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auf dem vor Angst tritt Franzi in die Küchentür- da stürmt jemand ( mulet ihn die Treppe herab in langen Säßen- um Gott der Hoß­erbstückbach! Franzi steht wie angewurzelt, hell beleuchtet vom ber ein Schein der Flurlampe. Einen Augenblick stuzzt der Ver­Euch Gott brecher, in seiner Hand blitt ein offenes Messer, stoßbereit

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Die Dauptstrasse von Soul, der Hauptstadt des Königreichs Korea. ( Soul zählt über 200 000 Einwohner.)

Er ist deine dich liebende Kate. Ein Liebes­,, Gib Wie! Ich will Bitte triff chen und ihrem Bräutigam steht, und wäre wissen, wer zwischen meinem einzigen Mäd­Gieb ihn her! ich muß ihn lesen. von Frauenhand geschrieben. brief, ah, Meister Stephan, da will ich doch er gleich Kronprinz von England. Mein Schatz!" fängt er an. mich

ein Stück weiter hineinlesen, ehe ich-" ,, Aber pfui, Vater," rief sie aus.

Dofdamen der Königin von Korea.

mir das Buch und den Brief. Es ist sein Eigentum, nicht das unsere."

Und gräme ,, Nicht das unsere! Wem gehört er dann, bitte! Und das ist der Mann, dem ich meine Tochter geben sollte! Er ist ja noch weniger nie den Namen Stephan wieder hören; so wert als unser Dick! Nein, Kitty, laß mich schlecht ist, glaube ich, selbst dein Bruder nimmer gewesen, daß er ein Mädchen mit Liebesschwüren betörte, während er von einer anderen Briefe auf seiner Brust trug. Danke Gott, meine Tochter, daß du den Menschen dich nicht, freue dich eher, daß er nicht noch bei Zeiten erkannt haft. wiederkommt."

wiederkommen!" war alles, was sie rufen ,, Aber er wird wiederkommen, er

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Allein Tage und Wochen vergingen und brachten Stephan Harlow nicht wieder.

IV.

Aber er Ueber eine weite, in ihrer Monotonie fast wüstenähnliche Ebene ritt unter glühender Sonne eines Mittwochs Dick Blackdorn dahin. Wie er hierhergekommen, hätte er vermutlich mußte, das Land, in dem er sich befand, hieß Südafrika, und die schäbige Uniform, die er selbst taum anzugeben vermocht. trug, gehörte der Königin. Daß Pferd

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Daß ein Auf alle Fälle sammelte er Weib damit zu schaffen, war auch nicht un­mit der Sache zu tun, war gewiß. Eines hier jetzt neue Erlebnisse für seine etwas trug ihn sogar augenblicklich. bunte Biographie; er fouragierte dankbare Beschäftigung in einem ausge­plünderten Landstrich. wahrscheinlich.

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Legte ein rollender Stein sich auf's Grübeln, so würde er zum Rollen zu schwer. Alle seine Dick Blackdorn war nie ein Mann von vielen Gedanken gewesen; darum hätte es wenig genügt, in seiner Seele lesen zu wollen. Gedanken ließen sich für den Augenblick ge­wiß in der Hoffnung zusammenfassen, daß er auf ein armseliges Dorf stoßen könnte, in dm sich noch eine Flasche Wein und ein Käse auftreiben ließe. Gelang ihm das, so hielt er sich gewiß, allem seinem Mißgeschick zum Troß, immer noch für einen glücklichen Men­schen. Ob er nicht auch dabei hin und wieder

Rechts erstreckte sich in der Ferne ein lange, zerklüftete Gebirgskette hin. Links floß ein Fluß, der mit seinem Wasser in dem dürren, versengten Lande ein Himmelsge­halb an dem Fluß liegenden Städtchen mit schent schien. Er war von dem weiter ober­leerem Magen ausgeritten und schien mit leerem Magen und leeren Händen dorthin zurückkehren zu sollen.

SIBIRIEN

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Situationsplan von Ostasien.

an die Fleischtöpfe vom Weidenhof gedacht, mag dahingestellt bleiben.

Er tränkte sein Pferd auf einer bequemen Sandbank im Strom und konnte nicht umhin, die Natur recht dumm und albern zu finden, seine schlichten Bedürfnisse befriedigt, den Kopf hochwarf, die Ohren spizte und wieherte. Dick spizte gleichfalls die Ohren und alsbald hörte er deutlich Hufegetrampel, das auf ihn zukam. Dem Hufschlag nach schien übri gens nur ein Reiter näher zu kommen. die für Vierfüßler besser als für Zweifüßler. gesorgt, als sein Schlachtroß plötzlich, wie es

Das hohe Ufer ließ ihn nicht erkennen, ob der nahende Reiter Freund oder Feind

Eingangstor zum Palast des Königs von Korea in Soul

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rahmten Spiegel, ordnet ihren Anzug, ihr Haar, er soll sie nicht so leidend und verstört finden! Armer Hellmut! Müde und abgespannt von allem Rechnen und Zählen kommt er heim, und immer findet er ein mühsam erzwungenes Lächeln, eine fünstlich angenommene Haltung, die er auf den ersten Blick durchschaut. Aber wie soll sie anders sein?

Da ist er! Mit von innerem Herzensweh etwas ge­schärften und verfeinerten Zügen, die Augen nicht so glänzend mehr als früher, aber immer der gewinnende, anziehende Hellmut, den alle lieb haben müssen, tritt er über die Schwelle und nimmt Hilda in seine Arme.

Mein liebes Herz, warum bist du nicht still liegen ge­blieben? Es ist ein solch' drückende Hize draußen, jede Be­

sene ver Bursus woe we un stat ves wcondes, hell glanz­ten seine Augen und blondes Lockengeringel drängte sich unter seiner Müze hervor. Was wollen Sie?" fragte sie den jungen Menschen mitleidig.

haben gewiß ein menschliches Herz- Sie sehen ja so gut ,, Ach, gute Frau, ich hab' eine so große Bitt'. Sie aus- ich bin der Hoßbach ist ein naher Verwandter von mir. Ich weiß, sehen kann ich ihn nicht aber- es hört uns doch niemand?"" Nein, nein, ich bin ganz allein, sprecht nur." Ach, wenn Sie ein Herz in der Brust haben, gute Frau, hier in dem Päckelchen habe ich ein Amulet und ein Gebetbüchlein"- dabei brach die Stimme des Burschen in Schluchzen möchtet Ihr's nicht dem Armen geben? Es wird ihm ein Trost sein in seinem Unglück, gewiß, und

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3. Franzi wenge war ausgegangen, etwas zu holen, und Anton machte eben die Runde. Franzi war immer noch in gedrückter Stimmung. Ihr mitleidiges Gefühl war befriedigt von ihrem Tun, hatte sie doch sicher dem Hoßbach reichen Trost gebracht, gewiß hatte ihm sein Weib doch auch ein Brieflein zu der Gabe geschrieben, und wenn das Familienerbstück, das Amulet, ihm eine Wohltat war, mun, das war dem Armen wohl zu gönnen. Franzi seufzte in Gedanken daran, was für ein schreckliches Amt es sei, Ge­fängnisvertoalter zu sein, und versuchte sich immer aufs nene die quälenden Eindrücke zu versüßen durch die Erinne rung an das Gute, was sie dem Hoßbach getan, in dessen Person ihr alle die idealen Räubergestalten der Neuzeit ver­förpert erschienen. Da welch' ein entsetzlicher Schrei! Von oben kam er, und gleich darauf ein dumpfer Fall- zitternd

dann ruft er höhnisch: Schön' Dank für das Amulet, Frau Verwalterin es hat Wunder getan, hat die Ketten gebrochen!" Ein lautes rohes Gelächter, dann fällt die Haus­tür hinter der wüsten Gestalt zu der edle" Räuber ist entflohen! Franzi zittert und bebt, die Zähne schlagen ihr aufeinander, Anton", ruft sie und mit zitternden Knieen steigt sie die Treppe hinan, der Fall, der dumpfe Fall- ihre Ahnung ist Wahrheit. Halb im Flur, halb in der Zelle des Hoßbach liegt ihr Mann, ihr braver guter Anton, in seinem Blute; aus tiefer Stirnwunde fließt es, und regungslos, mit geschlossenen Augen gleicht er einem Toten. Mit wildem Schrei wirft sie sich über ihn: Anton, wach' auf, Anton, kommt zu dir, hab' Erbarmen, Gott im Himmel, ich hab' ihn gentordet!"

In später Nacht sitzt Franzi am Bett des bewußtlosen Gatten. Nur undeutlich kann sie sich erinnern, was weiter geschehen, nachdem sie ihn in seinem Blut gefunden. Wie die Magd gekommen, die Gerichtsherren, die Aerzte, wie sie immer wieder hat Fragen beantworten müssen, wie die Aerzte den Anton untersucht und die Achseln gezuckt haben, wie in der Zelle eine Feile gefunden worden ist. Mit der Kette hat der Verbrecher den Anton zu Boden geschlagen, das Messer hat er nicht gebraucht. Die Feile! Ha, wie Schuppen ist ihr's von den Augen gefallen, schon bei den Worten, die der Räuber ihr zugerufen. Die Feile, das war das Amulet- sie, sie allein ist schuld an dem Schrecklichen, und wenn der Anton stirbt, dann ist sie die Mörderin des Gatten! O, es ist um den Verstand zu verlieren, o, könnte sie das Leben von sich werfen! Aber sie darf nicht, sie muß gut zu machen suchen, sie muß den Gatten pflegen, den Gatten, den sie nie inniger geliebt zu haben meint, als nun, da er blaß und ohne Be­wußtsein vor ihr liegt.- Furchtbare Tage verbringt die junge Frau. Zu der marternden Todesangst um den Ge­liebten gesellt sich die quälende Sorge: Was wird der Hoß­bach verüben in der Freiheit, zu der sie ihm verholfen? Gott, wenn er noch mehr Blut vergießt, so ist sie schuld, sie allein! Und er hat gezeigt, der Räuber, daß er im Notfall nicht vor einem Mord zurückschreckt.

Nur das nicht, nur das nicht! Doch Gott ist ihr gnädig. Nach drei Tagen kommt die Nachricht, daß der Hoßbach, den grimmige Kälte in ein Wirtshaus getrieben, in einem ent­fernten Teil des Ländchens aufs neue festgenommen worden ist. Eine Sorge ist gehoben, er hat kein Blut vergossen. Nach weitern drei Tagen erklären die Aerzte den Anton für ge­rettet. Wenn auch die Kopfwunde noch einige Zeit zur völ­ligen Heilung brauchen wird, so ist doch keine Gefahr für sein Leben mehr vorhanden.

Dankerfüllten Herzens kriet die junge Frau am Lager des Gatten und beichtet ihm alles und fleht ihn um Ver­zeihung an. Er gewährt dieselbe aus vollem Herzen, aus der weichen Stimmung des Genesenden heraus und ergriffen von der tiefen Reue seiner Franzi.

Von der Zeit an hat kein törichtes Mitleid mit dem Ver­brechertum mehr Raum im Herzen der Franzi, ihr Blick hat sich geschärft und sie ist fürder stolz auf ihren braven Gatten, der tren seine Pflicht tut, und sie steht ihm unentwegt darin bei. Und wenn sie einmal zurückfallen will in ihren alten Fehler, dann genügt ein Blick auf die Narbe, die sich über Antons Stirn zieht, um sie aus dem Land weichherziger Schwärmerei ins wirkliche Leben zurückzuführen.

Als nach ein paar Jahren zwei kleine Moor's, ein Bub ein Mädchen, sie umspielen, da ist aus dem zarten, poetisch angehauchten Wesen eine frische, willenskräftige Frau und Mutter geworden.

Das Amulet" hat also doch Segen gevracht.

Daß der Fidelio" nicht des Räubers Weib gewesen, hat Franzi erfahren, als ungefähr ein Jahr nach seiner Flucht die schwarz' Hoßbachn", wie diese im Volksmund hieß, wegen verschiedner Dicbereien eine Strafe in der Fronfeste zu ver­büßen hatte. Nicht die mindeste Aehnlichkeit hatte das Weib mit dem hübschen jungen Burschen, der jedenfalls zu ihrem Anhang gehörte. Der Hoßbach muß jedoch in der Tat etwas ritterliches" Räuberblut in seinen Adern haben, denn er hat niemals gestanden, auf welche Art er damals in den Besitz der Feile gekommen ist.