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Tage und auf offener Straße wurde dieser Tage in Sofia auf den früheren mazedonischen Bandenführer Hauptmann Stojanom auf Grund eines Todesurteils" der soge­nannten mazedonischen Feme" ein Mordansch I ag ver­übt. Stojanom, der Mitglied des mazedonischen Komitees war, wurde durch Gewehrsal ven an vier Stellen ver­wundet. Auch sein Reisegenosse, der Friedensrichter Se­merdschiew, wurde verletzt. Wie es heißt, ist dieser Mord­anschlag nur der erste in einer Reihe weiterer Attentate, die sich gegen eine Anzahl früherer mazedonischer Bandenchefs richten sollen. Eine nette Sippschaft, diese Mazedonier! Aber wie kann man sich über diese Streiche der kleinen Größen der mazedonischen Bewegung groß wundern, wenn man sieht, wie gewissenlos ihr Hauptchef, der brave Sarafow, das Ausland anlügt und für seine Zwecke zu brandschatzen sucht. In Italien, wo er gegenwärtig herumreist, warf er mit dreisten Lügen nur so um sich. So versicherte er, daß im Frühling Serbien und Bulgarien gegen die Türkei losschlagen würden. Die beiden Staaten würden binnen dreier Wochen mit siebenhunderttausend Mann in die Türkei einrücken, während diese, um dreihunderttau­send Mann zu mobilisieren, drei Monate brauchen werde. Die italienische Regierung täte gut, diesem politischen Hochstapler das Handwerk zu legen.

Amerika.

Die Schiedsgerichtsidee macht nun auch bei den sonst ziemlich rauflustigen Yankees Fortschritte. Aus Washington wird gemeldet: Von Vertretern aller Par­teien des Landes wurde hier eine Versammlung abgehalten zugunsten eines Schiedsgerichtsvertrages mit England und der Förderung des Schiedsgerichtsgedankens in der ganzen Welt. Die Yankees würden den Weltfrieden viel besser sichern, wenn sie weniger großspurig und anmaßlich in der Welt aufträten.

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Hof und Gesellschaft.

Der Großherzog und die Großherzogin on Baden haben sich zur Feier des Geburtstages de Raisers am kaiserlichen Hofe angesagt. Sie werden am 25. d. M. nach Berlin abreiser. Der Kaiser hat das Grez­herzogsycar in einem gerzlichen Elegramm eingeladen. Tu­mit werden alle Gerichte über angebliche Verstimmungen zwischen Berlin und Karlsruhe wohl am besten widerlegt.

reits eingangs angedeutet, eine Verbreitung im Heere mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen. Die sogenannte Be­rieselung" des staubigen Bodens unter Tage vergrößert die Ansteckungsgefahr bedeutend. Durch sie werden die Gier mehr verbreitet und sie entwickeln sich besser. Von je 1000 Bergarbeitern der infizierten Schachtanlagen erkrankten nach der Statistik 14,1 auf berieselten Gruben, dagegen nur 1,2 auf nicht berieselten Gruben. Von besonderer Bedeutung hält der Bericht die Ablagerung der Fäkalien in den Gru­ben. Von der Zeit an, wo jeder Bergmann aufhört, seine Erfremente auf freien Gebieten in der Grube abzulagern, muß die Krankheit allmählich eingehen.

waren sämtliche Wertsachen und Bargeld geraubt. Man hal es also offenbar mit einem Raubmord zu tun, zu dessen Be­mäntelung die Brandkatastrophe in Szene gesetzt wurde.

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Bunte Chronik. Unter dem Verdachte, den bei Beckum bei Hamm vor einiger Zeit tot aufgefundenen Gendarm Batschi ermordet zu haben, wurden in Kamen bei Dortmund drei Bergleute verhaftet.

Man hat schon allerlei Versuche gemacht, die Berieselung mit Wasser durch andere desinfizierende Chemikalien zu er­setzen, u. a. durch Kresol; dieses eignete sich jedoch nicht auf die Dauer wegen des starken Geruches. Versuche mit Am­moniakwasser und Kochsalzlösung eigneten sich ebenfalls nicht. Dr. Teuholt hält am meisten von der Kalkmilch, die Versuche hiermit waren zufriedenstellend; nur die Verbrei­tungsweise der Kalkmilch stößt auf Schwierigkeiten, denn durch die Berieſelungsvorrichtung läßt sie sich nicht verbrei­ten, da sie bald die Röhren verstopft. Man hat bisher mit Kleinen Sprizwagen die Kalkmilch verbreitet. Das sicherste Mittel ist ohne Zweifel: die Wurmkranken einer Abtrei­bungsfur unterziehen zu lassen, aber dagegen sträuben sich die Bergleute, zumal sie dabei mehrere Tage im Lazarett liegen müssen. Uebrigens gibt es auch hierzu noch kein ganz einwandfreies und zuverlässiges Mittel, dieses muß erst noch entdeckt werden. In der letzten Zeit hat aber durch die energischen Gegenmaßregeln die Seuche stark abgenommen, so daß wohl Aussicht vorhanden ist, daß sie niemals mehr eine so starke Verbreitung wie jüngst finden wird. Nach­dem jetzt der Frost die Verbreitung der Wurmkrankheit ver­hindert hat, werden von den Bergbehörden alle Maßregeln getroffen, um die noch in den Gruben befindlichen Keime und Larven zu beseitigen. Im gesamten Ruhrkohlengebiet sind nur noch einige wenige wurmfranke Bergleute vorhanden, die sich zum größten Teile einer Abtreibungskur unter­ziehen und nicht eher entlassen werden, als bis sie völlig von den gefährlichen Parasiten befreit sind und somit eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie, namentlich im Frühjahr bei wärmerem Wetter, nicht mehr in Frage kom­men fann.

** General 3. D. Vogel von Faldenstein wurde, nie nachträglich bekannt wird, vom Kaiser gelegentlich dessen Durchreise von Berlin nach Landeshut auf dem Staatsbahn­hofe in Sommerfeld im Hofzuge empfangen. Während des durch den Maschinenwechsel bedingten kurzen Aufenthaltes auf dieser Station verließ der Monarch seinen Salonwagen und ging dem greisen General, der in voller Uniform er­schienen war, an der Tür des vorlegten Wagens entgegen und gab ihm nach erfolgter herzlicher Begrüßung beim Ab­schiede auch wieder das Geleit bis zum Wagen. General Vogel von Falckenstein ist bekanntlich der Besitzer des Som­merfeld benachbarten Schlosses Dolzig, der einstigen Ge­burtsstätte der Kaiserin.

Die Wurmkrankheit

und ihre Bekämpfung.

Die Reichsregierung ist seitens der ſozialdemokratischen Partei in einer Interpellation aufgefordert worden, eiligst umfassende Maßregeln zu treffen gegen die gefährliche Wurmfrankheit, die sich aus den Bergwerksdistrikten, ihrem bisherigen Hauptherde, verde bendrohend bereits in die Kasernen verpflanze. Die lettere Befürchtung ist wohl libertrieben, wie sich aus dem Nachstehenden ergibt. Von den Einzelstaaten waren über diese Seuche bereits seit längerem umfangreiche Erhebungen angestellt worden. Besonders lehrreich ist der Bericht, den der auf dem Gebiet der Wurm­Frankheit als Autorität bekannte Medizinalrat Dr. Teuholt in Bochum auf Veranlassung des preußischen Kultusministers ausgearbeitet und einer Konse enz der Knappschaftsärzte, die im Dezember in Berlin tagte, vorgelegt hat.

Aus dem Gerichtsfaal.

--In Kleinlanden bei Strehlen verbrannten drei Kinder des Dominialschaffners Schaffranek, die von ihren Eltern im Zimmer eingeschlossen worden waren und mit aus dem Ofen entnommenen Feuer spielten.

§ Gatte mord. In Schweidnitz wurde der Gattenmörde Ohnesorge vom Schwurgericht zu 12 Jahren Zuchthaus ver urteilt. Ohnesorge hatte seine Frau in der Nacht überfallen und sie mit dem Messer förmlich abgeschlachtet. Sich selbst versuchte er mit demselben Mordinstrument ebenfalls zu töten. Er verletzte sich sehr schwer, genas aber später.

§ Oberlehrer Deditins freigesprochen. Der Oberlehrei Deditius von der Realschule in Barmen, der, wie berichtet, sich wegen tödlicher Mißhandlung des Quintaners Walter Busche vor den Geschworenen des Landgerichts Elberfeld zu verantworten hatte, ist freigesprochen worden. Die Beweis aufnahme fiel für den Angeklagten durchaus günſtig aus.

Nach Teuholt ist die Wunkrankheit, so genannt nach ihrem Erreger, einem Ginger deparasiten, aus Egypten in Mittel- und Oberitalien eingeschleppt worden. 1838 zu­erst konstatierte Dubini in Mailand den Parasiten bei von ihm behandelten Kranken. Während des Baues des Gott hardstunnels, also um das Jahr 1880 herum- so wird angenommen wurde dann die Krankheit nach Norden ver breitet. Das rheinisch- westfälische Kohleлverier, in dem ver gangenen Sommer rund 50 000 Bergleute erkrankt waren, ist wahrscheinlich von ungarischen Arbeitern verseucht worden. In den Jahren 1885-1889 wurden nämlich infolge Arbeiter mangels viele ungarische Bergarbeiter beschäftigt, und zwar auf Graf Schwerin"," Viktor"," Erin", Westhausen", Lothringen"," Shamrock", und diese Zechen waren die Herde der Wurmfrankheit, die im Laufe der Jahre das ganze Kohlenrevier verseuchte! Das Gebiet von Zeche Westhausen". bis Zeche Shamrock", die Gegend von Castrop bis Herne, hatten die größte Zahl von Wurmkranken aufzuweisen. Durch den lebhaften Belegschaftswechsel der lezten Jahre wurde bon hier aus die Wurmkrankheit nach allen Gegenden ver­breitet.

Vermilchres.

[ Die Stammburg der Hohenzollern] beschäftigte oen Ausschuß der Kammer der bayerischen Reichsräte. Freiherr v. Soden stellte die Anfrage, wie das Rechtsverhältnis der Burg in Nürnberg, die bekanntlich die Stammburg der Hohenzollern ist, liege. Nach seiner Auffassung sei die Burg Eigentum des Staates, welcher auch die Baulast zu tragen hat. Im Jahre 1866 habe Ludwig II. dem Könige von Preußen das Mitbenußungsrecht eingeräumt, es frage sich nur noch, ob hierüber ein gesetzlicher Aft vorliege. Finanz­minister Freiherr v. Riedel gab zur Antwort, daß die An­sicht des Freiherrn v. Soden richtig sei. Der bayerische Staat sei auch heute noch Eigentümer der Burg, unbeschadet des dem König von Preußen eingeräumten Mitbenutzungsrechtes.

§ Ungehorsam gegen einen Dienstbefeht. Das Kriegs gericht der 3. bayerischen Division verurteilte den Haupt mann und Kompagniechef Anton Ehrhard des 2. bayerischer Jägerbataillons in Aschaffenburg wegen falscher Rapport erstattung, sowie wegen Ungehorsams zu vier Monaten zwei Tagen Festungshaft. Der Ungehorsam, den Hauptmann Ehrhard beging, soll darin bestanden haben, daß er gelegent lich eines Schießens an die Mannschaften mehr als die vor geschriebene Zahl Patronen verabreichen ließ. Der Feld. webel Gustav Kapperer der 3. Kompagnie des 2. Jäger: bataillons, der die falsche Eintragung ins Rapportbuck machte, erhielt einen Tag gelinden Arrest. Bei der Ver handlung war die Deffentlichkeit ausgeschlossen.

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[ Mit einem Walfisch zusammengestoßen] ist vor einigen Tagen auf hoher See der Geestemünder Fischdampfer Württemberg". Als sich das Schiff 61 Grad nördlicher Breite und 16 Grad 45 Minuten westlicher Länge befand, stieß nach Angabe des ersten Steuermanns der Vordersteven derart auf einen, wie angenommen wird, schlafenden Wal auf, daß das Schiff sofort leck sprang. Nach der Kollision färbte sich die See um das Schiff herum ganz blutrot, das erwachte Tier arbeitete furchtbar und warf immense Wasser­massen an Deck, wurde aber alsdann nicht mehr gesehen. Der erwähnte Dampfer liegt zur Zeit in Geestemünde im Dock behufs gründlicher Reparatur.

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[ Der Better von Schwaigern.] Der in Schwaigern ( Württembergischer Neckarkreis) erscheinende Leintal- Bote enthält einen Artikel, mit dem sich der Gerichtsvollzieher von Schwaigern, der unter dem Spißnamen Der Better von Schwaigern" in der Gegend bekannt war, von: Publikum berabschiedet: Des scheidenden Gerichtsvollziehers Abschied. Motto: Gefährlich ist es, Haß zu wecken. Vergänglich ist der Leute Gunst, Und Jedermann es recht zu machen, Ist eine nie erlernte Kunst. Der Vetter von Schwaigern kommt nicht mehr," so hört man allerorts die Leute sprechen. Ja, dem ist so. Erlaube mir einige heitere Episoden aus meinem Tagebuch zum besten zu geben. Ein Knabe, welcher seinen Vater holte, sagte mit lauter Stimme auf öffentlicher Straße zu ihm: Vater, geh sogleich heim, der Vetter von Schwaigern ist gekommen." Als er kam, siehe da, der Gerichtsvollzieher stand in der Stube, welchen er mit verdußtem Gesichte ansah. Eines schönen Tages mußte ich einen Besuch in einem Hause machen; dabei angekommen, fragte mich die allein an­wesende Ehefrau, was ich wolle und was ich sei, worauf ich derselben entgegnete, daß ich der Hausleerer" sei. Hierauf gab sie mir zur Antwort: Mann, da ist er in's letz Haus gekommen, er muß ins Schul- oder Pfarrhaus gehen." Lachend darüber setzte ich dieser Frau auseinander, daß ich der Gerichtsvollzieher sei, worauf sie sich mich mit großen Augen firierte. Nachdem ich 24 Jahre das schwierige Ami eines Gerichtsvollziehers im Bezirk Brackenheim mit mancher Todesgefahr bekleidete und altershalber zurückgetreten bin, im Bezirk Heilbronn aber immer noch als Gerichtsvollzieher in Tätigkeit sein muß, nehme ich Anlaß, nach so langer Zeit mit mit dem Bemerken zu verabschieden, daß ich ein ehr­licher Makler jederzeit war und mit dem Bewußtsein scheide: Ein ruhiges Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen." Sage daher Freunden und Bekannten auf diesem Wege ein herz­liches Lebewohl!

Zum Crimmitschauer Streik. Angesichts des Crimmit­schauer Ausstandes beschloß der Gesamtvorstand des Ver­bandes sächsischer Industrieller, der in Dresden zusammen­trat, einen Ausbau seiner Organisation, dergestalt, daß neben der Zentralleitung des Verbandes in Dresden in allen grö­Beren Orten des Königreichs Sachsen die Mitglieder sich zu Ortsgruppen zusammenschließen sollen, welche neben der Vertretung der industriellen Interessen in Gemeindeangele­genheiten gleichzeitig den Charakter von Arbeitgeber­verbänden für die betreffenden Orte tragen und bei unbe­rechtigter Arbeitseinstellung einen sofortigen Zusammenschluß der Fabrikanten bewirken sollen. In kleineren Orten, wo die Voraussetzungen für die Bildung einer Ortsgruppe nicht gegeben sind, sollen aus der Mitte der Verbandsmitglieder Vertrauensmänner gewählt werden, welche mit den benach­barten Ortsgruppen und untereinander in Fühlung bleiben und so ebenfalls in dem obenerwähnten Falle eine Verständi­gung und ein Zusammengehen der Fabrikanten veranlassen sollen. Aus Crimmitschau selbst wird gemeldet, daß die Zahl der Arbeitswilligen auf 2330 gestiegen ist und ständig durch Zuzug fremder Arbeitskräfte wächst.

Hierbei muß man unterscheiden zwischen Uebertragung der Krankheit von einer Belegschaft zur anderen und An­steckung einer Zeche: Uebertragung ist erforderlich für die Ansteckung, aber nicht jede Uebertragung verursacht eine Ansteckung. Die Ansteckung von Person zu Person ist aus­geschlossen, sie erfolgt nur in der Grube und durch die Grube. Hat eine Grube nicht die erforderlichen Bedingungen zur Entwickelung der Larven des Wurmes, so bleibt es bei den eingeschleppten Fällen; anderenfalls aber kann ein einzelner Kranker, wenn die Verbreitungsbedingungen günstig sind, innerhalb furzer Zeit die ganze Belegschaft verseuchen. Aus den Stuhlgängen entwickeln sich in wenigen Tagen viele Millionen lebensträftiger Larven. Naht sich nun ein Berg­mann der infizierten Stelle mit der Hand, so wird er beim Frühstücken unzählige Larven seinem Innern einverleiben; jeder auf die Weise Angesteckte verursacht durch seine Er­fremente eine weitere Verbreitung des gefährlichen Para­fiten. Das heißt: nur unter den der Verbreitung günstigen Verhältnissen. Ist die Temperatur unter+22 Grad C. und fehlt es an der nötigen Feuchtigkeit, so kann sich die Krankheit nicht fortpflanzen. In dieser günstigen Lage befinden sich aber nur wenige Werke.

Die Wurmfrankheit ist keine Volkskrankheit, sondern eine Berufskrankheit der unter Tage" arbeitenden Bergleute. So hat die Krankheit bei den Kindern und Frauen der In­fizierten keine Verbreituna gefunden. Deshalh ist, wie be­

Die Verhaftung des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Scyboth erfolgte, wie nachträglich gemeldet wird, gelegent­lich einer Vorladung vor die Behörde, nachdem die von seinem Bruder für ihn hinterlegte Kaution von 20 000 Mark von diesem wieder zurückgezogen worden war. Die Gesundheit Seyboths ist, wie durch eine gerichtsärztliche Untersuchung festgestellt wurde, zur Zeit stark erschüttert. Gegenwärtig befindet er sich noch im Münchener Landgerichtsgefängnis in Haft, er dürfte jedoch schon in der nächsten Zeit zur Ver­büßung der ihm wegen Wechselfälschung auferlegten Ge­fängnisstrafe von Jahren der Strafanstalt zugeführt werden.

an.

IKönigin Dragas Jacht.] Die Jacht der ermordeten Königin Draga ſtand zum öffentlichen Verkauf in Belgrad Doch wurde der Termin abgebrochen und die Ver­steigerung verschoben, bis sich mehr Bewerber eingefunden hätten. Bisher war nur ein türkischer Hauptmann er­schienen, der 60 000 Franks bot. Man glaubt, daß er die Jacht für den Sultan kaufen wolle.

Die Petroleuse. Im Dorfe Hecklingen bei Staßfurt war zwischen zwei Frauen ein Streit entstanden, in dessen Verlaufe die eine von der andern einen Schlag mit einer gefüllten Betroleumflasche über den Kopf erhielt, so daß sich das Petroleum über die Kleider der Geschlagenen ergoß. Nicht genug hiermit, versuchte die Wütende noch, ihre Geg­nerin in Brand zu stecken. Zum Glück wurde sie von hin­zukommenden Personen daran verhindert. Auch die Polizei erschien bald und machte der häßlichen Szene durch gewalt­same Abführung der Petroleuse" ein Ende.

Als ein raffiniert angelegtes Verbrechen hat sich die Petroleumexplosion entpuppt, der in Oldenburg die Witwe Meller und ihre 19jährige Tochter anscheinend zum Opfer gefallen waren. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß Mut­ter und Tochter die Sirnichale einaeſchlaaen war. Auch

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A Amerikanische Bonapartes.] Durch den Tod der Prinzessin Mathilde Bonaparte veranlaßt, bringt ein New Yorker Blatt in Erinnerung, daß es auch in Amerika Nach­kommen der Familie Bonaparte gibt. Als Jerome, der spätere König von Westfalen, noch Marineleutnant war, heiratete er Elizabeth Patterson, die Tochter eines Kauf mannes aus Baltimore, die ihm einen Sohn, Jerome Bona parte, schenkte. Als Napoleon ihn aber zum König machte, beſtand er darauf, daß Jeromes Ehe für ungültig erkläri wurde, damit dieser die Prinzessin Katharina von Württem berg heiraten konnte. Der Sohn aus der amerikanischen Ehe heiratete eine reiche Frau; Napoleon III. bot dessen beiden Söhnen Titel und Reichtum an, wenn sie Franzosen verden wollten und die Ehe ihrer Großmutter als illegitim anerkennen würden. Zu ihrer Ehre sei es aber gesagt, daß beide die gestellten Bedingungen ablehnten. Der eine von ihnen, Charles Josef Bonaparte, ist ein tüchtiger Rechtsan­walt in Baltimore. Sein Vater und Napoleon III. waren Vettern, die jetzt verstorbene Prinzessin Mathilde war seine Stiefschwester.

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** Wie sollen unsere Kleinsten schlafen? Die Wiege, dies altehrwürdige Stück deutschen Hausrats, ist jetzt so gut wie verschwunden. In Bauernhäusern ist sie noch hier und da zu finden, aber es wird viele Leute in recht erwachsenem Alter geben, die ein solches Ding überhaupt nicht mehr ge­sehen haben. Namentlich in den Städten ist sie ganz aus­gerottet und in der Regel verdrängt durch den Kinder­wagen. Mit dem Verschwinden der Wiege ist die Hygiene ganz einverstanden, aber von ihrem Ersatzstück auch nicht sonderlich entzückt. Das Gedächtnis an die allerersten Kinderjahre ist im Menschen schlecht entwickelt, und wir kön­nen unseren Kleinsten ihr Behagen schließlich nur nach ähnlichen Gesichtspunkten zu schaffen suchen, wie sie sich für uns als zuträglich erwiesen haben. Sich in den Schlaf wiegen lassen, hat zwar im dichterischen Gebrauch eine sehr schöne Bedeutung, würde im buchstäblichen Sinne wohl aber fast niemand recht angenehm sein. Die seitlich schaukelnde Bewegung der Wiege ist nun freilich beim Kinderwagen ausgeschlossen, an ihre Stelle aber tritt das Hin- und Her: fahren oder das Auf- und Niederwippen der Wagen auf den über den Rädern angebrachten Federn. Die Mütter, die für die jüngsten Sprößlinge unseres Volkes verantwort lich sind, möaen es fich aesaat sein lassen, eine solche Be

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