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Dof und Gefcifchaft.

Der Kaiser, in der Uniform der Leib Garde­Husaren, begab sich gestern morgen von Berlin aus im Auto­mobil nach dem Truppenübungsplatz Döberitz und stieg bort km 5% Uhr zu Pferde. Der Kaiser besichtigte zunächst das Garde- Kürassier- Regiment und ererzierte sodann die Garde­Ravallerie- Division. Die Division ritt zwei größere At­tacken; bei der ersten mattierte die Leid- Gendarmerie den Feind, bei der zweiten wurde dieser von dem Zieten- Husaren­Regiment dargestellt. An der Uebung nahmen reitende Batterien, auch diejenigen für Südwestafrika in ihrer Tro­penausrüstung, und die Maschinengewehr- Abteilung teil. Zum Schluß nahm der Kaiser einen Vorbeimarsch der be­teiligten Truppenteile ab und ritt mit dem Garde- Kürassier­Regiment nach dem Döberitzer Lager, wo um 11 Uhr ein Frühstück im Offiziertasino eingenommen wurde. Der Kaiser kehrte später mit Sonderzug nach Berlin zurück.

Die Kaiserin empfing gestern mittag eine aus 21 Damen bestehende Abordnung des Internationalen Franenbundes in einer anderthalb Stunden währenden Audienz. Sie sprach ihre Genugtuung über die erfolgreiche Tätigkeit des Bundes aus. Außerdem wohnte die Kaiserin der im Elisabethsaal des königlichen Schlosses stattfindenden 16. Jahresversammlung des weiteren Ausschusses des evan gelisch firchlichen Hilfsvereins bei. Es waren gegen 400 Damen und Herren erschienen.

Feer und flotte.

Ein neues Reglement und eine neue Schießvorschrift für die deutsche Felt artillerie werden gegenwärtig im Kriegs­ministerium ausgearbeitet. Beide werden notwendig durch bie Aenderungen im Schießverfahren und auch in dev tak­tischen Verwendung, welche das Rohrrücklaufgeschütz bedingt.

Die drei Seekadetten- und Schiffsjungen- Schulschifft haben auf ihren Sommerübungsreisen im westlichen Ostsee­gebiet jest Saßnitz erreicht; Ende der Woche werden sie wieder in Kiel eintreffen und damit die Fahrt beenden. Dann beginnen die Schiffe mit der Ausrüstung für die in der zweiten Hälfte des Juli anzutretende achtmonatige Aus­landsveise. Moltke" wird Westindien, Stein" den Nord atlantik und das westliche Mittelmeer und Stosch" das östliche Mittelmeer besuchen. Alle drei Schiffe werden, be vor sie südliche Gegenden aufsuchen, mehrere schwedische und norwegische Säfen anlaufen, u. a. Stockholm, Karls. Frona, Göteborg, Christiania und Bergen. Ein Besuch russi Her Häfen ist diesmal nicht in Aussicht genommen.

Deutfcher Reichstag.

( 97. Sigung.)

CB Berlin, 14. Juni.

In der heutigen Sitzung wurde zunächst die Niederlage der Regierung in der Talerfrage besiegelt. Auf der Tages­ordnung stand die dritte Beratung der Novelle zum Münzgefeß, um die noch mehrere Stunden gestritten wurde. Der Staatssekretär des Reichsschaamtes Freiherr von Stengel eröffnete die Diskussion mit der Wieder holung der bestimmten Erklärung, daß der Beschluß der zweiten Lesung, durch den neue Dreimarkstücke in unser Münzsystem cingeführt werden sollen, für den Bundesrat unannehmbar sei. Einen Moment schien es dann, als ob es ihm gelungen wäre eine Mehrheit für den Standpunkt der Regierung zu gewinnen. Der Abg. Blell von der frei­jinnigen Wolfspartei hatte einen Antrag gestellt, das Drei­markstück zu streichen, also die Regierungsvorlage wiederher­zustellen. Der Zentrumsabgeordnete Kirsch brachte daraus für den Fall der Annahme dieses Antrages eine Resolution ein, in der die Regierung ersucht wird, der Einführung des Dreimarkstückes näher zu treten, und der Abg. v. Strom beck befürwortete expressis verbis auch den Antrag Blell Allein er hatte nur einen fleinen Teil seiner Partei hinter sich, die Mehrzahl seiner Freunde folgte der Parole des Abg. Osel, der bei den früheren Beschlüssen beharrte. Da sich überdies die Sozialdemokraten, die sich bei der zweiten Beratung völlig teilnamlos verhalten hatten, jetzt durch der Mund des Abg. Sindermann als warme Freunde des Dreimarkstücks bekannten, blieb das Entgegenkommen derei um Strombed unwirksanı. Die Novelle wurde mit erjeb. licher Majorität in der für die Regierung unannehmbaren Fassung angenommen, und zwar in einfacher Abstimmung. Der Abg. Dr. Müller- Sagon verzichtete darauf, seine in 31veiter Lesung ausgesprochene Drohung wahr zu machen and die Auszählung des Hauses zu verlangen. Andernfalls jätte die Sitzung ein vorzeitiges Ende gefunden, denn sie Abgeordneten hatten sich wohl zahlreicher als sonst, abei leineswegs in beschlußfähiger Anzahl eingefunden. Nach Erledigung der Münznovelle trat das Haus in die zweite Beratung des Geseßentwurfs betreffs die Aufnahme einer Anleihe für Togo. Dazu ist eine sozialdemokratische Resolution eingebracht, den Reichskanzler zu ersuchen, er wolle sie Annullierung der dem Landerwerb der Togolandgese schaft ju Grunde liegenden Kaufverträge und die Zurück hrung ses Landes in den Stammesbesitz der Eingeboreuen in die Wege leiten. Hierfür trat außer den Antragstellern niemand iu, während die Sozialdemokraten in der Bekämpfung des Gefeßentwurfes die freisinnige Volkspartei auf ihrer Seite, die übrigen Parteien aber einschließlich der freisinnigen Ver­einigung gegen sich hatten. Der grundlegende§ 1 wurde schließlich in namentlicher Abstimmung angenommen.

Amerikanische Verkehrspolitik.

CB. Soeben verbreitet der Telegraph die Nachricht, daß die Kanadienpacificbahn eine zweimalige durchgehende Zug­berbindung von Montreal nach dem Stillen Ozean zum erstenmal am 13. d. Mts. durchgeführt hat. Dadurch hat der Yankee, ehe noch der Panamafanal in Angriff genom­men ist, bereits eine außerordentlich leistungsfähige Ver­bindung zwischen dem Atlantischen und dem Großen Ozean hergestellt, und die neue Welt bereitet sich also jetzt bereits darauf vor, der Umschlagsplatz für den Verkehr zwischen Europa und Afrika einerseits und Asien andererseits zu wer­den. Die beschleunigte Zugverbindung steht offenbar in innigstem Zusammenhang mit der Entwickelung der Han­delsflotte, welche die gleiche Gesellschaft im Besitze hat. Diese ist die leistungsfähigste von allen amerikanischen Ree­dereigesellschaften und weist auch die größte Zahl an Güter­transportschiffen auf. Sie unterhält hauptsächlich den Ver­fehr ziren Australien und Ostasien. Man sieht also mit unehmender Deutlichkeit, welche Rolle Amerika im Wirt­haftsleben der Gegenwart zu spielen gedenkt. Es will ie handelspolitische Zentrale der ganzen Welt werden und

1st dazu auch defähigt durch seine insulare Zage zwischen zwei großen Me resbecken. Da ihan nach allen Richtungen der Belt ein natürlid er Weg offensteht, so ist es nur logisch fenfequent, wenn der Geschäftsgeist des Yankees, mit dem de ein in der alten Welt vielfach unbekannter und teilweis: boviclloser Wagemut verbindet, nach den höchsten Zicle: [ treb:

Diese geschästspolitische Entwickelung hat indes auch 21 gewissen volltischen Wert, denn in dem Amerikaner­hand Polin- d Geschäftsinteressen vollständig das selbe. Der Amerifazer hat keine idealen Ziele und betreibt Semgemäß nur cuc) eine Politik, die sich rentiert". In dicier engen Vertretung des politischen und gesellschaftlichen Orefuloniertums und in diesem Wagemut liegt die Gefahr für den Besitzstand der alten Kulturstaaten. Amerika befin­det sich in einer strategisch durchaus gesicherten Situation, weil die Insel, von der die Hälfte als Union einheitlich orga­nisiert ist, von allen Seiten vom Wasser unspült wird und daher überhaupt nicht blockiert werden kann. Amerika kann daher, wenn die Notwendigkeit es erfordert, seine Flotte zu Operationen in die verschiedensten Teile der Welt ent­senden und auch Mißerfolge mit einem relativen Gleichmute hinnehmen. Taber das ungemein arrogante Auftreten Amerikas und seine Neigung, sich in die inneren Verhält nisse anderer Staaten einzumischen. Je mehr Amerika seine Position als Handelsemporium der ganzen Welt ausbildet. um so mehr wird auch die amerikanische Politik die Neigung zeigen, überall, wo in der Welt eine neue Entwickelung sich bollzieht, mitzusprechen. In dem Augenblick, als England sein Imperium durch Schaffung eines Zoll- und Militär­berbandes straffer organisieren wollte, setzte es sich in Austra­lien handelspolitisch fest, indem es große Geschäfte dort an­siedelte und Bahnen baute; als England und Frankreich die Nufteilung Afrikas vornahmen, erschien es mit einer Flotte im Mittelländischen Meer, und wenn der Friede in Ost­asien geschlossen wird, werden auch die amerikanischen Diplo­maten mit am grünen Tisch sitzen. Der Amerikaner plant, mie Carnegie dies einfimals aussprach, die Eroberung der Welt und sucht dies Ziel zu erreichen mit Hilfe seiner Berkehrspolitik.

Nab und Fern.

* Der älteste deutsche Soldat gestorben. Der älteste Unteroffizier des Beurlaubtenstandes, der Landwirt Becht in Delkenheim, ist im 101. Lebensjahr gestorben. Seine letzte Auszeichnung erhielt der alte Soldat durch eine herz­fiche Begrüßung seitens des Kaisers bei seinem jüngsten ufenthalt im Rheinland zur Einweihung der neuen Eisen­bahnbrücke bei Mainz.

Das Armee- Ir drennen in Hoppegarten wurde in Gegenwart des Kaiserpaares und des Kronprinzen beim schönsten Wetter gelaufen. Sieger wurde Leutnant v. Steg­mann von den 8. Dragonern auf ,, Alcibiades". Die Kaiserin liberreichte dem Sieger, sowie den beiden nächſtfolgenden Reitern eigenhändig die Ehrenpreise. Die Gabe des Kaisers bestand in einem hohen goldenen Deckelpokal.

Einen Angriff auf den Wiener Bürgermeister Lueger machte auf dem Zentralfriedhofe eine augenscheinlich geistes­franke Frau. Gelegentlich der Ueberführung der Ueberreste der Musiker Strauß Vater und Lanner in die Ehrengräber war auch Bürgermeister Lueger auf dem Zentralfriedhof ersienen. Nach Beendigung der Feier stürzte eine Kleider­mecherin namens Karoline Chlapik mit erhobenem Regen­schirm auf den Bürgermeister zu, um ihn zu attackieren, wobei sie schrie: Zwölf Jahre habe ich auf Sie gewartet, jetzt habe ich Sie endlich." Die Frau wurde festgenommen, bevor sie Lätlichkeiten verüben konnte. Es wurde festgestellt, daß die Frau, weil sie in der Zeitung oft den Namen des Bürger­neisters las, eingebildete Beziehungen zu ihm erfund.

Der mutmaßliche Mörder der t.cinen Lucie Berli is verhaftet worden. Es ist ein übelbeleumundeler Agen Otto Lenz, der mit den Eltern der Kleinen ein Vierteljahr lang im selben Hause gewohnt hat und zur kritischen Zeit dort gesehen worden ist. Lucie Berlin kannte ihn genau da er sie wiederholt in seine Wohnung mitgenommen hatte, um ihr, wie er sagte, das Tanzen beizubringen". Long wird von Mädchen, die mit ihm in Beziehungen standen, per­verser Neigungen bezichtigt. Ein mit ihm zugleich verhaf­tter Bekannter von ihm wurde wieder fretgelaffen.

In einem Wassercimer ertrunken ist der 2½jährige Sohn c'ner Frau Brüning in Hamburg. Während die Mutter: auf dem Hofplatz Wäsche aushing, spielte das Kind auf dem Hofe und stürzte dabei in einen gefüllten Wassereimer einer Nachbarsfrau. Als die Mutter den Vorfall bemerkte, war ihr Söhnchen bereits eine Leiche.

+ Zum ,, Rätsel von Konik" macht die Ostdeutsche Tages­zeitung" folgende Mitteilung, die bestätigt, daß in der Win­terschen Mordsache neue Vernehmungen stattfinden: Man sah im Wandelgange des Gerichtsgebäudes vor dem Amts­zimmer des Herrn Amtsrichters von Carlowit die bekann­ten Frauen Roß und Berg auf- und abwandern, des Auf­rufs gewärtig. Frau Roß war besonders lebhaft, sie er­klärte einem Herrn, der ihr seine Teilnahme befundete: Sier handelt sich's nur darum, daß meine Ehre wieder her­a.ellt wird!" Und dann schimpfte sie auf die bösen Zei­tungen, die ihrer Ehre zu nahe getreten seien." In ciner anderen Sache wurde Frau Roß Montag von der Siraf femer regen wissentlich falscher Anschuldigung zu sechs uten Gefängnis Leinen.

D

Ueber einen Naubmord wird aus Köln gemeldet: Ein in Liblar beschäftigter junger Mann aus Köln wurde abends auf dem Heimwege, furz vor Weilerswist, wo bekann.lich jüngst die Gastwirtswitwe Gottlob ermordet wurde, durch cinen Unbekannten aus der Waldung heraus mittels zweier Stevolverschüsse niedergestreckt. Der Raubmörder- sprang Linzu, plünderte den tötlich Verletzten vollständig aus und überließ ihn dann seinem Schicksal. Der Verlegte wide später aufgefunden und sterbend einem Kölner Krankenhaus übergeben.

Im Wahn. Airf offener Straße in Palermo scho der Gymnasialprofessor Mainone den Arzt Dr. Skarzella nieder. Der offenbar wahnsinnig Gewordene gab an, ei habe sich an dem Arzte rächen wollen, weil dieser ihm bei einer Operation Tuberkulose eingeimpft hatte.

[ Des Jockey Stern Unstern.] Einer der besten fran­zösischen Jockeys, Sieger in vielen großen Rennen, hat das Bech, jetzt als Infanterist seiner Dienstpflicht genügen zu müssen. Stern hat als einziger Sohn einer Witwe nur ein Jahr zu dienen. Er bat nun, bei der Kavallerie eintreten zu dürfen, doch wurde ihm dies Gesuch abgeschlagen, weil es nicht möglich sei, ihn in einem Jahr zu einem französischen Ravalleristen heranzubilden. Der flotte Reiter muß jetzt also traurig für 12 lange Monate zu Fuß gehen.

Lebhafte Debatte rief und Abgrenzung be Beffen Walded herb in einer voraussicht großen Hauptberfan werden. Hervorrage Feftvortrag des Her über Schnellfor

[ Schmeichelhaft.] Eine heitere Episode erlebte e österreichischer Politiker, der anläßlich der Delegationsse in Budapest weilte. An einem Tage, da ihn die ungarid Hauptstadt weder wegen der parlamentarischen Verhand gen noch gesellschaftlich fesselte, führte ihn die Wißbegi nach Debreczin, nach dem Herzen Ungarns. Da der Hoc omnibus, der ihn vor dem Bahnhofe in Debreczin aufnehne soll, ein etwas fragwürdiges Vehikel ist, erwachen in Fremden Bedenken über die Qualität des ihm empfohle Gasthofes und er fragt: Das ist doch das beste Hotelt Debreczin?"" Ja, ja," antwortete der brave ungarische scher, fahren S' nur mit, da steigen alle Schwei händler ab." Aus dem Gerichtsfaal.

wurde einem chemali Babelsbergerfchen G iB. Müller­Dom Borfigenden b Ehrenmitglieds- Diplo * Studenter gemeldet: Un dem freifen augenblicklich nun für einen mög forgen, greifen die zu und arbeiten flot Quedborn bie in der Montage

§ Eine Rabenmutter wurde vom Schöffengericht zu Berl mit 4 Monaten Gefängnis bestraft. Die Arbeiterfrau Au guste Knop hatte ihren jetzt neun Jahre alten Sohn Pa schändlich behandelt. Der Knabe soll zumeist ganz un reichende Nahrung, oft nur eine alte trockene Brot rinde, manchmal auch gar kein Frühstück erhalten haben, während seine Geschwister fast immer gut be legte Butterbrote erhielten. Er wurde von der Mutter aud mit allerlei harten Gegenständen mißhandelt, sodaß sich au seinem Körper Wunden und Beulen bildeten. Von Hunger gequält, mußte der Knabe, der bei solcher Behandlung geistig und körperlich zurückkam, wiederholt gutmütige Nachbarn um Nahrung anflehen. Am 25. Februar machte der Lehrer, als der Knabe in die Schule kam, die Entdeckung, daß er nur mit einem dünnen Anzug bekleidet und dieser auch völlig durchnäßt war. Er schickte den vor Kälte zit ternden Knaben nach Hause, damit ihm die Mutter andere Kleider anziehe. Die Angeklagte kam der Aufforderung des Lehrers aber nicht nach, sondern schickte den Knaben unter Schlägen wieder in die Schule. Nunmehr ging der Lehrer mit dem Kinde zum Arzt. Dieser ließ den Knaben entkleiden und stellte eine große Anzahl von Mißhandlungen herrührender Wunden auf dem Kopf, Rücken und Gesäß fest. Außerdem waren Hände und Füße des armen Jungen total erfroren.

§ Eine Sadistin. Seit der Affäre Dippold häufen sich die Fälle sadistischer Mißhandlungen, die vor die Gerichte kommen. In Berlin wurde jetzt eine Frau Ida Sedel ge borene Bernhard wegen ähnlicher Neigungen, die sie zur Kuppelei veranlaßten, zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte ist eine hochgebildete Frau. Sie war an einen Großkaufmann in Amerika verheiratet und hat lange Zeit in Chile gelebt. Sie ist schließlich geschieden worden, nachdem sie ihren Ehemann zwei- oder dreimal mit ihren Kindern verlassen hatte. Sie hat sich auch längere Zeit in Paris und Italien aufgehalten und auf Grund ihrer um fassenden Bildung als Vorsteherin wissenschaftlicher Biblio theken ihren Lebensunterhalt erworben. In solcher Stellung hat sie bei mehreren Aerzten und auch bei Professor Lom broso gewirkt.

Lokales.

15. Juni 1904.

betr. Unfall beim folgendes zur Rid Herrn Balser fi es war auf bis jet brochen, infolgebiff Verblenbfteinen he fanden sich auch de Röder, welche feinen Schaden erli

*** Der Großherzog hat dem Eichmeister Baumann in Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen.

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Privattelegramm. Bei der heute statt­gefundenen Ziehung der 2. Klasse der 4. Hessisch- Thüring. Staatslotterie wurden gezogen: Der Hauptgewinn von 75000 Mt. auf Nr. 30178, ein Gewinn von 10 000 Mt. auf Nr. 82 356 und ein Gewinn von 1000 Mt. auf Nr. 70 519.

[:] Die Abg. Weidner, Smalbach und Köhler haben die Regierung ersucht, die bereits vor drei Jahren zugesicherte Revision der allgemeinen Bauordnung baldigst vor den Landtag zu bringen und in der Vorlage Stadt und Land getrennt, jedes nach seinen besonderen Verhältnissen zu behandeln".

Wir sind in der Lage, so schreibt die D. 8tg.", mitteilen zu können, daß sich der Inhaber des gynäkologischen Lehrstuhls und Direktor der Frauenklinik unsrer Landesuniversität Gießen, Herr Professor Dr. Pfannenstiel, entschlossen hat, den an ihn unter glänzen­den Bedingungen ergangenen Ruf, der Nachfolger Hegars in Freiburg zu werden, abzulehnen. Die Großh Staatsregierung, unsre Landesuniversität, wie auch die sie beherbergende Stadt Gießen haben allen Grund, diesen Entschluß auf das freudigste zu begrüßen, denn der Wiggang Pfannenstiels würde für sie den Verlust eines Forschers, Lehrers und Arztes bedeutet haben, der es bereits in dem furzen Zeitraum von 22 Jahren seiner Wirksamkeit in Hessen verstanden hat, dem gynäkologischen Lehrstuhl unsrer Landesuniversität und der mit ihm verbundenen Frauenklini weit über unser engeres Vaterland hinaus zu hohem Ansehen zu verhelfen.

(:) Den Kommers des Gardevereins Gießen am legten Sonntag in Steins Garten hat neben dem Bauer'schen Gesangverein auch der Männergesangverein Gießen durch mehrere recht schön zum Vortrag gebrachte Lieder ge sanglich ausgeschmückt, was hiermit nachträglich noch besonders hervorgehoben sei.

** Die neue Fahne des Gardeverein Gießen, geliefert von der Thüringer Fahnenfabrik zu Koburg, ift einige Tage im Holterhoff'schen Geschäft ausgestellt.

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Im Cirkus Wallenda, welcher seit einigen Tagen auf Oswaldsgarten Vorstellungen gibt, die des Besuches wert sind, wird heute Mittwoch Abend der Berufsathlet August Schneider von Gießen mit dem zum Cirfuepersonal gehörenden Driginal Südafri­faner Janson einen Ringkampf vorführen. Unsere Leser fönnen das Nähere darüber aus dem Inserat in heutiger Nummer ersehen und sollte, wer Interesse für solche Vor­führungen hat, nicht versäumen, dem Cirkus Wallenda einen Besuch abstatten.

Die IX. Hauptversammlung des Verbandes Gabelsbergerscher Stenographen in Hessen und Waldeck fand am letzten Sonntag in Alsfeld statt. Der Verlauf war ein überaus anregender und befriedigender.

+ Storndor Jahre alte Weber

Erhängen ein Ende zur Tat sein. Wettfaafe ftattgehabten Bürgermeifter La blar. ift folgende Blar Million veransch werden sollen: Lotterie Beifteuer der Beifteuer des Dombauverei Stadt Begle Evangelische Kreis Weblo Katholische

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