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Die Hereros.

( Fortsetzung.)

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Deutschland

Ein illustriertes deutsches Familienblatt.

Geistige Getränke versteht man nicht zu be reiten, auch ist der Genuß derselben wenig beliebt, dagegen wird Tabat gern' geraucht. Als einziges Musikinstrument haben die Hereros einen Bogen, dessen Sehne mit einem Stöckchen geschlagen wird, und den man bei Gesang und Tanz gebraucht. Die Knaben werden nach Erreichung des 6.- 10. Lebensjahres unter großen Festlichkeiten beschnitten, wobei viele Rinder durch Erstickung geopfert werden; nach dem 12.- 16. Lebensjahr werden die vier unteren Schneidezähne ausgebrochen, die zwei mitt­leren des Obertiefers schaufelförmig gefeilt. Den gleichalterigen Mädchen wird der Kopf bis auf einen fleinen in langen Strähnen herabfallenden Büschel am Scheitel vollkommen glatt rafiert. Die Frau wird durch Kauf erworben, indem der Bräutigam eine nach seinen Verhältnissen bemessene Anzahl von Rindern und Schafen zahlt; Bestimmungen üb r eheliche Verbindungen werden von den Eltern schon für die unmündigen Kinder ge­troffen. Gute Freunde und haupt­sächlich Brüder schließen häufig unter fich Weibergemeinschaft, die Ehen zwischen Nachkommen zweier Brüder oder zweier Schwestern sind daher streng verboten. Die Zahl der Weiber ist nur durch die Vermögens­verhältnisse des Mannes beschränkt. Bei Krankheiten spielt der Zauberer eine große Rolle. Dem Toten wird der Kopf zwischen die Kniee gebunden und der in Felle gehüllte Leichnam mit nach Norden gewendetem Gesicht begraben. Dann opfert man wieder

acht Monaten zu Studienzwecken das nordöstliche Hereroland bereiste, fonnte ich außer einer Er­bitterung der Herero gegen die deutschen Händler nicht das mindeste wahinehmen. Die Kaffein gingen ihren gewöhnlichen Beschäftigungen nach und zeigten sich im allgemeinen freundlich und zugänglich. Nur der Umstand fiel mir auf, daß Don mit berührten sämtliche Häuptlinge der Dörfer nach Okahandja, dem Wohnsiße des Ober­um einer fapitäns Mahárero gezogen waren, die großen Ratsversammlung beizuwohnen; franfen oder altersschwachen Häuptlinge hatten sich daselbst durch ihren ältesten Grootmann vertreten

1904.

| legung der inneren Streitigkeiten, wie der Ge­währsmann des Frankfurter Blattes meint, der Aufstand wider die deutsche Herrschaft beschlossen wurde. Er fährt fort:

In erster Linie richtet sich die Bewegung gegen die im Hererolande ansässigen Händler, bei welchen die Herero bedeutende Schulden stehen haben, und bei dem Hasse der Kaffern wider die Händler ist für diese und ihre Familien das Schlimmste zu befürchten, zumal da sich den Herero gegenwärtig die günstige Gelegenheit bietet, sich mit einem Schlage ihrer lästigen Gläubiger zu entledigen. Als der Haupturheber des Auf­

Hus Deutsch- Südweftafrika: Inneres der Station Otjimbingue.( Photographische Aufnahme.)

Rinder, die aber diesmal mit Lanzen erstochen| lassen. Die Versammlung dürfte einen vollen| standes ist unbedingt der alte Rambas mbi zu be. werden. Die Religion ist neist ein etwas unflarer Ahnenfultus, doch ist nur der Glaube an Das Fortleben der Männer nach dem Tode deutlich aus­gesprochen. Die Zahl der Hereros schäßt Hinz auf 99,900, und zwar 23,000 Dfahandja, 2400 Ota­lumba, 2500 Dtjifuata, 2000 Dtjosazu, 12,000 Ofandjoze, 24,000 Omaruru und Otjizaoe, 20,000 Dvambandjerie und 14,000 Dvatjimba. Der lette Stamm ist durch das ganze Gebiet bis zum Aus nene zerstreut. Die Rheinische Mission wirkt hier feit geraumer Zeit und besigt unter den Hereros Die Stationen Dtjimbingue, Otjifango, Dfahand­ju, Otjosazu, Otombahe, Dmaruiu, Omburo und Walfischbai mit 2580 Gemeindemitgliedern.

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Ueber die Ursache des jeßigen Aufstandes ist man verschiedener Ansicht. Ein Herr, der die Verhältnisse tennt, spreibt darüber: Aiß ich vor

Monat getagt haben, Den Anlaß zu der großen Häuptlingsversammlung hatte ein ernster Streit zwischen Kambasembi, dem reichen Kapitän von Otjosondjuba am Waterberg, und Dienstleuten des Oberfapitäns Mahárero gegeben. Im Januar v. J. trieben nämlich Angestellte der Filiale der Handelsfirma Weke u. Voigts am Waterberg und die dortigen Händler Michaelis und Heilbronner von Kambasembi jahrelang schon ausstehende Schulden im Betrage von 20000 Mt. mit rück. fichtsloser Energie ein, so daß der Kapitän sich ge­nötigt sah, anstatt des fehlenden Bargeldes den Händlarn große Rinderherden auszuliefern. Da­bet joll harter Zwang mit Brügeln stattgefunden haben. Auf die Klage des gemaßregelten Häupt­lings berief nun der Oberlapitän Mahárero jene in welcher nach Bei­Häuptlingsversammlung ein,

Erzielung günstiger Zensuren wirft, anstatt, daß man auch noch das persönliche Moment zur Hilfe nimmt und das jugendliche Gemüt dazu aufreizt, nicht bloß gute Zensuren zu erzielen, sondern auch noch seinen Nebenbuhler zu über­flügeln. Vielleicht wird der bedauerliche Berliner Fall in Fachkreisen auch von dieser Seite aus einmal betrachtet.

Soweit die beachtenswerte Zuschrist. Interessante Auf­schlüsse über den Seelenzustand des Knaben vor der un­seligen Tat gab seine eigene spätere Aussage. Er hatte, als an ein und demselben Vormittag die zweite Maßregelung erfolgte, bevor er sich heruntersetzte, einem Mitschüler zuge­flüstert: Was wird denn nun meine arme Mutter dazu sagen?" Dann so erzählt der Junge ist vor dem Zeichnen die große Pause gekommen, ich hatte gerade das Messer aufgeklappt, um meinen Bleistift zu spizen, als der Lehrer rief: Alle herunter!" Ich ging aus der Bank und sah, daß der Lehrer, der nach Hause gehen wollte, an mir vor­überkommen mußte. Da bin ich heruntergesprungen." ,, Und hast ihn mit dem Messer gestochen?"" Das weiß ich nicht. Dann ist mir meine Mutter eingefallen und meine Geschwister, und da habe ich zu schreien angefangen. Der Lehrer hat sich nach mir umgedreht und gesagt: Junge, du bist wohl verrückt geworden?" Ich habe ihn darauf gefragt: Darf ich mich wieder Zweiter sezen?" Man sieht die fire Idee, die sich nur um den einen Punkt, die vermeintliche Schande des Heruntergesettwerdens dreht.

Der Krieg in Oftalien.

Die Russen, die in diesen Tagen ihr Hauptaugenmerk darauf richten, den Hafen von Port Arthur gegen er­neute Angriffe von seiten der Japaner möglichst zu sichern,

trachten, der über die rücksichtslose Schuldenein. treibung der Handelsfirmen von Waterberg maß­los erbittert war; zudem hatten sich zur näm lichen Zeit seine Söhne Traugott und Wilfried in das Dvamboland geflüchtet, um sich einer über sie verhängte Arreststrafe zu entziehen. Wie sehr Kambasembi seinen Deutschenhaß zu verbergen wußte, erhellt wohl am besten aus dem Umstande, daß er mir im Mai v. J. anläßlich meines Besuches in Otjosondjupa unter Versicherung freundschaft. lichster Gefühle die Hand füßte. Während meines dortigen Aufenthalts gewahrte ich 20 Dvambo. die nachts mit großen Körben aus Dvamboland eingetroffen waren und nach der Meinung eines gerade anwesenden Händlers und deren Zwischen. träger. Die Dvambo, mit Gewehren und Munition versorgt wurden. ( Schluß folgt.)

geringes Maß reduziert wird. Damit reanen denn auc die Japaner stark, deren sehr günstig gelegene Kohlen­werke die japanische Flotte mit völlig ausreichenden Kohlen­mengen versehen können, die allerdings der englischen Kohle an Wert nicht gleich sind, aber doch vollständig genügen, um die Manövrierfähigkeit der japanischen Flotte in jeder Weise zu sichern. In russischen Marinekreisen hegt man die größte Besorgnis, daß das Hilfsgeschwader, bestehend aus dem Panzerschiffe Osliaba" und den Kreuzern Dmitri Donskoi" und" Aurora", begleitet von zehn Torpedobooten und einem Kohlentransporte, dem Dampfer, Saratow", das sich jetzt noch im Indischen Ozean befindet, abgefangen wird. Die Gefahr für diese Schiffe beginnt nämlich schon auf dem Breitengrade von Formosa, den Pescadoren und den Liu- kiu- Inseln, in deren Buchten wohl zahlreiche japa­nische Torpedokreuzer ihre Beute erwarten werden.

Neue russische Verstärkungen zur See,

die sich vom heimischen Ostseehafen Kronstadt aus nach Ost­asien begeben sollen, werden selbstverständlich auch mit großen Schwierigkeiten betreffs der Kohlenversorgung zu kämpfen haben, da sie ihre Kohlenvorräte in neutralen Häfen nur soweit ergänzen dürfen, daß sie imstande sind, den nächsten russischen Hafen zu erreichen. Deshalb sind die Japaner stets in der Lage, ihre Bewegungen zu kontrollieren und ihnen einen Hinterhalt zu legen. Die Aufsicht, die die Engländer am Suezkanal üben, ist äußerst streng. Das österreichische Kohlenschiff" Java", das für einen Kohlen­transport nach Port Arthur gemietet war, ist auf Anweisung des Auswärtigen Amtes in Kairo für ein Schiff der krieg führenden Mächte erklärt worden und sollte sofort den Hafen Port Said verlassen. Das Schiff löschte daher die Kohlen. Ebenso bat die äavbtische Regierung das Ersuchen Rußlands

13. Jahrgang.

nspaltige Petitzeile für ganz Obe nd Marburg 10 Pfg. fonft 15 Betitgeile 30 rejp. 40 g.

igsliste No. 3269.

1: Gießen, Seltersweg 88 janschluß Nr. 362.

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und Umgebung in Oberhessen.

Torpedodootszerstorer, der am ort Said eintraf, dort in Dod ial die Vergünstigung der schnellen aiser Wilhelms- Kanal wird die n. Unsere Regierung hat sich der ßen können, daß wir als neutrale Weg jezt nicht gestatten dürfen. gilt als deutsche Binnenwasser­n kriegführender Staaten ebenso­

wie Landtruppen durch einen dürfen. Die russische Verstärkung, eldungen aus den drei Panzer­nder III." und Suwaroff", sowie n Transportdampfer ,, Samschatka" dmirals Wesselago besteht, mußte zeitraubenden Umweg durch das

r die Mandschureifrage.

ung der chinesischen Diplomatie, ert haben, kann nicht besser ge­Durch einen Brief, den der schlaue nach Unterzeichnung des Pefinger ben hat. Wenn wir die Mand­berlassen, so kalkulierte der chine­garnichts, weil dann die Japaner werden, und wenn sich dann die Rußland, an der Grenze zwischen i berühren werden, und jeder der it versuchen wird, die Grenze auf r hinauszuschieben, dann werden hen; scheint es dann im Falle Japan den kürzeren ziehen, dann : allen Kräften, Japan vernichten. uns dann die Russen sicherlich die nd Korea für sich behalten. Sieht Rußland im Kriege mit Japan wir einfach die russischen Truppen austreiben, indem wir vorgeben, erden auf diese Weise ohne große üderhalten. Jetzt die Mandschurei t sehr schwer. England legt großes rei, aber daran brauchen wir uns and mit Gewalt nichts ausrichten utral, Frankreich sieht aus weiter chweigt still." Lihungtschang hat ie heutige Situation ziemlich klar

er Reichstag.

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CB Berlin, 13. Februar. über freie Aerztewahl, Kassen­sich endlos weiterspinnt, wurde gung durch Wahlprüfungen rhaltsam war das Zwischenspiel Braun( Soz.), Wahlkreis Frank­e Kommission für ungiltig zu er­ial nachträglich beinebracht worden eber( 3tr.) Zurückweisung der lprüfungskommission. Darüber geredet, worauf der An­nommen wurde. Sodann kam das schon zu Tode gehetzte Kapitel Reichsgesundheitsamt" wieder an die Reihe. Die Debatte ist weder interessanter noch belangreicher als gestern. Höchstens wäre die Aus­einandersetzung zwischen dem Sozialisten Stadthagen und dem Freisinnigen Mugdan zu erwähnen. Ersterer behaup­tet, die Zahl der Toten und Verwundeten in der Industrie sei im letzten Jahre mit 120 000 größer, als die der Ge­samtzahl der Toten und Verwundeten im deutsch- franzö­sischen Kriege auf deutscher Seite. Abg. Mugdan weist die maßlosen Uebertreibungen des Vorredners zurück. Die Sozialdemokraten überschütteten die bürgerlichen Parteien mit den heftigsten Vorwürfen und seien doch selbst die größten Feinde aller Sozialpolitik. Das war der Clou" der heutigen vierstündigen Sizung!

Die Politik.

Wenn nicht alle Zeichen trügen, ist der Zehnstunden­Arbeitstag im Anzuge; vorläufig allerdings bloß für er­wachsene Arbeiterinnen. Der Bunderat hat bereits den Einzelstaaten anheimgegeben über diese Frage Erhe­bungen anzustellen. Als Grundzüge sind hierbei angenom­men worden die Herabsetzung der zulässigen täglichen Arbeits­zeit von 11 auf 10 Stunden und am Vorabend der Sonn­und Festtage auf 9 Stunden. Bei Bewilligung von Ueber­arbeit soll die tägliche Arbeitszeit an Wochentagen 12 Stun­den und am Vorabend von Sonn- und Feiertagen bei Ar­beitsschluß spätestens Uhr 9 Stunden nicht überschreiten. Die Beschäftigung von Wöchnerinnen soll vor Ablauf von sechs Wochen nach ihrer Niederkunft überhaupt nicht und während der folgenden zwei Wochen nur dann gestattet wer­