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lebhafte Debatte rief die Frage einer praktischeren Gliederung und Abgrenzung der 2 Verbände Rhein- Main- Gau und jessen- Waldeck hervor. Definitiver Beschluß hierüber wird in einer voraussichtlich in Marburg zustandekommenden großen Hauptversammlung beider Verbände herbeigeführt verden. Hervorragendes Interesse beanspruchte ferner der Festvortrag des Herrn Dr. phil. Gantter- Frankfurt a. M. iber Schnellschriftund Kurzschrift. Zum Schluß wurde einem chemaligen eifrigen Anhänger und Förderer der Babelsbergerschen Stenographie, Herrn Kreisschulinspektor P. Müller- Alsfeld, in Würdigung seiner Verdienste vom Vorsißenden des Alsfelder Stenographenvereins, das Ehrenmitglieds- Diplon überreicht.

* Studenten als Maurec. Aus Bonn wird gemeldet: An dem Neubau der Burschenschaft Alemannia freiten augenblicklich die Maurer und die Handlanger. Um nun für einen möglichst raschen Fortgang der Arbeiten zu forgen, greifen die Mitglieder der Burschenschaft selbst zu und arbeiten flott mit.

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Quedborn, 15. Juni.( Berichtigung.) Auf die in der Montagsnummer unserer Zeitung gebrachte Notiz betr. Unfall beim Neubau des Herrn Balser wird uns follgendes zur Richtigstellung geschrieben: Am Neubau des Herrn Balser stürzte nicht das Gerüst zusammen, sondern es war auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise ein Hebel ge­brochen, infolgedessen drei Gerüstbretter mit ungefähr 10-15 Verblendsteinen herabstürzten. Auf den Gerüstbrettern be­fanden sich auch der Maurermeister Jäger und der Arbeiter Röder, welche ebenfalls zu Falle tamen, jedoch weiter feinen Schaden erlitten.

+ Storndorf, 11. Juni. Gestern machte der 62 Jahre alte Weber Karl Linn dahier seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Nahrungssorgen sollen der Beweggrund

zur Tat sein.

Wettsaasen, 12. Juni. Bei der in voriger Woche flattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Langohr einstimmig wiedergewählt.

Wetzlar. Für die Restaurierung unseres Domes ift folgender Plan zugrunde gelegt. Die Kosten sind auf 1 Million veranschlagt, welche wie nachstehend aufgebracht

werden sollen:

Lotterie

Beisteuer der Provinz Beisteuer des Fistus

Dombauverein

Stadt Wezlar

Evangelische Gemeinde

Kreis Wezlar Katholische Gemeinde

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650 000 Mt. 170 000 82 800 44.700

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20 000

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16 000 12500 4.000 H

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Summa 1 000 000 Mt.

Die Aufbringung dieser Summe soll, dem W. Bl. Anz.' mach, auf einen Zeitraum von 5 Jahren verteilt werden.

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Verdingung.

Die zur Herstellung eines Fußsteigs im Weglarer­avea, zwischen Klinikstraße und Mittelweg, erforderlichen Pflasterarbeiten sollen

-1 Lollar, 12. Juni. Der Eisenbahneinschnitt an der Main- Weser- Bahn bei der Badenburg wird gegen­wärtig erweitert, um Dammrutschungen fernerhin unmöglich zu machen.

+ Burg Gemünden. Nachträglich sei gern richtig gestellt, daß der in Nummer 133 d. Bl. an erster Stelle genannte Finanzaspirant nicht Brinkmann sondern Heinrich Brück­mann heißt und der Sohn des Verstorbenen Müllers Karl Brückmann zu Oberndorf ist.

> Worms, 14. Juni. Der Barbier Klaus, der in der 8igeunerschlacht bei Köngernheim schwer verwundet wurde, ist heute früh gestorben. Von den Haupttätern hat hat man noch feine Spur. Der am Sonntag festgenommene junge 3 geuner wurde wieder entlassen. Dagegen wurden vier Zigeunerinen als der Beihilfe verdächtig in Haft genommen.

-

Aus dem Gerichts[ aal.

Straffammer.

Gießen, den 14. Juni 1904. Eines Sonntags Abends wurde der Kaufmannslehrling Theodor Schulze aus Gießen von dem 18 jährigen Metzger Ludwig Steinmüller von Heuchelheim in der Nähe des Windhofs nach einem Steinbruch gezerrt und dortselbst mit Ermorden bedroht. Als Leute auf Hilferufe herbeieilten, ergriff Steinmüller die Flucht. Wegen Nötigung unter An­flage gestellt, wurde der Angeklagte zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Taglöhner Teophil Jaworsky von Spranden hat im verflossenen Winter in Gemeinschaft mit dem bereits bestraften Knecht Felix Kreß von Chemnitz in der Nähe von Groß- Felda einen Wegweiser umgerissen und eine Anzahl an der Straße stehender Bäumchen beschädigt, wofür er 7 Monate Gefängnis erhielt. Der Bäckergeselle Heinrich von der Lehr aus Stammheim erbrach einen dem Schmiede­gesellen Albert Schapell zu Bad Nauheim gehörigen Schließkorb und entwendete daraus 65 Mt. bares Geld. Die seitherige Unbestraftheit strafmildernd in Berücksichtigung ziehend, erkannte das Gericht auf 6 Monate Gefängnis.

-

Der Dienstknecht Gerhard Goldmann aus Reichelsheim be­schwindelte während seiner Tätigkeit auf dem Hof Dauern heim eine Anzahl Kaufleute und Wirte um Waren, Getränke und kleinere Geldbeträge, wofür ihn die Kammer mit einer Gefängnisstrafe von 6 Monate belegte, worauf 3 Wochen Untersuchungshaft aufzurechnen sind. Wegen ähn­licher Vergehen, derübt zu Friedberg, erhielt der zu Kizingen geborene Maler Kaspar Kohl 1 Jahr Gefängnis. Bum Schlusse hatte sich die 14 jährige Justine Winkler von Ober- Eschbach wegen Blutschande zu verantworten. Die bei verschlossenen Türen stattgehabte Verhandlung führte zur Freisprechung der Angeklagten.

Vergebung von Bauarbeiten.

Die für den Nenbau eines neuen Pfarrhauses in Heuchelheim erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis

Mittwoch, den 22. d. Mts., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Be­Freitag, den 24. Juni 1. Js., nachm. 4 Uhr dingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Amtszimmer zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, bei Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim, woselbst welcher bei uns erhältlich, sind verschlossen und mit ent- Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen sprechender Aufschrift versehen, spätestens bis zum oben- liegen, verschlossen und portofrei einzureichen. genannten Termine bei uns einzureichen. Zuschlags- Die Arbeiten und Lieferungen find wie folgt ber­frist 14 Tage. anschlagt:

Gießen, den 13. Juni 1904.

Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

Verdingung.

-

Die zur Herstellung eines Bürgersteigs im Wetzlarer­weg, zwischen Hofmann- und Klinikstraße, erforderlichen Maurer- und Pflasterarbeiten sollen

Mittwoch, den 22. Juni d. J. vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Be­dingungen liegen auf unserem Amtszimmer während der Dienstſtunden zur Einsicht offen.

Angebote auf Vordruck, welcher bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bersehen, einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 11. Juni 1904. Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

Verdingung

Die zur Herstellung eines Fußsteigs im Mittelweg, zwischen der Crednerstraße und dem Weglarerweg, er­forderlichen Pflasterarbeiten sollen

Mittwoch, den 22. d. Mis., vorm. 11½ Uhr öffentlich vergeben werden.

Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Amtszimmer zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, welcher bei uns erhältlich, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift ver­sehen, spätestens bis zum obengenannten Termine bei uns einzureichen. Buschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 11. Juni 1904.

für

-

Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

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Gießen, den 11. Juni 1904.

Der Großh. Kreisbaninspektor des Kreises Gießen. Diehm, Großh. Baurat.

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Heugrasversteigerungen.

Nächsten Freitag, den 17. Juni, soll das Heugras von den Wiesen der Gemeinde Utphe, an Ort und Stelle ver­steigert werden.

Nächsten Samstag, den 18. d. M., vormittags 10 Uhr anfangend, soll das Heugras von den Wiesen der Gemeinde Inheiden, an Ort und Stelle versteigert werden.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterstenst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 16. Juni. Meist trüb, etwas fühler, Regen besonders im Norden.

Näheres durch die Gießener Wetterfarte.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden:

1 Gartenarbeiter, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 jüngerer Schmied, 1 Installateur, 1 Wagner, 1 Sattler und Tapezier, 5 Bau- und Möbelschreiner, 1 Friseur, 5 Schneider, 1 Flickerin, 1 Fuhrknecht, 1 jüngerer Haus­bursche, mehrere Arbeiter, 10 Dienstmädchen.

Es suchen Arbett:

1 Schlosser, 1 Heizer oder Maschinenschlosser, 1 Schneider, 1 Wasch oder Putzfrau, 1 Schreibgehilfe.

Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unter­haltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Tell Karl Klofe, Grünberg.

Die Adjaren

unser neuer Roman, der in der heutigen Nummer unsrer täglichen Unterhaltungs- Beilage beginnt, ist eins der Meisterwerke, die Arthur Gundaccar v. Suttner, der berühmte Gemahl der Friedensprophetin Bertha v. Suttner, aus seinem langjährigen lufenthalt am Kautasus geschöpft hat. Er führt uns in das Herz des kleinen Kaukasus, in das uralte Kulturland von Georgien, dessen mannhafte, fernige Bevölkerung nur murrend das in jahr­hundertlangen Kämpfen ausgezwungene Joch der Türken trägt. Er schildert in bunten, bald lieblichen, bald düstern Farben als ein feiner Kenner und Beobachter, Land und Leute. Er zeigt uns in bald heiterkomischen, bald abschrecken­den Bildern die türkische Mißwirtschaft, die törichten Sinne, ein indisches Paradies, in eine Hölle verwandelt, die Handel und Wandel im ganzen Gebiet untergräbt und die Bevölkerung von vordringenden Russen in die Arme treibt. Rußland, unser Befreier", so jauchzten die Unterdrückten, und beugen das Haupt willig unter das neue Joch, welches ihnen im Vergleich zu der, was sie unter der türkischen Willfürherr­schaft haben leiden müssen, sanft und linde dünkt. Der Autor löst in fesselnder Erzählung das oft angeftaunte Problem der leichten fast spielenden russischen Erfolge in jenen Gegenden.

Bekanntmachung.

Der Fluchtlinien plan für die Neuen Bäne ist nach erfolgter Genehmigung des Groß. Ministeriums des Innern festgesetzt worden.

Derselbe fann auf unserem Tiefbauamte, Garten­straße 2, eingesehen werden.

Gießen, den 14. Juni 1904.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

Bekanntmachung.

Die am 3. Mai 1. Js. angeordnete Sperre der Krofdorferstraße bis zum Gleibergerweg wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 13. Junt 1904.

Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg.

Bekanntmachung.

Es wird zur Kenntnis der Wiesenbefizer gebracht, daß auf Beschluß des Wiesenvorstandes der Beginn der allgemeinen Heuernte für dieses Jahr auf den 20. Juni festgesetzt worden ist.

Grünberg, am 15. Juni 1904.

Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer.

Verdingung.

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Samstag, den 18. d. Mts., vorm. 11½ Uhr, der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbſt deren Eröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart erschienenen Bieter stattfindet.

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Gießen, den 13. Juni 1904.

Großherzogliche Kulturinspektion.

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