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Allertel.

Japanlicher Gartenbau. Die Japaner aller Bolts­tlassen lieben die Natur außerordentlich, so daß sich zu gewissen Jahreszeiten große Scharen nach Orten be= geben, die wegen ihrer schönen Blütenfelder, ihrer Haine von Kirsch- und Pflaumenbäumen, ihrer Bilienfelder, ihrer Ahornwälder, ihrer Sammlungen von Chrysantemen und Phäonien, ihrer Glyzinien usw. berühmt sind. Die Blütezeit dieser Pflanzen sind wahre Voltsfeste in Japan. Uebrigens weist auch fein Band eine ähnliche Fülle von Schmuckpflanzen auf. Mangel an Duft an japanischen Pflanzen ift eine Fabel, bie nur infolge eines Wortspiels aufge= tommen ist. Allerdings ziehen die Japaner die Blüten ihrer Farben und nicht ihres Wohlgeruchs wegen, und daher mag dieser schwächer sein als bei den euro= päischen Bierpflanzen. Wie jeder weiß, ist das Chry­santhemum in Japan heimisch, und dort haben die Sachverständigen ungewöhnliche Anstrengungen ges macht, die mannigfachsten Spielarten dieser Pflanze zu züchten, sowohl in der Größe wie in einer wahr­haft erstaunlichen Vielseitigkeit der Formen. Man findet sie in der Gestalt von Kugeln, von Tellern, von Sternen usw. In einem der taiserlichen Gärten sah ein Europäer ein ungeheures Gebüsch, das über 1500 Chrysanthemen trug. Für viele Europäer sind die Schwertlilien die schönsten Blumen des Landes.

Die Schildkröte ist nicht dumm. Ein franzö fischer Professor sette eine Schildkröte in eine grooße Kiste und legte ihr das Futter immer an einen be= stimmten Plaz. Dann baute er eine große Menge Irrgänge in die Kiste und beobachtete, ob sich das Tier zurechtfinden würde. Zuerst verirrte sich die Schildkröte und brauchte über eine halbe Stunde, be= vor sie den Futterplag erreichte. Beim zweiten Ver­such machte sie die Reise in 15 Minuten, beim dritten in 5 Minuten, beim vierten in 3% Minuten, schließ= lich brauchte sie nicht mehr als 3 Minuten und 30 Se tunden für ihre Wanderung. Die Irrgänge wurden darauf noch vermehrt, indem man Sadgassen hinzu­fügte. Die Schildkröte ging zuerst in die Falle und tappte eine Stunde lang herum. Beim zehnten Ver­such tam sie aber in 16 Minuten an, dann in 4 und julegt sogar in 3 Minuten.

Die Ausnutzung der Viktoriafälle. Die Aus­nutzung der großen Viktoria fälle des Sambefiflusses wird gegenwärtig geplant. Nach Ablauf weniger Wochen dürfte die große transafrikanische Eisenbahn, die vom Kap bis Kairo führen soll, von Süden her die Fälle erreicht haben und dann sollen die Vor­arbeiten zur Schaffung einer gewaltigen elektrischen Anlage zur Verwertung der Wasserkraft vorgenommen werden. Die Fälle sind etwa eine englische Meile breit, 120 Meter hoch und wenn der Fluß voll ist, wird die Naturkraft auf 35 000 000 Pferdekräfte geschätzt, d. i. etwa die fünffache Kraft des Niagarafalles. Das Krafthaus wird wahrscheinlich an der Biegung im zweiten Zickzack der Kaskade zu liegen kommen und durch Stahlrohre vom Fall mit Wasser versehen wer­In welcher Spannung der elektrische Strom erzeugt werden wird, ist noch nicht bestimmt, jedoch besteht die Ansicht, daß einer Verteilung des Stromes im Umkreis von 500 Kilometer tein Hindernis im Wege stehen würde. Eine 150 Meter lange Brücke wird unterhalb der Fälle über den Fluß geschlagen, die fich 120 Meter über den Wasser befinden wird. Sicher wird an der Stelle eine bedeutende Stadt erstehen.

E.S.

den.

✰✰✰ Humor- Mappe. ✰✰✰

Irrtum. Erster Bauer: Werden die Abge. ordneten im Reichstag als Maler beschäftigt?" 3weiter Bauer:" Bist wohl verrückt?" Erster Bauer: Na ich meine nur, weil doch in der Beitung steht, fte hätten in der legten Sigung einen Kasernenbau gestrichen."

Vermutung.

FRAT

Student( por feiner Wohnung einen Papier­kragen findend): Ich glaube gar, meine Wirtin hat mich auf die Straße gefeßt!"

Der Geldproh. A.: Also der großspurige Sohn des reichen Schulze ist als Freiweilliger bei der Artillerie eingetreten?" B.: Ja, nun lümmelt er sich vermutlich fortwährend auf dem Propkasten herum."

Vor Gericht. Präsident: Was sind Sie denn eigentlich?" Angeklagter:" Ich bin Geschäfts­mann." Präsident: Aber Sie wurden doch beim Betteln abgefaßt?"- Angeklagter: ,, Das ist ja mein Geschäft!"

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Hauptmann:

Aus der guten, alten Seit. Wie kommt es denn Feldwebel, daß heute bloß drei Mann ausgerückt find?"- Feldwebel: Die andern haben die Gewehre zum Schüßenfest ge­borgt!"

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Blokseufzer. Geschäftsreisender( der hinausge worfen wurde): Süßbolz verfaufen wollen, und von einem Buderhändler hinausgeworfen werden - das ist bitter!"

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Haiv. Mutter: Wo hat dich denn Herr Fischer hingeführt?". Tochter: Wir waren im Wald. Schlößchen." Mutter:" So weit?"- Tochter: ,, Ach, Mama, er wollte mit mir noch viel weiter gehen." Mutter: So, wo denn hin?" Tochter: Er sprach immer davon, daß er mit mir bis ans Ende der Welt gehen möchte."

Die Bauptsache. Sie verkehren schon so lange mit Ihrem Bräutigam, wird er Sie denn nicht bald heimführen?"- Das hat noch immer Zeit, erst will ich mich noch tüchtig ausführen laſſen."

Cifrig. Können Sie mir den Rechtsanwalt Ladi empfehlen?" D, gewiß! Wenn Sie fe mand verflagt, weil Sie ihm auf die Hühneraugen getreten, verteidigt er Sie, als wären Se ein Raubmörder."

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Die Richter- Carrière. Was ist denn aus Ihrem Heinrich( eworden?" Er hat die Richter Carrière gemacht." ,, Da ist er wohl jezt Amts­richter" Nein- Scharfrichter."

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Marineblüte. Maat( zu ungeschickten Rekruten): Kerls. Ihr seid wirklich feinen Kreuzer wert!" Forcierte Tiebe. Ihr Bräutigam ist wohl recht pflegmatisch?"- Ach ja, wenn mir der' mal einen verliebten Blick zuwerfen soll, muß ich ihm immer erit auf die Hühneraugen treten."

Renommage. Speisewirt: Ich sage Ihnen, wenn meine Gäste die Erzeugnisse meiner Küche nur sehen, läuft ihnen immer das Wasser lin Munde zusammen, daß man's rauschen bört."

Wär' ihm lieber. Stud. Schneid: Hier bring' ich dir ein Passepartout zu Biermanns Garten. Konzerten!" Stud. Spund: Ein Faßpartout wär' mir lieber!"

Aus der Schule. Lehrer: Nenne mir einen Saß mit ausmerzen"".

Schüler: Wenn der April anfängt, hat's st ausgemärzt!" Boshaft. A.: Ich bin heute sehr erfältet." B.: Rein Wunder, Sie haben sich ja gestern in der Gesellschaft eine furchtbare Blöße gegeben!"

Aufrichtig. Madame: Haben Sie der Frau Epißig gesagt, ich wäre ausgegangen?"- Dienst­mädchen: Jawohl, Madame!" Madame: Und was sagte ste?"- Dienstmädchen: Gott sei Dant!"

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Ein Schlaukopf. Praktikant: Da hat unser zerstreuter Buchhalter wieder einen Bock geschoffen und hat die Zwanzigpfennigmarfe auf den Brief nach Halle und die Behnpfennigmarke auf den Brief nach der Schweiz geklebt. Gut, daß ich's bemerkte- ich brauch' jetzt bloß die Adressen um­zuschreiben!"

Rennzeichen. Vater( zu seinem Sohn, der Student ist): Also dein Freund Müller verbraucht auch so viel Geld?... Hat denn der so wohl­habende Eltern?" Gewiß Papa, wenn der

500 Mart braucht, so schreibt er's bloß als Post­¡ friptum!"

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Da ist er! und nimmt Hilda in seine Arme. sie nicht so leidend und verstört finden! Blick durchschaut. Aber wie soll sie anders sein? Hellmut, den alle lieb haben müssen, tritt er über die Schwelle mehr als früher, aber immer der gewinnende, anziehende schärften und verfeinerten Zügen, die Augen nicht so glänzend eine fünstlich angenommene Haltung, die er auf den ersten heim, und immer findet er ein mühsam erzwungenes Lächeln, Müde und abgespannt von allem Rechnen und Zählen kommt er Mit von innerem Herzensweh etwas ge= Armer Hellmut! er soll

blieben? Es ist ein solch' drückende Hize draußen, jede Be­Mein liebes Herz, warum bist du nicht still liegen ge­

rahmten Spiegel, ordnet ihren Anzug, ihr Haar,

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seiner Müze hervor. jungen Menschen mitleidig. ten seine Augen und blondes Lockengeringel drängte sich unter But in stat ves wconoes, hell glanz­Was wollen Sie?" fragte sie den

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in Schluchzen sprecht nur." aus ich bin uns doch niemand?" haben gewiß ein menschliches Herz mir. Ich weiß, sehen kann ich ihn nicht ein Gebetbüchlein"- dabei brach die Stimme des Burschen gute Frau, hier in dem Päckelchen habe ich ein Amulet und ,, Ach, gute Frau, ich hab' eine so große Bitt'. Sie ,, möchtet Ihr's nicht dem Armen geben? ,, Ach, wenn Sie ein Herz in der Brust haben, der Hoßbach ist ein naher Verwandter von ,, Nein, nein, ich bin ganz allein, aber Sie sehen ja so es hört

Es wird ihm ein Trost sein in seinem Unglück, gewiß, und

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Sie gemordet!" fomni' zu Zelle eine Feile aufeinander, Anton", gebrochen!" Ein laute Verwalterin Schrei wirft sie sich über ihn: tür hinter der wüsten Gestalt zu den Anton untersucht und die Achseln gezuckt haben, wie in der immer wieder hat Fragen beantworten müssen, wie die Aerzte geschehen, nachdem sie ihn in seinem Blut gefunden. Wie Gatten. Nur undeutlich kann sie sich erinnern, was weiter die Treppe herab in langen Sätzen Magd gekommen, die Gerichtsherren, die Aerzte, wie sie geschlossenen Augen gleicht er einem Toten. Mit wildem In später Nacht sitzt Franzi am Bett des bewußtloſen steigt sie die Treppe hinan, der Fall, der dumpfe Fall entflohen! Franzi zittert und bebt, die Zähye Sokbach liegt ihr Mann, ihr braver guter Anton, in feinem zu dir, hab' Erbarmen, Gott im Himmel, ich hab' ihn aus tiefer Stirnwunde fließt es, und regungslos, mit ist Wahrheit. Halb im Flur, halb in der Zelle des dann ruft er höhnisch: Schön Dank für das Amulet, brecher, in seiner Hand blizzt ein offenes Messer, stoßbereit Schein der Flurlampe. Einen Augenblick stuzzt der Ver­bach! Franzi steht wie angewurzelt, hell beleuchtet vom bor Angst tritt Franzi in die Küchentür- da stürmt jemand lautes robes Gelächter, dann fällt die Haus­ruft sie und mit zitternden Knieen es hat Wunder getan, hat die Ketten ,, Anton, wach' auf, Anton, um Gott der edle" Räuber ist schlagen der Hoß­ihre ihr

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Gott, um den Verstand wußtsein vor ihr liegt. bach verüben in der Freiheit, Nur das nicht, nur das nicht! nicht vor einem Mord zurückschreckt. Doch Gott ist ihr gnädig. allein! Und er hat gezeigt, der Räuber, daß er im Notfall junge Frau. Zu der marternden Todesangst um den Ge­liebten gesellt sich die quälende Sorge: Was wird der Hoß­fie muß den Gatten pflegen, den Gatten, den sie nie geliebt zu haben meint, als nun, da er blaß und ohne Be­wenn er noch mehr Blut vergießt, so ist sie schuld, sie ſich werfen! Aber sie darf nicht, sie muß gut zu machen suchen, von den Augen gefallen, schon bei den Worten, Anton stirbt, dann ist sie die Mörderin des Gatten! O, es ist sie, sie allein ist schuld an dem Schrecklichen, und wenn der Räuber ihr zugerufen. Die Feile, das war das Amulet er nicht gebraucht. Die Feile! Ha, wie Schuppen iſt ihr's Furchtbare Berbrecher en gefunden worden ist. Mit der Kette hat der tand zu verlieren, o, könnte sie das Leben von Anton zu Boden geschlagen, das Messer hat zu der sie ihm verholfen? Lage verbringt die inniger die der

Ban

er

rung an in Gedanken daran förpert erschienen. Da fängnisvertoalter zu sein, Person ihr alle die idealen Räubergestalten der Neuzeit ver­nene die quälenden Eindrücke zu versüßen durch die Erinne­mun, das war dem Armen wohl zu gönnen. Franzi seufzte das Familienerbstück, das Amulet, ihm eine Wohltat war, doch auch ein Brieflein zu der Gabe geschrieben, und wenn das Gute, was sie dem Hoßbach getan, in deſſen Gefühl war befriedigt von ihrem Tun, hatte sie doch sicher dem Hoßzbach reichen Trost gebracht, gewiß hatte ihm sein Weib holen, und Anton machte eben die Runde. Franzi daran, was für ein schreckliches Amt es sei, Ge­welch' ein entseglicher Schrei! Von und versuchte sich immer aufs on winge wat uusgegangen, zitternd Franzi

oben kam er, und gleich darauf ein dumpfer Fall

war immer noch in gedrückter Stimmung. Ihr mitleidiges Mutter hat also doch Segen gevracht.

Das angehauchten Wesen eine frische, willenskräftige Frau und ein Mädchen, sie umspielen, da ist aus dem zarten, poetisch Als nach ein paar Jahren zwei kleine Moor's, ein Bub

zeihung an. Er von der tiefen Neue ſeiner Franzi. der weichen Stimmung des Genesenden heraus und ergriffen des Gatten und beichtet ihm alles und fleht ihn um Ver­Danferfüllten Herzens kriet die junge Frau am Lager gewährt dieselbe aus vollem Herzen, aus

ist. Eine Sorge sein Leben mehr vorhanden. iſt gehoben, ligen Heilung brauchen wird, so ist doch keine Gefahr für rettet. Wenn auch die Kopfwunde noch einige Zeit zur völ­weitern drei Tagen erklären die Aerzte den Anton für ge­fernten Teil des Ländchens aufs neue festgenommen worden grimmige Kälte in ein Wirtshaus getrieben, in einem ent­Nach drei Tagen kommt die Nachricht, daß der Hoßbach, den hat kein Blut vergossen. Nach

hat sich geschärft Schwärmerei ins wirkliche Leben zurückzuführen. über Antons Stirn zieht, um sie aus dem Land weichherziger alten Fehler, dann genügt ein Blick auf die Narbe, die sich darin bei. Und wenn sie einmal zurückfallen will in ihren Gatten, der treu seine Pflicht tut, und sie steht ihm unentwegt brechertum mehr Raum im Herzen der Franzi, ihr Blick Von der Zeit an hat kein törichtes Mitleid mit dem Ver­und sie ist fürder stolz auf ihren braven

Franzi büßen hatte. der Feile gekommen ist. erfahren, als hat niemals gestanden, auf welche Art er damals in den Besitz ,, ritterliches" Räuberblut in seinen Adern haben, denn er Anhang gehörte. Der Hoßbach muß jedoch in der Tat etwas mit dem hübschen jungen Burschen, der jedenfalls zu ihrem verschiedner Diebereien eine Strafe in der Fronfeste zu ver­die schwarz' Hoßbachn", wie diese im Volksmund hieß, wegen ungefähr Daß der Fidelio" nicht des Räubers Weib gewesen, hat Nicht die mindeste Aehnlichkeit hatte das Weib ein Jahr nach seiner Flucht