war, bekamen die im men hatte, die endlich zur ausgesprochener Alleinherrschaft Kontor Norden" arbeitenden Herren es zu sehen, wie viel förmlichen Sturmlauf Stufe für Stufe der Leiter genom­wer, sich im Nu unentbehrlich zu machen wußte und in einem verlangen, da er selbst ihnen ein so glän­esige Prinzipal frisch von Europa herüber gekommen Heißer, glut

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you viе еvе jem.

gemerkt ist. station Schubra verzeichnet. klein, daß es auch auf den riesigsten Wandkarten nicht an­bon den Arabern Jum- el- Bagger genannt. Es ist so winzig von, am rechten Ufer des Nil, liegt das Dörfchen Barrage, Meilen nördlich von Kairo die kleine Stadt und Eisenbahn­Auf jeder größeren Karte Egyptens findet man etwa vier Eine Viertelstunde südlich da­

bettelte fennt kein Gebot. umdrehte und den Raub am Strohfeuer briet. Denn Not daß ich nebenbei frevelhafterweise manchem Huhn den Hals Gastfreundschaft ist doch nicht anders zu bezeichnen und mich in diesen acht Tagen ziemlich bis nach Kairo durch­das Inanspruchnehmen der den Arabern heiligen erwaynen will ich nur, daß ich

borübergehende, plötzlich entstandene. Die wenigen, be­hielt, war es eine ganz ansehnliche Stadt, das heißt nur eine Bu jener Zeit aber, als ich dort barfuß meinen Einzug

ebenso die Kenn

spezifischen Kolo

rechterhaltung günstiger geword icht auf lufra Allerdings ist es maden- und Jag feit zu erziehen, u regelmäßigen Bi feiten erflären fid fünstlich durch un hin aber hat die Kulturleben bere durch ein flug au der Einwohnersch

lien oder Geld

Arbeiten, die auf leisten find. Sie gesellschaftliches Eingeborenen Mi Reifen aufspielen Befallen an dem als Ansiedler zu

grans zur Verfü

müllen bei jedem werden, und es n man die Flinte in

Erfolge den ande Dann hätten wir

brechung. und Nacht wurde mit Ablösung gearbeitet, Ingenieure trieben, die Fleißigen schlugen die Faulen, Tag Ueber das ganze war eine fieberhafte Hast gebreitet, die Und diese ruhelose Tätigkeit hatte seinen guten ohne Unter­

ling als Heizer schen Ingenieur bei dem englischen Unternehmen Paradieses öffneten sich vor meinen entzückten Augen! Pfund Sterling, hundertundzwanzig Mark! Die Tore des ben mit einem monatlichen Gehalt von sechs Pfund Ster­Ich fragte nach Arbeit, traf glücklicherweise einen deut­an einer Lokomobile angestellt. wir beide waren die einzigen Deutschen und ich wurde von demsel­Sechs

noch nicht vollendet gewesen wäre. hätte die ganze diesjährige Arbeit zerstört, wenn die Brücke einzwängen, er trat in sein rechtmäßiges Bett zurück und denn dann schwoll der Nil an, kein Damm konnte ihn dann Grund. In drei Monaten mußte das Werk vollendet sein,

wanderten. station, ein Elektrizitätswerk und so weiter. am anderen Ufer waren Maschinenwerkstätten, eine Post­pen, das immer wieder einbrechende Wasser zu bewältigen, fehle der Ingenieure, unzählige Lokomobilen trieben Bum­Ordonanzen überbrachten den fernen Abteilungen die Be­Peitschen knallen und zogen blutige Striemen, berittene ließen unter den nackten Beinen säumiger Araber lange eilten hin und her, maßen und verglichen, weiße Aufseher gruben, bis an die Kniee im Schlamm stehend, Ingenieure von Arabern und Araberinnen schleppten Sand, hackten und wie in einem Ameisenhaufen. Tausende und aber Tausende gegeben worden, in seinem eigentlichen Bett wimmelte es die Brücke ihrer Vollendung. Dem Nil war ein anderer Lauf Vier Jahre arbeitete man schon daran, jetzt näherte sich nicht über den Nil, sondern über das ganze Niltal schwingt. folossales steinernes Bauwerk, das sich in mächtigen Bogen über Kairo machen müssen. Diese jetzt fertige Brücke ist ein farawanen, welche durch das Tal der Natronseen nach Mekka eine Brücke gebaut, bestimmt für die Pilger- und Handels­Bei Fum- el- Bagger wurde nämlich damals über den Nil Früher hatten diese Karawanen den Umweg

das orientalische Gepräge vorherrschte. magazine von arabischen Krämern, sogenannte Bazare, so daß für Haschischraucher, vor allen Dingen aber die Waren­reien, nebenb.. aber auch Opiumhöhlen und Schlupfwinkel solcher Auswahl nicht antraf, da waren Cafés, Kondito­gestellt, wie man sie in Kairo, dem egyptischen Paris, in in den Läden waren die raffiniertesten Delikatessen aus­es Gasthöfe, Trinkstuben, Tanzsäle, alles aus Holz aufgeführt, meer umgeben. Straße zweigte sich von Straße ab, da gab ständigen Lehmhütten wurden von einem hölzernen Häuser­

und

zu

anzutreiben heit leichten Grades. zwei heißen Steinen. ches jeder Europäer angewieſen bekam. dieser Hütte überſtand ich auch eine egyptische Augenkrank­offenem Feuer vor der Hütte und backten Eierkuchen zwischen führten ein Leben wie die Wilden, brieten das Fleisch über einem in der Wüste stehenden Bretterhäuschen, wie ein sol­oder hatte vielmehr nur die mir beigegebenen fünf erzählt werden genug ich arbeitete von früh bis abends, Werfplate seltsames erlebt habe, fann unmöglich hier alles Was ich innerhalb der nächsten drei Monate auf diesem Es war ein herrliches Leben! In überwachen, und wohnte anfangs in Wir Kolonisten Araber

einem

zösisch angeeignet, abseits zu zahlen hatte. im alten Dorfe. Philippis Eia Bett hergerichtet werden sollte. und so so gelang auf englisch unterhalten, sonst verstand stube, in welcher sofort aus Kisten, Brettern und Decken ein fen, warmes Mittag- und Abendbrot täglich einen Schilling its gelegenen Backstube mit Kauderwelsch. Wir kamen dahin überein, daß ich für Schla­ein Gespräch anzuknüpfen, freilich in einem schauderhaften jährigen verblühten Griechin vor. Mit ihm konnte ich mich seine Hütte und stellte mich der Signora, einer etwa vierzig­schloß. Mit Grandezza führte mich Signor Philippi in Als Schlafraum diente mir die Back­italienisch, hatte mir auch einige arabische Vokabeln darüber und einer Mauer, die einen geräumigen Hof um­Maschinisten, eines einäugigen Italieners namens Philippi, mehr umsonst befam. Ich fand eine solche im Hause eines anderweitige Wohnung ſuchen, welche ich dann freilich nicht chen einem mir vorgesezten Beamten abtreten und mir eine Eigentum bestand aus einer Lehmhütte, einer Nach etwa acht Tagen mußte ich jedoch mein Blockhäus­es mir, auch mit Signora Philippi ich noch Speicherraum fran­

gun

etwas