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Die koreanische Nationalflagge.
war, bis Roß und Reiter, die offenbar auch an den Fluß hinunter wollten, direkt über ihm standen. Unglücklicherweise schien ihm aber die Sonne so voll ins Gesicht, daß er auch jetzt, wie er den Karabiner anlegte, die Uniform noch nicht sehen konnte.
,, Was, Kavalier," ertönte plötzlich über ihm die liebreizendste Frauenstinime, die er je im Leben gehört:„ Empfängt ihre Nation so eine Dame mit angelegtem Karabiner!" ,, Ein Weib!" rief er in englischer Sprache Doll Erstaunen aus.
,, Ah, ein englischer Soldat," meinte ie in seiner Sprache und mit kaum merklichem fremdem Accent.
Er sah jeßt, und er mußte es sich ge= stehen, daß ein Paar so großer, schwarzer, feuriger Augen ihn wohl kaum trösten fonnten über den Käse, den er nicht gefunden. Es war ein herrliches Weibnicht in der Blüte der Jugend, darum aber nicht weniger bezaubernd. Was fonnte eine so schöne, englisch wie eine Engländerin sprechende Frau darauf bringen, in der Mittagsglut durch eine von Kriegsgetümmel wiederhallendes Land allein und schutzlos zu galoppieren? War sie etwa gar? Doch nein, so viele seltsame Spionengeschichten er auch schon im Wallesleyschen Heere gehört, ein Weib mit so schönen Augen gab sich mit derlei Dingen nicht ab! Gleichwohl beschloß er, vor ihr auf seiner Huth zu sein
,, Nun?" fragte die Dame mit einem Ton, als wollte sie wissen, woran sie mit ihm war.
„ Ich fürchte, ich fürchte," antwortete er,
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Itsches Wort. Aber pardon, Herr, wenn ich nun feinen Paß vorzuzeigen befäße?"
,, Dann wäre es meine traurige- will sagen föstliche Pflicht, Sie nach dem Lager zu eskortieren."
,, Ah, Sie, ich sehe, daß Sie ein Gentleman sind, wenn Sie wollen. Aber wenn ich mun einfach mein Pferd wendete und davon. galoppierte?"
,, So müßte ich Ihnen nachreiten," meinte Dick, dem der Gedanke an diese Hezjagd nicht unangenehm schien.
„ Und gesetzt, Sie holten mich nicht ein?" „ Ich hole Sie ein! Mein Pferd greift doppelt so weit aus als Ihres. Im schlimmſten Fall muß ich anlegen und schießen."
,, Schießen? Auf wen? Etwa auf mich? ,, Gott bewahre! Auf Ihren Renner, der für uns in den schlechten Zeiten dann einen schönen Braten abgeben wird."
Königliches Grabdenkmal in 88ul, der Hauptstadt von Korea.
Da zog sie plötzlich eine Pistole aus ihrem Gürtel und zielte von ihrem überlegenen Standpunkte aus.„ Aber wie, wenn ich zuerst schösse, und zwar nicht auf Ihr Pferd, son
ich muß Sie ersuchen, Ihren Paß vorzu- dern auf Sie?" zeigen. Sonst aber, so leid es mir thut indes Pflicht geht voran!"
„ ja, Pflicht! Das ist ein rechtes eng.
„ So schießen Sie zu! Um mich ist es nicht schade! Ich werde nicht einmal zum Braten zu gebrauchen sein. Und besser von
Bine Dachziegelfabrik in Soul, der Dauptstadt von Korea.
Erzielung günstiger Zensuren wirft, anstatt, daß man auch noch das persönliche Moment zur Hilfe nimmt und das jugendliche Gemüt dazu aufreizt, nicht bloß gute Zensuren
zu erzielen, sondern auch noch seinen Nebenbuhler zu überflügeln. Vielleicht wird der bedauerliche Berliner Fall in Fachkreisen auch von dieser Seite aus einmal betrachtet... Soweit die beachtenswerte Zuschrist. Interessante Aufschlüsse über den Seelenzustand des Knaben vor der unseligen Tat gab seine eigene spätere Aussage. Er hatte, als an ein und demselben Vormittag die zweite Maßregelung erfolgte, bevor er sich heruntersetzte, einem Mitschüler zugeflüstert: Was wird denn nun meine arme Mutter dazu sagen?" Dann so erzählt der Junge ist vor dem Zeichnen die große Pause gekommen, ich hatte gerade das Messer aufgeklappt, um meinen Bleistift zu spitzen, als der Lehrer rief:„ Alle herunter!" Ich ging aus der Bank und sah, daß der Lehrer, der nach Hause gehen wollte, an mir vorüberkommen mußte. Da bin ich heruntergesprungen." Und hast ihn mit dem Messer gestochen?"„ Das weiß ich nicht. Dann ist mir meine Mutter eingefallen und meine Geschwister, und da habe ich zu schreien angefangen. Der Lehrer hat sich nach mir umgedreht und gesagt:„ Junge, du bist wohl verrückt geworden?" Ich habe ihn darauf gefragt: Darf ich mich wieder Zweiter seßen?" Man sieht die fire Idee, die sich nur um den einen Punkt, die vermeintliche Schande des Heruntergeseztwerdens dreht.
Der Krieg in Oftalien.
Die Russen, die in diesen Tagen ihr Hauptaugenmerk darauf richten, den Hafen von Port Arthur gegen erneute Angriffe von seiten der Japaner möglichst zu sichern,
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so schöner Hand er. schossen zu werden als
von
H
,, Um diese mutige Sprache sollen Sie geschont werden. Uebri gens scheinen Sie bereits viel durchgemacht zu haben im Leben, so jung Sie noch sind. Schade eben, daß Sie noch gar so jung find! Sonst wäre ich Sie um Ihren Ratangegangen. Denn ich bin eine unglückliche Frau, so wenig ich danach aussehen mag."
,, Mit meinen Lebenserfahrungen bin ich jedem zu raten im stande."
" Jawohl, ich brauche Rat. Sie sehen, ich verstehe mein
Leben und meine
Ehre zu vertei
digen, weiter
aber kann ich Koreanischer Polizeipass nichts. Papiere
besize ich keine. Und doch kann ich und will ich nicht nach Ihrem Lager."( Forts. f.)
Bilder aus Korea I.
Das Gebiet Koreas ist ungefähr so groß, wie das Königreich Italien, es wird gebildet durch eine große, vom japanischen und vom gelben Meer umgrenzte Halbinsel, die fast ganz von Gebirgen erfüllt ist, so daß schiffbare Flüsse fehlen. Dee gebirgigen Charafters wegen hielt man Korec früher für sehr reich an Mineralien, doch hat sich das als Ueberschäßung erwiesen. Ueber die Zah der Bevölkerung läßt sich gewiffes nicht berichten Die einheimische Regierung giebt sie auf 11 Millionen, europäische Reisende dagegen nur auf 7 Millionen an; das Richtige wird wohl in de Mitte liegen. Die Koreaner gehören zu den Mon golen mit mehrfilbigen Sprachen und sind eir auftretenden Sienpi und der im Süden ansässiger Mischoolk der in der Geschichte Hochasiens öftere Sanhan; fie erhielten ihre Nationalität und Sprach von den im 2. Jahrhundert v. Chr. von Norder her eingedrungenen Raoli, von denen die ganz Halbinsel unterworfen wurde. Im Aeußerr gleichen die Koreaner mehr den Japanern als der Chinesen, obwohl der mongolische Typus stari ausgeprägt ist. Das Volk zerfällt in drei Klassen: Aolige( nebst Beamten), Freie und Leibeigene Die ersten genießen gewisse Vorrechte( Befreiung vom Kriegsdienst, Unverleßlichkeit der Person unt Wohnung 2c.), tragen eine besondere Kleidung, hohe geflochtene Hüte, farbige Gewänder, während das übrige Volf nur weiße oder ungefärbte Stoffe tragen darf. Der Adel scheidet sich in gesonderte, durch Abstammung und Geschichte begründete Ge schlechter. Für alles Chinesische ist der Koreaner sehr eingenommen. Besonders die höheren Stände zeigen eine starke inneigung zur chinesischen Staats- und Gesellschaftsordnung. Das Leben, die Kleidung der koreanischen Beamten sind mehr oder weniger den chinesischen Mandarinen nachgeahmt. Die foreanische Sprache hat schon früh viele Wörter aus einem nordchinesischen Dialett entlehnt, weicht aber in ihrem grammatischen Bau nach von der chinesischen Sprache ab und bietet auch mit dem Japanischen und den uralaltaischen Sprachen wenig Berührungspunkte. Die Schrift geht ursprünglich auf das mit dem Buddhismus nach Korea gelangte indische Alphabet zurück, hat aber auch aus der chinesischen vieles entlehnt und wird wie legtere von oben nach unten in von rechts nach links sich ziehenden Reihen geschrieben; auch wird die chinesische Schrift in Korea häufig angewendet.
geringes Maß reduziert wird. Damit rechnen denn auch die Japaner stark, deren sehr günstig gelegene Kohlenwerke die japanische Flotte mit völlig ausreichenden Kohlenmengen versehen können, die allerdings der englischen Kohle an Wert nicht gleich sind, aber doch vollständig genügen, um die Manövrierfähigkeit der japanischen Flotte in jeder Weise zu sichern. In russischen Marinekreisen hegt man die größte Besorgnis, daß das Hilfsgeschwader, bestehend aus dem Panzerschiffe„ Osliaba" und den Kreuzern ,, Dmitri Donskoi" und" Aurora", begleitet von zehn Torpedobooten und einem Kohlentransporte, dem Dampfer„ Saratom", das sich jetzt noch im Indischen Ozean befindet, abgefangen wird. Die Gefahr für diese Schiffe beginnt nämlich schon auf dem Breitengrade von Formosa, den Pescadoren und den Liu- kiu- Inseln, in deren Buchten wohl zahlreiche japanische Torpedokreuzer ihre Beute erwarten werden.
Neue russische Verstärkungen zur See,
die sich vom heimischen Ostseehafen Kronstadt aus nach Ostasien begeben sollen, werden selbstverständlich auch mit großen Schwierigkeiten betreffs der Kohlenversorgung zu kämpfen haben, da sie ihre Kohlenvorräte in neutralen Häfen nur soweit ergänzen dürfen, daß sie imstande sind, den nächsten russischen Hafen zu erreichen. Deshalb sind die Japaner stets in der Lage, ihre Bewegungen zu kontrollieren und ihnen einen Hinterhalt zu legen. Die Aufsicht, die die Engländer am Suezkanal üben, ist äußerst streng. Das österreichische Kohlenschiff Java", das für einen Kohlentransport nach Port Arthur gemietet war, ist auf Anweisung des Auswärtigen Amtes in Kairo für ein Schiff der kriegführenden Mächte erklärt worden und sollte sofort den Hafen Port Said verlassen. Das Schiff löschte daher die Kohlen. Ebenso bat die äavbtische Regierung das Ersuchen Rußlands
13. Jahrgang.
Die einspaltige Betttzeile für ganz Ob ar und Marburg 10 Pfg. fonft 15
die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. eitungsliste No. 3269.
bition: Gießen, Seltersweg 88 prechauschluß Nr. 362.
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en und Umgebung von Oberhessen.
jen Torpedodootszerstorer, der am Port Said eintraf, dort in Dod einmal die Vergünstigung der schnellen 1 Kaiser Wilhelms- Kanal wird die ießen. Unsere Regierung hat sich der chließen können, daß wir als neutrale en Weg jetzt nicht gestatten dürfen. nal gilt als deutsche Binnenwasserhiffen kriegführender Staaten ebensodarf, wie Landtruppen durch einen ren dürfen. Die russische Verstärkung, Meldungen aus den drei Panzerlexander III." und" Suwaroff", sowie dem Transportdampfer, Kamschatka" izeadmirals Wesselago besteht, mußte en zeitraubenden Umweg durch das
über die Mandschureifrage. Stellung der chinesischen Diplomatie, schildert haben, kann nicht besser geils durch einen Brief, den der schlaue 3t. nach Unterzeichnung des Pefinger chrieben hat. Wenn wir die Mandn überlassen, so kalkulierte der„, chinet es garnichts, weil dann die Japaner nen werden, und wenn sich dann die und Rußland, an der Grenze zwischen hurei berühren werden, und jeder der : Zeit versuchen wird, die Grenze auf veiter hinauszuschieben, dann werden ntstehen; scheint es dann im Falle erde Japan den fürzeren ziehen, dann mit allen Kräften, Japan vernichten. den uns dann die Russen sicherlich die en und Korea für sich behalten. Sieht verde Rußland im Kriege mit Japan len wir einfach die russischen Truppen heraustreiben, indem wir vorgeben, id werden auf diese Weise ohne große zurüderhalten. Jetzt die Mandschurei hält sehr schwer. England legt großes schurei, aber daran brauchen wir uns England mit Gewalt nichts ausrichten t neutral, Frankreich sieht aus weiter ika schweigt still." Lihungtschang hat te die heutige Situation ziemlich klar
Tcher Reichstag.
CB Berlin, 13. Februar. egung über freie Aerztewahl, Kassendie sich endlos weiterspinnt, würde er Sigung durch Wahlprüfungen unterhaltsam war das Zwischenspiel Dr. Braun( Soz.), Wahlkreis Frankte die Kommission für ungiltig zu erMaterial nachträglich beigebracht worden Groeber( 3tr.) Zurückweisung der Wahlprüfungskommission. Darüber Stunde geredet, worauf der Annommen wurde. Sodann kam das schon zu Tode gehetzte Kapitel„ Reichsgesundheitsamt" wieder an die Reihe. Die Debatte ist weder interessanter noch belangreicher als gestern. Höchstens wäre die Auseinandersetzung zwischen dem Sozialisten Stadthagen und dem Freisinnigen Mugdan zu erwähnen. Ersterer behauptet, die Zahl der Toten und Verwundeten in der Industrie sei im letzten Jahre mit 120 000 größer, als die der Gesamtzahl der Toten und Verwundeten im deutsch- französischen Kriege auf deutscher Seite. Abg. Mugdan weist die maßlosen Uebertreibungen des Vorredners zurück. Die Sozialdemokraten überschütteten die bürgerlichen Parteien mit den heftigsten Vorwürfen und seien doch selbst die größten Feinde aller Sozialpolitik. Das war der„ Clou" der heutigen vierstündigen Sitzung!
Die Politik.
Wenn nicht alle Zeichen trügen, ist der ZehnstundenArbeitstag im Anzuge; vorläufig allerdings bloß für erwachsene Arbeiterinnen. Der Bunderat hat bereits den Einzelstaaten anheimgegeben über diese Frage Erhebungen anzustellen. Als Grundzüge sind hierbei angenommen worden die Herabsetzung der zulässigen täglichen Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden und am Vorabend der Sonnund Festtage auf 9 Stunden. Bei Bewilligung von Ueberarbeit soll die tägliche Arbeitszeit an Wochentagen 12 Stunden und am Vorabend von Sonn- und Feiertagen bei Arbeitsschluß spätestens 7½ Uhr 9 Stunden nicht überschreiten. Die Beschäftigung von Wöchnerinnen soll vor Ablauf von sechs Wochen nach ihrer Niederkunft überhaupt nicht und während der folgenden zwei Wochen nur dann gestattet wer


