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Verbündeten, ergänzt durch das enge Einvernehmen, welches die Monarchie mit Rußland in den Balkanfragen pflegt, erfüllt uns mit Zuversicht in die friedliche Entwickelung der Zustände auf unserem Kontinente."

Auch Graf Goluchowski, der gemeinsame Minister des Aeußeren, erklärte in seiner Rede in der Eröffnungssitung, die Beziehungen Desterreich- Ungarns zu den Verbündeten und auch zu allen übrigen Mächten, insbesondere zu Rußland, fcien ganz vortrefflich.

Italien.

A Während Herr Nasi, der ehrenwerte Zeitgenosse, in Brüssel sitzt und sich seines Lebens freut, hauen sich in seiner Heimat die Leute um seinetwillen die Köpfe blutig. Zwischen dem Leiter des Neapeler San Martino- Museums, das Nasi um viele Kunstschäße und um Museumsgelder geprellt hat, und einem Abgeordneten, der daraus dem Museumsdirektor einen Vorwurf gemacht hatte, hat bereits ein Duell statt­gefunden; beide Kämpfer haben einander aber außer einigen Hautabschürfungen nichts getan. Für die öffentliche Moral der Nachkommen Catos ist es fennzeichnend, daß der Berichterstatter des Untersuchungsausschusses wider Nasi, der Abgeordnete Savorito, eine Unmenge Drobbriefe erhalten hat: Man werde sich an ihm und seiner Familie rächen, wenn sein Bericht nicht so ausfalle, daß die Kammer Nasi für schuldlos erkläre. Nun, wenn Herr Saporito der Wahr­heit nicht Zwang antun will, ist das nicht gut möglich. Denn nachträglich haben sich noch eine ganze Reihe erbaulicher Dinge über Herrn Nasis Treiben herausgestellt: In die Unter­stützungslisten sind als unterstützte Volksschullehrer" u. a. neugeborene Säuglinge, Maurer, Weinwirte, Zwiebel­händler usw. eingetragen! Das allein dürfte genügen, Herrn Nasi den Hals zu brechen!

Frankreich.

Die Zahl der sozialistischen Stadtoberhäupter in Frank­reich ist seit gestern um zwei vermehrt worden. Der Ge­meinderat von Brest wählte einen Uhrmacher­gehilfen und die Kommunalvertretung von Dijon einen Bahnhofspackträger zum Maire.

A Die Nationalisten haben eine neue Spionage- Affäre, bei der angeblich Deutschland beteiligt sein soll. Der Pariser Matin" erzählt in seiner gestrigen Nummer in behaglicher Breite eine romantische Geschichte, die ebenso spannend wie verwickelt ist. Der Londoner Korrespondent des Blattes will vor vier Wochen den Besuch eines gewissen Pitor Fragola er­halten haben, eines Dalmatiners, der ihm erzählte, er sei früher im Kriegsministerium angestellt gewesen und wegen Spionage zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er sei dann nach London geflüchtet, wo er in großem Elend gelebt habe. Er habe u. a. zwei Männern, einem Wiener namens Golio und einem Franzosen Mesqui als Führer ge­dient. Beide hätten für Rechnung einer fremden Regierung gearbeitet und mehrmals an einen deutschen Agenten Schrift­stücke verkauft. Beide seien vor einigen Tagen nach Rom abgereist. Fragola habe deren Abwesenheit benutzt, um sich einzelner Schriftstücke zu bemächtigen, die Golio zurück­gelassen habe. Diese Schriftstücke zeigte Fragola dem Korre­spondenten Hedemann, der höchst erstaunt war, 85 auf Paus­papier angefertigte Kopien von Plänen der Befestigungswerke von Toulon vor sich zu haben. Außerdem lagen mit der Schreibmaschine hergestellte Fragebogen und Pläne der Be­festigungswerke von Brest sowie ein Brief und eine Visiten­farte bei mit dem Namen Friedrich Scholz, Hedemannstr. S, Berlin SW. Fragola überließ die Papiere auf 24 Stunden dem Korrespondenten Hedemann, der sie dem französischen Marineattachee in London vorlegte. Dieser war sehr auf­geregt und erklärte die Pläne für außerordentlich wichtig und authentisch. Wie wir nun erfahren, fennt man in dem genannten Hause in Berlin den geheimnisvollen Friedrich Scholz gar nicht....

Balkan- Staaten.

Aus bulgarischen Hoffreisen sickert neuerdings die Mitteilung durch, die Begegnung zwischen König Peter von Serbien und dem Bulgaren fürsten Ferdinand habe dem Abschluß eines serbisch- bulgarischen Schutz- und Trutzbünd­nisses gegolten. Möglich ist es schon, daß dies Gerücht den Tatsachen entspricht; Serbien fühlt sich bekanntlich durch die neuen österreichischen Rüstungen sehr unangenehm be­rührt, und so dürfte es denn den Bulgaren, mit denen es sonst in immerwährender offener und heimlicher Fehde lag, die Hand zur Verständigung geboten haben. Ein Schutz- und Truzbündnis, also eine lediglich defensive Allianz zwischen den beiden Kleinstaaten würde übrigens nirgendwo- bielleicht in Wien unliebsam empfunden werden. Dreufsifcher Landtag.

Herrenhaus.

außer

( 16. Sigung.) RK Berlin, 16. Mai. Im Sturmschritt wurde die Etatsberatung gestern im preußischen Oberhause fortgesetzt. Der Etat des Handels­ministeriums gab zu einer Aussprache über Nutzen und Schaden des Warenhaussteuergesetzes Anlaß, der Eisenbahn­etat zu der üblichen Tarifreformidebatte. Herr Budde be­kannte sich dabei als leidenschaftlicher Nichtraucher". Und dieses unerwartete Bekenntnis des einstigen Generals war so ziemlich das Interessanteste, was die lange Sitzung brachte. Haus der Abgeordneten.

( 75. Sizung.) RK Berlin, 16. Mai. Die Neben und Sekundärbahnvorlage be­herrschte heute, nachdem einige kleinere Vorlagen kurzerhand abgetan waren, die Debatte. Die Debatte über diese Vor­lage hielt sich auf ziemlich tiefem Niveau, fast alle Redner brachten lediglich lokale Wünsche und Schmerzen vor. Schließlich verlagt sich das Haus auf morgen.

Hus dem Gerichtsfaal.

Die Raubmörder vor dem Gericht.

Frankfurt a. M., 17. Mai 1904.

Die gestrige Morgensizung wurde durch das Verhör der beiden Angeflagten ausgefüllt. Stafforst, der zu­erst vernommen wurde, bekannte sich schuldig und erzählte den Hergang der Bluttat in derselben Weise, wie er das in der Boruntersuchung getan hat. Den Inhalt seiner heutigen Angaben darf man daher als bekannt vorausseßen. Er gibt heute zu, gewußt zu haben, daß auf dem, was er tue, die Todesstrafe stehe. Der Eindruck, den er macht, ist der eines zerknirschten, reumütigen Sünders. Aus anderem Holze ist Groß geschnißt. Er ist ungebrochen und verteidigt die von ihm eingenommene Position mit zäher Hartnäckigkeit. Gesicht und Kopfbildung zeigen den echten Verbrechertypus. Alles, was Stafforst erzählt, ist nicht wahr. Im Gegenteil, Stafforst war derjenige, der die Gelegenheit ausbaldowerte. Er, Groß, dachte nur an einen Diebstahl und ging über­haupt nur mit, um Stafforst vor Unbesonnenheiten zu be­wahren. Der aber schlug gleich blindlings auf Lichtenstein ein und hatte ihn schon umgebracht, ehe er, Groß zur Be­sinnung fam. Er habe Lichtenstein nicht angerührt. Es sei unmöglich, daß sich sein Fingerabdruck am Kragen Lichten steins befinde. Stafforst habe ihm später von dem geraubten Gelde 400 Mt. gegeben. Die habe er abends in den Main geworfen. Dem Stafforst sei das Hirn Lichtensteins in den Mund gesprißt. Pfui Teufel, schmeckt das Beug bitter, habe dieser gerufen. Dann habe sich Stafforst auf den Toten gefniet, ihm die Augen zugedrückt und gesagt: Anzubinden brauche ich ihn nicht. Der reißt nicht mehr aus! So phantasiert Groß in endlosem Redeschwall. Das Blut an seinen Kleidern sei sein eigenes gewesen, das er bei seiner Arbeit als Möbelträger vergossen habe. An seinen Stiefeln sei wohl Lichtensteinsches Blut gewesen, da er zufällig in die Blutlache getreten habe. Stafforst erklärte: Groß ligt, um mich zu belasten!

§ Die Bitte des Blinden. Im Verhandlungssaale des Ge­richtshofes der ungarischen Stadt Rimaßombat spielte sich eine ergreifende Szene ab. Die Bürgerfrau Georg Ambrozi hatte wahrgenommen, daß ihr Gatte ein Liebesverhältnis unterhalte. In ihrer Aufregung faßte sie den Entschluß, den Gatten zu ermorden. Im Schlafe warf sie ihm eine Schlinge um den Hals und wollte ihn erwürgen. Ambrozi erwachte jedoch und zwischen Mann und Frau entstand ein heftiges Ringen. Da zog die Frau eine bereitgehaltene große Schere aus der Tasche und stach dem Gatten beide Augen aus. Bei der Verhandlung bat der blinde Mann weinend um die Freisprechung der Gattin, da er selbst an dem Unglück schuld sei, indem er sie vernachlässigt habe und mit einer Fremden ein verbotenes Berhältnis hatte. Nun habe jetzt die Aermste für ihn und für seine sechs kleinen Kinder zu sorgen. Das Geständnis Ambrozis wurde als Milderungsgrund angenom­men und die Frau bloß zu einem Jahre Kerker verurteilt.

In der Nachmittagssigung begann die Beweisaufnahme. Zunächst wurden die Zeugen vernommen, die den toten Lichtenstein zuerst sahen. Aus ihren Aussagen sowohl wie aus denjenigen einiger Hausgenossen, die über dem Lichten­steinschen Lokale wohnen, geht hervor, daß zwischen den Mördern und ihrem Opfer ein furchtbarer Kampf stattge­funden hat. Die Mordstätte bot einen grauenhaften An­blick. Die oben wohnenden Leute hörten Schreien, Stampfen und Hilferufe, dachten aber, das komme aus dem Zimmer eines im Hause wohnenden Zahnarztes. Weitere Beugen werden zur Illustrierung des Charakters des Groß vernommen. Er wird als fleißiger Arbeiter, aber als unheimlicher Mensch geschildert. Jedermann, der mit ihm in Berührung fam, hatte das Gefühl, daß der Mensch kein reines Gewissen habe. Sowohl der Möbeltransporteur Schrimpf wie der Auslaufer Lichtensteins, Schick, hatten so­fort Verdacht auf Groß. Um 6 Uhr wurde die Verhand­lung abgebrochen.

5. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

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Protokoll Auszug.

Gießen, den 13. Mai 1904.

Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsißen­der, Kommerzienrat Heichelheim, stellvertretender Vorsitzender, Durbeck, Grünewald, Thring, Moll, Kamspeck, Rinn, Röhr, Schirmer, Schmall, Steinecke, Wallach, sowie der Syndikus Dr. Knipper.

fammer mitgeteilt, daß im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten demnächst eine Entscheidung über das Bahnprojekt Fulda- Meiningen getroffen werden solle und gleichzeitig die Unterstüßung der Kammer für dieses Projekt erbeten. Die Handelskammer hat sich schon früher für die Erbauung dieser Bahnlinie, die besonders den Durchgang von West nach Mitteldeutschland zu vermitteln bestimmt ist, ausgesprochen und beschloß, auch jetzt nochmals den Ausbau dieser Linte zu befürworten.

4. Schnellzugs- Verkehr auf der Strecke Berlin- Kassel- Gießen- Koblenz- Trier­Me B.

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Der Schnellzugsverkehr auf dieser Strecke genügt zur Zeit feineswegs den Bedürfnissen des Reiseverkehrs und steht demjenigen über Bebra- Frankfurt a. M. und Köln-- Trier bedeutend nach. Die Handelskammer zu Trier hatte daher beantragt, entweder die Schnellzugsverbindungen auf der Strecke Berlin- Kassel- Gießen- Koblenz- Mez unter möglichster Benußung vorhandener Züge erheblich zu beschleunigen, oder falls dies nicht angängig, für etwa ein­zulegende neue Schnellzüge Frankfurt a. M.- Berlin, den Weg über Gießen- Kassel zu wählen und ihnen eine solche Lage zu erteilen, daß sie gleichzeitig dem Verkehr über Gießen- Koblenz und Mez, möglichst mit Anschlüssen nach Paris über Luxemburg, dienstbar gemacht werden können. Die Kammer beschloß diese Anträge sowohl durch eine eigene Eingabe an die Eisenbahnverwaltung, als duch durch ihren Vertreter im Bezirks- Eisenbahnrat in Frankfurt a. M. zu unterstüßen.

5. Amtsbezirke der Konsuln im Deutschen Reich.

Das jährlich erscheinende amtliche Verzeichnis der Kon­suln im Deutschen Reich gibt für einen Teil der Konsuln die Amtsbezirke an, für die übrigen nicht, je nachdem die von den Konsuln vorgelegten Bestellungsurkunden enthalten. Wird für einen Konsul nur die Stadt seines Sizes ange­geben, so ist man hiernach nicht berechtigt, anzunehmen, daß sich sein Amtsbezirk über diese Stadt hinaus erstreckt, wenn auch die Beschränkung auf die Start vielleicht nicht der Ab­sicht des Staates, der den Konsul bestellt hat, entspricht. Die Handelstammer beschloß, dem deutschen Handelstage auf eine dahingehende Anfrage mitzuteilen, daß eine vollständige und genaue Uebersicht der Amtsbezirke der Konsuln zu er­streben sei.

6. In einer Prozeßsache war einem auswärtigeu Amts­gericht ein Sachverständiger über die Ursache des Trübwer­dens von Leinölfirnis zu benennen.

Fortseßung folgt.

Lokales.

17. Mai 1904.

* Der Großherzog empfing am 14. Mai u. A. den Professor Dr. Strack von Gießen und den Oberlehrer Borstel von Nidda. .Guit

P. A. Das Preisrichter- Kollegium des ,, Nationalen Gesangswettstreit zu Gießen" seßt sich aus folgenden Herren zusammen: Musiklehrer Heinrich Appun- Hanau, Komponist Friß Baselt- Frankfurt a. M., Königl. Musikdirektor Albrecht Brede Kassel, Musik­direktor und Komponist Jean Brodt- Hanau, Musikdirektor Gottfried Leber- Fulda, Königl. Musikdirektor Edmund Parlow- Frankfurt a. M., Lehrer und Komponist Jean Pauli­Fechenheim, Musidirektor Richard Senff- Darmstadt, Großh.

1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzu- Universitäts- Musikdirektor Gustav Trautmann- Gießen, Königl. teilen:

a) Die Kammer hat an den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten v. Budde anläßlich seiner Erhebung in den erblichen Adelsstand ein Glückwunschschreiben gerichtet, worauf ihr von dem Minister ein Dankschreiben zuge­gangen ist.

b) Da die Patentschriften der Klassen 2( Bäckerei) und 42( Instrumente) bei der Anslagestelle der Großh. Univer­sitäts- Bibliothek zu Gießen im Jahre 1903 in feinem Falle benutzt wurden, so hat das Patentamt die fernere Ueber­weisung dieser Klassen abgelehnt. Auf der Universitäts­Bibliothek liegen demnach zur Benutzung durch die Inter­essenten nur noch die Patentschriften folgender Klassen auf: 8( Bleicherei, Wäscherei, Färberei, Zeug- und Tapetendruck und Apretur), 12( Chemische Verfahren und Apparate), 15 ( Druckerei, Liniiermaschinen, Stempel), 21 a- g( Elektro­technit), 22( Farben, Firnisse, Lace, Anstriche, Riebemittel), 23 a, b, c, d, e( Fett- und Delindustrie mit Ausnahme von Schmiermitteln und festem Petroleum, Seifen und Kerzen), 49( Metallbearbeitung, mechanische), 51( Musifin­strument), 70( Schreib- und Zeichengeräte), und 79( Tabak, Bigarren und Zigaretten). Den Interessenten wird auch an dieser Stelle nochmals die Benuzung der Auslagestellen empfohlen.

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Seminar- und Musiklehrer Karl Walter- Montabaur, Musik­und Chordirektor Joseph Werth- Bonn, Königl. Musikdirektor Ernst Wolfram- Dillenburg. Außer 30 z. T. sehr wertvollen Preisen, Geldpreisen und Kunstgegenständen für die einzelnen Ge­sangstlassen sind folgende Ehrenpreise gestiftet: Ein Ehrenpreis Sr. Königl Hoheit des Großherzogs, ein silberner Pokal der Stadt Gießen, eine 70 cm. hohe Vase der Universität, eine Bowle von Herrn Kommerzienrat Heyligenstaedt, ein silberner Becher von Herrn Kommerzienrat Heichelheim, eine Gardine von Herrn Kommerzienrat W. Gail, ein silberner Becher vom Feſtausschuß, ein Pokal, gestiftet von den beiden Vorsitzenden des Festausschusses. Die meist künstlerisch aus­gestatteten Preise werden demnächst in einem hiesigen Ge­schäft zur Ausstellung gelangen.

K. Grünberg, 17. Mai. In der gestern Abend 8 Uhr stattgefundenen Gemeinderatssitung waren anwesend die Herren Bürgermeister Zimmer, Beigeord­neter Keil, Gemeinderäte Frank, Kaiser, Moll, Möller, Pfeffer, Sehrt und Trinkaus. Der 1. Punkt der Tages­ordnung betraf die Vergebung der zur Entwässerung der Frankfurterstraße erforderlichen Arbeiten, wobei die Pflaster-, Erd- und Maurerarbeiten Herrn Wilhelm

2. Bahnprojekte Mücke- Ulrichstein- Müller- Beltershain und die Zement- und Eisenlieferungen Rixfeld und Alsfeld- Ulrichstein- Schotten.

Der Vorstand des Vereins der Detaillisten in Gießen hatte an die Handelskammer eine Eingabe gerichtet, in der sie gebeten wurde, das Bahnprojekt Mücke- Ulrichstein­Rirfeld zu befürworten. Die Kammer erf innte die Notwen­digkeit der Erbauung einer Bahn zur besseren Erschließung des Vogelsberges an, beschloß aber angesichts der verschie denen Interessen ihres Bezirkes, die z. T. die Herstellung einer Eisenbahn von Mücke über Ulrichstein nach Rrfeld, 3. T. den Bau einer Linie von Alsfeld über Ulrichstein nach Schotten erstreben, von einer Befürwortung des einen oder anderen Projektes vorläufig abzusehen.

3. Bahnprojekt Fulda Meiningen.

Das in Fulda bestehende Komitee für den Bau einer Eisenbahn von Fulda nach Meiningen hatte der Handels­

Herrn Louis Hafner- Grünberg übertragen wurden. Als Sachverständiger bei dieser Zuschlagserteilung war Herr Straßenbaumeister Maringer zugegen. Bei Punkt 2 finden die Gesuche der Herren Wirte Duchardt, Hörter­mann und Repp dadurch ihre Erledigung, daß den­selben die Erlaubnis zur Errichtung eines Bretterbodens Sommermonaten zugesprochen wird. Eine Eingabe des vor ihren Häusern zwecks Wirtschaftsbetriebes in den Herrn Uhrmacher Hermann Pfeffer zu einem der vor­stehenden Gesuche bleibt unberücksichtigt. Das Gesuch des Laternenanzünders Hermann Schönhals um eine Remuneration wird gutgeheißen und die ihm seither gezahlte Entschädigung bewilligt.- Zur Vertilgung der Blutlaus sollen auch dieses Jahr seitens der Obstbau­fommission in Gemeinschaft mit den Feldschützen und

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