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,, Nun?" fragte eine Frau erbittert, die ihrem Mann seit einer halben Stunde eine hielt, ohne daß er eine Silbe darauferwidert nichts zu sagen? wo­hatte, hast Du gar­ran denkst Du denn?" Gardinenpredigt

Zur Sache.

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,, An die Kosten," antwortete der Mann, ein Telegraphist, ,, die Deine Predigt machen würde, wenn Du sie mir an einen dritten Ort telegraphiert hättest- 518 Mt. 75 Pfennig."

An einem sonnigen Frühlingstag, so gegen 2 Uhr nach­mittags, trat eine sehr elegante junge Frau in das größte Juweliergeschäft der Rue de la Pair" in Paris.

Humoreske von 2. H. Legrand. Autorisierte Uebersetzung a. d. Französischen von A. He im.

- Die Kassette.

Höchstwahrscheinlich," so wandte sie sich mit einem freundlichen Lächeln an den Besitzer des Geschäfts, der mit seinen Angestellten im Laden beschäftigt war, höchstwahr­scheinlich ist mein Name Ihnen nicht unbekannt:" Ich bin Madame Delprat."

Das war der Name des berühmtesten Jrrenarztes in Paris.

Der Juwelier verbeugte sich.

Ein süßliches Mein Gatte," fuhr die Dame fort ,,, will mir zu mei­nem Geburtstag ein Perlenkollier schenken. Ich habe gleich an Sie gedacht. Denn ich glaube mich nicht in der Annahme zu irren, daß das herrliche Kollier, welches meine Freundin, die Gräfin von Martinet, diesen Winter trug, von Ihnen stammt?"

Lächeln umspielte beständig seinen Mund, der von wenigen rötlichen Barthaaren taum beschattet wurde. Erstens war er gegen das Kompliment nicht unempfindlich und dann machte Der Juwelier verbeugte sich wieder. es ihm eine diebische Freude, seinem Kollegen Montana eine solche Kundin fortzustibißen. Er wußte gar wohl, daß Mon­tana bisher der Lieferant der schönen Frau Delprat, der Gattin des berühmten Jrrenarztes, gewesen war.

Die Verkäufer legten in größtem Schweigen mehrere Kolliers auf eine rote Samtdecke. Frau Delprat machte ein Zeichen, daß das eine oder andere gleich wieder fortgenommen Dieses Kollier, meine Gnädigste, ist wunderbar! Ich werden sollte und ließ nur die kostbarsten vor sich liegen. habe drei Jahre gesucht, um die beiden Perlen von gleicher Größe zu finden. Und sehen Sie nur einmal, wie dieselben die Mittelperle einschließen! Ich muß allerdings bemerken, daß der Baron Arthur von C. reflektiert!"

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Hastig steht sie auf, geht zu dem großen, silbereinge­rahmten Spiegel, ordnet ihren Anzug, ihr Haar, er soll sie nicht so leidend und verstört finden! Armer Hellmut! Müde und abgespannt von allem Rechnen und Zählen kommt er heim, und immer findet er ein mühsam erzwungenes Lächeln, eine fünstlich angenommene Haltung, die er auf den ersten Blick durchschaut. Aber wie soll sie anders sein?

Da ist er! Mit von innerem Herzensweh etwas ge­schärften und verfeinerten Zügen, die Augen nicht so glänzend mehr als früher, aber immer der gewinnende, anziehende Hellmut, den alle lieb haben müssen, tritt er über die Schwelle und nimmt Hilda in seine Arme.

Mein liebes Herz, warum bist du nicht still liegen ge­blieben? Es ist ein solch' drückende Hize draußen, jede Be­

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stand der Bursch vor ihr im Licht des Mondes, hell glänz­ten seine Augen und blondes Lockengeringel drängte sich unter seiner Mütze hervor. Was wollen Sie?" fragte sie den jungen Menschen mitleidig.

haben gewiß ein menschliches Herz- Sie sehen ja so gut ,, Ach, gute Frau, ich hab' eine so große Bitt'. Sie aus ich bin der Hoßbach ist ein naher Verwandter von mir. Ich weiß, sehen kann ich ihn nicht aber es hört uns doch niemand?"" Nein, nein, ich bin ganz allein, sprecht nur." Ach, wenn Sie ein Herz in der Brust haben, gute Frau, hier in dem Bäckelchen habe ich ein Amulet und ein Gebetbüchlein"- dabei brach die Stimme des Burschen in Schluchzen möchtet Ihr's nicht dem Armen geben? Es wird ihm ein Trost sein in seinem Unglück, gewiß, und

Frech.

Hausierer( im Restaurant): Taschenkamm gefällig, Zahnbürste, Nagelbürste..?"

Hausierer: Ja, das sieht man Ihnen auch an!"

Gast( brummend): Brauche ich alles nicht!"

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auf dem vor Angst tritt Franzi in die Küchentür- da stürmt jemand ( mulet ihn die Treppe herab in langen Säßen um Gott der Hoß­erbstückbach! Franzi steht wie angewurzelt, hell beleuchtet vom ber ein Schein der Flurlampe. Einen Augenblick stutzt der Ver­Euch Gott brecher, in seiner Hand blitt ein offenes Messer, stoßbereit - dann ruft er höhnisch: Schön' Dank für das Amulet, Frau Verwalterin- es hat Wunder getan, hat die Ketten gebrochen!" Ein lautes rohes Gelächter, dann fällt die Haus­tür hinter der wüsten Gestalt zu der edle" Räuber ist entflohen! Franzi zittert und bebt, die Zähye schlagen ihr aufeinander, Anton", ruft sie und mit zitternden Knieen steigt sie die Treppe hinan, der Fall, der dumpfe Fall- ihre Ahnung ist Wahrheit. Halb im Flur, halb in der Zelle des Hoßbach liegt ihr Mann, ihr braver guter Anton, in seinem Blute; aus tiefer Stirnwunde fließt es, und regungslos, mit geschlossenen Augen gleicht er einem Toten. Mit wildem Schrei wirft sie sich über ihn: Anton, wach' auf, Anton, komm' zu dir, hab' Erbarmen, Gott im Himmel, ich hab' ihn gemordet!"

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In später Nacht sitzt Franzi am Bett des bewußtlosen Gatten. Nur undeutlich kann sie sich erinnern, was weiter geschehen, nachdem sie ihn in seinem Blut gefunden. Wie die Magd gekommen, die Gerichtsherren, die Aerzte, wie sie immer wieder hat Fragen beantworten müssen, wie die Aerzte den Anton untersucht und die Achseln gezuckt haben, wie in der Belle eine Feile gefunden worden ist. Mit der Kette hat der Verbrecher den Anton zu Boden geschlagen, das Messer hat er nicht gebraucht. Die Feile! Ha, wie Schuppen ist ihr's von den Augen gefallen, schon bei den Worten, die der Räuber ihr zugerufen. Die Feile, das war das Amulet fie, sie allein ist schuld an dem Schrecklichen, und wenn der Anton stirbt, dann ist sie die Mörderin des Gatten! O, es ist um den Verstand zu verlieren, o, könnte sie das Leben von sich werfen! Aber sie darf nicht, sie muß gut zu machen suchen, sie muß den Gatten pflegen, den Gatten, den sie nie inniger geliebt zu haben meint, als nun, da er blaß und ohne Be­wußtsein vor ihr liegt. Furchtbare Tage verbringt die junge Frau. Zu der marternden Todesangst um den Ge­liebten gesellt sich die quälende Sorge: Was wird der Hoß­bach verüben in der Freiheit, zu der sie ihm verholfen? Gott, wenn er noch mehr Blut vergießt, so ist sie schuld, sie allein! Und er hat gezeigt, der Räuber, daß er im Notfall nicht vor einem Mord zurückschreckt.

Nur das nicht, nur das nicht! Doch Gott ist ihr gnädig. Nach drei Tagen kommt die Nachricht, daß der Hoßbach, den grimmige Kälte in ein Wirtshaus getrieben, in einem ent­fernten Teil des Ländchens aufs neue festgenommen worden ist. Eine Sorge ist gehoben, er hat kein Blut vergossen. Nach weitern drei Tagen erklären die Aerzte den Anton für ge­rettet. Wenn auch die Kopfwunde noch einige Zeit zur völ­ligen Heilung brauchen wird, so ist doch keine Gefahr für sein Leben mehr vorhanden.

Dankerfüllten Herzens tiet die junge Frau am Lager des Gatten und beichtet ihm alles und fleht ihn um Ver­zeihung an. Er gewährt dieselbe aus vollem Herzen, aus der weichen Stimmung des Genesenden heraus und ergriffen von der tiefen Neue seiner Franzi.

Von der Zeit an hat kein törichtes Mitleid mit dem Ver­brechertum mehr Raum im Herzen der Franzi, ihr Blick hat sich geschärft und sie ist fürder stolz auf ihren braven Gatten, der tren seine Pflicht tut, und sie steht ihm unentwegt darin bei. Und wenn sie einmal zurückfallen will in ihren alten Fehler, dann genügt ein Blick auf die Narbe, die sich über Antons Stirn zieht, um sie aus dem Land weichherziger Schwärmerei ins wirkliche Leben zurückzuführen.

Als nach ein paar Jahren zwei kleine Moor's, ein Bub ein Mädchen, sie umspielen, da ist aus dent zarten, poetisch angehauchten Wesen eine frische, willenskräftige Frau und Mutter geworden.

Das Amulet" hat also doch Segen gevracht.

Daß der Fidelio" nicht des Räubers Weib gewesen, hat Franzi erfahren, als ungefähr ein Jahr nach seiner Flucht die schwarz' Hoßbachn", wie diese im Volksmund hieß, wegen verschiedner Diebereien eine Strafe in der Fronfeste zu ver­büßen hatte. Nicht die mindeste Aehnlichkeit hatte das Weib mit dem hübschen jungen Burschen, der jedenfalls zu ihrem Anhang gehörte. Der Hoßbach muß jedoch in der Tat etwas ritterliches" Räuberblut in seinen Adern haben, denn er hat niemals gestanden, auf welche Art er damals in den Besitz der Feile gekommen ist.